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Corinna Petersen-Ewert, Uta Gaidys: Gesundheits­förderung und Prävention in Pflege und Therapie

Cover Corinna Petersen-Ewert, Uta Gaidys: Gesundheitsförderung und Prävention in Pflege und Therapie. Grundlagen, Übungen, Wissenstransfer. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2018. 33 Seiten. ISBN 978-3-17-034825-7. 12,00 EUR.
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Thema

Gesundheitsförderung und Prävention sind essentielle Themen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung der pflegenden und therapeutischen Berufe. Dieses Arbeitsheft will Lernenden die Themen näherbringen.

Autorinnen

Prof. Dr. Corinna Petersen-Ewert ist Professorin für Gesundheits- und Sozialwissenschaften.

Prof. Dr. Uta Gaidys Professorin für Pflegewissenschaften. Beide sind an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg tätig.

Aufbau

Dieses handliche Arbeitsheft im A4-Format vermittelt auf 33 Seiten thematische Impulse zu Gesundheitsförderung und Prävention anhand von Fallbeispielen. Petersen-Ewert und Gaidys wollen Lehrangebote zum Thema ergänzen und vertiefen, Diskussionsansätze darlegen und Impulse für die Überprüfung des eigenen Wissens geben. Das Arbeitsheft basiert auf dem Projekt „Do-Learn“ im Rahmen des HAW Zukunftsfonds 2016.

Die Deutsche Nationalbibliothek bietet Einblick in das vollständige Inhaltsverzeichnis.

Inhalt

Lernende sollen mit diesem Heft methodische Ansätze der Präventionsforschung kennenlernen und kritisch hinterfragen, Prävention und Gesundheitsförderung als spezifische Interventionsfelder verstehen und ein Verständnis für bestimmte Risikopopulationen entwickeln.

Zunächst führen die Autorinnen in die Grundlagen der Gesundheitsförderung und Prävention ein.

In den theoretischen Grundlagen finden die Leser das erste Fallbeispiel zu Frau L., deren gesundheitliche Situation nach einem Sturz verändert hat. Hieran werden die Modelle der Salutogenese, der Risikofaktoren und das Regenborgenmodell in knapper Form angeknüpft.

Der dritte Themenblock behandelt Gesundheitsverhalten anhand des Health-Belief- und des transtheoretischen Modells und wendet diese auf ein Fallbeispiel an.

Der vierte Abschnitt widmet sich den gesetzlichen Grundlagen: den Zielen, Strukturen und Möglichkeiten des Präventionsgesetzes und die Leitfäden Prävention und Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen. Lernende reflektieren hier die Vor- und Nachteile des Präventionsgesetzes und setzen sich mit dem Begriff der „Lebenswelt“ auseinander. Sie werden zur Recherche von Angeboten von Krankenkassen aufgefordert und skizzieren nach einem Beispiel zum präventivem Rückentraining ein Kurskonzept für ihr eigenes berufliches Handlungsfeld.

Im fünften Abschnitt im Arbeitsheft geht es um die Akteure in Deutschland. Lerninhalt sind der öffentliche Gesundheitsdienst und die Landesvereinigungen für Gesundheit in den einzelnen Bundesländern. Zudem wird zur Diskussion über die Landesrahmenvereinbarungen zur individuellen Planung in den Bundesländern angeregt. Der sechste Abschnitt befasst sich mit bevölkerungsbezogenen Strategien und fördert die Auseinandersetzung mit dem Begriff der Zielgruppen.

Prävention und Gesundheitsförderung ist neben den praxisnahen Implikationen auch ein Forschungsfeld. Studierende lernen hier die Qualitätskriterien für gute Praxis und die partizipative Gesundheitsforschung anhand des Verbundes PartKommPlus kennen. Zuletzt werden die Handlungsfelder und Kompetenzbereiche auf die eigene Profession und die Bereiche der Gesundheitsversorgung übertragen.

Diskussion

Dieses Heft ist ein Arbeitsheft für Studierende der Gesundheitsberufe. Es wird dem didaktischen Anspruch der Autorinnen gerecht: im Idealfall ist es nach der Lektüre mit Notizen befüllt, die zahlreichen Arbeitsaufträge gleich im Heft erledigt und das Wissen so gewachsen. Lernziele werden benannt, theoretische Impulse gegeben, mit Aufgaben zur Eigenarbeit angeregt (wobei keine Musterlösungen benannt werden) und Rechercheaufgaben gestellt. Dem Ziel, ein Anteil eines Blended-Learning-Szenarios zu sein, kommt es sicher nahe – wobei ein Hinweis sinnvoll wäre, inwiefern außerhalb der Hochschule auf die zusätzlichen medialen Anteile zurückgegriffen werden kann

Mir gefallen die knappen, aber prägnanten Darstellungen komplexer Modelle aus Prävention und Gesundheitsförderung. In den Beispielen werden klassische Handlungsfelder (Bewegung, Nikotinkonsum, Rückentraining) angesprochen. Zum Lernen und einen Überblick erhalten ist dies sicher gerechtfertigt, die Lebenswelt von Menschen zeigt sich zu Prävention und Gesundheitsförderung meist wesentlich komplexer. Durch den Bezug in das berufliche Umfeld der Gesundheitsberufe wird der Bezug dann klarer.

Lehrende können sich aus dem Arbeitsheft ein fundiertes Lehrkonzept ableiten. Mit den Literaturhinweisen lässt sich noch tiefer in die Thematik einsteigen.

Fazit

Wertvolles Arbeitsheft zur Gesundheitsförderung und Prävention mit vielen Anregungen zum eigenen Überlegen, Recherchieren und Notieren für Pflege- und Therapieberufe.


Rezensentin
Dr. sc.hum. Nina Fleischmann
M.A. Public Health und Pflegewissenschaft
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Zitiervorschlag
Nina Fleischmann. Rezension vom 12.10.2018 zu: Corinna Petersen-Ewert, Uta Gaidys: Gesundheitsförderung und Prävention in Pflege und Therapie. Grundlagen, Übungen, Wissenstransfer. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2018. ISBN 978-3-17-034825-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24770.php, Datum des Zugriffs 14.11.2018.


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ISSN 2190-9245

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