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Florian Krückel, Maren Schüll u.a.: Basistexte Pädagogik

Cover Florian Krückel, Maren Schüll, Ina Katharina Uphoff: Basistexte Pädagogik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft (Darmstadt) 2018. 179 Seiten. ISBN 978-3-534-26404-9. D: 17,95 EUR, A: 18,50 EUR, CH: 25,90 sFr.

Reihe: Erziehungswissenschaften kompakt. Grundwissen Erziehungswissenschaft.
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Thematischer Hintergrund

Das Feld der Pädagogik ist heterogen, hat sehr viele Teildisziplinen und ist historisch tief sowie systematisch vielschichtig. Sodann stellt sich mit Blick auf ein Studium des Faches die Frage, ob es nicht trotz allem möglich ist, Orientierungen innerhalb der Pädagogik zu erlauben, ohne aber ihre Einsatzfelder einzuschränken oder eng zu führen. Vor diesem Hintergrund sind die hier vorliegenden Basistexte Pädagogik entstanden (S. 7), die damit in Ergänzung wie Abgrenzung zu anderen (systematischen) Einführungen in die Pädagogik, z.B. von Martin Fromm (2015), Jochen Kade u.a. (2011), Hans-Christoph Koller (2008), Winfried Marotzki, Arnd-Michael Nohl und Wolfgang Ortlepp (2006) sowie schließlich Jürgen Raithel, Bernd Dollinger und Georg Hörmann (2005) zu sehen sind.

Verfasser*innen

  • Dr. Florian Krückel ist akademischer Rat am Lehrstuhl für Systematische Bildungswissenschaft der Julius-Maximilians-Universität Würzburg; seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Erziehungs- und Bildungsphilosophie.
  • Auch Dr. Maren Schüll ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an diesem Lehrstuhl; ihre Forschungsschwerpunkte liegen vor allem im Bereich der Ästhetik und Rhetorik.
  • Dr. Ina Katharina Uphoff ist Akademische Rätin am Lehrstuhl für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Julius-Maximilians-Universität Würzburg; ihre Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in den Bereichen der Erziehungs- und Bildungsphilosophie, der Bildmedienforschung sowie der historischen Bildungsforschung.

Aufbau und Inhalt

Die vorliegenden Basistexte ergänzen (wie am Beispiel Immanuel Kants noch angedeutet wird) als Quellensammlung systematisch die „Grundbegriffe der Pädagogik“ (Dörpinghaus, A., und Uphoff, I.-K.: Grundbegriffe der Pädagogik, Darmstadt 2011; vgl. die Rezension von Wilhelm Schwendemann https://www.socialnet.de/rezensionen/​12944.php). Sie sind aber auch als eigenständige Studienlektüre zu begreifen und sollen eine Möglichkeit schaffen, „durch das eigene Quellenstudium mit bedeutsamen Problemlagen der Pädagogik zu einer kritischen Auseinandersetzung vorzudringen“ (S. 7).

Gegliedert wird der Band entsprechend der für die Pädagogik als Disziplin zentralen Begriffe

  • Erziehung,
  • Bildung und
  • Sozialisation,

wobei Erziehung und Bildung als konstitutive Säulen zu verstehen sind, während mit Sozialisation insbesondere ein spezifischer Zugriff auf die mit Erziehung und Bildung verbundenen Phänomene beabsichtigt wird. Zwar gibt es daneben eine ganze Reihe ebenso wichtiger Begriffe (z.B. Lernen, Unterricht oder Beratung), gleichwohl sehen Krückel, Schüll und Uphoff „gute Gründe dafür, selbst diese Begriffe immer auch argumentativ an Erziehungs-, Bildungs- oder Sozialisationsprozesse rückzubinden“ (S. 7).

Gegenstände und Texte sind:

  1. Erziehung: Neben Texten von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, Johann Friedrich Herbart, Klaus Prange und Käte Meyer-Drawe werden Textauszüge von Jean-Jacques Rousseau (unter anderem ein Auszug aus „Emil oder Über die Erziehung“), Immanuel Kant (die berühmte „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ sowie Passagen aus „Über Pädagogik“), John Dewey (Auszüge aus „Der demokratische Gedanke in der Erziehung“) und Hannah Arendt (Auszüge aus „Die Krise in der Erziehung“) zur Verfügung gestellt.
  2. Bildung: Auszüge aus Texten von Platon (siebtes Buch aus „Der Staat“), Wilhelm von Humboldt (Auszüge aus „Theorie der Bildung des Menschen“) und Theodor W. Adorno (zur „Theorie der Halbbildung“) stehen neben Beiträgen von Friedrich Nietzsche, Helmut Heid, Peter Bieri und Andreas Dörpinghaus.
  3. Sozialisation: Hier wurden Emile Durkheim (aus der Antrittsvorlesung), George Herbert Mead (Identität) und Pierre Bourdieu (zur Differenzierung der Kapitalien und Fragmente aus „Der Habitus und der Raum der Lebensstile“) sowie Passagen von Michel Foucault, Judith Butler, Michael Tomasello und Byung-Chul Han vom Herausgeberkollektiv ausgewählt.

