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Stefan Hierholzer: Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie

Cover Stefan Hierholzer: Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Für sozial-, sonder- und heilpädagogische Berufe. Verlag Handwerk und Technik GmbH (Hamburg) 2020. 456 Seiten. ISBN 978-3-582-04792-2. 29,95 EUR.
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Thema

Das Buch „Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie für sozial-, sonder- und heilpädagogische Berufe“ von Stefan Hierholzer thematisiert, wie im Titel des Buches deutlich wird, die Wissenschaften Psychologie, Psychologie und Psychotherapie. Dabei gelingt es dem Autor jeweils Rückblicke in die Wissenschaften zu formulieren, um dann über den aktuellen Stand der einzelnen Themen zu informieren. Das erlernte Wissen über die Wissenschaften, über die psychotherapeutischen Konzepte und über die Störungsbilder kann direkt anhand von Fragen und praxisnahen Fällen ausprobiert und überprüft werden.

AutorIn oder HerausgeberIn

Stefan Hierholzer ist Schulleiter an einer Fachschule für Sozialpädagogik. Durch seine Biographie weist er vielfältige Erfahrungen in unterschiedlichsten Arbeitsfeldern auf. Diese (auch schulischen) Erfahrungen und sein theoretisch breitgefächertes Wissen nutzt er, um das vorliegende Werk zu schreiben.

Entstehungshintergrund

Stefan Hierholzer ist sowohl als Schulleiter einer Fachschule für Sozialpädagogik (Campus29) in Hamburg tätig als auch als heilpraktischer Psychotherapeut. In dieser Doppelrolle fiel ihm auf, dass bislang noch kein Lehrbuch für den Unterricht in sozial-, sonder-, und heilpädagogischen Berufen vorliegend war, welches nicht ausschließlich auf Störungsbilder reduziert/​verengt ist.

Aufbau

Das vorliegende Buch ist in sechs große Kapitel eingeteilt. Das erste Kapitel befasst sich mit der historischen Betrachtung der Psychologie, während das zweite Kapitel die historische Betrachtung der Psychiatrie thematisiert. Das dritte Kapitel beinhaltet psychotherapeutische Konzepte, welche ausführlich dargestellt und miteinander verknüpft werden. Im vierten Kapitel geht es um das Verhältnis und Verständnis von Gesundheit und Krankheit. Das fünfte Kapitel gibt Aufschluss über psychiatrische Störungsbilder. Das vorhandene Wissen kann in Kapitel sechs „Kasuistik“ angewandt und später durch Musterlösungen überprüft werden.

Inhalt

Einleitend möchte ich kurz den Aufbau des Buches darstellen, bevor ich den Inhalt der jeweiligen Kapitel erkläre. Vor jedem Kapitel des Buches wird deutlich, welche Inhalte gelernt werden können, da diese optisch hervorgehoben werden. Stefan Hierholzer formuliert die Inhalte kurz und prägnant, sodass sie teilweise als Zielformulierungen genutzt werden könnten. Zum Abschluss eines jeden Kapitel fasst der Autor die wichtigsten Inhalte prägnant zusammen. Nach einigen Kapiteln formuliert er Fragen, welche helfen das Erlerne anzuwenden und zu überprüfen.

Bevor der Autor inhaltlich rückblickend Informationen über die Wissenschaft „Psychologie“ darstellt, setzt er sich kritisch mit der Betrachtung von historischen Kontexten auseinander und stellt dabei fest, dass historische Entwicklungen immer unter Berücksichtigung der jeweiligen Normvorstellungen der Zeit gesehen werden müssen.

In dem ersten Kapitel stellt Stefan Hierholzer die Geschichte der Psychologie von der Antike bis in die Postmoderne dar, welche er immer wieder kritisch hinterfragt. Zu einzelnen Inhalten findet man Literaturtipps zum Weiterlesen. Exkurse, wie z.B. über Platon und Aristoteles (S. 20), Thomas von Aquin (S. 39) oder auch über die Entwicklung von Domschulen zu Universitäten (S. 54) gestalten das Lesen und Verstehen interessant. Die Texte sind gut strukturiert und durch Formen und Farben vielfältig gestaltet. Abschließend, nach der Geschichte der Professionalisierung der Psychologie stellt der Autor da, welche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten es für zukünftige Psychotherapeuten gibt und leistet damit einen Beitrag zur Entwicklung des Berufes.

Das zweite Kapitel, die historische Betrachtung der Psychiatrie, stellt die Geschichte der Psychiatrie von dem Altertum bis in das 20.Jahrhundert dar. Auch in diesem Kapitel gelingen dem Autor spannende Exkurse und anschauliche Bilder und Modelle, die die Texte sinnvoll ergänzen.

