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Lohmann Heinz: Zukunft braucht Mut

Cover Lohmann Heinz: Zukunft braucht Mut. Kolumnen zu Chancen Sozialer Gesundheitswirtschaft. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2020. 64 Seiten. ISBN 978-3-86216-624-4. D: 19,99 EUR, A: 20,60 EUR.
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Autor

Heinz Lohmann ist Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Inhaber der LOHMANN konzept GmbH mit dem Schwerpunkt Beratung in der Gesundheitswirtschaft und Ehrenvorsitzender der INITIATIVE GESUNDHEITSWIRTSCHAFT IGW.

Thema

Das Soziale Gesundheitswesen ist eine viel diskutierte Unternehmensbranche. Dabei erfolgt die Beschäftigung damit vorwiegend durch andere, unbeteiligte an dieser Branche. Sie machen sich Gedanken darüber was sinnvoll und für eine zukünftige Entwicklung notwendig wäre. Dem gegenüber scheinen die im Marktfeld tätigen Akteure in einer Art Schockstarre zu verharren, unfähig Veränderungsnotwendigkeiten und -poteniale zu sehen, Konsequenzen zu ziehen und den Mut aufzubringen Veränderungen anzustoßen und die dadurch entstehenden Möglichkeiten zu nutzen für eine zukunftsfähige Aufstellung der Sozialen Gesundheitswirtschaft und gegen eine weitere Fremdbestimmung.

Aufbau und Inhalt

Inhalt des Buches von Heinz Lohmann sind 22 Kolumnen über die unterschiedlichen Facetten der Sozialen Gesundheitswirtschaft. Dem Autor ist es gelungen für den Leser einen Überblick über vielfältige Themen zu schaffen die in der Sozialen Gesundheitswirtschaft schon lange beobachtet und immer wieder diskutiert werden.

Die Kolumnen sind losgelöst von einander zu betrachten und daher auch nicht in Kapiteln unterteilt. Damit wird signalisiert, dass jede Kolumne eigenständig für sich steht und auch losgelöst von einander betrachtet werden kann, aber nicht muss. Der thematische Bogen ist weitgespannt und vielfältig, was der Natur des Themas sehr entgegen kommt.

Zunächst wird beispielweise die Tatsache betrachtet, dass das Gesundheitssystem eine der größten und wertvollsten Unternehmensbranchen überhaupt in unserer Gesellschaft ist. Gleichzeitig steht diese Branche in der Beachtung der Öffentlichkeit und bei möglichen Lobbisten, insbesondere aus dem politischen Lager, weit hinter entsprechenden Unternehmen aus anderen Branchen zurück.

Heinz Lohmann weist mit seiner Zusammenstellung von Texten gerade auf dieses Manko hin und fordert gleichzeitig die Akteure auf sich damit nicht nur gedanklich, sondern auch tatkräftig zu beschäftigen. Er ermutigt und bestärkt sie sich dem Thema aktiv, gestalterisch und auf die Zukunft ausgerichtet anzunehmen.

Gleichzeit gibt er aber auch Hinweise dazu, die eine besondere, fast schon aus dem Blick geratene Adressaten – die betroffenen Patienten, Pflegebedürftige und Pflegende – nicht weiter außer Acht zu lassen. Nach Heinz Lohmann müssen diese wieder verstärkt in den Fokus der Bemühungen rücken.

Neben der Betrachtung vieler guter und möglicher Aktionen kommen auch die Erkenntnisse über negative, gar schädliche Aktionen nicht zu kurz, ihnen wird eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. So wird beispielweise das hochgelobte Prinzip der Marktwirtschaft in der Sozialen Gesundheitswirtschaft entlarvt als das was es ist, nämlich ein Markt ohne realistische Steuerungsmöglichkeit durch Angebot und Nachfrage.

Ein Exkurs in die Vorzüge der Fließbandproduktion und die Segnungen der Industrialisierung wird unternommen. Er gibt aber gleichzeitig frische Impulse für eine Neuverankerung und Neustrukturierung der bestehenden Sozialen Gesundheitswirtschaft.

Durch die Sammlung der Kolumnen zur Sozialen Gesundheitswirtschaft wird dem Leser durch Heinz Lohmann noch einmal deutlich und ungeschminkt vor Augen geführt, dass bereits die Zusammenführung der Begrifflichkeiten Soziales, Gesundheit und Wirtschaft genügend Stoff für Diskussionen, wenn nicht sogar ausreichenden und gefährlichen Sprengstoff für einen Flächenbrand bietet.

Es braucht also besonderen Mut diese heißen Eisen anzufassen, um es zu bearbeiten und neu zu gestalten oder gar gänzlich um zu schmieden. Dies ist für alle Akteure in diesem Bereich wichtige Zukunftsaufgabe. Ohne eine konkrete Beschäftigung damit wird diese gesellschaftlich wichtige Unternehmensbranche untergehen, mit allen damit verbundenen Konsequenzen.

Heinz Lohmann schafftes mit seiner Zusammenstellung der Kolumnen dem Leser etwas an die Hand zu geben das ihn ermutigt anzufangen, aber gleichzeitig auch vor Brandverletzen zu schützen.

Fazit

Das Buch von Heinz Lohmann stellt eine schnelle Lektüre zum Einstieg in das spezielle Wirtschaftssystem einer besonderen Unternehmensbranche dar. Es macht Mut den Kampf um Veränderungen in einem anscheinend veränderungsresistenten System aufzunehmen. Heinz Lohmann zeigt auf das es möglich ist auch vermeintlich beharrliche Systeme wie die Soziale Gesundheitswirtschaft zu bewegen und zu gestalten. Frei nach dem Motto, Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt, macht das Buch Mut den Beginn zu wagen, den ersten Schritt zu tun, auch ohne absehen zu können, was am Ende wirklich dabei herauskommt. Nichts ist schlimmer als Stillstand.


Rezension von
Monika Jansen
Erziehungswissenschaftlerin (M.A.) und Master of Organizational Management (MoM), ist tätig als Referentin für ambulante Dienste, Bereich Wirtschaft und Statistik eines großen Wohlfahrtsverbandes. Langjährige Berufserfahrung in Führungspositionen der unterschiedlichen Arbeitsfelder der Altenhilfe. Herausgeberin der beiden Werke „Pflege & Management“ und Pflegehandbuch des DUZ-Verlages.
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Zitiervorschlag
Monika Jansen. Rezension vom 12.10.2020 zu: Lohmann Heinz: Zukunft braucht Mut. Kolumnen zu Chancen Sozialer Gesundheitswirtschaft. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2020. ISBN 978-3-86216-624-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/26905.php, Datum des Zugriffs 30.10.2020.


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