Abgeschlossen wird die Quellensammlung mit einem Nachweis der Quellen und der in den Quellen verwendeten Literatur, vor allem mit dem Ziel, dass Leser*innen ihre gewonnenen Einblicke durch eigenständige und erweiterte Lektüre vertiefen können.

Jeder der drei Abschnitte wird durch eine kurze Einführung und Einordnung über sechs, sieben Seiten eingeleitet. Wie dabei die Texte (in Auszügen) präsentiert und durch Krückel, Schüll und Uphoff eingeordnet werden, zeigt gut das Beispiel der beiden Texte von Immanuel Kant:

  • Der erste Beitrag ist der bekannte Aufsatz Kants zur „Beantwortung der Frage: was ist Aufklärung?“ (1784), der in Auszügen in die Sammlung eingebracht wird (S. 24 - 27) Zu diesem „Klassiker“ bieten sie vier Fragen an: Es gilt zu klären, was Kant unter Aufklärung versteht, zu erläutern, worin die Ursachen für Unmündigkeit besteht und warum sie selbstverschuldet ist, zu beschreiben, worin der Unterschied zwischen öffentlichem und privatem Vernunftgebrauch besteht und schließlich zu die Frage beantworten (und zu begründen), ob wir heute in einem aufgeklärten Zeitalter leben (S. 27).
  • Zum Text „Über Pädagogik“ (seiner nur als Mitschrift überlieferten Vorlesung aus dem Jahre 1803), in dem Kant Eckpunkte seines pädagogischen Grundverständnisses als Kunst mehr andeutet als ausbreitet (S. 27 – 31), stellen sie fünf Fragen: Zunächst sei zu klären, von welchen anthropologischen Annahmen die Erziehungstheorie Kants ausgeht (wobei ein Vergleich zu Rousseaus in den zuvor – ebenfalls in Auszügen – präsentierten Texten [aus der „Ersten Preisschrift“ und dem „Emile“] aufscheinenden Menschenbild vorgenommen werden soll). Sie fragen weiter: „Weshalb ist Disziplinierung eine notwendige Erziehungsaufgabe?“ – wobei zugleich zu erklären sei. warum für die „Kultivierung der Freiheit“ nach Kant auch zwang erforderlich ist. Ferner sollen die Erziehungsstufen beschrieben werden, die den positiven Teil der Erziehung umfassen, die Leser*innen sollen das mechanische wie judiziöse „Geschäft der Erziehung“ unterscheiden und abschließend klären, inwiefern der Moralisierung im Erziehungsprozesse eine Sonderrolle zukommt (S. 31).

Das Beispiel (im Band so keine Ausnahme, sondern die Regel!) macht deutlich, dass solche Fragen die nur auf den ersten Blick „leicht“ zugänglichen Texte Kants auch in der Tiefe erschließen helfen können und dabei auch Rückbezüge zu anderen Texten herstellen helfen (wie dies auch in der Bearbeitung der übrigen Texte durch geeignete Fragestellungen immer wieder angeregt wird).

Auch am Beispiel Kants wird der enge Bezug der Basistexte zu den Andreas Dörpinghaus und Ina Katharina Uphoff herausgegebenen „Grundbegriffen der Pädagogik“ deutlich, der auch für andere Texte kennzeichnend ist, weshalb ein paralleles Lesen beider Bände sinnvoll ist.

So wird in den „Grundbegriffen“ z.B. erklärend ausgeführt, dass „(u)nmündiges Leben entspricht einem Leben unter Vormundschaft. Auch das erzieherische Verhältnis ist zunächst eine vormundschaftliche Leitung der Zöglinge. Insofern liegt Unmündigkeit also im Wesen der Erziehung selbst. Kants Vorwurf richtet sich gegen die, die mündig sein könnten, aber es nicht sind. (…) Effektive Instrumente der Sicherung der Unmündigkeit sind die Androhung des Verlustes jener Geborgenheit und Sicherheit, die durch die Vormundschaft gewährleistet wird sowie Hinweise auf die Risiken einer eigenständigen Lebensführung. (…) Kant appelliert daher an den Mut des eigenen Verstandesgebrauchs. (…) Ein Kennzeichen der Mündigkeit ist das Selbstdenken“ (Grundbegriffe, S. 39).

