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Helmut Friedrichsmeier: Lehren und Lernen mit der Fallstudienmethode

Cover Helmut Friedrichsmeier: Lehren und Lernen mit der Fallstudienmethode. Praktische Erfahrungen aus der Betriebswirtschaftslehre und den Managementwissenschaften. UTB (Stuttgart) 2020. 116 Seiten. ISBN 978-3-8252-5385-1. 15,00 EUR, CH: 19,90 sFr.
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Thema

Didaktik im Hochschulunterricht wird als ein in zunehmendem Maße wichtiges Thema diskutiert. Dabei spielen auch im Bereich der betriebswirtschaftlichen und der Managementausbildung die Potenziale der Anwendung von Fallstudien als pädagogisch wertvolles Element der Lehre eine große Rolle.

Entstehungshintergrund

Vor dem Hintergrund seiner langjährigen persönlichen Erfahrungen mit der Anwendung von Fallstudien möchte Helmut Friedrichsmeier seine bisherigen Erkenntnisse mit interessierten Leserinnen und Lesern teilen. Er hat dazu einen kleinen Band zur Thematik des Lehrens und Lernens mit der Fallstudienmethode veröffentlicht.

Autor

Helmut Friedrichsmeier ist emeritierter Professor für Management. Er lehrte an der Wiener Wirtschaftsuniversität sowie an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen in Österreich und Deutschland.

Aufbau und Inhalte

Die Publikation enthält vier Abschnitte.

Unter der Überschrift „Die Fallstudienmethode in der akademischen Lehre – eine Positionierung“ erinnert sich der Autor in einem ersten Abschnitt zunächst an seine erste Lehrveranstaltung mit dieser Methode und gibt einige Hinweise zur richtigen, d.h. pädagogisch wertvollen, Anwendung. Dabei geht es ihm auch um Fragen der Entscheidung in Lehrkontexten und in der Praxis des Managements. Allzu häufig, so die Einschätzung von Helmut Friedrichsmeier, werden Entscheidungen allein vom Bauch getragen, sodass man zumindest im Seminarzusammenhang sich die Frage zu stellen hat, wie ein Weg zur Lösung nachvollziehbar entstehen bzw. wie man ihn rekonstruieren kann. In diesem ersten Abschnitt geht es aber auch um Aspekte wie das richtige Schreiben einer Fallstudie, die möglichen didaktischen Zielsetzungen dieses Ansatzes, die Fallstudienmethode in der Prüfung – und natürlich um die die verschiedenen Ausprägungen der Fallstudienmethode.

Im zweiten Abschnitt „Exemplarische Arbeit mit einer Fallstudie im Lehrsaal“ werden zwei Fallstudien vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine Aufsichtsratssitzung in einer Maschinenfabrik sowie um eine missglückte Sendung in einer Medienanstalt. Helmut Friedrichsmeier nutzt diese beiden Fallstudien, um im Anschluss an die Präsentation einen verfahrensgestützten Vorgehensvorschlag für die beiden Beispiele zu unterbreiten. Dabei stehen Fragen bzw. Probleme wie „Warum konnte das Problem entstehen?“, „Wer trägt die Verantwortung?“ und „Welche Konsequenzen bei Personen und in der Organisation sind zu ziehen?“ im Raum. Schließlich werden auch Überlegungen zur Frage nach der Verantwortung im operativen Management, zu Abläufen bzw. Prozessen etc. aufgeworfen bzw. thematisiert.

Im dritten Abschnitt „Was noch anzumerken ist“ schöpft Helmut Friedrichsmeier noch weiter in seinem Erfahrungsschatz und widmet sich der Vorbereitung einer mit Fallstudien arbeitenden Lehrveranstaltung, der ersten Stunde sowie möglichen Fragen und Problemen Zuge einer laufenden Lehrveranstaltung. Thematisiert werden hier Faktoren wie Gruppenarbeit, Leistungsbewertung, Diversität im Lehrsaal, Zeitmanagement, die Rolle von Gastvortragenden bis hin zu Feedback und Evaluation der Lehre.

Der vierte und letzte Abschnitt ist kurz und überschrieben mit „Vitality and Growth Throughout Your Teaching Career“ als engagiertes Plädoyer für lebenslange Agilität und erwartungsvolle Freude bei der Weiterentwicklung von pädagogischen Konzepten an Hochschulen zu verstehen. Ziel der Lehrenden sollte es, so der Autor, bleiben, „neugieriges Interesse und Freude am Lernen bei den Schülern zu wecken“.

Diskussion

Es ist nach unserer Einschätzung mit dieser Publikation durchaus möglich, an einer Weiterentwicklung von Hochschullehre interessierten Leserinnen und Leser von den Potenzialen der Fallstudienmethode zu überzeugen sowie zu vermitteln, welche Faktoren für den erfolgreichen Einsatz dieses Instruments in der Lehrpraxis von Bedeutung sind. Natürlich können auf gerade einmal 116 Seiten nicht alle Aspekte dieser Methode zur Sprache kommen oder gar geklärt werden. Wir denken aber, dass es insbesondere für thematische Einsteigerinnen und Einsteiger lohnenswert ist, diesen Band zu lesen und sich mit dem Einsatz der Fallstudienmethode in ihrer Lehre zu befassen. Helmut Friedrichsmeier ist zweifellos ein guter Botschafter für diesen Ansatz.

Fazit

Eine instruktive und gut lesbare Einführung in die Fallstudienmethode für die BWL- und Managementlehre.


Rezension von
Prof. Dr. Harald Christa
Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule Dresden mit Schwerpunkt Sozio-Marketing, Strategisches Management, Qualitätsmanagement/ fachliches Controlling.
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Zitiervorschlag
Harald Christa. Rezension vom 23.09.2020 zu: Helmut Friedrichsmeier: Lehren und Lernen mit der Fallstudienmethode. Praktische Erfahrungen aus der Betriebswirtschaftslehre und den Managementwissenschaften. UTB (Stuttgart) 2020. ISBN 978-3-8252-5385-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27193.php, Datum des Zugriffs 30.10.2020.


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