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Michael Ermann, Michael Ermann et al. (Hrsg.): Identität und Begehren

Rezensiert von Prof. Ulrich Paetzold, 12.06.2019

Cover Michael Ermann, Michael Ermann et al. (Hrsg.): Identität und Begehren ISBN 978-3-17-035992-5

Michael Ermann, Michael Ermann, Dorothea Huber (Hrsg.): Identität und Begehren. Zur Psychodynamik der Sexualität. Kohlhammer Verlag (Stuttgart) 2019. 168 Seiten. ISBN 978-3-17-035992-5. 24,00 EUR.
Reihe: Lindauer Beiträge zur Psychotherapie und Psychosomatik.

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Thema

Die Vielfalt sexueller Lebensformen und das psychodynamische Verständnis bei der psychoanalytischen Behandlung.

Autor

Michael Ermann ist Psychoanalytiker und em. Professor für Psychotherapie und Psychosomatik.

Aufbau

Das Buch ist in fünf Vorlesungen gegliedert, die 2018 auf den Lindauer Psychotherapiewochen als Vorlesungsseminar vorgetragen wurden. Die Abschnitte sind:

  • das Sexuelle und die Geschlechtsidentität,
  • Sexualität und die Psychoanalyse,
  • Sexualität und Psychotherapie,
  • besondere Spielarten des Sexuellen und
  • sexuelle Orientierung.

Inhalt

Übergreifendes Ziel des Autors ist es, „den Wandel der Sexualität verständlich zu machen und für eine Erneuerung des Interesses in der Psychotherapie zu werben“. Dabei geht es stets darum Basiswissen aus der Psychoanalyse mit neueren Entwicklungen zu verknüpfen und in Beziehung zur praktischen Fallarbeit zu setzen.

  • In der ersten Vorlesung geht es unter dem Stichwort Geschlechtsidentität inhaltlich um Sexualität und dessen Funktionen, um Beziehungsgestaltung und die verschiedenen Sexualitäten.
  • Der zweite Abschnitt widmet sich den verschiedenen Ansätzen zur Sexualität in der Psychoanalyse, um daran anschließend
  • das Thema Psychotherapie aufzugreifen (Sexualität in der Behandlung, Erotik in der Behandlung, Sexualstörungen und ihre analytische Behandlung).
  • Im vierten Abschnitt geht es um verschiedene Spielarten des Sexuellen: Neosexualitäten, Störung der sexuellen Präferenz und die nicht-binäre Geschlechtsidentität sind hier Themen, die genauer betrachtet werden.
  • Im letzten Abschnitt werden verschiedene sexuelle Orientierungen thematisiert: u.a. Bisexualität und Homosexualität mit seinen speziellen Manifestationen.

Diskussion

Das Ziel des Buches, die Vielfalt von Sexualität und die Bedeutung in und für die Behandlung zu beleuchten, wird überzeugend erreicht. Dabei gelingt es dem Autor, verständlich und prägnant traditionelle Vorstellungen der Psychoanalyse zu den verschiedenen Formen von Sexualität mit neueren, aktuellen Ansätzen und fachlichen sowie gesellschaftlichen Entwicklungen zu verknüpfen. Für den Leser wird das Verständnis der Thematik dadurch durchgängig erleichtert, da prägnante Zusammenfassungen den Inhalt bündeln und Fallbeispiele aus der Behandlung alle Themenbereiche konkretisieren. Zusätzlich positiv beeindruckt, die souveräne und wertfreie Herangehensweise an aktuelle Diskussionen zu Themen wie Transgender oder Intersexualität.

Fazit

Das Buch ist für Psychotherapeuten und Psychoanalytiker ein Gewinn, da es den aktuellen, fachlichen Diskussionsprozess zu den verschiedenen Möglichkeiten von Sexualität im Behandlungskontext prägnant vorstellt. Sehr gut vorstellbar ist auch, das Buch in der Ausbildung (an Universitäten oder bei Fortbildungen) einzusetzen, da es verständlich geschrieben, durch Beispiele konkretisiert und prägnant ältere und neue, aktuelle Konzepte verknüpft.

Rezension von
Prof. Ulrich Paetzold
Professor für Psychologie an der Hochschule Lausitz, Fachbereich Sozialwesen in Cottbus. Neben interkulturellen Fragen sind Schwerpunkte in der Lehre: sexueller Missbrauch, Klinische Psychologie, Beratung. Zusatzqualifikationen: Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten sowie verschiedene kognitive Therapieverfahren.
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Es gibt 51 Rezensionen von Ulrich Paetzold.

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ISSN 2190-9245