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Karl Heinz Brisch: Bindung - Scheidung - Neubeginn

Cover Karl Heinz Brisch: Bindung - Scheidung - Neubeginn. Möglichkeiten der Begleitung, Beratung, Psychotherapie und Prävention. Klett-Cotta Verlag (Stuttgart) 2019. 304 Seiten. ISBN 978-3-608-98150-6. D: 40,00 EUR, A: 41,20 EUR.
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Thema

Das Buch bildet eine gedankliche Klammer zu den Themen Bindung – Scheidung – Neubeginn, Möglichkeiten der Begleitung, Beratung, Psychotherapie und Prävention. Es umfasst eine Vielzahl von Aspekten aus den Bereichen Bindung, Trennung, Scheidung, Umgangskontakte, Mediation, Psychotherapie und „Neubeginn in Patchworkfamilien“.

Autor

Dr. med. habil. Karl Heinz Brisch ist Professor an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychiatrie und Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Neurobiologe; Psychoanalytiker; Ausbildung in spezieller Psychotraumatologie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Brisch leitete über viele Jahre die Abteilung für Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapier am Dr. von Haunerschen-Kinderspital der Universität München. Er ist Vorstand des weltweit ersten Lehrstuhls für Early Life Care und leitet das gleichnamige Forschungsinstitut an der PMU Salzburg.

Entstehungshintergrund

Der Herausgeberband enthält die Beiträge einer internationalen Konferenz, die vom 5.-7. Oktober 2018 von der Abteilung Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie am Dr. Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilian-Universität München sowie vom Early-Lifecare Institut der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg durchgeführt wurde.

Aufbau

Das Buch besteht aus insgesamt 13 verschriftlichten Vorträgen der o.g. Konferenz. Vorangestellt ist ein Inhaltsverzeichnis, ein Vorwort von Karl Heinz Brisch und eine Einleitung. Jeder Beitrag enthält unterschiedlich umfassende Literaturhinweise. Die Adressen der AutorInnen sind am Schluss des Buches angefügt.

Inhalt

In sieben Beiträge des Buches werden Forschungsprojekte bzw. wissenschaftliche Studien, ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen vorgestellt. Ein Beitrag beschreibt eine neue Theorie der emotionalen Sicherheit auf Basis der Bindungstheorie. Drei Beiträge enthalten Erfahrungsberichte, einmal zu gutachterlichen Stellungnahmen, zum anderen, wie aus pädagogischer Sicht Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen unterstützt werden können, deren Eltern sich in einem Trennungs- und Scheidungskonflikt befinden, dann wie eine Arbeit mit den Kindern in der Einzeltherapie ermöglichen kann, dass die Stressbelastung aufgrund der Trennung ihrer Eltern möglichst ohne langfristige psychische Symptome bewältigt werden können. In zwei weiteren Beiträgen werden Praxiskonzepte beschrieben. Einmal, wie Paare dabei unterstützt werden können, nach der Trennung bzw. Scheidung eine freundschaftliche Beziehung aufzubauen, zum anderen wird die „Imago-Therapie“ vorgestellt als ein Konzept, mit dessen Hilfe Paare unterstützt werden können, sich der eigenen destruktiven Schutzmuster bewusst zu werden und sich aus dem „Täter-Opfer-Prinzip“ zu lösen.

Die einzelnen Beiträge:

Dimitri Mortelmans und sein Team haben in einer großen Studie in Flandern untersucht, wie sich nach einer Scheidung das Erziehungsverhalten von Eltern ändert und in welcher Weise sie unterschiedlich – je nachdem, wie sie die Scheidung verarbeitet haben – als Vater oder Mutter auf die Kinder reagieren und „sich die Erfahrung der Scheidung auf unterschiedliche Erziehungsstile auswirken kann“ (S. 10). Das Ergebnis der Studie zeigt auf, dass „die gemeinsame Sorge im Rahmen mehrerer (Betreuungs-) Modelle zu ähnlichen Resultaten (führt), wie das Arrangement, bei dem die Kinder jeweils zwölf Tage bei der Mutter und zwei Tage (also jedes zweite Wochenende) beim Vater leben (…). Nicht immer ist es die jeweilige Sorgerechtsvereinbarung, die für das Wohlbefinden der Kinder entscheidend ist. (…) Den Erziehungspraktiken scheint doch das gleiche Gewicht zuzukommen, wie dem Ausmaß an Kontakt“ (S. 11).

