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Helmut Dahmer: Freud, Trotzki und der Horkheimer-Kreis

Helmut Dahmer: Freud, Trotzki und der Horkheimer-Kreis. Verlag Westfälisches Dampfboot (Münster) 2019. 525 Seiten. ISBN 978-3-89691-271-8. D: 40,00 EUR, A: 41,20 EUR.
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Thema

Thema des vorliegenden Titels sind die Deutungen und Verwendungsweisen der Freudschen Theorie in den Schriften von Horkheimer und Adorno und das Verhältnis der Gründer der Frankfurter Schule und Walter Benjamins zu den marxistisch-antistalinistischen Autoren und Gruppierungen (Emigrations- und Soziologen-Kollegen und Trotzki) ihrer Zeit.

Autor

Helmut Dahmer studierte Soziologie, Philosophie und Literaturwissenshaft bei Plessner, Horkheimer, Adorno und Habermas und redigierte 24 Jahre die Psychoanalytische Monatszeitschrift ‚Psyche‘, lehrte von 1974 bis 2002 Soziologie an der Technischen Universität Darmstadt und war publizistisch und als Herausgeber der Schriften von Leo Trotzki tätig. Veröffentlichungen: Soziologie nach einem barbarischen Jahrhundert (1992), Libido und Gesellschaft, Studien über Freud und die Freudsche Linke (2013), Die unnatürliche Wissenschaft (2. Aufl. 2019).

Entstehungshintergrund

Der Entstehungshintergrund ist das Projekt von Dahmer, der Im Lauf ihrer Rezeptionsgeschichte vielfach revidierten Psychoanalyse durch eine detaillierte Darstellung zu einer Restitution ihrer Verwendungsgeschichte fußend auf die theoretischen Arbeiten der Frankfurter Schule anzuregen.

Inhalt

Die vorliegenden Texte wurden zwischen 2010–2017 geschrieben und bilden einen dreiteiligen Folgeband zu den 2009 veröffentlichten ‚Divergenzen‘. Es geht um die Restitution der Freudschen Psychoanalyse in Parallele zur Marxschen Kritik der Produktionsverhältnisse. Beide waren vor allem Historiker und deshalb interessiert an der Genese gesellschaftlicher Institutionen und ihrer Revision (kein unvermeidliches Schicksal). Freuds Kritik der Gegenwartskultur sei von seinen Anhängern zu einer neutralen Behandlungstechnik gemacht worden, die selbst von den Nazis genutzt werden konnte.

Die ‚Kapitulation‘ der deutschen Psychoanalytiker 1933 wurde erst nach fünf Jahrzehnten thematisiert und traf zum Teil auf hasserfüllte ‚Abwehr der DPV-Verbandsideologen‘. Auch das Verhältnis der Freudschen Theorie zur „Frankfurter Schule“ (in den Schriften von Horkheimer und Adorno) sei bislang nur oberflächlich behandelt worden (Teil 1). Die unverkennbare Verwandtschaft ihrer Theorie mit den Diagnosen und Prognosen Trotzkis sei nicht zur Kenntnis genommen und das Verhältnis des Kreises um Max Horkheimer zu Trotzki (Teil 2) nicht geklärt worden (ein Anliegen des Autors).

Der dritte Teil behandelt den Marxschen Ideologie-Begriff im Hinblick auf seine aktuelle Bedeutung und der vierte eine Kritik der ‚Zeitschrift für Sozialforschung‘.

I. Teil

Die Freudsche Psychoanalyse sei eine Schwester der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie; beide gingen genealogisch zurück auf die Kritik von Schelling und Ludwig Feuerbach an der Hegelschen Philosophie. Beide übten Kritik an Institutionen, die das Leben einschränken, anstatt es zu fördern. Ihre Kritik löste die Sphinxrätsel der Gegenwart: das Scheitern von Revolutionen, fanatischer Nationalismus, Xenophobie und Antisemitismus. Die als „Technik“ missverstandene Psychoanalyse solle restituiert werden. Freud wurde durch seine Erfahrung mit Patienten zu einem Kritiker der „zweiten“ oder Pseudo-Natur des Menschen und der ihn konstituierenden Institutionen und Kollektivreligionen, deren soziale Bildungsgeschichte verdrängt worden sei. Die Therapie zielte darauf, „Neurotiker“ wieder zu Autoren ihrer Lebensgeschichte zu machen und nach einer Kultur zu suchen, die keinen mehr erdrückt (Junktim von Therapie und Kulturkritik). Die Auflösung von Kulturkritik, Metaspychologie und Therapie habe der neutralisierenden Medizinalisierung, – teils selbst auferlegt, teils erzwungen, – Vorschub geleistet und sei inzwischen zur institutionellen Norm mutiert.

Eine dialogische Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte der ‚Pseudonatur‘ knüpft an die Krise der bürgerlichen Subjekte an: Das Ideal einer autonomen Lebensführung und dessen Scheitern schaffte Raum für politische Heilsversprechen. Das Ich erlebte sich als selbst verantwortlich, obgleich ein Diener dreier Herren: Dem triebhaften E s und der Außenwelt des Ü b e r-I c h gegenüber versuchte das lebenserhaltende Realitätsprinzip des I c h durch Befriedigungsaufschub, Unlust zu vermeiden und an der Gesellschaft, deren Arbeits- und Herrschaftsverhältnissen, zu partizipieren.

In der Therapie wird dem Patienten eine tolerante Öffentlichkeit angeboten und durch die Übertragung die Möglichkeit, die Selbstzensur zu überspielen und einen Modus vivendi für Trieb- und Selbsterhaltungswünsche zu finden. Die Außenwelt als kulturelle Institution entfalte einen Despotismus, dem die Therapie den Kampf (Sturz des Tyrannen) angesagt habe, was gleichbedeutend mit Kulturkritik sei. Überflüssige erzwungene Verzichtleistungen führten, wenn sie nicht durch reale oder illusionäre Kompensationen aufgewogen würden, zur Freisetzung destruktiver Energie.

Freud wollte obsolete Institutionen, z.B. Religionen, und überhaupt ‚magische Prozeduren‘, wie z.B. Hypnose, abschaffen durch das Schibboleth der ‚freien Assoziation’ als Anregung zur Selbstreflexion. Kulturkritisch musste jedoch auch wegen des äußeren Zwangs gesellschaftlich was verändert werden. Der Zweck der Kulturkritik, in Wechselwirkung mit den Mitteln (der Therapie) Mündigkeit, anstelle von ‚Tüchtigkeit‘ zu erreichen, sei in Vergessenheit geraten.

