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Holger Lindemann: Konstruktivismus, Systemtheorie und praktisches Handeln

Cover Holger Lindemann: Konstruktivismus, Systemtheorie und praktisches Handeln. Eine Einführung für pädagogische, psychologische, soziale, gesellschaftliche und betriebliche Handlungsfelder. Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen) 2019. 331 Seiten. ISBN 978-3-525-40675-5. D: 30,00 EUR, A: 31,00 EUR.
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Thema

Die Konstruktion multidimensionaler konstruktivistischer (Hypo-)Thesen und Positionen ist zweifelsfrei eine der herausragendsten und weitreichendsten Leistungen der Philosophie des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Konstruktivistische Gedankengebäude lassen sich auf einer langen Skala verorten, die bei der radikalen Leugnung einer Realität, die außerhalb des menschlichen Bewusstseins liegen könnte, ansetzt und bei einer gemäßigteren nominalistischen Variante endet. Allen gemeinsam ist das Primat der Epistemologie über die Ontologie, denn ontologische Erkenntnis oder gar Gewissheit sei unmöglich. Damit erteilen KonstruktivistInnen allen universalienrealistisch geprägten Richtungen der Philosophie eine klare Absage.

Dass es möglich ist, unterschiedliche Konstruktionen von Wirklichkeit miteinander zu vernetzen, sowohl den internen Aufbau eines Systems als auch die Interaktionen von Systemen untereinander und die jeweils beteiligten AkteurInnen in den Blick zu nehmen – das sind die Grundannahmen der Systemtheorie, die unter anderem Niklas Luhmann entworfen hat.

Die vorliegende Publikation geht aus von der Feststellung, dass Konstruktivismus und Systemtheorie seit den 1980er Jahren die Theoriebildung in „sozialen, therapeutischen, pädagogischen und betrieblichen Zusammenhängen“ (S. 11) angekurbelt haben. Anliegen des Autors ist es zu zeigen, dass eine „systemisch-konstruktivistische Handlungstheorie“ insofern in die Irre führt, als Konstruktivismus und Systemtheorie nicht für eine „lineare Ableitung von Handlungsanweisungen“ taugen. Vielmehr liege ihr Wert darin, „eine reflexive und kritische Grundhaltung gegenüber jeglicher Begründung praktischen Handelns, gegenüber jeglicher Festlegung mit dem Anspruch auf allgemeine Gültigkeit“ (S. 11 f.) zu fördern und im praktischen Handeln zu fordern.

Autor

„Prof. Dr. Holger Lindemann, Diplom-Pädagoge, Systemischer Supervisor (SG/DGSF), Organisationsberater und zertifizierter Mediator, ist Professor für Entwicklungspsychologie und Systemische Beratung an der Medical School Berlin und Leiter des HafenCity Instituts für Systemische Ausbildung (HISA) in Hamburg.

Er ist zudem Privatdozent der sonderpädagogischen Psychologie an der Universität Oldenburg und freiberuflich als Fortbildner, Supervisor und Berater tätig“. (Klappentext). Ausführliche Informationen sind auf der Website www.lindecon.de zu finden.

Entstehungshintergrund

Zur „Entstehung und Geschichte des Buchs“ schreibt Holger Lindemann in seinem Vorwort, dass der Ursprung auf das Jahr 1999 zurückgehe. Den ersten Titel, „Die Behinderung liegt im Auge des Betrachters“, habe er sukzessive erweitert und verallgemeinert, sodass er in die aktuelle Publikation nicht mehr allein Aspekte der Pädagogik integriert habe, sondern er nun Bereiche jeder Wissenschaft, die eine Handlungsorientierung bedinge – so etwa Psychotherapie, Medizin, Betriebswirtschaft oder Unternehmensführung –, einer Reflexion unterziehe. Sein Anliegen sei es, so Lindemann, eine „verständliche und angemessen umfangreiche Einführung in die Grundlagen von Konstruktivismus und Systemtheorie sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Fragen der Ethik und Handlungsorientierung“ (S. 13) zu bieten.

Aufbau und Inhalt

An das Vorwort, in dem der Autor auch „nichtwissenschaftliche Zugänge zu Konstruktivismus und Systemtheorie“ kursorisch würdigt, schließen sich sieben große Kapitel und ein Fazit sowie Glossar, Literaturverzeichnis und Sachregister an.