In der vorliegenden Quellensammlung heißt es dann folgerichtig, dass Kant – in diesem Sinne – auf die Pädagogik und ihre Entstehung als wissenschaftliche Disziplin vor allem durch seinen Text „Über Pädagogik“ Einfluss genommen hat. Dort „fordert“ er eine auf die Idee der Menschheit ausgerichtete Erziehung, welche von handlungsleitenden Grundsätzen und Prinzipien ausgeht und nicht auf bloßer Zufälligkeit. So ist Mündigkeit als Erziehungsziel für Kant eine Art Selbstregulierung, die sie eben nicht nur auf die je eigene Lebensführung beziehen kann, sondern gleichermaßen von politischem Engagement getragen werden muss. Kant beschreibt die notwendige Disziplinierung, Kultivierung und Zivilisierung des Menschen und geht schließlich über das direkte erzieherische Handeln hinaus, wenn er es jenseits jeder gesellschaftlich-politischen Dimension auf die Moralisierung der Menschen bezieht. Die Moralisierung übersteigt letztlich die Erziehung, ist aber als grundsätzliche Orientierung für jeden gebrauchte menschlichen Freiheit unverzichtbar. Sie ist quasi die Gebrauchsanweisung für eine menschliche Freiheit, die das moralisch gute wählen kann. Allerdings muss die Moralisierung allein in Freiheit aus dem einzelnen Individuum selbst hervorgehen. Die Moralisierung ist für kann somit eine notwendige erzieherischer Orientierung, aber selbst nicht Gegenstand der Erziehung, sofern Erziehung sich auf die Einwirkung eines Erziehers bzw. einer Erzieherin bezieht (S. 10 f.).

Der Mensch kann nur durch Erziehung Mensch werden. „Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht“, schreibt Kant. „Daher macht auch Mangel an Disziplin und Unterweisung bei einigen Menschen sie wieder zu schlechten Erziehern ihrer Zöglinge. Auslassung da die Erziehung aber teils den Menschen einiges lehrt, teils einiges auch nur bei ihm entwickelt: so kann man nicht wissen, wie weit bei ihm die Naturanlagen gehen. Würde hier wenigstens ein Experiment durch Unterstützung der großen, und durch die vereinigten Kräfte Fehler gemacht: so würde auch das schon uns Aufschlüsse darüber geben, wie weit ist der Mensch etwa zu bringen für möge. Aber es ist für den spekulativen Kopf eine ebenso wichtige, als für den Menschenfreund eine traurige Bemerkung, zu sehen, wie die großen meistens nur immer für sich sorgen, und nicht an dem wichtigen Experimente der Erziehung in der Art Teil nehmen, dass die Natur ein Schritt näher zur Vollkommenheit tue.“

Immanuel Kant versteht Erziehung als Kunst. Ein „Prinzip der Erziehungskunst“ sei: „Kinder sollen nicht dem gegenwärtigen, seitdem zukünftig möglich bessern Zustande des menschlichen Geschlechts, das ist: der Idee der Menschheit, und deren ganzer Bestimmung angemessen, erzogen werden.“ In Abgrenzung zu einer von ihm so bezeichneten rein mechanischen Erziehung schreibt er: „Alle Erziehungskunst, die bloß mechanisch entspringt, muss sehr viele Fehler und Mängel an sich tragen, weil sie kein Plan zum Grunde hat. Die Erziehungskunst oder Pädagogik muss also judiziös werden, wenn sie die menschliche Natur so entwickeln soll, dass sie ihre Bestimmung erreiche. Schon erzogene Eltern sind Beispiele, nach denen sich die Kinder bilden, zur Nachachtung. Aber wenn diese besser werden sollen: so muss die Pädagogik ein Studium werden, sonst ist nichts von ihr zu hoffen, und ein in der Erziehung Verdorbener erzieht sonst den anderen.“

