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Dörte Grasmann, Tanja Legenbauer u.a.: Wütend, traurig und gereizt

Cover Dörte Grasmann, Tanja Legenbauer, Martin Holtmann: Wütend, traurig und gereizt. Informationen zur Emotionsregulation für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2018. 53 Seiten. ISBN 978-3-8017-2511-2. D: 8,95 EUR, A: 9,30 EUR, CH: 11,90 sFr.

Reihe: Ratgeber Kinder- und Jugendpsychotherapie.
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Thema

Die vorliegende Publikation ist ein Ratgeber, in dem verdeutlicht werden soll, woran Störungen der Emotionsregulierung zu erkennen und wie man ihnen begegnen kann. Er vermittelt Eltern und Erziehern Strategien, wie sie betroffene Kinder und Jugendliche, die unter starken Stimmungsschwankungen leiden, begleiten und unterstützen können. Konkrete Anleitungen sollen dazu beitragen, Gefühle besser zu kontrollieren.

Autor*innen

Autor*innen sind Prof. Dr. Dörte Grasmann von der Goethe-Universität Frankfurt/M., Prof. Dr. Tanja Legenbauer, Psychologische Psychotherapeutin in Hamm und Prof. Dr. Martin Holtmann, Ärztlicher Direktor, Facharzt für Kinder- & Jugendpsychiatrie und -psychotherapie an der LWL-Universitätsklinik Hamm der Ruhr-Universität Bochum.

Aufbau und Inhalt

Die Publikation ist in neun Kapitel differenzierter Länge gegliedert.

Das erste Kapitel ist mit dem Titel überschrieben „Kennen Sie das?“ Anhand zweier Fallvignetten wird beschrieben, welche Verhaltensweisen bei Störungen der Emotionsregulation typisch sind und welche Belastungen sie für die Familie bedeuten.

Im Kapitel zwei „Woran erkenne ich eine Störung der Emotionsregulation“ wird darauf hingewiesen, dass ca. 1 % aller Kinder von einer solchen Störung betroffen sind. Wenn allerdings andere psychische Krankheiten vorlägen, steige die Häufigkeit auf bis zu 15 % bis 20 % an. Insbesondere dann, wenn eine Aufmerksamkeitsdefizit-/​Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert wurde (S. 11).

Kapitel drei setzt sich mit dem Problem „Wie kann ich eine Störung der Emotionsregulation von anderen psychischen Störungen abgrenzen und welche Schwierigkeiten treten gehäuft zusätzlich auf?“ auseinander. Es wird ein Überblick der wichtigsten psychischen Krankheiten gegeben. Zu nennen sind oppositionelle Verhaltensstörungen, ADHS, bipolare Störungen, Depressionen oder Substanzmissbrauch.

„Wie verläuft die weitere Entwicklung“ wird im folgenden Kapitel gefragt. Es habe sich in Studien gezeigt, dass Kinder, die im Grundschulalter eine erhöhte Reizbarkeit und Wutanfälle aufweisen, häufiger eine depressive Störung im jungen Erwachsenenalter zeigten und das Risiko für späteren Substanzmissbrauch steige.

Der Frage „Was sind die Ursachen?“ geht Kapitel fünf nach. Obgleich die Ursachenforschung noch am Anfang stehe, wird angenommen, dass genetische, soziale und psychische Ursachen eine Rolle spielen.

Kapitel sechs beschäftigt sich mit dem Problem „Was können Kinder und Jugendliche selbst tun?“. Es werden mit Hilfe von Fallvignetten konkrete Radschläge unterbreitet, wie Stimmungsausbrüche verringert bzw. die eigenen Gefühle besser kontrolliert werden können.

Es schließt sich Kapitel sieben mit der Frage „Was können Eltern tun?“ an. Auch hier werden konkrete Hinweise zur besseren Verhaltensregulation ihrer Kinder gegeben (z.B. auslösende Trigger).

Das vorletzte Kapitel sucht die Frage zu beantworten „Was können Lehrkräfte und Erzieher tun?“. Viele der vorgestellten Strategien, die für Kinder und Eltern gelten, könnten auch im Kontext der Schule hilfreich sein, wobei es trotzdem anstrengend sei mit solchen Kindern zu arbeiten.

Letztendlich soll noch die Frage im neunten Kapitel „Wie können Psychotherapeuten helfen“ beantwortet werden. Der Schwerpunkt läge zum einen auf der medikamentösen Behandlung mit Psychostimulanzien und/oder modernen Antidepressiva und zum anderen auf der Psychotherapie und Verhaltenstherapie.

Fazit

Es ist ein wirklicher Ratgeber, der kurz und prägnant ohne jegliche Redundanzen das Problem bei Störungen der Emotionsregulation aufarbeitet. Der eigentliche Gewinn dieses relativ kleinen Büchleins liegt in den unterbreiteten Strategien, die sowohl für die betroffenen Kinder helfen können, ihre Stimmungsschwankungen zu regulieren als auch für die Eltern, Lehrer und Erzieher konkrete Handlungsansätze bereit halten, wie sie diese Kinder in ihrer Entwicklung begleiten und beraten können.


Rezensentin
Prof. Dr. habil. Gisela Thiele
Hochschule Zittau/Görlitz (FH)
Berufungsgebiete Soziologie, Empirische Sozialforschung und Gerontologie
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Zitiervorschlag
Gisela Thiele. Rezension vom 11.11.2019 zu: Dörte Grasmann, Tanja Legenbauer, Martin Holtmann: Wütend, traurig und gereizt. Informationen zur Emotionsregulation für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2018. ISBN 978-3-8017-2511-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24882.php, Datum des Zugriffs 13.12.2019.


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