Kapitel 1 besteht aus einer Einführung in den Konstruktivismus. Nachdem Lindemann die „Ausgangspunkte konstruktivistischen Denkens“ skizziert und mit Abbildungen erläutert hat, dass sich Wahrnehmung als Konstruktionsprozess beschreiben lasse, der nicht ohne Konsequenzen bleibe, fokussiert er die Unterschiede zwischen Ontologie und Epistemologie. Während im Rationalismus die klassische Trennung von erkennendem Subjekt und zu erkennendem Objekt vorherrsche, seien konstruktivistische Theorien von einem grundlegenden Skeptizismus geprägt, in dem man von einer zwar gegebenen, aber nicht zu erkennenden Realität ausgehe. Im radikalen Konstruktivismus gehe man noch einen Schritt weiter, weil es sich hier um eine Theorie des Wissens handle, „die keinerlei ontologischen Anspruch erhebt und darum auch nicht von der Annahme einer vom Wissenden unabhängigen Realität ausgeht“ (Ernst von Glasersfeld, zit. nach S. 27). Vom radikalen Konstruktivismus sei der methodische bzw. Erlanger Konstruktivismus abzugrenzen sowie eine Reihe weiterer konstruktivistischer Strömungen, die Lindemann knapp anreißt. In seinem Buch werde von der „Mindestforderung einer Nicht-Erkennbarkeit der Realität ausgegangen“ (S. 31). Alles, was ein Beobachter sage, sei eine Beschreibung, die nicht den Anspruch erhebe, die Realität oder das Verhältnis zu ihr darzustellen. „Konstruktivismus als Epistemologie ohne Ontologie“ bedeute, dass man nicht nur zwischen ontologischen und epistemologischen Fragen trennen müsse, sondern auch zwischen Realität und Wirklichkeit. Hier offenbare sich ein ontologischer Dualismus, der wiederum kritisch zu durchleuchten sei, weil der Begriff der Realität keinen Sinn ergebe. Konstruktivistisches Denken müsse eigentlich immer monistisch verstanden werden.

„Die Konstruktion von Wirklichkeit“ beruhe auf Wirklichkeitsannahmen, die nicht nur aus den Inhalten einer Beobachtung, sondern auch aus der Modalität derselben resultiere. Lindemann nennt fünf Kriterien für eine solche Konstruktion:

  • „Wahrnehmungserfahrung“ („etwas ist wirklich, wenn es von einem Subjekt aufgrund seiner Wahrnehmungserfahrungwahrgenommen wird“, S. 36),
  • „Plausibilität und Konsistenz“,
  • „Viabilität“ sowie
  • „subjektive und soziale Generalisierbarkeit“ der eigenen Erfahrung.

Hinzu treten Komplexitätsreduktion und Anschlussfähigkeit als „Grundprinzipien sowohl der individuellen als auch der sozialen Konstruktion von Wirklichkeit“ (S. 38).

Aus konstruktivistischer Perspektive sei es Aufgabe der Wissenschaften, konsistente Theorien zu erstellen, die die Phänomene menschlicher Wahrnehmung erklärten. Diese Theorien enthielten ein Set von Werten – laut Thomas Kuhn, den Lindemann zitiert, sind dies Genauigkeit, Widerspruchsfreiheit, Anwendbarkeit, Einfachheit und Fruchtbarkeit – und alle AkteurInnen müssten sich darüber im Klaren sein, dass eine wertfreie Wissenschaft nicht erreichbar sei, weil jede Theorie durch die impliziten Werte des/der Forschers/in beeinflusst werde.

Lindemann resümiert die Kernthesen des Konstruktivismus, die sich um die Begriffe ontologischer Skeptizismus, Subjektivität von Wissen, interne Ordnung, Viabilität, Pluralität von Denken und Handeln, Verantwortung und Selbstanwendung ranken, bevor er das erste Kapitel mit einer differenzierten Auseinandersetzung mit der Kritik am Konstruktivismus beschließt.

Lebende, kognitive und soziale Systeme – so ist Kapitel 2 überschrieben, das zunächst von der allgemeinen Systemtheorie und der Definition von Systemen handelt. System lasse sich als Resultat einer Auswahl von Komponenten und Relationen charakterisieren, dabei sei die Notwendigkeit der Relationierung besonders zu betonen. Des Weiteren könne ein System als Kommunikation gesehen werden, wobei insbesondere der Vorgang seiner kommunikativen Erzeugung zu beachten sei. Es zeichne sich insbesondere durch Komplexitätsreduktion und Anschlussfähigkeit aus. In konstruktivistischer Perspektive seien Systeme Beschreibungs- und keine Korrespondenzmodelle.

In seiner Darstellung lebender Systeme orientiert sich Lindemann an Humberto Maturanas Theorie der Autopoiese. Ein äußeres Ereignis habe keinen steuernden Einfluss auf ein lebendes System, ein solches Ereignis sei eine Perturbation, keine Ursache, die eine spezifische Auswirkung hätte, sondern ein möglicher Anlass für Veränderungen. Zudem müsse zwischen innerer und äußerer Beobachtung strikt unterschieden werden. Das Grundprinzip des Lebens sei Autopoiese, das Prinzip der Selbstorganisation, und das Erreichen eines Ordnungszustands gehe auf Selbstreferenz, Strukturdeterminiertheit, energetische Offenheit und Autonomie zurück. Ein Beobachter könne das System immer nur im Bereich seiner Beobachtung stören. Inwieweit sich daraus eine Veränderung ergebe, könne man vermuten, jedoch nie voraussagen.

