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Henning Melber (Hrsg.): Deutschland und Afrika

Cover Henning Melber (Hrsg.): Deutschland und Afrika – Anatomie eines komplexen Verhältnisses. Brandes & Apsel (Frankfurt) 2019. 300 Seiten. ISBN 978-3-95558-257-9. D: 29,90 EUR, A: 30,80 EUR.
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Cultural Appropriation

Sklavenhandel und Kolonialismus sind Menschheitsverirrungen und Menschenfeindlichkeiten, die im ethischen, anthropologischen und gesellschaftspolitischen Bewusstsein einer aufgeklärten Menschheit wie schwärende Wunden eines humanen vergangenheitsbewussten, gegenwartsbestimmten und zukunftsorientierten Denkens und Handelns wirken. Eine der bezeichnenden, völkisch-rassistischen Auffassungen ist von dem hochgeachteten Sprachwissenschaftler, Afrikanisten und Missionar Diedrich Westermann (1875 – 1956) überliefert, als er die (deutsche und europäische) Kolonisation in Afrika legitimierte: „Das Geschick des Afrikaners ist für alle absehbare Zeit mit dem des Europäers aufs engste verbunden, ja es ist von ihm abhängig, er ist der Schüler und Arbeitnehmer, wir die Lehrer und Arbeitgeber, aber auch: wir sind die Herren und er der Untergebene“ (siehe dazu: Jos Schnurer, Wie die Deutschen zu den Fremden kamen. Aspekte der Freire-Pädagogik, Nr. 18, Verlag Dialogische Erziehung/​Paulo Freire Verlag, Oldenburg 2002; sowie: ders., „Weiß ist eine Gelegenheitsfarbe, Schwarz die Farbe aller Tage“, in: AFRICA POSITIVE, 75/2019, S. 30ff). In der sich interdependent, entgrenzend und global entwickelnden (Einen?) Welt tun sich einerseits ethische, auf den Menschenrechten und der Menschenwürde beruhende Einstellungen auf, die nach der Schuld der Kolonisatoren fragen und Wiedergutmachung fordern; andererseits bewirken die globalen Migrationsprozesse, dass globale Solidarität gefragt ist. In der Geschichte über die deutsche Kolonialzeit in Afrika wird entschuldigend und eher Wirklichkeit verdrängend argumentiert, dass die deutschen im Vergleich mit den anderen europäischen Kolonialisten erst spät auftraten. Erst im neueren Diskurs über Schuldeingeständnis und Geschichtswahrheit richtet sich der Blick darauf, dass auch die deutschen Kolonialherren in den Kolonien als Herrenmenschen und Mörder auftraten (Joseph-Achille Mbembe, Politik der Feindschaft, 2017, www.socialnet.de/rezensionen/23618.php). Es ist die eigenartige Situation, dass vielfach Afrikanerinnen und Afrikaner bei der Suche nach ihrer Identität in die europäische Literatur schauen und in die europäischen Museen und Sammlungen gehen müssen. Der Ruf nach Restitution der während der Kolonialzeit illegal erworbenen und geraubten afrikanischen Kulturgüter wird lauter.

Entstehungshintergrund

Die ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika – Deutsch-Ostafrika (995.000 qkm), Deutsch-Südwestafrika (835.000), Kamerun (790.000), Togo (87.000), siehe dazu: Dr. Ernst Gerhard Jacob, Die deutschen Kolonien, Reclam 7398, Leipzig 1938, 80 S. – werden als „rassistisches Erbe“ bezeichnet (Bartholomäus Grill, Wir Herrenmenschen. Unser rassistisches Erbe. Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte, München 2019). Im wissenschaftlichen, öffentlichen Diskurs ist das Bemühen erkennbar, die deutsche Kolonialgeschichte möglichst objektiv und wahrheitsgetreu aufzuarbeiten. In der offiziellen deutschen Afrika-Politik werden außen-, wirtschafts-, sicherheits-, interkulturelle und entwicklungspolitische Aspekte thematisiert. Die zunehmenden lokalen und globalen Ego- und Ethnozentrismen, Nationalismen und Populismen verdeutlichen, dass Höherwertigkeitsvorstellungen und rassistische Einstellungen zunehmen. Umso dringlicher und notwendiger ist es, mit Informationen und wissenschaftlichen Analysen aufzuklären.

