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Dominik Wagner-Diehl, Birthe Kleber u.a. (Hrsg.): Bildung, Biografie, Ungleichheit

Cover Dominik Wagner-Diehl, Birthe Kleber, Katharina Kanitz (Hrsg.): Bildung, Biografie, Ungleichheit. Beiträge der Biografieforschung zum Verhältnis von Bildung und sozialer Ungleichheit. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. 252 Seiten. ISBN 978-3-8474-2438-3. D: 32,00 EUR, A: 32,90 EUR.
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Thema und Entstehungshintergrund

Dieses Buch sammelt und reflektiert Erkenntnisse aus Studien zu Bildung und sozialer Ungleichheit, die im Kontext biografischer Forschung entstanden sind. Damit knüpft die Publikation an einen bereits vorhandenen Diskurs an, mit qualitativen, lebens- und familiengeschichtlichen Daten bzw. Materialien, soziale Ungleichheit zu analysieren (exemplarisch Behrmann u.a. 2018: Rezension in socialnet.de vom 21.2.2020, Schiek u.a. 2019). Dabei werden Prozesse über die Biografie analysiert und Biografie nicht als individuelle Entität betrachtet, sondern im Schnittpunkt von Generation und Gesellschaft angesiedelt. Eine solche Forschungsperspektive ermöglicht es, Bildungsabschlüsse nicht nur im Hinblick auf den Einfluss einzelner Faktoren (wie z.B. sozialer Herkunft) zu untersuchen, sondern genauso die biografischen Übergänge zu berücksichtigen und prozessuale Aspekte in der Genese und Reproduktion sozialer Ungleichheit zu fokussieren.

Das Buch entstand aus einer Tagung der Sektion „Soziale Ungleichheit und Geschlecht“ des „Gießener Graduiertenzentrums Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften“ (GGS) mit dem Titel „Bildung-Biografie-Ungleichheit“, die im November 2018 an der Justus-Liebig-Universität Gießen stattfand.

Aufbau und Inhalt

In der einleitenden Abhandlung stellen die Herausgeber*innen die Struktur des Bandes vor. Zunächst werden zwei Artikel präsentiert, die auf allgemeinerer Ebene auf die Vermittlung von Biografie, Bildung und Ungleichheit eingehen und anhand eigener Studien über Bildungsaufsteiger*innen den (biografischen) Zugang exemplarisch vorstellen.

Ingrid Miethe beginnt ihren „konzeptionellen Aufriss“ damit, auf Biografie(-forschung) einzugehen und die Frage zu besprechen, welche theoretischen Prämissen sie hat und was sie im Besonderen in der Frage der Herausbildung und Reproduktion von (Bildungs-)Ungleichheit leisten mag. „Bildungsentscheidungen“ werden dabei „im Prozess des Werdens, oder anders gesagt ihrer 'Genese' (…) rekonstruiert“ (S. 21): dazu ist es notwendig, den Gesamtkontext der Biografie zu erfassen. Als das geeignete (Erhebungs-)Instrument einer biografisch orientierten Bildungsforschung wird das narrative Interview gesehen – es bietet eine Gesamtperspektive auf das untersuchte Phänomen. Danach geht Ingrid Miethe auf zentrale Merkmale einer Biografieforschung soziologischer bzw. erziehungswissenschaftlicher Provenienz ein, wie auf das Merkmal der Sequenzialität und der (sinnhaften) Bedeutungsstrukturierung einer (biografischen) Fallrekonstruktion. Die Autorin verweist auf die Heterogenität und Komplexität von Bildungsprozessen, die es erforderlich machen, Verbindungslinien zwischen Biografie, sozialer Herkunft und gesellschaftlichen bzw. institutionellen Rahmenbedingungen zu analysieren.