Das Nervensystem sei ein eigenständiges kognitives System, obwohl es von dem autopoietischen System abhänge, in das es eingebettet sei. Dennoch sei es informationell geschlossen. Lindemann konzentriert sich ausschließlich auf Zentralnervensysteme, zu deren Organisation immer ein Gehirn gehört. Es existiere keine einheitliche Definition von Kognition, doch festzuhalten sei, dass es sich bei kognitiven Prozessen immer um bedeutungshafte Prozesse handle. In Anlehnung an Gerhard Roth, der eine abschließende Definition von Kognition für unmöglich hält, zählt Lindemann eine Reihe von Varianten kognitiver Prozesse auf.

Die Definition von Individuen als lebende und kognitive Systeme lasse sich auf soziale Systeme ausweiten. Gesellschaft könne als „Netzwerk sozialer Systeme“ klassifiziert werden, „in dem die Individuen die Schnittpunkte bilden“ (S. 75). Mit Bezug auf Niklas Luhmann erklärt der Autor, dass soziale Systeme erst durch die Aktivitäten ihrer Beobachter entstehen. Diese seien nicht Teil der Systeme, sondern Teil der Systemumwelt. Innerhalb der Systeme bezögen sich allein kommunikative Prozesse aufeinander und formierten dadurch soziale Systeme.

Lindemann berücksichtigt darüber hinaus den ökosystemischen Ansatz Urie Bronfenbrenners, bevor er auf die Dynamik der Veränderung komplexer Systeme eingeht. Durchgängig zeige sich „die Tendenz des Systemverhaltens zu stabilen Zuständen bzw. der Wechsel von Stabilisierung und Destabilisierung“ (S. 85).

Kapitel 3, Wahrnehmung und Bewusstsein, dringt weiter in die Kernfragen des Konstruktivismus vor. Als a priori „subjektabhängige Interpretation“ der Objektwelt komme der Wahrnehmung als Erstes die biologische Funktion zu, die Autopoiese eines Systems zu bewahren. Bei der Codierung in den Sinneszellen herrsche insofern das „Prinzip der undifferenzierten Codierung“, als nur die Intensität und die Dauer der Erregung zählten, nicht jedoch deren Inhalte oder Qualität, denn erst im Gehirn werde neuronalen Ereignissen eine Bedeutung zugewiesen. Erregung werde parallel, konvergent und divergent verarbeitet, ein komplexer Wahrnehmungsinhalt werde nach dem „Prinzip der verteilten Repräsentation“ in viele Aspekte aufgegliedert, die das Gehirn holistisch verarbeite, denn die Wahrnehmung insgesamt könne an keinem cerebralen Ort lokalisiert werden. Das Gehirn bediene sich dabei interner Gestaltkriterien, nach denen es die Einzelmerkmale zu einem Ganzen komponiere. Mit den Kriterien der Kontinuität, Nähe, Ähnlichkeit oder Geschlossenheit werde Stabilität und eine Reduktion der Komplexität angestrebt, wobei das Gedächtnis eine wesentliche Rolle spiele, da es verallgemeinere und Neues mit Erfahrungsinhalten abgleiche. „Die Welt als Konstruktion“ gehe aus der Aktivität eines geschlossenen neuronalen Systems hervor, das genau zwischen Dingwelt, Körperwelt und Gedankenwelt differenziere und das sich immer wieder dieser Trennung gewahr werden müsse. Alle drei „Welten“ seien im Gehirn als Konzepte angelegt, die Dingwelt als Konzept „zur Kategorisierung von Erlebnissen ‚außerhalb‘ der Körpersensorik und -motorik“, die Körperwelt als Konzept „zur Kategorisierung von Erlebnissen ‚innerhalb‘ der Körpersensorik und -motorik“ und schließlich die Gedankenwelt als Konzept zur „Kategorisierung gehirninterner Aktivität“ (S. 112). „Die Konstruktion des Selbst“ bzw. die „Konstruktion eines Selbstbildes“ geschehe auf zwei Ebenen, einerseits „als Erfahrung einer Abgrenzung von Körperwelt und Dingwelt“, andererseits „als Abstraktion dieser Erfahrung in der Gedankenwelt, indem das Gehirn ein Selbstmodell schafft, das sich in der Beobachtung der eigenen Person und des eigenen Handelns herausbildet“ (S. 115). Diese Selbstrepräsentation könne mit Gerhard Roth in verschiedene Ichzustände zergliedert werden, von denen das autobiografische Ich, das selbstreflexive Ich und das ethische Ich nach allgemeiner Meinung für unsere Individualität verantwortlich zeichnen. Doch auch das Selbstbild sei vom Gehirn erschaffen, als „virtueller Akteur“, der sich oftmals sicher sei, dass sein Bewusstsein und sein Selbst rein geistige Phänomene seien.

