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Andreas Reckwitz: Das hybride Subjekt

Cover Andreas Reckwitz: Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne. Suhrkamp Verlag (Berlin) 2020. 709 Seiten. ISBN 978-3-518-29894-7. D: 30,00 EUR, A: 30,90 EUR, CH: 40,90 sFr.

Reihe: suhrkamp taschenbuch wissenschaft - 2294.
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Thema und Hintergrund

Große Krisen, wie die momentane „Corona-Krise“, können bekanntlich Schmerz, Leid und Schlimmeres erzeugen, zu Irritationen führen, bisherige Deutungen infrage stellen, neue Sichtweisen herausfordern, Proteste veranlassen, mit großen Transformationen verbunden sein, vielleicht auch eine neue Epoche einläuten oder alles beim Alten lassen. Man könnte auch fragen, ob die Covid-19-Pandemie den Kapitalismus und die Menschen verändern werde, eine neue Kultur des Sozialen einfordere oder – wovon Andreas Reckwitz im vorliegenden Buch schreibt – einen radikalen Wandel dominanter Subjektformen bzw. Subjektkulturen anstoßen könne.

Aber darum geht es in diesem Buch nicht. Es handelt sich um eine überarbeitete Neuauflage des gleichnamigen Buches aus dem Jahre 2006 (ein 2010 erschienener unveränderter Nachdruck der Erstausgabe des Buches wurde hier von Gregor Husi rezensiert: https://www.socialnet.de/rezensionen/​13707.php), die zwar in Mitten der Krise erschien, mit der ihr Autor aber ganz andere Ambitionen verbindet. Andreas Reckwitz weigert sich, „kurzatmige Zeitdiagnosen zu produzieren, radikale Strukturbrüche zu behaupten oder Endzeitszenarien zu entfalten“ (S. 18). Stattdessen sieht er einstweilen – zumindest – die Aufgabe der Soziologie darin, „die longue durée … [der] langfristigen, sozialen, wirtschaftlichen, politischen, technologischen, kulturellen und ökologischen Transformationsprozesse herauszuarbeiten“ (ebd., Hervorh. im Original). Andreas Reckwitz, beansprucht, eine historisch-systematische Kulturtheorie zu entwickeln, in deren Mittelpunkt die Wandlungen, Widersprüche, Friktionen und Gegenentwürfe der dominanten Subjektformen (oder Subjektkulturen) in der Zeit von der bürgerlichen Moderne über die industrielle Moderne bis hin zur Postmoderne stehen. Mithin ein anspruchsvolles Vorhaben, das mit gegenwärtigen faktischen, kontrafaktischen oder postfaktischen Krisenirritationen scheinbar wenig zu tun haben scheint.

Autor

Andreas Reckwitz ist Professor für Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuvor hatte er gleichnamige Professuren in Konstanz und Frankfurt an der Oder inne. Er studierte zwischen 1989 und 1995 Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie in Bonn, Hamburg und Cambridge. 2005 habilitierte er mit einer Arbeit, die dem hier zu besprechenden Buche zugrunde liegt. Neben dem „Hybriden Subjekt“ wurden auch seine Bücher „Die Erfindung der Kreativität“ (erschienen 2012) und „Die Gesellschaft der Singularitäten“ (2017) hochgelobt und mit Preisen ausgezeichnet.

Inhalt

In vier schwergewichtigen Teilen, einem Vorwort zur Neuauflage, einem, den vier Teilen vorangestellten Kapitel über die „Frage nach dem Subjekt in der Moderne“ sowie einem abschließenden Kapitel zu den Wegen einer „dekonstruktiven Kulturtheorie“ arbeitet Andreas Reckwitz die Subjektordnungen heraus, „in denen definiert und praktiziert wird, was es heißt, ein Subjekt zu sein“ (S. 12). In seiner Lektüre hat der Rezensent vor allem nach Anschlussmöglichkeiten zu seinen professionellen Sprachspielen und den seines Denk- und Sprachkollektivs gesucht. Das ist im Weiteren zu beachten.

