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Adolf Laufs, Bernd-Rüdiger Kern u.a. (Hrsg.): Handbuch des Arztrechts

Cover Adolf Laufs, Bernd-Rüdiger Kern, Martin Rehborn (Hrsg.): Handbuch des Arztrechts. Verlag C.H. Beck (München) 2019. 5. Auflage. 2273 Seiten. ISBN 978-3-406-65614-9. 239,00 EUR.
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Herausgeber*innen – Autor*innen

Die beiden Herausgeber und Mitautoren, Prof. Dr. Bernd-Rüdiger Kern und Prof. Dr. Martin Rehborn, gehören seit Jahren zu den renommiertesten Autoren auf dem Gebiet des Medizinrechts.

  • Bernd-Rüdiger Kern hatte bis zu seiner Emeritierung (2014) an der Universität Leipzig den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Rechtsgeschichte und Medizinrecht inne.
  • Martin Rehborn ist Fachanwalt für Medizinrecht und Honorarprofessor der Universität zu Köln.

Zu den weiteren Autor*innen zählen neben einem hauptamtlichen Hochschullehrer (Prof. Dr. Adrian Schmidt-Recla, Universität Leipzig) vor allem Praktiker*innen aus der Anwaltschaft (Claudia Holzner, LL. M., Dr. Gernot Steinhilper, Prof. Dr. Dr. Klaus Ulsenheimer - auch apl. Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Anna Wollschläger, LL. M.) sowie der Verwaltung (Dr. Julia Spindler, LL. M. Eur., Dr. Frank Stollmann) und der Justiz (Prof. Dr. Thomas Clemens, Richter am Bundessozialgericht a.D.). Alle diese Autor*innen sind in der Fachwelt als namhafte Vertreter des Medizinrechts durch zahlreiche Publikationen bekannt.

Thema

Obwohl das Werk als Handbuch des Arztrechts betitelt ist, kann es als medizinrechtliches Handbuch gelten. Die Herausgeber haben sich aber entschieden, das Subjekt, das in der Mitte des Gesundheitsbetriebes steht, mit dem gewählten Titel hervorzuheben (so im Vorwort, S. V). Das Werk wendet sich vor allem an juristisch ausgebildete Personen, die in der Anwaltschaft, Verwaltung und Justiz mit dem Medizin- und Arztrecht zu tun haben.

Aufbau

Das Werk gliedert sich in 26 Kapitel und 207 Paragrafen. Es wird komplettiert durch ein Sachregister. Die drei letzten Kapitel sind in dem Werk nicht abgedruckt, sondern im Internet über einen Zugangscode verfügbar. Allerdings ist bei der Nummerierung dieser letzten Kapitel ein Fehler unterlaufen. Diese Kapitel werden im Werk und im Internet als Kapitel 24, 25, und 26 bezeichnet. Jedoch ist das Kapitel 24 bereits im gedruckten Werk vorhanden. Deshalb müssten die im Internet zur Verfügung gestellten Kapitel mit Kapitel 25, 26, und 27 nummeriert werden.

Die nur im Internet verfügbaren Kapitel enthalten umfangreiche Rechtsprechungsübersichten, wobei die jeweiligen Entscheidungen kurz in Orientierungssätzen zusammengefasst werden. Die drei Kapitel zu den Rechtsprechungsübersichten lauten:

  • Rechtsprechung zu typischen Fallgruppen der Haftung für Behandlungsfehler,
  • Rechtsprechung zu typischen Fallgruppen der Haftung für mangelhafte Einwilligung und Aufklärung,
  • Rechtsprechung zu typischen Fallgruppen der Haftung nach ärztlichen und sonstigen medizinischen Fachbereichen in alphabetischer Ordnung.

Die insgesamt 27 Kapitel sind in 207 Paragrafen untergliedert, wobei das ärztliche Berufs- und Standesrecht (4. Kapitel), das Kassen-/Vertragsarztrecht (6. Kapitel) und der Arzt im Strafrecht (24. Kapitel) den größten Umfang haben. In dem Werk werden wohl alle relevanten Aspekte das Arzt- bzw. des Medizinrechts angesprochen. Auch Einzelfragen, so etwa der Praxiskauf und -verkauf (§ 23), der Problemkreis um das „Kind als Schaden“ (§ 98) oder das Industriesponsoring (§ 162) werden thematisiert. Das 22. Kapitel zu den besonderen ärztlichen Eingriffen und Sonderproblemen greift ebenfalls wieder Einzelfragen auf, so z.B. zur Intersexualität und Transsexualität (§ 128, § 129) oder zur Leichenschau (§ 134). Über den engeren Bereich des Arztrechts hinaus enthält das Werk auch ausführliche Abschnitte, die dem Krankenhausrecht gewidmet sind oder mit dem Krankenhausrecht in Verbindung stehen (14. bis 17. Kapitel). Wer sich in dem mit vielen Fallstricken versehenen Finanzierungs- und Vergütungsrecht erste und grundlegende Orientierung verschaffen will, ist mit dem eingängig verfassten Abschnitt hierzu (§ 28) gut bedient. Unter terminologischen Gesichtspunkten sind die Kapitel- und Paragrafenüberschriften zum Arztvertrag (7. und 8. Kapitel) etwas verwirrend, insbesondere wenn dann im 9. Kapitel der Behandlungsvertrag und im 13. Kapitel wieder der Arztvertrag in der Kapitelbezeichnung erscheint. Auch wird nicht ganz klar, warum das 7. und das 8. Kapitel nicht in einem Kapitel zusammengefasst worden sind.

Ganz überwiegend sind den jeweiligen Paragrafenabschnitten Gliederungsübersichten und sehr ausführliche Schrifttumshinweise vorangestellt.

Fazit

Das vorliegende Handbuch des Arztrechts erfasst weit mehr als nur das arztbezogene Medizinrecht. Es werden praktisch alle medizinrechtlich relevanten Gegenstände behandelt, die einen direkten oder indirekten Arztbezug haben. Es versteht sich von selbst, dass die einzelnen Beiträge durchgehend hohes Niveau aufweisen und trotzdem klar und verständlich abgefasst sind. Somit kann das Handbuch des Arztrechts all denjenigen mit dem Medizinrecht befassten Personen und Institutionen uneingeschränkt empfohlen werden, die eine thematisch ausgerichtete Darstellung der Kommentierung einzelner Vorschriften vorziehen, um sich ein breites und tiefgehendes Verständnis der jeweiligen inhaltlichen und rechtlichen Problemzusammenhänge zu verschaffen.


Rezensent
Prof. Dr. Gerhard Igl
(Universitätsprofessor a.D., Universität Kiel)
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Zitiervorschlag
Gerhard Igl. Rezension vom 11.09.2019 zu: Adolf Laufs, Bernd-Rüdiger Kern, Martin Rehborn (Hrsg.): Handbuch des Arztrechts. Verlag C.H. Beck (München) 2019. 5. Auflage. ISBN 978-3-406-65614-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25850.php, Datum des Zugriffs 18.11.2019.


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