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Lothar Böhnisch: Die Verteidigung des Sozialen

Cover Lothar Böhnisch: Die Verteidigung des Sozialen. Ermutigungen für die Soziale Arbeit. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2018. 234 Seiten. ISBN 978-3-7799-2374-9. D: 16,95 EUR, A: 17,50 EUR, CH: 23,90 sFr.

Reihe: Zukünfte.
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Thema

In einer Gesellschaft, die auf ökonomisches Wachstum und einen konstanten Anstieg des Bruttosozialprodukts angewiesen ist, gerät die soziale und reproduktive Sphäre, also die Arbeit von Menschen für Menschen, in den Hintergrund.

Diese Gegenwartsdiagnose vor Augen schlägt Lothar Böhnisch ein Paradigma vor, in dem Sozialarbeiter*innen in ihrem Selbstverständnis nicht nur auf die unmittelbare Praxis festgelegt sind, sondern in dem sie sich im weiteren Sinne durchaus als social agents der sozialstaatlichen Gesellschaft verstehen können (ebd.). Er plädiert dafür, das berufliche Selbstbewusstsein mehr „an der historisch-empirischen Tatsache zu orientieren, dass und wie die Gesellschaft auf das Soziale im Allgemeinen und die Soziale Arbeit im Besonderen angewiesen ist“ (Böhnisch S. 11, Hervorh. v. Böhnisch). Das vorliegende Buch ist deshalb als eine Ermutigung für Sozialarbeiter*innen (und Angehörige vergleichbarer Berufe) zu verstehen, mit dem Ziel, sich auf die (gesellschaftliche) Relevanz ihrer Arbeit zu besinnen. Böhnisch zeigt zunächst, wie Gesellschaft und Ökonomie in der Moderne auf das Soziale allgemein angewiesen sind (A1 - A9). Sodann erläutert und begründet er die Angewiesenheit der Gesellschaft auf die Soziale Arbeit (A10 - A30).

Autor

Lothar Böhnisch (*1944) ist emeritierter Professor für Sozialpädagogik und Sozialisation der Lebensalter der TU Dresden. Seit 2008 lehrt er an der Freien Universität Bozen/Standort Brixen an der Fakultät für Bildungswissenschaften.

Entstehungshintergrund

Lothar Böhnisch trägt mit seinen maßgebenden Veröffentlichungen seit etwa 25 Jahren zur Selbstvergewisserung und reflexiv-kritischen Bestandaufnahme der Sozialen Arbeit in Deutschland (und aufgrund von Übersetzungen mittlerweile auch in der ganzen Welt) Wesentliches bei. Hierzu gehören beispielsweise sein mittlerweile in der 7. Auflage erschienenes Buch „Sozialpolitik der Lebensalter“ (2017; 1. Aufl. 1997) (www.socialnet.de/rezensionen/2682.php) oder das Buch „Lebensbewältigung. Ein Konzept für die Soziale Arbeit“ (2016) (www.socialnet.de/rezensionen/20843.php). Zuletzt sind von Böhnisch die Bücher „Soziale Theorie der Schule“ (2019) und „Sozialpädagogik der Nachhaltigkeit. Eine Einführung“ (2020) (www.socialnet.de/rezensionen/26442.php) erschienen.

Der Entstehungshintergrund für das Buch „Verteidigung des Sozialen“ beginnt bei der Arbeit mit und für Menschen, ob im Bereich von Kindergärten, Schulen, Sozial- und Jugendeinrichtungen, aber auch bei der Arbeit mit Randgruppen der Gesellschaft, mit Menschen also, die aus dem Alltag herausgefallen sind und diesen nicht mehr selbst für sich organisieren können. Verglichen mit den marktökonomisch „produktiven“ Bereichen wird diese Arbeit in der Gesellschaft deutlich unterbewertet. Dieser mangelnden Anerkennung und Bewertung hat der sozialpädagogische Diskurs nicht viel entgegenzusetzen: Kritisch diskutiert werden einerseits die bürokratischen und restriktiven sozialpolitischen und gesellschaftlichen Bedingungen, mit denen Soziale Arbeit konfrontiert ist. Andererseits beschränkt man/frau sich auf Diskussionen zur Verfeinerung und Differenzierung sozialpädagogischer Verfahren und Methoden (Böhnisch S. 10):

„Aus beiden polaren Positionen lässt sich keine praxisbegleitende gesellschaftliche Reflexivität für das Gros jener SozialarbeiterIn*innen ziehen, die in administrativen und verbandlichen Strukturen oder in selbstständigen Projekten arbeiten und erfahren, dass sie für diese Bedingungen haftbar gemacht oder als deren Opfer angesehen werden“ (ebd.)