Die Reduzierung auf ‚Technik‘ ermöglichte, die Psychoanalyse für unterschiedliche Ziele – auch in der NS-Zeit – einzusetzen. (Es folgt ein historischer Abriss der Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland während und nach der NS-Zeit.) Der Gruppenzusammenhalt habe einen ‚Familienroman‘ der Analytiker in Deutschland unterstützt, der in den 80er Jahren durch Veröffentlichungen in der Psyche dekonstruiert worden sei (z.B. Texte des Gründervaters Müller-Braunschweig) und habe heftige Reaktionen (Ehebald), indem man sich als Opfer sah, hervorgerufen. Auch fürchtete man eine ‚Vereinnahmung‘ durch die kritische (marxistische) Theorie, oder deren Allianz. Schließlich zielte auch Marx auf den Verzicht auf religiöse Illusionen/​Ideologien und Reduktion der sozialen Ungleichheit (Freud selbst sei die Verwandtschaft verborgen geblieben.)

Das ‚Unheimliche‘ des Marxismus unter Analytikern sei in den 80er Jahren eine Abwehr der Freudschen Kulturkritik gewesen, deutet Dahmer.

Die Wissenschaft vom Unbewussten sei eine ,Kritik pseudonatürlicher Institutionen‘. An die Stelle der Religion sei das Kapitalverwertungsinteresse und die technische Transformation getreten. Marx und Freud hätten, neben Natur- und Kulturwissenschaft, einen dritten Typ von Wissenschaft geschaffen, die sich mit der Seele und der Gesellschaft befasst, deren Immunität gegen Veränderungen, weil sie als ‚natürlich gegebene‘ Institutionen erschienen, obgleich sie pseudonatürlich (von Menschen geschaffen) seien. Durch Rekonstruktion ihrer Entstehungsgeschichte sollten sie ‚defetischisiert‘ und damit reformiert oder aufgelöst werden. Im Brief an Pfister spricht Freud 1928 von Psychoanalytikern als ‚weltlichen Seelsorgern‘.

Im Abschnitt das Trauerspiel der DPG und DPV ist ein ausführlicher Rückblick auf die Geschichte nach 1945 enthalten mit zahlreichen Belegen und umfangreichen Anmerkungen. Müller-Braunschweig übernahm 1933 mit Billigung von Freud die Leitung der DGP (Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft), trennte sich dann von den sozialistischen und jüdischen Kollegen und verfasste das berüchtigte „Weltanschauungs“-Memorandum (Identifikation mit dem Angreifer). Ihm schwebte eine ‚Überlebenskompromiss‘ vor, ein Anpassungsversuch bis zur Selbstaufgabe, im Gegensatz zu einer ‚Kultur, die keinen mehr erdrückt‘. Diese Anpassung wurde erleichtert durch eine Reduktion auf ‚Technik‘ bzw. ‚Ertüchtigungsdisziplin‘. Nach 1945 wurden die damit aufgeworfenen Probleme (trotz Kritik von Fenichel, Edith Jacobson und Wilhelm Reich 1933/34) ignoriert und die Überbringer schlechter Botschaften (z.B. die Psyche-Redaktion) diffamiert. Erst in den 80er Jahren fand eine halbherzige Revision der Geschichte statt, ohne dass die Kulturkritik von Freud und die Reduktion der Psychoanalyse auf eine therapeutische Technik ernst genommen wurde.

Als Protagonisten dieser Verdrängung zitiert Dahmer ausführlich Ehebald und Eickhoff, die Fenichel für sich vereinnahmten und gegen Dahmer u.a. in Stellung brachten (‚klinikfeindliches sozialwissenschaftliches Bekenntnis‘). Wieder stand die Technik im Mittelpunkt und wurde für das Ganze der Freudschen Psychoanalyse reklamiert, unter Ausschluss der Kritik an sozialen Institutionen.

(Die Psychoanalyse war inzwischen selbst eine geworden, die sich auch von den Protesten der 68er distanzierte. (Hardtmann).

In der Tradition der Aufklärung waren (nach Dahmer) Psychoanalytiker auf der Suche 1. nach einer Therapie für, natürlich maskierte‘ soziale Leiden, 2. nach einer Kultur, die keinen mehr erdrückt (von der Objekt- zur Subjektwissenschaft) und 3. Nach einer sozialgeschichtlichen Revision obsolet gewordener Institutionen war (Dahmer 1973). Heftige Reaktionen, Explizit von Eickhoff, u.a. auch von Chasseguet-Smirgel, richteten sich gegen diese Interpretation von Psychoanalyse, gegen die ‚antiautoritäre Bewegung‘ und dagegen, dass ein ‚Nichtanalytiker‘ (durch Alexander Mitscherlich) Herausgeber einer Zeitschrift für Psychoanalyse geworden war.

Welche Bedeutung hatte die Psychoanalyse für die „Frankfurter Schule“? Da die gesellschaftlichen Institutionen einen Rahmen in der Lebensgeschichte bilden, der evtl. destruktiv zu Reaktionsbildungen und Kapitulationen (Unterwerfung) nötigt, bilden sie oft ein ‚falsches Bewusstsein‘ oder auch ‚Selbst-Vergessenheit‘, werden mit ‚Natur‘ verwechselt und wecken Ohnmachtsgefühle. Nach Meinung von Dahmer waren Freuds Kulturkritik und Marx Kritik der kapitalistischen Ökonomie Reaktionen auf die ‚katastrofische Entwicklung der kapitalistischen Weltgesellschaft, die ein ‚Heer von Abhängigen‘ schaffte (autoritäre Struktur) und in Kriegen opferte im Kampf um Privilegien, Ressourcen und Einflusszonen. Gibt es bei den vergesellschaften Individuen einen Ausweg aus dieser Sackgasse? Sowohl die gesellschaftliche als auch die individuelle Ökonomie, die das ermöglicht, muss untersucht werden. Wie kann das Individuum die Autonomie über sich selbst und die Kontrolle über die gesellschaftliche Entwicklung zurückgewinnen? Institutionen (Kapitalismus) müssen entzaubert werden, zum Zweck der Revision und Auflösung, durch Rekonstruktionen der Entstehungsgeschichte (Klassenkampf und autoritäre verinnerlichte Struktur).

Freud hielt die Soziologie für eine angewandte Psychologie und die Psychologie/​Psychoanalyse für eine Naturwissenschaft. Horkheimer und Adorno zeigten in ihren zahlreichen Äußerungen enthusiastische Zustimmung zur Freud, aber Ablehnung der Praxis, ein Ausdruck von Ambivalenz. Horkheimer hatte die Freudsche Theorie als eine ‚Gestalt der Philosophie‘ aufgefasst (so auch Marcuse 1979 und Odo Marquard 1963), als Wille zu einer kompromisslosen Wahrheit, als Leitmotiv, angesichts von Religion und Ideologie und einem verabsolutierten ‚Realitätsprinzip‘. Kapitalismus als fortschreitender Enteignungsprozess entzieht dem bürgerlichen (autonomen) Lebensideal die Grundlage, das dann zur Ideologie/​Illusion wird.

