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Michael Hölzer, Wolfgang Wöller u.a. (Hrsg.): Stationäre Psychotherapie

Cover Michael Hölzer, Wolfgang Wöller, Götz Berberich (Hrsg.): Stationäre Psychotherapie. Von der Anmeldung bis zur Entlassung. Schattauer (Stuttgart) 2018. 627 Seiten. ISBN 978-3-608-43289-3. D: 79,99 EUR, A: 82,30 EUR.
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Thema

In kaum einem Land gibt es eine dermaßen facettenreiche medizinische Versorgungslandschaft wie in Deutschland. Neben somatisch orientierten Angeboten trifft dies vor allem auch auf die psychiatrisch-psychotherapeutische Situation zu. Im Bedarfs- bzw. Krankheitsfall stehen dem Hilfesuchenden ambulante, teilstationäre und vollstationäre Angebote zur Verfügung. Dabei reichen die Anfänge der stationären Psychotherapie lediglich zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. In den kurz nach dem ersten Weltkrieg entstandenen Lazaretten wurden vor allem traumatisierte Soldaten – die sogenannten „Kriegszitterer“ – behandelt. Erste Kliniken entstanden darauf in den 1920er Jahren. Durch die Folgeerscheinungen des Zweiten Weltkrieges kam es bald darauf zu einer Unterbrechung der Entwicklung, zum Teil aufgrund von Missachtung psychischer Erkrankungen, bis in den 1970er Jahren ein weiterer Schub aufgrund der erlassenen Psychiatrie-Enquete auszumachen war. In den Folgejahren kam es allerdings erneut zum raschen Aufbau weiterer Kliniken, vor allem im Einklang mit der zunehmenden Forschung auch mit verhaltenstherapeutischem Schwerpunkt. Mittlerweile weist Deutschland die größte Differenzierung an stationären psychotherapeutischen Angeboten auf und entsprechend groß ist das damit verbundene Themenfeld. Doch auch durch die stetige Weiterentwicklung von psychotherapeutischen Interventionen und Behandlungsmöglichkeiten und den sich immer weiter differenzierenden Möglichkeiten zur Diagnostik und Klassifikation psychischer Störungen (s. DSM-5 und ICD-11) steigt die Komplexität weiter an. Hinzu kommt der deutlich spürbare Finanzierungs- und Kosteneinsparungsdruck von Seiten der Leistungsträger, der bei aller Feingliedrigkeit des Systems eine zunehmende Verkürzung der Behandlungszeiten mit sich bringt. Damit ist zumindest angerissen, dass sich die Arbeit innerhalb der stationären Psychotherapie manchmal wie ein Drahtseilakt anfühlen mag und jegliche Hilfestellung willkommen sein muss.

Entstehungshintergrund

Unter den genannten Voraussetzungen ist der vorliegende Sammelband entstanden, als ein „Überblick über die verschiedenen Aspekte (teil-)stationärer Psychotherapie“ und damit Ergebnis vieler Diskussionen innerhalb des Qualitätszirkels „Psychosomatische Krankenhäuser“. Direkter ausgedrückt versuchen die Autoren „therapeutische Prozesse in der stationären Psychotherapie, beginnend bei der Anmeldung und endend bei der Entlassung, möglichst plastisch nachzuzeichnen.“ Damit ist auch klar umrissen, wer zur Zielgruppe des Buchs gezählt werden kann, nämlich jede Person, die mit stationärer Psychotherapie beruflich bzw. professionell zu tun hat. Das schließt aus der Sicht des Rezensenten neben medizinisch-psychologischen Berufsgruppen vor allem auch bertriebswirtschaftliche und kaufmännisch ausgerichtete Berufsgruppen unbedingt mit ein.

Herausgeber

PD Dr. med. Michael Hölzer ist Ärztlicher Direktor und Medizinischer Geschäftsführer der Sonnenberg Klinik Stuttagrt, einer Fachklinik für Analytische Psychotherapie.

PD Dr. med. Wolfgang Wöller ist Facharzt für Psychosomatische Mdizin und Psychotherapie sowie für Neurologie und Psychiatrie. Er ist Psychoanalytiker und Lehranalytiker. Bis Ende 2017 war er Ärztlicher Direktor der Rhein-Klinik Bad Honnef und Dozent an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 2018 setzt er seine Lehr- und Forschungsaktivitäten im Rahmen von TraumaAid Deutschland fort.

