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Igor Krstoski, Nina Fröhlich u.a.: Das Tablet in der Unterstützten Kommunikation

Cover Igor Krstoski, Nina Fröhlich, Sven Reinhard: Das Tablet in der Unterstützten Kommunikation. Tipps und Ideen zur Förderung von Kommunikationsmöglichkeiten mithilfe des iPads. Persen Verlag (Hamburg) 2019. 90 Seiten. ISBN 978-3-403-20351-3. D: 26,95 EUR, A: 26,95 EUR, CH: 29,60 sFr.
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Thema

Die Unterstützte Kommunikation, kurz UK ist ein wichtiger Bestandteil der schulischen Förderung, vor allem im Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“. Ausgangspunkt sind die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern. Ziel ist, die passende Kommunikationshilfe zu finden. Vielfältige Möglichkeiten bietet das iPad® der Firma Apple®. Ausführlich werden die hilfreichsten Apps vorgestellt und praxiserprobte Tipps zum Einsatz des Tablets als Hilfsmittel gegeben, dabei werden auch Fragen der Datenübertragung und Datensicherheit angesprochen.

Autor

Igor Krstoski ist Sonderschullehrer und schreibt einen Blog zum Thema iPad ® und Unterstützte Kommunikation, UK (zu finden unter https://uk-app-blog.blogspot.com). Auch im Blog www-die-UK-Kiste.de werden in Zusammenarbeit mit Fachleuten u.a. Nina Fröhlich und Sven Reimann zahlreiche Informationen zusammengestellt.

Entstehungshintergrund

Das Buch ist im PERSEN Verlag Hamburg erschienen, dessen Devise „Erfolgreich durch den Schulalltag!“ lautet. Der Verlag hält ein Produktangebot vor, das auf die Bedürfnisse und Anforderungen im Schulalltag zugeschnitten ist, um Lehrerinnen und Lehrer umfassend bei den täglichen Aufgaben zu unterstützen. Das hier vorgelegte Buch gehört zu den „Bergedorfer Unterrichtshilfen“, einer Marke des Verlags, die Arbeitsmaterialien zu allen Klassenstufen bereit hält.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist im Din A 4 Softcover erschienen und hat einen Umfang von 90 Seiten, die sich in neun Kapitel und einem Anhang aufgliedern. Am oberen Seitenrand ist die jeweilige Kapitelüberschrift abgedruckt. Zahlreiche Schaubilder und Fotos veranschaulichen die Inhalte.

  1. Was ist Unterstützte Kommunikation?
  2. Das iPad ® als Kommunikationshilfe
  3. iPad ® -Apps in der Unterstützten Kommunikation
  4. Zubehör
  5. Das iPad ® als Kommunikationshilfe
  6. Tipps und Tricks
  7. Datenübertragung und Datensicherung
  8. Fazit
  9. Literatur- und Quellenverzeichnis/​Bildnachweise
  10. Anhang

Es beginnt mit der Erklärung, was unter Unterstützter Kommunikation (UK) verstanden wird und wer die Zielgruppen von UK sind. Es gibt verschiedene Formen von UK. Hervorzuheben ist ein Schaubild auf S. 13, auf dem alle Formen Unterstützter Kommunikation also Formen ohne Hilfsmittel und hilfsmittelgestützer Formen zusammengefasst sind. Bei der Auswahl des Vokabulars orientiert man sich an Inhalt, Form und Funktion. Ein Schaubild von Irene Leber auf S. 15 macht diesen Zusammenhang gut deutlich.

Im zweiten Kapitels „Das iPad ® als Kommunikationshilfe“ dreht sich alles rund um dieses elektronische Hilfsmittel. Die Erklärungen beginnen mit der Definition. Wenn von elektronischen Kommunikationshilfen die Rede ist sind computergesteuerte Kommunikationshilfen gemeint. Dazu können alternative Ansteuerungsmöglichkeiten wie Touchmonitore oder Mundsteuerungen implementiert werden. Je nach Beeinträchtigung kann weiteres Zubehör zugefügt werden wie z.B. Fingerführungen. Vorgespeichertes Vokabular stellen wichtige Merkmale elektronischer Kommunikationshilfen dar. Ab 2010, als Apple® sein iPad® auf den Markt gebracht hat, machte die tabletgestütze Kommunikationshilfe eine rasante Entwicklung. Um ein geeignetes Gerät auszuwählen empfehlen die Autor*innen, eine firmenunabhängige Beratungsstelle aufzusuchen.

Von Apps in der Unterstützten Kommunikation handelt das dritte Kapitel. Es unterteilt sich in vier Abschnitte: Apps zur Kommunikationsanbahnung wie z.B. wie z.B. iClick ® oder GoTalk NOW ®, Apps zur Symbolkommunikation wie z.B. MetaTalkDE ® oder die Quasselkiste 60 ®, Apps zur Kommunikation mit Schriftzeichen wie z.B. Predictable ® oder Assistive Express German ® und Apps zur Erstellung von Ich-Büchern oder Tagebücher wie z.B. Book Creator ® oder Pictello ®.

Das vierte Kapitel gibt einen guten Überblick über Zubehör. Es beginnt mit der Frage, wie das iPad® geschützt wird. Es gibt eine Fülle von Hüllen wie z.B. die wasserdichte Hülle von Lifeproof. Es gibt Allrounder-Hüllen, wurfsichere Hüllen sowie praktische und günstige Hüllen. Es gibt Hüllen die Lautsprecher haben oder zusätzlich einen Displayschutz. Neben den Schutz des iPads® ist auch die Halterung und Positionierung bedeutsam. Zur Unterstützung der direkten Ansteuerung des Displays eignen sich Tabletstifte, Handschuhe oder Fingerführungen.

