socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Daniel Hornuff: Die Neue Rechte und ihr Design

Cover Daniel Hornuff: Die Neue Rechte und ihr Design. Vom ästhetischen Angriff auf die offene Gesellschaft. transcript (Bielefeld) 2019. 142 Seiten. ISBN 978-3-8376-4978-9. D: 19,99 EUR, A: 19,99 EUR, CH: 25,30 sFr.

Reihe: X-Texte zu Kultur und Gesellschaft.
Inhaltsverzeichnis bei der DNB
Recherche bei DNB KVK GVK

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Thema

„Das Neue an der Neuen Rechten ist nicht ihre Ideologie, sondern deren öffentliches Erscheinen. Der Angriff auf die offene Gesellschaft wird vor allem mit ästhetischen Mitteln geführt. Die Neue Rechte setzt Design und Bilder als zersetzende Werkzeuge ein. Sie übernimmt eine ursprünglich progressive Ästhetik und wendet sie subversiv [...] Daniel Hornuffs Analyse zeigt, dass die Verteidigung der offenen Gesellschaft nicht nur eine politische, sondern auch eine ästhetische Aufgabe ist.“ [1] Auch wenn die Rechte nicht regiert, inzwischen besetzt sie Begriffe und prägt Debatten – alles unter der Maßgabe eines ‚ethnopluralistisches‘ Programms. Wie soll man damit umgehen?

Autor

Daniel Hornuff (1981*) ist ein deutscher Kulturwissenschaftler und Universitätsprofessor an der Kunsthochschule in der Universität Kassel für das Fachgebiet Theorie und Praxis der Gestaltung. Seine Habilitation (2013) wurde 2016 für den >Preis für mutige Wissenschaft< des Landes Baden-Württemberg nominiert. Derzeit konzentriert er sich auf die gesellschaftliche Funktion der politischen Ästhetik – und erforscht, mit welchen Designmitteln der Aufstieg neurechter Bewegungen organisiert wird. Hornuffs Medienbeiträge [2][3] führten in der Vergangenheit zu teils erheblichen Anfeindungen, insbesondere durch Vertreter rechtsnationalistischer Gruppen wie dem Publizisten Akif Pirinçci [4] und dem kulturpolitischen Sprecher der AfD Marc Jongen [5]. Neben wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht Hornuff Debattenbeiträge und Essays unter anderem in Die Zeit, Zeit-Online, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Brand eins, Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, SWR 2 und KUNSTZEITUNG.

Entstehungshintergrund

Diesem Buch ging, wie der Autor schreibt, „ein etwas turbulentes Seminar“ an der Kunsthochschule Kassel voraus. Thema des Seminars war das Studium der ästhetischen Praktiken der Neuen Rechten. Man wollte verstehen, woraus sich der Aufschwung neurechter Bewegungen speist. Doch schnell seien, von Studierenden und Seminarleiter, „fast nur noch Bekenntnisse abgelegt“ worden. „Wir gegen die anderen!“ (7). Im weiteren Verlauf des Seminars sei doch allen klar geworden, eine kritische Haltung kann „nur entfaltet werden, sofern sie bereit ist, ihre eigenen Voraussetzungen mitzudenken. Gerade darin liege „der systematische Unterschied zum Gebaren der Neuen Rechten“ (8).

Aufbau

Rechter Affront und identitäres Design

Neu an den Neuen Rechten, so Hornuffs These, seien weniger ihre politischen Auffassungen als die Art und Weise ihres Erscheinens: Ihr Design (9). Viele „Glatzen“ hätten die Bomberjacke abgelegt und seien „Hipster-kompatibel überwuchert“. Bei nahezu jeder Gelegenheit würden sich die allermeisten „als intellektuell avanciert und emanzipatorisch bewegt“ ausgeben.

Anliegen und Struktur des Buchs

Die Feinde der liberalen Demokratie, führt Hornuff weiter aus, „erscheinen in den Gewändern der offenen Gesellschaft“ und schlüpften „auf formaler Ebene in das zu Bekämpfende“. Sie erprobten „eine popkulturell gestylte Attitüde“ und versuchten uns über ihre wahren Ziele zu täuschen (11). Diesem taktischen Manöver widmet sich das Buch von Hornuff in insgesamt zehn Themenkapiteln, um zu prüfen, mit welchen Mitteln wir dieser Finte begegnen sollten (12).

Thematische Verortung

Einen wichtigen Impuls für das Buch, schreibt Hornuff, habe „die irische Autorin Angela Nagle mit ihrer Studie über den neurechten Kampf um Anerkennung“ gegeben. Entscheidend sei Nagles Fazit gewesen, das sie mit Blick auf den US-internen Siegeszug rechtsnationalistischer Ideologie formuliert: »Es handelt sich [...] um eine Bewegung, die beinahe vollständig auf der Beeinflussung der Kultur beruht und die durch mediale und kulturelle Mittel – und nicht lediglich im Rahmen offizieller Politik – die Grenzen des Sagbaren verschieben will« [6] (14). Hartnäckig halte sich bei vielen die Vorstellung, dass rechtsnationalistische Populisten dumm oder einfach nur blöd seien. Dies bedeute, nicht allein den politischen Gegner zu unterschätzen, sondern „einmal mehr, jene Muster zu übernehmen, gegen die man“ opponiere (15). Damit gelänge den Neuen Rechten die Polarisierung der politischen Lager in Freund und Feind. So fänden nun auch die AfD-Wähler die Bestätigung ihres Weltbildes