Dr. med. Götz Berberich ist Chefarzt der Psychosomatischen Klinik Windach sowie Lehrbeauftragter an der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Er ist Verhaltenstherapeut und Psychoanalytiker.

Die Herausgeber werden von diversen KlinikerInnen und PraktikerInnen unterstützt.

Aufbau

Das Buch gliedert sich in vier Bereiche mit insgesamt 38 Kapiteln.

  • Im ersten Abschnitt werden wesentliche Grundlagen dargestellt,
  • während im zweiten Kapitel „Das Team behandelt“ ein Überblick über die Mitglieder des multiprofessionellen Teams (z.B. Pflege, Kunst- und Gestaltungstherapie und Psychosoziale Beratung) und die Aufgabenbereiche erfolgt.
  • Vereinfacht ausgedrückt, ermöglicht der dritte Abschnitt einen Überblick über die Struktur und den Prozess der stationären Psychotherapie – „Von der Anmeldung bis zur Entlassung“. Damit werden sämtliche Faktoren von der Erstanmeldung über die Diagnostik und Indikationsstellung über Visiten, Belastungserprobungen und Krisensituationen adressiert, denen sich das behandelnde Team stellen muss.
  • Der vierte, inhaltlich kürzeste Bereich thematisiert den weiteren Binnenraum einer Krankenhausbehandlung, die „Umfeldfaktoren.“

Am Ende des Buches steht ein ausführliches Sachverzeichnis. Die Anschriften der Mitautoren finden sich zu Beginn, nach einer kurzen Einführung.

Inhalt

Im Folgenden wird ein Gesamtüberblick über die Kapitel des Buches je nach Bereich gegeben. Eine einzelne Betrachtung sämtlicher Kapitel würde dabei den Rahmen der Rezension sprengen und soll außerdem nicht die Lektüre des Buches ersetzen.

I. Grundlagen

Die stationäre Psychotherapie präsentiert sich nicht nur im vorliegenden Buch heterogen und reichlich komplex. Die Einführung in die Grundlagen der Thematik erschöpft sich damit auch nicht in einer kurz gefassten Skizzierung wichtiger Rahmenbedingungen und definitorischer Begriffe. Vielmehr setzen sich die Autoren mit unterschiedlichen Teilaspekten auseinander, denen implizit in allen Tätigkeitsbereichen Rechnung zu tragen ist. Neben einem geschichtlichen Überblick, der insbesondere der differenziellen Entwicklung einzelner Modelle und deren Berücksichtigung in der stationären Psychotherapie Beachtung schenkt, folgt eine Übersicht über grundlegende Rahmenbedingungen. Dabei geht es einerseits um die rechtliche Verankerung in den Sozialgesetzbüchern, andererseits um Fragen der Finanzierung und der personellen Ausstattung. Wichtig ist hierbei die erfolgte Unterscheidung in Krankenhaus- und Rehabilitationstherapie, die jeweils unterschiedliche Kostenträger aufweist. Weiterführende Aspekte und Besonderheiten der Psychosomatischen Rehabilitation werden allerdings im folgenden Kapitel erörtert. Dass stationäre Therapie nicht gleich stationäre Therapie ist, wird in einem eigenen Kapitel zu Theorien und Modellen illustriert. Dabei definieren die Autoren die Therapieverfahrensorientierung und die Methodenintegration als wesentliches Kernelement und skizzieren die wesentlichen Inhalte auch neuerer psychodynamischer sowie kognitiv-behavioraler Konzepte, ohne die systemischen Ansätze zu vergessen. In weiteren Kapiteln setzen sich die Autoren mit den Fragen der differenziellen Indikation, der Effektivität und Effizienz und möglicher Risiken der Behandlung auseinander. Damit erfolgt auf relativ knappem Raum eine umfassende Übersicht über wesentliche Aspekte der Behandlungsplanung, da bei sorgfältiger Indikation und der fachgerechten Anwendung hilfreicher Methoden Risiken und Nebenwirkungen gering gehalten werden können. Damit ist mit den drei genannten Kapiteln eine notwendige und spannende Trias enthalten.