Der zweite große Themenbereich des Kapitels, Bewusstsein, illustriert einmal mehr, dass viele Leistungen des Gehirns unbemerkt vom jeweiligen Individuum ablaufen. Während die Auffächerung in Aktualbewusstsein und Hintergrundbewusstsein unproblematisch ist, wird es schwierig, Bewusstsein im Gehirn zu lokalisieren. Aufgrund der Komplexität und Plastizität des Gehirns sei eine exklusive Lokalisierung des Bewusstseins genauso unmöglich wie die alleinige Zuweisung bestimmter Kompetenzen zu einzelnen Arealen. Bewusstsein könne als „Ergebnis von Bewertungen von Ereignissen“ gedeutet werden, denn jede Wahrnehmung beziehe sich auf „neuronale Aktivität, die unbewusst vorstrukturiert wurde“ (S. 126). Wahrnehmung werde nach dem Bekanntheits- und Wichtigkeitsgrad der jeweiligen Ereignisse hierarchisiert, dies stelle eine Form der Komplexitätsreduktion dar. Aktuelles Erleben bilde „keinen geistigen Entscheidungsfreiraum“, sondern stelle „ein kontinuierliches Eigensignal des Gehirns dar, das mit der aktuellen Verarbeitung und Inbeziehungsetzung von Ereignissen einhergeht und dem eigentlichen Treffen von Verknüpfungsentscheidungen zeitlich nachgeordnet ist“ (S. 129). Nichtsdestoweniger beschäftige sich (nicht allein) die neue Disziplin der Neurophilosophie mit Willensfreiheit und Autonomie.

Lindemann plädiert dafür, Bewusstsein zu definieren als „Aspekt lebender, kognitiver Systeme, die als Ganzes autonom funktionieren und die somit als Einheit auch die Freiheit haben, nach eigenen Erfahrungen und Bewertungen zu handeln“ (S. 134).

In Kapitel 4, Kognitive Entwicklung, Kommunikation und Gesellschaft, steht die Frage im Zentrum, wie sich individuelle Entwicklung so vollziehen kann, dass Subjekte sich aufeinander beziehen und in gesellschaftlichen Kontexten agieren können. Wenn Lindemann zuerst „kognitive Entwicklung als internen Ordnungsprozess“ beschreibt, erinnert er an Ernst von Glaserfeld, der seinen radikalen Konstruktivismus an den entwicklungspsychologischen Theorien Jean Piagets orientiert habe, obgleich man bei der Interpretation dieser Theorien mitunter bereits bei der Übersetzung auf Schwierigkeiten stoße. Lindemann greift Piagets Äquilibrationsmodell auf und weist darauf hin, dass die beiden Komponenten des Modells, Assimilation und Akkomodation, immer gemeinsam auftreten. Ein Kind assimiliert seine Erfahrung an vorhandene Denkschemata oder aber, falls die Erfahrung neu ist, passt es seine Schemata an. Die auf der Basis von Assimilation und Akkomodation gebildeten Wahrnehmungen und Erfahrungen werden mit den Prinzipien der Re-Präsentation, Abstraktion und Reflexion geordnet. Bereits bei Piaget bedeutet Re-Präsentation nicht nur „eine Erinnerung im klassischen Sinne“ (S. 146), sondern bezieht sich ebenfalls auf die damit einhergehende kognitive Leistung. Alle drei genannten Prinzipien seien unabdingbar für die Entwicklung von Sprache und Kommunikation. Was ein Individuum mit einem Wort verbinde, gehe ebenfalls auf „seine subjektive Wahrnehmung und Erfahrung zurück und nicht auf ‚tatsächliche‘ Gegenstände und Zusammenhänge“ (S. 150). Ein Mensch, der in der Lage sei, Sprache zu benutzen, könne isolierte Elemente der Erfahrung und des Denkens aktiv zueinander in Beziehung setzen. Wenn dieser Mensch mit anderen kommuniziere, müsse er sich mit mindestens einem anderen „in einem Bereich gegenseitiger Wahrnehmung“ bzw. „in einem konsensuellen Bereich“ (S. 157) befinden, in einem Wirkungskreis der Perturbation, in dem man Handlungen ausführe, die das jeweilige Gegenüber als Symbole für seine Konstruktionen einordne.