Unter der Überschrift „Was Hänschen erlebt – erlebt Hans immer wieder“ berichten Violetta Schaan und ihre Co-Autoren von einer Studie, in der untersucht wurde, welche Auswirkungen elterliche Scheidung auf die psychische Gesundheit im jungen Erwachsenenalter hat. Sie berücksichtigen dabei Aspekte von Resilienz, kindliche Traumata, elterliche Scheidung und psychische Störungen sowie körperliche Gesundheit, Stress und Interozeption. Ihre „Forschungsergebnisse weisen auf ein niedriges psychisches Wohlbefinden der (von der Scheidung ihrer Eltern) betroffenen Kinder hin, dass bis ins junge Erwachsenenalter hineinreicht. (…) Diese Ergebnisse unterstreichen von neuem die Wichtigkeit von adäquaten Präventionsprogrammen für Eltern und Kinder, um Langzeitkonsequenzen einer elterlichen Scheidungserfahrung als Konglomerat unterschiedlicher familiärer Vor- und Nach-Scheidungserfahrungen, zu reduzieren.“ (S. 44).

Mark Cummings und Kathleen N. Bergman stellen „auf Basis der Bindungstheorie eine neue Theorie der emotionalen Sicherheit“ vor. Der „aus der Bindungstheorie entlehnte Begriff der sicheren Basis von Bowlby wird in diesem Konzept über die Mutter-Kind-Beziehung hinaus für eine Vielzahl weiterer familialer und gemeinschaftlicher Kontexte der kindlichen Entwicklung anwendbar gemacht“ (S. 60). Es wird aufgezeigt, wie „die Symptomentwicklung bei Kindern in Familien mit großen Scheidungskonflikten verstanden werden kann und welche Möglichkeiten der Intervention es für diese Familien gibt.“ (S. 11).

Im nächsten Beitrag berichtet Heinz Kindler, der lange in diesem Feld als Gutachter tätig ist, über seine Erfahrungen und die kritischen Punkte bei hochstrittigen Paaren. Er unterteilt hochstrittige Elternpaare in fünf Untergruppen mit verschiedener Ätiologie und unterschiedlichen Interventionsformen:

  1. „Akzentuierung oder Störungen der Persönlichkeit bei einem oder beiden Elternteilen (…), die einen erhöhten Selbstbezug bedingen sowie Schwierigkeiten, Konflikte auch mit den Augen der anderen Seite zu sehen.“ (S. 64)
  2. Eltern, die sehr unterschiedliche Vorstellungen zu Erziehung und Fürsorge haben.
  3. Fortbestehende Kontrolle nach Partnerschaftsgewalt bzw. die Abwehr empfundener Kontrolle nach gewaltsamen körperlichen und psychischen Verletzungen.
  4. Zwischen den Eltern besteht ein verwickeltes Bindungsmuster mit einer Abfolge an dramatischen Trennungen und Anklagen, gefolgt von (ebenso dramatischen) Versöhnungen. 
  5. Von außen (liegen) nicht zu klärende Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung durch einen Elternteil vor.

Im Weiteren werden Aspekte von Scheidung bzw. Hochstrittigkeit und ihr Einfluss auf Bindungsbeziehungen, Bindung als Entscheidungskriterium bei strittigen Sorge- und Umgangsfragen sowie Bindung und geäußerter Kindeswille im Rahmen psychologischer Gutachten beim Familiengericht beschrieben. Daran anschließend werden Kriterien für eine Einschätzung im Einzelfall ausgeführt und in einem Ausblick Erfordernisse für bindungsorientierte Interventionen benannt.

