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Ariane Brenssell, Andrea Lutz-Kluge (Hrsg.): Partizipative Forschung und Gender

Cover Ariane Brenssell, Andrea Lutz-Kluge (Hrsg.): Partizipative Forschung und Gender. Emanzipatorische Forschungsansätze weiterdenken. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. 175 Seiten. ISBN 978-3-8474-2095-8. D: 24,90 EUR, A: 25,60 EUR.
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Thema

Der Band befasst sich mit feministisch-partizipativer (Aktions)-Forschung und versammelt ausgewählte Forschungsprojekte dazu. Thematisch fokussiert wird die Auseinandersetzung mit Geschlechterverhältnissen im Zusammenhang von Sexarbeit, Strafvollzug, Gewalt und Traumaarbeit, Trans*Community und Gesundheitsförderung.

Herausgeberinnen

Prof. Dr. Ariane Brenssell ist Psychologin und Politikwissenschaftlerin und Professorin an der Hochschule Braunschweig-Wolfenbüttel mit den Schwerpunkten kritische Psycho0logie, emanzipatorische Arbeit gegen Gewalt und partizipative Praxis- und Aktionsforschung.

Prof. Dr. Andrea Lutz-Kluge ist Medienwissenschaftlerin und Professorin für Ästhetische Bildung und Praxis am Fachbereich Sozial- und Gesundheitswissenschaften an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen am Rhein. Im Schwerpunkt befasst sie sich mit der Entwicklung und Erprobung ästhetischer Methoden und partizipativer Konzepte im Kontext von Bildung, Soziokultur und sozialwissenschaftlicher Forschung.

Entstehungshintergrund

Die beiden Herausgeberinnen verstehen das Buch als „Arbeitsbuch“ ‚ohne Gewähr‘ (Stuart Hall 1984). Die Beweggründe, diesen Band herauszugeben, sehen sie als „Wissenschaftlerinnen und Hochschullehrerinnen mit emanzipatorischem Anliegen, in der Überzeugung, dass in Zeiten global gesellschaftlicher Herausforderungen das demokratische Prinzip nicht nur verteidigt, sondern konsequent weiterentwickelt werden muss“ (S. 8). Dazu könne Wissenschaft beitragen, in dem die eigenen Strukturen und Formen hinterfragt werden und sich Wissenschaft für partizipative Formen des gemeinsamen Lernens und Forschens öffnet. Entsprechend sind in dem Band Beiträge versammelt zu Forschungen, die „jedes Projekt auf unterschiedliche Art – nicht über Menschen, sondern mit Menschen forschen“ (S. 8).

Aufbau und Inhalt

Die acht Beiträge des Bandes wurden von Forscher*innen aus dem Feld partizipativer Forschung vor allem im deutschsprachigen sowie im angelsächsischen Raum verfasst, die sich mit Fragen von „Geschlechterrealitäten auseinandersetzen und dazu unterschiedliche Wege der partizipativen oder gemeinsamen Forschung“ (S. 8) eingeschlagen haben. In der Einleitung rahmen die beiden Herausgeberinnen diese Forschung deshalb so: „feministisch partizipative Forschung zeigt sich als eine Forschungshaltung der Wahl, um sich mit Gender in seiner Differenziertheit und Uneinheitlichkeit auseinanderzusetzen, ohne strukturelle Machtverhältnisse aus dem Blick zu verlieren“ (ebd.).

