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Jens Bode: Innovator‘s smile

Cover Jens Bode: Innovator‘s smile. Eine Roadmap für innovatives Denken und Handeln. Haufe-Lexware GmbH & Co. KG (Freiburg) 2018. 201 Seiten. ISBN 978-3-648-12091-0. D: 29,95 EUR, A: 30,80 EUR.

Reihe: Haufe Fachbuch.
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Autor

Jens Bode, leidenschaftlicher Aktivist für kreatives Denken und Innovationen, Innovation Game-Changer bei der Henkel AG & Co KGaA, Freiberufler unter „der innologe“ und inspirierender Impulsgeber für ausgewählte Produkte.

Thema und Zielsetzung

Für den Autor gibt es keinen Standardprozess für Innovationen. An Hand seiner SMILE-Formel (Spielen x Machen x Investieren x Lieben x Ernten) erklärt er emotional und praxisnah, was aus seiner Erfahrung zu einer lebendigen Innovationskultur gehört: eine Synergie aus innovativem Mindset und praktischen Werkzeugen. Dabei bringt er recht pragmatisch anschaulich Impulse für eine mutige Innovationskultur und schlanke Abläufe. Er versteht das Buch auch als Sparringmöglichkeit und inspirierende Provokationen für den Leser.

Das Buch ist für Manager mit dem Mindset „Macher“, „Kreativer“ oder „Innovator“ gedacht. Nach der Lektüre würde ich es auch Lehrenden und Studenten der Sozialwirtschaft ans Herz legen, die sich für das Entwickeln von sozialen Innovationen interessieren und etwa im Rahmen von Service Design-Projekten Methoden für einen Innovationsprozess ausprobieren und aneignen wollen.

Jedenfalls darf Innovieren Spaß machen!

Aufbau und Inhalt

Nach einer kurzen Einführung, in der der Autor seine Sparring-Idee ausbreitet und auf die folgenden Kapitel Lust macht, wird zunächst die „SMILE“-Formel für Innovation (Spielen x Machen x Investieren x Lieben x Ernten) genauer erklärt. Sie ist dann sinnvollerweise auch die Struktur der weiteren Arbeit.

In Kapitel „S“ geht der Autor der Frage nach, wie man Innovationen praktisch spielerisch erreicht. Jedes Kapitel ist in drei Teile geteilt. So fragt er hier zum einen nach dem Sinn der Innovation und arbeitet mit „Wildcards“ oder sogenannten Regelbrechern bzw. hypothetischen Fragen: „was wäre wenn, …“ und fragt auch nach der vermuteten Wirkung sowie der Motivation für das Innovationsvorhaben. Im zweiten Teil „Strategie“ wird nach den Zukünften gefragt, wobei dir radikale Kundenfokussierung als strategische Voraussetzung gilt. Nachhaltigkeit ist ein Must-have. Der Autor setzt auf entdecken, radikal denken und vernetzen. In der Folge gilt es alle Prozesse konsequent zu hinterfragen – auch sinnlose ggf. jahrelang geübte Regeln. Dazu gehört ständiges Weiterlernen genauso wie klare Definitionen der Anforderungen und Vorstellungen sowie die Formulierung einer emotionalen Vision. Beendet wird das Kapitel „S“ mit Fragen nach der Mission, dem Beitrag für eine bessere Welt, der Verantwortung bis zur Strategie des Machens. Im dritten Teil geht es um den Spaß im Zuge des Innovationsprozesses als eine Art Voraussetzung für den Erfolg, der in der Praxis von vielen Faktoren eingeschränkt wird. Auch kleine Erfolge müssen gefeiert werden.

Das Kapitel „M“ beantwortet die Frage des Machens ebenfalls wieder in drei Teilen: das Momentum (Investitionen, Begeistern), der Mut (Mut hat Magie, Darf ich dir das Tschüss anbieten?) sowie das Mantra (Schneller & kürzer, Unternehmenskultur, Anti-Präsentkultur, Kommunikationskanäle, Inhalte und Kommunikation).

