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Heike Chyle, Christiane Dittrich u.a.: Übergänge in Arbeit gestalten

Cover Heike Chyle, Christiane Dittrich, Claudia Muche, Christian Schröder, Nina Wlassow: Übergänge in Arbeit gestalten. Beratungsdienstleistungen im Vergleich. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2019. 336 Seiten. ISBN 978-3-7799-3893-4. D: 39,95 EUR, A: 41,10 EUR, CH: 51,90 sFr.

Reihe: Übergangs- und Bewältigungsforschung.
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Thema

In einer empirischen Studie wird untersucht, wie Übergänge in Arbeit oder (Aus-)Bildung in verschiedenen Beratungsfeldern begleitet und welche Normalitäten in den Prozessen hervorgebracht werden. Dazu nimmt die Studie sowohl übergreifende Feldanalysen vor, in denen der Rahmen solcher Beratungsprozesse ausgeleuchtet wird, als auch fünf Fallanalysen in verschiedenen Handlungsfeldern – von der beruflichen Orientierung in der Schule bis zum Coaching für hochqualifizierte Erwerbstätige.

Entstehungshintergrund und AutorInnen

Die Publikation versammelt die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojektes, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem luxemburgischen Fonds National de la Recherche finanziert und an den Universitäten Flensburg, Tübingen, Hildesheim Frankfurt/Main und Luxemburg durchgeführt wurde. Die beteiligten Wissenschaftler*innen zeichnen sich durch umfangreiche Expertise in (sozialpädagogischer) Übergangsforschung und der Eingliederung in den Arbeitsmarkt aus. Die theoretischen und feldanalytischen Kapitel wurden standortübergreifend entwickelt, die Fallanalysen von Forscher*innenteams an jeweils einem der fünf Standorte.

Aufbau

Der Band teilt sich in vier Abschnitte:

  1. Im ersten Abschnitt werden theoretische Grundlagen zu Beratungsdienstleistungen im Übergang in Arbeit und zur Methodik der Studie vorgestellt.
  2. Der zweite Abschnitt erörtert die Ergebnisse dreier Feldananalysen: einer Sekundäranalyse von politischen Berichten, einer Diskursanalyse zum Konzept career guidance/lifelong learning und einer Marktanalyse zur Verortung der fünf in der Studie vorgestellten Beratungseinrichtungen.
  3. Im dritten Abschnitt werden fünf konkrete Beratungsfelder in Fallstudien analysiert: Berufsorientierung in der Schule, Berufsberatung der Agentur für Arbeit, Übergangsbegleitung von Early School Leavern, Beratungsleistungen innerhalb von Transfergesellschaften und privatfinanziertes Coaching für hochqualifizierte Erwerbstätige.
  4. Der Band schließt mit einem zusammenfassenden Artikel, in dem wesentliche Erkenntnisse gebündelt und auf gemeinsame Rationalitäten untersucht werden.

Inhalt

Teil 1: Einführungen

Im ersten Kapitel erläutern Chyle, Dittrich, Muche, Schröder und Wlassow grundlegende Überlegungen zum Gegenstand. Beratung im Übergang beschreiben sie als pädagogische Aktivität, die auf den Erwerb von Kompetenzen von Einzelnen abzielt, um Entscheidungen in Bezug auf Beruf und (Aus-)Bildung zu treffen. Nach einem Überblick über das diverse Feld der Beratungsdienstleistungen arbeiten sie Übergänge als sozial prozessiert heraus, die sich einerseits durch ihre variable Verlaufshaftigkeit und andererseits durch Bezugnahmen auf sozial geteiltes Wissen auszeichnen.

Diese Gegenstandsbestimmung des „Transition Processing“ wird im zweiten Kapitel methodologisch vertieft. Für das Ziel, typische Muster der Wissensorganisation rund um die Beratung im Übergang zu rekonstruieren, erläutern Karl, Truschkat, Muche, Schröder und Wlassow das wissenssoziologische Konzept der Deutungsmuster, die typische Rahmungen darstellen und kollektive Sinngehalte bereithalten. Außerdem beziehen sie sich auf das Konzept der Rationalitäten als weitgehend verfestigten und internalisierten Wissensvorräten einer Zeitepoche, die normative Geltungskraft entfalten und mit denen Normalitäten, Legitimationen und Positionierungen hervorgebracht werden. Es sind insbesondere diese Rationalitäten, die in den folgenden Feld- und Fallstudien herausgearbeitet werden.

