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Bernd Ahrbeck, Margret Dörr u.a. (Hrsg.): Der Genderdiskurs in der Psychoanalytischen Pädagogik

Cover Bernd Ahrbeck, Margret Dörr, Johannes Gstach (Hrsg.): Der Genderdiskurs in der Psychoanalytischen Pädagogik. Eine notwendige Kontroverse. Psychosozial-Verlag (Gießen) . 182 Seiten. ISBN 978-3-8379-2837-2. 24,90 EUR.

Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik 26.
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Herausgeber

Die für die Herausgabe des Bandes Verantwortlichen arbeiten auf verschiedenen Feldern der Psychoanalytischen Pädagogik: Bernd Ahrbeck an der International Psychoanalytic University Berlin, Margret Dörr am Fachbereich Soziale Arbeit der Katholischen Hochschule Mainz und Johannes Gstach im Arbeitsbereich Psychoanalytische Pädagogik des Instituts für Bildungswissenschaft der Universität Wien. Das aktuelle Jahrbuch steht unter dem Thema „Genderdiskurs“ und möchte in dem zwischen Gendertheorie und Psychoanalyse seit Jahren laufenden Diskurs die Stimme der Psychoanalytischen Pädagogik zu Gehör bringen. Zu diesem Zweck präsentiert es neun theoretische Beiträge. Ihnen schließen sich zwei thematisch nicht gebundene Rezensionen an.

Aufbau und Inhalt

Im „Editorial“ (7-11) verweisen Ahrbeck, Dörr und Gstach auf das frühe und fortdauernde Interesse der Psychoanalyse am Zusammenwirken von biologischem und soziokulturellem Geschlecht. Angesichts der heutigen Debatten um die „binäre Kodierung“ der Geschlechter suche die Psychoanalytische Pädagogik Antworten auf folgende Fragen mit „hoher Praxisrelevanz“ (8): Was bedeutet die Aufrechterhaltung einer Geschlechterdichotomie angesichts der Forderung nach einer freien Selbstkonstruktion des Geschlechts? Reproduzieren soziale Rollenzuschreibungen zwangsläufig patriarchalische Strukturen? Wie steht es mit dem Verständnis von Geschlecht und Sexualität in den öffentlichen Bildungseinrichtungen? Welche Folgen hat die unbewusste Weitergabe von Ausformungen der Sexualität durch die Eltern auf den Nachwuchs? Wie lässt sich „männlich“ und „weiblich“ thematisieren, ohne historisch gewachsene Benachteiligungen fortzuschreiben? Auf jeden Fall müssten Psychoanalyse und Psychoanalytische Pädagogik es vermeiden, einem entsexualisierten Geschlechterdiskurs anheim zu fallen und darauf bedacht sein, dass der Leiblichkeit „eine gewisse Eigen- und Widerständigkeit gegen die Totalität der gesellschaftlichen Vereinnahmung“ (9) eingeräumt werde.

Die Diskussion eröffnet Ilka Quindeau. In ihrem Beitrag „Von normativen Identitätsvorstellungen zur Ambiguitätstoleranz“ (12-25) kritisiert sie die gesellschaftlich fixierte „Heteronormativität“ (13). Die ihr folgenden Theorien bildeten „die Basis für Stigmatisierung, Diskriminierung und Pathologisierung“ (13). Freuds Konzept einer „konstitutionellen Bisexualität“ (15) darf ihrer Auffassung nach heute nicht mehr nur biologisch verstanden werden, sondern im Sinne von „vielgestaltige(n) Mischungsverhältnisse(n)“ (18), und die Aneignung von „Geschlechtsidentität“ (18) ist nicht als Prozess einer aktiven Identifizierung anzusehen, sondern als lebenslange Auseinandersetzung mit Zuschreibungen. Pointiert sie, „dass die Bedeutsamkeit der Geschlechtsidentität eine kulturelle Setzung ist und keine anthropologische Konstante“ (21). Demnach erfolgt über den „Ödipuskomplex“ auch nicht die Festlegung auf eine bestimmte Geschlechtsrolle, vielmehr sei er ein „Knotenpunkt […] für die psychische Aneignung von Differenz und Ambiguität“ (22).

