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Fabienne Becker-Stoll, Renate Niesel u.a.: Handbuch Kinder in den ersten drei Jahren

Cover Fabienne Becker-Stoll, Renate Niesel, Monika Wertfein: Handbuch Kinder in den ersten drei Jahren. So gelingt Qualität in Krippe, Kita und Tagespflege. Herder (Freiburg, Basel, Wien) 2020. 240 Seiten. ISBN 978-3-451-38476-9. D: 25,00 EUR, A: 25,80 EUR, CH: 35,90 sFr.
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Thema

Der Ausbau von Betreuungsplätzen von Kindern unter drei Jahren, sowie deren Rechtsanspruch seit 2012 auf einen Betreuungsplatz, führen zu neuen Herausforderungen für Kommunen und Einrichtungen. Um eine gute Qualität für Eltern und Kinder zu gewährleisten, müssen geeignete Rahmenbedingungen und Fachkompetenzen vorhanden sein. Im Rahmen des Buches werden die Autorinnen genau auf diese Thematiken wissenschaftlich und praxisbezogen eingehen.

Autorinnen

Prof. Dr. Fabienne Becker Stoll Diplom-Psychologin und Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP) in München. Leitung der Fachkommission Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan; Mitglied des Bundesjugendkuratoriums Berlin; Leitung der Fachkommission Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan; Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften (DGfE), Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften, für den Studiengang „Bildung und Erziehung in der Kindheit“ sowie im Expert/​-innenkreis des Bachelor-Studiengangs „Bildung und Erziehung in der Kindheit“ an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München.

Renate Niesel Diplom-Psychologin sie war bis 1994: wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik und Familienforschung (Abt. Familienforschung) und bis 2012 wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) München. Mitglied der European Early Childhood Education Research Association; Mitglied des Pestalozzi-Fröbel-Verbandes.

Dr. Monika Wertfein ist Diplom-Psychologin und betreut als wissenschaftliche Referentin mit den Schwerpunkten: Qualität in Kindertageseinrichtungen; Kinder in den ersten drei Lebensjahren; Sozio-emotionale Kompetenzen in Familie und pädagogischer Praxis Projekte am Staatsinstitut für Frühpädagogik München. Bis 2014 Lehrauftrag an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Bildungsforschung zum Thema „Bildung, Erziehung und Betreuung im Elementarbereich.“

Entstehungshintergrund

Das Buch, wurde unter dem Gesichtspunkt des deutschlandweiten Ausbaus von Betreuungsplätzen, sowie dem 2013 eingeführten Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz geschrieben. Zentrale Hintergründe, waren die steigenden Qualitätsanforderungen an die Einrichtungen. Daraufhin wurden von Bund und Ländern gemeinsame Qualitätsziele verabschiedet, um die erforderlichen Voraussetzungen und eine fundamentale Basis zur Qualitätssicherung und Optimierung zu schaffen. Durch den inhaltlichen Schwerpunkt der Entwicklungsbedürfnisse von Kindern, sollen Kindertageseinrichtungen und Eltern profitieren, indem für Kinder unter drei Jahren eine familiäre sowie familienergänzende Entwicklungsumgebung entsteht.

Aufbau

Das Buch, beginnt mit einem sehr überschaubaren Inhaltsverzeichnis, in dem die acht Kapitel nochmals in Teilkapitel gegliedert und diese mit ihren weiteren vielseitigen Unterthemen übersichtlich und detailliert dargestellt werden. Des Weiteren folgt das Vorwort, indem der Entstehungsgrund, sowie der Inhalt der folgenden acht Kapitel kurz erläutert werden. Jedes Kapitel beginnt mit einem stichpunktartigen Überblick des Inhalts und enthält Schlüsselwörter, welche durch einen blauen Hintergrund generiert werden. In einigen Kapiteln werden die Aufgaben für Fachkräfte, des Trägers oder die Zusammenarbeit aufgeführt. Die einzelnen Kapitel enden jeweils mit einer Leseempfehlung.

