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Dana Ionescu: Judenbilder in der deutschen Beschneidungskontroverse

Cover Dana Ionescu: Judenbilder in der deutschen Beschneidungskontroverse. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2018. 476 Seiten. ISBN 978-3-8487-5094-8. 84,00 EUR.

Reihe: Interdisziplinäre Antisemitismusforschung - Band 9.
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Thema

Aus Perspektive der Antisemitismusforschung wird die deutsche „Beschneidungskontroverse“ des Jahres 2012 – inklusive der Vorbereitung und der Nachwirkung – reflektiert. Dabei gibt die Autorin einen Überblick über die verschiedenen Autor_innen in der Debatte, um dann auf die Beschneidungsgegner_innen zu fokussieren und der Frage nachzugehen, ob und wie sich antisemitische Stereotype in deren Argumentationen zeigen.

Autorin

Dana Ionescu studierte Politikwissenschaft, Soziologie und öffentliches Recht an der Universität Gießen und der Universität Tel Aviv (Israel) und arbeitet seit 2017 in der Geschlechterforschung der Universität Göttingen. Die hier vorliegende Publikation stellt zugleich ihre Dissertation (an der TU Berlin, bei Prof. Dr. Samuel Salzborn) dar.

Entstehungshintergrund

Das Buch ist als Band 9 der Reihe „Interdisziplinäre Antisemitismusforschung“ (hg. von Samuel Salzborn und begleitet von einem internationalen wissenschaftlichen Beirat) erschienen. Die Dissertation wurde von der Stiftung Zeitlehren, die Publikation des Buches von der Stiftung Zeitlehren, der Amadeu Antonio Stiftung und der Axel Springer Stiftung gefördert.

Aufbau

Der Aufbau des Buchs ist der einer klassischen Monografie und umfasst fünf Kapitel. Die Deutsche Nationalbibliothek bietet Einblick in das vollständige Inhaltsverzeichnis. Der Nomos Verlag ermöglicht auf seiner Verlagsseite einen Volltextzugang zu einigen zentralen Kapiteln.

Inhalt

Ionescu wendet sich in der Einleitung ihres Buchs „Judenbilder in der deutschen Beschneidungskontroverse“ der um die Vorhautbeschneidung entbrannten deutschen Debatte zu, die nach einem Urteil des Kölner Landgerichts – mit einiger Verzögerung (vgl. Müller-Neuhof, 2012) – auf den Weg kam und von einigen Juden und Jüdinnen als „vielleicht schwerste[r] Angriff auf jüdisches Leben seit der Shoah“ (S. 11) wahrgenommen wurde. Noch im Dezember 2012 fand die Debatte durch eine vom Deutschen Bundestag getroffene rechtliche Präzisierung ihren Abschluss, die den grundgesetzlich verankerten Rechten auf körperliche Unversehrtheit und Religionsfreiheit gleichermaßen Rechnung trägt.

Mit einigem Abstand möchte die Autorin den zentralen Argumenten in der Debatte intensiver nachspüren. Sie fokussiert dabei insbesondere Fragen danach, ob und wie antisemitische Stereotype auf der Seite der Beschneidungsgeger_innen stark waren; dabei möchte sie ein differenziertes Bild entwickeln, anstatt schlicht „vereinseitigend und vereindeutigend“ von einer „antisemitische[n] und rassistische[n] Beschneidungsdebatte“ (S. 17) auszugehen. Dabei füllt Ionescu eine Leerstelle, da sie im Anschluss an den Politikwissenschaftler Matthias Küntzel konstatiert, dass die „Antisemitismusforschung […] es während der Kontroverse 2012 versäumt [habe], Äußerungen gegen kulturell-religiöse Vorhautbeschneidungen in einen historischen Kontext zu setzen und auf Momente des traditionelle Antijudaismus beziehungsweise alte antisemitische Chiffren hinzuweisen“ (S. 13). Den Begriff „kulturell-religiöse Vorhautbeschneidung“ verwendet die Autorin, um deutlich zu machen, dass „viele Juden/Jüdinnen und Muslime/Muslimas ihre Söhne beschneiden lassen, obwohl sie sich nicht als religiös bezeichnen“ (S. 12f).