Mit der Verwendung von Zeichen können Konstruktionen initiiert werden. Lindemann regt an, die traditionellen Begriffe „Sender“ und „Empfänger“ durch die Begriffe des „Orientierenden“ und des „Orientierten“ (Gebhard Rusch) zu ersetzen. Anders als in den Axiomen von Paul Watzlawick werde die Bedeutung einer Mitteilung nicht in einem Prozess der Interaktion, sondern allein im jeweiligen Subjekt geschaffen. Ein Orientierender versuche, „bei seinem Kommunikationspartner hinreichend ähnliche Bedeutungskonstruktionen anzustoßen“ (S. 159), eine Konstruktion, die kaum gleich sein werde, aber eine gegenseitige Bezugnahme ermögliche. Letztendlich laufe Kommunikation auf „die gegenseitige Unterstellung von Gemeinsamkeit“ oder auch auf die gegenseitige Unterstellung von Verstehen und allein damit auf einen Konsens hinaus. Die Kommunizierenden bewegten sich im historisch gewachsenen und relativ stabilen System der Kultur, das auf Konventionen und sozialer Konstruktion von Wirklichkeit beruhe, in denen sich individuelle und gesellschaftliche Konstrukte vermengten. Kultur sei an Personen gebunden, werde immer wieder neu erzeugt und tendiere zu einem „Stabilisierungsprozess des Individuellen im sozialen bzw. kulturellen Kontext“ (S. 170). In Anlehnung an Howard Gardner spricht Lindemann von neun verschiedenen Intelligenzen, die sich gegenseitig unterstützten und „Intelligenz als kultur- und kontextabhängig“ (S. 177) auswiesen. Das heiße jedoch nicht, dass man Intelligenz von außen evaluieren könne, das sei eine falsche Grundannahme. Welche negativen oder auch positiven Auswirkungen eine solche haben könne, manifestiere sich nicht zuletzt in selbsterfüllenden Prophezeiungen. Einige institutionelle Strukturen begünstigten diese. Mit Bemerkungen zur Etikettierung und zur Stigmatheorie, die sich sowohl positiv als auch negativ ausdifferenzieren lasse, endet das Kapitel.

Kapitel 5, „Systemtheoretische und synergetische Interaktions- und Veränderungsmodelle“, beginnt mit der kybernetischen Unterscheidung zwischen trivialen und nicht-trivialen Systemen. Manchen Handlungen liege eine triviale und damit defekt-orientierte Betrachtungsweise vom Menschen zugrunde, denn dieser funktioniere demnach nur dann, wenn ein festgelegter Stimulus die erwartete Reaktion nach sich ziehe. Ein nicht-triviales System hingegen zeichne sich dadurch aus, dass seine inneren Zustände den Output hervorbrächten. Das Modell der nicht-trivialen Maschine könne als „Funktions- und Beeinflussungsmodell lebender und kognitiver Systeme verwendet werden“ (S. 192), es trage dazu bei, die innere Dynamik von Menschen zu verstehen, gebe aber keine eindeutige Anweisung dafür, wie man den Umgang mit ihnen gestalten solle. Im Alltag dominiere oftmals eine trivialisierende Betrachtungsweise, denn Systeme, denen man Trivialisierung unterstelle, seien einfach zu handhaben. In einer linearen Handlungslogik versuche man in einem geschlossenen Kreis von Reiz und Antwort, beim jeweiligen Gegenüber die richtige Antwort zu erzeugen, was die innere Systemdynamik außen vorlasse und „das Prinzip ‚Mehr desselben‘“ auf den Plan rufe. In der Interaktion mit anderen Menschen sei es essenziell, die „Innenwelt subjektiver Konstruktionen“ (S. 202) zu achten und diese als „Ergebnis viabler Wirklichkeitskonstruktionen“ (ebd.) zu würdigen. In einem „kreativen Zirkel von Vorschlag und Gegenvorschlag“ (S. 204), der das jeweils individuelle nicht-triviale System anerkenne, sei gelingende Interaktion möglich. Man müsse mit dem System in einen Dialog treten, „eigene Handlungen als Vorschlag betrachten und beobachten, was das System als Gegenvorschlag hervorbringt“ (S. 205). Damit ließen sich Hierarchisierungen lockern und Macht könne im Zuge dessen, Niklas Luhmann folgend, als „Komplexitätsreduktion mit dem Ziel der handlungsgemäßen Anschlussfähigkeit interpretiert werden“ (S. 209). Dem Konstrukt Macht inhäriere eine „vorschlagende Dimension“, „künftige Handlungen“ seien noch nicht fixiert, sondern im Verlauf einer „kommunikativen Öffnung von Aushandlungsspielräumen“ werde die für die „Handlungskoordination notwendige Komplexitätsreduktion und auch Anschlussfähigkeit gemeinsam verhandelt“ (S. 211 f.). Ein solcher Machtbegriff sei wertfrei, beschreibe „ausschließlich das Zusammenspiel der gegenseitigen Erfüllung ausgesprochener und unausgesprochener Handlungserwartungen“ (S. 213) und könne einer Systemveränderung dienstbar gemacht werden. Lindemann zählt zum Abschluss des Kapitels die Bedingungen für eine solche Veränderung, die sogenannten „generischen Prinzipien“, die Hermann Haken und Günter Schiepek herausgearbeitet haben, auf, um sie danach im Einzelnen zu betrachten und auszudifferenzieren (S. 216 ff.).