Im dritten Kapitel (Dittrich, Chyle, Wlassow) wird das methodische Vorgehen der Studie beschrieben und begründet. Durch einen Bezug auf die Mehrebenenanalyse wird erläutert, warum sowohl beratungsfeldübergreifende Feldanalyse als auch fünf Fallanalysen vorgenommen werden. Die Fallanalysen erfolgen auf der Basis von vier methodischen Zugängen: ethnografischen Beobachtungen, Gesprächsanalysen von Beratungsgesprächen, Expert*innen-Interviews sowie biografischen Interviews mit Adressat*innen der jeweiligen Beratungsfeldes. Insgesamt wurden für die Fallanalysen über hundert Beobachtungen, Gespräche und Interviews vorgenommen und geführt (pro Ebene und Fall etwa 5), von denen 86 in die Auswertung einfließen.

Teil 2: Feldanalytische Sichtweisen

Mit 70 Seiten umfassen die Feldanalysen den kleineren Teil der Studie. Dittrich, Wlassow und Walther beginnen mit der Rekonstruktion der Wissensformen rund um Übergänge in Arbeit und (Aus-)Bildung in der europäischen und nationalen, politischen Berichterstattung. Auf der Basis von deutschen und luxemburgischen Jugend- und Bildungsberichten sowie einigen europäischen Dokumenten werden Sekundäranalysen zu soziodemografischen Markierungen, Problematisierungen von Teilhabechancen und wirtschaftlichen Bedingungen sowie von Handlungsbedarfen vorgenommen. Die Normalität von Erwerbsarbeit, die prinzipielle Erreichbarkeit gelingender Übergänge sowie Arbeitslosigkeit als lebensalter- und gruppenspezifisches Problem zeigen sich als grundlegende Rationalitäten. Übergänge werden so einerseits problematisiert wie andererseits bearbeitbar gemacht, zugleich aber auch „einseitig aufgelöst und individualisiert“ (S. 53).

45 bildungspolitische, insbesondere europäische Dokumente rund um die Themen career guidance und lifelong learning bilden den Datenkorpus für die wissenssoziologische Diskursanalyse, deren Ergebnisse Schröder, Muche, Karl und Truschkat in Kapitel 5 vorstellen. Sie identifizieren drei Diskursphasen der Beratung im Übergang: In der ersten Phase (19080er bis 2000) erhält Beratung spezifische Funktionen im Rahmen einer „lösbaren Jobkrise“, die in der zweiten Phase (2000 bis 2010) durch die Idee des „Wandels statt Krise“ abgelöst wird. Hier taucht die Figur des bzw. der zu aktivierenden Bürger*in auf, die durch vier unterschiedliche Beraterfiguren begleitet wird (Reisebegleiter*in für Verirrte, lokale Netzwerker*in für Ausreißer*innen, Geschäftspartner*in für Kompagnons, persönliche Trainer*in für Einzelkämpfer*innen). Die dritte Phase von 2010-2015 (dem Einsatzpunkt des Projekts) beschreibt den sozialen Wandel als Vielfachkrise, auf die Beratung als kollektives Instrument zur Bearbeitung eingesetzt werden kann. Während die Krisen akteurslos erscheinen, resümieren die Autor*innen, baue Beratung eine „schöne neue Welt auf, in der alle scheinbar freiwillig berufliche Entscheidungen treffen, die im Einklang mit dem stehen, was für die Wirtschaft am besten ist“ (S. 74).

Chyle und Ebbers marktanalytische Perspektiven beenden die Feldanalysen. Sie stellen Rahmenbedingungen der fünf Marktsegemente und der jeweiligen Regionen vor, in denen die fünf Beratungseinrichtungen angesiedelt sind. Sie erläutern für jeden Fall einige relevante statistische Daten aus dem Umfeld der Angebote, die verschiedenen Angebote, die in der Region aufzufinden sind, sowie die Selbstdarstellungen der gewählten Organisationen entlang ihrer Internetauftritte.