Im zweiten Kapitel legt die Autorin knapp den Forschungsstand und ihren methodischen Zugang dar. Dabei leitet sie das Thema mit einem historischen Überblick über entsprechende Diskurse des 18., 19. und 20. Jahrhunderts ein, um dann spezifisch auf die deutsche Debatte im Jahr 2012 zu kommen. Hier stellt sie die zentralen – insbesondere wissenschaftlichen – Veröffentlichungen vor, die im Zuge der Kontroverse entstanden sind. Während Ionescu bei der Darstellung insbesondere auf die Bedeutung der Auseinandersetzungen auf Juden und Jüdinnen verweist, kommt sie stellenweise auch auf Auswirkungen auf Muslime und Muslimas zu sprechen, auf S. 52 bis 61 fokussiert sie dann auf diese Gruppe. Sie hält fest: „Viele Muslime/Muslimas […] erleben und beurteilen die Kontroverse als eines von vielen herabsetzenden und diskriminierenden Ereignissen und nennen als Referenz etwa die islamfeindlichen und rassistischen Diskussionen infolge von Thilo Sarrazins 2010 erschienenem Buch ‚Deutschland schafft sich ab‘.“ (S. 31)

Als explizites Forschungsinteresse wolle Ionescu aber der Frage nachgehen, wie „die unterschiedlichen Akteure/Akteurinnen im öffentlich-medialen Diskurs über die kulturell-religiöse Vorhautbeschneidung von männlichen Säuglingen/Jungen, über Juden, das Judentum und das Jüdische sprechen.“ (S. 47, Hervorhebungen ausgelassen, das gilt auch für alle weiteren Zitate der Rezension) Dabei interessierten sie insbesondere die über Juden vermittelten Bilder. Zur Beantwortung der Frage hat die Autorin die Beiträge aus einigen Qualitätszeitungen der Jahre 1998 bis 2011 (für die vorbereitende Debatte) sowie aus dem Jahr 2012 herangezogen. Zusätzlich sichtete sie Beiträge der Jahre 2012 bis 2015 aus zwei Blogs, die sie als zentral einordnete, und führte im Jahr 2014 themenzentrierte narrative Interviews mit einigen Beschneidungsgegner_innen, die sich zuvor in Beiträgen medial geäußert hatten. Zur Interviewführung hält Ionescu fest: „Die Begriffe Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus fanden im Anschreiben und Abstract keine Erwähnung. Dadurch blieben zentrale Aspekte des Forschungsinteresses […] unbenannt. Dieses Vorgehen ist jedoch zu rechtfertigen. Im Ethik-Kodex der DVPW [Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft] heißt es […], es sei nicht immer möglich, ‚das Prinzip der informierten Einwilligung in die Praxis‘ umzusetzen, etwa wenn ‚durch eine umfassende Vorabinformation die Forschungsergebnisse in nicht vertretbarer Weise verzerrt würden‘“ (S. 76).

Im dritten Kapitel wendet sich Ionescu der „vorbereitenden“ Debatte zu, also jenen Beiträgen, die vor dem Jahr 2012 erschienen sind. Dabei destilliert sie in einem genauen Durchgang der Beiträge heraus, dass sich eine geringe Zahl interessierter Autoren hervortut und sich jeweils gegenseitig zitiert: „Spätestens seit dem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts versuchen [einige, Anm. HV] Ärzte und Psychoanalytiker eine Definitionshoheit über die medizinischen/ psychoanalytischen Konsequenzen der kulturell-religiösen Vorhautbeschneidung zu erlangen. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass sie als Körperverletzung eingeordnet […] wird. Hier schließt der strafrechtliche/ juristische Fachdiskurs an […]. Die Rekonstruktion der wissenschaftlichen Beiträge verdeutlicht, dass es sich um eine ‚männerzentrierte‘ Kontroverse um den Jungen- und Männerkörper handelt. […] Disziplinübergreifend beziehen sich die Beschneidungsgegner positiv aufeinander: Putzke dankt Stehr für die Durchsicht seines Aufsatzes und zitiert Stehr/Dietz et al., Jerouschek zitiert Maciejewski, Franz zitiert Maciejewski sowie Stehr/Putzke/Dietz, und Herzberg zitiert Putzke und Jerouschek. Letztlich handelt es sich um eine kleine Gruppe, die allerdings ihre Beiträge wirksam in unterschiedlichen Fachzeitschriften platziert und sich Gehör verschafft.“ (S. 134 f.) Das Urteil des Kölner Landgerichts sei ein Resultat dieser Vorbereitung (S. 136).