Erkenntnistheorie könne praktisches Handeln nicht normativ-ethisch grundieren, was aber nicht bedeute, dass es keine ethischen Leitlinien gebe – dies ist eine der Grundannahmen von Kapitel 6, Praktisches Handeln als Frage der Ethik. Nachdem Lindemann die Begriffe Ethik, Moral und Recht definiert und genau voneinander separiert hat, geht er auf komplexe Fragestellungen im Umkreis von Konstruktivismus und Ethik ein. Empfehlungen oder Normen zu erstellen sei kein Bestandteil des Konstruktivismus oder überhaupt einer Epistemologie. Es werde beschrieben, wie ein Subjekt zu seinem Wissen komme und ggf. wie er dieses organisiere, nicht jedoch, wie er dieses Wissen im Zusammenleben mit anderen anwenden solle. Dennoch lassen sich u.a. mit Peter M. Hejl, an dem sich Lindemann orientiert, für den Konstruktivismus die ethischen Maximen des Toleranzangebots, der Verantwortungsakzeptanz und der Begründungspflicht postulieren. Allerdings seien diese, genauso wie die biologischen Phänomene des Menschseins (Liebe, Verantwortung, Freiheit und Toleranz), von denen Humberto Maturana ausgehe, immer nur als „epistemologische Funktionsbeschreibung“, nicht jedoch als „handlungsorientierte, ethisch-moralische Wertorientierung“ (S. 241) zu verstehen. Die Eventualität eines „ethischen Imperativs“ im Rahmen des Konstruktivismus kreise um die drei Fragebereiche der Nützlichkeit, der Viabilität und der Anschlussfähigkeit. Ein solcher Imperativ habe immer einen „nicht-normativen Charakter“ (S. 243). Der Konstruktivismus könne indessen als „Grundlage einer Individual- und Diskursethik“ (S. 245) Geltung beanspruchen, die in der Ethik eben nicht als „Setzung von Werten oder Handlungsnormen konzipiert“ werde, sondern als „Prozess der Werte- und Handlungsorientierung immer wieder an die handelnden Akteure zurückverwiesen werden“ (S. 248) müsse. In letzter Konsequenz könnten ethische Überlegungen nur dann für praktisches Handeln Relevanz besitzen, wenn es gelinge, die Bedingungen zu beschreiben, unter denen man „ethische Reflexionen und Entscheidungen im Kontext praktischen Handelns“ zulassen könne (S. 257). Den Bedingungen könne man sich mit der Klärung von fünf Grundfragen (S. 256) annähern.

Im letzten Kapitel (7: Reflexion, Handlungsorientierung und Handlungsleitung) betont Lindemann, dass eine simple Dichotomie von Theorie und Praxis irreführend sei. Vielmehr sei es besser, diese, so wie Ursula Carle, durch ein mehrstufiges Modell von Wirkungsebenen zu ersetzen. Dieses geht aus von der Beobachtung einer Ausgangssituation (Beobachtung I), die fortschreitet zur Einbeziehung von Erklärungswissen hin zu Orientierungswissen und Handlungswissen, das zu einer praktischen Tätigkeit hinführt, deren Handlungsfolgen in eine Beobachtung II münden. Damit werde ein erkenntnistheoretischer Perspektivenwechsel etabliert, in dem eine „systemisch-konstruktivistische Reflexionsleitung“ (S. 266) eine „linear-deterministische Reflexionsleitung“ substituiere. Bei einem solchen Procedere sei es wesentlich, dass nicht nur beobachtet werde, sondern auch der Prozess der Beobachtung in Erklärungsversuche und Hypothesenbildung eingehe. Zwischen Erklärungswissen und Handlungswissen vermittle das Orientierungswissen, in dem Werte, Bedürfnisse und Motive mit ihren jeweiligen Gemeinsamkeiten zu inkludieren seien. Diese bestünden niemals „singulär“, denn sie seien immer ein „Gemengelage […], in der sie ähnlich und gleichgerichtet, teilweise aber auch unterschiedlich und widerstreitend“ aufträten (S. 271). Hinter dem Handlungswissen bzw. der Handlungsleitung verbärgen sich Leit- und Glaubenssätze, die man als „Kognitions-Emotions-Verhaltens-Muster“ (S. 273) klassifizieren könne. Solche Einstellungen böten zwar immer eine Komplexitätsreduktion, das tatsächliche Handeln folge aber nur bedingt „bewussten und expliziten Einstellungen“ (S. 275). Praktisches Handeln beruhe zu guter Letzt auf schnellen und langsamen Prozessmustern. Während schnelles Denken und Handeln eher assimilatorisch funktioniere, biete langsames Denken und Handeln demgegenüber von vornherein das Nebeneinander verschiedener Optionen. Dabei komme unter Umständen eine wohltuende nicht-lineare Dynamik ins Spiel, die eine lebendige Reflexion und Kommunikation des Ethischen fördere. Vor Augen halten müsse man sich aber immer, dass dem Konstruktivismus und der Systemtheorie keine Werteorientierung innewohne. In diesen Denkrichtungen seien alle Wege der Komplexitätsreduktion möglich und gleichwertig.