Poröses Richtungsdenken

Hornuff beschäftigt sich auch mit der Frage, was das Rechte der Neuen Rechten sein soll. Für den Historiker Volker Weiß habe sie »das Erbe des Faschismus in großen Teilen angetreten« und »auch auf der Stilebene eine Übernahme realisiert«. [7] Nach Hornuff ist es umgekehrt: „In der Entwicklung eines vom Faschismus emanzipierten ästhetischen Ausdrucks“ werde „der Schlüssel zur Umsetzung einer [...] völkisch und/oder ethnisch begründeten, kulturellen Hegemonie gesehen“ (16). Die Neue Rechte verzichte nicht nur auf eine klassische faschistische Ästhetik, sondern greife „die Stilprinzipien, die in der offenen Gesellschaft schon bereits vorhanden sind auf, um diese Gesellschaft von innen heraus zu zerstören. Darin liege das gefährlich Neue, d.h. auch die politische Ästhetik der offenen Gesellschaft werde kopiert: Reaktionäre Rollenbilder würden als Feminismus, Angriffe auf die liberale Demokratie als Verteidigung der Demokratie deklariert, rassistische Praktiken als Flüchtlingshilfe getarnt. So entstehe der Eindruck, hier werde Progressives an Hand des Maßstabes eines pluralistischen Weltbildes gepflegt. Hornuff: „Tatsächlich geschieht genau das Gegenteil. Man versucht, durch eine liberale, pluralistische Ästhetik ein ausgrenzendes, rassistisches Weltbild zu fundieren.“ [8]

Die Rechtsnationalisten setzten heute nicht mehr darauf, „durch Abschaffung herrschender Verfassungsrechte Einfluss zu erzwingen.“ Im Gegenteil, sie gerierten sich als Verteidiger der Verfassung und pochten auf „Rückeroberung nationaler Souveränität durch Wiederinstandsetzung verfassungsrechtlicher Normen“ (17). Die Behauptung, die ›Altparteien‹ hätten die Verfassung gebrochen wirke konsensfähiger als der frontale Angriff gegen Demokratie und Rechtsstaat.

Realmythos Identität

In dem heute inzwischen bis in die Mitte der Gesellschaft verbreiteten Nationalismus spiegelt sich für Hornuff ein für moderne Gesellschaften geradewegs typisches Bedürfnis wider:„Die Sehnsucht nach einem kollektiven Eigenen“. (18) Ideologischer Ausdruck dieser Auffassung eines kulturell gesäuberten Zusammenlebens sei das Konzept des Ethnopluralismus, (19) wie es von dem Vordenker der Neuen Rechten Alain de Benoist, entwickelt wurde. Somit würden Kulturen –  im „Unterschied zum alt-faschistischen Rechtsnationalismus – nicht von vornherein als hierarchisch geordnet angesehen“. (19) Demnach gebe es keine „Herrenrasse“ mehr. In dieser Konsequenz bedinge der Aufbau einer kollektiven, homogen geschlossenen, kulturellen Identität, so Hornuff, „die Entwicklung einer sich selbst entäußernden Designsprache“ – der Anti-Pluralismus segele „unter der Flagge des Pluralismus“. (20)

 

Inhalt

I. Hipster-Nazis - Zum Polit-Aktivismus

Wie die Feinde der offenen Gesellschaft in den Gewändern der offenen Gesellschaft erscheinen und auf formaler Ebene in das zu Bekämpfende schlüpften verdeutlicht der Autor am Beispiel eines kurzen Videos im Stile eines Erklärfilmchens. Veröffentlicht wurde das Video von der selbsternannten neurechten »Bürgerinitiative« Ein Prozent. (22) Geschürt werde der Hass auf eine angeblich abgehobene politische Elite. (25) In einfachen Sätzen werde erläutert, wie jedermann die Wahlen 2019 als Wahlhelfer unterstützen könne. Tim, eine fiktive Person, sei schon einige Male Wahlbeobachter gewesen. Dabei habe er Unregelmäßigkeiten festgestellt. Hornuff stuft das Video, „als Paradebeispiel für die Design- Intelligenz neurechter Bewegungen“ ein. (24) Gleichwohl liege darin „eine systematische Schwäche dieser Gruppierungen“. Denn, wer gegen den Staat hetze, sei „auf die ästhetische Kultur der Erklärvideos – wie sie in Unternehmen, Beratungseinrichtungen, Sozialverbänden und Bildungsinstitutionen Anwendungen findet – geradezu angewiesen.“ Obgleich die Neuen Rechten die offene Gesellschaft zu zerstören suchten, seien sie fest an deren Prinzipien gebunden. (29)

II. Kleine Dinge - Zur Konsumwelt

»Jeder Kauf unterstützt den patriotischen Widerstand«, raune es „in pseudo-sozialistischer Manier auf einer Internetseite“, konstatiert Hornuff. Der Verein Ein Prozent vertreibt hier einige Konsumartikel – u.a. neben drei Bierdeckeln und T-Shirts – vier weiße Tassen (31). Das banale Design und die scheinbare ästhetische Einfallslosigkeit der Spruch-Kaffeebecher scheinen gewollt. „Genau das würde ich unterstellen.“ Es gehe darum, „den Rechtsextremismus ästhetisch zu normalisieren“, sagt Hornuff in einem Interview. [9] Trotz des Angebots neurechter Konsumartikel blicke Martin Sellner, der Kopf der Identitären Österreichs, mit Sorge auf »viele Heranwachsende«. In ihnen erkenne er »verwöhnte Einzelkinder«. Der allgemein grassierende »Schuldkult“, so Sellners Unterstellung, habe „die »verwahrloseste Generation, die wir je hatten«, erzeugt, eine Generation, die »in eine neurotische Identitätskrise getrieben und ohne Tugenden und Werte erzogen« worden sei (33). [10] „Als umso wichtiger“, so Hornuffs ironischer Kommentar, „dürften manchen Rechten ihre vier Tassen erscheinen“ (35)