Autor

Der deutsch-namibische Afrikanist und politische Aktivist Henning Melber ist ein Brückenbauer beim deutsch-afrikanischen Verständnis und Dialog. Im Internet-Rezensionsdienst www.socialnet.de werden zahlreiche seiner Publikationen vorgestellt. Melber versammelt in dem Band „Deutschland und Afrika“ 18 Expertinnen und Experten, die sich interdisziplinär, theoretisch und praxisorientiert mit der Historie der deutschen Kolonialgeschichte und der aktuellen Entwicklung im deutsch-afrikanischen Verhältnis auseinandersetzen. Dass dabei nicht nur Erfolgsgeschichten herauskommen, sondern eine differenzierte und auch kontroverse Diskussion um Gleichwertigkeit und Vielfalt der jeweils kulturellen Ausdrucksformen der Menschen deutlich wird (vgl. dazu auch die Magna Charta der Internationalen Kulturpolitik vom 20. 10. 2005: UNESCO-Übereinkommen über Schutz und Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen), vermittelt der Sammelband „Deutschland und Afrika“ in eindrucksvoller Weise.

Aufbau und Inhalt

Die 18 Autorinnen und Autoren nehmen eine „Anatomie eines komplexen Verhältnisses“ vor. interessant dabei sind die Begriffsverwendungen, wie sie sich aus psychologischen und medizinischen Zusammenhängen ergeben und mit „Amnesie“ und „Aphasie“ Anklage und Bestandsaufnahme darstellen. Mit dem Beitrag „Das deutsche Afrika“ führt Henning Melber in die historischen, ideologischen und rassistischen Entwicklungen der europäischen und deutschen Kolonialepochen ein. Am Beispiel der ehemaligen deutschen Kolonie im heutigen Namibia stellt er heraus, dass die Kolonialpolitik eine merkwürdige Verbindung mit Formen von Kolonialnostalgie eingeht. Es sind nicht Spekulationen und Fingerzeige, sondern wissenschaftliche, disziplinäre und interdisziplinäre Aspekte, die eine nüchterne Bestandsaufnahme bewirken.

Mit dem ersten Beitrag „Deutsche Außenpolitik in Afrika“ informiert Henning Melber über die Entwicklungen der deutschen Innen- und Außenpolitik gegenüber den unabhängigen Ländern auf dem afrikanischen Kontinent. Es ist die Spannweite von der „Entwicklungshilfe“ hin zur „Entwicklungszusammenarbeit“, den unterschiedlichen, ideologischen Positionen, wie sie in den beiden deutschen Staaten wirksam waren, bis hin zu nationalen und internationalen, bi- und multinationalen Programmen und Initiativen zur Bildung eines „Marshallplans für Afrika“, die einen Paradigmenwechsel weg von der Almosen- und hierarchischen Gebermentalität hin zur internationalen Friedenspolitik fordern.

Der Leipziger Wirtschafts- und Politikwissenschaftler Robert Kappel fragt: „Deutsche Afrikapolitik – mehr als Stückwerk?“. Er untersucht die verschiedenen Initiativen, wie z.B. den „Marshallplan für Afrika“ (2017) und „Compact with Africa“ (2018) und zeigt auf, dass „um die deutsche Afrikapolitik effizienter und kohärenter zu gestalten und um Reibungsverluste zu reduzieren, (…) eine institutionelle Reform unerlässlich (ist)“. Ein solcher Mentalitätswandel erfordert bei den deutschen Afrika-Aktivitäten einerseits eine deutlichere Darstellung der eigenen, nationalen und globalen Interessen, und andererseits die Veränderung der kulturellen und ökonomischen Höherwertigkeitsvorstellungen, also weg von der Einstellung – „Wir wissen, was am besten (für euch) passt, wir haben die Lösungen“, hin zu einem Dialog auf Augenhöhe und zur Erkenntnis, die AfrikanerInnen über ihren Weg selbst entscheiden zu lassen.