Im Vorwort zur Neuauflage des Buches beschreibt Reckwitz die Zusammenhänge des „Hybriden Subjekts“ mit den o.g. zwei anderen Büchern aus 2012 bzw. 2017. Alle drei Bücher seien als Beiträge zu einer Kultur- und Gesellschaftstheorie zu lesen, wobei „Das hybride Subjekt“ den Hintergrund für die Darlegungen in den zwei anderen Büchern liefert. Die Kernfrage, die im „Hybriden Subjekt“ beantwortet werden soll, lautet: „Welche in sich widersprüchlichen Subjektordnungen haben die bürgerliche Moderne, die organisierte Moderne und die Postmoderne hervorgebracht, und welche Rolle spielen bei diesem kulturellen Wandel seit der Romantik die ästhetischen Bewegungen?“ (S. 8). Dass die Spät- oder Postmoderne nicht das Ende der Geschichte markiert und was danach kommen könnte, ist auch für Reckwitz eine offene Frage. Ob die politischen Bewegungen des Populismus, der Klimawandel oder die Digitalisierung eine neue Epoche einläuten und damit neue Subjektordnungen oder neue Subjektformen etablieren könnten, hält Reckwitz zwar für Themen, die des Fragens würdig sind, aus sozialwissenschaftlicher Sicht aber momentan eher zum Bereich reizvoller Spekulationen gehören (S. 18). Schade, dachte der Rezensent, hatte er doch gehofft, vom renommierten Soziologen auch Antworten, vielleicht sogar Visionen über potentielle Entwicklungen zu bekommen, ohne gleich zum Arzt gehen zu müssen. Aber der praxeologische Ansatz, mit dem Andreas Reckwitz arbeitet, verbietet möglicherweise ein derartiges Arbeiten an Zukunftsentwürfen (allerdings scheint die Kultursoziologie im Sinne von Andreas Reckwitz auch Aussagen über die langfristige Entwicklung kultureller Ordnungen in der Moderne machen zu wollen, z.B. Reckwitz, 2010). Und das ist zunächst einmal zu respektieren.

Das den vier Haupteilen vorangestellte Kapitel trägt den Titel „Die Frage nach dem Subjekt in der Moderne“. Es ist ein wichtiges Kapitel, erschließen sich doch hier schon die komplexen Spannungsverhältnisse, die Reckwitz aufzudröseln versucht. Was ist das Subjekt? Was sind Subjektkulturen oder Subjektformen? Welche Subjektkulturen entstehen in der Moderne? Usw. Auch die Forschungsdesiderata, die im Buch nicht behandelt werden oder zu kurz kommen, werden genannt. Aber im Einzelnen:

  • Es geht im Buch nicht um Individuen, um den einzelnen Menschen mit seinen psychischen Dispositionen, seinen Wahrnehmungsgewohnheiten, Denkprozessen, Emotionen und Motivationen oder Verhaltenssequenzen. Es geht um das Subjekt und die Subjektformung in der modernen Kultur. „Das Subjekt ist hier nicht das Individuum, sondern die sozial-kulturelle Form der Subjekthaftigkeit, in die sich der Einzelne einschreibt. Damit dieser zu einer handlungsfähigen, vernünftigen, eigeninteressierten oder sich selbst entfaltenden Instanz, mithin zum Subjekt im Sinne der liberalen Emanzipationsgeschichte wird, muss er spezifische kulturelle Kriterien einer als handlungsfähig, vernünftig, eigeninteressiert, sich selbst entfaltend anerkannten Subjekthaftigkeit verinnerlichen“ (S. 22 f., Hervorh. im Original). Das Subjekt ist nicht das denkende Subjekt, das nach Immanuel Kant die Ordnung der Welt nach seinen eigenen Prinzipien schafft; es ist auch nicht jenes Ich, dessen Sein – nach Johann Gottlieb Fichte – vermöge seines bloßen Seins gesetzt ist. Es ist das Subjekt, dessen Subjekthaftigkeit in kulturelle Praktiken und Codes vergegenständlicht ist. Reckwitz beruft sich, um seine Begriffe von Subjekt und Subjektform, respektive Subjektkultur zu explizieren, vor allem auf die Poststrukturalisten, wie Pierre Bourdieus, Michel Foucault, Jacques Derrida oder Jean-François Lyotard.