III. Doppelte Mutter - Zum Naturschutz

„»Dunkle Eule« postete Anfang Juli 2018 auf Facebook das Foto eines Naturstücks, überschrieben mit »Schützt den deutschen Wald« – und verband dies mit einem nebengestellten Gedicht des spätromantischen Schriftstellers Nikolaus Lenau“, (41) notiert der Autor. Damit werde auf einen völkischen Naturschutz zurückgegriffen. In „naturmystischer Weise“ werde Volk und Natur schicksalhaft verbundenen. Entsprechend fänden sich auf „nahezu allen neo-faschistischen Accounts, die das Natur-Kultur-Narrativ“ bedienten, „Darstellungen stillender und Bilder kinderbetreuender oder schwangerer Frauen“ (45). Für Hornuff ist es wenig hilfreich, sich „nur über die ästhetische Rückständigkeit der rechts- nationalistischen Natur- und Umweltschützer, Mutteranbeter und Volkskörperbeschwörer auszulassen.“ Viel schwieriger sei es, „die Frage nach Bedingungen und Voraussetzungen zu stellen, die den aggressiven Bestrebungen gegen die offene Gesellschaft“ vorausgingen (48). In diesem Zusammenhang könnte man nach der Korrelation des Verschwindens der Hierarchien in der Familie in der Moderne und der Reaktivierung vormodernen Rollenbilder fragen.

IV. Behaupteter Feminismus - Zum Frauenbild

Neurechte Bewegungen sind in vielen Gesellschaftsbereichen präsent (51). Mit dem Themenbereich Feminismus, meint Hornuff, verbinde sich „das Ziel, »ein Sprachrohr für jene Frauen« zu schaffen, »die Opfer von Ausländerkriminalität geworden« seien. So jedenfalls verkünde es ein aktivistischer Blog (auf Youtube mit mehr als 90 000 Aufrufe) dessen Titel 120 db seit Anfang 2018 als Reaktion auf die #aufschrei- und später #metoo-Bewegungen konzipiert und demnach als »der wahre Aufschrei« ausgegeben“ werde [11] (52). Nicht unerheblich sei, so Hornuff, „dass ausschließlich (männliche) Akteure der Identitären Bewegung als strategische Köpfe von 120 db“ wirkten: „ursprünglich Martin Sellner selbst, inzwischen Daniel Fiß vom Bundesvorstand der Identitären Bewegung Deutschland. [12] Für Hornuff ist klar: Die Identitären instrumentalisieren feministische Positionen, um gegen Flüchtlinge zu hetzen. Das Patriarchat werde nicht in Frage gestellt. Dominanz-Typen wie Trump oder Bolsonaro, Vorbilder der Neuen Rechten, sind Verfechter dieser „neuen Männlichkeit“. „Der Mythos des unbekannten Vergewaltigers, der nachts Frauen überfällt“, bemerkt hierzu Heike Radvan, Professorin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, halte „der Realität nicht stand“. Im Jahr 2016 sei mehr als „jeder zweiter Sexualstraftäter ein Verwandter oder näherer Bekannter des Opfers, wie aus einer Statistik des Bundeskriminalamts“ hervorgehe. [13]

V. Politische Körper - Zur Selbstpräsentation

Hornuff zeigt wie das neureche Design bei den Identitären auf ihrer Homepage angewandt wird. Die dort unscheinbar wirkende »Aktivisten«-Porträtreihe [14] sei „angesiedelt irgendwo zwischen Start-up-Belegschaft, NGO-Gruppe und Mitgliedern eines Dorf-Sportclubs“. Es gelte sich als „weniger radikal oder weniger extrem und harmlos(er) zu inszenieren“ (62). Wer sich bei den Identitären nicht aufgehoben fühle tauche ab in die digitale Sphäre. Derartige Arrangements seien auch als Widerlegung neurechter Selbstklassifikation zu verstehen. Die These, Vertreter dieser Zusammenschlüsse hätten nichts (mehr) mit dem Faschismus zu tun, entpuppe „sich auf nahezu allen Tumblr-Accounts (Facebook-Accounts wie »Nationaler Widerstand Deutschland« oder der Tumblr-Blog »Konservative Revolution«) als ebenso falsch wie die ähnlich oft geäußerte Behauptung, man lehne Gewalt ab“ (67).

VI. Bewegte Bewegung - Zum Video-Stil

Nach Auffassung des Sozialwissenschaftlers Patrick Kessler sind Bewegbildformate mitursächlich für den Aufschwung neurechter Bewegungen. [15] „Eine Küche, zwei Vermummte, etliche Zutaten. Das war das Arrangement, mit dem in den Jahren 2014 und 2015 einige YouTube-Videos veröffentlicht wurden,“ bemerkt Hornuff. Insgesamt seien damit rund 150.000 Zugriffe generiert worden (72). Ihre Tätigkeit hätte man als »Vegane-NS-Straight-Edge-Kochsendung« [16] (72). bezeichnet. Die Autoren David Begrich und Jan Raabe sprechen mit Blick auf YouTube sogar von »der wohl wichtigsten Propagandaplattform der IB«. [17] Zu den erfolgreichsten Protagonisten gehöre Frank Kreamer, offen bekennender Neonazi und Gitarrist der Rechtsrock-Band Stahlgewitter mit seinem Blog »Der dritte Blickwinkel« (75) Kreamer gilt in rechten Kreisen als metapolitischer Vordenker. [18]