Die Autorin Nivedita Prasad setzt mit ihrem Beitrag „(Feministische) partizipatorische Aktionsforschung“ einen systematisierenden Auftakt für die Sammlung von Projektbeiträgen. Sie klärt zunächst die Grundannahmen einer (feministischen) partizipatorischen Aktionsforschung und fasst die Kernelemente für ein (F)PAR-Projekt – das F wird ebenso wie der ausgeschriebene Begriff feministisch von der Autorin stets selbst in Klammern gesetzt – zusammen: Mit einer Forschungshaltung, „bei der es idealerweise keine Unterscheidung zwischen Forschenden und Beforschten gibt und bei der davon ausgegangen wird, dass alle beteiligten von- und miteinander lernen“ (S. 17) werde der Prozess „als ein sozialer verstanden, der in allen Phasen partizipatorisch, praktisch und gemeinschaftlich ist“ (ebd.). Dabei hätten die Projekte den Anspruch, „emanzipatorisch, kritisch und reflexiv zu sein“ (ebd.), mit dem Ziel, „Theorie und Praxis weiterzuentwickeln“ (ebd.) Sicherzustellen sei, „dass im Prozess des gemeinsamen Forschens keinem der beteiligten durch das Projekt Schaden zugefügt wird“ (ebd.). Die Autorin reißt kurz die Ursprünge (feministischer) partizipatorischer Aktionsforschung an, die sie in Kurt Lewins Handlungsforschung und in Paulo Freires „community based research practice“ der 1960er Jahre sieht. Damit sei auch markiert, inwiefern eine partizipatorische Forschungsweise mit der Initiierung sozialer Bewegungen einhergehe, zur Bewusstseinsbildung beitrage und machtkritische Gesellschaftsanalysen befördere (vgl. S. 18) und so zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Beteiligten beitrage. Anschließend wird die Bedeutung des P (Partizipation bei jedem Schritt), des A (der Community etwas geben, dem R (Datensammlung) und zuletzt auch dem F (Feministische Ausrichtung des Forschungsprozesses) im (F)PAR erläutert. Hier wird auch der Unterschied zwischen partizipativer Forschung – wie im Titel des Bandes und vieler Beiträge – und partizipatorischer Forschung geklärt: Diese seien eben nicht synonym zu verstehen (was jedoch permanent in der Literatur passiert). Insofern käme mit Verweis auf Flieger 2009 „Partizipative Forschung damit aus, an einzelnen Stellen Partizipation zu ermöglichen“ (S. 20). Partizipatorisch meint hingegen, „Teilhabe ausdrücklich zu bezwecken“ (ebd.). Anhand von zwei Projektbeispielen setzt sich die Autorin mit der Frage der „Neutralität“ von Forschung auseinander, die es im Kontext partizipatorischer Forschung nicht gebe. In der Knappheit so eines Artikels werden zudem die vielfältigen Rollen der forschungsinitiierenden Person (S. 26f), die besonderen Herausforderungen bei der Initiierung und Durchführung solcher Projekte und abschließend ein „idealer Forschungsverlauf“ (S. 31), wie er bei der Vielfalt der Aktionsforschungsprojekte kaum je umsetzbar sein dürfte erörtert.

Es folgen in dem Band mehrere Projektbeispiele, die die Herausforderungen partizipativer Forschung in Bezug setzen zu Fragen von Geschlechterrealitäten. So steht im Beitrag von Lilli Böwe und Monika Nürnberger „‚[…] wenn ich sehr erschöpft und müde bin, dann tut es mir gut, im Olga zu sein‘. Ein Photovoice-Projekt mit Besucherinnen des Frauentreffs ‚Olga‘ in der Kurfürstenstraße, Berlin“ ein Projekt Sozialer Arbeit im Vordergrund sowie die Auseinandersetzung mit der gewählten Methode „Photovoice“. Diese in der Sozialen Arbeit seit langem auch als „Autophotographie“ bekannte Methode führen die Autorinnen auf die Gesundheitsforscherinnen Caroline Wang und Mary Ann Burris zurück, die diese in den 1990er Jahren erstmalig eingesetzt hatten. Ziel sei es, im gemeinsamen Sprechen über die selbst aufgenommenen Bilder, Ansatzpunkte zum Entwickeln von Gemeinsamkeiten zu finden. Ein wesentliches Ziel sei es, so Veränderungsprozesse anzuregen. In der weiteren Projektbeschreibung wird herausgestellt, inwieweit diese Methode an die spezifischen Erfordernisse der Teilnehmer*innen-Gruppe angepasst werden. Dies bezieht sich auf die Zeitstrukturen, Alltagsrelevanten und Themen der Beteiligten, die eben nicht zu Gunsten eines Planes der Forschenden vernachlässigt werden dürfen.

