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Thomas Kirchen: Mobile betriebliche Sozialarbeit

Cover Thomas Kirchen: Mobile betriebliche Sozialarbeit. Anforderungen an ein Konzept aus Sicht der sozialen Arbeit unter Berücksichtigung der Mobbing-Thematik. ibidem-Verlag (Stuttgart) 2004. 126 Seiten. ISBN 978-3-89821-370-7. 22,00 EUR.
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Zur Thematik

Mobile Betriebliche Sozialarbeit (BSA) ist in Organisationen ein kontrovers diskutiertes Thema, da sich hinter diesem Ansatz unterschiedliche Zielrichtungen verbergen können. Vielleicht deshalb ist die BSA wenig etabliert und stößt in Betrieben teilweise auf heftige Gegenwehr von Arbeitgeberseite, obschon für große Organisationen BSA-Abteilungen selbstverständlich sind. Das vorliegende Buch versucht mit dem Anspruch, die Thematik einer modernen mobilen Betrieblichen Sozialarbeit zu besprechen, einen neuen Ansatz in Form eines Konzeptes zu entwickeln. Das Buch unternimmt auf zwei Ebenen den Nachweis, die BSA voranzubringen: Die erste Ebene beschreibt die theoretischen Ansätze der Sozialarbeit und der mobilen betrieblichen Sozialarbeit im Besonderen, die zweite Ebene die Umsetzung des Konzepts einer mobilen BSA.

Inhalt

In insgesamt fünf Kapiteln wird unter der Überschrift "Mobile Betriebliche Sozialarbeit" dem Leser die Thematik auf zwei unterschiedlichen Herangehensweisen vorgestellt. Der erste Teil des Buches widmet sich der BSA im Allgemeinen. Hier wird ausführlich diskutiert und insbesondere die Felder der betrieblichen SA ausgebreitet, auf der zweiten Ebene entwickelt der Autor ein Konzept für die Implementierung und Durchführung einer mobilen BSA.

  1. Im ersten Kapitel wird quasi die Einleitung überformt, indem der Autor einen berufspolitischen Zugang zur Thematik beschreibt als auch die Relevanz der Idee der mobilen BSA umreißt. Ein Hinweis zum Aufbau der Arbeit beschließt das erste Kapitel (der Hinweis auf `Arbeit« legt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei weniger um eine Publikation, sondern eher um eine Abschlussarbeit oder Hausarbeit handelt).
  2. Im zweiten, sehr umfangreichen Kapitel werden die Aufgabengebiete der BSA sowie deren Bedeutung vorgestellt. Im ersten Unterpunkt gibt der Autor eine Definition der BSA. Anschließend wird die historische Entwicklung der BSA umrissen, um im dritten Unterpunkt konkrete aktuelle Tätigkeitsfelder zu beschreiben. Darunter fallen: Schuldnerberatung, Suchtberatung, Mobbingberatung und Prävention, Mobbingtelefon, Teamentwicklung, berufliche Weiterbildung und ein Exkurs zu Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Ruhestand.
  3. Das dritte Kapitel ist schon inhaltlich dem zweiten Teil zugeordnet. Es stellt eine ausführliche Darstellung einer Konzeptentwicklung für eine mobile BSA dar. Dabei werden die zuvor theoretisch beschriebenen Inhalte in ein praktisches Konzept verpackt. Im Einzelnen umfasst das dritte Kapitel die Unterthemen "Theorie zur Konzeptentwicklung", "Inhaltlicher Rahmen der Konzeptidee zur mobilen BSA". "Struktureller Rahmen der Konzeptidee zur mobilen BSA" und die "Realisierungschancen".
  4. Die Schlussfolgerungen für die Profession und den Tätigkeitsbereich von BSA werden im darauf folgenden Kapitel 4 besprochen. Hierbei gliedert der Autor zwei Unterpunkte: Zum Ersten wird ein "Anforderungsprofil und professionelles Selbstverständnis" der BSA diskutiert, im zweiten Unterpunkt werden "handlungsleitende Methoden" erörtert.
  5. Eine zweiseitige Schlussbetrachtung beschließt das Thema.

Eine umfangreiche Literaturliste ergänzt die Thematik.

Zielgruppe

Das Buch richtet sich an Personen, die sich grundlegend mit der Thematik mobile BSA informieren möchten. Vorrangig stellt es aber eine inhaltliche Diskussionsplattform explizit für Sozialarbeiter bzw. Sozialpädagogen (SA/SP) dar, die sich mit dem Thema entweder praktisch oder theoretisch beschäftigen wollen.

Diskussion und Fazit

Die oben genannte Zielgruppe der SA/SP definiert schon die inhaltliche Themen- und Diskussionsführung. Es kann für SA/SP eine gute Hilfe sein, um sich mit dem Thema vertraut zu machen. Es führt auf unterschiedliche Sichtweisen in die in die Problematik der BSA ein und gibt so einen gut lesbaren Überblick. Dem Leser wird aber relativ schnell klar, dass er sich in der den sozialarbeiterisch typischen (?) (ideologischen) Diskussion befindet, ob denn betriebliche Sozialarbeit überhaupt mit dem Selbstverständnis eines SA/SP vereinbar ist, den Profit einer Organisation zu maximieren, indem man Mitarbeiter unterstützt, ihre physische und psychische Gesundheit und Arbeitskraft zu erhalten. Die Antwort wird vom Autor bejaht, indem er die Zugänge zu betrieblichen Thematiken auch für diese Zielgruppe öffnet und die Chancen und Risiken aufzeigt. Die im zweiten Teil dargelegten praktischen Hilfen für eine Implementierung der mobilen BSA geben erste Hinweise auf eine Herangehensweise (z.B. Auftragsakquisition), letztlich bietet aber das Buch (die "Arbeit") hier keine einfachen Rezepte. Dazu ist die inhaltliche Diskussion zu theoretisch aufgebaut. Insofern liefert die 126 Seiten umfassende Arbeit einen Beitrag, die mobile BSA voranzubringen, um für (arbeitslose) SA/SP neue Tätigkeitsfelder zu eröffnen.


Rezension von
Prof. Dr. Joachim Birzele


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Zitiervorschlag
Joachim Birzele. Rezension vom 17.01.2006 zu: Thomas Kirchen: Mobile betriebliche Sozialarbeit. Anforderungen an ein Konzept aus Sicht der sozialen Arbeit unter Berücksichtigung der Mobbing-Thematik. ibidem-Verlag (Stuttgart) 2004. ISBN 978-3-89821-370-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/2602.php, Datum des Zugriffs 26.09.2020.


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ISSN 2190-9245

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