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Verena Vogelsang: Sexuelle Viktimisierung, Pornografie und Sexting im Jugendalter

Cover Verena Vogelsang: Sexuelle Viktimisierung, Pornografie und Sexting im Jugendalter. Ausdifferenzierung einer sexualbezogenen Medienkompetenz. Springer VS (Wiesbaden) 2017. 370 Seiten. ISBN 978-3-658-16842-1. D: 49,99 EUR, A: 51,39 EUR, CH: 51,50 sFr.

Reihe: Medienbildung und Gesellschaft - Band 37.
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Thema

Den Jugendlichen von heute stehen eine Vielzahl von Medien zur Verfügung, welche auch für sexuelle Experimente genutzt werden. Viele Menschen sind der Überzeugung, dass das nur negative Folgen hat, aber es gibt Forschungen, die das Gegenteil aufzeigen. Drei große Forschungsfragen werden im Buch thematisiert: sexuelle Viktimisierung, Pornografie und Sexting. Viktimisierung kann eine Gefahr darstellen, während Pornografie und Sexting auch eine gute Auswirkung auf Jugendliche haben kann.

Die Kernfrage des Buches ist, über welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen Jugendliche im Umgang mit sexueller Viktimisierung in Onlinekommunikation, Pornografie und Sexting verfügen.

AutorIn

Dr. Verena Vogelsang hat Erziehungswissenschaften und Psychologie mit Schwerpunkt auf Medienpädagogik, Jugend-, Erwachsenen- und Weiterbildung an der Universität Bielefeld studiert. 3 Jahre war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und hat an dem Projekt „Kinderschutzportal/Schulische Prävention gegen sexualisierte Gewalt“ gearbeitet. Später war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Paderborn an dem Forschungsprojekt „Sexualisierte Übergriffe und Schule – Prävention und Intervention. Verbesserung von Wissensstand, Problembewusstsein, Handlungs- und Reflexionsfähigkeit bei Studierenden und Lehrer/innen unter Berücksichtigung genderspezifischer Aspekte“ tätig. Heute ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Präventionsmaterialien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zum Themenbereich Sexualisierte Gewalt“ an der Katholischen Hochschule NRW Abteilung Münster

Aufbau

Das Buch gliedert sich in sieben große Abschnitte:

  1. Einleitung
  2. Begriffsbestimmungen und Beschreibung der Forschungsthemen
  3. Theoriebasierte Einführung
  4. Sexuelle Onlineviktimisierung, Pornografie und Sexting im Jugendalter – ein Blick auf den aktuellen Forschungsstand
  5. Die Befragung der Expert*innen: Was sollten Jugendliche im Umgang mit sexueller Viktimisierung, Pornografie und Sexting wissen und können?
  6. Die Befragung der Jugendlichen: Über welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen verfügen Jugendliche im Umgang mit sexueller Viktimisiserung, Pornografie und Sexting?
  7. Schlussfolgerungen und Ausblick

Inhalt

Im ersten Abschnitt wird das Thema des Buches, die Ziele der Forschung, die Methodik und der Aufbau genannt und erläutert.

Im darauffolgenden Kapitel werden die Begriffe sexuelle Viktimisierung, Pornografie und Sexting definiert. Da für die Nutzung der Pornografie und das Weiterleiten der Sextings bestimmte Rechtsvorschriften gelten, werden auch diese hier vorgestellt.

Darauf folgt die theoriebasierte Einführung im dritten Abschnitt. Hier wird eine wichtige Frage in Mittelpunkt gestellt: was ist ein kompetenter Umgang mit Pornografie und sexueller Onlinekommunikation? Es wird gezeigt, welche Rollen und Funktionen diese drei Bereiche für die Entwicklung der Jugendlichen spielen, wozu sie genutzt werden und welche Vorteile daraus genommen werden können.

Im vierten Kapitel wird der aktuelle Forschungsstand erläutert. In Deutschland wurde bis jetzt zu diesen Themen nur sehr wenig geforscht. Es gibt lediglich zwei Studien, die aufzeigen, dass Sexting unter Jugendlichen sehr vertreten ist und sowohl mit negativen, als auch mit positiven Konsequenzen verbunden sein kann. Die Ergebnisse dieser Studien liefern zwar wichtige Erkenntnisse, nichtsdestotrotz gibt es noch viele Forschungslücken, mit denen sich die Autorin auseinandergesetzt hat.

In den nächsten beiden Kapiteln werden die zwei empirischen Studien, die durchgeführt wurden, vorgestellt. Es werden die Ergebnisse der Befragung der Expert*innen dargelegt. Medien- und Sexualpädagog*innen haben erzählt, was sie im Umgang mit Pornografie und Sexting unter Jugendlichen für wichtig halten. Anschließend werden die Ergebnisse der Befragung mittels eines Onlinefragebogens von Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren dargestellt. Es wurde ermittelt, wie Jugendliche damit umgehen, was sie wissen und wo es noch Wissenslücken gibt.

Im letzten Kapitel werden zunächst die Schlussfolgerungen auf Basis der Ergebnisse der Forschung präsentiert. Zudem wird gezeigt, dass es ein unerforschtes Themenfeld für ein sehr aktuelles Problem ist.

Diskussion

Das von der Autorin behandelte Thema ist in unserer Gesellschaft noch neu und es gibt nur wenige Studien dazu, deswegen finde es sehr gut, dass die positiven Aspekte von Pornografie und Sexting vorgestellt und begründet werden, denn in der Gesellschaft herrscht bis heute noch eine negative Meinung dazu.

Fazit

Das Buch von Dr. Vogelsang ist durch ihre aufmerksame Herangehensweise und den inhaltlichen Aufbau ein sehr guter Einstieg in das Thema. Alle wesentlich notwendigen Informationen werden in den ersten Kapiteln gegeben, sodass der Leser genug Kenntnisse über das Thema erlangen kann. Die Relevanz der Forschung in diesem Themengebiet wird nach der detaillierten Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen und den Forschungsergebnissen deutlich.

Das Buch ist allen pädagogischen Fachkräften aus der Schule und Jugendarbeit sehr zu empfehlen.


Rezensentin
Olena Kurilets
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Kommentare

Anmerkung der Redaktion: Die Rezension entstand im Rahmen eines Seminars zu "Digitalisierung und Soziale Arbeit" an der evangelischen Fachhochschule Berlin


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Zitiervorschlag
Olena Kurilets. Rezension vom 09.05.2019 zu: Verena Vogelsang: Sexuelle Viktimisierung, Pornografie und Sexting im Jugendalter. Ausdifferenzierung einer sexualbezogenen Medienkompetenz. Springer VS (Wiesbaden) 2017. ISBN 978-3-658-16842-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25140.php, Datum des Zugriffs 15.12.2019.


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