Im Kapitel „I“ geht der Autor Antworten auf drei Fragen nach den Basisinvestitionen für Innovation gegliedert nach „Ich“, „Inspiration“ und „Idee“. Neben dem aktiven Gestalter fällt die Rolle des Leaders genauso auf wie das unselige Denken in Defiziten und Mangel. Als Booster benennt der Autor Autonomie, Kompetenz und Beziehung. Der Teil „Inspiration“ beginnt beim Aspekt „Probleme als Teil der Lösung“ zu sehen und zeigt die Gefahr des „Helikopter-Leaders“ sowie das Denken in Defiziten und Mangel als nicht zielführend auf. Erhellend dagegen ist ein „Blinddate“ mit einem Kunden bzw. das „Umarmen der Zukunft“ im Sinne von Recherche, Analysen, dem Erkennen von Risiken plus dem Erarbeiten von Chancen und Ideen im Sinne der Erarbeitung von Zukunftstrends in der Gegenwart – etwa auch unter Verwendung der ABCD-Methode.
Im Teil „Ideen“ finden sich eine Reihe von Vorschlägen wie man zu Ideen kommt. Dies reicht von Win-Win über die Kreativitätstechniken bis zur kurz vorgestellten WOW-Technik. Der Autor warnt zwischendurch vom „Ideenfrust“, um dann auf die Ideensuche nach dem Pareto-Prinzip einzugehen. Schließlich gilt es Ideen zu verkaufen, etwa mit einem One-Pager und der Empfehlung die Gedanken kurz und knapp zu formulieren. Schließlich gilt es, nicht nur Mentoren zu finden, sondern auch Sponsoren, die an der weiteren Verbesserung der Idee auch finanziell mithelfen.

Im Kapitel „L“ erfährt man, wie man die Arbeit „Innovation“ noch mehr lieben lernt – wiederum in drei Teilen. Leidenschaft führt zu 100 %igen Commitment, die Last entsteht durch Müssen und die Leichtigkeit ist mit fünf Punkten vertreten: kreativer Austausch, Open-Innovation, ein unterstützender Beirat, Freiraum und das Feiern von Erfolgen.

Nachdem alle obigen Punkte durchlaufen wurden folgt das Kapitel „E“, worin dargestellt wird, wie Erfolg nachhaltig funktioniert. Es geht dabei um konsequentes und nachhaltiges Entscheidung, Erfolg und Extreme auch bei den Lernkurven. Unter dem Erfolg erfährt der Leser, dass Ausruhen kein Erfolgsmodell ist und der PDCA-Zyklus um das F (wie den Erfolg feiern) erweitert werden müsste.

Fazit

Die sehr persönliche Schilderung des Werdegangs, immer wieder unterbrochen von Geschichten und Sparringübungen, ist zunächst geeignet den Leser zumindest zum Nachdenken zu bringen bzw. ihn zu einer der vielen angebotenen Sparringübungen anzuregen.

Das Buch ist mit großer Erfahrung sehr lösungsorientiert geschrieben – ohne die wichtigsten Stolpersteine auszulassen. Ausgehend von diesem Buch lassen sich lösungsorientiert noch weitere Themengebiete erarbeiten. Dies ist zum einen die theoretische Durchdringung des Themas „Innovation“, zum anderen sind dies Methoden zur Begleitung des Innovationsprozesses und Best-Practice-Beispiele aus den verschiedenen Bereichen der Sozialwirtschaft. Die Basis für alle Innovationsarbeiter ist und bleibt eine solide positive Grundeinstellung, die das Begehen des Innovationsweges trotz Widerständen sowie das Umschiffen von Innovationsklippen dauerhaft ermöglichen.

Schließlich kann der Leser mit einem SMILE-Check die Lektüre des Buches beenden oder umgekehrt den Check dazu nutzen, um das Buch problemorientiert zu lesen.


Rezensent
Prof. Dr. Paul Brandl
Studiengang Sozial- und Verwaltungsmanagement (SVM). Masterstudiengang Services of General Interest (SGI). Koordinator des Studiengangs Sozialmanagement. FH OÖ-Studienbetriebs GmbH, Campus Linz
Homepage www.fh-ooe.at
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Zitiervorschlag
Paul Brandl. Rezension vom 14.01.2019 zu: Jens Bode: Innovator‘s smile. Eine Roadmap für innovatives Denken und Handeln. Haufe-Lexware GmbH & Co. KG (Freiburg) 2018. ISBN 978-3-648-12091-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25116.php, Datum des Zugriffs 18.11.2019.


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