„Eines der größten Probleme der Erziehung“ ist es damit für Kant, zu klären, „wie man die Unterwerfung unter den gesetzlichen Zwang mit der Fähigkeit, sich seiner Freiheit zu bedienen, vereinigen könne. Ich soll meinen Zögling gewöhnen, einen Zwang seine Freiheit zu dulden, soll ihn selbst zugleich anführen, seine Freiheit gut zu gebrauchen. Ohne dies ist alles bloß Mechanism, und der der Erziehung Entlassene weiß sich seine Freiheit nicht zu bedienen. Er muss früh den unvermeidlichen Widerstand der Gesellschaft fühlen, um die Schwierigkeit, sich selbst zu erhalten, zu entbehren, und zu erwerben, um unabhängig zu sein, kennen zu lernen.“

In den „Grundbegriffen“ wird folglich Kant „eingefangen“ als jemand, für den in Bezug auf die „moralische Bildung (die) wichtigste Anlage der Persönlichkeit besteht in ihrer Empfänglichkeit für die Achtung des moralischen Gesetzes. Sie ist eine Art Gefühl für den Stellenwert des Guten. (…) Die Anlage zum Guten verdeutlicht, dass der Mensch das Gute für sich selbst wählen muss, denn die moralische Bildung kann nur ein Werk seiner Freiheit sein, insofern ist sie in Abgrenzung zur Erziehung wichtig. Von einer moralischen Bildung kann erst gesprochen werden, wenn das moralische Gesetz, der so genannte kategorische Imperativ alleiniges Motiv des Handelns und der Lebensführung ist.“ Und: „Der Mensch ist zum Guten erschaffen und hat eine ursprüngliche Anlage zum Guten. Sie wird von Kant „ursprünglich“ genannt, um zu unterstreichen, dass sie notwendig zu der Möglichkeit der menschlichen Natur gehört. Allerdings ist für Kant der Begriff des Moralischen an den der Freiheit gebunden, sodass mit der Anlage zum Guten keineswegs auch ihre Realisierung gebunden ist“ (Grundbegriffe, S. 42 f.).

So wie am Beispiel Kants gelingt die enge Verzahnung der vorgelegten Textauszüge mit der Darstellung in den „Grundbegriffen der Pädagogik“ überwiegend.

Zielgruppe

Erschienen in der Reihe „Grundwissen Erziehungswissenschaft“ stehen vor allem Student*innen im Mittelpunkt, um ihnen entsprechend der Schwerpunktsetzung, (als „Erziehungswissenschaft kompakt“) „übersichtlich, kompakt, verständlich“ (so der Verlag) einführende Materialien zur Verfügung zu stellen, die zur Seminar-, Referats- und Prüfungsvorbereitung herangezogen und zum Selbststudium und (durch Lehrkräfte) als Basistext für Lehrveranstaltungen genutzt werden können

Diskussion

Es ist der Anspruch von Florian Krückel, Maren Schüll und Ina Katharina Uphoff, dass der Zuschnitt der ausgewählten Texte (auch in ihrer Unvollständigkeit) einen „Nachvollzug komplexer Argumentationen erlauben“ soll. Die Texte sollen „an den Rändern offen“ sein, da es „Überschneidungen und wechselseitige thematische Ergänzungen“ gibt, die dazu anregen, „thematische Quergruppierungen zu suchen, die biografische, entwicklungsbezogene, kognitive, leibliche, ästhetische, kulturelle, gesellschaftliche, anthropologische u.v.m. Fährten“ zu verfolgen (S. 8).

Das gelingt recht gut, was auch die sehr spannende (nicht zwingend der Pädagogik zuzuordnende) Textbreite zum Begriff Sozialisation – soziologisch-psychologisch-philosophisch von Émile Durkheim (aus der „Antrittsvorlesung“) und George Herbert Mead (aus „Geist, Identität und Gesellschaft“) bis Michael Tomasello (aus „Warum wir kooperieren“) und Byung-Chul Han (aus „Transparenzgesellschaft“) – illustriert.