„Geschlecht als Konfliktkategorie und als soziale Konstruktion -Überlegungen zu einer grundlegenden Spannung“ (26-41) überschreibt Mechthild Bereswill ihren Versuch, Psychoanalyse und sozialwissenschaftliche Geschlechterforschung aufeinander zu beziehen. Eine Gemeinsamkeit sieht sie in der „erkenntniskritische(n) und methodologische(n) Verwandtschaft zwischen Geschlechterforschung und Psychoanalyse: beide zielen auf implizite, latente und unbewusst gehaltene Muster und Strukturelemente in der Gesellschaft und im Subjekt“ (27). Dennoch fragt sie sich, ob die aus beiden Richtungen stammenden Theorien zur Deckung kommen. Sie jedenfalls möchte von Seiten der sozialwissenschaftlichen Geschlechterforschung ein Gespräch anbieten. Ihr Ausgangspunkt ist die „Komplexität von Geschlecht“ (29). Die Gesellschaftstheorie deckt für sie die mit dem Geschlecht verbundenen „Ungleichheitsverhältnisse“ auf, die Interaktionstheorie seine Eigenart als intersubjektiv ausgehandelte „soziale Konstruktion“ (29). Damit soll aber nicht gesagt sein, „dass die Bedeutung von Geschlecht […] beliebig ausgehandelt“ (31) werden kann. Von einer biologisch begründeten „natürliche(n) Zweigeschlechtlichkeit“ (33) sei aber nicht auszugehen. Insofern sei etwa Dammaschs Annahme, „dass Männlichkeit von Männern an Jungen weitergegeben werden muss“, eine unzulässige „Verkoppelung von Selbst und Geschlecht“ (36). Von der Psychoanalyse erwartet sie, dass sie „die Vielfalt von Geschlechtlichkeit nicht einhegt und normiert, sondern reflektiert“ (37).

In „Psychoanalyse, Geschlecht und die Pädagogik“ (42-54) verweist Barbara Rendtorff auf die Abhängigkeit der Theoriebildung in Psychoanalyse, Geschlechterforschung und Pädagogik von Stereotypen und Geschlecht. In der psychoanalytischen Diskussion zu Fragen der Weiblichkeit erkennt sie einige weiterführende Fragestellungen etwa im Hinblick auf Besonderheiten weiblicher Aggression und Gewalt, die weibliche Über-Ich-Bildung und die präödiopale sexuelle Entwicklung von Mädchen. Dem verbreiteten, biologisch begründeten „latente(n) Geschlechterwissen“ (45) mit seinen vereinfachten Kodierungen, das sich keinesfalls auf Freud berufen dürfe, setzt sie ihr Credo entgegen: Geschlecht muss „als eine Frage aufgefasst werden, als ein Rätsel“ (48). Keinesfalls gehe „sexuelle Differenz […] in Geschlechtsunterschieden“ auf (49). An die Psychoanalytische Pädagogik richtet sie die Aufforderung, sie solle „das Rätsel des Sexuellen ein Rätsel bleiben lassen“ (51).

In seinem Aufsatz „‘Let‘s talk about sex!‘ Kritische Anmerkungen zur Thematisierung von Sexualität in pädagogischen Aufklärungsdiskursen für unbegleitete minderjährige Geflüchtete“ (56-70) problematisiert Marc Thielen die Art und Weise, wie Geschlecht und Sex in einschlägigen Veranstaltungen thematisiert werden. Nicht selten kämen dabei Stereotypisierungen (z.B. hinsichtlich „kultureller Rückständigkeit“ oder „männlicher Dominanz“) zum Vorschein: „Islamophobe Einstellungen, die auf Sexualität rekurrieren, sind in pädagogischen Diskursen der Mehrheitsgesellschaft weit verbreitet“ (60). Dabei würden ethnische und kulturelle Unterschiede schlicht ignoriert. Für den Autor zeigt sich darin ein generelles Problem der Integration. Denn die praktizierte Abtrennung der Geflüchteten verstärkt auch bei ihnen homogenisierte und daher undifferenzierte Wahrnehmungen der Außenwelt und verhindert differenzierte Erfahrungen und Lernprozesse. Seine Analyse mündet in die Forderung, sich bei allen pädagogischen Intentionen (nicht nur bei sexualpädagogischen) auf die Seite der Adressaten zu stellen und deutlich zu machen, dass die Fragen von Geschlechtsverständnis und Sexualität auch in der aufnehmenden Gesellschaft nicht gelöst sind.