  • Die Frage nach dem Verhältnis von Individuum, Subjekt und Kultur wurde übrigens – und diese Reminiszenz erlaubt sich der Rezensent an dieser Stelle einfach mal – in der 1970 und 1980 Jahren auch in der marxistischen Persönlichkeits- und Sozialpsychologie kontrovers diskutiert. Anlass war die vom französischen Philosophen Lucien Sève (1973) geäußerte Kritik an den diversen marxistischen Interpretationen der berühmten 6. These über Feuerbach (Marx, 1969, Original: 1845. In Auseinandersetzung mit verschiedenen Verballhornungen der These entwickelte Sève das Konzept der gesellschaftlichen Individualitätsformen. Es handele sich dabei um „[…] notwendige Aktivitätsmatrizen, die den Individuen objektiv bestimmte gesellschaftliche Charaktere aufprägen“ (Sève, 1973, S. 267; Hervorh. im Original). Die Kritischen PsychologInnen um Klaus Holzkamp griffen dieses Konzept auf, um grundlegende Prozesse der Persönlichkeitsentwicklung zu erklären. Ein konkretes Individuum bringe zunächst nichts Anderes mit als seine biologische Ausstattung. Erst in der Auseinandersetzung mit und in der Aneignung der gesellschaftlichen Individualitätsformen entwickle sich das Individuum zur Persönlichkeit (siehe z.B. Holzkamp-Osterkamp, 1981, S. 217 ff.). Nun mag man genügend Einwände finden, um die Behauptung zurückzuweisen, dass es sich bei diesen gesellschaftlichen Individualitätsformen tatsächlich um objektiv bestimmte Anforderungen und Haltungen handelt. Die Annahme, dass sich die gesellschaftlichen Formen der Individualität und die konkreten Lebensäußerungen der Menschen unterscheiden und die Menschen sich die gesellschaftlichen Formen aneignen können und müssen, um handlungsfähig zu sein, ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Und diese Annahme scheint aus Sicht des Rezensenten gar nicht so fern von den Subjektformen und -kulturen, um die sich das Buch von Andreas Reckwitz dreht.
  • Drei dominante Modernitätskulturen spielen im Buch die zentrale Rolle: die bürgerliche Moderne des 18. und 19. Jahrhunderts, die organisierte Moderne der 1920er bis 1970er Jahre und die Postmoderne von den 1980er Jahren bis zur Gegenwart. Die in diesen Kulturen wirksamen, teils widersprüchlichen Subjektformen werden durch Alltagspraktiken hervorgebracht (sind also keine objektiv bestimmten Verhältnisse, wie im o.g. Konzept von Sève) und können auch nur anhand dieser Praktiken rekonstruiert werden (S. 28 f.).
  • Andreas Reckwitz beginnt seine Analyse mit dem Beginn der Moderne. Spezifische Alltagspraktiken in frühzeitlichen Kulturen oder in der Renaissance werden nicht betrachtet. Sie gehören zu den Forschungsdesiderata, von denen Reckwitz weiß (S. 41 f.), auf die er aber ebenso wenig eingeht, wie auf Subjektkulturen der ländlichen Bevölkerung oder der Handwerker und Arbeiter im 18. und 19. Jahrhundert. Auch Alltagspraktiken in Politik, Recht, Bildung, Erziehung oder Religion, in denen sich durchaus auch Gegenkulturen oder ganz unterschiedliche Subjektformen entwickeln konnten, werden von Reckwitz als zukünftige Forschungsthemen benannt, aber nicht untersucht. Und die wichtigste Einschränkung, auf die er hinweist, ist seine Fokussierung auf den „Westen“, auf die europäisch-nordamerikanische Kultur und deren Alltagspraktiken.

