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Kerstin Walther, Kathrin Römisch (Hrsg.): Gesundheit inklusive

Cover Kerstin Walther, Kathrin Römisch (Hrsg.): Gesundheit inklusive. Gesundheitsförderung in der Behindertenarbeit. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2018. 312 Seiten. ISBN 978-3-658-21247-6. D: 44,99 EUR, A: 46,25 EUR, CH: 46,50 sFr.
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Thema

In der Behindertenarbeit ist Gesundheitsförderung ein noch recht neues Thema, insbesondere dazu, wie behinderte Menschen selbst zum Thema Gesundheit stehen und sich nach ihr ausrichten. Andererseits ist auch seitens der Gesundheitswissenschaften das Thema Behinderung bislang kaum im Blick, obwohl Gesundheit im Alltag entsteht und in ihm gelebt und erlebt wird. Gerade für Menschen mit unterschiedlichen Formen von Behinderung ist Gesundheit von zentraler Bedeutung, hatten bzw. haben doch Behinderte mit Ausgrenzung und Stigmatisierung zu kämpfen.

Der vorliegende Sammelband setzt sich auseinander mit unterschiedlichen Handlungsfeldern der Behindertenarbeit, und zwar vorwiegend mit der Gruppe der Menschen mit Lernschwierigkeiten als einer in spezifischer Weise vulnerablen Gruppe. Dabei ist die Befähigung zur Selbstbestimmung ein zentrales Anliegen des Bandes.

Herausgeberinnen

Kerstin Walther ist Professorin für Gesundheitswissenschaften/Soziale Arbeit im Gesundheitswesen an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum.

Kathrin Römisch ist Professorin für Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum.

Entstehungshintergrund

Der Entstehungsanlass des Bandes ist zusammenfassbar in den Sätzen: Gesundheit habe in der Behindertenarbeit ihren Platz noch nicht vollständig eingenommen. Es gebe noch viel Raum für Entdeckung, Entwicklung, Bewegung und Entfaltung, so Kerstin Walther in ihrem einführenden Beitrag zum Band (S. 13).

Aufbau

  1. Der erste Teil des Sammelbandes vermittelt einen Eindruck unterschiedlicher theoretischer Zugänge zu Gesundheit und Behinderung und richtet den Blick auf Menschen mit Lernschwierigkeiten.
  2. Der zweite Teil behandelt die in der Ottawa-Charta zentral angesprochene Selbstbestimmung im Kontext von Behinderung. Thematisch reichen die Beiträge vom Leben nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen, über selbstbestimmte Sexualität bis zur massiven Verletzung der Selbstbestimmung.
  3. Der dritte Teil schließlich bearbeitet Gesundheitsförderung in der Behindertenarbeit. Er beginnt mit der Bedeutung des Essens, handelt von Sport und Bewegung, Mobilität, Suchtmittelkonsum, Mediennutzung und Zugang zu Gesundheitsmedien und reicht bis zur Gesundheitsförderung in Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

Die Deutsche Nationalbibliothek bietet Einblick in das vollständige Inhaltsverzeichnis.

Zu Teil 1

Nach der Einführung in den Band durch Kerstin Walther widmet sich der erste Beitrag des ersten Teils von Stefan Schache verschiedenen Vorstellungen von Körperlichkeit in Bezug auf Behinderung. Medizinisches, soziales und kulturelles Modell von Behinderung implizieren ein je unterschiedliches Verständnis von Körper(-lichkeit). Ausgehend vom kulturalistischen Blick auf den Körper und kritischen Anmerkungen, dass sich der Körper hier im Diskurs aufzulösen scheint, stellt der Autor Überlegungen zu Körperhaben und Leibsein. Letzteres im Zusammenhang mit Merleau-Ponty, an und schafft ein Zusammenspiel der drei Modelle von Behinderung. Im zweiten Teil des Beitrages geht es um Folgerungen für Gesundheitsförderung jenseits von Medizin und Paternalismus.

