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Michael Lang, Stefan Scherber: Der Weg zum agilen Unternehmen – Wissen für Entscheider

Cover Michael Lang, Stefan Scherber: Der Weg zum agilen Unternehmen – Wissen für Entscheider. Strategien, Potenziale, Lösungen. Hanser Verlag (München) 2018. 378 Seiten. ISBN 978-3-446-45743-0. D: 36,00 EUR, A: 37,10 EUR.
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Thema

Das Buch will zeigen, warum die agile Organisation überlebensnotwendig ist und die 17 ExpertInnen bringen wertvolle Hinweise und wegweisende Ideen ein. Sie stellen innovative Ansätze für die Vorgehensweise und die erforderlichen Veränderungen bei der Einführung einer agilen Transition vor.

Experteninterviews als Podcasts ergänzen das vorliegende Buch.

Herausgeber

Michael Langwar als Inhouse-Consultant in der Automobil-Industrie beschäftigt und ist Führungskraft bei einem großen IT-Dienstleistungsunternehmen in Europa, Lehrbeauftragter für Projekt- und IT-Management sowie Herausgeber zahlreicher Fachbücher. Er studierte Wirtschaftsinformatik an der Uni Bamberg und promovierte im Bereich IT-Management an der Uni Erlangen-Nürnberg.

Stefan Scherber ist leitender Berater für Softwareentwicklung bei der DATEV eG und hat 25 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Softwarearchitekturen verschiedener Plattformen. Sein Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von serviceorientierten Plattformarchitekturen für ERP- und CRM-Systeme. Er ist aktiver Nutzer und Vermittler agiler Methoden wie Scrum.

Sowie weiteren 17 AutorInnen bzw. ExpertInnen aus der „agilen Praxis“

Aufbau und Inhalt

Das Buch enthält 15 Kapitel.

Im ersten Kapitel schreibt Peter Rößler unter der Frage „Wozu agil?“ über zwei Zugänge zum Thema. Er sieht im Produktionsbereich den Fachkräftemangel, die Entwicklungsdauer von kundenzentrierten Produkten und Dienstleistungen sowie eine mangelnde Innovationskraft als herausfordernde Realitäten, denen man mit drei Ansätzen begegnen kann: mit der erhöhten Attraktivität für die Generation Y, der kundenzentrierten Produkt- und Dienstleistungsentwicklung sowie dem Ermöglichen von Innovationskraft.

Judith Grummer sieht im zweiten Kapitel die agile Organisation als große, methodische Klammer für „Lean Startup“.

Stephan Lobboda beleuchtet im dritten Kapitel die Soziokratie als zentralen Wert für die Zusammenarbeit – wesentlich(st)er Baustein für agile Organisationen und skizziert vier Schritte:

  1. Überzeugungsarbeit bei sich selbst,
  2. Konzept beim Kick-off vorstellen,
  3. überschaubares Projekt mit festgelegten Regeln,
  4. Erfolge feiern und Aufgabenbereiche erweitern.

Anschließend geht Valentin Nowotny im vierten Kapitel auf die agile Skalierung als ein Werkzeug zur unternehmensweiten Übertragung ein: zentrale Regeln, zentrale Skalierungs-Frameworks und die Frage nach der Entwicklung eines eigenen Frameworks.

Im Kapitel fünf beschäftigen sich Hans-Joachim Gergs/Lars C. Schatilow/Marc Vincent Thun mit dem Weg des agilen Change Managements. Sie beginnen bei den Mythen des klassischen Change Managements und gehen über die Prinzipen des agilen Change Managements zu der Vorgehensweise und den Methoden hin zu den Rollen als auch Zuständigkeiten.

Die Vertragsgestaltung ist im sechsten Kapitel untergebracht. Björn Schotte beschreibt hier auf Basis eines hinreichend stabilen Teams „Time and Material“, Vertrauen aufbauen, den ökonomischen Rahmen klären und das Controlling an das agile Arbeiten anpassen.

Konsequenterweise folgen André Häusling/Martin Kahl/Schatz mit dem agilen Human Resource Management: Dimensionen der agilen Organisation und deren Reifegrade sowie die agilen HR-Instrumente.