Carol George berichtet aus ihrer Forschung zur Bindungsentwicklung bei Säuglingen und Kleinkindern mit getrenntlebenden und geschiedenen Eltern (S. 11). Sie stellt „Überlegungen zur Ausgestaltung des Sorgerechts aus bindungstheoretischer Perspektive“ an. Ihren Beitrag beginnt sie mit grundsätzlichen Überlegungen zu Scheidung, Sorgerecht und die Bindungssicherheit der Kinder, um sich dann den Folgen von Brüchen im Zusammenhang von Bindung und fürsorgender Betreuung für die Kinder zuzuwenden. Sie stellt daran anschließend die Bindungstheorie und Bindungsforschung als Rahmen für eine Einschätzung der frühen Eltern-Kind-Beziehungen dar und illustriert dies mit einem Praxisbeispiel. In ihren abschließenden Überlegungen weist sie auf die Wichtigkeit hin, „eine umfassende und juristisch abgesicherte Einschätzung der Bindung der Kinder, des Betreuungsverhaltens der Erwachsenen und der Erwachsenenbindungen vorzunehmen.“ (S. 92).

Unter der Überschrift „Bindung entflechten: Entwicklungswege nach der Scheidung“ setzt sich Jessica Bürelli mit Trauer aus bindungstheoretischer Sicht und auf Basis der emotionsfokussierter Therapie nach Greenberg (2006) auseinander. Sie stellt fest, dass „Erwachsene auf den Verlust einer Bindungsperson sehr ähnlich reagieren wie Kinder (…). Sie durchlaufen verschiedene Stadien des Reagierens auf diese Erfahrung – ein Stadium der Betäubung, unterbrochen durch unbeherrschte emotionale Ausbrüche, ein Sehnen und/oder Suchen nach der verlorenen Bindungsperson, ein Stadium der Desorganisation du Verzweiflung angesichts des Verlustes und schließlich die Reorganisation ihres Selbstgefühls“ (S. 96). Sie resümiert, dass „über den komplexen Prozess der Entflechtung einer Paarbindung (…) nur sehr wenig bekannt (ist). (…) In Zukunft wird die Forschung den normativen Prozess der Bindungs-Entflechtung nach einer Scheidung sehr viel eingehender erfassen und darstellen müssen.“ (S. 107).

Im Beitrag von Katharina Klees geht es um „Destruktive Bindungen – Ursache für Trennung und Scheidung?“. Nach ihren Forschungen gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen unverarbeiteten traumatischen Erfahrungen in der eigenen Vorgeschichte der Partner und der Frage, ob eine Scheidung fair erfolgen kann oder sehr destruktive oder sogar gewaltvolle Szenen zur Trennung oder Scheidung führen (S. 11). Sie geht folgenden Fragen nach:

  • Wie kann die Trauma-sensible Paartherapie Familien helfen?
  • Wie kommen destruktive Beziehungen zustande?
  • Welche Auswirkungen haben die Bindungs-Schemata kriegstraumatisierter Eltern auf die Beziehungsfähigkeit ihrer Kinder?
  • Wie ein destruktiver Bindungsstil zu Krisen oder zur Trennung führt
  • Wie kommt der destruktive Bindungsstil ins Gehirn und sorgt für Krisen?
  • Welche Bedeutung haben diese Krisen für die Beziehung?
  • Wie können Paare ihren eigenen Bindungsstil erkennen?
  • Wie erkennen Paare die Wirkung der Krisenenergie?
  • Welchen Erklärungswert bietet eine Metapher für das Benennen von Beziehungskrisen?

„Das Anliegen der Trauma-sensiblen Paarberatung (TSPT) besteht darin, den Krieg in jeder Beziehung zu beenden.“ (S. 126).