Diskussion

„Konstruktivismus, Systemtheorie und praktisches Handeln“ macht optisch mit einem höchst passendem Cover auf sich aufmerksam. Das surrealistisch geprägte „Porträt mit Fischen“ des ukrainischen Fotografen Oleksandr Hnatenko eröffnet einerseits einen spielerischen Zugang zu dem weiten thematischen Feld, das Lindemann in seinem Buch absteckt und dimensioniert andererseits Wahrnehmung und Beobachtung als Dreh- und Angelpunkte dieser Extension. Gleichzeitig resümiert das Porträt die jeweiligen Gratwanderungen, die das Buch aktiviert: da geht es zwar um den Prozess des Erkennens und um die Frage, was Epistemologie leisten kann, immer aber eskortierend um die jeweiligen Grenzen, um die Frage, wann Erkennen obsolet wird und wann man auf die „Sollbruchstelle“ stößt, die der Autor zum Schluss diagnostiziert. Ein Buch über Konstruktivismus, Systemtheorie und praktisches Handeln müsse nämlich dort enden, wo es um Werte und Bedürfnisse gehe. Entweder basiere die Praxis auf impliziten Werten oder diese müssten immer wieder neu verhandelt werden und somit explizit Teil aller Planungen sein. Nicht-triviale Systeme, die sich gegenseitig perturbieren und orientieren bzw. orientieren lassen – diese Schlussfolgerung liegt nahe – ordnen sich in prinzipiell unabgeschlossene Diskurswelten ein, vollführen einen Balanceakt zwischen konkurrierenden Wirklichkeiten und Aporien der Erkenntnis, in dem sich die Niederlage des Normativen und der Sieg des Deskriptiven mit all seinen Konsequenzen konstatieren lässt. Das wiederum heißt Respektieren aller Alternativen, Registrieren und Beobachten der vorhandenen Phänomene, wobei die jeweiligen BeobachterInnen diesen Prozess immer mitdeterminieren.

Sehr zu begrüßen ist, dass Lindemann eine Reihe von Mottos, zunächst aus philosophischen Abhandlungen, an den Anfang seiner Texte stellt. Mit den ersten Zitaten positioniert er sich in einer konstruktivistischen Ahnenreihe, bevor er seinen Radius sehr schnell auf fiktionale Werke ausdehnt. Die knappen nichtwissenschaftlichen Zugänge zu seinem Gegenstand weisen ihn als Wissenschaftler aus, der nicht nur in seinen Fachgebieten belesen ist, sondern über deren Tellerränder hinausschaut. Der Autor realisiert damit das Paradoxon einer äußerst facettenreichen Pointierung, was man mit Fug und Recht für den gesamten Text behaupten darf. Alle Definitionen des Konstruktivismus mitsamt ihren Implikationen sind sehr gut nachvollziehbar und einige Abbildungen tun ein Übriges, um die LeserInnen hervorragend in die Materie einzuführen. Lindemann scheut nicht davor zurück, sich differenziert mit der Kritik am Konstruktivismus auseinanderzusetzen und deren partielle Berechtigung anzuerkennen. In dieser Metaperspektive avanciert der Konstruktivismus selbst als Konstruktion und beweist damit seine Grundannahmen quasi durch die Hintertür.

Obwohl der Mensch mit seiner Wahrnehmung und seinem Bewusstsein im Konstruktivismus als autopoietisches System gilt, das man auf neurobiologische Gesetzmäßigkeiten reduzieren und unter anderem – so wie Gerhard Roth – darlegen könne, dass ein bewusst vorgehendes Ich nicht mehr als eine illusionäre, dem limbischen System unterworfene Entität sei, eröffnet Lindemann hier einen Raum für Skepsis und entlarvt Roths neurobiologischen Standpunkt in puncto Willensfreiheit und Verantwortung als eindimensional. Das System Mensch, und dem ist vollumfänglich zuzustimmen, formiere ein „autonomes Subjekt“, das von Verantwortung und Willensfreiheit immer in diesem Holismus betroffen werde. Neurobiologischer Reduktion entzieht sich ebenso Piagets Äquilibrationsmodell, das Lindemann zu Recht als Grundlage der kognitiven Entwicklung und ihrer internen Ordnungsprozesse ansieht. Zielführend ist dabei ebenso, dass sich der Autor auf Ernst von Glasersfeld beruft, der die mitunter widersprüchlichen Aussagen in den Originaltexten Piagets in einem konsistenten Modell zusammengefasst habe.

Mit der Art und Weise, wie Lindemann in der Folge Prozesse der Kommunikation umrundet, nimmt er einerseits Bezug auf Watzlawick, insbesondere auf die „Interpunktion der Ereignisabfolgen“ des Axioms 3, bürstet aber andererseits bekannte Kommunikationsmodelle derart quer, dass man diese Konstruktion als willkommene innovative Ergänzung zu den nunmehr konventionellen Sender-Empfänger-Modellen feiern sollte.

