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Martin Gleiß: Budo als Erziehungs- und Bildungskonzept (...)

Cover Martin Gleiß: Budo als Erziehungs- und Bildungskonzept am Beispiel der japanischen Kampfkunst Aikido. Logos Verlag (Berlin) 2018. 251 Seiten. ISBN 978-3-8325-4733-2. D: 38,50 EUR, A: 39,60 EUR.
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Thema

Martin Gleiß beschreibt in seinem Buch „Budo als Erziehungs- und Bildungskonzept am Beispiel der japanischen Kampfkunst Aikido“ an mehreren Beispielen wie die Übung der Kampfkunst Aikido Persönlichkeitsentwicklung, Disziplin und den Erwerb sozialer Kompetenzen positiv beeinflussen kann.

Autor

Der Autor hat Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit dem Master-Abschluss studiert. Zu seinen Studienschwerpunkten zählten Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und das Thema der Ästhetischen Bildung des Menschen durch Bewegung. Derzeit arbeitet er im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Fokus auf Flucht und Migration. Seit 2008 praktiziert er die Kampfkunst Aikido und unterrichtet seit einigen Jahren Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Aikido.

Aufbau und Inhalt

In acht Kapiteln beschreibt der Autor, wie Budo und speziell die Kampfkunst Aikido im pädagogischen Sinn Wirksamkeit erzielen kann.

Nach einer Einleitung, welche bereits die Fragestellung der Arbeit skizziert, werden im 2. Kapitel die Besonderheiten und Bedeutung japanischer Kampfkünste für Erziehung und Bildung sowie Aspekte dieser Künste hinsichtlich sozialpädagogischer Frage- und Problemstellungen diskutiert. Zu Beginn wird herausgearbeitet, wie Budo hinsichtlich japanischer Kampfkünste und ihrer Besonderheiten im Verhältnis zu Erziehung und Bildung einzuordnen ist. Dabei wird insbesondere auch der ganzheitliche und sozialpädagogisch relevante Aspekt der Übungen und der damit verbundenen Beziehungen und Rollen thematisiert.

Es folgt ein Kapitel „Aikido und die Harmonisierung der Kräfte“ in dem der Autor herleitet, wie vor dem Hintergrund der Geschichte und der Philosophie des Aikido dessen Wirksamkeit hinsichtlich der „Bildung des Körpers“ erzielt wird und welche ganzheitlichen Auswirkungen hinsichtlich sozialer und moralischer Entwicklung solche Praxis für die Übenden bewirken kann.

Im folgenden Kapitel wird der Stand der Forschung zum Thema präsentiert und diskutiert. Schwerpunkte sind dabei Bewegung, Sport und Kampfsport in pädagogischen Handlungsfeldern, um anschließend die wenigen Quellen zur Budopädagogik darzustellen und kritisch zu beleuchten. Dem folgt der empirische Teil, der zunächst die angewandten Methoden diskutiert, ebenso aber den Forschungsprozess thematisiert. Im Rahmen der qualitativen Studie wurden fünf Personen mit sehr unterschiedlichen Lebensläufen befragt, die seit langer Zeit als Aikido-TrainerIn tätig sind.

Im nächsten Kapitel 6 werden die Ergebnisse der Untersuchung personen- und kategorienbezogen vorgestellt und interpretiert, um anschließend im Unterkapitel 6.3 die Ergebnisse der fünf Befragten hinsichtlich Bildungs- und Lernprozessen, der Bedeutung von Aikido und der Trainingsgemeinschaft im Dojo zu vergleichen. Dabei werden im Unterkapitel 6.3.6 diese Ergebnisse weiterhin speziell auf die Wirkung von Aikido bei Kindern und Jugendlichen konkretisiert.

Im abschließenden Kapitel 7 wird in verdichteter Form nochmals der Bezug zur theoretischen Orientierung formuliert. In hervorragender Weise wird dabei auf die zuvor dargestellten pädagogischen Grundausrichtungen Bezug genommen.

Diskussion

Das Buch von Martin Gleiß „Budo als Erziehungs- und Bildungskonzept am Beispiel der japanischen Kampfkunst Aikido“ beschreibt an mehreren Beispielen wie die Übung der Kampfkunst Aikido Persönlichkeitsentwicklung, Disziplin und den Erwerb sozialer Kompetenzen positiv beeinflussen kann.

Ferner trägt die Forschung im Allgemeinen dazu bei, das dualistische Gedankenkonstrukt zum Verhältnis von Körper und Geist stückweise aufzulösen. Die Erziehung und Bildung des Menschen wird somit auf einer ganzheitlicheren Ebene betrachtet, indem Körperlichkeit und Intellekt als Einheit zu verstehen sind.

Dieser von den Erziehungswissenschaften bisher kaum diskutierte Einfluss der Übungen in Kampfkünsten auf die Entwicklung insbesondere junger Menschen hinsichtlich pädagogischer Ziele erscheint als sinnvolle Anregung zu weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen.

Fazit

Die Studie von Martin Gleiß kann aufgrund der methodischen Vorgehensweise und der Ergebnisse als wesentlicher Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion zu Kampfkünsten in pädagogischen Feldern bewertet werden.


Rezensent
Dr. Günter Burkart
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Zitiervorschlag
Günter Burkart. Rezension vom 07.09.2018 zu: Martin Gleiß: Budo als Erziehungs- und Bildungskonzept am Beispiel der japanischen Kampfkunst Aikido. Logos Verlag (Berlin) 2018. ISBN 978-3-8325-4733-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24792.php, Datum des Zugriffs 19.10.2018.


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