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Stefanie Debiel, Fabian Lamp u.a. (Hrsg.): Fachdidaktik Soziale Arbeit

Cover Stefanie Debiel, Fabian Lamp, Kristin Escher, Claudia Spindler (Hrsg.): Fachdidaktik Soziale Arbeit. Fachwissenschaftliche und lehrpraktische Zugänge. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. 295 Seiten. ISBN 978-3-8474-2402-4. D: 35,00 EUR, A: 36,00 EUR.

Reihe: Theorie, Forschung und Praxis der Sozialen Arbeit - 20.
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Thema und Hintergrund

Die Hochschuldidaktik hat in den fünfzig Jahren ihrer Bemühungen um bessere Hochschullehre so tiefgreifende Kontroversen wie wechselhafte Konjunkturen erlebt. In den 1960ern an den Universitäten im kurzen Frühling der Demokratisierung, Modernisierung und gesellschaftskritischen Prüfung von Studieninhalten gestartet, kam sie in den 1980ern unter die Räder technokratischer, staatlich regulierter Studienreformen, litt unter mangelnder Nachfrage und Umsetzung, unter schwerer Kritik und versank in den 1990ern quasi in Bedeutungslosigkeit (Wildt 2013). Für die deutschen Fachhochschulen galten trotz der hochschuldidaktischen Begleitung ihrer Gründung vergleichbare Entwicklungen. Der erst 1995 erfolgten Gründung der Schweizer Fachhochschulen kam hingegen das Revival der Hochschuldidaktik in den 1990ern zugute.

Seit der Jahrtausendwende erlebt die Hochschuldidaktik im Windschatten von empirischer Bildungsforschung, Schulleistungsstudien, Bolognareform und digitalem Wandel einen massiven Bedeutungszuwachs – es kann von einem veritablen „Aufbruch in der Hochschullehre“ (Wehr 2007) gesprochen werden, der sich u.a. in der fast flächendeckenden Einrichtung von Kompetenzzentren für Hochschuldidaktik an den Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen Raum zeigt.

Gute Hochschullehre wird verstanden als professionelle Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten, Kompetenzen und Werten im jeweiligen Fach, unter Nutzung von Qualitätsmanagement und neusten hochschuldidaktischen Forschungsergebnissen, Lehrstrategien und -methoden. Sie soll nicht nur Professionals, sondern letztendlich auch mündige, kompetente und wertgefestigte Bürger hervorbringen (Heiner et al. 2016). Die Ergebnisse der empirischen Bildungsforschung über guten Unterricht wie z.B. von Hattie (Hattie et al. 2015) oder Meyer (2007) gelten dabei mit Anpassungen an den organisationalen Rahmen von Hochschulen und die Altersstufe junger Erwachsener durchaus auch in der Hochschuldidaktik („what’s good for the goose, is good for the gander“ (Walberg 1984).

Der hochschuldidaktische Boom bahnte auch in einer Reihe von Studienrichtungen, wie Medizin, Jura oder Wirtschaft den Weg für eine eigene Fachdidaktik. Anders in der Sozialen Arbeit – obwohl in deren Studiengängen hochschuldidaktische Konzeptionen und Diskurse existieren, fehlt eine für die Soziale Arbeit spezifische Fachdidaktik bis heute. Das Buch setzt hier einen Meilenstein.

Herausgeber*innen und Autor*innen

Die Herausgeberschaft besteht aus Mitgliedern der Fachgruppe „Soziale Arbeit in der Lehre“ der DGSA. Die Autorinnen und Autoren forschen, lehren und arbeiten an neun Fachhochschulen für Soziale Arbeit in der nördlichen Hälfte Deutschlands.

Aufbau und Inhalt

Das Buch besteht aus vier Hauptteilen. Auf eine Einführung ins Thema Soziale Arbeit in der Lehre folgen fachdidaktische Grundüberlegungen. Danach werden sieben Lehrkonzepte zur Vermittlung von Theorie/n Sozialer Arbeit vorgestellt. Der vierte Teil stellt sechs Konzepte praxisintegrierender Lehrveranstaltungen vor.

Die Einführung der Herausgeber rahmt die Lehre in Sozialer Arbeit historisch-systematisch als hochschuldidaktisches Wechselspiel theorie- und praxisbezogener Professionalisierungsprozesse. Sie stellt die Frage nach der Existenz bzw. Notwendigkeit einer Fachdidaktik Sozialer Arbeit und gibt eine Übersicht über die Beiträge des Bandes.