Marxisten sprachen von ‚falschem Bewusstsein‘ und meinten, ohne Psychologie als Quelle materialistischer Geschichtsschreibung auskommen zu können, um etwas über die Seinsweise des Menschen zu erfahren. Horkheimer skizzierte 1931 eine kritische Adoption der Psychoanalyse (Wendung zum Subjekt) und eine Geschichtsschreibung jenseits von Ökonomismus und Psychologismus. Mit der Verteufelung des Menschen (Luther, Calvin, Macchiavelli) und der idealistischen Verketzerung der Lust und Verinnerlichung des ‚Glücks‘ wird Unfreiheit akzeptiert, oder Freiheit mit Schuld- und Schamgefühlen erkauft.

Bürgerliche Aufstandsbewegungen hatten utopische Ziele: Sie kämpften gleichzeitig gegen die rebellisch-autoritären Massen und inszenierten sich als Tugendpropheten durch moralische Repression, Geist- und Genussfeindschaft, und Grausamkeit gegen Widersacher: Der ‚Führer‘ war der potenzierte Typus seiner Gefolgschaft. (Kindliche) Wundersucht und Wunderglaube verliehen dem Helden ‚Charisma‘, solange er seine Anhänger nicht enttäuschte und Erfolg hatte (hierzu historische Beispiele von Volkstribunen).

Horkheimer griff zurück auf ‚Jenseits des Lustprinzips‘ (Freud 1920) und das Prinzip der ‚Unlustbejahung‘ (Masochismus/​Sadismus). In Freuds Annahme vom ‚Todestrieb‘ schließe er sich der religiösen Konvention (nicht nur der christlichen) an und erkenne nicht die epochenspezifische Ausprägung von Destruktivität (‚biologistische Metaphysik‘). Horkheimer übersah aber, dass Freuds Arbeitsinteresse der ‚Pseudonatur‘ des Menschen galt, dass es ihm um den ‚Wiederholungszwang‘ und die Bewusstlosigkeit ging. Das Realitätsprinzip stellte Freud dem Lustprinzip gegenüber, übersah aber, dass sich Überich und Ich an gesellschaftlichen Institutionen orientieren (und nicht angeboren sind). Er desillusionierte die (nur beschränkte) Reichweite des Bewusstsein und verschob gleichzeitig die Grenzen, denen seine Kritiker, und natürlich auch er selbst, ausgesetzt waren. Sowohl Marx als auch Freuds Projekte litten unter einer fehlenden ‚Anamnesis der Genese‘ (Adorno). Die Kur enthüllt mithilfe der ‚freien Assoziation‘ die Geheimgeschichte des Patienten und der Sozietät. Ob die Veränderungen auch zu einer Lebenspraxis werden, hängt vom Jenseits der Kur und dem ‚herrschenden Realitätsprinzip‘ (bei Patient und Therapeut) ab. Die Kritik einer ‚Uniformierung‘ der Patienten (Verengung in den 30er Jahren auf Therapie und Technik), unterschlägt die progressive Bedeutung der Regression (Marcuse 1955), markiert die positivistischen Aspekte der Psychoanalyse und unterschlägt die anti-positivistischen: die Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft, die zum Gegenstand der Untersuchungen über die ‚autoritäre Persönlichkeit‘ wurden.

Es folgt ein Abriss über das Unbewusste in der Philosophiegeschichte und Adornos Versuch (1927), das Unbewusste mit der Konstitution der Gesellschaft und den ‚Grenzen der Aufklärung‘ zu verbinden.

Seit sich Soziologie und Psychologie als selbstständige Wissenschaften etabliert haben, meiden sie einander, obgleich sie ein gemeinsames Objekt haben, mit der Folge von weit voneinander abweichenden Theorien über Sozialverhalten. Dahmer schlägt ein ‚utraquistisches Verfahren‘ vor, anstatt fachspezifische Einsichten gegeneinander auszuspielen, um die Sphinxrätsel der Sozial- und der Individualgeschichte zu lösen. Gegenwärtig ist, wer auf den Verkauf seiner Arbeitskraft angewiesen ist (auch Psychoanalytiker) im Hinblick auf Autonomie im Nachteil gegenüber denen, die die Produktionsmittel besitzen. Die Zahl der Selbstständigen hat zunehmend abgenommen. Die Individuen werden unter Verlust an Autonomie ‚abgerichtet‘ auf die Bedürfnisse der Gesellschaft. Zwischen subjektiver und sozialer Gewalt müssen Kompromisse ausgehandelt werden, doch macht der soziale Druck aus Menschen Maschinen (Ich-Schwäche und,Ent-Selbstung‘) mit der Folge einer Externalisierung des Über-Ich und Verzicht auf individualisierte Moral, Autonomie und Spontaneität: eine künstliche Regression, die eine politische Inszenierung von Barbarei (Faschismus) ermöglichte, anfällig machte für Hypnose von ‚Volksgemeinschaft‘ in Deutschland (auch bei Psychoanalytikern), und über die NS-Zeit hinaus zu beobachten ist.

II. TeilBehemoth und Authoritan Personality. Faschismustheorie(n) der „Frankfurter Schule“

In den ersten Jahren des 1924 gegründeten „Institut für Sozialforschung“ leitete es Carl Grünberg in enger Verbindung mit Weil, Pollock und Horkheimer. Thema war die Erforschung der widersprüchlichen Weltgesellschaft als Ganzes (dominante Entwicklungstendenzen, Gegentendenzen, Interventionschancen), seit 1931 auch die ‚aktuelle gesellschaftliche Totalität‘ (Entartung der russischen Revolution, Antisemitismus, Massenbewegungen). ‚Bonapartismus‘ als politisch Herrschaft und Faschismus (Beschreibung der historischen ,Entwicklung‘ dieser Begriffe) sollten im geschichtlichen Vergleich – Vergangenheit und Gegenwart – untersucht werden, um die Kette von Wiederholungszwang zu durchbrechen. Die Hoffnung auf eine deutsche Revolution hatte sich Ende 1923 zerschlagen. Die Gleichschaltung des Funktionärskörpers und periodische ‚Säuberungen‘ verhinderten eine selbstständige deutsche Politik; als ‚faschistisch‘ galten sämtliche Gegner, wogegen sich Trotzki u.a. wandten. Faschismus wurde von den ‚Rechtgläubigen‘ zu einem Etikett für Ausgestoßene und missliebige Konkurrenten. Aber es gab auch zahlreiche ‚Dissidenten‘ verschiedener Fraktionen, die – vor allem Trotzki – von Horkheimer/​Adorno später nicht mehr erwähnt wurden. Ihre Theorien wurden in der ‚Behemoth‘ Studie der New Yorker Arbeitsgruppe des „Instituts für Sozialforschung“ so zusammengefasst: 1) Das Reservoir der Wähler, 2) die Förderer und Nutznießer, 3) das faschistische Programm. Die These: Konformität habe die Bildung einer Protestbewegung verhindert.