Der Politologe und Leiter des Global Policy Centre des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, Stephan Klingebiel, formuliert ein „Plädoyer für Entwicklungszusammenarbeit mit Sub-Sahara-Afrika“. Er setzt sich dafür ein, in der deutschen, europäischen und westlichen Afrikapolitik stärker als bisher das Partnerschaftsprinzip wirksam werden zu lassen, insbesondere in den aktuellen Bereichen der Migrationspolitik und einer koordinierten, lokalen und globalen Entwicklungszusammenarbeit und demokratischen Friedenspolitik.

Mit der Veröffentlichung „Frauen und Kriege in Afrika“ (vgl. dazu: www.socialnet.de/rezensionen/6958.php) hat die freiberufliche Wissenschaftlerin Rita Schäfer auf die vielfältigen Zusammenhänge von Macht, Ideologie und Gender verwiesen. Mit dem Beitrag „Gender in der deutschen Afrikapolitik“ setzt sie sich mit den unterschiedlichen Wahrnehmungen, Einschätzungen und Parolen über die Bedeutung und Wirksamkeit von afrikanischen Frauen in den afrikanischen Entwicklungsprozessen auseinander. In der Spannweite von „Afrikas Frauen halten den Schlüssel zur Zukunft des Kontinents in der Hand“, bis zu Analysen, dass die afrikanischen Frauen zu den Verliererinnen im intergenerationellen Machtgefüge gehören, lassen sich auch in der deutschen Afrikapolitik Aktivitäten und programmatische Programme finden.

Der Leipziger Historiker und Politikwissenschaftler, Berater der Friedens- und Sicherheitsabteilung der Afrikanischen Union, Ulf Engel, stellt mit dem Beitrag „Frieden und Sicherheit“ fest, dass sich die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den afrikanischen Staaten eher auf einer ökonomisch interessengepflasterten Einbahnstraße bewegen. Um diese hierarchisch und hegemonial bestimmten Strukturen zu verändern, braucht es sicherheitspolitische Kooperationsformen, die die jeweils nationalen und global-internationalen Bedürfnisse und Gegebenheiten berücksichtigen. Es bedarf sowohl der Beachtung der gestärkten Bedeutung Deutschlands etwa im UN-Sicherheitsrat, der Einbeziehung der Beteiligung bei UN- und EU-Projekten, der Mitwirkung bei der Bekämpfung von Piraterie und Korruption, und der Unterstützung der afrikanischen Sicherheitsarchitektur. Es gilt, die Janusköpfigkeit auf dem Gebiet Frieden und Sicherheit in Afrika zu überwinden, hier und dort.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter der Hochschule Nürtingen-Geislingen, Steffen Haag, und die Politikwissenschaftlerin von der Universität Kassel, Franziska Müller, thematisieren „Finanzplatz Afrika“, indem sie nach grünen Finanzeinflüssen und afrikanischen Energietransitionen Ausschau halten. Sie arbeiten heraus, dass die durchaus erkennbaren Entwicklungen hin zu erneuerbaren Energien in den afrikanischen Ländern mit unterschiedlichen Intensitäten und Geschwindigkeiten verlaufen und Konzepte wie De-Risking Chancen zur Implementierung haben.

Die Sozialwissenschaftlerin Melanie Müller von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik setzt sich mit dem neuen Schwerpunkt „Migrationsabwehr“ in der Afrikapolitik auseinander. Sie verweist auf die Diskrepanz von öffentlichen Wahrnehmungen und Wirklichkeiten, dass die meisten Migrantinnen und Migranten, die seit 2015 in der EU und Deutschland nach Asyl und Aufnahme suchen, aus Syrien, Afghanistan und dem Irak kommen, während sich im öffentlichen Bewusstsein das Bild vom „Problemkontinent Afrika“ verfestigt. Der Schwerpunkt in der deutschen Afrikapolitik jedoch liegt in der Eindämmung von Migration. Die Autorin zeigt dies am Beispiel der westafrikanischen Republik Niger auf, die als Transitland der afrikanischen Migrationsbewegungen gilt.