VII. Verbundene Mächte - Zum Verschwörungsdesign

Innerhalb der neurechten Szene, so Hornuffs Diagnose, werde die Klima-Aktivistin Greta Thunberg dazu benutzt, antisemitische Verschwörungsszenarien im Netz zu verbreiten. Folglich zirkulierten tausende Varianten solcher Verschwörungstafeln durch rechte Netzwerk-Accounts. Im Fall von Thunberg werde dem Investor George Soros die Rolle des ewigen Juden zugewiesen. Marc Jongen, kulturpolitischer Sprecher der AfD, sprach am 15. März im Bundestag davon, „genauer hinzuschauen auf die Hintermänner und –frauen“ der „Klima-Greta“. In seiner Rede ging es um „geschäftstüchtige Eltern“ und „findige NGOs“, um die „mächtige Klimalobby“, um „ein krankes Kind“, das am „Asperger-Syndrom“ leide und zudem in einer „professionell inszenierten Kampagne missbraucht“ werde. „Bis in Stil und Begriffe hinein“, so Hornuff in einem Essay in der Zeit, glichen Jongens Äußerungen jenen Hassmustern, die man in Facebook und Twitter finden könne. [19] In rechtsextremistischen Kreisen gelte der ›große Austausch‹ als längst vollzogen. Rachemaßnahmen – gewaltsame Reaktionen gegenüber den Verantwortlichen – werden als unumgänglich im Sinne einer letzten Selbstachtung deklariert (86).

VIII. Geteilte Drohung - Zum Gewaltaufruf

Da nach Auffassung der Identitären Bewegung die liberalen europäischen Staaten unmittelbar vor dem Kollaps stünden, referiert Hornuff, erscheine „der Bedarf, sich zu wehren, als ständig gegeben – so dass Martin Sellners explizite Absage an eine Gewaltinitiative“ (im Februar 2017 bei der »Winterakademie des Instituts für Staatspolitik) [20] gleichwohl die  Aufforderung zur Gewalt enthalte (92). Als wichtigster Mittel der Kommunikation hätten sich sogenannte Memes etabliert. Wenn beispielsweise das Teilen eines halb kaschierten Mordaufrufs „wie nebenbei“ geschehe, habe „dann ein solcher Aufruf nicht bereits die Stufe des Gewöhnlichen erreicht?“, fragt Hornuff (95). Klar sei: Große Teile der Neuen Rechten werden sich kaum vom gewaltbereiten Rechtsterrorismus abspalten (98). Der Autor ist hier eindeutig: „Dem Willen zur Auseinandersetzung“ müsse „daher ein Wille zur harten gesellschaftspolitischen Ächtung und konsequenten parlamentarischen Stigmatisierung vorausgehen.“ Wer mit Rechten rede, müsse in erster Linie ihre Ideologie verurteilen, deren Protagonisten bereit seien, Gewaltverbrechen als „zumindest hinnehmbare Mittel einzustufen.“ Deshalb müsse, aktuell auch mit Blick auf Thüringen (d. Verf.), jede Form politischer Kooperation „tabuisiert“ werden (99).

IX. Verlegte Ideologie - Zur Publikationsfront

Neurechte Medien treten nach Diagnose Hornuffs mit „dem Anspruch auf, die Wahrheit als solche wieder zu ihrem Recht kommen zu lassen“. Ganz in Heidegger-Manier wird davon ausgegangen: „Hinter allem und jedem lauere das Eigentliche“, ständig gebe es etwas zu entlarven und zu enthüllen. Dazu das Beispiel COMPACT.[21] Seit 2010 geleitet von Jürgen Elsässer, ehemals KB-Mitglied (Kommunistischer Bund) und Herausgeber und Redakteur linksgerichteter Medien. Von ihm werde unterstellt, dass die „Arbeit etablierter Medien unter Zensur“ stattfinde (102). An eine rechtsorientierte Zeitschrift erinnere wenig. Die vor allem unter Rechtspopulisten geläufige Rede von »Meinungskorridoren« (erst kürzlich auch von Bernd Lucke bemüht, d. Verf.) verfolge den Zweck, möglichst viele antidemokratische Kräfte gegen das politische System zu mobilisieren. Diese neue quer zu den ›Korridoren‹ liegende Front solle die „öffentliche Ordnung nicht nur punktuell schwächen, sondern von Grund auf destabilisieren“ warnt Hornuff (105). Eine ganz andere Zielsetzung nehme  die zweimonatlich erscheinende Zeitschrift Sezession ein. Etikettiert als »metapolitische[s] Zeitschriftenprojekt«, zähle „man sich zur intellektuellen Avantgarde – zur »Spitze« – der gesamten neurechten Bewegung.“ So heißt es auf der verlagseigenen Homepage: »Vieles, was an der AfD und an anderen Widerstandsprojekten grundsätzlich, kompromißlos, nicht verhandelbar und angriffslustig“ wirkt und ist, wurde in unserer Zeitschrift vorausgedacht, ausformuliert und in die Debatte erst eingespeist« [22] (106).

X. Inszenierte Intellektualität -Zur Theorie-Ästhetik

Jahrzehnte lang interessierte sich niemand für die Neue Rechte. Sie stecke in ihrer Schmuddel Ecke fest. Dann kam die AfD und mit ihrem Erfolg bot sich die Chance Einfluss zu nehmen. Manche Medien halfen dabei. Hornuff  berichtet von dem Journalisten Benjamin Konietzny, der sich Anfang Oktober 2018 auf Twitter zu der beliebten Medien-Praxis geäußert habe, „den vermeintlichen Vordenkern der Neuen Rechen seitenlange Porträts zu widmen“: »Bei allen Texten«, so Konietznys Einwand, »habe ich das Gefühl, dass es nicht Kubitschek ist, der von den Journalisten aufs Eis geführt wird.« [23] Aus diesem Befund leitete der Journalist und Autor Daniel Erk die Forderung ab, man dürfe solche Inszenierungen nicht einfach nur wiedergeben. Vielmehr sollten sie als „Inszenierungen thematisiert und damit ein Stück weit entkräftet werden“ (113). Erk liefere mit „seiner Stil- und Methodenkritik“, betont Hornuff, ein „Musterbeispiel umsichtig-distanzierter, weil sich selbst befragender journalistischer Arbeit“ (114). Man müsse die Neuen Rechten dort konfrontieren, wo sie Platz nehmen wollen. Dies gelte insbesondere für „das Feld des intellektuellen Streits“ (117).