Teil II Fachdidaktische Grundüberlegungen

Claudia Schindler nähert sich in ihrem Beitrag Fragen zum Lehren und Studieren in der Sozialen Arbeit aus hochschuldidaktischer Perspektive. Sie beschreibt die Spannung zwischen Bildungsanspruch und Hochschulrealität und zeigt die Entwicklung der Fachhochschulen für Soziale Arbeit und ihrer Studienmodelle auf. Sie skizziert den Qualifikationsrahmen und das Kerncurriculum Soziale Arbeit als Rahmen. Der Beitrag gibt ein Gesamtbild der berufspolitischen und hochschulischen Entwicklungen und Frames.

Fabian Lamp adressiert in seinem Beitrag Diversität als Zielperspektive in den Studiengängen der Sozialen Arbeit. Er setzt dabei postmoderne gendertheoretisch-differenzsensibel-dominanzkritische Theorien als zentrale didaktische Prinzipien. Als Ausbildungsinhalte sind diese unbestritten. Warum sie jedoch eine derart zentrale hochschuldidaktische Rolle in Studiengängen Sozialer Arbeit spielen sollten, mit einem erheblichen Risiko der Grenzverwischung zwischen wissenschaftlich fundiertem Studium und PC-Aktivismus, erschließt sich nicht.

Teil III Theorie/n Sozialer Arbeit und deren Vermittlung

Zur Theorie der/Theorien in der Sozialen Arbeitsystematisiert Stefanie Debiel in ihrem Beitrag den fachwissenschaftlichen Diskurs. Sie untersucht fünf bekannte Lehrbücher zum Thema (Engelke et al. 2018; Hammerschmidt et al. 2017; Lambers 2018; May & Schäfer 2018; Sandermann & Neumann 2018) und typisiert sie. Der Beitrag fokussiert überwiegend auf Lehrinhalte mit einem kurzen didaktischen Ausblick am Ende.

Zur Didaktik der Geschichte Sozialer Arbeitberichtet Carsten Müller in seinem Beitrag. Er macht Bezüge zur schulischen Geschichtsdidaktik und adaptiert diese für den hochschulischen Kontext. Das Lehrkonzept wird detailliert beschrieben. Metadidaktische Kommentare und konkrete Unterrichtsbeispiele zeigen die Unterrichtspraxis anschaulich auf.

Claudia Spindler beschreibt zum Thema Grundbegriffe und Konzepte der Sozialen Arbeit ein traditionelles Seminarformat mit Lektüre, Gruppenarbeit, sowie mit Referaten und Lernkarten/​Thesenpapieren von Studierenden als Herzstück.

Ein Seminar zur Einführung in ausgewählte Theorien beschreibt Fabian Lamps zweiter Beitrag – auch dies ein traditionelles Seminarformat mit Texten zu Böhnisch, Thiersch und Staub-Bernasconi. Die Lernarchitektur ist angelegt mit Lektüre, Kurzvorträgen und Diskussion, mit der Bearbeitung eines Fallbeispiels aus Perspektive der drei Theorien und einer mündlichen Prüfung, gestützt durch ausführliche Mindmaps des Dozenten zu den vermittelten Theorien.

Den Gegenstandsbereich der Sozialen Arbeit erschließt Stefanie Debiels Beitrag zu einem Lehrkonzept zu Theorien. Das klassische 2-SWS-Seminar mit Kurzreferat/​wahlweise Portfolio sowie einer mündlichen Prüfung wird hochschuldidaktisch auf Ouden & Rottländer (2017) gestützt. Im Seminar werden fünf Theorien jeweils zwei bis drei Sitzungen gewidmet und mit Lektüre und aktivierenden Methoden im Seminar bearbeitet. Die hermeneutische Grundlegung lässt viel Diskussionsarbeit im Seminar vermuten.

Zum Lebensbewältigungsansatz von Lothar Böhnisch beschreibt Sandra Meusel ebenfalls ein 2-SWS-Seminar. Sie nutzt die in der Hochschuldidaktik kaum verbreitete Gestaltpädagogik zur Verbindung fachlicher, lebensweltlicher und biographischer Perspektiven im Seminar. Die didaktische Anlage zielt darauf, neben fachlichen Impulsen persönliche Bezüge bei den Studierenden zu wecken und den Ansatz von Böhnisch lebensnah zu vermitteln.