Inhalt

In Kapitel 1 „Die Bedeutung pädagogischer Qualität in Kindergrippen und Tagespflege“, weisen die Autorinnen auf die Bedeutung der Qualität in Betreuung, Interaktion, sowie dem fundamentalen Bereich des Wohlbefindens der Kinder auf, wie auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder, sowie die Förderung der Krippenkinder eingegangen wird. Hierbei werden der Forschungswissenstand und die Kinderrechte miteinbezogen. Es wird aus Sicht der Kinder verdeutlicht was sie brauchen, um die physischen und psychischen Grundbedürfnisse entwicklungsspezifisch zu befriedigen. Des Weiteren, wird auch aus dem Blickwinkel der Fachkräfte, in Zusammenhang auf die strukturellen Rahmenbedingungen und die Herausforderungen der Mitarbeiter eingegangen. Aus Studien, werden die wichtigsten Ergebnisse von den Auswirkungen der Qualität, auf die Kinder zusammengefasst. Die drei Aspekte der pädagogischen Qualität, sowie deren Wechselwirkung werden anhand von Alltagsbeispielen erklärt. Des Weiteren können bei einem guten Konzept, unterschiedliche Auswirkungen je nach den Ressourcen der Einrichtung und deren Einsatz entstehen. Eine Messung von Qualität und Evaluation wird erklärt und in Kapitel 8 nochmals in Bezug auf Modelle, Maßnahmen und Sicherungen gesetzt. Zum Ende werden die Prozesse, von bestehenden Einschätzskalen und Beobachtungsinstrumenten aufgeführt und deren Inhalte sowie die Bedeutung der kontinuierlichen Qualitätsüberprüfung, vor allem aus der Perspektive des Kindes detailliert dargestellt.

In Kapitel 2 „Theoretische Grundlagen zur Entwicklung und Bindung“ wird die Bedeutung der individuellen Entwicklungen, mit ihren sensitiven Phasen beschrieben, sowie die Einhaltung der seelischen Grundbedürfnisse zur positiven Entwicklung. In Bezug darauf, erfordert die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben unterschiedliche Ressourcen, um die Kompetenzerweiterung des Kindes zu fördern. Anhand der Motivationsforscher Deci und Ryan, werden die drei psychischen Grundbedürfnisse Bindung, Kompetenzerleben und Autonomieerleben unterschieden. Zum besseren Verständnis, wird auf die Bindungstheorie von John Bowlby sowie das Zusammen-/​Wechselspiel des Verhaltenssystems Bindung und Exploration an Beispielen detailliert eingegangen. Zudem werden die vier Phasen der Bindungsbeziehungsentwicklung erklärt. Weiterhin werden die Herausforderungen des Bindungsverhaltenssystems erläutert. Mit dem Kreis der Sicherheit von Cooper, Marvin, Hoffmann, Powell wird die Bedeutung der Feinfühligkeit für eine sichere Bindungsqualität generiert und Einfluss auf die Entwicklung der Fähig- und Fertigkeiten nimmt. Dies wird an den Strategien und Phasen der Emotionsregulation dargestellt. Zum Ende, wird von den Autorinnen die frühkindliche Entwicklung in öffentlichen Betreuungseinrichtungen sowie deren Auswirkungen auf die Gesundheit, die kognitive, sprachliche und soziale Entwicklung hinterfragt.

In Kapitel 3 „Beziehungs- und Interaktionsqualität in Kinderkrippe und Tagespflege“, werden die einzelnen Schritte der Trennungsphase für Kinder aufgezählt, welche sie beim Übergang zu einer außerfamiliären Betreuung durchleben. Dabei wird deutlich, in Bezug auf das vorherige Kapitel beschrieben, dass jedes Kind diese Phase individuell erlebt und dementsprechend von den Erziehern und Eltern darauf eingegangen werden muss. Hierbei spielt die Sicherheit und das Zutrauen neue Beziehungen einzugehen eine adäquate Rolle. Des Weiteren werden Eingewöhnungsmodelle für Kindertageseinrichtungen und Tagespflege vorgestellt und deren drei Phasen die Kennenlernphase, Sicherheitsphase und die Vertrauensphase an Beispielen erläutert. Die Aufgaben der Fachkräfte, in Form von den grundlegenden Qualitätskriterien, um Eltern und Kindern eine professionelle Eingewöhnung zu gewährleisten, werden aufgeführt. Nach einer kurzen wissenschaftlichen Passage werden im Folgenden, die einzelnen Merkmale der Erzieher Kind Bindung wie Zuwendung, Sicherheit, Stressreduktion, Explorationsunterstützung, und Assistenz. beschrieben. Außerdem wird die Bedeutung der einzelnen Kriterien, einer Erzieher Kind Interaktion in Form des professionellen Vorgehens der Fachkräfte erläutert, in dem der Fokus auf die drei Dimensionen der interkulturellen Kompetenz steht. Zudem wird in einem kurzen Abschnitt, die im Alltag entstehenden Zweiersituationen von Bezugserzieher und Kind am Beispiel von Emmi Piklerbeziehungsvolle Pflege“ und daraus, die entstehende Wichtigkeit von Interaktion und Pflege zum Beziehungsaufbau sowie die Möglichkeiten von Organisation und Struktur in diesem Bereich innerhalb der Kindertageseinrichtungen dargestellt. Im Folgenden werden die einzelnen Herausforderungen, für Erzieher und Eltern vom ersten bis zum dritten Lebensjahr aufgezeigt. Zum Schluss wird auf die Anforderungen einer pädagogischen Fachkraft anhand von Alltagssituationen, welche physischen, psychischen und strategischen Bedürfnisse sowie geeignete Rahmenbedingungen in einer Einrichtung erfüllt werden sollten eingegangen.