Und damit nun zu den Hauptteilen des Buches.

Teil 1: Subjektanalyse und Kulturtheorie: Zur Rekonstruktion von Subjektkulturen

In diesem Kapitel präsentiert Andreas Reckwitz die theoretischen Begrifflichkeiten, die methodologischen Grundlagen und methodischen Werkzeuge seiner Analysen.

  • Subjekte, so wird noch einmal betont, sind „[…] keine psychisch-mentalen Systeme, nicht der »innere Kern« von Individuen oder individuelle Bewusstseinsströme“ (S. 46). Das Subjekt ist eine sozial-kulturelle Form, ein „[…] kontingentes Produkt symbolischer Ordnungen, welche auf sehr spezifische Weise modellieren, was ein Subjekt ist, als was es sich versteht, wie es zu handeln, zu reden, sich zu bewegen hat und was es wollen kann“ (S. 47). Aber es gibt das Subjekt auch als einzelnes (siehe unten).
  • Um kulturell produzierte und sich produzierende Subjekte zu analysieren, müssen die symbolischen Ordnungen und Sinnstrukturen einer Kultur untersucht werden. Kultur, so Reckwitz (S. 48) sei ein „Geflecht von Sinnmustern“ bzw. Codes. Diese Codes finden sich in den sozialen Praktiken. Eine Praktik sei – im Gegensatz zu einer Handlung – eine geregelte, typisierte, von Kriterien angeleitete Aktivität. Unterscheiden lassen sich intersubjektive (z.B. Gespräche), interobjektive (z.B. handwerkliche Arbeiten) und selbstreferentielle Praktiken (z.B. biografische Selbstreflexionen) (S. 51).
  • Der bis dahin deutliche soziologische Fokus kommt ins Wanken, wenn Andreas Reckwitz wenig später formuliert, dass das Subjekt aus praxeologischer Perspektive „ein Bündel von Dispositionen“ darstelle (S. 52; Hervorh. im Original). Das körperliche Wesen werde dadurch, dass es sich in Praktiken trainiere zum Subjekt im Sinne des besagten Bündels. Zu den Dispositionen des Subjekts gehören Know-How-Wissen (in der Psychologie nennt man es prozedurales Wissen), Deutungswissen sowie Motiv- und Affektkomplexe (S. 54). Der Rezensent war erstaunt ob der Nähe zwischen soziologischen und psychologischen Sprachspielen; zumal Andreas Reckwitz die Ähnlichkeit zwischen „dispositionaler Subjektstruktur“ und dem von Norbert Elias und Pierre Bourdieu stark gemachten Begriff des Habitus aufruft, mit dem in der Psychologie verwendeten Begriff der Persönlichkeit aber wohl nichts anfangen kann.
  • Und dann ist da noch die Unterscheidung von Subjekten und Subjektformen. Subjekte seien immer Träger von Subjektformen, die wiederum – in ihrer Abstraktion – die „Typisierungen eines »social character«. Das einzelne Subjekt sei ein spezifischer, sozial geformter und sich formender Körper und Geist; die Subjektform dagegen ein körper- und geistloses Korrelat des sozial geregelten Praktikenkomplexes (S. 55 f.). Der hier en passant eingeführte Begriff des social character hätte mehr Zuwendung verdient, zumindest, um die Anschlussfähigkeit der psychologisch interessierten und informierten Leserinnen und Leser zu wecken. So besitzt der von Erich Fromm 1941 (also noch vor David Riesman, auf den Andreas Reckwitz auch verweist, S. 24) stark gemachte Begriff des social character (im Deutschen: Gesellschafts-Charakter) nicht nur viel Ähnlichkeit mit den o.g. Individualitätsformen (vgl. z.B. Fuchs, 2013), sondern auch mit den Subjektformen. Bei Fromm heißt es u.a.: Der Gesellschafts-Charakter […] umfasst den wesentlichen Kern der Charakterstruktur der meisten Mitglieder einer Gruppe, wie er sich als Ergebnis der grundlegenden Erfahrungen und der Lebensweise dieser Gruppe entwickelt“ (Fromm, 1999, S. 379; Hervorh. im Original). Aber vielleicht sieht der Rezensent auch mehr, als tatsächlich vorhanden.
  • Für die weitere Analyse konzentriert sich Reckwitz auf drei Praktikenkomplexe, um den Subjektformen bzw. Subjektkulturen (ist die Unterscheidung wichtig?) in der bürgerlichen Moderne, der organisierten Moderne und der Postmoderne auf die Spur zu kommen: auf die Praktiken der Arbeit, den privaten und persönlichen Beziehungen und den selbstreferentiellen Praktiken. Vorausgesetzt und anzunehmen ist, dass es in den drei Epochen oder Perioden mehr oder weniger dominante, auch rivalisierende Subjektformen zu geben scheint. Reckwitz (S. 84) unterscheidet hegemoniale (z.B. das Bürgertum in der bürgerlichen Moderne), subhegemoniale (z.B. das Kleinbürgertum), nicht-hegemoniale (z.B. das ländlich-agrarische Milieu) und anti-hegemoniale Subjektformen (z.B. die Romantik). Darauf wird noch zurückzukommen sein.

Teil 2: Bürgerliche Moderne und Romantik: Das moralisch-souveräne Allgemeinsubjekt und das expressive Individualsubjekt

Der Titel dieses Teils zeigt es an: Die dominante Subjektform der bürgerlichen Moderne sei das moralisch-souveräne Subjekt, das sich im Gegensatz zur aristokratischen Kultur und der Volkskultur positioniert.