Da das iPad® als Kommunikationshilfe eingesetzt wird ist eine Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkasse möglich. Kapitel fünf beschreibt den Weg: Es muss ein Antrag auf Hilfsmittelversorgung gestellt werden. Um mit dieser Kommunikationshilfe angemessen umgehen zu können ist eine fachgerechte Einweisung nötig.

In acht Unterkapiteln findet man im sechsten Kapitel Tipps und Tricks. Es beginnt mit dem Einrichten des iPads® sowie weiteren sinnvolle Anpassungen der Einstellungen (Kontrollzentrum, Bedienungshilfen, die Barrieren des iPads® reduzieren, der Sprachausgabe inkl. Schaltersteuerung, dem sog. „Assistive Touch“ oder dem geführten Zugriff). Durch Einschränkungen lässt sich das unbeabsichtigte Löschen von Apps verhindern. Für manche Nutzer*innen ist die Eingabe eines Codes schwierig, hier hilft eine Touch-ID. Auch der Datenschutz in Bezug auf Kamera und Mikrofon wird besprochen. Die Anwendung dieser Tipps und Tricks wird durch Schaubilder veranschaulicht. Das siebte Kapitel befasst sich mit Fragen der Datenübertragung und Datensicherung. Durch die Funktion AirDrop ®lassen sich Daten übertragen. Wichtig ist auch, die erstellten Daten regelmäßig zu sichern. Das geht bei einzelnen Daten mit iTunes ®. Es wird empfohlen, auch regelmäßig ein Backup des gesamten iPads® zu machen, im IOS ® im Kalender kann eine Erinnerung eingerichtet werden. Daten können kostenpflichtig über iCloud ® gespeichert werden, auch Dropbox ® hat sich in der Praxis bewährt, um erstellte Daten zu teilen. Das ist auch über E-Mail möglich und man kann auch Daten auf ein externes Speichermedium übertragen. Das Buch endet mit einem Fazit (Kapitel acht) und einem Literatur- und Quellenverzeichnis sowie Bildnachweisen (Kapitel neun). Im Anhang (Kap. 10) findet sich eine alphabetische App-Liste (mit Herstellerangaben), eine Auswahl an Links und eine Liste mit Herstellerfirmen in der Schweiz, Österreich und Deutschland.

Diskussion

Jeder Mensch hat ein Bedürfnis nach Kontakt und Kommunikation. Sich mitteilen können, verstanden werden sind Grundlage zur Teilhabe an der Gesellschaft und für ein selbstbestimmtes Leben. Menschen, die in ihrer Kommunikation beeinträchtigt sind, erleben erhebliche Einschränkungen. Durch Unterstützte Kommunikation kann eine Verbesserung der Verständigung erreicht werden.

In Deutschland wird das Fachgebiet der ergänzenden und ersetzenden Kommunikation als Unterstützte Kommunikation (UK) bezeichnet. Unter diesen Oberbegriff fallen alle pädagogischen oder therapeutischen Maßnahmen zur Erweiterung der kommunikativen Möglichkeiten von Menschen, die nicht oder kaum über Lautsprache verfügen. Ausgangpunkt bilden die Kompetenzen einer Person, von denen aus individuelle Maßnahmen für eine bessere Verständigung und mehr Mitbestimmung im Alltag entwickelt werden.

Eingesetzt werden Gebärden, Bild- oder Symbolkarten, eine Kommunikationstafel oder elektronische Hilfsmittel, das iPad® wurde in den Mittelpunkt dieses Buches gestellt. Warum Apple®? Das liegt u.a. daran, dass im Vergleich zu anderen elektronischen Tablets die meisten Apps für Produkte der Firma Apple® entwickelt werden.

Im letzten Jahr wurde in den Schulen das 30ig jährige Jubiläum des Einsatzes von UK gefeiert, das ist ein großer Erfolg. Der Bedarf an UK im Kinder- und Jugendbereich wurde erkannt und findet in der Praxis Niederschlag. Das hier vorgelegte Buch zeigt anschaulich, welche Möglichkeiten das iPad® hat, es zeigt aber auch, dass es nicht damit getan ist, elektronische Geräte und Apps anzuschaffen.

An dieser Stelle möchte ich das Engagement der Autor*innen nicht unerwähnt lassen. Igor Krstoski schreibt einen Blog zum Thema iPad® und Unterstützte Kommunikation (https://uk-app-blog.blogspot.com) und auch im Blog

Rezension von
Dipl.-Päd. Petra Steinborn
Tätig im Personal- und Qualitätsmanagement in einer großen Ev. Stiftung in Hamburg-Horn. Freiberuflich in eigener Praxis (Heilpraktikerin für Psychotherapie). Leitung von ABC Autismus (Akademie-Beratung-Coaching), Schwerpunkte: Autismus, TEACCH, herausforderndes Verhalten, Strategien der Deeskalation (systemisch), erworbene Hirnschädigungen
Homepage
www.abc-autismus.de
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Zitiervorschlag
Petra Steinborn. Rezension vom 09.12.2019 zu: Igor Krstoski, Nina Fröhlich, Sven Reinhard: Das Tablet in der Unterstützten Kommunikation. Tipps und Ideen zur Förderung von Kommunikationsmöglichkeiten mithilfe des iPads. Persen Verlag (Hamburg) 2019. ISBN 978-3-403-20351-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/26194.php, Datum des Zugriffs 01.10.2020.


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ISSN 2190-9245

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