Böhnisch's Argumentationen wollen Ermutigungen für ein neues berufliches Selbstverständnis sein. Auch kann das Buch als kritisch-optimistische Einführung in die Soziale Arbeit gelesen werden.

Aufbau

In 30 Argumentationsschritten wird die fundamentale Angewiesenheit der Gesellschaft auf das Soziale und die Soziale Arbeit in den Mittelpunkt gestellt. Sie wird begründet und sowohl auf der Gesellschafts- wie auf der Handlungsebene ausdifferenziert. Nach der Einleitung (S. 9–14) werden in dem Buch neun Thesen unter der Überschrift „Das Soziale im Spannungsverhältnis zur kapitalistischen Ökonomie“ (S. 15–62) und 21 Thesen zur Thematik „Die Angewiesenheit der Gesellschaft auf die Soziale Arbeit“ (S. 63–227) vorgestellt. Das Literaturverzeichnis ist sechseinhalb Seiten stark (S. 228–234).

Inhalt

Böhnisch zeigt in den ersten neun Thesen, wie Gesellschaft und Ökonomie in der Moderne auf das Soziale allgemein angewiesen sind. Dafür geht er allgemein von folgendem Diktum aus: „Die kapitalistische Welt, von der die Ökonomisierung des Sozialen und der Sozialen Arbeit ausgeht, ist die eine, die Welt der sozialpädagogischen Praxis die andere. Ihr Verhältnis zueinander ist asymmetrisch“ (S. 16)

Und weiter: Im sozialpolitischen Prinzip „ist die Grundthese formuliert, dass die ökonomische, gesellschaftliche und demokratische Entwicklung in unserem Kulturkreis auf das Soziale angewiesen ist“ (S. 17)

Daraus kann eine innere Einstellung abgeleitet werden, die einen die Dinge der Praxis gelassener sehen lässt. Und noch mehr als das: „Es ist eine Haltung, die eine Brücke von meinem Berufsstatus zu meinem Bürgerstatus bildet. Es ist gleichsam der sozialpolitische Horizont, vor dem ich arbeite“ (ebd.)

Böhnisch hat an anderer Stelle (Böhnisch 2014; www.socialnet.de/rezensionen/18131.php) Theorieansätze aus der Wissenschaft im Deutschland der 20'er und 30'er Jahre herausgearbeitet, auf die er sich bei der Gegenüberstellung des sozialpolitischen und des kapitalistischen Prinzips beruft. Ihr Verhältnis beschreibt er mit Eduard Heimann (1929/1980) als „dialektisches“. Es ist darin begründet, dass…

„…der Kapitalismus auf den Einbau des Sozialen angewiesen war, wollte er historisch überleben, sein immanentes Ziel der Wachstums- und Profitsteigerung weiterverfolgen und sich zu diesem Zwecke modernisieren. Und umgekehrt konnte sich das Soziale über die Produktiv- und Wachstumskräfte des Kapitalismus bis in die gesellschaftliche Gegenwart – ohne Vertröstung auf eine radikale Utopie – entfalten und zum gesellschaftlichen Strukturprinzip werden“ (S. 18).

Die Modernisierung des Kapitalismus – so Böhnisch – ist demnach nur als soziale Erweiterung möglich: „Es sind die Menschen und nicht nur ihre abrufbaren funktionalen Fähigkeiten, die sich ausbilden und erweitern müssen, um in die neuen technologischen Produktionsanforderungen hineinzuwachsen“ (ebd.).