Ein Lektüreseminar zur Vertiefung von Theorien skizziert Leonie Wagner in ihrem Beitrag. Vier SWS über ein halbes Semester hinweg werden dort Texte zu Theorien der Sozialen Arbeit schrittweise laut vorgelesen und gemeinsam diskutiert. Als Lehrziel wird u.a. die Auflösung von „Illusions of Knowing“ (Krapp & Weidenmann 2006, S. 455) zu Theorien adressiert. Die Autorin konzediert, dass das Format teils zu erheblichen Ermüdungserscheinungen des Publikums führt. Den Rezensenten versetzte dieses Lehr-Lernformat eher ins mittelalterliche Kloster, wo Mönchen und Nonnen zu Mahlzeiten biblische Texte vorgelesen wurden, als an eine Hochschule des 21.Jahrhunderts.

Teil IV Praxisintegrierende Professionalisierungsprozesse

Die Bedeutung praxisintegrierender Lehr-Lernsettings thematisiert Harmsen im ersten Beitrag des Abschnitts. Er referenziert diese ohne Bezüge zur Allgemeinen Hochschuldidaktik auf Konzepte aus der Sozialen Arbeit: Professionelle Identität (Becker-Lenz 2012), Habitus (Oevermann 1996) und reflexive Professionalität (Dewe & Otto 2012). Er verdeutlicht den unverzichtbaren Beitrag praxisintegrierender Module zur Professionalität werdender Fachkräfte. Als Lernorte erscheint Bekanntes – Praktika, Exkursionen, Fallseminare, Projektarbeit und Forschungswerkstätten. Harmsen kritisiert ein von ihm „Vermittlungsmodell“ genanntes Lehr-Lernverständnis, das auf „Beibringen“ und „Praxisnutzen“ als Learning Outcomes zielt. Seine Kritik, dass „Online-Studiengänge, digitale Lehrveranstaltungen und minimalistische duale Studiengänge“ vermittlungsbasierte Trends zusätzlich stützen, werden Berufsakademien und duale Studiengänge allerdings kaum teilen.

Zur kollegialen Beratung und Supervision, einem seit vielen Jahren etabliertem Element der Praxisausbildung berichten Susanne Freßdorf und Kristin Sonnenberg. Die Praktika (70 und 30 Arbeitstage) sind kurz. Das Seminar stellt eher ein Praktikums-Begleitseminar dar, mit vielen einführenden Elementen (Orientierung und Selbstklärung zum Praktikum, Vorstellen der Praxiseinrichtungen, Rollenverständnis) und nur wenigen Einheiten Supervision/​kollegiale Beratung.

Die Praxis verstehen mit rekonstruktiven Perspektiven in der Praktikumsbegleitung lehrt Kristin Eschers Seminarkonzept. Das Seminar begleitet berufspraktische Phasen von 750 Stunden (95 Arbeitstage, d.h. zwei plus zweieinhalb Monate Praktikum). Die Ziele der Praxisphasen liegen naturgemäß eher im Kennenlernen eines potenziellen Arbeitsfelds als im substanziellen Kompetenzerwerb im Feld. Die Praktikumsperspektiven scheinen über die rekonstruktive Orientierung mit (selbst-)ethnographischen Protokollen stark didaktisiert und hochschulisch gesteuert und die Rekonstruktion, Reflexion, Dokumentation und Präsentation von echter und substanzieller Praxis-, Arbeits- und Handlungserfahrung sehr aufwändig.

Thomas Harmsen beschreibt ein Modul zum Projektstudium mit 36 ECTS-Punkten, das Studierenden im vierten und fünften Semester des BA-Studiengangs hilft, eigenständiges berufliches Handeln zu erproben und einzuüben. 180 Präsenzstunden über zwei Semester ergeben ca. sechs Stunden wöchentliche Praxis über zwei Semester, begleitet von Lehrveranstaltungen mit sechs SWS. Die Größe der Projektgruppen liegt zwischen 7 und 15 Personen, die Projekte werden von Praxisstellen begleitet. Als Prüfungsform fungiert ein Referat und der Projektbericht (vermutlich der Gruppe).

Cordula Borbe und Diana Skyba beschreiben das Praktikums- und Begleitkonzept ihrer Hochschule. Ein fünfmonatiges Praktikum (100 zusammenhängende Tage) im fünften BA-Semester wird flankiert von Mentorat, Praxisanleitung, Supervision und Begleitseminar. Die Studierenden erstellen ein Ausbildungsprogramm, arbeiten in einer Institution, erhalten Supervision und Begleitung. Sie reflektieren ihr Praktikum in einem Bericht und verteidigen diesen in einer mündlichen Prüfung.

Thomas Markert beschreibt im letzten Beitrag ein hybrides Begleitseminar zur Begleitung von In- und Auslandspraktika. Er zeigt die Rahmenbedingungen und Herausforderungen der hybriden Begleitung auf Distanz per Videochat auf und beschreibt die technischen Voraussetzungen hybrider Formate sowie seine Erfahrungen mit dem Seminar.

