socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Sophia Firgau: Das emanzipatorische Potenzial der Performance Art

Cover Sophia Firgau: Das emanzipatorische Potenzial der Performance Art. ibidem-Verlag (Stuttgart) 2020. 164 Seiten. ISBN 978-3-8382-1420-7. D: 24,90 EUR, A: 25,50 EUR, CH: 29,20 sFr.
Recherche bei DNB KVK GVK

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Thema

Performance Art gilt als ein Sammelbegriff für Kunstformen, die den gewöhnlichen Kontext der darstellenden und bildenden Kunst überschreiten. Der Anspruch Grenzen zu überschreiten, gerade auch die zwischen Kunstschaffenden und deren Rezipient*innen, und der Fokus auf die Aktion, den Prozess, führt oft zu herausfordernden, provokanten und mitunter verstörenden Performances, die das eigene Weltbild erschüttern können. Das vorliegende Werk widmet sich der Frage, inwieweit diese Kunst- und Aktionsformen der Ausgangspunkt für individuelle und gesellschaftliche Veränderungsprozesse sein können – oder anders gesagt: welches emanzipatorische Potenzial diesen Kunstformen innewohnt?

Autorin

Sophia Firgau, Jahrgang 1994, studierte Kulturpädagogik und Szenografie in Mönchengladbach und Dortmund. Sie arbeitet zu Performance Art und verschiedenen Ausstellungsformaten an der Schnittstelle von Theorie und Praxis. Im Mittelpunkt steht dabei das partizipative Erleben von Inhalten. Davon zeugt unter anderem die Ausstellung „Dora war nicht im Widerstand“, die sie gemeinsam mit Jan Firgau entwickelte. Darin beschäftigt sie sich am Beispiel ihrer Urgroßmutter mit der Rolle der zahlreichen Mitläufer*innen und dem Fortbestehen der NS-Ideologie in der Nachkriegszeit.

Aufbau

Das vorliegende Buch gliedert sich nach einer kurzen Einleitung in sechs Kapitel, abschließend finden sich eine Danksagung sowie Literaturangaben.

  1. Einleitung
  2. Emanzipation
  3. Performativität
  4. Entwicklung der Performance Art
  5. Grenzüberschreitungen in der Performance Art
  6. Vertiefung: Rezeption von Performance Art
  7. Resümee und Ausblick

Nach der Einleitung nehmen die beiden ersten Kapitel die Begriffe Emanzipation und Performativität aus etymologischer Perspektive in den Blick und beleuchten zudem aktuelle Diskurse und Verwendungszusammenhänge. Diese Kapitel bilden die Grundlage für die weiteren Betrachtungen. Das folgende Kapitel widmet sich in einem kurzen Überblick der Entstehung und Entwicklung der Performance Art.

Der Schwerpunkt des Buches liegt in den Kapiteln fünf und sechs. Ausgangspunkt der zentralen Kapitel ist „die Grundannahme, dass emanzipatorische Prozesse immer in irgendeiner Art und Weise mit Grenzüberschreitung verbunden sind; dass also eine der emanzipatorischen Dimensionen (…) schon in der grenzüberschreitenden Ausführung an sich liegt“ (ebd., 45). Nach der ausführlichen Diskussion verschiedener Dimension von Grenzüberschreitungen und deren Potenzial für individuelle und gesellschaftliche Veränderungen folgt abschließend ein kurzes Fazit.

Inhalt

Das Kapitel Emanzipation befasst sich ausführlich mit der Begriffsherkunft und beleuchtet verschiedene zentrale Verwendungskontexte. Ausgehend von Kants Grundannahme der Emanzipation, des selbstbewussten und selbstbestimmten handelnden Subjekts, wird nachfolgend die Verwendung des Begriffs im Bildungskontext dargestellt. Es wird die Frage nach der Entwicklung einer mündigen Persönlichkeit durch „freie“ Bildung aufgeworfen, die sich sowohl auf das Individuum als auch auf die gesellschaftliche Ebene bezieht. Zudem wird auf Emanzipation als Selbstermächtigung sowie als etwas, das Neues erschafft, eingegangen. Dabei wird dieser emanzipatorischer Prozess als ergebnisoffen beschrieben und es wird eine Verbindung gezogen zu postmodernen Performances, die sich i.d.R. durch die Offenheit und Unbestimmtheit ihrer Utopie auszeichnen. Gleichzeitig wird eingeräumt, dass auch heute konkrete (politische) Utopien bestehen wie etwa aktuelle Protestbewegungen, die durchaus Performance Charakter aufweisen können.