In Kapitel 4 „Miteinander spielen, streiten, Freundschaft schließen: Peerinteraktionen der ersten Lebensjahre“, wird die fundamentale Bedeutung einer Erweiterung des Beziehungsnetzes als sichere Basis, um neue Beziehungen aufzubauen erklärt. Hierzu werden die beiden Eingewöhnungsmodelle „Berliner Modell“ und „Münchner Modell“ sowie deren Ziele, den Übergang von der Familie in die Krippe, durch den Beziehungstyp Spielpartner – Beziehungen zu gestalten erläutert. Hierbei wird der Zusammenhang, zur sozialen Einbindung der Kinder durch Interaktionen mit den Gleichaltrigen und das daraus resultierende Wohlfühlgefühl welches den Ablösungsprozess erleichtern kann analysiert. Eine wesentliche Entwicklungsaufgabe ist nun, sich in der Gruppe zu integrieren. Anhand einer zusammengefassten Datenanalyse wird erläutert, welche Aufgaben eine pädagogische Fachkraft mit Sorgfalt und Feingefühl bewältigen muss. Des Weiteren wird der Weg der unterschiedlichen Entwicklungsschritte zur Interaktionen vom Säugling bis zu den ersten drei Lebensjahren beschrieben. Hierbei spielen die Bewusstseinsvorgänge, welche als „Theory of Mind“ bezeichnet werden, eine wesentliche Rolle. Auf wissenschaftlicher Basis werden die Dyaden und entstehende Peerbeziehungen dargestellt, gemeinsame Interessen, Spielformen und Interaktionsmuster stehen im Fokus zur Peerbildung. Kriterien wie Ähnlichkeit, Geschlecht, Alter, Kultureller Hintergrund gemeinsame Spielinteressen tragen zur Auswahl des Spielpartners bei. Die Aufgabe der Fachkräfte hierbei ist, die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen und die Kompetenzen der Kinder anzuerkennen. Dies wird an Studienbeispielen von Ahnert und van Hoogdalem näher erläutert. Die Fachkräfte sollten sich im Klaren darüber sein, welche Einflüsse und Auswirkungen die Art der Interaktion auf das eigene Selbstbild des Kindes hat. Im Themenfeld Konflikte und Konfliktmanagement, sind die Schlüsselfunktion die Konfliktursachen aus der Perspektive der Kinder zu verstehen und dementsprechend sollte eine Fachkraft handeln, um bei den Kindern ein Wir – Gefühl entstehen zu lassen.