Teil 3: Fallanalytische Sichtweisen

Die Fallanalysen stellen den umfangreichsten Anteil der Publikation. Dabei bilden die vier methodischen Zugänge das grundlegende Raster für die fünf Fallanalysen. Die Fallkapitel gliedern sich also jeweils in die Erkenntnisse aus den ethnografischen Beobachtungen, den Gesprächsanalysen der ausgewerteten Beratungsgespräche, den Auswertungen der Expert*innen-Interviews und der biografischen Interviews mit Nutzer*innen der Beratungsangebote.

Die Autor*innen der Universität in Frankfurt a.M., Dittrich und Walther, eröffnen mit der Fallanalyse zur Übergangsberatung im schulischen Kontext. Die Analyse der Beratungen an einer integrierten Gesamtschule stellt aus der Sicht der Autor*innen ein Beispiel der generell festzustellenden „Vorverlagerung“ (S. 115) der pädagogischen Bearbeitung von Übergängen dar. Auf den verschiedenen methodischen Ebenen können sie eine Reduktion der Problemlagen der Schüler*innen auf Informationsprobleme über das Geschehen am Arbeitsmarkt erkennen, die mit der Responsabilisierung der Schüler*innen einher gehen. Für die Arbeitsbündnisse sind damit schwierige Balanceakte zwischen Asymetrie und Vertrauen, Ermutigung und Disziplinierung verbunden. Die Analysen zeigen eine neue und enge Verwebung von schulischen Bewertungs- und Selektionsmechanismen mit den Beratungsdienstleistungen. Häufig sind sie mit Cooling-Out Mechanismen verbunden, die eine Reduktion von Berufs- und Teilhabeansprüchen der Schüler*innen zur Folge haben.

Wlassow und Stauber von der Universität Tübingen setzen die Fallanalysen mit der Berufsberatung einer lokalen Agentur für Arbeit für Adressat*innen unter 25 Jahren fort. Nach einer kurzen Einführung in die strukturellen Rahmenbedingungen arbeiten sie, wie schon zuvor Dittrich und Walther, die hohe Bedeutung von Materalität und Körperpraktiken heraus, die auch in diesem Fall zu Verobjektivierungen des Übergangsgeschehens und Responsabilisierungen der Adressat*innen beitragen. Außerdem gelingt es durch die ethnografischen Zugänge, Problematisierungen der organisationalen Rahmungen und Ein- und Ausschlüsse zu identifizieren, die anderweitig nicht in den Blick gekommen wären. Die Beratungsgespräche selbst werden dann als ein „geschützte[r] Rahmen zur Auseinandersetzung mit der beruflichen Zukunft“ gedeutet (S. 176), in dem sich Berater*innen insbesondere auch anwaltschaftlich gegenüber Eltern positionieren. Trotz einer grundsätzlich ganzheitlichen Betrachtung der Lebenssituation der jungen Menschen wird der Eintritt in den Status der Arbeitnehmer*in als zentrale Entwicklungsaufgabe gedeutet, wie aus den Expert*inneninterviews hervorgeht. Diese Wertung findet sich dann auch in den Selbstpositionierungen der jungen Menschen in den biografischen Interviews, die sich für die schwierige Passungsarbeit zwischen individuellen Wünschen und Vorstrukturierung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes selbst verantwortlich sehen.