Theresia Degener und Marite' Decker setzen sich mit Gesundheit im Lichte der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung auseinander. § 25 der UN-Behindertenrechtskonvention formuliert die Rechte von Behinderten in Bezug auf Gesundheit und gleichzeitig den gleichberechtigten Zugang zu qualitätsvollen Gesundheitsdiensten. In praktischer Hinsicht ist die Umsetzung des Rechtes auf Gleichheit behinderter Menschen nach wie vor weltweit eine bleibende Herausforderung. Die Bereitstellung barrierefreier, respektvoller und wertschätzender Gesundheitsleistungen für behinderte Menschen würde immer noch zu den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gehören (S. 46), so die beiden Autorinnen.

In welchem Maße Barrieren die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Lernschwierigkeiten erschweren und dies trotz erhöhter gesundheitlicher Risiken und eines hohen Versorgungsbedarfs zeigt der Beitrag von Carina Bössing, Katrin Schrooten und Karin Tiesmeyer auf. Nach wie vor liegen keine Daten vor, „inwieweit Menschen mit Behinderung durch Präventionsmaßnahmen, Aufklärungskampagnen oder Kurse zum Gesundheitsverhalten erreicht werden“ (S. 58). Ebenso gibt es wenig gesicherte Daten, so die Autorinnen, zur Erreichbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Gesundheitseinrichtungen, auch zur barrierefreien Ausgestaltung der Versorgung in Krankenhäusern. Ähnliches gilt auch für Zugänge zu pflegerischen Versorgungsangeboten. Die Zugänge zur medizinischen Rehabilitation wie auch zur palliativen Versorgung gestalteten sich ebenfalls unzureichend. Am Schluss des Beitrages werden Überlegungen zum Abbau von Barrieren für Menschen mit Lernschwierigkeiten angestellt. Diese reichen von Stärkung und Wertschätzung, Änderung von Rahmenbedingungen gesundheitlicher Versorgung bis zur veränderten Haltung, die bis zur gesamtpolitischen Ebene reicht.

Mit Hilfe partizipativer Forschung kann es gelingen, Erfahrungswissen behinderter Menschen zu fördern und zu ihnen nutzenden Lösungen zu gelangen. Einen detaillierten Einblick in einen entsprechenden Forschungsprozess liefert der Beitrag von Reinhard Burtscher. In Zusammenarbeit mit Personen mit Lernschwierigkeiten wird herausgefunden, wie Lebens- und Arbeitsbedingungen (anhand einer Werkstatt) gesundheitsförderlicher gestaltet werden können. Der Forschungsbericht zeigt, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten etwas zu Gesundheit mitzuteilen haben. Der Autor verdeutlicht im zweiten Teil seines Beitrages, welche Eckpunkte für das Gelingen partizipativer Gesundheitsforschung wichtig sind.

Der Artikel von Kerstin Walther schließt an die Darstellung von Reinhard Burtscher an, indem sie die Zielgruppe Menschen mit Lernschwierigkeiten präzise benennt und hervorhebt, dass in disabilty studies kaum Wissen darüber zu finden ist, „wie Behinderte selbst Gesundheit definieren und welche Aspekte sie als wichtig verstehen, um ihre Gesundheit zu fördern“ (S. 108). Dieses fehlende Wissen sei mehr als eine Forschungslücke. Menschen mit Lernschwierigkeiten würden so in ihren Gesundheitspotenzialen eingeschränkt und an ihren gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten behindert. Anhand der Ergebnisse von Gruppendiskussionen zu gesundheitsbezogenen Aspekten mit Menschen mit Lernschwierigkeiten stellt die Autorin heraus, dass intensiv darüber gesprochen wurde, was die Einzelnen tun können, um gesund zu bleiben und gesundheitskompetent zu werden. Sichtbar werden auch Gesundheitsressourcen. Dazu zählt auch, anders sein zu können und dabei sich zugehörig zu fühlen, aber auch seitens der Medizin eine verständigungsorientierte Sprache. Schlussendlich wird deutlich, dass den Betreuungskräften bei der Entfaltung von Potenzialen und Entwicklung von Präferenzen eine große Bedeutung zukommt.