Die Stalinführung machte nicht nur Front gegen künstlerische, literarische und sozialwissenschaftliche Schulen, sondern auch gegen ‚Häretiker‘ (‚falsche Ausleger‘ von Marx). Geschichte und Rechtstheorie wurden revidiert und Autoren politisch diskreditiert, was von Horkheimer-Kreis ausgeklammert wurde. Das 1933 exilierte Institut wahrte Distanz zu allen sozialistisch-kommunistischen Parteien und untersagte auch Mitgliedern eine politische Tätigkeit. Es hielt dadurch das Institut trotz Divergenzen der Mitglieder zusammen unter Einschluss von Angehörigen der kommunistischen und sozialdemokratischen Fraktionen. Es wurde weiter an Faschismustheorien, Staatskapitalismus und Totalitarismus (Hitler, Stalin, Roosevelt), gearbeitet (politische Ökonomie, Instrumentalisierung der Vernunft, Propaganda, Ästhetisierung der Politik (Benjamin 1936). Terror in der Dynamik der modern Zivilisation (Löwenthal 1946), Ökonomie (Marx) und die von ihr geprägten Menschen (Freud), die bürgerliche Gesellschaft und die moderne Seele waren Gegenstände der „Kritischen Theorie“.

Pollock beschäftigte sich mit dem Staatskapitalismus, eine Zwischenform von Kapitalismus und Sozialismus, kritisch äusserte sich Horkheimer dazu unter Hinweis auf die Verfestigung autoritärer Strukturen. Adorno-Horkheimer ging es unter Rückgriff auf Freud um die Wendung zum „Subjekt der materialistischen Geschichtsschreibung“. Nach Marx liess sich die Sozialisation/​Modifikation des Menschen aus der Industrie erschließen. Freud hingegen galt das Innere als Abdruck des erlebten Äusseren in Form von Opfer und Täter gleichzeitig: Im Zivilisationsprinzip ist die Barbarei/​autoritäres Denken angelegt (Adorno 1966).

Die ‚Dialektik der Aufklärung‘ (1947) galt der Suche nach dem Ursprung von antisemitischem Rassenwahn. In der bürgerlichen Demokratie hatten die Juden eine ökonomische Bedeutung, die mit der totalitären Ordnung und dem zunehmenden Verlust der wirtschaftlichen (und moralischen) Selbstständigkeit (narzisstische Defizite/​Ohnmacht und Rachegefühle/Macht in der Masse) endete. Die Masse wird zur Autorität, die sich an die Stelle des Überich/​Gewissen setzt. Die Personalisierung anonymer Macht (Juden) bot den destruktiven Affekten konkret die Juden zum Fraß an (wahnhafte Verkennung der Ursachen durch Projektion und Subsumtion). Allerdings setzt das eine Ich-Schwächung (Regression) voraus, wo nach Dahmers Meinung die Soziologen zur Klärung auf die Mithilfe der Psychoanalytiker angewiesen gewesen wären. Die Ergebnisse waren „Voruteil“ (veröffentlicht 1956) bei autoritätsgebundenen (nie erwachsenen gewordenen) Charakteren, ein Ergebnis objektiver oder subjektiver Faktoren oder ein Zusammenspiel von beiden.

Es folgt die Geschichte der ‚Authoritan Personality‘, die Wahrnehmung antiautoritärer Impulse, die Auseinandersetzung über Staatskapitalismus und autoritärer Staat und Bürokratisierung als Macht. Die Ergebnisse: Der autoritäre Staat ist angewiesen auf Familien mit einer nur formellen elterlichen Autorität (bzw. autoritären Struktur oder Strukturlosigkeit), da der Führerkult angewiesen ist auf autoritätshörige Gefolgschaften; ein „Leviathan“ setzt sich aus Millionen „authoritan personalities“ zusammen und einer ‚Erstarrung des Bewusstseins‘. Auf der Suche nach einer Kultur, die niemand mehr erdrückt und die der Sphinx des Wiederholungszwangs entgeht (Utopie anarchistischer Theoretiker), sollte der Staat verschwinden. Zum Niedergang der Arbeiterbewegung hätten die totalitären Diktaturen und ihre Funktionäre beigetragen, die unter der Chiffre ‚Spontaneität‘ das Humane ausgelöscht hätten. Das Individuum, das seine Autonomie verloren hat, flieht vor ‚Freiheiten‘, weil es denen nicht mehr gewachsen ist, und sucht stattdessen Massenbindung unter dem Kommando von Anführern. Der autoritäre ist der faschistoide Charakter. Er kommt nicht mehr zur Ich-Bildung, was in der ‚Dialektik der Aufklärung‘ relativ auf die Arbeitsprozesse zurückgeführt wird.

Dahmer befasst sich dann mit Freud und seiner radikalen Kritik der Gegenwart. Von den drei Instanzen sei das Ich die schwächste, da es den konträren Anforderungen von Es und Überich gerecht werden, die Selbstachtung aufrecht erhalten und die Risiken der Außenwelt im Auge behalten müsse. Freud vergleiche das Ich mit dem dummen August im Zirkus, der versucht, alles was ihm zustößt, als selbst veranstaltet hinzustellen, (weil, aus narzisstischen Gründen, Ohnmacht schwerer zu ertragen ist als Schuld (Hardtmann). In Gestalt des Über-Ich werde das Selbst zu einem Satrapen der gesellschaftlichen Institutionen, auch der Familie, vereidigt auf die Reproduktion der Tradition. Therapeut und Patient müssten das übermächtige Über-Ich abbauen; insofern sei Neurosentherapie Kulturkritik. Das autoritäre Syndrom schlummere in vielen Menschen und werde in Krisenzeiten aktiviert. Das ‚Unbehagen in der Kultur‘ wachse heute aus der Schere zwischen reich und arm und entsprechenden Fluchtbewegungen. Zudem sei der Ethnozentrismus das Pflaster auf die Seele der Erniedrigten und Beleidigten in Gestalt einer Selbstidealisierung durch Entwertung des Anderen, in Deutschland angeboten von der AfD, politisch aktiv aber auch in anderen europäischen Ländern. Das Ohnmachtsgefühl verkehre sich in Wut. Xenophobie sei ein verallgemeinerter Antisemitismus.