Das vierte Kapitel ist das Kernstück der Arbeit. In ihm geht die Autorin den von den Beschneidungsgegner_innen vorgebrachten Argumenten nach, die sich während der akuten Kontroverse im Jahr 2012 in den Zeitungsbeiträgen, auf den Blogs und in den Interviews zeigen. Dabei schält sie elf zentrale Themenstränge heraus, die sie jeweils in einem Unterkapitel ausführlich würdigt. Das sind, benannt entsprechend der Unterkapitel:

  • Vom beschädigten Körper. Die Vorhautbeschneidung als „Verletzung“, „Schädigung“ und „Trauma“
  • Gesetz- und Rechtlosigkeit. Die Vorhautbeschneidung als „Rechtsverstoß“, „Rechtsbeseitigung“ und „Verbrechen“
  • Benachteiligung. Die Vorhautbeschneidung als marginalisierte „Genitalverstümmelung“ und „Geschlechtsverstümmelung“
  • „Tausende wehrlose Kinder“
  • Religiöse Eltern als „verletzend“, „empathielos“ und „grausam“
  • Die „Lektion aus der Nazizeit“. Über „polemische“, „fanatische“ und „unfriedliche“ Juden
  • Die Rhetorik der Verschwörung. Die Abgeordneten des Bundestages unter „jüdischem Druck“
  • Verbündete: Juden/Jüdinnen und Muslime/Muslimas kritisieren die Vorhautbeschneidung
  • Amputations- und Kastrationsvorstellungen. Die Beschneidung als „Amputation“ und „Organ-Entnahme“
  • Eine „unnatürliche“, „beschädigte“ und „perverse“ Sexualität
  • Die unerschöpfliche Welt der Analogien

Zahlreiche der für die Beschneidungsgegner_innen benannten Themenstränge bzw. Argumentationsmuster wurden auch in den wissenschaftlichen Betrachtungen zur Debatte der Jahre 2012 und 2013 herausgearbeitet. Ionescu liefert hier eine ausführliche Untersetzung – und ordnet ihre Ergebnisse jeweils in den Forschungsstand ein. Etwa zur Argumentation des vermeintlichen „Rechtsverstoßes“ hält sie fest: „Beschneidungsgegner/ Beschneidungsgegnerinnen grenzen jüdische (und muslimische) Eltern als Gruppe beziehungsweise als religiöse Minderheit semantisch aus der christlichen Mehrheitsgesellschaft sowie der Gemeinschaft der sorgenden und empathischen Eltern aus. Dies ist charakteristisch für den modernen Antisemitismus, wie auch der Historiker Wolfgang Benz betont. Er unterstreicht, dass kulturelle und religiöse jüdische Praktiken und Traditionen dazu dienten, ‚Juden zu Fremden, zu Feinden und Schuldigen zu stempeln‘. Diesen Befund ergänzend weisen die Linguistin Monika Schwarz-Friesel und der Historiker Jehuda Reinharz darauf hin, dass durch antisemitische Sprachgebrauchsmuster eine eigene Realität gebildet werde, die Juden konzeptionell zum Gegenbild macht. Es sei ‚die jüdische Existenz an sich, die als Provokation, als Ärgernis, als Übel in der Welt empfunden‘ werde. Die Ausformulierung des Motivs ‚Juden erheben sich über das Recht‘, die Franz formuliert, ließe sich […] besonders mit der Analyse des Soziologen Klaus Holz als antisemitisch einordnen. Kennzeichnend für den modernen Antisemitismus sei, so Holz, dass Antisemiten Juden zu einer homogenen Gruppe konstruieren, die aus der nationalen Ordnung der Welt herausfalle und zur ‚Figur des Dritten‘ werde.“ (S. 196 f.)