  • In der Arbeitssphäre entwickele sich ein selbstständiges Berufssubjekt, dessen moralische Prinzipien auf Mäßigung, Transparenz und Zweckhaftigkeit fußen. Die bürgerliche Intimsphäre sei gekennzeichnet durch Praktiken „[…] des gebildeten Gesprächs, der emphatischen Fremd- und Selbstpsychologisierung sowie in einer Innenwelt sympathisch-empfindsamer Gefühle“ (S. 118). Zu den selbstreferentiellen Praktiken des bürgerlichen Subjekts gehören Praktiken des Schreibens (z.B. von Tagebüchern), des einsamen Lesens (von Autobiografien, bürgerlichen Romanen) und der alltäglichen Selbstbeobachtung bzw. der inneren Reflexion. Wie gesagt, es geht um das bürgerliche Subjekt und die entsprechenden Subjektformen in der bürgerlichen Moderne des 18. und 19. Jahrhunderts in Europa und um die „[…] Subjektkulturen des Wirtschaftsbürgers, des Bildungsbürgers und der Vertreter der freien Berufe“ (S. 141). Das Adelssubjekt und die christliche Religiosität bilden dabei einerseits die Gegenentwürfe der bürgerliche Subjektform und andererseits die Quellen für die bürgerliche souveräne Selbstregierung sowie für die eigenen Moralvorstellungen.
  • Dass das bürgerliche Subjekt, nicht unbeeinflusst von der Welle der Aufklärung, der Französischen Revolution von 1789 und den Napoleonischen Kriegen, auch ein aufbegehrendes Subjekt war und – zwar mit sich uneinig – die Revolution von 1848 initiierte, wird von Reckwitz nicht erwähnt und gehört wohl zu den von ihm genannten Forschungsdesiderata, sollte aber dennoch ebenso mitgedacht werden wie das prägende Verhältnis des bürgerlichen Subjekts zu seinem kapitalen Eigentum. Der Rezensent bezweifelt auch den Befund, das bürgerliche Arbeitssubjekt richte sich „[…] gegen eine Form des Sozialen, in der die Diskursnormen der Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Richtigkeit außer Kraft gesetzt sind […]“ (S. 138). Es scheint dies eher eine Beschreibung der bürgerlichen Subjektform und weniger des Subjekts – also eine typisierte Beschreibung des Was-sein-soll. Aber das weiß Andreas Reckwitz und betont verschiedentlich die nur scheinbare widerspruchsfreie Form der bürgerlichen Subjektkultur und die Friktionen des bürgerlichen Subjekts.
  • Zu den widersprüchlichen Facetten der bürgerlichen Subjektkultur gehört auch das Stereotyp vom „jüdischen Subjekt“, worauf Reckwitz ebenfalls, wenn auch kurz hinweist. Dieses Subjekt „[…] erscheint als paradigmatischer Vertreter eines mobil-fluiden, dabei scheinbar unberechenbaren Marktsubjekts ohne fixen Kern, und zwar sowohl in Form einer kleinbürgerlich-unbürgerlichen Kleinhändlerschaft als auch in jener eines spekulationsorientierten Finanzkapitalisten“ (S. 140). Diese abstrakte und simplifizierende Beschreibung der Judenfeindlichkeit im 19. Jahrhundert hat den Rezensenten nun aber doch geärgert, sodass er den Leserinnen und Lesern eine erneute Abschweifung zumuten muss. Es handelte sich ja nicht nur um ein Stereotyp, das von einzelnen „aufgeklärten“ bürgerlichen Subjekten bedient und verbreitet wurde, beispielsweise von Immanuel Kant) (z.B. Kant, AA, Band VII, S. 205, vgl. auch Vorländer, 1993, Band 2, S. 74) oder Johann Gottlieb Fichte (Fichte, 1965, S. 150; Original: 1793). Viel entscheidender als derartige Stereotype und entlarvender für die bürgerliche Subjektkultur sind judenfeindliche Handlungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Inszenierung der kalkulierten Judenverfolgung begann mit den „Hepp-Hepp – Jud’ verreck“ – Rufen und den darauffolgenden Überfällen auf Juden am 3. August 1819 in Würzburg. Die Pogrome setzten sich in ganz Deutschland fort, erreichten Krakau, Graz und Wien und Kopenhagen und Helsingfors. Zwischen 1819 und 1848 fanden fast in jedem Jahr irgendwo in Deutschland judenfeindliche Unruhen, Plünderungen, Misshandlungen und Synagogenverwüstungen statt. Yaacov Ben-Chanan (1997, S. 6) gibt folgende Aufzählung wieder: 1820, 1821, 1826 in Würzburg, 1830 in München, Hamburg, Hanau, Breslau, Mannheim, Karlsruhe, 1831 in Breslau und Reichhall, 1833 in Mühlbach/​Baden, 1834 im Rheinland, 1835 in Hamburg, 1843 in Karlsruhe, 1844 wieder in Breslau, 1845 in Regensburg, 1846 in Buchau, 1847 in Berlin und Paderborn, 1848 in 130 Städten in ganz Europa.
  • Mit antijüdischen Stereotypen konterkarierten bekanntlich auch die Romantiker offizielle, staatliche Bemühungen, den Juden „Emanzipation“, also Gleichberechtigung zu ermöglichen (vgl. Brentano, 1811; ausführlich auch: Nienhaus, 2003). Die Romantiker produzieren, nach Reckwitz (S. 213 ff.), aber auch eine Subjektform, die im krassen Widerspruch zur bürgerlichen Subjektkultur steht. Mit der Fokussierung auf die Individualität, die Kreativität, das innere Erleben, auf romantische Praktiken, wie die Naturbetrachtung oder die „romantische Liebe“ usw. richtet sich diese Subjektform gegen die bürgerliche Zweckrationalisierung. Das mag sein. Der Rezensent hätte an dieser Stelle aber auch gern erfahren, inwieweit die Subjektkultur der Romantik nicht nur die ästhetischen Orientierungen und Bewegungen der Nachzeiten beeinflusst hat, sondern einen besonderen Nationalismus beförderte, der doch auch ein Merkmal des bürgerlichen Subjekts zu sein scheint. Dabei denkt der Rezensent nicht nur an die Kritik, mit der Heinrich Heine die Romantik erledigte, aber eben auch an diese (siehe auch Heine, 1968, z.B. S. 185; Original: 1836).