Die russische Revolution und die Ankündigung eines Endes der kapitalistischen Wirtschaftsordnung motivierte zur Gründung des „Instituts für Sozialforschung“, dessen Leiter Grünberg nutzte die Gelegenheit zusammen mit Angehörigen des deutsch-jüdischen Großbürgertums (Hochschullehrer, Publizisten und Privatgelehrte), die Sozialwissenschaften studierten, eine Theorie der Gegenwartsgesellschaft zu erarbeiten. Die Forscher gehörten verschiedenen Fraktionen der KPD und SPD, oder Ultralinken an. Sie beschränkten sich auf die Theorie, um nicht ins Visier der politischen Polizei zu geraten. Lange wagte sich keiner an eine Analyse der desaströsen Entwicklung in der Sowjetunion, obgleich sie durch Reisen informiert waren und zum Teil Rekrutierer und Kontrolleure des russischen Geheimdienstes. (Es folgen ausführliche Darstellungen von Sorge, Gumperz, Korsch, Weil, dann Benjamins Reise nach Moskau und die Kämpfe und Skandale betr. Künstler und Intellektuelle). Hetzkampagnen und drei literarische Gruppen entstanden (Benjamin 1926/7): „Proletkult“, „Linke Mitläufer“ und „Rechte Mitläufer“, gekennzeichnet durch fortdauernde Auseinandersetzungen zwischen der linken Opposition und der Stalin-Bucharin-Führung. Die Erfahrungen in Moskau reichten für Benjamin, sich für eine private Unabhängigkeit gegen einen Eintritt in die KPD zu entscheiden. Weitere Reisende des Instituts für Sozialforschung waren Wittfogel und Pollock. (Es folgen Berichte über Paul und Hede Massing.) Aus Selbsterhaltungsgründen wurde über das Thema „Sowjetunion“ in den Publikationen des Horkheimer-Kreises geschwiegen. Trotzki und Horkheimer setzten auf Rosa Luxemburg und sahen in den bürokratisierten Parteien (weltweit) „Maschinerien zur Vernichtung der Spontaneität“. Beide, Adorno und Horkheimer, arbeiteten weiter daran, ‘den Gedanken mit der richtigen Praxis zu verheiraten‘ (Horkheimer 1956): Überlegungen zu einem aktualisierten ‚kommunistisches Manifest‘ von der politischen Revolte zur sozialen Revolution (um die ökonomischen Ursachen von Kriegen zu beseitigen) und zu einer neuen Erziehung. Das Manifest-Projekt wurde nie realisiert, da Zweifel bestanden, für wen? Und wie? Sie nahmen Bezug auf Lenin und Trotzki auf der Suche nach einer Theorie, ‚die Marx, Engels und Lenin die Treue hält, andererseits aber nicht hinter die fortgeschrittenste Kultur zurückfällt‘. Gegen kritische radikale Forderungen setzte Horkheimer die ‘Sonderexistenz des Philosophen‘. Von Trotzki hatte ihn und sein Kreis der ‚Horror vor Gewalt‘ getrennt und die Angst, sich politisch zu exponieren. Ausführlich resümiert Dahmer die Rezeption von Luxemburg, Trotzki und Lenin. Das offizielle Schweigen zur Entwicklung in Sowjetrussland habe weder mit Desinteresse noch mit Unkenntnis zu tun gehabt.

Es folgen Abschnitte über Siegfried Kracauer, Pollock und die Planwirtschaft, über Benjamin und die Methode der historischen Analogie (‚verlockend und gefährlich‘), eine Bilanz der Freundschaft Benjamin – Brecht und Benjamins Affinität zu Trotzki; beide verstanden sich als Archäologen der verborgenen Geschichte der Unterdrückten und vergangener Revolutionen. Das Dunkel im Erleben des Einzelnen entspreche in der Sozialgeschichte die Undurchlässigkeit und Dunkelheit der Gegenwart und provoziere eine Suche nach Zusammenhängen von Gegenwart und Vergangenheit und den rechten Gebrauch von Geschichte. Nach Dahmer wurde Trotzki in den 30er Jahren von Horkheimer gemieden (weniger von Adorno) in einer ‘Strategie des Beschweigens‘.

Es folgt dann ein Abschnitt ‚Ein Besuch (des Autors) bei Horkheimer‘, der 1973 stattfand, vor der Veröffentlichung von ‚Libido und Gesellschaft‘ (Dahmer 1973); bei der Gelegenheit äußerte Horkheimer‚ die Produktionsverhältnisse seien ‚unmittelbar materialistisch, die psychischen mittelbar‘. Auch fand er den Gedanken von Trotzki einer ‚permanenten Revolution‘ sympathisch, da jede Gesellschaft verbessert werden könne.

Dann kommt ein Abschnitt über den Genossen Weil, den Stifter und Mitarbeiter des „Instituts für Sozialforschung“, und einer über den Briefwechsel zwischen Felix Weil und Leo Trotzki.

Ausführlich geht Dahmer auf die „Thesen“ von Walter Benjamin (1939/1940) ein. Als drei Grundfehler der Linken sieht er den Fortschrittsoptimismus, das Vertrauen auf die „Massenbasis“ und die „servile Einordnung in einen unkontrollierbaren Apparat“. Im Hinblick auf eine Veröffentlichung befürchtete er „enthusiastische Missverständnisse“; tatsächlich wurden sie auch kontrovers aufgenommen, insbesondere da sie nur eine ‚Disposition zu einem theologisch-politischen Traktat‘ waren. Unterschiedliche Positionen werden reflektiert bezüglich der ‚Nachtseite‘ des technischen Fortschritts. Eine unterdrückte Vergangenheit gebiert ihre Fortsetzung und ihre Wahrnehmung zwingt, die Notbremse zu ziehen (Quellen sind die Revolutionsgeschichte von Trotzki und die Kabbala).

Trotzki und Benjamin stammten aus jüdischen Familien und gehörten der Avantgarde des Diaspora-Judentum an, interessiert an Literatur, Geschichtsschreibung und Psychoanalyse. Trotzki wurde Berufsrevolutionär, Benjamin entwickelte eine kritische Theorie der Geschichte und versuchte anhand von literarischen Beispielen Aufschlüsse für das unheilvolle 20. Jahrhundert zu gewinnen. Beide hatten Marx gelesen. Trotzki wurde 1937 hinterrücks erschlagen, Benjamin nahm sich 1940 das Leben; sein letzter Text sind die 1940 zusammengestellten „Geschichtsphilosophischen Thesen“. Es ging beiden um das Erbe des Kapitalismus, die Unfähigkeit des Proletariats zur herrschenden Klasse zu werden und die Utopie des sozialistischen Programms.

Die Juden Rosa Luxemburg und Trotzki waren Berufsrevolutionäre und polyglotte Literaten und bereit, um der Sache willen in Opposition zu gehen; sie kannten sich, waren aber nicht befreundet.

Die Sozialdemokraten konzipierten in der nachrevolutionären Periode der kapitalistischen Entwicklung die Durchsetzung sozialer Reformen. Lenin ging über eine bürgerliche Demokratie hinaus mit dem Ziel einer Diktatur der Arbeiter und Bauern. Trotzki verfolgte verbunden mit den Klasseninteressen der Arbeiterschaft einen antikapitalistischen Kurs, abhängig von einer internationalen sozialistischen Revolution. Luxemburg setzte auf eine Führung der Arbeiterklasse und eine „bewusste proletarische Revolution“ als Teil „der internationalen Weltarmee des Proletariats“. Sie wandte sich gegen die von der Regierung verfügte Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit (Eintritt für bürgerlich erkämpfte Menschen- und Freiheitsrechte). Es entfaltete sich eine lebhafte Debatte um die „richtige“ Organisationsform der (russischen) Arbeiterpartei nicht nur als einer Kampforganisation, sondern auch als ein Gesellschaftsmodell; hierzu Luxemburg: ‚Ohne allgemeine Wahlen, ungehemmte Presse- und Versammlungsfreiheit, freien Meinungskampf erstirbt das Leben in jeder öffentlichen Institution, wird zum Scheinleben, in dem die Bürokratie allein das tätige Element bleibt…‘ (dazu noch ein Anhang mit ausführlichen Zitaten).