Im Kapitel Performativität richtet sich der Blick zunächst auf die Begriffsentwicklung und Verbreitung, beginnend mit der Sprachphilosophie bis hin zu den Kultur- und Geisteswissenschaften. Im Mittelpunkt steht jeweils das Prozesshafte kultureller Phänomene. Weitergehend wird auf die Entwicklung in 1990er Jahren hingewiesen, in denen die Kulturwissenschaften das „Performative“ als Forschungsperspektive entdeckte und es zu einem Einbezug des Körpers kam. Als maßgeblich mitbestimmend für diese Perspektive wird Judith Butler benannt, die im Rahmen des Genderdiskurs die Fragen um Identitätskonstruktionen und Veränderungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt stellte. Dabei geht um die Macht des Diskurses, der durch die wiederholte Praxis Wirklichkeit konstituiert. Damit eröffnet sich auch Möglichkeit, durch wiederholte und dem dominanten Diskurs entgegengesetzte Handlungen, Wirklichkeit zu verändern. Sophia Firgau stellt heraus, dass „Performativität (…) also sowohl konservierend als auch transformierend wirken (kann)“ (ebd., 24).

Anschließend werden zentrale Merkmale einer allgemeinen Theorie der Performativität benannt: die wirklichkeitskonstituierende Kraft, der Prozess- und Ereignischarakter mit einem Schwerpunkt auf Materialität und Körperlichkeit.

Das Kapitel Entwicklung der Performance Art thematisiert anschaulich ihre kurze historische Entwicklung, ausgehend von der künstlerischen Avantgarde des 19. Jahrhunderts. Sophia Firgau führt aus, dass sich aus der Kritik an den gesellschaftlichen Konventionen verschiedene künstlerische Strömungen herausbildeten, wie etwa der Futurismus, Dadaismus oder Surrealismus. Das Verständnis von Kunst stand hier ganz im Zeichen des Protestes. Alle diese Richtungen können nach Firgau als Impulsgeber*innen der Entwicklung der Performance Art angesehen werden. Weiterführend werden die Entwicklungen wie Action Painting, Fluxus oder Happening benannt, die alle nach der NS-Zeit entstanden und die über die Betonung des Prozesshaften die performative Wende einleiteten und somit als Vorreiter der heutigen Performance Art gelten können.

Seit den 1960er wird der Begriff Performance Art in unterschiedlicher Zusammensetzung und vor allem in Abgrenzung zu einem Theater verwendet, dass sich in erster Linie auf sich wiederholende Werke und Repräsentation stützt – aber auch als Abgrenzung zur bildenden Kunst, die Werke verkauft. Bedeutsam für die Entwicklung der Performance Art sind zudem die aus der zweiten Frauenbewegung ausgehenden Impulse, die dazu führten, dass Frauen erstmals „in der Kunstgeschichte (…) Artikulationsformen und Semantiken einer Kunstrichtung gleichberechtigt mit (prägten)“ (ebd., 42). 

Nach Sophia Firgau ist Performance Art heute ein heterogenes und uneinheitliches Feld mit unterschiedlichsten Ausdrucksformen, Verstrickungen und Überschneidungen, geeint durch die (fast) immer erkennbare kritische Auseinandersetzung mit Gesellschaft.

Das Kernstück des Werkes, das Kapitel Grenzüberschreitungen in der Performance Art behandelt ausführlich verschiedene Aspekte von Grenzüberschreitungen, die ein konstituierendes Merkmal in der Performance Art darstellen. Nach Sophia Firgau ist Performance Art – neben seiner Fragestellung und historischen Entwicklung – daher im Kern emanzipatorisch im Sinne der Infragestellung, Verschiebung und Neu-Definierung von Grenzen. Dabei wird auch auf die damit verbundenen Risiken und Chancen eingegangen.

Zu Beginn wird Performance Art als intermediale Kunst dargestellt. Damit sind sowohl der Einbezug aller Künste als auch deren Wechselwirkungen untereinander sowie der Einbezug nicht künstlerischer Medien und Materialien gemeint.