Ein weiterer Themenstrang (der dritte angeführte) zeigt das Argumentationsmuster bei zahlreichen Beschneidungsgegner_innen auf, „die Vorhautbeschneidung werde fälschlicherweise nicht so geächtet wie die weibliche Genitalverstümmelung und so marginalisiert. Mädchen stünden in der Gesellschaft und Politik anders im Fokus und Gewalt an ihnen werde stärker abgelehnt und kritisiert als bei Jungen.“ (S. 200) Wenn dieses Argument auch eher dem „diskursiven Bereich des Antifeminismus“ zuzurechnen sei (S. 201), so sei es auch im Sinne einer antisemitischen Argumentationsfigur relevant.

Mit Blick auf MOGIS e.V. und den Blog „Zwangsbeschneidung“ arbeitet Ionescu schließlich noch die Verwendung des irrtümlichen Begriffs „Vorhautamputation“ heraus. In den jeweiligen Darstellungen werde eine „Kastrationsfantasie“ (S. 345) bemüht, die Juden zudem „als Normalzustand in der Welt“ verbreiten wollten (ebd.). „In der verschwörungsideologischen Beschreibung erhalten Juden neben ihren vermeintlich verbrecherischen Eigenschaften zugleich eine potenziell endlose Macht. Sie wollten die Beschneidung über die ganze Welt verbreiten, um allen Männern zu schaden. In dieser Perspektive ist die ganze Welt durch die Vorhautbeschneidung bedroht, womit sie auf die Vorstellung des 19. und 20. Jahrhunderts verweist, in der die Gefahr einer ‚Verjudung‘ der Gesellschaft befürchtet wurde.“ (S. 346)

Das Fazit fasst schließlich zentrale Punkte zusammen, zudem trifft die Autorin einige Ableitungen. Bezüglich der zentralen Akteur_innen hält Ionescu fest: „Die diskursiv wirkmächtigsten Beschneidungsgegner sind ein interdisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk, das sich verstärkt seit 2012 auf Fachtagungen trifft und teilweise miteinander publiziert. Dieser Teil der Beschneidungsgegner ist männlich und befindet sich in gesellschaftlich angesehenen beruflichen Positionen.“ (S. 391) Weitere Akteur_innen gruppierten sich um einzelne Vereine – wie MOGIS e.V. und intaktiv e.V. Zwischen den Akteur_innen bestehe in der Regel eine gute Vernetzung, was etwa bei der parteiisch ausgerichteten „Fachtagung“ „Jungenbeschneidung in Deutschland“ deutlich werde, die am 8. Mai 2017 in Düsseldorf stattfand. Sie wurde unter anderem vom Klinischen Institut von Matthias Franz und MOGIS e.V. organisiert und von intaktiv e.V. unterstützt.

Inhaltlich zeige die Analyse unter anderem, „wie eng Äußerungen, die einen antisemitischen (und rassistischen) ‚Unterton‘ haben, mit solchen verwoben sind, die lediglich eine (sachliche) Kritik an Vorhautbeschneidungen zur Sprache bringen. Die elf Motive verdeutlichen, wie unscharf die Übergänge zwischen antisemitischen und nicht-antisemitischen Aussagen sein können und wie gut sich antisemitische Fragmente und antisemitisches Denken und Fühlen in die Kontroverse einfügen lassen.“ (S. 399) Ionescu destilliert auch heraus, dass durch die Kontroverse auch solche Akteur_innen zur Teilnahme angeregt gewesen seien, die sich vornehmlich antisemitisch und rassistisch betätigten: „Beschneidungsgegner/ Beschneidungsgegnerinnen, die sich antisemitisch äußern, fühlen sich gewissermaßen durch die Kontroverse zum Schreiben ermächtigt. Die Kontroverse eröffnet die Möglichkeit, antisemitische und rassistische Ansichten zur Vorhautbeschneidung öffentlich auszubreiten und entsprechende Online-Kommentare und Blogbeiträge einem größeren Publikum zur Verfügung zu stellen.“ (S. 407) Auch weist Ionescu darauf hin – und führt an verschiedenen Stellen der Arbeit aus –, dass gerade die beruflich einflussreicheren Akteur_innen stereotype Zuschreibungen an Juden verschlüsselter unterbringen als es sich in Blogs zeige, wo „robuster“ argumentiert werde. Dabei trieben aber „einige Wissenschaftler […] rhetorische Zuspitzungen und Vereinfachungen voran und begeben sich aus den wissenschaftlichen Fachkontroversen heraus. Sie streben eine gesellschaftliche Mobilisierung in der Bewertung der kulturell-religiösen Vorhautbeschneidung an. Gerade in den Kampagnen wie etwa dem offenen Brief in der FAZ oder der Petition von MOGIS e.V., die primär das Ziel haben, politische Mehrheiten zu schaffen, findet eine (intellektuelle und rhetorische) Komplexreduktion statt.“ (S. 408)