III. Teil – Ideologiekritik gestern und heute

Menschen sind nur in Gruppen überlebensfähig und werden in eine geschichtliche Sozialstruktur geboren, die Herrschaftsverhältnisse und Weltbilder (damit auch Vorurteile, Irrtümer und ‚falsches Bewusstsein) enthält. Neue Techniken, Kooperationsweisen und Organisationsformen können mit bestehenden Einrichtungen kollidieren und sie infrage stellen. Ideologiekritik ist fruchtbarer Zweifel, denn es gibt keine endgültige Wahrheit. Sie kann aber auch totalisiert werden, und dann gibt es keinen Unterschied mehr zwischen denen, die Gefangene ihrer Ideologie sind und denen, die sich ihrer nur egoistisch bedienen (Dompteurmodell), um eine manipulierbare Glaubensgemeinschaft zu schaffen. Xenophobie und Verschwörungstheorien eröffnen den wütenden Erniedrigten eine Chance zur Triebabfuhr. Gegenwärtig sind Institutionen zu quasi ‚natürlichen‘, geworden, obwohl sie ‚gesellschaftlich geschaffen‘ sind. Das schützt vor Kritik und Veränderung und begünstigt blindwütige Verteidigung, z.B. Privateigentum an Produktionsmitteln. Hegel und Marx verbindet die verdeckte dialektische Bewegtheit des geschichtlichen Lebens in ihren Frühschriften. Die Gleichheit von Bewusstsein und Substanz enthält die Wahrheit, doch die Macht des nicht ausreichenden Erkennens stellt unmittelbare sinnliche Gewissheiten infrage. Nach Hegel geschieht die Subjekt-Objekt Vermittlung durch das Verzehren und Sich-Einverleiben (und kritisch verdauen, Hardtmann), ein unendlicher Prozess.

Es folgt ein philosophischer Exkurs über „Bewusstsein“ und „Arbeit“ bei Hegel und Marx.

Ideologie und Klassenbewusstsein (im Anschluss an Georg Lukács

Themen sind das Bedürfnis des Bewusstseins, über sich selbst hinaus zu gehen. Die idealistische und materielle Dialektik bei Hegel und Marx trifft sich in der Konzeption der Arbeit unter den Aspekten ‚der Bearbeitung der Natur durch die Menschen und der Bearbeitung des Menschen durch die Menschen‘. Der gesellschaftliche Bereich wird von Dahmer zunächst nur gestreift. Der dingliche der Bearbeitung von Dingen zur Befriedigung von Bedürfnissen sei ein Eingriff, der die Eigengesetzlichkeit der Dinge anerkennen müsse. In der dialektischen Triade von Bedürfnis, Arbeit und Genuss sei die Arbeit die Sache des Knechts, (der es mit der Arbeit an der Selbstständigkeit des Gegenstandes zu tun hat, deren Wurzel sei die Befriedigung aus der Arbeit, die sich immer wieder neu bildet), während der Genuss dem Herrn eigen sei.

Nach Marcuse sei Arbeit einerseits zur physischen Produktion und Reproduktion notwendig und gleichzeitig gerichtet auf das nicht mehr Notwendige, in der Verwirklichung und Konstituierung von Gesellschaft nach der Mühe (Arbeit der Knechte) und der Freiheit (für die Herren), eine Deformation der menschlichen Praxis durch die Arbeitsteilung. Was der Knecht tut, diene dem Herrn und damit fremden Zwecken, treibe aber gleichzeitig die Entwicklung der Gesellschaft zur menschlichen Freiheit durch die äußerste Entfremdung von Genuss und Arbeit voran. Mit seinen Werkzeugen habe der Mensch Macht über die äußere Natur, während er nach den Zwecken durch den ‚Trieb‘ ihr unterworfen, Freiheit und Notwendigkeit gleichzeitig.

Der Marxsche Arbeitsbegriff knüpfe an die conditio humana an, die allen Gesellschaftsformen und Entwicklungsstufen gemeinsam sei. Indem der Mensch auf die Natur einwirke, verändere er zugleich auch seine Natur und werde zum Resultat seiner Arbeit. In der Hingabe an die Sache, müsse sich der Mensch selbst Disziplin auferlegen und sich dem Zweck unterordnen, den er bereits vorher im Kopf habe. In der bürgerlich-kapitalistischen Epoche sei die Arbeit nicht mehr Selbsttätigkeit, sondern Zwangsarbeit, ein Mittel, um Bedürfnisse zu befriedigen. Arbeitsmetaphysik und -ideologie seien der Aneignung fremder Arbeit komplementär. Da die Produktion des Bewusstseins verflochten sei mit der materiellen Tätigkeit, gebe es auch ein gesellschaftliches Bewusstsein der Arbeitsprozesse, nicht einfach ein Reflex, sondern eines das hinter dem ‚Sein‘ meist zurückbleibe, für einige auch vorauseile. Da es kein Bewusstsein gibt, das nicht bestimmt sei durch die ökonomisch-gesellschaftliche Realität, gebe es die Möglichkeit der Veränderung. Die materielle Gewalt treibe zu Veränderungen, die zunächst in den Köpfen (im Denken) stattfinde. Im Kairos der Revolution verschmelze das Bewusstsein mit der Aktion. Im Bewusstsein werde eine neue, zukünftige andere Welt erfunden.

Da Bewusstseinsformen Ausdruck der Produktionsverhältnisse und deren Ideologie seien, könne auch das ‚falsche‘ Bewusstsein subjektiv richtig sein, insofern es unwillentlich unbekannte Tendenzen befördere (Georg Lukács 1923). Klassenbewusstein werde nicht vom Denken des Einzelnen bestimmt, da es in ökonomisch bestimmter Totalität eine Klasse zur Handlung zwinge.

Das Rätsel des Geldes

Zahlungsfähigkeit und Kaufkraft sind die Grundlage unseres Selbstwert- und Sicherheitsgefühls und definiert unsere soziale Position. Sprach- und Geldgebrauch sind Alltagspraktiken. Jeder Geldmittel beraubt wären wir plötzlich ‚Habenichtse‘ und würden begreifen, wie sehr unser Zugang zu Menschen und Gütern ein geldvermittelter ist: Von den Tauschgeschäften, den Opferungen für die Götter, bis zu den aktuellen Menschenopfern (einschliesslich der Massenvernichtungswaffen) und der Tatsache, dass viele Menschen von den Fortschritten der Technik profitieren, andere in unvorstellbarem Elend dahinvegetieren. Der Übergang gehe vom Menschen- zum Tieropfer, zur Sublimierung des Opfers durch Geld, bis zur Entwicklung von Papiergeld und Kreditkarten. Wir handeln ständig mit Geld und machen dennoch ein Geheimnis daraus. Bereits die Reinlichkeitserziehung in frühen Jahren diene der Anpassung an die Arbeitswelt in Form der Umbildung des Lust-Unlust-Prinzips zum Realitätsprinzip. Mit dem Aufkommen der Geldwirtschaft galt Zinsnehmen als unanständig. Inzwischen ist es enttabuisiert und Gewinnstreben normal, außer bei Übertreibungen (Raffgier). Die soziale Ungleichheit zwischen Kapitalbesitzern und abhängig Beschäftigten und die Habsucht/​Ausbeutung (nach Marx) befördert dem Wunsch, nicht mehr für andere arbeiten zu müssen.