Der folgende Abschnitt befasst sich mit dem Thema Kunst und Alltag. Sophia Firgau spricht von Verwischung zwischen Kunst und Leben. Performance Art kann so eine Brücke zwischen Leben und Kunst darstellen. Da heutzutage selbst das Alltägliche von Ästhetik durchtränkt ist, bestimmt oft der Rahmen was als künstlerisch gilt. Aus diesem Grund muss, so Firgau, Performance Art über diese Rahmung hinausgehen, wenn sie die (notwendigen) Irritationen hervorrufen will. Da aber Irritationen zu einer Normalität geworden sind stellt sich die Frage, wie Performance Art heute auf sich aufmerksam machen kann.

Anschließend wird das Verhältnis von Akteurin und Zuschauerin diskutiert und die Entwicklung der Rolle der Zuschauenden kurz skizziert. Performance Art setzt auf Begegnung, Konfrontation und Interaktion und möchte Zuschauende dazu animieren, „etwas“ zu tun. Die Machtverhältnisse zwischen Akteurin und Zuschauerin in herkömmlichen Aufführungen werden somit aufgehoben bzw. in Frage gestellt. Dennoch bleibt die Grundfrage der Emanzipation bestehen: „Kann man jemand anderen emanzipieren?“ (ebd., 64). Performance Art, so Firgau, setzt durch die Aktivierung der Zuschauenden auf eine gemeinsame Verantwortung für das, was passiert.

Der folgende Abschnitt thematisiert die Körperlichkeit als den zentralen Aspekt im Zusammenhang mit Grenzüberschreitungen. Der Körper ist in der Performance Art gleichzeitig Werk, Werkzeug und Material, ist gleichzeitig Subjekt und Objekt – und dennoch geht es nicht um ein Werk an sich. Performances sind eher ein Ereignis. Im Rahmen von Performance Art geht es um Selbstbefreiung und Gesellschaftskritik und den selbstbestimmten Umgang mit dem Körper, der vor allem von feministischen Performances thematisiert wurde und wird. Körperliche Grenzerfahrungen wie Schmerz verweisen auf die individuelle Ebene und auf gesellschaftliche Zusammenhänge und beinhalten daher ein großer emanzipatorisches Potenzial.

Im Anschluss greift Sophia Firgau verschiedene Aspekte der Räumlichkeit auf. Kurz wird zu Beginn auf die Unterschiede zwischen architektonischem und performativen Raum eingegangen und nachfolgend die Entwicklung bis hin zu Nutzung öffentlicher Räume nachgezeichnet. Das Ziel über die Räume des Theaters bspw. hinaus zu gehen, war das gleichberechtigte Verhältnis von Publikum und Akteuren. Politische Protest Performances nutzen diesen öffentlichen Raum, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Der körperlichen Besetzung dieser Räume kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Sophia Firgau greift in diesem Abschnitt auch die interessante Frage der möglichen Auflösung des Kunstbegriffs auf. Denn Performances zeigen heute die Tendenz der Durchmischung unterschiedlicher Praxen und Diskurse und die Differenzierung zwischen Kunst und Alltag verschwindet. Firgau betont am Ende des Kapitels das Veränderungspotenzial durch Performance Art durch ihre „räumlich-körperlichen Präsenz und ästhetischen Wirkkraft“ (ebd., 103) und sieht eine nachhaltige Wirkung – wenngleich diese unbestimmt bleibt.

Im Abschnitt Konventionen und Tabus werden diese als ein emanzipatorisches Moment der Performance Art eingeführt. Grenzüberschreitung durch Tabubrüche kann bei den Rezipient*innen individuelle selbstreflexive Prozesse anregen und zeitlich versetzte gesellschaftliche Veränderungen anstoßen. Performances versteht Firgau durch den Einsatz drastische Mittel daher als Gratwanderung und auch ethisches Spannungsfeld zwischen Schock-Trauma und Reflexion-Handeln. Dies beinhaltet auch die Gefahr der Abstumpfung durch Gewöhnung.