Wie man es auch dreht und wendet, der Grundkonflikt ist und bleibt der zwischen Mensch und kapitalistischer Ökonomie. Er ist durch die Globalisierung beschleunigt und auf eine neue Stufe gehoben worden: „Das Kapital hat sich dem System der gegenseitigen Abhängigkeit, aus der sich die Dialektik des Sozialpolitischen Prinzips begründet, entzogen, ist gleichsam in eine eigene zweite Welt abgewandert. Sowohl die multiple Verfügbarkeit als ‚wanderndes‘, überall einsetzbares Investitionskapital als auch eine eigene Zirkulations- und Spekulationslogik machen die Eigenständigkeit dieser zweiten Welt des internationalen Geldmarktes aus“ (S. 18f).

Die heutzutage getätigten Anlage- und Renditespekulationen entziehen sich nicht nur den Handlungsmöglichkeiten, sondern auch den Vorstellungswelten der Menschen. Damit ist der ökonomisch-soziale Konflikt nicht mehr nachvollziehbar, es fehlt an konkreten Agenten bzw. an einem konkreten Gegenüber (S. 19). Doch spätestens seit der Finanzkrise der 2000er Jahre wird deutlich, wie sehr auch der globalisierte Kapitalismus auf sozialstaatliche Strukturen angewiesen ist.

In den weiteren Thesen, mit denen Böhnisch die Angewiesenheit von Gesellschaft und Ökonomie auf das Soziale begründet, geht es um

  • …die Reproduktionsarbeit – Hausarbeit, Beziehungs- und Familienarbeit –, die tendenziell auch heute noch weiblich konnotiert ist. Sie wird übergangen bzw. entlang der Trennlinie öffentlich-privat vorausgesetzt (S. 21). Tatsächlich kann das Soziale allgemein (und die Reproduktionsarbeit im Speziellen) als Einbau eines doppelten Gegenprinzips in das System des Kapitalismus verstanden werden: Des allgemeinen Prinzips der Humanisierung der Wirtschafts- und Arbeitsgesellschaft (die Wirtschaft soll dem Menschen dienen) und des besonderen Prinzips ihrer reproduktiven Durchdringung (Sorge/Care als gesellschaftliches Gestaltungsprinzip (ebd.).
  • …soziale Integration: Sie bedeutet vor allem Bindung der Menschen an und Teilhabe in der Gesellschaft (S. 23).
  • …Soziale Rechte (S. 27ff)
  • …ein Gegenmodell zum neoliberalen Wachstumsverständnis (S. 32ff)
  • …den Klimadiskurs, der auch sozial geführt werden muss (S. 36ff)
  • …Bildung, die auch eine soziale Durchdringung benötigt (S. 40ff)
  • …die Migrationsfrage, die nicht als Kulturdiskussion, sondern als sozialpolitischer Diskurs geführt werden sollte (S. 45ff)
  • …die Dialektik von Globalem und Lokalem, in der das Soziale zur Konfliktarena und mithin politisch wird (S. 52ff).

Im zweiten Hauptteil des Buches (S. 59ff) folgen 21 Thesen zur „Angewiesenheit der Gesellschaft auf die Soziale Arbeit“. Es geht hier um die Darstellung einiger „Argumentationsfiguren“ für eine gesellschaftliche Legitimation der Sozialen Arbeit. Zielvorstellung ist, dass Sozialarbeiter*innen ihre professionelle Legitimation und ihren beruflichen Stolz nicht nur aus erlebten Fallgeschichten und dem Status in ihrer jeweiligen Organisation beziehen, sondern „vor allem aus der gesellschaftlichen Stellung und Notwendigkeit der Sozialen Arbeit…“ (S. 61). So wie die Gesellschaft insgesamt auf soziale Integration angewiesen ist, braucht sie eine Institution – so Böhnisch –, die sich um die soziale Integration sozial benachteiligter Gruppen in der Bevölkerung und um Menschen mit besonderen Bewältigungsproblemen kümmert. In diesem Sinne ist die Soziale Arbeit eine Agentur sekundärer Integration. Des weiteren

  • …ist die Sozialpolitik auf die Soziale Arbeit angewiesen.
  • …hat die Soziale Arbeit eine eigene soziale Infrastruktur ausgebildet, die ein Auffangnetz gegenüber sozial desintegrativen Tendenzen darstellt und auch für die endogene Regionalentwicklung unabdingbar ist.
  • …kann die Soziale Arbeit als Lern- und Bildungsort besonderer Art nicht nur für gefährdete Kinder, Jugendliche und Erwachsene gelten (S. 61f).