Dem Rationalitätskalkül vor dem Kaufakt liegt die Umrechnung der Güterpreise in Arbeitslöhne zugrunde. Der Geldhandel hat den Fernhandel erleichtert und ermöglichte einen Abstraktionsschritt und die Unterscheidung zwischen Tauschwert und Gebrauchswert. Beim Tauschwert geht es neben der Qualität um die Gestehungskosten. Das Geld bestimmt als Gebrauchswert den Tauschwert anderer Waren und wurde geschichtlich zunehmend entmaterialisiert (Wechsel, Wertpapiere, Kreditkarten): Wichtig ist nicht die Substanz, sondern die Funktion.

Es repräsentiert ein bestimmtes Quantum gesellschaftlichen Reichtums und bildet neben Gewalt und Moral die Basis unserer Gesellschaft. Mit dem Zerfall der ständischen Bindungen traten an deren Stelle Herr-Knecht-Beziehungen: Lohnarbeiter, die gezwungen waren, sich zu verdingen. Im Tausch sind die Lohnarbeiter im Nachteil gegenüber denen, die Gewinn machen und reinvestieren. Walter Benjamin sah in der modernen Marktwirtschaft „eine Religion aus bloßem Kult, ohne Dogma“. Das Christentum habe nicht nur wie Max Weber meinte, „das Aufkommen des Kapitalismus begünstigt, sondern (…) sich in den Kapitalismus gewandelt.“ Wir sind zu Götzendiener und Anbetern des Golden Kalbs geworden.

Das antisemitische Dispositiv

Dahmer behandelt „Judo-Phobie“ als einen speziellen Fall von Xenophobie. Das Diaspora Judentum habe notgedrungen „Fortschritte in der Geistigkeit“ gemacht und als „Volk ohne Land“ gelernt, überall und nirgends zuhause zu sein. Als „Pariakaste“ habe es den Tauschhandel monetarisiert und zur Auflösung traditionaler Lebensformen beigetragen. Auch nach dem Holocaust sei die „Judo-Phobie“ als ‚generalisierte Xenophobie‘ disponibel geworden und diene zur Markierung neuer Hassobjekte wie Elends- und Kriegsflüchtlinge. Trotz der französischen Revolution kam es nicht zur einer tatsächlichen ‚Emanzipation‘. Diskriminierung im Westen und Pogrome im Osten weckten bei den Juden den Wunsch nach einem eigenen Nationalstaat. Seit dem Holocaust versuchen Sozialwissenschaftler Struktur und Funktion der antisemitischen Ideologie und Psychologie zu verstehen: Eine soziale Krankheit? Produkt der kapitalistischen Gesellschaft? ‚Das ‚Sphinxrätsel der Gegenwart?‘

Kern sei die ‚Phobie‘, eine Mischung aus Furcht und Abscheu gegenüber einem Projektionsobjekt, – auch ohne Juden. Sie ist an keine Gesellschafts- oder Staatsform gebunden, obgleich die ideologischen Rechtfertigungen variieren. Grundlage könnte eine ‚legendäre‘ Geschichte sein, fußend auf einem realen Kern, i.S. eines Familienromans, den es zu dechiffrieren gelte. Rechtsextremistische Kameradschaften verbreiten in Deutschland, möglicherweise durch den Einfluss (Delegation) der Nazi-Großelterngeneration, Parolen gegen das Weltjudentum, Bolschewismus und ‚Plutokratien‘, – eine radikale Vereinfachung unserer komplexen Welt.

Nach Freud steckt in jedem Wahn ein Stück historischer Wahrheit. In der Antike nahm man Anstoß an der relativen Autonomie der Juden, dem Monotheismus und der Distanz zum Christentum, der ökonomischen Funktion des Geld- und Fernhandels, an Abkapselung und Ausschließung. In der kapitalistischen Wirtschaft gelten sachliche Abhängigkeitsverhältnisse, denen eine Verbrüderung fremd ist, eine unpersönliche, praktische Lebensbeziehung, die Menschen aus ihrer Heimat in die Fremde treibt (Nomadentum) und traditionelle Lebenswelten zerstören. Die Überforderung macht Menschen zu Feinden der Kultur, ihre Aggressionen richten sich gegen die „Fremden“: Juden, Zigeuner und Migranten.

Antisemitismus stellt einen überlieferten kulturellen Code zur Verfügung gegen eine Vater(Gesetzes)Religion und die Monopolisten der Abstraktion von Geld und Geist. Zudem sind ichschwache Charaktere ‚süchtig‘ nach Komplexitätsreduktion, Verfolgungsphantasien, Verleugnung von Realität, Wahnbildungen die durch Unterstützer gestärkt werden.

Nach Dahmer sind die Ursachen: ‚Versteinerte Verhältnisse‘ durch das Gefälle zwischen Arm und Reich, Paradies und Hölle, Privilegierung und Ausschluss. Da Antisemiten erfahrungs- und argumentationsresistent sind, geht es bei der Bekämpfung politisch eher um die Hörer und Zuschauer. (Aber wenn Dahmer von ‚Sucht‘ spricht, stellt sich doch auch die Frage der ‚Therapie‘. Hardtmann)

Migranten, Flüchtlinge, Djihadisten

Mit der schrittweisen Trennung der Bevölkerungsmehrheit von den Produktionsmitteln entwickelte sich die Marktwirtschaft im nationalen und internationalen Maßstab mit der Folge globaler Enteignungsprozesse und der Veränderung zwischenmenschlicher Beziehungen. Die erforderten Abstraktionsleistungen entzauberten die Welt; nun galt der Marktwert von Menschen und Dingen. Die christliche Religion wurde zeitgemäß instrumentalisiert, die Technik permanent revolutioniert und die Arbeitsproduktivität gesteigert. Die Kolonisatoren zerstörten vorhandene sozioökonomische Strukturen, schufen Gesellschaften extremer Ungleichheit, konkurrenzunfähig mit den ökonomisch entwickelten imperialistischen Staaten. Es entstand ein Ungleichgewicht zwischen Luxus und Armut. Kriege und Klimaveränderungen zwingen Menschen zur Flucht in die ‚gelobten Länder‘ und beschwören (in Deutschland z.B.) die eigene Generationen übergreifende Kriegserinnerungen und Ängste. Hinzukommen kulturelle Differenzen der Einwanderer, autoritäre familiäre und religiöse Strukturen, Bildungsdefizite und fehlende Qualifikationen.