In Kapitel 5 Teil „Bildung: Recht jeden Kindes von Geburt an“, wird das Recht des Kindes in drei Schwerpunkte aufgeteilt: das Recht auf Bildung, Erziehung und Betreuung in den ersten drei Lebensjahren. Hierbei werden die drei Grundbegriffe definiert und durch einzelne Unterpunkte altersentsprechend veranschaulicht. Des Weiteren werden in einem Überblick, die Anforderungen an die Haltung, Rolle und Reflexionsfähigkeit im alltäglichen Geschehen mit Bildung, Erziehung und Betreuung sowie deren Zusammenhang hinterfragt. Im Folgenden wird die Entwicklung vom Säuglingsalter bis 18 Monate auf entwicklungspsychologischer Ebene schrittweise erklärt. Danach wird näher auf die Bedeutung der Sprachentwicklung zur Bildung von Kindern eingegangen. In Bezug auf die Entwicklung des Wortschatzes, zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr und die folgenden neuen Lernprozesse die entstehen. Dies wird durch die Informationen der Säuglingsforschung untermauert, welche von Kernsystemen spricht. Diese rasche Entwicklung im Kleinkindalter verlangt von den Fachkräften ein fundiertes Fachwissen, auf das näher eingegangen wird. Außerdem wird aus der Perspektive der Hirnforscher das Lernverhalten sowie der Zusammenhang von selbstständiger Interaktion, erkunden, greifen, begreifen, handeln für die Lernentwicklung und Bedeutung des Belohnungssystems im Gehirn erklärt. Die Lernentwicklung wird in Bezug auf Experimentieren, Erkunden und Spielen erweitert. Dazu benötigt das Kind ein – vorausgegangenen in Kapitel 2.2 – beschriebenes Explorationsverhalten. Des Weiteren werden die veränderten Spielprozesse altersentsprechend aufgeführt. Im weiteren Abschnitt, werden die von den Fachkräften zu gewährleistenden Rahmenbedingungen, Freiräume sowie die Sicherheit der altersentsprechenden Erfahrungen von Kleinkindern analysiert. Dabei spielt für Säuglinge bis zum Kleinkindalter das Vorbild sowie die Imitation der Erwachsenen oder anderer Kinder eine wesentliche Rolle. Implizites und inzidentelles Lernen wird in Gegensatz zum expliziten und intentionalen Lernen gesetzt und in Bezug, auf die wissenschaftlichen Grundlagen in einer Zusammenfassung erklärt. Hierbei wird ersichtlich, welche vielfältigen Sinnzusammenhänge das Spielen beinhaltet, sodass die Kinder sich im kognitiven, sozialen, emotionalen sowie im motorischen Bereich, spielerisch entwickeln. Dies wird im weiteren Verlauf an unterschiedlichen Ansätzen näher erläutert. Des Weiteren werden die Aufgaben der Fachkräfte in den Bereichen: Spielen ist mehr als Lernen und Bildungsbegleitung im Dialog mit dem Kind sowie geschlechterbewusste Pädagogik aufgeschlüsselt.

In Kapitel 6 „Von der Beobachtung zur Entwicklungsbegleitung“ wird die Bedeutung durch gezielte Beobachtung und Wahrnehmung des Kindes beschrieben. Dadurch können die Fachkräfte, die situativen Bildungsprozesse des Kindes individuell unterstützen und fördern. Dazu gehört, gewisse Situationen aus der Perspektive des Kindes betrachten zu können, Wertschätzung bzw. das Kind in Form der Portfolioarbeit und Lerngeschichten zu unterstützen. Hierbei wird auf das Verfahren von Reggio Emilia und die entwickelten Dokumentation eingegangen, sowie die Bedeutung des Portfolios als Arbeitsinstrument, um eine fließende Zusammenarbeit und Austausch zwischen Kind, Eltern und Fachkräften herzustellen. Im Portfolio besteht somit für alle Akteure die Möglichkeit die beobachteten Entwicklungsschritte festzuhalten, um daraus mehr über den aktuellen Stand des Kindes zu erfahren und somit ein ganzes Bild zu erhalten. Dadurch besteht für den Entwicklungsaustausch eine gemeinsame Basis in der die Entwicklungsdokumentation in drei Teile aufgeteilt wird. Anhand von Beobachtungs- und Screeningverfahren können einzelne Details in den Entwicklungsbereichen und -verläufen analysiert und der Entwicklungsstand erfasst werden. Des Weiteren wird auf die Herausforderungen der Fachkräfte eingegangen und einzelne Beobachtungsmethoden vorgestellt. Außerdem muss für eine gute Beobachtung vielseitige Voraussetzungen erfüllt werden.

In Kapitel 7 „Ein- und Zweijährige in der Gruppe mit erweiterter Altersmischung“ wird aus historischer und wissenschaftlicher Sicht, über die Grundlagen der Vorbereitung, Auseinandersetzung, gezieltes Fachwissen und Unterstützung, um die Qualität in der Einrichtung bei einer Altersmischung weiterhin zu halten eingegangen. Dazu können der Träger, Leitung, Kita – Team und Fachberatung für die Qualität, durch eine gute Zusammenarbeit beitragen. Der Träger hat dafür Sorge zu tragen, dass die Rahmenbedingungen, das Personal sowie die fachliche Qualität eingehalten werden. Des Weiteren wird detailliert erläutert, welche Herausforderungen auf Fachkräfte zukommen, deren Gruppe von drei- bis sechsjährige mit Kinder unter drei Jahren erweitert werden und welche strukturellen, strategischen sowie administrative Prozesse dies beinhaltet, die modifiziert werden müssen. Im weiteren Verlauf, werden vier mögliche Modelle zur Altersmischung dargestellt.