Ausblick - Was bleibt zu tun?

Wie die Darmstädter Soziologin Cornelia Koppetsch in ihrem Buch Die Gesellschaft des Zorns so plädiert Hornuff für einen aufgeklärten Umgang mit dem Rechtspopulismus. Gleichwohl sei „damit gerade kein intellektueller Relativismus gemeint – sondern die Aufgabe, sich in seiner Beziehung zu den betrachteten Phänomen“ zu reflektieren. Hornuff warnt eindringlich davor in Schablonen zu denken, sich als kategorial entkoppelt zu fühlen. Dies führe ins genaue Gegenteil. Man gleiche sich dann dem Habitus der Neuen Rechten an. Es komme aber darauf an, „immer wieder die eigenen Positionen zu ermitteln und in der Perspektive auf das Thema zu berücksichtigen“ (122). Denn sowenig sich „in den Designanstrengungen der Neuen Rechten weder das absolut Falsche noch das genuin Böse“ ausdrücke, meint Hornuff, sowenig „›zeige‹ sich in Bildern, Gesten, Dingen oder Auftritten bereits zweifellos, wofür die jeweilige Person stehe oder welche inhaltlichen Anliegen sie vertrete“ (122). Ausdruck und politisches Interesse sind meistens nicht identisch.

Doch die Sache sei komplexer. Wie Hornuff vorhergehend zeigt, ist „das Design der Neuen Rechten und der gewaltbereite Rechtsextremismus durch Direktbeziehungen miteinander“ verbunden. Gegen diese Form von Arbeitsteilung helfe kein Versuch, „sich selbst zur ihr in Beziehung zu setzen.“ Der „Raum des Gemeinsamen“ müsse seine Grenzen dort finden, wo die Intoleranz der Toleranz die Existenz“ versage (123). Hier sei soziale Ächtung und gesellschaftlichen Ausgrenzung von Nöten.

Diskussion

Schon in den 80er Jahren warnte der damalige Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Schnoor (SPD) „vor einem modernisierten Rechtsextremismus im intellektuellen Gewand, der gefährlicher sei als die rechtsextremistischen Gruppen alter Prägung.“ [24] Verbale Tarnung, sprachliche Verwirrspiele und neurechtes Design sind Teil ihres strategischen Ziels, die kulturelle Hegemonie, im Anschluss an Antonio Gramsci, zu erlangen. Bislang fehlt es jedoch der Neuen Rechten, verglichen mit Weimar, an originellen Köpfen, auch an den Universitäten. Die kulturelle Hegemonie liegt noch in den Händen der Verteidiger der offenen Gesellschaft. Für die Neue Rechte spielen heute die sozialen Medien eine überragende, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle. Sie sind das Kapillarsystem, das Ideologeme und Begriffe in die Netzwerke und zu den Akteuren transportiert. „Das Ringen um die Informations-, Meinungs- und Deutungshoheit wird nämlich weniger bis kaum mit ellenlangen Traktaten oder auch kräftezehrenden Wahlkämpfen zu gewinnen sein, sondern mit Hilfe visueller Kommunikation. Auf diese Weise könnte es gelingen, die Hochsitze, auf denen es sich die medialen Meinungshüter des Establishments bequem eingerichtet haben, zum Umstürzen zu bringen. Bewegte Bilder, gepaart mit seriösen Informationen, sind Trumpf! [...] Schließlich geht es darum, nicht zuletzt möglichst viele junge Leute zu erreichen, wobei auch hier gilt: Zuallererst entscheidet die Verpackung!“ Dies notiert in dankenswerter Offenheit der bekannte und einflussreiche Rechtsextremist Frank Kraemer. [25] In seinem Text Grundlagen der Strategie und Taktik für eine Echte Rechte zitiert Peter Steinborn, der auch bei Götz Kubitschek im Institut für Staatspolitik Vorträge hält,  den chinesischen Militärstrategen und Philosophen Sun Tsu (544-496 v. Chr.):“Die größte Leistung besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne einen Kampf zu brechen.“ [26] So habe bspw. ein Mao Tse-tung sich möglichst das Schlachtfeld ausgesucht, „auf dem er siegen konnte und mied jenes, auf dem er haushoch verlieren würde.“ Steinborn empfiehlt sich „an die Altvordersten und Revolutionsbereiter Marx, Engels, Lenin und Mao“ zu orientieren und diese zu studieren. Getreu Maos Leitsatz „Der Revolutionär bewegt sich im Volke, wie der Fisch im Wasser“, müsse der „Revolutionär stets ein Gefühl für seine Zielgruppen entwickeln sowie für den Gegner.“ [27] Einige Vertreter der Neuen Rechten, wie beispielsweise Alexander Gauland, Andreas Kalbitz oder Björn Höcke, haben offenbar Mao beim Wort genommen und es zu einer inszenatorischen Meisterschaft gebracht. Sie passen ihr Auftreten, Ausdruck und Wortwahl, je nachdem, auf welcher Bühne sie stehen, ob bei den jährlich stattfindenden Kyffhäusertreffen, auf Parteitagen, ihren Auftritten in Schnellroda oder im Fernsehen vor Millionenpublikum, ihrer jeweiligen Zielgruppe geschmeidig an. „Heute, liebe Freunde, lautet die Frage nicht mehr Hammer oder Amboss, heute lautet die Frage Schaf oder Wolf. Und ich, liebe Freunde, meine hier, wir entscheiden uns in dieser Frage: Wolf.“ Dies sagte Höcke beim Kyffhäuser-Treffen in Thüringen auf Schloss Burgscheidungen am 23.06.2018 seinen getreuen Anhängern. Den „Wolf-oder-Schaf-Vergleich“ von Goebbels findet man übrigens in einem Leitartikel der NSDAP-Zeitung Der Angriff. [28] Bei der Pressekonferenz nach der Wahl in Thüringen vom 28.10.2019 in Berlin zeigte Höcke, unter Gaulands Ägide, nicht das Gesicht eines „Faschisten“, sondern das eines „sozialpatriotischen“ Politikers „mit „Ecken und Kanten“ (Höcke). Es sei „völliger Unsinn, dass Herr Höcke ein Faschist“ sei, betont Gauland auf Nachfrage eines Journalisten. Für ihn gehe „bei uns die Meinungsfreiheit in manchen Dingen zu weit“, auch wenn es sich um eine Grüne, wie um Frau Künast“ handele. Gauland habe das Gefühl, dass „die Menschen nicht mehr wissen, was Faschismus ist“. Daraufhin erklärte Höcke: Selbst „angeblich gebildete Menschen“, Inhaber eines akademischen Abschlusses, verfügten „nicht mehr über das Minimum historischer Bildung“. Es würden „Begriffe inflationär gebraucht“ und als „Kampfbegriffe in die politische Arena“ geworfen. Sie seien im Sprachgebrauch nicht mehr „trennscharf“, wehrt sich Höcke – wohl in Anspielung auf das ZDF-Interview. „Heutzutage ist jeder ein Nazi, der nicht sagt Deutschland verrecke“. Das  sei „der Zustand der Sprache, leider.“ [29]