Das dritte Kapitel befasst sich explizit mit psychotherapeutischen Konzepten. Es wird zu jedem Konzept der Ursprung in der Geschichte hergestellt. Außerdem gelingt es dem Autor die unterschiedlichen Konzepte miteinander zu verknüpfen, wodurch deutlich wird, welches Konzept von welchem Therapeuten beeinflusst wurde/wird. In diesem Kapitel gibt es die Möglichkeit anhand von Fragen das eigene Wissen zu überprüfen. Zusätzlich fasst der Autor den Inhalt von jedem Konzept am Ende des Kapitels zusammen. Dadurch bekommen die Lesenden einen guten Überblick über dieses umfassende Kapitel.

In dem vierten Kapitel geht es um das Verhältnis von Gesundheit und Krankheit. Bereits in den vorherigen Kapiteln stellt Stefan Hierholzer mehrfach dar, wie das Verständnis um Krankheit und Gesundheit in der jeweiligen Epoche gestaltet war. Diesem Thema ein Kapitel zu widmen, empfinde ich als sehr sinnvoll auf Grund der Vielschichtigkeit der Begrifflichkeiten. Dies stellt der Autor auch in seiner Einleitung fest. Ansprechende Aufgaben ermöglichen dem Leser praxisnah das eigene Wissen wieder zu überprüfen.

Psychiatrische Störungsbilder sind die Inhalte des fünften Kapitels. Dieses Kapitel ist auch das ausführlichste des Buches, was sicherlich an der Anzahl der aufgeführten Störungsbilder liegt. Bevor er ausführlich die Störungsbilder darstellt, befasst er sich mit den Elementarfunktionen und ihren Störungen, als auch mit der Anamnese und dem diagnostischen Prozess. Die Störungsbilder definiert er, stellt die Epidemiologie dar, erklärt Unterschiede in die Störungsbildern, und erklärt die Diagnose, den Verlauf und die Therapie. Fragen helfen auch hier wieder das Gelernte zu überprüfen. Auch hier schildert der Autor Beispiele aus der Praxis, die das Gelernte leicht verständlich machen.

In dem letzten Kapitel werden unterschiedlichste Fälle (Kasuistik) ausführlich geschildert, um Fälle aus der Praxis darzustellen, die dann anhand von Fragen geleitet, bearbeitet werden. Die Lösungen zu den jeweiligen Fällen finden sich im Anhand des Buches.

Diskussion

Das vorliegende Buch ist inhaltlich sinnvoll aufgebaut. Sehr schnell wird dieser Aufbau des Buches verständlich und ermöglicht somit praxisnahes Lernen. Durch die sinnvoll gewählten Fragen und die immer wieder deutlich werdenden Verknüpfungen innerhalb der Kapitel wird erstens das umfassende Wissen des Autors deutlich und zweitens umfassendes, aber gut verständliches Wissen für den Lesenden möglich.

Auch die graphische Auseinandersetzung und Darstellung der Inhalte ist besonders hervor zu heben, da sie durch das Buch leiten.

Durch die Möglichkeit das Wissen praxisnah anhand von Fragen und Fällen zu erproben und zu überprüfen, ist es für mich besonders empfehlenswert. Es ist nicht nur ein sehr ausführliches, aber gut verständliches Fachbuch, sondern es ist ein sinnvolles Standardwerk um umfassendes Wissen zu erlernen und anzuwenden. Auch als ein „Nachschlagewerk“ lässt sich das Buch durch seinen sinnvollen Aufbau gut nutzen.

Fazit

Das Buch „Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie für sozial-, sonder- und heilpädagogische Berufe“ von Stefan Hierholzer beschreibt ausführlich die einzelnen Wissenschaften und ihre Entstehungen. Fragen ermöglichen das Wissen zu überprüfen. Ausführliche Beschreibungen von psychotherapeutischen Konzepten und psychiatrischen Störungsbildern ermöglichen eine praxisnahe Anwendung und Übung anhand von Fallbeispielen. Das Buch ist als ein umfassendes Lehrbuch für die Aus- und Weiterbildung in sozial- sonder- und heilpädagogischen Berufen zu empfehlen.


Rezension von
Rebecca Walter
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Zitiervorschlag
Rebecca Walter. Rezension vom 12.10.2020 zu: Stefan Hierholzer: Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Für sozial-, sonder- und heilpädagogische Berufe. Verlag Handwerk und Technik GmbH (Hamburg) 2020. ISBN 978-3-582-04792-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27389.php, Datum des Zugriffs 30.10.2020.


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ISSN 2190-9245

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