II. Das Team behandelt

Mit dem Credo „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ beginnt das erste Kapitel des zweiten Abschnitts, indem Aufgaben und Möglichkeiten des multiprofessionellen stationären Behandlungsteams mit den jeweiligen Funktionen behandelt werden. Die Autoren verweisen vor allem auf die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Austausches von Informationen und einer klaren gemeinsamen Haltung im Umgang mit Settingfragen und Regelverstößen. Im zweiten Kapitel folgt ein Überblick über die charakteristische Kombination aus Einzel- und Gruppentherapie, wobei vor allem Fragen der Indikation und Kontraindikation diskutiert sowie unterschiedliche Konzepte vorgestellt werden. In diesem Kapitel wird implizit der psychologisch-psychotherapeutische Bereich mitgenannt. In den nachfolgenden sieben Kapiteln kommen weitere Fachvertreter zu Wort, indem sie ihre jeweilige Disziplin näher vorstellen. Dies sind im Einzelnen: Pflege, Ärztlicher Dienst, Körperorientierte Therapien (von Qigon und Yoga bis zu Progressiver Muskelentspannung und Biofeedback), Kunst- und Gestaltungstherapie, Musiktherapie, Psychosoziale Beratung und Sporttherapie. Die einzelnen Kapitel folgen jeweils einer vergleichbaren Struktur, indem Informationen zu unterschiedlichen Formen und deren praktischer Anwendung bzw. Ausgestaltung (z.B. des Arztkontaktes oder des Vorgehens in der Kunsttherapie) gegeben werden.

III. Von der Anmeldung bis zur Entlassung

Der dritte Abschnitt des Buches orientiert sich an einem typischen Verlauf einer stationären Psychotherapie, beginnend mit der Anmeldung und der Indikationsstellung. Hauptsächlich wird hier die Notwendigkeit des ambulanten Vorgesprächs genannt, aber auch Vorinformationen für den Patienten genannt, die dessen Mitarbeit ermöglichen und erleichtern sollen. Mit dem Beginn der Therapie wird ein prototypischer Ablauf des Ankommens und Eingewöhnens dargestellt, der den Erstkontakt mit dem pflegerisch-therapeutischen Team ebenso beinhaltet wie die Eingliederung in die Patientengemeinschaft. In den beiden folgenden Kapiteln werden Aspekte der Diagnostik und der Erarbeitung von Therapiezielen dargelegt. Auch hier ist deutlich, dass eine fundierte Diagnostik eine entsprechende Zielklärung ermöglicht und mitbedingt und dass von beidem der Erfolg einer Maßnahme mitbestimmt wird. Das weitere therapeutisch wirksame Setting wird in den Kapiteln zum Rahmen in der stationären Psychotherapie, zu Therapieverträgen und Vereinbarungen und über das Therapeutische Milieu veranschaulicht. Nicht zuletzt geht es in diesen Kapiteln um zwischenmenschliche Prozesse die wesentlich für psychische Gesundung sind und die Möglichkeiten, diese durch äußere Vorgaben zu strukturieren und zu sichern. Als Bestandteil einer stationären Psychotherapie und in Ergänzung zu den bereits behandelten therapeutischen Interventionen im zweiten Buchabschnitt müssen Psychoedukation und Medikamente gelten, sodass diese gesondert abgehandelt werden. Das letztgenannte Kapitel fußt dabei weniger auf einer Aufzählung möglicher Pharmaka, vielmehr werden wertvolle Informationen zur aktuellen Forschungslage, der Indikation und Auswahl entsprechender Medikamente, zu Risiken und unerwünschten Wirkungen sowie zu ethischen Aspekten gegeben. Weitere Kapitel thematisieren den Einbezug der Familie in den Behandlungsprozess, die Ausgestaltung der regelmäßig stattfindenden Visite, den Umgang mit Behandlungspausen und trotzdem stattfindenden Therapieprozessen am Wochenende und der Berücksichtigung von Zwischenfällen, Krisen und Verlegungen. Auch auf die Wichtigkeit und Implementierung von Supervision für alle beteiligten Berufsgruppen weisen die Autoren hin. Den Abschluss bilden ein Kapitel über die Entlassung, in dem Fragen der Weiterbehandlung und der Zwangsentlassung diskutiert werden, und die Dokumentation. Gerade die Dokumentation wird oft als notwendiges, allerdings ärgerliches Übel bezeichnet, sodass den Autoren daran liegt, zum einen die Wichtigkeit für den Patienten und die Weiterbehandler herauszustellen, zum anderen praktische Hilfestellungen zu geben.