Nicht nur Hass und Hetze mittels Foto und Bildkommentar, sondern auch Sprache, Wortwahl und öffentliches Auftreten werden designt, ästhetisch, pluralisiert und gestalterisch diversifiziert. Die führenden Köpfe der Neuen Rechten zeigen sich inzwischen derart professionalisiert, dass ihr Rassismus und ihre völkische Weltanschauung in der breiten Öffentlichkeit kaum mehr kenntlich werden. Ihr Rassismus ist ethnopluralistisch designt und auf die Höhe der Zeit gebracht. Der Faschismus trägt heute moderne Kleider. Es ist aber eine alte Geschichte. Die älteren Jahrgänge von uns wissen noch, wie es Rotkäppchen mit dem bösen Wolf ergangen ist.

Wie soll man damit umgehen? Für Daniel Hornuff helfen empörte Reflexe und fundamentalistische moralische Bekenntnisse wenig. Nötig sei, eine „kritische Haltung“, die bereit ist, ihre „eigenen Voraussetzungen“ mitdenken und „klug geführte Auseinandersetzungen.“ [30] Klar ist: Dem Schläger, dem notorischen Hetzer und dem verhetzten AfD-Wähler kommt man mit Argumenten nicht bei! Da hilft nur aus dem Weg gehen oder das Gesetz. Der „eklatante Fehler“, so Hornuff in einem Beitrag auf Zeit-Online, geschehe bereits, wenn man verpasse, „das Framing als solches zum Thema“ zu machen. Man müsse die neurechten Strategien als Strategie zur Sprache bringen, wie das prototypische Gebaren, die Rolle des Geächteten und Opfers in Szene zu setzen und sich als die wahren Verteidiger der Demokratie aufzuführen. Auf der Pressekonferenz dauerte es auch nicht lange, bis Höcke erklärte, dass er sich von Journalisten systematisch gemobbt fühle und die Medien nicht objektiv berichteten.

Daniel Hornuff plädiert in seinem Buch für „eine ästhetische Rückeroberung jener  Felder, die die Neue Rechte mit ihren Hassaktionen in den sozialen Medien zu besetzen“ versuche. Wir könnten ihren Hass schwächen, wenn wir verstünden, wie er funktioniert. Souverän darauf reagieren könnten wir etwa durch ironische Brechungen, satirische Überformungen, hyperaffirmative Überdrehung oder durch bloße kritische Analysen. Wenn wir die Ausdrucksformen ihres Hasses in ihre Strukturen zerlegen, könne es uns gelingen nicht mehr von ihnen vereinnahmen zu werden. „Empörungen hingegen verstärkten“ nur, wogegen sie sich wendeten. [31]