Teil 3: Ästhetischer Modernismus und organisierte Moderne: Avantgarde-Subjekt und nach-bürgerliches Angestelltensubjekt

„Die Dominanz der bürgerlichen Subjektkultur und mit ihr die der bürgerlichen Moderne erodierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts“ (S. 282). Und die damit sich abzeichnende „Krise des bürgerlichen Zeitalters“ wird vor allem durch drei Elemente vorangetrieben: „den Strukturwandel der materiell-technologischen Kultur, neue humanwissenschaftliche Interdiskurse und ein Konglomerat von radikalen sozial-kulturellen, insbesondere ästhetischen Gegenbewegungen“ (ebd.). Zu den Gegenbewegungen gehörten auch die mit der Industrialisierung anwachsende Arbeiterbewegung und die damit einhergehenden Widersprüche mit und in der bürgerlichen Subjektkultur (vgl. zum Beispiel: Kocka, 2015).

  • Das 20. Jahrhundert ist die Zeit des Angestelltensubjekts, das bis in die 1960er Jahre der hegemoniale Soziallcharakter im „Westen“ bleiben wird. Und dieser Westen ist vor allem eine Kultur des Amerikanismus (S. 290). Das nach-bürgerliche Angestelltensubjekt trainiere sich im social adjustment, also in der psychosozialen Anpassung an das Kollektiv und gleichzeitig in einer personality salesmanship unter den Bedingungen von Hierarchien. Es orientiere sich extrovertiert an den Standards seiner Bezugsgruppe, betreibe impression management und nutze audiovisuelle Medien (Kino, Fernsehen), um sich in Zerstreuung zu üben (S. 294 ff.).
  • Die sozialistische und die faschistische Subjektkultur seien keine simplen Gegenmodelle zur westlich-amerikanischen Angestelltenkultur, sondern besäßen ähnliche oder vergleichbare Arbeitspraktiken, Praktiken der persönlichen Beziehungen und Selbstpraktiken (S. 291 f.). Das ist aus Sicht des Rezensenten eine starke und gehaltvolle Hypothese, die es verdient hätte, mit Primär-Empirie unterfüttert zu werden.
  • Besonders interessant fand der Rezensent die in diesem Zusammenhang von Andreas Reckwitz thematisierte Rolle der neuen humanwissenschaftlichen Subjektdiskurse, die in den 1920er und 1930er Jahren vom „scientific management“ Frederick Taylors und vom „human-relation-Ansatz“ Elton Mayos angestoßen wurden. Wichtig und interessant ist es natürlich, darauf hinzuweisen, dass derartige Subjektdiskurse auch durch sozial- und humanwissenschaftliche Forschungen in Deutschland und Europa forciert wurden. Beispiele: Dazu gehören Studien zum Ringelmann-Effekt (Ringelmann, 1913), der darauf verweist, dass Menschen in einer Gruppe u.U. weniger leistungsfähig sind als in Situationen, in denen sie als Einzelpersonen tätig sind. Auch die im Jahre 1913 vom Wundt-Schüler Walther Moede (1920) durchgeführten Experimente sind erwähnenswert, in denen u.a. der Einfluss von Einzel- und Gruppenarbeit auf psychische Leistungen untersucht wurde. 1922 veröffentlicht Willy Hellpach mit Richard Lang eine kleine Schrift mit dem Titel „Gruppenfabrikation“ (Lang & Hellpach, 1922). Richard Lang hatte bei Daimler-Benz Fabrikationsgruppen eingerichtet, die in Teamarbeit größere Teile eines Autos relativ autonom herstellten. Diese Art der Produktion verstanden Lang und Hellpach auch als Alternative zum Taylorismus. In Berlin arbeitete Kurt Lewin in den 1920er Jahren gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen an verschiedenen motivationspsychologischen Themen; so erforscht er u.a. das Phänomen der psychischen Sättigung, das entstehen kann, wenn bestimmte Tätigkeiten häufig wiederholt werden (Karsten, 1928). In der modernen Psychologie werden diese Arbeiten auch gern als Vorläufer der Burnout-Forschung betrachtet. Der Rezensent erwähnt diese Beispiele nicht, um sein sozialpsychologisches Wissen zu offerieren, sondern um darauf hinzuweisen, dass wichtige Akteure der humanwissenschaftlichen Subjektdiskurse noch vor der Amerikanisierung des „Westens“ bereits Grundlagen eben dieser Diskurse in Europa gelegt haben. Einige dieser Akteure konnten, nachdem 1933 im Nazi-Deutschland das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ verabschiedet wurde, in die USA, nach Großbritannien oder nach Palästina emigrieren. Dort wurden sie, Karl und Charlotte Bühler, Siegmund Freud, Erich Fromm, Fritz Heider, Marie Jahoda, Paul F. Lazarsfeld, Kurt Lewin, Leo Löwenthal, Erich Neumann, Max Wertheim und ein paar wenige mehr zu Protagonisten einer neuen Subjektwissenschaft, in der auch der „Code des Sozio-Technischen“ (S. 343) eine wichtige Rolle spielt oder spielte.
  • Das Angestelltensubjekt der organisierten Moderne ist in seiner Form nicht ohne die ästhetischen Gegenbewegungen möglich geworden, die sowohl das bürgerliche Subjekt als auch das nachbürgerliche Angestelltensubjekt zur Zielscheibe ihrer Inszenierungen gewählt haben. Andreas Reckwitz betont dabei vor allem die verschiedenen Avantgarde-Bewegungen, die mit ästhetischen, expressionistischen, futuristischen, dadaistischen oder surrealistischen Inszenierungen und Selbstdarstellungen vor allem in den Metropolen des „Westens“ die Alltagspraktiken des Angestelltensubjekts verunsicherten.
  • Nicht nur deshalb stecken im Angestelltensubjekt genügend Ambivalenzen. Einerseits scheint die Angestelltenkultur eine soziale Anpassung an die Normen der Arbeitsorganisationen und der peer society einzufordern; andererseits entstehe dadurch auch ein Sinn für individuelle Differenzen, für das Besondere des Eigenen, könnte man sagen (S. 435). „Indem die organisationelle Praxis eine beständige Leistungsbewertung des Einzelnen im Vergleich zu den anderen betreibt und dieser sich aufgrund seiner Leistung im Vakanzwettbewerb um freie Positionen bewähren muss, wird in ihm ein kompetitiver Sinn für das Individuelle dieser Leistungen herangezüchtet“ (S. 436 f.). Ob es sich dabei wirklich um eine Züchtung am Einzelnen handelt, mag bezweifelt werden. Gesellschaftliche und organisationelle Herrschafts-, Macht- und Autoritätsverhältnisse beeinflussen das Fühlen, Denken und Handeln Einzelner bekanntlich nur vermittelt. Die Annahme einer deterministischen Wirkung von gesellschaftlichen Verhältnissen auf individuelle Beschaffenheiten – oder umgekehrt – würde (man verzeihe diese Reminiszenz) zu „irrigen Resultaten … [führen], weil sie notwendige Mittelglieder überspringt“ (Marx, MEW, Band 26.2., S. 161 f.). Aber vielleicht hat der Rezensent auch dieses Zitat nicht im Sinne von Andreas Reckwitz verstanden und es sind eher die paradoxen Formen des Angestelltensubjekts gemeint, die im neoliberalen Kapitalismus für eine Aneignung zur Verfügung stehen (vgl. auch Honneth, 2002).