IV. Umfeldfaktoren: Krankenhauspsychotherapie findet nicht im luftleeren Raum statt

Die letzten vier Kapitel beschäftigen sich vor allem mit betriebswirtschaftlichen und juristischen Gesichtspunkten. Auch Psychotherapie läuft über eine Geschäftsbeziehung mit mehreren Teilhabern ab, sodass Fragen über Einnahmen, Ausgaben, Leistungsfragen Beachtung finden müssen. Die Autoren versuchen dabei, die Notwendigkeit einer angemessenen Personalausstattung und ausreichender Räumlichkeiten ebenso herauszustellen, wie die Bedeutung wirtschaftlichen Arbeitens und verweisen auf die Bedeutung kooperativen Arbeitens aller Beteiligten. Im Kapitel über „Qualitäts- und Risikomanagement“ wird ein Überblick über wichtige gesetzliche Regelungen und die vorhandenen Zertifizierungsmöglichkeiten gegeben. Das Kapitel zu Recht und Gesetz beleuchtet Juristische Aspekte und illustriert wesentliche Kernelemente aus den für die stationäre Psychotherapie geltenden Gesetze, Verordnungen und Verträge. Breiten Raum nehmen dabei Erläuterungen zu den Themen Aufklärung, Dokumentation und Schweigepflicht ein. Im letzten Kapitel wagen die Herausgeber einen Blick in die Zukunft und fragen nach dem Quo Vadis. Dieser Ausblick betrifft vor allem Fragen der zunehmenden Ökonomisierung bei gleichzeitig verknappten Mitteln und die Zunahme des Inanspruchnahmeverhaltens, auch durch älter werdende Menschen und zuwandernden Migranten. Offen bleibt dabei die Frage, ob die stationäre Psychotherapie unter den im Buch beschriebenen Facetten so flexibel bleiben kann, dass ein wie auch immer geartetes Wachstum komplikationslos gemeistert werden kann.

Diskussion

Das vorliegende Buch möchte einen aktuellen Überblick über sämtliche Aspekte der stationären Psychotherapie liefern und dabei einen ausgewogenen Mittelweg zwischen theoretischer Wissensvermittlung und praktischer Handhabbarkeit gehen. Alleine durch den Blick in das Inhaltsverzeichnis wird klar ersichtlich, wer sich davon angesprochen fühlen darf – nämlich jeder in der stationären Psychotherapie Tätige. Unklar bleibt dabei erst einmal, ob das Buch auch für jeden einen Nutzen bringt. Streng genommen ist es weder Lehrbuch noch Praxismanual. Nichts davon behauptet es auch zu sein. Doch im Praxisalltag zeigt sich oft der Wunsch nach Einfachheit. Ein Behandlungsmanual, um die nächste Sitzung vorzubereiten, der Griff in’s Buch, zur Bearbeitung eines Antrags, oder die Recherche für den anstehenden Foliensatz. Nun lässt sich mit dem Sammelband keine Psychoedukationsgruppe vorbereiten und die Behandlungsdokumentation schreibt sich auch nicht von alleine. Wenn dies durch das Buch erreicht worden wäre, dann hätte es allerdings auch seinen Sinn verfehlt. Hier geht es nicht um voneinander losgelöste Themen und Inhalte. Vielmehr vermittelt das Buch ein Gesamtkonzept und schafft Verständnis für das komplexe Geschehen innerhalb eines Krankenhauses.