Nach Luxemburg führt die folgende Fallanalyse über early school leaver von Schröder und Karl, genauer gesagt zu einem Beratungsdienstleister, der mit Jugendlichen arbeitet, die nach der neunten Schulklasse keine weiterführende Schule besuchen bzw. keine Ausbildung absolvieren. Schon aus den ethnografischen Beobachtungen der Beratungen geht die zentrale Norm des Übergangs ohne Zeitverluste im Konkurrenzkampf um Ausbildungs- und Arbeitsplätze hervor. Die Beratenden konzentrieren sich dabei insbesondere auf personale Defizite, zu deren Ausgleich sie mit ihrem Rat beitragen können. (Defizitäre) Bewertungen und nachfolgender (guter) Rat sind auch auf den anderen Erhebungsebenen wiederkehrendes Motiv. An den Rekonstruktionen zur „Freiwilligkeit“, die aus der Sicht der Expert*innen als Ziel und gleichzeitig als Voraussetzung von Beratung gewertet wird, zeigt sich die Paradoxie des Prozesses. Bei den jungen Menschen bildet sie sich in der „Form einer fatalistischen Akzeptanz der Logik eines engmaschig institutionalisierten Übergangssystems in ihren Biografien“ (S. 233) ab, mit der sie zugleich einen „eigenen Umgang“ (S. 234) finden müssen. 

Die folgenden zwei Fälle führen zu einem anderen Übergangstyp. Im Mittelpunkt stehen nicht mehr Übergänge von der Schule in Arbeit oder Ausbildung sondern von der Arbeit zur Arbeit. Musche und Truschkat von der Universität Hildesheim analysieren am Beispiel einer 12-monatigen Transfergesellschaft im Baubereich exemplarisch die in diesem Handlungsfeld wirkenden Rationalisierungen. Dabei rekonstruieren Sie die Transfergesellschaft als einen „doppelten Raum“ (S. 249), in dem sich öffentliche Anforderungen und formale Regeln mit spezifischen und eigensinnigen Umgangsweisen koppeln, was sich auch in doppelten Adressierungen spiegelt. Durch diese doppelte Normalität wird es möglich, die Beratungen in der Transfergesellschaft als gemeinschaftliches Projekt zu etablieren, in dem die Beratenden als Verbündete erscheinen. Der gesamte Prozess in der Transfergesellschaft kann auch aus der biografischen Perspektive als berufsbiographisches Moratorium verstanden werden.

Die fünfte Fallanalyse von Chyle und Ebbers der Universität Flensburg verlässt die Übergangslogik graduell, weil im Handlungsfeld des Coachings für hochqualifizierte Erwerbstätige keine Personen adressiert werden, die konkret in Übergängen zwischen zwei Erwerbsarbeiten stehen. Übergänge werden in dieser Fallanalyse dann auch nicht als „krisenhaft und problematisch“ (S. 317) verstanden, sondern als andauernder Prozess der Optimierung und der Kompetenzerweiterung in bestehenden Beschäftigungen, häufig auch in der Nachbearbeitung von vorher erfolgten beruflichen Veränderungen. In der Folge zeigt sich Coaching auf allen methodischen Ebenen als ein spannungsreicher Prozess, in dem u.a. Symmetrie und Asymetrie zwischen Coaches und Coachees und die Öffnungen und Begrenzungen der Reflexionsräume immer wieder austariert werden müssen. Die Positionierung der Coachees als lern- und kritikfähige Subjekte und die Adressierung und Anerkennung eines „Optimierungspotenzials“ auf beiden Seiten ermöglicht diesen Balanceakt.

Teil 4: Zusammenführung

Vergleichsweise kurz fällt die Zusammenführung der Ergebnisse aus. Auf 13 Seiten resümieren alle Autor*innen die Ergebnisse von Feld- und Fallanalysen. Für die Feldanalysen werden direkt übergreifende Muster der Wissensorganisation vorgestellt, darunter die Vorstellung einer „funktionierenden Normalität“ und prinzipiellen Erreichbarkeit von Erwerbsarbeit, die mit der Verantwortungszuschreibung an die Einzelnen und mit Beratung als Steuerungsinstanz verbunden sind. Für die Fallanalysen erfolgen zunächst Zusammenfassungen der jeweiligen Spezifika, bevor fünf fallübergreifende Übergangskonstruktionen vorgestellt werden. Zum Abschluss fassen die Autor*innen wesentliche Rationalisierungen der Beratung im Übergang zusammen. Beratung komme eine zentrale Steuerungsfunktion zu, die im Rahmen einer Machbarkeitsunterstellung dazu beitragen soll, sich den wechselnden Anforderungen des Marktes lebenslang anzupassen. Damit tritt der pädagogischer Charakter von Beratung deutlich hervor: Gesellschaftliche Probleme werden in subjektive Anpassungsleistungen umgedeutet, auf die in den Beratungsprozessen hingewirkt werden kann.