In „Körper ohne Gewicht? Über Gender, Gender Roles und Gender Identity“ (71-92) möchte Günther Bittner thematisieren, inwieweit die soziologisch bestimmte Gender-Debatte die Leiblichkeit noch ernst nimmt; inwiefern „Gender“ das binäre Geschlechterkonzept in Frage stellt; welchen Verlauf die feministische Genderdiskussion genommen hat und welche Probleme Geschlechtswechsel aufwerfen. Die entscheidende psychoanalytische Frage für ihn ist: „Was ist Gender Identity? Was lässt uns als Männer und Frauen (oder auch als etwas dazwischen) fühlen“? (72) Eine Skizze des Verlaufs der Gender-Debatte führt den Autor zur Kernfrage, ob Geschlecht/​Sexualität auf sozialkonstruktivistische Weise überhaupt angemessen verstanden werden kann. Sein Nein gründet auf dem psychoanalytischen Verständnis von Leiblichkeit, die von außen nicht einfach als „Anatomie“ abgetan werden kann. Sigmund Freuds „Das Ich ist vor allem ein körperliches“ übersetzt Bittner so: „Es geht […] psychoanalytisch um die Innenperspektive, um die wahrgenommene und gefühlte Anatomie, wie ich mich in oder mit ihr oder (besser gesagt) in und mit meiner Biologie, Physiologie, Neuroendokrinologie usw. fühle“ (85). Seine Schlussthese: Der „‘Vertrag‘ mit der eigenen Leiblichkeit“ kann nicht aufgekündigt werden (88).

Josef Ch. Aigner verfolgt in seinem Beitrag „Das Geschlechtsspezifische in pädagogischen Beziehungen – Die Aberkennung von Geschlecht und die Grenzen des Konstruktivismus“ (9-111) zwei Fragenkomplexe. Im ersten geht es vor dem Hintergrund von Devereuxs Analyse der Beziehung zwischen Forscher und Forschungsobjekt um das Interesse der Gendertheorie an einer Nivellierung der Geschlechtsunterschiede und an einer umfassenden Selbstkonstruktion der Geschlechter: „Welches Bedürfnis lässt sich […], wenn alles am Menschen ohne jede Rücksicht auf Vorgaben zum Konstrukt erklärt wird, vermuten“? (95) Unter Rückgriff auf Freud und Reiche plädiert er seinerseits für eine „binäre Geschlechtlichkeit“ (100), die allerdings „unterschiedliche Ausprägungen, Zwischenformen, auch Leidensformen“ (101) kennt. Der zweite Komplex konzentriert sich auf die Bedeutung von Männern in der öffentlichen Erziehung, insbesondere für Kinder, die geringe oder gar keine Beziehungen zu ihren Vätern haben. Eigene Forschungen des Autors lassen erkennen, dass Männer in frühpädagogischen Einrichtungen sowohl das Programm als auch die Interaktionen bereichern. Aber auch in dieser Frage registriert Aigner Forschungsdefizite, wie für ihn überhaupt mehr gesichertes Wissen über die Geschlechterfrage Ideologisierungen auf allen Seiten des Diskurses entgegenwirken könnte.