Teil 4: Die kulturrevolutionäre counter culture und die Formation der Postmoderne: Gegenkulturelles Subjekt und Kreativsubjekt

Die organisierte Moderne und ihre Angestelltenkultur gerieten Ende der 1960er Jahre ins Wanken. „1968 verdichten sich die kulturrevolutionären Bewegungen, die in Westeuropa und Nordamerika gegen die als konformistisch und unauthentisch wahrgenommene Angestelltenkultur opponieren“ (S. 443). Eine dritte Subjektform tritt – nach der bürgerlichen und der organisierten Moderne – auf den Plan und wird vor allem von der hochqualifizierten neuen Mittelklasse getragen. Es beginnt „[…] die neue Hegemonie eines konsumtorischen Kreativitätssubjekts“ (S. 444; Hervorh. im Original) der Postmoderne.

  • Umberto Eco, der mit seinen Arbeiten ebenfalls dem Postmodernismus huldigte, meint, „dass »postmodern« keine zeitlich begrenzbare Strömung ist, sondern eine Geisteshaltung oder, genauer gesagt, eine Vorgehensweise, ein Kunstwollen. Man könnte geradezu sagen, dass jede Epoche ihre eigene Postmoderne hat“ (Eco, 1986, S. 77; Hervorh. im Original). Diese, wenn man so will, Geisteshaltung wird nach Reckwitz vor allem von den counter cultures, ihren Codes und Praktiken getragen (S. 445).
  • Stichworte, auf denen die neuen Codes und Praktiken verweisen: neue Formen des Begehrens, der Lust und der Geschlechterkonstruktion irritieren; postmoderne Kunst (z.B. in der Pop-Art, den Happenings, der Literatur oder im Film) provozieren nicht nur die Kultur des Angestelltensubjekts, sondern stellen auch die Eindeutigkeit diverser Subjektformen in Frage; das gilt auch für die Pop- und Rock-Musik, die sexuelle Revolution oder für den Spaß an uneingeschränkter Kreativität.
  • Ebenso wie in der organisierten Moderne hat auch in der Postmoderne die Psychologie einen prägenden Einfluss auf das neue Subjektverständnis, zum Beispiel die Motivationstheorie von Abraham Maslow (S. 447), neue Theorien der sozialen Identität und des Selbst (z.B. Tajfel, 1982; Gergen, 1985, 1991) oder die radikal-konstruktivistischen Ansätze in der Neuropsychologie.
  • Expressive Subjektivität und Selbstverwirklichung gehören zu den wichtigen Merkmalen der postmodernen Subjektformen, die aber auch nicht ohne Friktionen sind (S. 605 ff.). Zum Beispiel: „Das Subjekt wird einerseits darin geübt, sich im Sinne der Selbstkreation zu modellieren, gleichzeitig jedoch sich in der Darstellung auf den Märkten sozial nachgefragter individueller Differenzen zu formen“ (S. 609 f.).
  • Und ganz frei von den Subjektformen der bürgerlichen und der organisierten Moderne sind die Angebote, die die postmodernen Subjektformen offerieren oder gar als Forderungen anbieten, auch nicht. Spuren der Bürgerlichkeit und der Angestelltenkultur finden sich ebenso in den postmodernen Kulturen (S. 610 ff.).