Im zweiten einführenden Artikel von Regina Soremski wird die Analyse von Bildungsaufstiegen im biografischen Zusammenhang mit ähnlichen Argumenten begründet: Die Ursachen der eklatanten Bedeutung von sozialer Herkunft für Bildungsabschlüsse sind zwar durch Studien an den „Gelenkstellen“ des Bildungssystems festzumachen (besonders im Übergang zur Sekundarstufe und zur Hochschule), doch wird dadurch noch nicht sichtbar, wie sich Faktoren im biografischen Verlauf entwickeln. Die Autorin erweitert die sozialstrukturelle (Lebenslauf-)Perspektive dadurch, dass sie Sozialisationskontexte nicht isoliert betrachtet und den Blickwinkel durch eine gesamtbiografische Perspektive öffnet. Dabei unterscheidet sie zwischen einer lebensweltlichen und institutionellen Bildung, die sich miteinander entwickeln und gegenseitig beeinflussen. Im weiteren Verlauf dieses Artikels wird eine solche Konzeption am Beispiel eines Falles bzw. einer Fallrekonstruktion verdeutlicht.

Nach diesen beiden Einführungsartikeln werden Artikel über empirische – (zumeist) biografisch orientierte – Studien, und zwar zu Ungleichheiten im Kontext von Migration, Arbeit und Berufszusammenhängen sowie Institutionen des Bildungs- und Sozialsystems, vorgestellt.

Zunächst präsentiert Merle Hummrich im ersten thematischen Schwerpunkt zu Migration das von ihr geleitete DFG-Projekt EDUSPACE („Schulkultureller Raum und Migration in Deutschland und USA“). Soziale Ungleichheit, die aus ethnischer Differenzierung entsteht, ist – so der Ausgangspunkt – in Schulkulturen etabliert. Ähnlich dem Habitus ist die Kultur dem praktischen Handeln vorgelagert und sorgt für die Reproduktion der (symbolischen) Ordnung. Die Elemente der Schulkultur, als generatives Erzeugungsprinzip, kann – wie in dieser Studie – vergleichend erforscht werden. In diesem Fall wird das Unterrichtsgeschehen in Deutschland und der USA erfasst und darüber erstellte Protokolle analysiert. Es zeigt sich, dass ethnische Differenzierung bzw. Inklusion/​Exklusion in beiden Ländern in unterschiedlicher Weise hervorgebracht und prozessiert wird.

Ebenfalls in den Bereich der Analyse von Migrations- bzw. Integrationsfragen fällt die Studie, die Christine Demmer und Rebekka Hahn präsentieren. Sie widmen sich der Thematik der Konstruktion der Zugehörigkeit von Russlanddeutschen, und zwar der zweiten Generation, und untersuchen die Bedeutung der sozialen Verortung im Kontext von Bildungsprozessen. Dabei wird auf zentrale Dimensionen sozialer Ungleichheit wie Familie bzw. Generation und Geschlecht Bezug genommen und in biografischen Erzählungen junger russlanddeutscher Frauen betrachtet, wie diese auf die Bildungsverläufe wirken. In den durchgeführten narrativen Interviews zeigt sich durchgängig eine starke familiäre Kohäsion mit hohen Bildungsaspirationen, wobei die Schule mit ihrem Ziel der Förderung der kritischen Meinungsbildung/​Reflexivität im Gegensatz zu den elterlichen Forderungen nach Fortführung tradierter Denk- und Rollenmuster steht.

Bildungsprozesse von libanesisch-palästinensischen Zuwanderern analysiert im darauffolgenden ArtikelTanja Manthey-Gutenberger. In ihrer Studie fokussiert sie Bildungsaufstiege von Kindern aus Familien, die nach einer Flucht bzw. Migration aus dem Libanon mit mehr als fünf Geschwistern in Deutschland, unter Bedingungen von Armut, aufgewachsen sind. Zunächst geht sie auf Erkenntnisse über Mehrkinderfamilien, und insbesondere auf jene, die einen Migrationshintergrund aufweisen, ein. Sie referiert Studien, die zeigen, dass beide Risikofaktoren zusammen zu einer Mehrfachbenachteiligung kumulieren, die sich in Bildungsprozessen abbilden. Schließlich widmet sich die Autorin noch Studien über Bildungsaufstiege, nicht nur biografisch, sondern auch aus der Perspektive einer – wie im ersten empirischen Beitrag vertreten -(inter-)kulturellen Bildungsforschung. Letztlich referiert sie die Erkenntnisse ihrer Studie. Mit einem biografischen Zugang in der Analyse von Bildungsprozessen, aufbauend auf narrative Interviews und Fallrekonstruktionen, wird die Perspektive insofern geöffnet, als auch die Bedeutung der Geschwisterfolge für das Aufwachsen in zweiter Generation beachtet werden kann. Ein wesentliches Ergebnis erscheint, dass jüngere Geschwister – wie an einem Fallbeispiel gezeigt – von den Erfahrungen der älteren lernen und profitieren. Daraus leitet die Autorin auch sozialpolitische Handlungsempfehlungen ab, (Bildungs-)Angebote im frühkindlichen Bereich für Erstgeborene auszubauen.