Nachfolgend geht Sophia Firgau auf Grenzüberschreitungen und das „Dazwischen“ ein. Das Dazwischen entsteht insbesondere dann wenn Gegensätze zusammenbrechen, sich auflösen, sich aufweichen. Performance Art bewegt sich nach Firgau genau in diesem Bereich und versucht bspw. die Gegensätze zwischen Kunst und Wirklichkeit oder Subjekt und Objekt aufzulösen, sodass sich Grenzen nicht mehr klar ziehen lassen. Diesen Raum dazwischen bezeichnet die Autorin als einen Zustand von Liminalität. Der Zwischenraum wird zum Möglichkeitsraum und die Rezipient*innen werden herausgefordert, sich damit auseinanderzusetzen. Sophia Firgau diskutiert zudem die Frage einer gelungenen Performance im Hinblick auf ihr emanzipatorisches Potenzial. Ein Kriterium sieht sie darin, inwieweit das Angebot zur Transformation angenommen wird. Inwieweit diese Veränderungsprozesse dann nachhaltig wirken bleibt offen – unwahrscheinlich erscheint es der Autorin jedoch, dass Menschen nach intensiven Schwellenerfahrungen vollständig unverändert bleiben.

Das Kapitel Vertiefung: Rezeption von Performance Art setzt sich mit der Frage auseinander „was das Besondere im Erleben von Performance Art (ist)“ (ebd., 129).

Insbesondere wird dabei das Erleben der Rezipient*innen in den Blick genommen.

Zu Beginn werden die herausgearbeiteten Besonderheiten wie Fokus auf den Prozess, Erzeugung eines Schwellenzustandes, Flüchtigkeit, etc. benannt und die damit verbundenen Abgrenzungen zu anderen Kunst-Formen dargestellt. Performance Art regt dazu an, in einem körperlichen und kognitiven Prozess „Bedeutung in einem ergebnisoffenen Prozess selbst zu kreieren“ (ebd., 133). Die im vorherigen Kapitel benannte Schwellenerfahrung, des Dazwischen, wird aufgegriffen. Diese Erfahrung des Dazwischen ist nach Firgau der eigentlich Zweck von Performance Art – denn nur dieser Prozess kann eine Selbstreflexion zur Folge haben, an den sich emanzipatorische Veränderungsprozesse anschließen.

Zentral in diesem Kapitel ist der Blick auf die Zuschauenden oder Rezipient*innen. Der Ausgangspunkt ist die Emanzipation, verstanden als ein ganzheitlicher Prozess des Wahrnehmens, Reflektierens und Handelns, die zur Selbstbestimmung führen kann. Dabei geht es um die bereits im Kapitel 5 angesprochene Intensität der Erfahrung, die einerseits notwendig ist, andererseits aber auch eine Gratwanderung darstellt. So besteht die Gefahr, dass eine Performance nicht nur eine irritierende Erfahrung sondern ein schockierende Erlebnis wird und zu einer (nicht beabsichtigen) traumatischen Krise führt.

Mit Blick auf die Rolle der Zuschauenden oder Rezipient*innen unterscheidet Firgau zwischen aktiver Zuschauerpartizipation und emanzipatorischer Ermächtigung mit dem Anspruch einer Transformation. Die Autorin leitet daraus verschiedene Fragestellungen ab und diskutiert im Anschluss z.B. die Frage der Verantwortung der Rezipient*innen und das Verhältnis zwischen Performenden und Zuschauenden. Inwieweit sind sich, fragt Firgau, die Rezipient*innen einer Performance ihrer Mit-Verantwortung für den Prozess eigentlich bewusst?

Anschließend stellt Firgau verschiedene Formen und Entwicklungen von Zuschauerpartizipation anhand konkreter Performances dar und zeigt die jeweils unterschiedlichen Ziele von emanzipatorischen Veränderungsprozessen, die durch Performance ausgelöst werden können.

Diskussionen

Der Werk von Sophia Firgau befasst sich mit einer interessanten Fragestellung, die bislang wenig aufgegriffen und verfolgt wurde. Vor allem der Einbezug des Begriffs der Emanzipation, betrachtet aus verschiedenen Disziplinen und Verwendungshintergründen, ist außerordentlich gewinnbringend für die zentrale Frage nach dem individuellen und gesellschaftlichen Veränderungspotenzial, dass durch Performance Art angestoßen werden kann.

Mit Blick auf die Lesefreundlichkeit ist das Buch sehr geeignet für an Theorie interessierte Leser*innen. Die Sprache ist akademisch geprägt. Zum Teil sind die Sätze sehr lang, und stören meines Erachtens etwas den Lesefluss – aber das ist auch eine Geschmacksfrage.

