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Friederike von Gross, Renate Röllecke: Instagram und YouTube der (Pre-) Teens

Cover Friederike von Gross, Renate Röllecke: Instagram und YouTube der (Pre-) Teens. Inspiration, Beeinflussung, Teilhabe. kopaed verlagsgmbh (München) 2019. 180 Seiten. ISBN 978-3-86736-514-7. D: 18,00 EUR, A: 18,50 EUR.

Reihe: Dieter Baacke Preis Handbuch - 14.
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Thema

Das 14. Handbuch des Dieter Baacke Preis thematisiert, wie Kinder und Jugendliche digitale Aktionsräume nutzen, sowie welche Bedeutung diese für die Persönlichkeitsbildung und – entwicklung besitzen. Hierbei werden sowohl Chancen wie auch Risiken der digitalen Medien kritisch betrachtet. Anhand der prämierten Projekte werden Methoden und Ansätze zur Medienpädagogischen Arbeit praxisrelevant dargestellt.

Herausgeberinnen

  • Dr. Friederike von Gross ist Geschäftsführerin der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK).
  • Renate Röllecke ist pädagogisch-wissenschaftliche Referentin der GMK.

Entstehungshintergrund

Der Dieter Baacke Preis wird jährlich in fünf Kategorien an herausragende medienpädagogische Projekte und Methoden vergeben. Das zugehörige Handbuch stellt sowohl die prämierten Projekte und Methoden dar, wie auch vertiefende theoretische Grundlagen zum Thema des Medienjahres.

Aufbau und Inhalt

Einem Grußwort von Franziska Griffey folgt das Vorwort der Herausgeberinnen, in welchem anhand aktueller Daten die Bedeutung der digitalen Medien für Kinder- und Jugendliche deutlich wird. Der Herausgeberband gliedert sich nachfolgend in drei Bereiche.

Im ersten Teil setzen sich insgesamt elf Beiträge aus Forschung und Praxis mit der Nutzung, Darstellung und Wirkung sozialer Medien auseinander. Nachfolgend werden drei der Beiträge dargestellt.

Wie Jugendliche durch soziale Bewegtbild-Netzwerke wie YouTube inspiriert werden, stellen Lars Gräßer und Markus Gerstmann in „Ich kriege das halt alles einfach mit und das ist halt das Schöne daran“ dar. Hierin arbeiten die Autoren anhand aktueller Studien und Interviews das Mediennutzungsverhalten und seine Schnelllebigkeit heraus, wie auch die Bedeutung dieser Kommunikationskanäle für die NutzerInnen. Deutlich wird, welche Risiken in diesen Angeboten liegen können, besonders wenn es keine Möglichkeit für eine reflektierte Auseinandersetzung mit den Inhalten gibt, da sie für Jugendliche auch eine Orientierungshilfe darstellen.

Martina Schuegraf und Tobias Börner setzen sich mit der Instagram-Faszination für Heranwachsende auseinander. Deutlich wird in diesem Beitrag, dass Instagram für seine NutzerInnen ein Resonanzraum ist, der durch seine Interaktionsmöglichkeiten ein Gefühl von Zugehörigkeit und Inspirationen für den Alltag bietet. Zugleich wird deutlich, dass Instagram ein Medium ist, das für eine positive Nutzung eine Medienkompetenz erfordert sowie eine starke digitale Präsenz. Zudem werden auf die Wirkfaktoren erfolgreicher Instagram-Accounts nachvollziehbar dargestellt.

Medienaktive Kinder – ratlose Eltern? Ist der Titel des Interviews von Iren Schulz. Renate Röllecke befragt die „Schau Hin!“-Mitarbeiterin zu den aktuellen Themen in der Beratung. Deutlich wird, dass es eine allgemeine Verunsicherung darüber gibt, wie die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen gesteuert werden sollte. Ab welchem Alter sind digitale Medien erlaubt sein sollten und welche Möglichkeiten es gibt, Kinder und Jugendliche vor bedenklichen Angeboten zu schützen, gehört zu den thematischen Schwerpunkten der Anfragen. Aber nicht nur die Eltern haben Fragen, auch Kinder und Jugendliche wenden sich an die Beratungsstellen. Deutlich wird, dass digitale Medien und ein kompetenter Umgang mit ihnen derzeit eine große Herausforderung für Familien sind.

Die neun Prämierten Projekte des Dieter Baacke Preises werden im zweiten Kapitel des Handbuchs dargestellt. Es werden zunächst die Details des jeweiligen Projekts (Aufbau, Zielsetzung, Laufzeit, etc.) angeführt, worauf ein Interview mit ProjektmitarbeiterInnen folgt, indem die bisherigen Erfahrungen und Möglichkeiten der weiteren Nutzung thematisiert werden.