In einem fingierten „Gespräch mit einer psychoanalytisch gebildeten Studentin“ erörtert Frank Dammasch „Entwicklungsprozesse des männlichen Kindes und Jugendlichen“ (112-131). Unsere „Triebnatur […] wird sozial geformt durch die frühen Erfahrungen mit unseren Bezugspersonen“ (113), lautet seine zentrale These. Voraussetzung dafür ist die „autoplastische Anpassungsfähigkeit“ (113) des Subjekts. Sie macht es möglich, dass wir „immer mehr fähig (werden), uns Befriedigungsverhältnisse und Objekterfahrungen zu imaginieren“ (113). Hinzu kommen „unbewusste Einschreibungen von Vater und Mutter“ (116), in denen ihre inneren Bilder vom eigenen und vom anderen Geschlecht weitergegeben werden. Sie „machen aus dem Kind einen Jungen oder ein Mädchen“ (116). Für Dammasch ist das Gelingen dieses Prozesses bei Jungen abhängig von der „positiven Spiegelung ihrer Differenz von der Weiblichkeit der Mutter durch den Vater“ (119) auf der Grundlage einer libidinösen Beziehung zu ihm. Mit der partiellen oder totalen Abwesenheit von Vätern wachsen die Schwierigkeiten von Jungen, zu einer „reifen Sexualität“ (128) zu gelangen, und ihre Ängste steigen, den in der Gesellschaft dominierenden Vorstellungen von einer „normalen“ Männlichkeit nicht genügen zu können.

Hans-Geert Metzger stellt sein Thema „Neue Familienformen und Reproduktionsmedizin – Ein psychoanalytischer Zugang“ (132-148) in den Zusammenhang der allerorten sich aufdrängenden „Ideologie einer möglichst unbegrenzten Verfügbarkeit“ (133) und des damit verbundenen „Credo(s)“ einer schrankenlosen „Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung“ (133). Damit verlieren die „Bindungsprozesse […] an Bedeutung“ (133) – ein deutlicher Hinweis auf den Wandel des familialen Selbstverständnisses. Wer in der Reproduktionsmedizin einen zu feiernden Ausdruck heutiger „Lebenskultur“ (134) sieht, ignoriert die damit einhergehenden psychischen Belastungen. Einerseits ist es für die beteiligten Frauen und Männer nicht möglich ist, die Schwangerschaft und das Kind auf eine lustvolle heterosexuelle „Urszene“ (141) zu beziehen. Andererseits gilt dies – insonderheit im Falle von anonymer Samenspende und Leihmutterschaft – später für das Kind. „Daher“, so Metzger, „erfordert der Umgang mit der künstlichen Befruchtung eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen sexuellen Identität und die Fähigkeit, den Dritten anzuerkennen, die Phantasien über den Dritten angemessen zuzulassen und zugleich dessen Ausschluss für das Kind erträglich zu machen“ (139).

Unter der Überschrift „Sprachverwirrung zwischen Sex und Gender“ präsentiert Marian Kratz „Eine Literaturrückschau zur Frage nach einer psychoanalytisch-pädagogischen Genderdebatte“ (149-163). Wenn drei so unterschiedliche Theoriesysteme zusammenkommen, wie Psychoanalyse, Pädagogik und Sozialkonstruktivismus sie repräsentieren, sind, so Kratz, Verständigungsschwierigkeiten nicht verwunderlich. Zu sehr weichen „Programmatiken, Lesarten, […] Freudrezeptionen“ (150) voneinander ab. Wie der Autor herausgefunden hat, gibt es zur Frage der Geschlechterkonzepte im „Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik“ von 1992 zwei einschlägige Beiträge von Werner Helsper und Karin Flaake, „welche die traditionelle und dialektische Verbindung zwischen Psychoanalyse und Geschlecht verarbeiten, dabei soziologische und konstruktivistische Geschlechterkonzepte aufgreifen und mit pädagogischer Praxis verbinden“ (150). Beide machen deutlich, dass die „Einschreibung kultureller Weiblichkeit […] im Kern über den Blick der Männer organisiert (wird)“ (157), was es für die Frauen schwer macht, ein „Grundgefühl körperlicher und identifikatorischer Weiblichkeit“ (155) unbeschädigt zu entwickeln und zu bewahren. Für die Weiterführung der Diskussion wünscht sich der Autor empirisches Material in Form von Fallvignetten, wie er es in Quindeau/​Dammaschs Buch „Männlichkeiten“ (2014) vorbildlich dargestellt und aufgearbeitet sieht.