Mit einem Artikel von Dominik Wagner-Diehl wird der zweite Teil der Beiträge zu Ungleichheit in Arbeit und Beruf eingeleitet. Der Autor beschäftigt sich unter dem Titel „Biografische Übergänge zwischen Studium und Berufsausbildung“ mit der Frage nach den biografischen Entwicklungsdynamiken von Akademikern, die nach dem Abschluss eines Studiums eine Berufsausbildung beginnen. Mit einem biografischen Zugang – auch in diesem Fall narrativen Interviews und Fallanalyse der Erzählungen – wird davon ausgegangen, dass eine solche Entscheidung in biografischen Verläufen eingebettet ist. Zunächst wird auf den Stand der Forschung Bezug genommen: Zahlen über Personen mit solchen Bildungsverläufen sind allerdings kaum verfügbar; statistisch gesehen wird die Personengruppe meist unter „Sonstige“ subsummiert. Der Autor meint, dass das Phänomen deswegen nicht irrelevant wäre, die Gruppe als Ausnahme von der Norm – trotzdem bzw. sogar gerade aus diesem Grund – ein Potenzial für Erkenntnisse über gesellschaftliche sowie berufsbiographische Vorgaben darstellen würde (S. 119). Eine vom Autor referierte Studie verweist auf blockierte Karriereverläufe und ökonomische Einschnitte, die eine solche Orientierung erklären. Mangels vieler Studien greift der Autor auf Studien und Zahlen über Studienabbrecher zurück. Danach wird die Analyse von zwei Lebensgeschichten präsentiert und abschließend über den Zusammenhang von Bildung, Biografie und soziale Ungleichheit reflektiert. Sichtbar werden biografische Dynamiken in Entscheidungen, der Einfluss der Familie wie auch ein „normierender Druck“ zu studieren (S. 132).

Übergänge von der Schule in die Erwerbsarbeit betrachtet Antje Handelmann. Sie untersucht die Problematik des vorzeitigen Endes einer Ausbildung und wie sich unter diesen Vorzeichen der „Berufsfindungsprozess“ gestaltet. Die Behandlung der Frage erfolgt durch eine subjektorientierte Perspektive, um die „Komplexität des Übergangsgeschehens zu erfassen“ (S. 142). Betrachtet wurden Jugendliche in Deutschland und Neuseeland, um damit ein „erwerbsorientiertes“ mit einem „liberalen Übergangsregime“ zu vergleichen. Auf der Basis von narrativen Interviews und interpretativen Verfahren der Narrationsanalyse nach Schütze wurden Typen rekonstruiert (z.B. „Der Anerkennungs-Suchende“, „Der Sich-Selbst-Verwirklichende“). Dazu werden im Artikel zwei Fallanalysen detaillierter vorgestellt und dabei die Berufsfindungsprozesse näher betrachtet.

Danach beschäftigt sich der Beitrag von Birthe Kleber mit der Frage, welche Rolle Geschlecht im gewerkschaftlichen Engagement hat. Quantitative Befunde zeigen, dass Frauen seltener an gewerkschaftlichen Organisationen partizipieren als auch weniger (Leitungs-)Funktionen innehaben. Dieser Frage nach der gleichberechtigten Anerkennung wird auf der Basis von Lebensgeschichten nachgegangen und analysiert, ob und inwieweit langjährig aktive Gewerkschafterinnen geschlechtsbezogene Ungleichbehandlungen bzw. Diskriminierungen erfahren haben. Es wurden dabei narrative Interviews mit 14 Gewerkschafterinnen geführt. Die Autorin zeigt auf, dass sich „brüchige Solidaritäten“ (S. 163) feststellen lassen, u.a. Stereotypen oder Verweigerungen der Anerkennung von Fähigkeiten aufgrund des Geschlechts, zum Teil auch in Verbindung mit Alter.