Zu Teil 2

Die in der Ottawa-Charta von 1986 als zentrales Anliegen zum Ausdruck gebrachte Selbstbestimmung ist Thema des zweiten Teils des Sammelbandes, und zwar in Bezug auf körperbezogene Belange, das Leben nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen gestalten und auch (un)gesund leben zu können, wie es Kathrin Römisch in ihrem Artikel anspricht (S. 133 ff.). Dies ist für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen keine Selbstverständlichkeit. Selbstbestimmung beziehe sich auf die kleinen Entscheidungen im Alltag, aber auch auf die großen im Leben. Immer gehe es darum, Kontrolle über das eigene Leben zu gewinnen, so die Autorin (S. 135), und darum, jeder Person ihre Vorstellung von Gesundheit und ihrem persönlichen Lebensstil zuzugestehen.

Dies trifft auch zu auf die Gestaltung einer selbstbestimmten Sexualität, mit der sich Barbara Ortland und Sven Jennessen in ihrem Beitrag auseinandersetzen, wie auch um Elternschaft bzw. geburtshilfliche Versorgung von Frauen mit Lernschwierigkeiten, wie es Ute Lange und Fabian van Essen thematisieren. Wie bereits im vorangehenden Beitrag von Kerstin Walther setzen sich Barbara Ortland und Sven Jennessen mit Barrieren sexueller Gesundheit von Menschen mit Lernschwierigkeiten auseinander, und zwar von Erwachsenen mit Lernschwierigkeiten in stationären Wohneinrichtungen. Dabei formulieren die AutorInnen Rechte zu bestmöglichen Standards sexueller Gesundheit. Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf würden kompetente Fachkräfte benötigen im Kontext institutioneller Rahmenbedingungen, die „an den Bedürfnissen, Rechten und Wünschen von Frauen und Männern mit Behinderung auszurichten“ (S. 157) seien.

Frauen mit Behinderung sehen sich in der Zeit rund um die Geburt ihres Kindes mit vergleichsweise großen Herausforderungen konfrontiert, konstatieren Ute Lange und Fabian van Essen. Geprägt ist die Elternschaft von Menschen mit Lernschwierigkeiten von Mythen. Eine zentrale Unterstützung für Frauen und Familien mit Unterstützungsbedarf kommt Familienhebammen und Frühen Hilfen zu. Im Fokus sollte eine ressourcenorientierte Unterstützung der Frauen stehen. Voraussetzung dafür sind Kenntnisse über die Lebenswelten von Menschen/ Frauen mit Lernschwierigkeiten.

Eine massive Verletzung von Selbstbestimmung ist Gewalt. Ihr sind Menschen mit Lernschwierigkeiten in erheblichem Maße ausgesetzt. In ihrem Beitrag stellt Kathrin Römisch dar, wie stark Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen unterschiedlichen Formen von Gewalt ausgesetzt sind und welche möglichen gesundheitlichen Folgen auftreten können, u.a. als Verhaltensauffälligkeiten. Eine auf die Zielgruppe bezogene Gesundheitsförderung und Gewaltprävention sind von erheblicher Relevanz.

Zu Teil 3

Der dritte Teil stellt exemplarisch Themen der Gesundheitsförderung für die Behindertenarbeit dar.

Er beginnt mit Essen (Beitrag von Christine Meyer) und Sport/Bewegung (Beitrag von Vera Tillmann und Volker Anneken). Christine Meyer geht es „um die Bedeutung des Essens für Menschen mit Beeinträchtigungen und die Konsequenzen ihrer Beeinträchtigung auf das Essen“ (S. 200) sowie um Herausforderungen in Bezug auf Essen und Ernährungsweisen aus der Perspektive einer biografisch ausgerichteten Ernährungserziehung und -sozialisation. Sichtbar wird, dass Essen und Ernährungserziehung bislang wenig im Blick der Behindertenarbeit sind. In ökologisch-biologischen Lebensmittelproduktionen können Menschen mit Beeinträchtigungen den bewussten Umgang mit Lebensmitteln erlernen als Voraussetzung zum Aufbau einer persönlich gesunden Ernährungsweise.