Im 5. Kapitel schiebt sich noch einmal das in den Vordergrund, was Lindemann nicht müde wird zu betonen: Eine „Beobachtung erster Ordnung, eine gegenstandsbezogene Beschreibung“, müsse immer durch eine „Beobachtung zweiter Ordnung“ ersetzt werden, denn „das beschreibende bzw. beobachtende System“ werde „ebenfalls zum Bestandteil der Beobachtung“ (S. 185) und müsse als solcher auch Teil der Theoriebildung sein. Diese zentrale Wahrheit in konstruktivistischen und konstruierten Wirklichkeiten ist die eigentliche Basis für alle Ansatzpunkte, die das Einwirken eines nicht-trivialen Systems auf ein anderes nicht-triviales System initiieren könnten. Würde eine solche Basis-Maxime in pädagogischen, psychologischen, sozialen, gesellschaftlichen und betrieblichen Handlungsfeldern gelten, dann würde diese strenggenommen der Notwendigkeit weiterer Postulate den Wind aus den Segeln nehmen. Das implizieren die Kapitel 5–7, in denen Lindemanns Text zur Höchstform aufläuft, denn profundes, gleichermaßen konzentriertes und differenziertes Wissen kommt nicht selten im wissenschaftlichen Plauderton mit leichter ironischer Rahmung und damit Relativierung daher. Der Konstruktivist, der über Wahrnehmung und Beobachtung schreibt, beobachtet sich dabei selbst, sodass er sich sowohl mit seinem Gegenstand identifizieren als auch davon distanzieren kann. So erhält ein Grundlagentext, den man jedem/r Pädagogen/in ans Herzen legen sollte, seine perfekte Form. Eine solche Leichtigkeit macht jedem Anflug von Dogmatismus oder „Metadogmatismus“ den Garaus, wie zum Beispiel der folgende Absatz zu beweisen vermag:

„Bezogen auf Methoden und Praxisgestaltung kann aus der erkenntnistheoretischen Position des Konstruktivismus letztlich »alles« herangezogen werden, da »alles« im Sinne einer Perturbation zu Systemstabilisierung oder Systemveränderung beitragen kann. Jede Auswahl ist reine Präferenz. Konstruktivismus und Systemtheorie bleiben daher auf der für praktisches Handeln unerträglichen Ebene einer deskriptiven Funktionalität: »anything goes, if it works«. Jede praktische Konkretisierung würde sie ihrer provokativen und kritischen Kraft berauben“ (S. 251).

Fazit

„Anything goes, if it works“ – ein solcher Leitsatz, der sich selbst ad absurdum führt, lädt nicht ein zur Beliebigkeit, sondern dazu, sowohl Entscheidungen über Ethik und Moralität als auch über praktische Konkretisierungen „in den Verantwortungsbereich jedes Einzelnen“ zu verweisen (S. 248).

Lindemanns Buch in seiner Gesamtheit verführt dazu, die Wahrheiten konstruierter Wirklichkeiten anzuerkennen und auszutesten, inwieweit diese zu erkennen sind. Epistemologie triumphiert über Ontologie. Mit intellektueller Brillanz regt der Autor dazu an, nicht-triviale Systeme zu beobachten, indem man sich selbst dabei beobachtet und im Beobachtungsvorgang eine nicht hierarchisierende Perspektive auf das Beobachtete einnimmt.

Die „Einführung für pädagogische, psychologische, soziale, gesellschaftliche und betriebliche Handlungsfelder“ konstituiert insofern ein Paradoxon, als sie keine Handlungsbegründung liefert, sondern fernab von platter Didaxe oder gar Ratgebercharakter für eine Weltsicht plädiert, die per se tolerant sein muss, aber doch immer wieder die Grenzen dieser Toleranz ausloten und sich die Frage stellen muss, ob überhaupt und ggf. wie ein nicht-triviales System auf ein anderes nicht-triviales System einwirken kann.

Was indessen ohne Einschränkung und ohne Relativierung hundertprozentig gegeben ist: der Genuss sowie die Plausibilität und Konsistenz einer Lektüre, deren methodische Viabilität ihre Anschlussfähigkeit für nahezu alle Bereiche der Kultur- und Sozialwissenschaften garantiert.


Rezension von
apl. Prof. Dr. Anne Amend-Söchting
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Zitiervorschlag
Anne Amend-Söchting. Rezension vom 19.05.2020 zu: Holger Lindemann: Konstruktivismus, Systemtheorie und praktisches Handeln. Eine Einführung für pädagogische, psychologische, soziale, gesellschaftliche und betriebliche Handlungsfelder. Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen) 2019. ISBN 978-3-525-40675-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/26185.php, Datum des Zugriffs 05.08.2020.


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