Einen Schritt weiter geht das Projekt, welches in dem Beitrag von Sanda Köstler und Andrea Lutz-Kluge vorgestellt wird: „Häkeln als Forschungsmethode? Wie partizipative Forschungsprozesse durch ästhetische Methoden an Qualität gewinnen können“. Hier wird mit dem Handarbeiten ein Medium des Gesprächs, des Entwickelns gemeinsamer Interessen und Veränderung in den Fokus gestellt, das anders als das fast schon klassische Fotoprojekt, ästhetische, zwar in der Sozialen Arbeit häufig verwendet wird, selten jedoch als Methode einer partizipativen Forschung. Beschrieben wird in dem Beitrag, wie aus einem (Deutsch)Sprachkurs für zugewanderte Frauen über das gemeinsame Interesse an textiler Handarbeit letztlich ein Ort entstanden ist, an dem die Frauen ihr Wissen, ihre Fertigkeiten und ihre Kreativität nicht nur geteilt, sondern eine Wertschätzung dazu erlebt haben. So sei es gelungen, ein „substanzielles Netzwerk“ zu entwickeln, „in dem sie Probleme aller Art besprechen und Lösungsansätze entwickeln“ konnten (S. 136). Den Zusammenhang dieses „Settings“ mit partizipativer Forschung beschreiben die Autorinnen: „Der ‚Deutschkurs‘ der Künstlerin Steuler stellt Bedingungen her, die es den ‚Co-Forscherinnen‘ ermöglichen, Wissen zusammenzutragen: Wissen über textiles Gestalten und ‚soziologisches‘ Wissen über Schwierigkeiten der alltäglichen Lebensführung“ (S. 136). Angenommen wird, dass solches Wissen „sich mittels ‚klassischer‘ Forschungsvorgehen in dieser subjektiven und situierten Qualität vermutlich so nicht würde produzieren lassen“ (ebd.). Hiervon ausgehend wird in dem Beitrag die Bedeutung einer ästhetischen Praxis in einem forschenden Zusammenhang entfaltet. Ästhetische Praxis meint „all jene gestalterischen, performativen und sensorischen Praktiken, die mit dem Ziel des Generierens von Erkenntnis und Wissen angewandt werden […]. Sie bedient sich vorgefundener medialer Darstellungen und kultureller Artefakte; sie beruht aber auch auf leiblich-sinnlichen sowie kulturellen Praktiken des Alltags“ (S. 139) – wie eben dem Häkeln.

Die Beiträge „‚Wie ein grünes Schaf…‘ Partizipative Forschung mit jungen Trans*-Menschen zu ihren Lebenslagen“ von Eric Meyer und Arn Sauer und „Das Quergesund*-Projekt. Methodik einer partizipativen Bedarfserhebung zur Gesundheitsförderung nicht-heterosexueller Frauen*“ von Gabriele Dennert sind beide in der partizipativen Gesundheitsforschung angesiedelt, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten stärker als die Forschung Sozialer Arbeit konkrete partizipative Forschungsprojekte, die Schärfung von Forschungsdesigns und Methodiken öffentlich gemacht hat.

Meyer und Sauer rahmen ihr Projekt als Community Besed Participatory Research mit jungen beteiligten aus der Trans*-Community in vier Städten Deutschlands. Methodisch wurden Einzelinterviews, Gruppendiskussionen im Workshop-Format durchgeführt, wobei das eigenetliche Projektplanung in den Händen der Wissenschaftler*innen lag. Als Ziel wurde „die Stärkung (Empowerment) der Teilnehmenden formuliert, darüber hinaus eine Stärkung anderer junger Trans* sowie das Fernziel einen Beitrag zur Verbesserung der Lebenslage junger Trans* Menschen in Deutschland“ (S. 60). Der Artikel schließt mit einer langen Liste mit „Wünschen und Empfehlungen der Studien-Teilnehmenden – Eine Übersicht in zehn Kategorien“, die einen guten Ansatz für eine vertiefte Auseinandersetzung und Realisierung anbietet.