Radikale, in pseudo-marxistischen Politreligionen befangene Guerilla-Bewegungen suchten die Zukunft, wie heute die Gotteskrieger, in der Vergangenheit, mit einem – vorhersehbaren – destruktiven Ausgang. Radikale islamische Gruppen und Einzelkämpfer verstehen sich als Missionare im Land der Ungläubigen. Sie sind der herrschenden Kultur entfremdet (durch Diskriminierung, Arbeitslosigkeit), Kleinkriminalität bringt sie ins Gefängnis, danach folgt eine religiöse Erweckung und Radikalisierung und Initiationsreisen in ein muslimisches Land. Dabei spielen Hassprediger, Peergroups und Videobotschaften zusätzlich eine Rolle. Verbunden durch den verpflichtenden Gehorsam gegen Gott entwickelt sich ein Wir-Gefühl gegenüber den Ungläubigen, das von Spaltungen lebt und durch die primär familiär entmündigende Sozialisation gefördert wird; Orientierungslosigkeit und Radikalisierung sind die Folge. Dauerbeleidigt finden sie auch keine Lösung für ihre Konflikte, insbesondere da Kompromisse ausgeschlossen sind, so bleibt als Ausweg nur die Depression (Selbstmord) und eine manische Verleugnung des Scheiterns durch einen vermeintlichen ‚Sieg‘.

Dahmer schlägt vor, sich nicht mehr auf destruktive Interventionskriege einzulassen und lieber die Kriegsmilliarden dazu zu verwenden, die Lebensverhältnisse der Mehrheit in den Diktatur- und Elendsländern zu verbessern, eine weltumspannende Umverteilung von Reichtum anzustreben, Einwanderer mit Wohnungen, Arbeit, Kindergärten und Schulen zu unterstützen und offen gegen Diskriminierungen und Fanatismus – gleich welchen Bekenntnisses – zu kämpfen.

Diskussion

Freud, Trotzki und Horkheimer, ist das Schnee vom vergangenen Jahr? Einerseits ja, wenn man nicht an der Aufarbeitung der Beziehung des Horkheimer Kreises mit Trotzki interessiert ist, andererseits nein, wenn ein Bezug zur aktuellen Gegenwart in diesem umfangreichen (über 500 Seiten) und kenntnisreichen Buch hergestellt wird. Das geschieht, wenn auch in verkürzter Form: Das Problem des Kapitalismus, die ungleiche Verteilung des Reichtums und die Verelendung von Massen, ist auch im Wirtschaftsliberalismus nicht gelöst, sondern eher verstärkt; die Schere zwischen arm und reich nimmt zu, die Abhängigkeit der Lohnarbeiter von den Besitzern an weltweiten, und vom Staat nicht mehr kontrollierten Eigentümern an Produktions- und Finanzmitteln ist nicht gelöst. Diese entziehen sich oft ihrer sozialen Verantwortung und setzen durch die Produktion prekärer Lebensverhältnisse Emigrationsbewegungen in Gang setzen mit der Folge sozialen Spannungen und eines kaum zu ersetzenden Verlusts an Heimat und Bindungen.

Damit wird, so würde Freud möglicherweise heute kulturkritisch sagen, etwas zerstört, was für das soziale Zusammenleben unverzichtbar ist: Die Auflösung von gewachsene Bindungen und Strukturen, die Solidarität und Zusammenhalt sichern. Es geht also nicht nur um Umweltzerstörungen, die der Gier nach Geld und Profit zum Opfer fallen, sondern auch um Zerstörungen in der Gefühlswelt der Menschen, die entweder zu einer Anpassung an die äußere Welt auf Kosten der inneren (Heimatlosigkeit), oder an die innere auf Kosten der äußeren (Verarmung) gezwungen sind mit der Folge, dass für viele ein gelingendes Leben nicht möglich ist. Während Freud es mit der verlogenen Sexualmoral seiner Zeit zu tun hatte, haben wir es heute mit einer ökonomischen Struktur zu tun, die die Kosten der Globalisierung den Ärmsten aufbürdet, da die Profite bei denen bleiben, die ihre Vorteile an Produktions- und Geldmitteln zu nutzen wissen. Das ist nicht nur ein Problem der Gerechtigkeit und bedroht nicht nur den äußeren Frieden, sondern auch den Menschen selbst, der – zum Überleben – auf zuverlässige Bindungen und Lebensverhältnisse angewiesen ist.

Die Auseinandersetzungen Freud-Trotzki-Horkheimer bleiben natürlich für den Historiker interessant, auch die schwierige Aufarbeitung der NS-Geschichte der DPV, die sehr ausführlich geraten ist, da Dahmer als langjähriger Herausgeber der ‚Psyche‘ auch ganz persönlich davon betroffen war. Doch haben sie vor allem Spuren bis in die Gegenwart hinterlassen, in Form einer fehlenden, die Tradition verleugnende Kulturkritik seitens der Psychoanalytiker, die schichtspezifisch und mit vorwiegend therapeutischem Interesse die Zunahme von Depressionen (auch durch prekäre oder ausufernde Arbeitsprozesse) nicht in Zusammenhang bringen mit gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, von denen selbst wir, in einem relativ reichen Land, nicht verschont geblieben sind.

Die interessanten Exkurse über die Philosophie der „Frankfurter Schule“, die Dichotomie zwischen philosophisch Denken und politischem Handeln sind ausführlich belegt und regen zum Nachdenken an. Für mein Gefühl sind dabei Schlussfolgerungen zur Gegenwart (bis auf die Kapitel über ‚Geld, Antisemitismus und Flüchtlinge‘) etwas zu kurz gekommen; sodass man sich das zum Teil selbst erarbeiten muss, aber durch diese Veröffentlichung auch reichlich Informationen (zusätzlich durch die Anmerkungen und die Literatur) und Anstöße dazu bekommt.

Fazit

Man braucht Zeit und Interesse, um dieses umfangreiche Buch zu lesen, – ein Stück Psychoanalyse-, Marxismus- und politische Geschichte. Die Themen, die angesprochen wurden (Kapitalismuskritik, Dichotomie zwischen Denken und Handeln) sind allerdings nicht gelöst und stellen sich in einer globalisierten Welt auch anders dar, da sie nicht mehr auf nationaler Ebene zu lösen sind. Man kann aber aus der Vergangenheit lernen, dass sie – theoretisch und praktisch – nur gemeinsam und interdisziplinär Denken gelöst werden können.


Rezensentin
Prof. Dr. Gertrud Hardtmann
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Zitiervorschlag
Gertrud Hardtmann. Rezension vom 03.12.2019 zu: Helmut Dahmer: Freud, Trotzki und der Horkheimer-Kreis. Verlag Westfälisches Dampfboot (Münster) 2019. ISBN 978-3-89691-271-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/26174.php, Datum des Zugriffs 07.12.2019.


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