Zu den Thesen im Einzelnen:

  • A 10: Die Soziale Arbeit kann nur bedingt sozialstrukturell intervenieren, sondern agiert personenbezogen. Sie kann zentrale Spielräume der Lebenslage – Einkommen, Arbeit und Beruf, Rechte – nicht oder kaum verändern, dafür aber die sozialen und kulturellen Spielräume, soweit sie pädagogisch interaktiv beeinflussbar sind. Bezogen auf das Streben nach biografischer Handlungsfähigkeit vor dem sozialstrukturellen Hintergrund der Lebenslage kann somit eine sozialpädagogisch zugängliche, handlungsbezogene Bewältigungslage dargestellt werden. Diese lässt sich vierfach dimensionieren: In der Dimension des Ausdrucks, in der Dimension der Anerkennung, in der Dimension der Abhängigkeit und in der Dimension der Anerkennung (S. 63ff)
  • A 11: Die sozialpädagogische Verlegenheit der Zweiten Moderne besteht darin, dass die Menschen in einem gegenüber der Ersten Moderne verstärkten Individualismus mit der Illusion freigesetzt werden, sie seien nun nicht mehr ökonomisch und sozial Abhängige, sondern freie Eigner ihres Humankapitals, dass sie selbst am Markt einsetzen und optimieren können. Die damit verbundenen Bewältigungsprobleme und -zwänge bleiben den Betroffenen überlassen, sind also privatisiert. Gesellschaftlich thematisiert werden diese Probleme nicht, weshalb es weiterhin der Sozialen Arbeit überlassen bleibt, durch dieses neue Bewältigungstabu hindurch sich der damit verbundenen kritischen Lebenssituationen anzunehmen (S. 69ff).

Die Überschriften der folgenden Thesen sprechen großenteils für sich, weshalb sie im Folgenden ohne Erläuterungen wiedergegeben werden:

  • A 12: Soziale Integration ist auch der gesellschaftliche Kern der Sozialarbeit/​Sozialpädagogik – Sekundäre Integration (S. 73ff)
  • A 13: Die Soziale Arbeit leistet einen zentralen Beitrag zur Entwicklung einer sozialen Infrastruktur (S. 78ff)
  • A 14: Die sozialstaatliche Gesellschaft braucht zu ihrer sozialökonomischen Erneuerung gemeinwohlorientierte Initiativen und dabei auch die Soziale Arbeit (S. 82ff)
  • A 15: Die Soziale Arbeit kann einen Zugang zu sozialen und kulturellen Zwischenwelten eröffnen (S. 87ff)
  • A 16: Die Angewiesenheit der Gesellschaft auf die Soziale Arbeit wird verdeckt durch deren geschlechtstypische Konnotation – Öffnende Perspektiven (S. 94ff)
  • A 17: Die Soziale Arbeit kann einen Beitrag zur „Verbreiterung“ der Demokratie leisten (S. 103ff)
  • A 18: Die Soziale Arbeit verfügt über geeignete Präventionsräume für die Eindämmung rechtsextremer Strömungen (S. 114ff)
  • A 19: Die Soziale Arbeit ist ein Seismograph für verdeckte und verschwiegene soziale Probleme (S. 120ff)
  • A 20: Die Soziale Arbeit verfügt über ein besonderes „Umgangswissen“ – Sozialpädagogik/Sozialarbeit als transdisziplinäre Sozialwissenschaft (S. 127ff)
  • A 21: Die Soziale Arbeit kann Ergebnisse sozialer Bewegungen infrastrukturell transformieren (S. 134ff)
  • A 22: Die Soziale Arbeit kann die soziale Verlegenheit der Schule praktisch thematisieren (S. 146ff)
  • A 23: In der Sozialen Arbeit können sich besondere Formen sozialen Lernens entwickeln (S. 156ff)
  • A 24: Sich neu behaupten müssen – Die Soziale Arbeit hat dem humantechnologischen Gesundheitsdiskurs einiges entgegenzusetzen (S. 170ff)
  • A 25: Dadurch, dass sie in der Lage ist, die Bruchstelle zwischen Toleranz und Respekt praktisch zu thematisieren, kann die Soziale Arbeit Leitpunkte im Migrationsdiskurs setzen (S. 180ff)
  • A 26: Die Soziale Arbeit wird in der zukünftigen Arbeitsgesellschaft besonders gebraucht (S. 185ff)
  • A 27: Der demografische Wandel und die damit einhergehende Aufwertung des Alters und der Kultur der Sorge kann die Soziale Arbeit als soziale Leitdisziplin ins Spiel bringen (S. 192ff)
  • A 28: Die Soziale Arbeit hat ihre politische Geschichte und darin einen „roten Faden“ – Kapitalistische Verstrickung, Konflikt, Parteilichkeit und Emanzipation (S. 205ff)
  • A 29: Wie Transnationalität zur reflexiven Kategorie der Sozialarbeit werden kann (S. 214ff)
  • A 30: Die Soziale Arbeit kann sich in der Perspektive sozialpolitischer Wiedergewinnung und sozialer Nachhaltigkeit erneuern (S. 221).