Diskussion

Die Ankündigung des Buchs im Frühling 2020 weckte bei mir als Dozenten mit einer seit über 20 Jahren intensiven Beschäftigung mit Hochschuldidaktik große Hoffnungen: Eine systematisch aus hochschuldidaktischen Erkenntnissen, Konzepten und Methoden abgeleitete und differenzierte Fachdidaktik Sozialer Arbeit ist seit Jahren überfällig. Dabei gälte es, die besonderen Herausforderungen der Sozialen Arbeit in didaktische Konzepte zu Professionalität und beruflicher Handlungskompetenz zu übersetzen und dabei eine Verbindung von deklarativem, prozeduralem, episodischem, strategischem und Metawissen zu erzeugen, getragen von professionellen Wertvorstellungen, Motivlagen und Handlungsdispositionen (Cranach & Bangerter 2000).

Das Buch hinterlässt mich ernüchtert. „Fachwissenschaft und Lehrpraxis“ – bereits der Untertitel drückt eine ausgeprägte Engführung auf Soziale Arbeit als Disziplin und Profession aus. Die Bezüge zur allgemeinen Hochschuldidaktik schöpfen eher aus Einführungsbüchern für Novizen der Hochschullehre (Brendel et al. 2019; Ouden & Rottlaender 2017) als aus vertiefter hochschuldidaktischer Expertise. Die Folge ist ein latentes Missverständnis in einigen Beiträgen – dass Fachdidaktik primär Wissensbestände des eigenen Fachs aufnehmen dürfe. Im Beitrag von Harmsen werden zudem didaktische Antagonismen aufgemacht, die lehr-lernpsychologisch kaum haltbar sind: Vermittlung und Aneignung von Wissen wird als Scheingegensatz und seine reflexive Relationierung als exklusives Merkmal von Professionen dargestellt. Dabei stellen alle drei Elemente notwendige Bestandteile von Lehr- und Lernprozessen dar: Situiertes Lernen (Gerstenmaier 2002) ist kein Privileg von Professionen.

Die einzelnen Beiträge zeigen solide, aber traditionelle Lernarchitekturen. Explorative und lernerzentrierte Lehrkonzepte fehlen, was angesichts des Diversity-Framings von Lamp zu Beginn erstaunt. Die erfolgreichen dualen Studiengänge werden als minimalistisch entwertet, das ist bedauerlich. Bei aller Kompetenzrhetorik ist ebensolche Didaktik am ehesten in den praxisintegrierenden Lehrkonzepten erkennbar. Die vorgestellten Leistungsnachweise und Prüfungen (schriftliche und mündliche Prüfung, Referat, schriftliche Arbeit und Portfolioeintrag) machen Kompetenzen kaum prüfbar, denn das erforderte Performanzleistungen der Studierenden, bei denen man diesen beim Handeln zusehen und sie darüber reflektieren hören können müsste.

Die Chancen der Digitalisierung in der Hochschulbildung werden verpasst. Online- und Blended-Learning-Modelle werden als „Vermittlungsmodell“ diskreditiert, während gleichzeitig das Niveau digitaler und multimedialer Elemente in den vorgestellten Lehrkonzepten bescheiden bleibt: Lernplattformen, interaktive E-Learning-Tools, WBTs, Virtual Reality, die Vielzahl an Möglichkeiten, mit Video zu arbeiten, Online-Exams, virtuelle Kollaboration, Inverted Classroom – von Markerts Beitrag zum hybriden Begleitseminar im Auslandspraktikum einmal abgesehen weitgehend Fehlanzeige. Das Hochschulforum Digitalisierung oder e-teaching.org scheinen unbekannt. Man fragt sich – Stand 02.11.2020 – wie die neun involvierten Hochschulen bei diesem Stand der Digitalisierung die vielleicht corona-erzwungenen drei Semester „Emergency Remote Teaching“ bewältigen werden.

Beiträge zur Didaktik methodischen Handelns und Methoden Sozialer Arbeit wurden nicht in den Band aufgenommen und Lehrkonzepte zu Kernkompetenzen wie Hilfeplanung oder Prozessgestaltung, Kasuistik, Kommunikation und Gesprächsführung, Beratung und sozialer Gruppenarbeit fehlen ebenso wie solche zur Berufsethik oder Persönlichkeitsentwicklung (Studer et al. 2019). Das wären zwingende Elemente jeder Fachdidaktik Sozialer Arbeit. Dass Studierende das Lernen gelernt haben, scheinen alle Lehrkonzepte vorauszusetzen: Lehrkonzepte zu Lernstrategien, Selbst- und Zeitmanagement im Studium fehlen ebenso wie zukunftsorientierte Ideen zur Vermittlung von 4C-Future-Skills (Schleicher, o.J.) oder experimentelle Lehr-Lernformate – immerhin eine große Chance für weitere Publikationen.