  • Der Beitrag von Sabine Walper über „Die Beziehung zum getrennt lebenden Elternteil und das Wohlergehen von Kindern in verschiedenen Betreuungsmodellen“ geht in einer groß angelegten Studie der Frage nach, was das Engagement getrenntlebender Väter beeinflusst. Sie analysiert die Auswirkungen verschiedener Betreuungsmodelle auf das Engagement von Vätern und die Bindungssicherheit von Kindern. Ihre Befunde stellen „vielfach Vorteile einer geteilten Betreuung (heraus), kann aber auch Nachteile bergen (…). Sie kann eine Bereicherung bedeuten, aber Kinder auch überfordern. (…). Vor allem im Kontext einer konfliktbelasteten, rivalisierenden Beziehung zwischen den Eltern sind die Chancen der Kinder, von einer paritätischen Betreuung zu profitieren, eingeschränkt. (…). Die wichtigste Voraussetzung für eine geteilte Betreuung (ist) die Fähigkeit der Eltern (…), ihre Konflikte zu begrenzen und im Sinne des Kindes miteinander zu kooperieren.“ (S. 145).
  • Claus Koch schreibt über „Trennung und Scheidung – Aufgaben einer bindungsorientierten Pädagogik in Kita und Schule“. Es geht um die Frage, was Kita und Schule aus bindungstheoretischer Sicht dazu beitragen können, Kinder und Jugendliche darin zu unterstützen, dass die Folgen der Trennung ihrer Eltern besser überwinden. Die aus seiner Sicht „passenden Interventionsstrategien in Kita und Schule“ sind:
  • Dem Kind Anerkennung zu geben und seine Authentizität zu stärken: „So wie du gerade bist, bist du gut. Anerkennung bedeutet, dass das Kind seine Gefühle ausleben darf, ohne dafür sanktioniert zu werden.“
  • Das Selbstwertgefühl des Kindes oder Jugendlichen zu stärken: „So, wie ich mich gerade fühle, darf ich sein. Das Kind wird ermuntert, über das zu sprechen, was es gerade von sich weiß.“ (S. 162)
  • Durch vielfältige Projekte dem Kind „die freie Entfaltung seiner Interessen ermöglichen, (um) das Gefühl von Selbstwirksamkeit wiederherzustellen.“

Dies alles setzt „pädagogische Fähigkeiten voraus, die auch mit der eigenen Bindungsgeschichte zu tun haben“ (S. 163).

Andrea Perry geht im Vergleich am Beispiel des Brexit der Frage nach, ob es gelingen kann, nach Trennung und Scheidung Freunde zu bleiben. Konkret: „Was ist notwendig, damit zwei Individuen den Sturm überstehen, sich ihre diesbezügliche Hoffnung bewahren und mit der Zeitz eine neue Form der Freundschaft miteinander eingehen?“ (S. 164). Ihr Fazit zu der Frage, was es braucht, um befreundet zu bleiben ist: „Beide Parteien müssen es wollen. Beide Parteien müssen eine ‚hinreichend ähnliche‘ Definition dessen haben, was die neue Beziehung leisten und was sie nicht leisten kann. Beide müssen Verantwortung für sich selbst und für die Wahrung ihrer Beziehung übernehmen.“ (S. 187).

Sabine und Roland Bösel berichten in ihrem Beitrag, wie sie mit Hilfe Imago-therapeutischer Interventionen und dem Generationen-Dialog Paar- und Elternbeziehungen klären und stützen. In der Imago-Paartherapie führen die Therapeut*innen die Partner „an die Ursprünge ihres Verhaltens, sodass beide verstehe können, wie es dazu kam, dass sie der Mensch wurden, der sie nun sind.“ Dabei geht es auch um die „Heilung kindlicher Wunden und damit auch (um) persönliche Entwicklung“ (S. 193–194). In geführten Paardialogen geht es um Abschied, Verzeihen, Intimität, Sexualität und sexuelle Prägungen, Auswege aus der Beziehung, die Sprache der Liebe, usw. Es geht darum, den unbewussten Beziehungskontrakt bewusst zu machen und den Dialog in Familien als „wesentlichen Baustein für den Frieden in der kleinsten sozialen Einheit unser Gesellschaft“ zu nutzen(S. 214).

Ulrike Lux beschäftigt sich in ihrem Beitrag mit der Bedeutung von Beziehungs- und Trennungserfahrungen mit früheren Partnern für nachfolgende Bindungsbeziehungen. Sie richtet dabei ihren Blick auf „auf die Bedeutung früherer Partnerschaften im Jungend- und jungen Erwachsenenalter“, wie auch auf die ersten „Erfahrungen in der Interaktion zwischen Mutter und Kind (als) (…) Schablone für alle weiteren Beziehungserfahrungen (…).“ (S. 218). Ihr Fazit ist: „Erfahrungen in vergangenen Bindungsbeziehungen scheinen eine Art Schablone darzustellen, auf deren Grundlage Erwartungen an zukünftige Beziehungen geprägt werden.“ „Divergierende Erfahrungen (bergen) das Potenzial, frühere Erfahrungen neu zu bewerten. Auch die Bindungsmuster des Partners bzw. der Partnerin sind dabei nicht irrelevant, weshalb eine systemische Sichtweise von Bindungsbeziehungen mehr als notwendig erscheint“ (S. 234).