Eine Auswahl von Referenztexten ist stets auch immer Ausdruck einer Schwerpunktsetzung: Dennoch überrascht 1. das Fehlen einiger Autoren, beispielsweise Wolfgang Brzinka (z.B. etwa „Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft“ [1974] oder „Erziehungsziele, Erziehungsmittel, Erziehungserfolg“ [1976]), Klaus Mollenhauer (z.B. „Erziehung und Emanzipation“ [1968] oder „Theorien zum Erziehungsprozess“ [1972]) oder Ulrich Beck (insb. „Risikogesellschaft“ [1986], aber z.B. auch „Jenseits von Stand und Klasse“ [1983]), und 2. die Berücksichtigung von Andreas Dörpinghaus mit seinem Beitrag „Abschied vom lebenslangen Lernen – Gedanken über ein komplexes anthropologisches Phänomen“ (in: Forschung und Lehre 8/2017: 674–678), einem sicher lesenswerten Beitrag zur Relation des Lernbegriff im Zusammenhang mit seinem Verständnis von Bildung (S. 71). Ja, Dörpinghaus hat zusammen mit Andreas Poenitsch und Lothar Wigger auch eine Einführung in die Theorie der Bildung (4. Aufl. 2012) und mit Ina-Katharina Uphoff auch die „Grundbegriffe der Pädagogik“ vorgelegt – aber rechtfertigt dies schon, in einem Kontext mit pädagogischen Schwergewichten wie Adorno oder Wilhelm von Humboldt zu stehen? Hier formuliere ich vorsichtige Zweifel und spüre eine doch große Nähe der drei Herausgeber*innen zu Dörpinghaus, der nicht nur, wie sie, in Würzburg lehrt, sondern zu dessen Lehrstuhlteam zwei von ihnen auch gehören (http://www.bildungswissenschaft.uni-wuerzburg.de/, Zugriff: 23. März 2020).

Fazit

Mit dem vorliegenden Band haben Florian Krückel, Maren Schüll und Ina Katharina Uphoff eine Auswahl relevanter Quellen zusammengestellt, die sich mit pädagogischen Kernthemen auseinandersetzen. Das breite Spektrum der Texte ermöglicht es auch, solche Themenfelder zu bearbeiten, die (insbesondere im Kontext von Sozialisation) ebenfalls Anschlüsse in der Pädagogik gefunden haben. Die präsentierten Quellen werden als genereller Einstieg in die Arbeit an grundlegenden pädagogischen Texten verstanden und die jeweils angebotenen Reflexionsfragen führen über den Text hinaus in das Feld der Pädagogik ein.

Unbeschadet der Hinweise auf das Fehlen oder die Berücksichtigung von Autor*innen haben Krückel, Schüll und Uphoff eine gute Breite der angebotenen Texte gewährleistet, die eine kritische Annäherung an die Pädagogik erlauben; die gewählten Bezüge sind sachlich dargestellt, die eine Einordnung unterstützenden Fragestellungen zu jedem Text (siehe Kant) gelungen und die den Leser*innen angebotenen textbezogenen Fragestellungen überwiegend angemessen gewählt.

Literatur

Dörpinghaus, A., Poenitsch, A., und Wigger, L.: Einführung in die Theorie der Bildung, 4. Aufl. Darmstadt 2012

Fromm, M.: Einführung in die Pädagogik. Grundfragen, Zugänge, Leistungsmöglichkeiten, Münster und New York 2015 (vgl. die Rezension von Marion Baldus https://www.socialnet.de/rezensionen/​20016.php)

Kade, J., u.a. (Hrsg.): Pädagogisches Wissen. Erziehungswissenschaft in Grundbegriffen, Stuttgart 2011 (vgl. die Rezension von Ulrich Papenkort https://www.socialnet.de/rezensionen/​11144.php)

Koller, H.-C.: Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft. Eine Einführung, 3. Aufl. Stuttgart 2008 (vgl. die Rezension von Astrid Messerschmidt https://www.socialnet.de/rezensionen/6776.php)

Marotzki, W., Nohl, A.-M., und Ortlepp, W.: Einführung in die Erziehungswissenschaft 2. Aufl. Stuttgart 2006 (vgl. die Rezension von Martin R. Textor https://www.socialnet.de/rezensionen/1428.php)

Raithel, J., Dollinger, B., und Hörmann, G.: Einführung Pädagogik. Begriffe – Strömungen – Klassiker – Fachrichtungen, Wiesbaden 2005 (vgl. die Rezension von Martin R. Textor https://www.socialnet.de/rezensionen/3084.php)


Rezension von
Prof. Dr. Peter-Ulrich Wendt
Professur für Grundlagen und Methoden der Sozialen Arbeit an der Hochschule Magdeburg
Homepage www.PUWendt.de
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Zitiervorschlag
Peter-Ulrich Wendt. Rezension vom 17.04.2020 zu: Florian Krückel, Maren Schüll, Ina Katharina Uphoff: Basistexte Pädagogik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft (Darmstadt) 2018. ISBN 978-3-534-26404-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25563.php, Datum des Zugriffs 26.05.2020.


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ISSN 2190-9245

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