In Kapitel 8 „Pädagogische Qualität prüfen, sichern und weiterentwickeln“, beginnt mit der Einführung der Krippenstudie „Kleine Kinder – großer Anspruch 2010“ sowie der Nationalen Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der Kindheit (NUBBEK – Studie) und deren Analyse der Qualität anhand der Krippenskala. Teilbereiche und Merkmale der Qualitätsskalen, wird in Tabellenform dargestellt. Im Folgenden, werden einzelne Ergebnisse im Bezug auf: Stärken der untersuchten Einrichtungen und die Schwächen der untersuchten Einrichtungen konkretisiert. Diese werden an Merkmalen praxisnah aufgeführt. Weiterhin wird hinterfragt, wie es zu den Qualitätsmängeln kommen kann und welche Konsequenzen und Verhaltensweisen diese bei den Kindern auslösen. Im Folgenden wir das 2012 von La Paro, Hamre und Pianta entwickelte Classroom Assessment Scoring System vorgestellt, welches zur Beobachtung und Einschätzung der Interaktionsqualität beiträgt. Außerdem wird mit dem Fokus auf die Praxisforschung aufgezeigt, in welchen Bereichen des Classroom Assessment Scoring Systems viele Einrichtungen liegen und welche Maßnahmen ergriffen werden können. Danach gehen die Autorinnen auf weitere Instrumente und Maßnahmen zur Qualitätssicherung in Bezug auf die Sicherung einer guten Team- und Arbeitsqualität ein. Außerdem wird geschildert, welchen Stellenwert Evaluation, Qualitätsstandards und regelmäßige Qualitätsmessungen und -sicherungen haben, um eine Qualitätsentwicklung zu erreichen. Im Folgenden werden die aktuelle Qualitätsentwicklung nach dem Berliner Modell dessen Hintergründe und Vorteile dargelegt, sowie der Nutzen und Verlauf „Pädagogische Qualitätsbegleitung“ in Bayern aufgezeigt.

Diskussion

Das Handbuch bringt den Lesenden die Entwicklung, Bedürfnisse und Interessen der Kinder fachlich und strukturiert näher. Zudem wird auch ein Bezug zu der Bedeutung und den Diskursen, der Zusammenarbeit von Eltern und Fachkräften hergestellt. Die einzelnen Kapitel sind nachvollziehbar unterteilt, indem die Autorinnen die theoretischen Aspekte aufeinander aufbauen. Einzelne Kapitel schließen mit Aufgaben der Fachkräfte ab, sodass Praxisbezüge zur eigenen Praxis hergestellt und erweitert werden können. Durch die kurzen Erläuterungen zu den angesprochenen wissenschaftlichen Studien ist es für Fachkräfte jeglicher Ausbildungsart gut verständlich. Allerdings ist die Vielfältigkeit der Fachbegriffe für Laien, schwer in die entsprechende Bereiche einzuordnen. Durch die gut durchdachte Strukturierung, sind die Themenbereiche sehr gutersichtlich. Die Literaturempfehlungen zu jedem Kapitel ermöglichen den Lesenden die Literatur aus dem Literaturverzeichnis den Kapiteln entsprechend zuzuordnen und sich weiter ausführlich mit den unterschiedlichen Themen zu beschäftigen.

Fazit

Das Handbuch „Kinder in den ersten drei Jahren – So gelingt Qualität in Kita, Krippe und Tagespflege“ verschafft einen theoretischen Überblick, um das Verhalten, die Bedürfnisse, Interessen und Entwicklung der Kinder besser verstehen zu können. Fachkräfte erfahren, wie die Sensibilisierung bei Kindern unter drei Jahren, Einfluss auf die Entwicklung nimmt. Des Weiteren kann das Buch für Einrichtungen durch den Praxisvergleich zu einer Qualitätsverbesserung beitragen.


Rezension von
Marion Werner
Erzieherin, Fachwirtin für Organisation und Führung, Leiterin der Schulkindbetreuung einer Ganztagsschule
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Kommentare

Anmerkung der Redaktion: Die Rezension entstand im Rahmen des Masterstudiengangs Kindheits- und Sozialwissenschaften (MAKS) der Hochschule Koblenz.


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Zitiervorschlag
Marion Werner. Rezension vom 12.06.2020 zu: Fabienne Becker-Stoll, Renate Niesel, Monika Wertfein: Handbuch Kinder in den ersten drei Jahren. So gelingt Qualität in Krippe, Kita und Tagespflege. Herder (Freiburg, Basel, Wien) 2020. ISBN 978-3-451-38476-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/26691.php, Datum des Zugriffs 10.07.2020.


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