Im Schlusskapitel berichtet Karl Heinz Brisch, der Herausgeber des Buches, über Psychotherapie mit Kindern im Scheidungskonflikt der Eltern. Ausgehend von der Erfahrung, dass eine Scheidung der Eltern das Bindungssystem der Kinder aktiviert, nennt er möglich Symptome des Kindes im Trennungskonflikt der Eltern sowie spezifische Probleme nach einer Trennung und Scheidung. Illustriert durch ein Praxisbeispiel beschreibt er eine Kinderpsychotherapie in Form einer ambulanten Spieltherapie mit begleitender Elternarbeit. Dem schließen sich Überlegungen und Informationen zu einer primären Prävention an, um den beteiligten Kindern und Jugendlichen – „aber auch ihren Eltern solche stressvollen Konflikte ersparen“ zu können. In seiner Zusammenfassung macht er darauf aufmerksam, dass „ein gemeinsames Sorgerecht (…) kein Selbstzweck sein (kann); es macht nur dann Sinn, wenn Eltern miteinander – auf der Elternebene – hilfreich und feinfühlig kooperieren können. (…). Bei völlig zerstrittenen Eltern ist es oftmals eine gute Alternative, wenn das Kind in einer Wohngruppe wohnt.“ (S. 254 f).

Diskussion

Das Buch gibt einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Forschung rundum das Thema Trennung und Scheidung, insbesondere zu der Frage, was dem Wohl der Kinder dient, wenn ihre Eltern sich trennen und scheiden lassen. Ebenso werden ausgewählte Praxiskonzepte und Praxiserfahrungen in der bindungstheoretisch orientierten Beratung und Therapie von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern in Trennungs- und Scheidungskonflikten dargestellt.

Es ist unter anderem eine Bereicherung für Studierende, die sich einen Überblick über die Thematik verschaffen wollen und/oder die Informationen des Buches zur Grundlage der Entscheidung über eigene Forschungsaktivitäten oder wissenschaftliches Arbeiten nutzen möchten.

Erfahrenen PraktikerInnen im medizinischen, psychotherapeutischen, pädagogischen Bereich und in der psychosozialen Beratung gibt es ebenfalls einen Überblick über wesentliche Forschungsergebnisse und neuere Praxiskonzepte. Die entsprechenden Beiträge können als Anregung für eine weitere, vertiefte Beschäftigung mit dem jeweiligen Konzept genutzt werden, bevor es in die eigene Praxis umgesetzt werden kann. Die Beiträge können ebenfalls eine Hilfestellung im Sinne einer wissenschaftlichen Untermauerung sein bei der Entwicklung und Begründung von beraterisch-therapeutischen Konzepten für eine bindungstheoretisch orientierte Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern in Trennungs- und Scheidungskonflikten.

Wer sich in dieses Arbeitsfeld neu einarbeiten möchte, sollte die Themen ihres/​seines Interesses gezielt auswählen und anhand weiterführender Literatur vertiefen, um sich von der Fülle der Aspekte und angerissener Themen nicht verwirren zu lassen.


Rezension von
Dipl. Soz.-Arb. Annegret Sirringhaus-Bünder
Dipl.-Sozialarbeiterin, Supervisorin (DGSF), Lehrende für Systemische Beratung und Therapie (DGSF)
Homepage www.systemische-praxis-bruehl.de
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Zitiervorschlag
Annegret Sirringhaus-Bünder. Rezension vom 08.12.2020 zu: Karl Heinz Brisch: Bindung - Scheidung - Neubeginn. Möglichkeiten der Begleitung, Beratung, Psychotherapie und Prävention. Klett-Cotta Verlag (Stuttgart) 2019. ISBN 978-3-608-98150-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25875.php, Datum des Zugriffs 10.04.2021.


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