Unbestritten sind die gesundheitsförderlichen Effekte von Sport, Bewegung und körperlicher Aktivität. Im ersten Abschnitt stellen Vera Tillmann und Volker Anneken die Vielfalt des Sports, die Sportbereiche und die Motive im Sport allgemein heraus, bevor sie sich der Bedeutung von Sport und Bewegung im Leben von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung zuwenden (S. 237 ff.), für die der Zugang zu organisierten Formen von Sport und Bewegung nach wie vor nicht selbstverständlich ist. Umso notwendiger ist die Entwicklung von Lösungsstrategien.

Im übertragenen Sinne von Bewegung geht es im nachfolgenden Beitrag von Reinhilde Stöppler, nämlich um Mobilität „als fundamentale Voraussetzung für die Teilhabe an gesellschaftlichen Teilhabebereichen und insbesondere an der Gesundheit“ (S. 247). Wegfahren können und Unterwegssein gelten als Ausdrucksformen gesunden Lebensstils. Für Menschen mit Lernschwierigkeiten ist die Mobilität jedoch oftmals eingeschränkt. Eine weitere Mobilitätsbeschränkung bilden erschwerte Zugänge zum Gesundheitswesen, z.B. in Gestalt infrastruktureller Barrieren. Umso nötiger und wichtiger seien die Förderung von Mobilitätskompetenzen, z.B. im Bereich visueller und auditiver Wahrnehmung, der Motorik, der Aufmerksamkeitsfokussierung sowie der Kommunikation in Bezug auf Kinder und Jugendliche.

Auszugehen ist davon, dass der Suchtmittelkonsum bei behinderten Menschen ebenso ausgeprägt ist wie bei nichtbehinderten Menschen. In seinem Beitrag zeigt Frank Schulte-Derne, dass die Suchthilfe reagiert und erste Programme entwickelt hat, die behinderte Menschen in die Lage versetzen sollen, Schutzfaktoren und gesunde Alternativen zu entwickeln, z.B. in Gestalt von Suchtpräventionsprogrammen für Förderschulen („Sag nein“) mit dem Schwerpunkt „geistige Entwicklung“. Das Programm richtet sich an Schüler und Schülerinnen zwischen 13 bis 18 Jahren. In seinem Fazit spricht sich der Autor für eine bessere Kooperation der Behinderten- und Suchthilfe aus.

Der Zugang von Menschen mit Lernschwierigkeiten zu digitalen Medien ist stark begrenzt. Gerade diese Zielgruppe bräuchte einen Zugang zu gesundheitsbezogenen Apps in den Bereichen Gesundheitsförderung, gesunde Ernährung sowie Bewegung und Sport. Kristin Sonnenberg und Annika Arlabosse stellen eingangs Risiken der Nutzung von Medien dar. Insgesamt ist jedoch die Nutzung und Versorgung mit digitalen Medien für Menschen mit Lernschwierigkeiten noch Entwicklungsland. Entsprechend fordern die Autorinnen den Abbau von Barrieren zur Nutzung von gesundheitsrelevanten Themen im Bereich der digitalen Medien.

Es ist unbestritten, dass Wohnstätten und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen besonders geeignete Settings für Gesundheitsförderung sind. Werkstätten sind jedoch für Menschen mit Behinderungen wenig für Gesundheitsförderung erschlossen, wie Stefanie Frings herausarbeitet. Vor allem ist ein neues Selbstverständnis vonnöten, in dessen Mittelpunkt die Partizipation steht. Sie könne jedoch nur gelingen, wenn der „Allzweck-Inbusschlüssel Befähigung“ (S. 310)vorgeschaltet sei.

