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Norbert Franck: Handbuch Wissenschaftliches Schreiben

Cover Norbert Franck: Handbuch Wissenschaftliches Schreiben. Eine Anleitung von A bis Z. Verlag Ferdinand Schöningh (Paderborn) 2019. 248 Seiten. ISBN 978-3-8252-5108-6. D: 19,99 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 26,90 sFr.

Reihe: UTB - UTB-Band-Nr. 5108.
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Thema

Das Handbuch befasst sich mit dem wissenschaftlichen Schreiben. Es soll „das Schreiben (und Leben) erleichtern. […] Das Handbuch ist […] ein Vorbereitungsbuch und ein Nachschlagewerk“ (S. 9 f.).

Autor

Norbert Franck studierte Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie und Germanistik. An der TU Berlin promovierte er über Probleme des Studienanfangs.

Aufbau

Nach einleitenden Worten werden in alphabetischer Reihenfolge bearbeitet: Abkürzungen – Abstract – Anhang – Anmerkungen – Argument – Begriffe bestimmen – Belegen – Bericht – Clustern – Dissertation – Einleitung – Exposé – Fragen – Fragestellung – geschlechtergerechte Sprache – Gliederung – Hausarbeit – Ich, wir, man, die Arbeit: Schreibsubjekt – Inhaltsverzeichnis – Journal des Lesens, Fragens, Staunens: Studienjournal – Leseführung – Literaturüberblick – Literaturverzeichnis – Master-, Bachelor-, Abschlussarbeit – Problemstrukturierende Begriffe – Protokoll – Quellenangaben – Referieren und kritisieren – Satzbau – Schluss – Schlusskorrektur – Schreiben in der Wissenschaft – Schreibhürden – Themenfindung – Thesen – Titel – Umgangssprache, Modewörter: Stilbruch – Veranschaulichen: Analogien, Beispiele, Bilder und Vergleiche – Verzeichnisse – Vorwort – wissenschaftliche Standards – wissenschaftlicher Stil – Zitat.

Inhalt

Der Autor stellt fest das verlängerte Studienzeiten oder gar Studienabbrüche auf Schwierigkeiten beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten basieren. Und diese Schreibschwierigkeiten sollen mit diesem Handbuch angegangen und behoben werden. Studierende, die ihre erste Arbeit schreiben (müssen) sollten sich im Buch mit den wissenschaftlichen Standards und dem wissenschaftlichen Stil befassen. Diese beiden Aspekte sollen in dieser Besprechung in den Blick genommen werden:

Zum wissenschaftlichen Standard wird angeführt, dass Wissenschaft nicht seriös erklärt werden kann. Hier gibt es nicht nur die eine richtige Methode. Es gibt aber von der Scientific Community gebräuchliche Standards.

Zur wissenschaftlichen Haltung führt Franck drei wesentliche Punkte auf. Es ist wichtig neugierig zu sein, neue Erfahrungen und Erkenntnisse als Bereicherung und Anregung zum Weiterfragen zu betrachten und ungewohnte Wege zu gehen, welche Irrtümer und ein vorläufiges Nichtwissen gestatten.

Wissenschaftlicher Standard ist, dass der Text präzise ist und genau das aussagt, was gemeint ist. Hier sind folgende Kriterien zu beachten:

  1. die Darstellung ist von der Analyse zu trennen, d.h.: zuerst wird Beobachtetes (Norbert Franck vergleicht wissenschaftliches Arbeiten mit einer guten medizinischen Behandlung, bei der zuerst die Symptome präzise beschrieben werden) exakt genannt und erst danach analysiert;
  2. die Begründung;
  3. die Begriffsklärung;
  4. das Erklären: Das Ziel der Wissenschaft ist das Erklären, z.B. warum etwas so ist, unter welchen Voraussetzungen es dazu kommen konnte, wie es anders sein könnte etc.;
  5. das Herstellen von Zusammenhängen, d.h. sich auf bereits vorliegende Arbeiten zum Thema beziehen;
  6. unterschiedliche Perspektiven reflektieren:

Beim wissenschaftlichen Stil befasst sich Norbert Franck mit der verständlichen und klar strukturierten Verständlichkeit wissenschaftlicher Texte, d.h.:

  • keine Schachtelsätze zu konstruieren. Hier verweist Franck auf den Satzbau. Umständliche Texte sind zu vermeiden. Jeder Gedanke ist in einem eigenen Satz zu notieren. „Gedankenreichtum sollte angemessen präsentiert werden. Angemessen heißt: nicht alle Gedanken in einen Satz packen“ (S. 142).
  • mit dem einzelnen Wort ist sorgsam umzugehen, d.h. Umgangssprache ist zu vermeiden. „Wörter haben einen ‚Stilwert‘. Erzählen, Dinge und denkt sind in der Umgangssprache angemessen. In der Wissenschaft untersucht (interpretiert oder analysiert) man drei Faktoren (Probleme oder Zusammenhänge) und kommt zu dem Schluss (Ergebnis oder der These)“ (S. 186
  • sich um Anschaulichkeit zu bemühen. Hier geht es um die Leistung, komplizierte Aspekte anschaulich zu machen, um so ein Interesse für Wissenschaft zu wecken. Es geht um die Nutzung von Analogien, Beispielen, Bildern und Vergleichen.

Diskussion

Während meines eigenen Studiums u.a. der Erziehungswissenschaft an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln ist mir Norbert Franck zum ersten Mal begegnet. In meinem ersten Semester belegte ich das Seminar „Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten“. Dort wurde uns Studierenden u.a. die Technik wissenschaftlichen Arbeitens von Georg Rückriem, Joachim Stary und Norbert Franck (1989) empfohlen.

In dieser Publikation halte ich die alphabetische Struktur für sehr gelungen. Für junge Wissenschaftler ist es so ein Nachschlagewerk bei Schreibproblemen oder -blockaden.

Sehr schön sind auch die Literaturhinweise am Ende eines jeden Terminus‘. Hier wird dem Leser eine intensivere Befassung mit dem jeweiligen, das Schreiben z.B. erschwerende, Thema angeboten.

Fazit

Die bis hierher besprochene Publikation eignet sich sehr für das wissenschaftspropädeutische Arbeiten in der gymnasialen Oberstufe und für den Beginn eines wissenschaftlichen Studiums. Es ist ein hervorragendes Nachschlagewerk beim Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit.

Für das Schreiben von Haus-, Seminar-, Abschluss- oder Doktorarbeiten handelt es sich bei der besprochenen Literatur um eine sinnvolle und empfehlenswerte Lektüre.


Rezensent
Dr. Carsten Rensinghoff
EUTB beim Malteser Hilfsdienst e.V.
Homepage www.teilhabeberatung.de/beratung/malteser-hilfsdien ...
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Zitiervorschlag
Carsten Rensinghoff. Rezension vom 15.04.2019 zu: Norbert Franck: Handbuch Wissenschaftliches Schreiben. Eine Anleitung von A bis Z. Verlag Ferdinand Schöningh (Paderborn) 2019. ISBN 978-3-8252-5108-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25559.php, Datum des Zugriffs 14.10.2019.


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ISSN 2190-9245

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