In einem letzten Themenbereich des Buches werden Biografien (und Ungleichheiten) im Kontext des Bildungs- und Sozialsystems betrachtet. Ein erster Artikel von André Epp setzt sich mit der Bedeutung biografischer Erfahrungen von Lehrern für die Ausformung subjektiver Theorien zum Übergang von Schüler*innen in die Berufsausbildung auseinander. Forschungen zeigen, dass die Biografie von Lehrer*innen Bestandteil der Haltungen und Handlungen im Unterrichtsgeschehen sind. Insofern erscheint auch ein Zusammenhang von Biografie und Subjektiver Theorie über die Vorstellungen von Schüler*innen im Prozess des Suchens und Findens einer Berufsausbildung durchaus nicht fern. Untersucht wurde die Fragestellung auf Basis von Experteninterviews als auch von narrativen Interviews. Im Analysebereich wurde mit mehreren Verfahren operiert. An einem Fallbeispiel verdeutlicht der Autor die Relation zwischen Subjektiver Theorie und Biografie, arbeitet dominante biografische Prozessstrukturen des Falles heraus, die er in Zusammenhang mit der Subjektiven Theorie bringt. Anschließend werden noch die Erkenntnisse aus den Fallvergleichen präsentiert und diskutiert.

Der Beitrag von Katharina Kanitz thematisiert die Frage des Zusammenhangs von Geschlecht, Schule und sozialer Ungleichheit. Anhand der Biografien von Jungen, die aufgrund der statistischen Entwicklungen als „die neuen Bildungsverlierer anzusehen“ sind, (S. 195) rückt sie die „kollektive Bearbeitung von Anerkennungsproblematiken“ (S. 198) in den Mittelpunkt der Fragestellung. Sie arbeitet mit Gruppendiskussionen (in Schulen) und wertet diese mittels dokumentarischer Methode aus. So wird etwa die „Gruppe Pali“ präsentiert, eine Analyse des Diskurses über Anerkennung in einer Gruppe von neun 16-jährigen Jungen, die drei Jahre lang zusammen eine Klasse besuchen. Thema ist die Wahrnehmung von Geschlechterdifferenzen im Schüler-Lehrer-Verhältnis bzw. in der Institution Schule. Die Analysen zu den transkribierten Interviews werden ausschnittsweise präsentiert, danach die Frage der „geschlechtsspezifischen Benachteiligung“ der Jungen innerhalb der Schule diskutiert (S. 205 f.). Sie verweist auf geschlechterdifferenziertes Handeln der Lehrer und stellt fest, dass die Lehrkräfte „unterschiedliche Lern- und Verhaltenserwartungen sowie Anforderungen an Schüler und Schülerinnen stellen“ (S. 209) und auf geschlechtsspezifische Stereotypen zurückgreifen.

Michael Holzmayer greift im vorletzten Artikel den Begriff der sozialen Laufbahn von Bourdieu auf. Er betrachtet Habitusformationen von Lehramtsstudierenden, distanziert sich dabei von Konzepten biografischer Forschung. Mit diesem Fokus verwendet er das Instrument des narrativen Interviews, um „sowohl die strukturierende Struktur des Habitus als auch dessen strukturierte Struktur zu ergründen“ (S. 217). Der Autor operiert in der Auswertung des Materials mit der sogenannten „Sequenzanalytischen Habitusrekonstruktion“ (Kramer). In einer Fallanalyse werden die Prinzipien dieses Verfahrens ablesbar. Herausgearbeitet wird ein „deutlich familienorientierter, konventioneller und konservativer Habitus“, der zu den Strukturen des sozialen Feldes der Pädagogischen Hochschule ein Passungsverhältnis hat. Nach einer ausführlicheren Reflexion dieser Strukturen werden noch Folgerungen für Änderungen in der Ausbildung vorgeschlagen, und zwar die „Habitussensibilität“ als Form einer detaillierten Selbstreflexion in der Ausbildung zu verstärken.