Der aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Germanist Boniface Mabanza Bambu, der als Trainer und Berater für Entwicklungspolitik und Antirassismus tätig ist, informiert über „Politik mit Flüchtlingen“. Es sind die Ab-, Ausgrenzungsstrategien und Abschottungen der europäischen Länder, die die Fluchtgründe der Flüchtlinge aus Afrika relativieren in asylberechtigte und vorgetäuschte Anlässe und ihre Heimatländer in sichere und unsichere Herkunftsländer aufteilen wollen. Die tatsächlichen Fluchtursachen werden dabei eher nicht thematisiert. Die Unterscheidung in Kriegs-, Wirtschafts- und Umweltflüchtlinge vernachlässigt die wahren Ursachen, die im ungerechten Handel, in Waffenlieferungen und hegemonialen Strukturen zu finden sind.

Der Historiker von der Berliner Humboldt-Universität. Andreas Eckert, kündigt für 2020 seine „Geschichte Afrikas seit 1850“ an. Mit seinem Beitrag „Afrikawissenschaften in Deutschland“ analysiert er die wissenschaftlichen Entwicklungen, wie sie sich in den nach wie vor bestehenden „Orchideenfächern“ Afrikanistik, Afrikastudien, Afrikakunde, African Affairs und Orientalistik über die Jahrzehnte hin entwickelt haben. Es sind Imponderabilien, Irrungen und Inspirationen, die münden in die neuen, lokalen und globalen Herausforderungen, Wissenschaft als disziplinäre und interdisziplinäre, anthropologische und gesellschaftspolitische Innovationen zu verstehen.

Die Forschungsarbeiten des Heidelberger Literaturwissenschaftlers Manfred Loimeier haben Aufmerksamkeit auch im Internet-Rezensionsdienst www.socialnet.de gefunden (siehe dazu u.a.: www.socialnet.de/rezensionen/24488.php). Mit seinem Beitrag „Deutschland und die Literaturen Afrikas“ vermittelt er eine vergleichende Perspektive mit dem Ziel, das literarische (und künstlerische) Schaffen von Afrikanerinnen und Afrikanern nicht mehr mit dem exotischen, unterschätzigen Blick zu betrachten, sondern ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, „dass es nicht mehr genügt abzuwarten, dass die Bücher aus Afrika schon nach Deutschland kommen werden. Vielmehr wird es immer mehr erforderlich nach Afrika zu gehen und selbst nach guten Büchern Ausschau zu halten“.

Der Kameruner Literatur- und Kulturwissenschaftler Albert Gouaffo und die Historikerin Stefanie Michels fragen mit dem Beitrag „Afrikanische Kulturgüter und deutsche Museen“: „Wem gehört was?“. Sie greifen ein in die Restitutionsforderungen, wie sie erst in den letzten Jahren entstanden sind und betrachten die Zurschaustellung von afrikanischen Kunst- und Kultgegenständen in außerafrikanischen Museen als fragwürdige Praxis, insbesondere dann, wenn die Herkunft und der Besitz der Objekte ungeklärt, oder sogar auf ungerechten Erwerb zurückzuführen ist. Die kritische Betrachtung wird dabei begründet mit der Auffassung: „Kulturobjekte gehören primär dahin, wo sie herkommen“ – „Als Erbe und Archive unserer langen und relativ brutalen (kolonialen, JS) Beziehung reflektieren ethnographische Objekte unsere geteilte Geschichte“ – „Afrikanische Kulturgüter sind als Weltkulturerbe zu betrachten“.