Diskussion

Antworten auf die im Editorial gestellten Fragen liefern die Beiträge nicht – zumindest nicht in der Weise, dass man sie „getrost nach Hause tragen“ könnte. Sie präsentieren vielmehr eine Bandbreite von Argumenten und dahinterliegenden Theoriepartikeln, die es verständlich macht, warum die Annäherung zwischen soziologisch-konstruktivistischen und psychoanalytischen Zugängen zur Geschlechterfrage so schwierig ist.

Was mir auf der Seite der erstgenannten Konzepte manchmal fehlt, ist die inhaltliche Auseinandersetzung mit der immerhin zugestandenen „Materialität“ (31) des Geschlechts. Niemand Ernstzunehmender leugnet dessen Kulturalität mit ihren einerseits Geschlechtsidentität erleichternden, andererseits fragwürdigen, weil soziale Ungerechtigkeit schaffenden und scheinbar „Unpassendes“ diskriminierenden Folgen. Aber dem Geschlecht das evolutionstheoretisch-biologisch-physiologisch „Vorgängige“ zu nehmen und es zu einem ausschließlich „kulturell erzeugten Phänomen“ oder zu einem „sprachlichen Diskurseffekt“ (31) zu machen, wird nicht nur der „Komplexität von Geschlecht“ (29) nicht gerecht, sondern erschwert auch die immer wieder als notwendig erachtete Anschlussfähigkeit an andere Zugänge.

In den von Psychoanalytikern und Psychoanalytischen Pädagogen vorgetragenen Positionen sehe ich keine Abwertung dekonstruierender oder konstruktivistischer Verfahren als solcher, wohl aber ein Beharren darauf, dass „Leiblichkeit“ sich nicht in Zuschreibungen auflöst. (Wäre der „Unterbau“ lediglich eine Konstruktion des „Überbaus“ gewesen, dann hätte sich Marx das Eintreten für den „Klassenkampf“ sparen können.) In ihren Geschlechterkonzepten sehe ich auch keine undifferenzierte „binäre Kodierung“ (siehe z.B. Bittner, Aigner und Dammasch), sondern allerorten die auch auf therapeutischer bzw. pädagogischer Erfahrung beruhende Einsicht in etliche Ausprägungen, Formen, Phänomene „dazwischen“, deren Verkörperungen in leibhaftigen Menschen dazu auffordern, sie in ihrer Menschwerdung zu unterstützen. „Anthropologische Konstanten“ sind durch Konstruktionen, Lernen und Anpassung modifizierbar, aber sie verschwinden dadurch nicht.

Fazit

Die Aufsätze regen zu zahlreichen anderen Nachfragen an: zum Aushandeln von Geschlechtsidentitäten, zu den Möglichkeiten und Grenzen der Selbstbestimmung bei medizintechnisch gezeugten Kindern, zu interethnischen Geschlechtsverständnissen, zum Verhältnis von gefühlter und zugeschriebener Sexualität … Über ihnen allen steht die Frage: Von welchem gesicherten Wissen gehen wir aus, wenn wir über Geschlecht und Sexualität reden? Und: Was lassen wir überhaupt als gesichertes Wissen zu?

„Von wannen kommt dir diese Wissenschaft?“ lässt Friedrich Schiller König Karl von Frankreich Johanna, „Die Jungfrau von Orléans“, fragen. Also: Woher weißt du das? Auf göttliche Eingebungen wird sich im Geschlechterdiskurs niemand berufen wollen. Aber sich der Frage gemeinsam auszusetzen, wäre in der „Kontroverse“, die im Untertitel des Buchs angesprochen wird, immerhin ein Anfang. Die (hoffentlich zahlreichen) Leserinnen und Leser aus dem Kreise der Psychoanalytischen Pädagogik und darüber hinaus sollten sich dazu eingeladen fühlen.

 


Rezension von
Helmwart Hierdeis
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Zitiervorschlag
Helmwart Hierdeis. Rezension vom 27.03.2020 zu: Bernd Ahrbeck, Margret Dörr, Johannes Gstach (Hrsg.): Der Genderdiskurs in der Psychoanalytischen Pädagogik. Eine notwendige Kontroverse. Psychosozial-Verlag (Gießen) . ISBN 978-3-8379-2837-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25441.php, Datum des Zugriffs 13.08.2020.


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ISSN 2190-9245

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