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Christoph Wewetzer, Kurt Quaschner: Ratgeber Suizidalität

Rezensiert von Dr. Sandra Lentzen, 18.10.2019

Cover Christoph Wewetzer, Kurt Quaschner: Ratgeber Suizidalität ISBN 978-3-8017-2923-3

Christoph Wewetzer, Kurt Quaschner: Ratgeber Suizidalität. Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2018. 70 Seiten. ISBN 978-3-8017-2923-3. 9,95 EUR. CH: 13,50 sFr.
Reihe: Ratgeber Kinder- und Jugendpsychotherapie - 27
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Thema

Suizidales Verhalten äußert sich bei Jugendlichen sehr unterschiedlich – von unkonkreten Suizidideen und Suizidgedanken bis hin zu konkreten Suizidversuchen. Der Ratgeber liefert erste Informationen dazu, wie sich Suizidgedanken und suizidale Krisen äußern, welche begleitenden psychischen Störungen auftreten können und welche möglichen Entstehungsursachen es für suizidales Erleben und Verhalten gibt. Bezugspersonen – explizit werden Eltern, Lehrer und Erzieher angesprochen – erhalten in dem Büchlein konkrete Ratschläge zum Umgang mit suizidalem Verhalten in der Familie und in der Schule. Präventionsmaßnahmen, Möglichkeiten der Krisenintervention und Behandlung von Suizidalität werden aufgezeigt.

Autoren

Prof. Dr. med. Christoph Wewetzer, seit 2005 Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der städtischen Kliniken Köln.

Dipl. Psych. Dr. rer. nat. Kurt Quaschner, seit 2004 Leitender Psychologe an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Marburg.

Entstehungshintergrund

Das Buch ist erschienen im Hogrefe Verlag im Rahmen der Reihe „Ratgeber Kinder- und Jugendpsychotherapie“, Band 27. Der Ratgeber ergänzt den Leitfaden „Suizidalität“ (Wewetzer und Quaschner, 2019), der über die Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung von Suizidalität ausführlicher informiert.

Aufbau und Inhalt

Das 54 Seiten umfassende Büchlein befasst sich nach einer kurzen Einführung mit dem Begriff Suizidalität (Kapitel 2).

Es wird der Frage nachgegangen, wie es zu suizidalen Gedanken und suizidalen Handlungen kommt (Kapitel 3). Ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen, bei denen suizidale Gedanken und suizidale Handlungen bestehen, leidet unter einer seelischen Störung.

Für das Themenfeld bedeutsame Störungen werden kurz dargestellt (Kapitel 4).

Für eine erfolgreiche Suizidprävention ist das Kennen und Erkennen von Risikofaktoren (Kapitel 5) sowie die Risikoeinschätzung (Kapitel 6) von großer Relevanz. Falls Suizidalität erkennbar ist, führt dies zumeist zu Verunsicherungen, Ängsten, Rat- und Hilflosigkeit. Die Frage des Umgangs mit suizidalen Kindern und Jugendlichen bildet deshalb den Schwerpunkt von Kapitel 7.

Auch das folgende Kapitel beschäftigt sich pragmatisch mit Handlungsanleitungen, dieses Mal im Rahmen der Frage, wie sich Bezugspersonen bei akuter Suizidalität verhalten sollten (Kapitel 8).

Die Frage, wie Suizidalität behandelt werden kann, folgt. Zur Auswahl stehen Psychotherapie und Pharmakotherapie (Kapitel 9).

Das 10. und die drei letzten Kapitel widmen sich der Frage, was Eltern, Lehrer, Freunde und die Betroffenen selber tun können, um Suizidalität zu verhindern.

Zum Schluss werden neben Literaturhinweisen noch Internetquellen und hilfreiche telefonische Angebote benannt. Das Beispiel eines Sicherheitsplanes rundet das Büchlein ab.

Diskussion

Das Buch bringt, ähnlich wie die anderen Ratgeber der Reihe, maximal komprimiert die wichtigsten Punkte sehr präzise und prägnant auf den Punkt. Jedes Kapitel umfasst zwischen zwei und fünf Seiten. Die Kunst, bei so einem schwierigen Thema die Materie nicht zu emotional aber auch nicht zu rational gebündelt darzustellen, haben die Autoren sehr gut geschafft. Es ist deshalb ein Buch, welches betroffenen Eltern und Erziehern sehr empfohlen werden kann, wünschenswert wäre es, wenn es beispielsweise in Jugendhilfeeinrichtungen sich im Regal befände und für den Notfall greifbar wäre.

Fazit

Gedrückte Stimmung, Sprachlosigkeit und sozialer Rückzug sind häufige Begleiterscheinungen des Jugendalters. Gedanken dazu teilen Jugendliche Erwachsenen häufig nicht mit, bei Erwachsenen sind häufig keine Kenntnisse zum Umgang mit flüchtigeren oder ernsthafteren Suizidgedanken und Suizidhandlungen vorhanden. An dieser Stelle setzt der übersichtliche und handliche „Ratgeber Suizidalität“ an. Der Ratgeber ist ausgerichtet auf die Zielgruppe der Eltern, Lehrer und Erzieher. Mögliche Hintergründe und Erscheinungsformen werden knapp, präzise und nachvollziehbar dargestellt, weiterführende Internet-Adressen und telefonische Angebote dargelegt. Die praktische Sachkenntnis und die engagierte Schreibweise erleichtern den Zugang zu einem häufig mit Ängsten besetzten Thema. 

Rezension von
Dr. Sandra Lentzen
Kinder- und Jugendpsychotherapeutin
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Es gibt 12 Rezensionen von Sandra Lentzen.

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Zitiervorschlag
Sandra Lentzen. Rezension vom 18.10.2019 zu: Christoph Wewetzer, Kurt Quaschner: Ratgeber Suizidalität. Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher. Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG (Göttingen) 2018. ISBN 978-3-8017-2923-3. Reihe: Ratgeber Kinder- und Jugendpsychotherapie - 27. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25000.php, Datum des Zugriffs 25.05.2022.


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