Sehr anschaulich gestaltet sich die Lektüre durch das Einbringen von vielen konkreten Beispielen aus der Performance Art. Es werden viele zentrale Performances und Personen benannt und es macht Freude sich vorzustellen, wie es wäre dabei gewesen zu sein.

An einigen wenigen Stellen wiederholen sich Inhalte, z.B. in der Darstellung der Gratwanderung, die Performances in ihrer Wirkung vollziehen (Kapitel 5 und 6). Die dadurch erzeugte Redundanz mag bewusst gewählt sein und ist oft ein Stilmittel. Ich hätte es sehr spannend gefunden eher einige der vielen interessanten angerissenen Gedankenstränge weiter zu verfolgen, bspw. die Frage der möglichen Auflösung des Kunstbegriffs, der durch die gegenseitige Annäherung und Durchdringung von Alltäglichem und Kunst entsteht (vgl. ebd., 93).

Offen bleibt die Frage der Nachhaltigkeit – und obwohl dieser Aspekt in das „Danach“ einer Performance weist, ist er meines Erachtens wichtig und grundlegend für die Frage nach dem Potenzial für Veränderungen und hätte mehr Raum zur Diskussion einnehmen können.

Aus verständlichen Gründen (die Autorin fragt nach dem Potenzial der Performance Art) bleibt die Frage nach der tatsächlichen Wirkung von Performance Art unbeantwortet. Spannend wäre es, z.B. in einer anschließenden Arbeit, die Wirkung zu untersuchen, die Performance Art auf Rezipient*innen ausübt und inwiefern diese Wirkung emanzipatorischen Charakter aufweist. Interviews mit den Performer*innen und Rezipient*innen mit einem zeitlichen Abstand zu bestimmten besuchten Performances könnten hier interessante Ergebnisse liefern.

Fazit

Das Werk von Sophia Firgau ist eine gelungene Auseinandersetzung mit der bislang wenig in den Blick genommenen Frage nach dem emanzipatorischen Potenzial der Performance Art. Gut und sinnvoll aufgebaut (Klärung zentraler Begriffe, historische Einwicklung, Bearbeitung zentrale Fragen) und mit vielen Beispielen und Bezügen zu bedeutenden Performances angereichert, wird die zentrale Frage bzw. These umkreist und letztlich mit „ja“ beantwortet. Die Lektüre des Werkes kann ich allen empfehlen, die tiefer in die Welt der Performance Art eintauchen wollen und an theoretischen Fragestellungen interessiert sind.

Obwohl Performance Art nach Firgau großes emanzipatorisches Potenzial ausweist, oder anders formuliert, die Chance beinhaltet, Veränderungsprozesse auf individueller und gesellschaftliche Ebene anzustoßen, bleibt es offen wie weit, wie lange und in welche Richtung diese möglichen Transformationsprozesse führen. Dies genauer zu untersuchen, könnte eine interessante, sich anschließende Fragestellung sein.


Rezension von
Dr. Oliver Trisch
Leitung im Zentrum für Bewegung und Kommunikation
Homepage www.zentrum-bewegung-kommunikation.de
E-Mail Mailformular


Alle 1 Rezensionen von Oliver Trisch anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Oliver Trisch. Rezension vom 08.09.2020 zu: Sophia Firgau: Das emanzipatorische Potenzial der Performance Art. ibidem-Verlag (Stuttgart) 2020. ISBN 978-3-8382-1420-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/26987.php, Datum des Zugriffs 23.09.2020.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

ISSN 2190-9245

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Über 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft.

Gehören Sie auch schon dazu?

Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren!

socialnet optimal nutzen!

Recherchieren

  • Rezensionen liefern den Überblick über die aktuelle fachliche Entwicklung
  • Materialien bieten kostenlosen Zugang zu aktuellen Fachpublikationen
  • Lexikon für die schnelle Orientierung und als Start für eine vertiefende Recherche
  • Sozial.de für tagesaktuelle Meldungen

Publizieren

  • wissenschaftliche Arbeiten
  • Studien
  • Fachaufsätze

erreichen als socialnet Materialien schnell und kostengünstig ihr Publikum

Stellen besetzen
durch Anzeigen im socialnet Stellenmarkt

  • der Branchenstellenmarkt für das Sozial- und Gesundheitswesen
  • präsent auf führenden Fachportalen
  • schnelle und preiswerte Schaltung
  • redaktionelle Betreuung