Der Verein Moviemiento e.V. führte das Projekt Living Legends – Memory in Motion durch und wurde in der Kategorie C – Interkulturelle und internationale Projekte ausgezeichnet. Hierbei arbeiteten in partizipativen Filmworkshops Menschen aus verschiedenen internationalen Kulturkreisen zusammen und digitalisierten mündliche Überlieferungen der verschiedenen Länder. Durch das Projekt wurden besonders ländliche Regionen einbezogen um eine Brücke zwischen ländlicher Kultur und digitalen Medien zu ermöglichen. Es wurden vorwiegend alltägliche Medien eingesetzt um hierfür Kompetenzen und kreativen Einsatz zu fördern.

Das Medienprojekt Berlin e.V. führte das Projekt Wahl inklusive – ein Videoworkshop für Menschen mit oder ohne Behinderung durch. Es wurden in inklusiven Workshops Kurzfilme zum Thema „Inklusion und Politik“ erstellt, die eine Auseinandersetzung mit diesen Themen durch Einbeziehung direkt betroffener Personen ermöglicht. Ziel war es Sicht- und Erlebnisweisen von Inklusionsgedanken einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hierfür wurde das Projekt in der Kategorie D – Intergenerative und integrative Projekte ausgezeichnet.

Tinkerbrain. Institut für Bildungsinitiativen GmbH entwickelte die App #stadtsache durch die eine Crossmediale Teilhabe in der Stadt von Kindern und Jugendlichen möglich wird. Das Projekt wurde in der Kategorie F – Projekte zum Sonderthema „Kinderechte in der digitalen Welt“ ausgezeichnet. In Form eines Citizen Science Projekts werden den NutzerInnen durch die App Forscherfragen gestellt, die die Meinungen z.B. über Spielplätze oder Radwege erfassen. Die Antworten werden mit einer Karte verknüpft und können durch Malwerkzeuge und Audiodateien zusätzlich gestaltet werden. Die App ermöglicht Kindern und Jugendlichen digitale Partizipation und Bürgerforschung.

Im abschließenden 3 Buchteil werden Hintergrundinformationen Zum Dieter Baacke Preis vermittelt. Dargestellt wird, was Medienkompetenz ist und worin die Bedeutung liegt um nachfolgend auf die Teilnahmebedingungen für den Dieter Baacke Preis einzugehen und häufig gestellte Fragen zu beantworten.

Diskussion und Fazit

Das Handbuch macht in seiner Gesamtheit die thematische Breite der Auseinandersetzung mit digitalen Medien deutlich. Durch den Aufbau werden zunächst Grundlagen und aktuelle Entwicklungen vermittelt, was besonders für Menschen, die in eher geringem Ausmaß digital aktiv sind spannend sein kann. Die Mischung der Beiträge aus sowohl wissenschaftlichen wie auch praktischen Hintergründen, ermöglicht einen breiter gefassten Einblick in die gesellschaftlich relevante Thematik. Digitale Medien, ihr Einsatz und ihre (Aus-)Wirkungen sind ein Thema, mit dem sich derzeit alle Gesellschaftsebenen auseinandersetzen.

Im zweiten Teil wird deutlich, welche Chancen für Inklusion und Partizipation in digitalen Medien liegen können, wenn diese anhand medienpädagogischer Konzepte eingesetzt werden. Die dargestellten Projekte ermöglichen zudem eine Orientierung bei der Gestaltung eigner Projektideen. Die Auseinandersetzung mit der Wirkung der Projekte in den Interviews mit den durchführenden Personen verdeutlicht sowohl die aktuelle wie auch zukünftige Relevanz von medienpädagogischen Projekten.

Dem Handbuch gelingt es aufzuzeigen, welche Chancen digitale Medien bieten und zugleich ein Verständnis für die Erlebniswelt der NutzerInnen zu schaffen. Die Nutzung digitaler Medien wird häufig von Sorgen und Ängsten begleitet, besonders übermäßiger Medienkonsum von Kindern- und Jugendlichen ist hier ein Thema. Werden die Kinder und Jugendlichen in der digitalen Welt allerdings begleitet und angeleitet können sie sich von ungeeigneten Inhalten abgrenzen. Hierdurch können digitale Medien ein kreatives, partizipatives Tool und eine bereichernde Erlebniswelt sein. Die Einhaltung und Umsetzung von Kinderrechten und ihrem Schutz in dieser digitalen Welt sollte nicht allein durch die Anbieter der Medien gewährleistet werden, ihre Umsetzung sollte ein Anliegen und Ziel unserer gesamten Gesellschaft sein.


Rezensentin
Anna-Lena Mädge
M. A. Soz.Päd./Soz.Arb.
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Zitiervorschlag
Anna-Lena Mädge. Rezension vom 22.11.2019 zu: Friederike von Gross, Renate Röllecke: Instagram und YouTube der (Pre-) Teens. Inspiration, Beeinflussung, Teilhabe. kopaed verlagsgmbh (München) 2019. ISBN 978-3-86736-514-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25884.php, Datum des Zugriffs 07.12.2019.


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ISSN 2190-9245

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