Gabriele Dennert in ihrem Beitrag die „Leerstellen in der Diskussion um Gesundheitsförderung nicht-heterosexueller Frauen“ (S. 95ff). Die im Beitrag beschriebene Studie arbeitet mit der Methodik des „Group Concept Mapping“. Dieses mehrschrittige Verfahren der für Bedarfserhebungen wurde von Kane und Trochim (2007) eingeführt und ist im deutschsprachigen Raum bisher nur wenig eingesetzt worden (S. 99). „Die Methode kombiniere qualitative (Brainstorming, Sortierung) mit quantitativen Verfahren (multidimensionale Skalierung, hierarchische ‚Cluster-Analyse‘, Rating), um Gruppenideen zu strukturieren und visuelle Repräsentationen zu entwickeln“ (ebd.). Am Beispiel des Projekts Queergesund werden die sieben Schritte dieser Methode beschrieben (S. 102). Beteiligt am Erheben der Gesundheitssituation und -versorgung waren 95 Personen – im Beitrag als Stichprobe bezeichnet – die Vernetzung und damit die Formierung einer Community zur Veränderung wurde anhand einer Transfertagung angebahnt. Der Beschreibung der Studie folgt eine Kritische Reflexion im Hinblick auf die Qualität der Partizipation im Studienverlauf (S. 112 ff.). Hier zeigt sich insbesondere, dass Ansprüche an partizipative Forschung sich auch an den Zeitressourcen messen lassen müssen, die nicht immer flexibel und nicht selbst gestaltet werden können (S. 114)

Ariane Brennssell beschreibt in dem Beitrag „Kontextualisierte Traumaarbeit. Ein communitybasiertes partizipatives Forschungsprojekt“ die Forschung eines Teams von Wissenschaftlerinnen und Expertinnen aus Erfahrung, die gemeinsam die Besonderheiten einer feministischen, kontextualisierten Traumaartbeit zu sexualisierter Gewalt an Frauen in den Fokus stellten. Beschrieben werden sechs zentrale Forschungsetappen, die erläutert werden als Erhebungsetappen, teilpartizipativer Theoriebildung, der Evaluation zur Bedeutung und Reflexion der partizipativen Vorgehensweise und einer Etappe der Intervention. Jede Etappe und ihre Struktur wurden aus der je vorangegangenen entwickelt. Gezeigt wird, wie es gelungen ist, durch einen Paradigmenwechsel in der Forschungsmethode, dem sich reproduzierenden medizinischen Krankheitsmodell in Bezug auf Traumaarbeit zu entkommen und andere Prämissen zur Frage der Bearbeitung erlebter Gewalt zum Vorschein zu bringen (S. 91).

Mit dem ins Deutsche übersetzten Artikel von Michelle Fine und Maria Elena Torre „Critical Participatory Action Research. Ein feministisches Commitment“ ist die Reflexion eines der ersten PAR Projekte der beiden us-amerikanischen Wissenschaftlerinnen im Buch zu finden. Dem Wunsch der Herausgeberinnen nachkommend, über das „Wie des Miteinanders von Forscherinnen und Co-Forscherinnen in einem solch erweiterten Verständnis von wissenschaftlicher Arbeit und damit letztlich die Frage nach der Qualität des Umgangs mit Differenz in PAR-Projekten“ (S. 120) mehr zu erfahren, stellten Fine und Torre einen Text für das vorliegende Buch zur Verfügung, der als dichte Beschreibung dieses Miteinanders am Beispiel ihrer 2001 veröffentlichten Studie zur Bildung strafgefangener Frauen verstanden werden kann.

Der Band schließt ab mit einem Artikel von Thomas Schlingmann „Über Partizipation hinaus. Spannungsfelder und Widersprüche im System Forschung“. Dieser Schlusspunkt ist eine sehr klare Auseinandersetzung mit den Regulierungen, Traditionen und Reglementierungen, die Wissenschaft und Forschung als System prägen. Dies beginne mit der Unklarheit darüber, was mit Partizipation gemeint ist und was passiert, wenn „die Funktionalität von Partizipation im Rahmen aktueller Ökonomisierungsprozesse vernachlässigt“ werde (S. 157). Mit dem Argument, Partizipation werde auch und gerade im Hinblick auf eine sich als partizipativ verstehende Forschung „als lediglich situative anstatt strukturelle Aufhebung von Hierarchie“ (ebd.) verstanden, setzt sich der Autor mit den Gepflogenheiten der Forschungsförderung auseinander, die eine ernstzunehmende Beteiligung von nicht-Wissenschaftler*innen an Forschung eben nicht mit Fördergeldern goutieren würden. (S. 159). Entsprechend läuft sein Fazit auf die Feststellung hinaus, dass „Betroffenenkontrollierte und selbstorganisierte Forschung über den Anspruch an Partizipation (weit) hinaus“ weise (S. 166).