Fazit

Daniel Hornuff ist einer der wenigen Disign-Forscher in Deutschland, der die Ästhetik der Neuen Rechten als bewusste Strategie und als Teil eines ästhetischen und gefährlichen Angriffs auf die offene Gesellschaft analysiert. Wie tarnt die Neue Rechte ihre Ideologie? Genauso wie sie auf die alte faschistische Ästhetik verzichtet, verzichtet sie auf die alte faschistische Sprache und auf einen frontalen Angriff gegen „das System“. Wie die Ethnopluralisten sich im Bereich der Ästhetik Stilprinzipien der offenen Gesellschaft bedienen, drehen sie in der politischen Debatte den Spieß einfach um: Längst verteidigen sie Demokratie und Rechtsstaat. „Wir schützen die Verfassung!“, heißt es arglistig auf der Hompage der Identitären, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. [32] Ziel und Zweck neurechter Metapolitik ist, wie der neurechte Vordenker Thor von Waldstein betont, die „kulturpolitische Zitadelle zu erobern“ [33] und das Vokabular der demokratischen Mitte für sich zu reklamieren. So erklärte Jörg Meuthen in seiner Rede zum 3. Oktober zum Tag der Deutschen Einheit: „Lassen Sie uns gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die großen Errungenschaften unserer freiheitlichen Demokratie gegen ihre zahlreichen Feinde nicht verloren gehen“ [34]. Der Politikwissenschaftler Wolfgang Gessenharter erklärt sehr deutlich, dass sich „eine positive Einstellung zum Grundgesetz niemals mit den Relativierungen, Verdrehungen und Verfälschungen eben dieser Verfassung durch die intellektuelle Neue Rechte abfinden wird können, weil „deren Ziele eine Gesellschaft vor Augen haben, in der der einzelne Mensch dem Kollektiv letztlich hilflos ausgeliefert ist. Die Hoffnung auf einen gütigen Despoten sollte man gerade in Deutschland endgültig zu den Akten legen.“ [35] Das faschistische Design der 1930-Jahre ist out. Die AfD ist weder eine NSDAP noch eine NPD. Wer in einer pluralistischen Gesellschaft die Deutungshoheit über allseits positiv konnotierte Begriffe wie „Demokratie“, „Rechtsstaat“, „Sicherheit“, „Freiheit“, „Frieden“ und „Gerechtigkeit“ inne hat, kann mit einer breiten Unterstützung in der Bevölkerung rechnen. Daniel Hornuffs Analyse zeigt, dass die Verteidigung der offenen Gesellschaft nicht nur eine politische, sondern auch eine ästhetische Aufgabe ist. Ihm kommt das Verdienst zu auf die bedeutende Rolle des neurechten Designs bei der Unterwanderung der offenen Gesellschaft hingewiesen und fruchtbare Impulse gegeben zu haben, wie man damit umgehen sollte.

Literatur

[1] https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4978-9/die-neue-rechte-und-ihr-design/

[2] Daniel Hornuff: «Es wird mir eine Freude sein, die Entsiffung des Kulturbetriebs in Angriff zu nehmen», in: DIE ZEIT Nr. 8/2018, 15. Februar 2018.

[3] Daniel Hornuff: Der Mythos von der kulturellen Identität, Deutschlandfunk, 05.02.2017, https://www.deutschlandfunk.de/lebensgestaltung-der-mythos-von-der-kulturellen-identitaet.1184.de.html?dram%3Aarticle_id=377146

[4] Akif Pirincci: Professor Unrat über den "Mythos der kulturellen Identität", Islamnixgut, https://nixgut.wordpress.com/2017/02/15/akif-pirincci-professor-unrat-ber-den-mythos-der-kulturellen-identitt/

[5] Marc Jongen: «Das Versagen der Intellektuellen», in: Junge Freiheit, 16.03.2018, https://jungefreiheit.de/kultur/2018/das-versagen-der-intellektuellen/.

[6] Angela Nagle: Die digitale Gegenrevolution. Online-Kulturkämpfe der Neuen Rechten von 4chan und Tumblr bis zur Alt-Right und Trump [engl. Original: Kill All Normies. Online Culture Wars From 4Chan And Tumblr To Trump And The Alt-Right. Alresford 2017]. Bielefeld 2018, S. 8.

[7] Volker Weiß: Faschisten von heute? »Neue Rechte« und ideologische Tradition, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Aus Politik und Zeitgeschichte. Themenheft »(Anti-)Faschismus«, 67. Jahrgang, Heft 42-43 vom 16. Oktober 2017, S. 4–9, hier S. 9.

[8] Daniel Hornuff im Gespräch mit Christian Rabhansl: Das Design der Neuen Rechten Kochshows, Kaffeebecher und Rassismus, Deutschlandfunk Kultur, 26.10.2019, https://www.deutschlandfunkkultur.de/das-design-der-neuen-rechten-kochshows-kaffeebecher-und.1270.de.html?dram:article_id=461919.

[9] Ebd.

[10] Martin Sellner: Integration und Selbsthass III, als Wiederveröffentlichung auf dem Blog der Identitären Bewegung publiziert, auf: https://www.identitaerebewegung.de/blog/theorie/integration-und-selbsthass-iii/.

[11] Auszug aus den FAQ des aktivistischen Blogs 120 db, auf: https://www.120-db.info/#faq.

[12] Vgl. dazu das Impressum der 120 db-Seite: https://www.120-db.info/impressum/.

[13] #120db. Identitäre Frauen hetzen mit rechter #MeToo-Kampagne, FR, 04.03.2018, https://www.fr.de/politik/identitaere-frauen-hetzen-rechter-metoo-kampagne-10981806.html.

[14] So die Selbsttitulierung auf der maßgeblichen Homepage der »Identitären Bewegung Deutschland«: https://www.identitaere bewegung.de/category/unsere- aktivisten/.

[15] Vgl. dazu eine Zusammenstellung neurechter Video-Beispiele, in: Belltower. Netz für digitale Zivilgesellschaft, auf: https://www.belltower.news/rechteyoutube-landschaft-rechtsextreme-influencerinnen-82747/.

[16] Vgl. dazu mit Blick auf die Verschränkung von Rechtsextremismus und Ernährungskonventionen: Bernhard Forchtner, Ana Tominc: »Balaclava Küche«:Extreme Rechte – Veganismus – Lebensstil, in: Hannah Dingeldein, Eva Gredel (Hrsg.): Diskurse des Alimentären. Essen und Trinken aus kultur-, literatur- und sprachwissenschaftlicher Sicht (= Germanistik Band 49). Münster 2017, S. 209–226.