Auf dem Weg zu einer dekonstruktiven Kulturtheorie der Moderne

In diesem Kapitel bekräftigt Andreas Reckwitz noch einmal seinen Anspruch, eine „dekonstruktive Kulturtheorie der Moderne“ (S. 625 ff.) entwerfen zu wollen. „Die Moderne ist ein Hypridphänomen, was sich nicht zuletzt an der hybriden Form des modernen Subjekts zeigt“ (S. 626). Auch das einzelne Subjekt, so es sich denn die hybriden kulturellen Formen anzueignen versucht, ist hybrid.

Etwas euphorisch wagt der Rezensent deshalb die Annahme, dass die Reckwitz‘schen Subjektformen jene Brücke sein könnten, auf der sich SoziologInnen und PsychologInnen zu ihren inter- und transdisziplinären Diskursen treffen könnten, um gemeinsame Sache zu machen.

Fazit

Es ist ein schwer zu lesendes Buch. Damit meint der Rezensent nicht nur die vielen Redundanzen und ärgerlichen zahlreichen Substantivierungen. Manche Differenzierungen sind nicht immer nachvollziehbar, so etwa die möglichen Unterschiede zwischen Subjektform und Subjektkultur oder zwischen dem Subjekt als sozial-kulturelle Form der Subjekthaftigkeit und dem Subjekt als Bündel von Dispositionen. Die Schwierigkeit der Rezeption, mit denen der Rezensent zu kämpfen hatte, resultieren auch aus den psychologisierenden Aufladungen, mit denen Andreas Reckwitz das bürgerliche Subjekt, das Angestelltensubjekt und das postmoderne Subjekt zu charakterisieren versucht. Nichtsdestotrotz lohnt sich die Lektüre des Buches – angesichts der Fülle von Material, Befunden sowie theoretischen Anregungen. Aber Anstrengungen sind schon nötig, wenn man das „Hybride Subjekt“ zu verstehen versucht, was ja nicht schlecht sein muss. „Es gibt keine Landstraße für die Wissenschaft, und nur diejenigen haben Aussicht, ihre lichten Höhen zu erreichen, die die Mühe nicht scheuen, ihre steilen Pfade zu erklimmen“, heißt es bei Karl Marx (1977, S. 31). In diesem Sinne wünscht der Rezensent den Leserinnen und Lesern des Buches Mut zur Mühe.

Literatur

Ben-Chanan, Y. (1997). Juden und Deutsche. Polis, 24, Wiesbaden: Schriftenreihe der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Quelle: https://www.hlz.hessen.de/fileadmin/pdf/polis/​polis24web.pdf; aufgerufen: 21.02.2020.

Brentano, Clemens (1811). Der Philister vor: in und nach der Geschichte. Scherzhafte Abhandlung. Faksimiledruck des in Berlin im Jahre 1811 erschienenen Originals. Berlin: Ernst Frensdorff. Quelle: https://books.google.de/books?hl=de&lr=&id=t4hBAAAAYAAJ&oi=fnd&pg=PA2&dq=Brentano+%2B+Der+Philister+vor,+in+und+nach+der+Geschichte; aufgerufen: 24.03.2020.

Eco, U. (1986). Nachschrift zum „Namen der Rose“. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.

Fichte, J. G. (1965; Original: 1793). Beitrag zur Berichtigung der Urteile des Publikums über die französische Revolution. Sämtliche Werke, Band 6. Berlin: Walter de Gruyter.

Fromm, E. (1999). Erich-Fromm-Gesamtausgabe in 12 Bänden, herausgegeben von Rainer Funk. Band I, S. 379. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt.

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Rezension von
Prof. Dr. Wolfgang Frindte
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Kommunikationswissenschaft - Abteilung Kommunikationspsychologie
Homepage www.ifkw.uni-jena.de
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Zitiervorschlag
Wolfgang Frindte. Rezension vom 11.11.2020 zu: Andreas Reckwitz: Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne. Suhrkamp Verlag (Berlin) 2020. ISBN 978-3-518-29894-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27264.php, Datum des Zugriffs 29.11.2020.


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