Diskussion

Die Beschreibung der Herausgeberinnen ihres Bandes als „Arbeitsbuch“ ist eine treffende Beschreibung für die Beitragssammlung sehr unterschiedlicher Projekte, die ebenso in ihrer Perspektive auf Geschlechterrealitäten variieren wie in ihrer Auslegung und Ausgestaltung partizipativer oder partizipatorischer Forschungsprozesse. Diese Perspektive ist auch deutlich stärker im Duktus der einzelnen Beiträge verankert als die Perspektive auf den thematischen Fokus von Gender. Alle Beiträge bieten vielmehr einen guten Einblick in diese Forschungsweise(n) auch für diejenigen, deren Fokus nicht Gendergerechtigkeit ist.

Damit lädt die Zusammenstellung der Projektbeispiele dazu ein, die Diskussion über die Herausforderungen in der Gestaltung solcher Forschungsprozesse weiter zu führen. Der Band ist also nicht als eine Einführung in partizipative Forschungsweisen miss zu verstehen, sondern überlässt es den Leser*innen, aus den jeweils projektbezogen geführten Diskussionen um das Gelingen und die Reichweite von Projekten, die eine gleichberechtigte Beteiligung am Forschungs- und Erkenntnisprozess zwischen wissenschaftlich Forschenden und den meist als „Co-Forschende“ bezeichnete Expert*innen von Erfahrungswissen in den jeweiligen Themenfeldern. Gleichwohl könnte es für solche Leser*innen, die sich erstmalig mit partizipativer Forschung beschäftigen, verlockend sein, hier doch ein Einführungswerk in Händen zu halten. Dann allerdings muss daran erinnert werden, dass das Feld partizipativer (Aktions-)Forschungsansätze weitaus breiter ist und in anderen Diskussionszusammenhängen, z.B. in der Forschung Sozialer Arbeit manche in den Projektbeschreibungen aufgeworfenen Fragen dort schon zu tragfähigen Antworten geführt haben. Neben der Transdisziplinarität, zu der der Band mit seinem Spektrum an Projektbeispielen einlädt, sollte somit auch die Interdisziplinarität der Diskussion um partizipative Forschungsweisen nicht aus dem Blick geraten.

Fazit

Das Buch bietet eine Fülle von Projektbeispielen und -erfahrungen, die sich den Herausforderungen einer partizipativen Forschungsweise mit einer Perspektive auf Fragen von Geschlechtergerechtigkeiten und -realitäten gestellt haben. In jedem einzelnen Beitrag werden in reflektierender Weise die vielfältig eingesetzten Methoden dargestellt, diskutiert und weiterentwickelt. Angeschlossen sind die meisten Beiträge an die internationalen Diskussionen um Standards partizipativer Gesundheitsforschung, auch wenn dies nicht immer explizit benannt ist. Der Band lädt dazu ein, über konkrete Projekte hinaus, die Forschungsweise mit partizipatorischem Anspruch und ihre Möglichkeiten im Hinblick auf Demokratisierung von Wissen und die Hindernisse im Fördersystem von Wissenschaft und Forschung offensiv in die Diskussion zu bringen.


Rezension von
Prof. Dr. habil. Monika Alisch
Professorin für Sozialraumbezogene Soziale Arbeit, Gemeinwesenarbeit und Sozialplanung an der Hochschule Fulda, Fachbereich Sozialwesen, Leiterin des CeSSt – Zentrum Gesellschaft und Nachhaltigkeit der Hochschule Fulda
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Zitiervorschlag
Monika Alisch. Rezension vom 08.10.2020 zu: Ariane Brenssell, Andrea Lutz-Kluge (Hrsg.): Partizipative Forschung und Gender. Emanzipatorische Forschungsansätze weiterdenken. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. ISBN 978-3-8474-2095-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27366.php, Datum des Zugriffs 20.10.2020.


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