Diskussion

Kerstin Walther hebt am Ende ihrer Einführung in den Sammelband hervor, dass Gesundheit in der Behindertenarbeit ihren Platz noch nicht vollständig eingenommen habe und es noch viel Raum für Entdeckung, Entwicklung, Bewegung und Entfaltung gebe (S. 13). Der von Kerstin Walther und Kathrin Römisch herausgegebene Band liefert auf der Basis dieser Eckpunkte einen gelungenen Einstieg zu Gesundheitsförderung in der Behindertenarbeit. Eine geglückte Struktur vermitteln die drei Teile des Buches:

  • In grundlegender Hinsicht zu Gesundheit und Behinderung,
  • in zielbezogener Hinsicht zu Selbstbestimmung über gesundheitsrelevante Themen und
  • in themenbezogener Hinsicht zu Gesundheitsförderung in der Behindertenarbeit.

In positiver Hinsicht bemerkenswert ist die Ausrichtung mancher Beiträge, eingestimmt durch den Beitrag von Kerstin Walther, Gesundheit und ihre Förderung in der Perspektive der Menschen mit Beeinträchtigungen, vor allem Lernschwierigkeiten, zu sehen. Hierbei ist Partizipation von zentraler Relevanz. Beispielhaft deutlich wird dies durch ein Projekt von Reinhard Burtscher zu partizipativer Gesundheitsforschung.

Der Band nähert sich dem Thema Gesundheitsförderung in der Behindertenarbeit facettenreich und liefert so eine Vielzahl von Anregungen:

  • indem z.B. Stefan Schache die Differenz von Körper(haben) und Leib(sein) und die Implikationen für eine gemäße Gesundheitsförderung herausarbeitet.
  • Ute Lange und Fabian van Essen im zweiten Teil des Bandes Aspekte der geburtlichen Versorgung von Frauen mit Lernschwierigkeiten sichtbar werden lassen,
  • indem Christine Meyer z.B. die (noch unsichtbare) Bedeutung des Essens für Menschen mit Beeinträchtigungen vor Augen führt.

Gemeinsam ist den Beiträgen das ungeschminkte Zeigen von Barrieren in den verschiedenen Themenfeldern für Menschen mit Lernschwierigkeiten und die anschließende Verdeutlichung- mehr oder weniger konkret – von Lösungsstrategien.

So weit, so gut? Nicht ganz! Dem Rezensenten fehlt ein Beitrag der Herausgeberinnen am Ende des Bandes, der die Vielfalt thematischer Näherungen zu Gesundheitsförderung in der Behindertenarbeit wenigstens zusammenzuführen versucht. Zwar geht es um Entdeckung, Entwicklung und Entfaltung, aber ein abschließender Beitrag hätte hier möglicherweise den durch die Einzelbeiträge erzeugten Stand herausheben und zusammenfassen können.

Entdeckung, Entwicklung und Entfaltung implizieren in aller Regel zuallererst Selbstbefassung. Gleichwohl würde ein Blick über den Tellerrand, z.B. in Richtung auf Soziale Arbeit, ein Signal für einen nächsten disziplinären Arbeitsschritt liefern, zumal der Dreizehnte Kinder- und Jugendbericht von 2009 hier bereits ein wenig Pionierarbeit geleistet hat.

Fazit

Der Sammelband „Gesundheit inclusive. Gesundheitsförderung in der Behindertenarbeit“ ist eine anregende und deshalb lohnende Lektüre für in der Behindertenarbeit Tätige, sowohl in der Praxis wie in der Lehre Tätige. Darüber hinaus liefert der Band Anknüpfungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit in Praxis und Lehre.


Rezensent
Prof. Dr. Hans Günther Homfeldt
Prof. em. an der Universität Trier, Fach Sozialpädagogik/ Sozialarbeit
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Zitiervorschlag
Hans Günther Homfeldt. Rezension vom 02.11.2018 zu: Kerstin Walther, Kathrin Römisch (Hrsg.): Gesundheit inklusive. Gesundheitsförderung in der Behindertenarbeit. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2018. ISBN 978-3-658-21247-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24899.php, Datum des Zugriffs 16.11.2018.


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ISSN 2190-9245

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