Das achte Kapitel von Judith Andresen fokussiert auf die Führung als entscheidenden Erfolgsfaktoren: Führen, Leiten, Managen, Lernen fördern und ermöglichen, Selbstorganisation ermöglichen, führen mittels „Target and Track“.

Judith Andresen unterstreicht die Bedeutung des agilen Coachings im neunten Kapitel und Valentin Nowotny breitet das Management 3.0 als zukunftsweisende Strategie in Kapitel 10 aus. Er geht auf die sechs Themenfelder

  1. Menschen mit Energie ausstatten,
  2. Teams erfolgreich in die Selbstorganisation führen,
  3. einen Erfolgsrahmen schaffen,
  4. Kompetenzen entwickeln,
  5. Teamstrukturen intelligent skalieren,
  6. das System nachhaltig verbessern ein

und bringt Beispiele für typische Management 3.0-Tools (Personal Maps, Kudo Cards, Moving Motivatiors, Delegation Poker, Team Competence Matrix, Meddlers Game,Happiness Index, Improvu Cards) sowie abschließend eine kritische Würdigung des Management 3.0-Ansatzes.

Scrum als zentrale Herangehensweise wird von Sven Winkler im elften Kapitel beleuchtet und schließt mit allgemeinen Aussagen zur Einführung und zur Skalierung.

Wolfgang Wiedenroth verbindet Kanban – aus der Herstellung von Fahrzeugen bzw. Massenproduktion bekannt – mit der agilen Organisation und zeigt den Einsatz auch im Dienstleistungsbereich. Das Kapitel 12 ist übersichtlich in die Prinzipien und Praktiken sowie in den Einsatz von Kanban aufgeteilt.

In der Folge widmen sich Sabine Herr/Magdalena Richtarski dem Agilen Projektmanagement und stellen zunächst das klassische Projektmanagement dem agilen Projektmanagement gegenüber, zeigen die Notwendigkeit von Visionen und Zielen, die Notwendigkeit von iterativen Schleifen sowie den Stellenwert der Selbstorganisation im agilen Projektmanagement.

Fabian Schiller liefert im Kapitel 14einen Einblick in die Agilität der Softwareentwicklung, die Dimensionen der Agilität und geht der Frage nach, wie man agil wird. Er schließt seinen Beitrag mit den Themen agile Frameworks und Herausforderung bei der Einführung agiler Methoden und Praktiken.

Albert Schlotter beschließt das Buch mit einem Vergleich von Agil und Lean, in dem er Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeitet.

Fazit

Ausgehend von den aktuellen Anforderungen wie den Fachkräftemangel und die ständig geforderte Neuanpassung von Dienstleistungen an die sich ständig verändernden Anforderungen der Kunden beginnt der/die LeserIn eine Reise von der Grundlagen des agilen Managements über den erfolgreichen Weg der Einführung und die zentrale Rolle der Führung zum Management 3.0 als zukunftsweisende Strategie. Vertiefend wird dann auch auf Scrum, Kanban und agiles Projektmanagement eingegangen bevor der Einblick in die Agilität der Softwareentwicklung erfolgt. Insgesamt erhält der/die Leser/in eine gute Grundlage zum agilen Management, das durch Betriebsbesuche und der suchenden Auseinandersetzung mit auf dem Weg befindlichen Personen ergänzt werden muss. Insbesondere Personen, die in hierarchischen Systemen „aufgewachsen“ sind, ist eine derartige Kombination und wiederholte Auseinandersetzung mit dem Thema agile Organisation empfohlen. Die Inhalte sind für den gesamten Dienstleistungsbereich von großer Relevanz.


Rezensent
Prof. Dr. Paul Brandl
Studiengang Sozial- und Verwaltungsmanagement (SVM). Masterstudiengang Services of General Interest (SGI). Koordinator des Studiengangs Sozialmanagement. FH OÖ-Studienbetriebs GmbH, Campus Linz
Homepage www.fh-ooe.at
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Zitiervorschlag
Paul Brandl. Rezension vom 29.03.2019 zu: Michael Lang, Stefan Scherber: Der Weg zum agilen Unternehmen – Wissen für Entscheider. Strategien, Potenziale, Lösungen. Hanser Verlag (München) 2018. ISBN 978-3-446-45743-0.
Inhaltsverzeichnis bei der DNB In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25380.php, Datum des Zugriffs 16.07.2019.


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