Diskussion

Obschon der Wert sozialer Arbeit tagtäglich für viele Menschen sichtbar und spürbar ist, wird die Soziale Arbeit auf der gesellschaftlichen Ebene wenig wertgeschätzt. Vor diesem Hintergrund ist die Initiative von Lothar Böhnisch, mit seinem Buch die argumentative Grundlage für eine Aufwertung der gesellschaftlichen Bedeutung von Sozialer Arbeit zu legen, wichtig und notwendig. Es ist ein politisches Buch, in dem die „Wiedergewinnung“ von schon einmal Erreichtem und nun im „sozialtechnologischen Innovationshype“ (Böhnisch, S. 12) Gefährdetem im Mittelpunkt steht. Doch nicht nur für die dringende Aufwertung Sozialer Arbeit ist dieses Buch eine wichtige Grundlage. Es eignet sich auch als kritisch-optimistische Grundlage für eine soziologische Einführungsveranstaltung in das Studium der Sozialen Arbeit.

Fazit

Mit dem deutschen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Eduard Heimann (1929/1980) argumentiert Lothar Böhnisch, dass das Ökonomische und das Soziale trotz ihrer unüberbrückbaren Widersprüchlichkeit aufeinander angewiesen sind. Die Modernisierung des Kapitalismus – so die Heimann'sche These – ist nur als soziale Erweiterung möglich. Diese zentrale und epochale Hypothese liegt der weiteren Argumentation von Böhnisch zugrunde: Ihr Schlüssel liegt in der Tatsache der Angewiesenheit der Gesellschaft auf das Soziale und die Soziale Arbeit.

With the German economist and social scientist Eduard Heimann (1929/1980), Lothar Böhnisch argues that the economic and the social, despite their irreconcilable contradictions, are dependent on each other. The modernisation of capitalism – according to Heimann's thesis – is only possible as a social extension. This central and epochal hypothesis underlies Böhnisch's further argumentation: Its key lies in the fact that a modern society is dependent on the social and on social work.


Rezension von
Prof. Dr. Joachim Thönnessen
Hochschule Osnabrück Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Tätigkeitsfelder: Unterricht in den Bereichen Methoden der empirischen Sozialforschung, Kulturelle Diversität, Soziale Randgruppen, Soziale Milieus; Forschung in den Bereichen Illegale Drogen und Biographie, Soziale Netzwerke, Bedingungsloses Grundeinkommen
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Zitiervorschlag
Joachim Thönnessen. Rezension vom 30.12.2019 zu: Lothar Böhnisch: Die Verteidigung des Sozialen. Ermutigungen für die Soziale Arbeit. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2018. ISBN 978-3-7799-2374-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/26450.php, Datum des Zugriffs 27.09.2020.


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ISSN 2190-9245

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