Der Berliner Historiker und Pädagoge Joachim Zeller fragt: „Weg vom Vergessen?“, indem er über die (post)koloniale Erinnerungskultur in Deutschland nachdenkt. Diese angesichts der Zeiten von Fake News und Versuchen der Geschichtsverklitterung bedeutsame Frage ist nicht zuletzt bei der Wahrnehmung, Auslegung und Interpretation der Ursachen und Folgen der Kolonialgeschichte wichtig. Die deutsche und europäische, koloniale Vergangenheitsbewältigung braucht ein objektives Erinnerungsbewusstsein, das im gleichberechtigten Dialog erworben werden muss (vgl. dazu auch: Felwine Sarr, Afrotopia, 2019, www.socialnet.de/rezensionen/26040.php).

Der Historiker Reinhart Kößler verweist mit dem Beitrag „Zwischen kolonialer Amnesie und konstruktivem Engagement“ auf die vielfältigen postkolonialen Asymmetrien, die im Alltagsdenken und -handeln vorfindbar sind. Die Argumentation, dass die Deutschen „gute Kolonialherren“ waren, findet sich nicht nur in den rassistischen und faschistischen Interpretationen, sondern sie liegen gewissermaßen auf der Straße, sind in den Schaufenstern zu betrachten, in Sprichwörtern und Erzählungen zu hören, und sie werden weitergegeben. Der Autor zeigt die zahlreichen, aktuellen, offiziellen, offiziösen und mentalen kolonialen Einstellungen am Beispiel der Beziehungen zum heutigen Namibia auf.

Von „Critical Whiteness“ (Weißseinsforschung) wird im Antirassismus-Diskurs gesprochen (vgl. u.a. dazu: Maureen Maisha Eggers/​Grada Kilomba/​Peggy Piesche/​Susan Arndt, Hrsg., Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland, 2005). Im kulturellen und interkulturellen gesellschaftlichen Verhältnis wird das „Anderssein“ immer noch als Merkmal der Distanz und Ablehnung praktiziert ( siehe dazu z.B. auch: Marvin Oppong, Ewig anders. Schwarz, deutsch, Journalist, 2019, www.socialnet.de/rezensionen/25586.php). Der Berliner Gesellschaftsaktivist und Vorstandsmitglied der „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“, Tahir Della, und die Kölner Journalistin Bebero Lehmann setzen sich mit dem Beitrag „Afrodeutsche und eine deutsche Afrikapolitik“ damit auseinander, wie ein objektiver, kritischer gesellschaftlicher Dialog von Vielfalt und kolonialen Kontinuitäten geführt werden kann. Es ist die Identitätsfindung, die der Anerkennung und Solidarität bedarf: „Nur durch eine kritische Aufarbeitung können die kolonialrassistischen Kontinuitäten… überwunden werden“.

Mit dem Schlussbeitrag „Herausforderungen deutscher Dekolonisierung“ fasst Henning Melber die individuellen und lokal- und globalgesellschaftlichen Herausforderungen zusammen. Mit der Erkenntnis. „Kulturelle Demenz ist irreversibel. Koloniale Amnesie nicht“ – ruft Melber zu aufgeklärten, humanen Kompetenzen auf: „Die Überwindung amnesischer wie auch aphasischer Defizite erfordert eine grundlegende Revidierung von Sicht- und Verhaltensweisen“.

Fazit

Es ist der notwendige Perspektivenwechsel, der und nur der es möglich macht, gleichberechtigte, ethische Vielfalt der Menschen zu denken und zu leben. Kolonialnostalgie und Verharmlosung sind immer noch individuell und gesellschaftlich präsent, Rassismus und Populismus bringen die Menschen um ihren Verstand, Egoismus und Fake News breiten sich aus. Da ist eine nüchterne, kompetente, fach- und fächerübergreifende Analyse notwendig.


Rezensent
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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Zitiervorschlag
Jos Schnurer. Rezension vom 27.11.2019 zu: Henning Melber (Hrsg.): Deutschland und Afrika – Anatomie eines komplexen Verhältnisses. Brandes & Apsel (Frankfurt) 2019. ISBN 978-3-95558-257-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25782.php, Datum des Zugriffs 13.12.2019.


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