Den Band beschließt Ionescu pessimistisch und folgert, dass Argumentationsfiguren der Beschneidungsgegner_innen „gesellschaftlich prägend geworden und ins ‚kollektive Unbewusste‘ eingegangen“ (S. 413) und damit weiterhin virulent seien.

Diskussion und Fazit

Mit etwas Abstand zur Debatte liefert Dana Ionescu mit „Judenbilder in der deutschen Beschneidungskontroverse“ eine ruhige und sachliche Bestandsaufnahme. Dabei bringt sie den wissenschaftlichen Sachstand zusammen und bereichert ihn um weitere Fragen und Analysen aus der Antisemitismus-Forschung.

Günstig wäre es gewesen, ein eigenes Kapitel auf die Verschränkung von antisemitischen und antimuslimisch-rassistischen Stereotypen zu verwenden – wo sich diese Verschränkung zeigt und wo sie gerade nicht festzustellen ist. Günstig wäre es auch gewesen, die Kontroverse stärker „beidseitig“ zu analysieren, also sowohl die Argumentationen der Beschneidungsgegner_innen zu analysieren als auch diejenigen der Akteur_innen, die durch das Agieren der Beschneidungsgegner_innen die Rechtsordnung in der Bundesrepublik Deutschland bedroht sahen. Damit hätte sich ein „runderes Bild“ ergeben, zugleich wäre ein anderes methodisches Vorgehen möglich geworden, dass die informierte Einwilligung der Interviewten möglich gemacht hätte. Bei einem breiteren Fokus hätten in Bezug auf alle Akteur_innen etwa Fragen auf stereotype Einstellungen hinsichtlich verschiedener (Bevölkerungs-) Gruppen gestellt werden können. Sicherlich entstünde dadurch zusätzliche Arbeit – es müsste dann auch so vielschichtig ausgewertet werden –, aber wenn dadurch der wichtige wissenschaftsethische Standard informierter Einwilligung aufrechterhalten werden kann, ist diese Mühe in Kauf zu nehmen. Ein anderer Ausweich wäre ebenso möglich gewesen: Bei der großen Menge des über Blogs und diverse Medien verfügbaren Materials wäre mit höchstens ganz geringen Abstrichen derselbe Ertrag der Arbeit möglich gewesen.

Der Ertrag der Arbeit ist auf jeden Fall sehr gut – und sollte so zur Lektüre des Bandes einladen.

Quellen

Müller-Neuhof, Jost (2012): Religiöse Beschneidung – Chronik einer beispiellosen Debatte. Online: http://www.tagesspiegel.de (Zugriff: 20.1.2019).


Rezensent
Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß
Forschungsprofessur Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung (gefördert im Rahmen der BMBF-Förderlinie Sexualisierte Gewalt in pädagogischen Einrichtungen) Hochschule Merseburg FB Soziale Arbeit. Medien. Kultur
Homepage heinzjuergenvoss.de
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Zitiervorschlag
Heinz-Jürgen Voß. Rezension vom 14.02.2019 zu: Dana Ionescu: Judenbilder in der deutschen Beschneidungskontroverse. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2018. ISBN 978-3-8487-5094-8. Reihe: Interdisziplinäre Antisemitismusforschung - Band 9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25319.php, Datum des Zugriffs 23.05.2019.


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