[17] David Begrich, Jan Raabe: Tanz(t) die Reconquista? Kultur und Musik in der Identitären Bewegung, in: Speit (Hrsg.), a. a. O. (= En. 48), S. 173–188, hier S. 174.

[18] Frank Kraemer: Seminar für rechte Metapolitik 2017, https://www.youtube.com/watch?v=aDKCHS2K0dY.

[19] Daniel Hornuff: Wie rechte Hetze designt wird, Zeit-Online, 04.04.2019,  https://www.zeit.de/kultur/2019-04/hass-im-netz-rechte-hetze-soziale-medien/seite-4

[20] Charakterisierung entnommen der Beschreibung, mit der die Videoaufzeichnung des Vortrags auf d em YouTube-Account »kanal s chnellroda« veröffentlich wurde, auf: https://www.youtube.com/watch?v=3gjTgCAYwaA.

[21] Vgl. zur politischen Einordnung Felix Schilk: Souveränität statt Komplexität. Wie das Querfront-Magazin »Compact« die politische Legitimationskrise der Gegenwart bearbeitet. Münster 2017; vgl. weiterhin zum Umgang mit antijüdischen Stereotypen Kevin Culina, Jonas Fedders: Im Feindbild vereint. Zur Relevanz des Antisemitismus in der Querfront-Zeitschrift Compact. Münster 2016.

[22] Selbstbeschreibung auf der verlagseigenen Homepage, auf: https://sezession.de/konzept.

[23] Silke Mertins: Der Vordenker der AfD. Götz Kubitschek ist der einflussreichste Intellektuelle der rechtspopulistischen Bewegung in Deutschland. Ein Besuch in der ostdeutschen Provinz, in: NZZ am Sonntag vom 14.10.2018, S. 6.

[24] Wolfgang Gessenharter/Thomas Pfeiffer: Die Neue Rechte -  eine Gefahr für die Demokratie?, Wiesbaden 2004, S. 7.

[25] Frank Kraemer: https://www.sonnenkreuz.net/literatur/buecher/191/werde-unsterblich.-rechte-metapolitik-als-lebensphilosophie-frank-kraemer.

[26] Peter Steinborn: Grundlagen der Strategie und Taktik für eine Echte Rechte Verfasst, 07.10.2019, https://gegenstrom.org/philosophie-theorie/, MetaPol hat sich in der jüngsten Vergangenheit als Veranstalter von rechtsintellektuellen Diskussionsrunden, Vortragsveranstaltungen und Kolloquien nicht selten zu auch sehr kontroversen Themen hervorgetan.

[27] Ebd.

[28] Marc Röhling: Auf National-Treffen der AfD: Björn Höcke spricht von Wölfen und Schafen – wie Goebbels, 24.06.2018, https://www.bento.de/politik/afd-bjoern-hoecke-nutzt-goebbels-anspielung-beim-kyffhaeusertreffen-in-sachsen-anhalt-a-00000000-0003-0001-0000-000002539482.

[29] Wahlnachlese der AfD nach der Landtagswahl in Thüringen am 28.10.19, https://www.merkur.de/politik/thueringen-wahl-zittern-um-ergebnis-fdp-am-abgrund-naechstes-drama-folgt-zr-13174656.html

[30] Daniel Hornuff: Man muss ihn ironisieren, Die Zeit, 25.10.2019, https://www.zeit.de/kultur/2019-10/bjoern-hoecke-adf-rechtsextremismus-thueringen-landtagswahl

[31] Daniel Hornuff: Wie rechte Hetze designt wird, a.a.O.

[32] https://www.identitaere-bewegung.de/kampagnen/wir-sind-verfassungsschuetzer/#more-497

[33] https://www.youtube.com/watch?v=iQSITNw3iDE

[34] https://twitter.com/AfD/status/1179637453830770688.

[35] Wolfgang Gessenharter/Thomas Pfeiffer: Die Neue Rechte – eine Gefahr für die Demokratie?, a.a.O., S.48.


Rezension von
Dr. phil. Bruno Heidlberger
Studienrat (Philosophie, Politik, Geschichte), Mitarbeiter am Institut für Tiefenpsychologie Gruppendynamik und Gruppentherapie in Berlin, Lehrbeauftragter an der MHB Berlin-Brandenburg
E-Mail Mailformular


Alle 8 Rezensionen von Bruno Heidlberger anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Bruno Heidlberger. Rezension vom 10.12.2019 zu: Daniel Hornuff: Die Neue Rechte und ihr Design. Vom ästhetischen Angriff auf die offene Gesellschaft. transcript (Bielefeld) 2019. ISBN 978-3-8376-4978-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/26269.php, Datum des Zugriffs 11.08.2020.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

ISSN 2190-9245

Stellenangebote

Inserieren und suchen Sie im socialnet Stellenmarkt.

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Über 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft.

Gehören Sie auch schon dazu?

Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren!

socialnet optimal nutzen!

Recherchieren

  • Rezensionen liefern den Überblick über die aktuelle fachliche Entwicklung
  • Materialien bieten kostenlosen Zugang zu aktuellen Fachpublikationen
  • Lexikon für die schnelle Orientierung und als Start für eine vertiefende Recherche
  • Sozial.de für tagesaktuelle Meldungen

Publizieren

  • wissenschaftliche Arbeiten
  • Studien
  • Fachaufsätze

erreichen als socialnet Materialien schnell und kostengünstig ihr Publikum

Stellen besetzen
durch Anzeigen im socialnet Stellenmarkt

  • der Branchenstellenmarkt für das Sozial- und Gesundheitswesen
  • präsent auf führenden Fachportalen
  • schnelle und preiswerte Schaltung
  • redaktionelle Betreuung