Als Neuling – und erst Recht als Anfänger – in der Maschinerie eines Krankenhauses lernt man zu schwimmen und sich die Informationen während des Treibens zu holen. Vielleicht bleibt die Zeit, eine Stunde in der Kunsttherapeutischen Themengruppe zu hospitieren, oder einmal die Musiktherapie zu besuchen. Aber wer erklärt einem, nach welchem Konzept die Pflege arbeitet und warum sich alle auf das nächste Audit des QM-Beauftragten freuen. Und woher bekommt man einen Überblick über sämtliche rechtlichen Grundlagen, die dazu führen, dass der Chefarzt manchmal in’s Schwitzen gerät? Wer einmal Teil eines multiprofessionellen Teams in einer psychiatrischen/psychosomatischen/psychotherapeutischen Klinik war, der weiß, wie komplex das Zusammenspiel aller beteiligten Einheiten ist und wie wenig Zeit oft bleibt, um sich mit dem zu beschäftigen, was sich jenseits der eigenen Profession befindet. Doch genau hier liefert das Buch nicht nur profunde Antworten, es generiert sogar Lust, in den Dialog zu treten und zu hinterfragen, zu diskutieren und zu lernen. Möglicherweise ist das der größte Verdienst der Herausgeber. Ein lebendiges Werk geschaffen zu haben, das sich weit entfernt von trockenen Inhalten aufhält, indem es lebhafte Einblicke in alle Aspekte der stationären Psychotherapie liefert. Dies liegt nicht zuletzt an der Fähigkeit der einzelnen AutorInnen, den ihnen zugestandenen Platz zu würdigen und kurze, dabei aber prägnante und illustrative Texte beizusteuern.

Ein lebendiges Werk geschaffen zu haben bedeutet auch, den Menschen in den jeweiligen Einrichtungen gerecht zu werden. Auch hier spürt man eine Menschlichkeit, wenn jenseits der fachlichen Informationen deutlich wird, dass es um Menschen geht, denen das dargestellte Wissen Nutzen bringen soll. Dies zeigt sich bspw. im Kapitel zur medikamentösen Therapie, die im stationären Setting Gang und Gäbe ist. Doch auch hier finden sich kritische Aspekte, die zur Diskussion und zum Überdenken anregen. Ebenso im Kapitel zur Dokumentation, da es den Autoren ein Anliegen scheint, über Folgen und Möglichkeiten einer fehlerhaften oder ordentlichen Dokumentation aufzuklären und diese eben mit dem Wohl des Patienten zu verbinden. Auch sorgt das Buch, wie eingangs erwähnt, für mehr Verständnis zwischen den einzelnen Disziplinen, in dem theoretisches Wissen plastisch verstehbar wird. Damit ist eine entsprechende Verbreitung des Buches wünschenswert, verbunden mit dem tiefergehenden Interesse eines jeden Lesers am Hintergrund und der Arbeitsweise seiner KollegInnen. Somit sollte das Buch jedem Praktiker in einer Klinik zumindest zugänglich gemacht werden.

Fazit

Das Buch „Stationäre Psychotherapie. Von der Anmeldung bis zur Entlassung.“ bietet einen umfassenden und fachlich profunden Überblick über die Arbeit in (teil-)stationären Behandlungssettings. Das Buch ist inhaltlich komplett und besticht durch die fachlich exzellenten, dabei prägnanten und praktisch aufbereiteten Kapitel. Sämtliche Themenbereiche, mit denen man sich als professionell Tätiger oder Patient konfrontiert sieht, sind in einer nachvollziehbaren Struktur enthalten und ermöglichen nicht nur tieferes Verständnis der Inhalte und der Tätigkeiten der Mitglieder des multiprofessionellen Teams, sondern regen zugleich zu einem interessierten Austausch an. Das Buch ist damit verpflichtend für jede Klinikbibliothek und jeder Angestellte sollte darauf hingewiesen werden.


Rezensent
Dipl.-Psych. Tobias Eisenmann
Dipl.-Soz.päd.
Ehem. Wissenschaftlicher Mitarbeiter - Lehrstuhl für Psychologische Diagnostik, Universität Erlangen-Nürnberg; in Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten in Verhaltenstherapie
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Zitiervorschlag
Tobias Eisenmann. Rezension vom 20.09.2019 zu: Michael Hölzer, Wolfgang Wöller, Götz Berberich (Hrsg.): Stationäre Psychotherapie. Von der Anmeldung bis zur Entlassung. Schattauer (Stuttgart) 2018. ISBN 978-3-608-43289-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24814.php, Datum des Zugriffs 15.12.2019.


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ISSN 2190-9245

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