Diskussion

Für die abschließende Aufforderung der Autor*innen, sich mit den Rationalitäten in Beratungsprozessen reflexiv auseinanderzusetzen, stellt die Publikation einen ausgezeichneten Ausgangspunkt dar. Dabei erleichtert die übersichtliche und konzentrierte Darstellung die Orientierung im komplexen und theoretisch wie methodisch überzeugenden Studienaufbau. Die zahlreichen Beispiele aus dem zugrunde liegenden Material erläutern anschaulich die Analysen.

Vor allem zwei Aspekte stechen hervor, die sich auf die Fallanalysen beziehen: Das sind zum einen die vielfältigen methodischen Zugänge, die den Analyseergebnissen zugrunde liegen. Eine besondere Qualität gewinnen die Erhebungen durch die ethnografischen Zugänge, die dermaßen systematisch im Forschungsfeld bislang kaum vorgenommen wurden. Sie zeigen, wie stark Wissensmuster auch von Artefakten, Körperpraktiken oder Räumen ausgehen, die den Interaktionen und Positionierungen zum Teil vorausgehen. Zum anderen beindruckt die Vielfalt der Beratungsfelder, die beobachtet werden. Einerseits bestätigen sich die Erkenntnisse z.B. zur Responsabilisierung und der einseitigen Individualisierung des sozialen Problems, die auch aus anderen Studien bekannt sind. Anderseits gewähren die Analysen überraschende Einblicke in spezifische Logiken, z.B. wenn deutlich wird, dass sich die Bundesagentur trotz der Auflösung ihres Beratungsmonopols als „einizig legitime[r] Beratungsdienstleistung am Übergang in Arbeit“ (S. 193) versteht oder wenn Coaching-Organisationen davon ausgehen, dass ihre Dienstleistungen bis auf die gesellschaftliche Ebene wirken und als „Allheilmittel“ (S. 303) auch zur Gesellschaftsveränderung verstanden werden.

Dagegen wird der Vergleich von Feldern und Fällen und zwischen den fünf Fällen vor allem den Lesenden selber überlassen. Zwar werden im Schlusskapitel einige übergreifende Rationalitäten herausgestellt, eine Zusammenführung von Feld- und Fallanalyse fällt aber sehr knapp aus und ein systematischer Vergleich der Handlungsfelder bleibt aus. Sie muss aus der Gegenüberstellung der gebündelten Merkmale der einzelnen Fälle selber abgeleitet werden. Zwar wird die enge Verknüpfung der jeweiligen beraterischen Handlungsfelder mit den jeweils spezifischen organisationalen Rahmungen betont (S. 334), ihre Wirkungen und die Unterschiede zwischen den Rationalitäten der beraterischen Handlungsfelder muss man auf dieser Basis allerdings selber entdecken.

Fazit

Die Studie leistet einen sehr guten Überblick über die Rationalitäten, die im weiten Feld der Beratung im Übergang wirksam sind. Die ausgemachten Wissensmuster basieren auf umfangreichen empirischen Erhebungen und in der Analyse der Fallbeispiele treten sowohl Spezifika wie übergreifende Aspekte zu Tage. Auf der Basis dieser Klärung fächert die Publikation die Vielfalt des Gegenstandes Beratung im Übergang auf und lädt Praktiker*innen wie Wissenschaftler*innen so zu weiterer reflexiver Auseinandersetzung ein.


Rezension von
Dr. Christoph Gille
Vertretungsprofessur für Theorien der Sozialen Arbeit Hochschule Koblenz - Fachbereich Sozialwissenschaften
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Zitiervorschlag
Christoph Gille. Rezension vom 15.06.2020 zu: Heike Chyle, Christiane Dittrich, Claudia Muche, Christian Schröder, Nina Wlassow: Übergänge in Arbeit gestalten. Beratungsdienstleistungen im Vergleich. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2019. ISBN 978-3-7799-3893-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/26064.php, Datum des Zugriffs 11.07.2020.


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ISSN 2190-9245

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