Im letzten Artikel von Timo Schreiner ist der Ausgangspunkt das Verhältnis von Organisation und Biografie. Er analysiert die Frage, wie eine Bildungsinstitution – das Jugendamt wird als solche aufgefasst – mit der sozialen Kategorie „Homosexualität“ umgeht und was dies für die betroffene Person bedeutet (S. 236). Gerade im Kontext von Organisationen wird seit geraumer Zeit der Umgang mit Unterschiedlichkeiten unter dem Begriff von Vielfalt bzw. „diversity“ verhandelt und (unter anderem) das Geschlecht als soziales Produkt betrachtet. Der Autor hat als Basis seiner Forschung problemzentrierte Expert*innen-Interviews in Jugendämtern, und zwar auf allen Ebenen der Organisation, durchgeführt und verweist in einer Falldarstellung eines Amtsleiters auf die Bedeutung der eigenen biografischen Erfahrung mit Diskriminierungen, die er in seine pädagogische Tätigkeit einbringt. Mit der Analyse der biografischen Dimension sozialer Kategorien können – folgt man dem Autor – die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Organisation gut betrachtet werden.

Fazit

Das Buch ist eine wertvolle Publikation zur Frage, wie Ungleichheit in (Bildungs-)Institutionen und Biografien (re-)produziert wird. In den meisten Beiträgen wird auf biografische Materialien und Methoden zur Analyse von Strukturen bzw. Prozessen sozialer Ungleichheit zurückgegriffen. Mit dem Buch wird deutlich – oftmals Erkenntnisse quantitativer Sozialforschung zur (Bildungs-)Ungleichheit voraussetzend und voranstellend –, welche Forschungsfragen mit interpretativen Methoden bearbeitet werden, wie die Problematiken aufgegriffen und Erkenntnisse gewonnen werden.

Resümierend betrachtet werden Erkenntnisse zu vielfältigen Fragen einer stratifizierten Gesellschaft erlangt, wobei die Beiträge nicht nur um Themenschwerpunkte gruppiert sind, sondern ihnen gemeinsam ist, dass die den Zusammenhang zwischen biographischen und institutionellen Strukturen sowie sozialer Ungleichheit in Bildungsverläufen bzw. -systemen betrachten. Von Interesse ist dabei nicht die Verteilung ungleicher Ressourcen und Positionen aus statistischer Perspektive, sondern die zugrundliegenden Dynamiken ihrer Entstehung und Strukturreproduktion im Alltag sowie der Biografie von Betroffenen bzw. von Institutionen. Vermisst wird ein wenig eine stärkere (theoretische) Durchdringung des Zusammenhangs von Biografie, Bildung und sozialer Ungleichheit, die weder in der Einleitung noch in den beiden ersten Beiträgen tiefergehender geboten wird.

Literatur

Gerhard Jost. Rezension vom 21.02.2020 zu: Laura Behrmann, Falk Eckert, Andreas Gefken (Hrsg.): „Doing inequality“. Prozesse sozialer Ungleichheit im Blick qualitativer Sozialforschung. Springer VS (Wiesbaden) 2018. ISBN 978-3-658-07419-7 [Rezension bei socialnet]. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/​26266.php

Schiek, Daniela/​Ullrich, Carsten G/Blome, Frerk. Generationen der Armut. Zur familialen Transmission wohlfahrtsstaatlicher Abhängigkeit. Springer VS (Wiesbaden) 2019.


Rezension von
ao. Univ.Prof. Dr. Gerhard Jost
Mitarbeiter am Institut für Soziologie und empirische Sozialforschung, WU, Wirtschaftsuniversität Wien, Department für Sozioökonomie.
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Zitiervorschlag
Gerhard Jost. Rezension vom 15.01.2021 zu: Dominik Wagner-Diehl, Birthe Kleber, Katharina Kanitz (Hrsg.): Bildung, Biografie, Ungleichheit. Beiträge der Biografieforschung zum Verhältnis von Bildung und sozialer Ungleichheit. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. ISBN 978-3-8474-2438-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27489.php, Datum des Zugriffs 08.03.2021.


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