Fazit

Ernst Engelke schrieb 1996 in „Soziale Arbeit als Ausbildung“: „Das Unbehagen an der Ausbildung von Sozialarbeiterinnen, Sozialarbeitern und Sozialpädagog(inn)en hat bereits vor Jahren eine größere Zahl von Hochschulen veranlasst, neue Konzepte für das Studium zu erarbeiten und entsprechende Modelle in der Praxis zu erproben“ (Engelke 1996). Das scheint Vergangenheit – das Buch vermittelt, von einigen Beiträgen abgesehen, ein Bild sehr traditioneller Fachhochschullehre in Sozialer Arbeit.

Als Impuls ist das Buch überfällig und für den grundsätzlichen Impuls ist zu danken. Vielleicht markiert es den Beginn eines lebendigen Diskurses zur Fachdidaktik Sozialer Arbeit. Nächste Schritte drängen sich auf – eine systematisch-theoretische Grundlegung von Fachdidaktik der Sozialen Arbeit und der Einstieg in den Diskurs um innovative und zukunftsgerichtete Lehr-Lernkonzepte.

Literatur

Becker-Lenz, R. (2012). Professionalität Sozialer Arbeit und Hochschule: Wissen, Kompetenz, Habitus und Identität im Studium Sozialer Arbeit. Wiesbaden: Springer VS.

Brendel, S., et al. (2019). Kompetenzorientiert lehren an der Hochschule. Opladen Toronto: Verlag Barbara Budrich.

Cranach, M. v. & Bangerter, A. (2000). Wissen und Handeln in systemischer Perspektive: Ein komplexes Problem. In: Mandl, H./Gerstenmaier, J. (Hg.). Die Kluft zwischen Wissen und Handeln: Empirische und theoretische Lösungsansätze. Göttingen: Hogrefe. S. 221–252.

Dewe, B. & Otto, H.-U. (2012). Reflexive Sozialpädagogik: Grundstrukturen eines neuen Typs dienstleistungsorientierten Professionshandelns. In: Thole, W. (Hg.). Grundriss Soziale Arbeit. Wiesbaden: Springer VS. S. 197–217.

Studer, J./Abplanalp, E. & Disler, S. (2019). Persönlichkeitsentwicklung in Hochschulausbildungen fördern: Aktuelles aus Forschung und Praxis. Bern: HEP-Verlag.

Engelke, E., et al. (2018). Theorien der Sozialen Arbeit eine Einführung. Freiburg im Breisgau: Lambertus.

Engelke, E. (1996) (Hg.). Soziale Arbeit als Ausbildung: Studienreform und -modelle. Freiburg i.B.: Lambertus.

Gerstenmaier, J. (2002). Situiertes Lernen. In: Perleth, C./Ziegler, A. (Hg.). Pädagogische Psychologie. Grundlagen und Anwendungsfelder. Bern: Huber.

Hammerschmidt, P., et al. (2017). Zeitgenössische Theorien Sozialer Arbeit. Weinheim: Beltz Juventa.

Hattie, J., et al. (2015). Lernen sichtbar machen. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren.

Heiner, M., et al. (2016). Was ist „Gute Lehre“? Perspektiven der Hochschuldidaktik. Bielefeld: Bertelsmann.

Krapp, A. & Weidenmann, B. (2006). Pädagogische Psychologie: ein Lehrbuch. Weinheim: Beltz Verlag.

Lambers, H. (2018). Theorien der Sozialen Arbeit ein Kompendium und Vergleich. Opladen Toronto: Verlag Barbara Budrich.

May, M. & Schäfer, A. (2018). Theorien für die Soziale Arbeit. Baden-Baden: Nomos.

Meyer, H. L. (2007). Was ist guter Unterricht? Berlin: Cornelsen Scriptor.

Oevermann, U. (1996). Theoretische Skizze einer revidierten Theorie professionellen Handelns. In: Combe, A./Helsper, W. (Hg.). Pädagogische Professionalität. Untersuchungen zumTypus professionellen Handelns. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Wissenschaft. S. 70–182.

Ouden, H. & Rottlaender, E.-M. (2017). Hochschuldidaktik in der Praxis: Lehrveranstaltungen planen – ein Workbook.

Sandermann, P. & Neumann, S. (2018). Grundkurs Theorien der Sozialen Arbeit. München: Ernst Reinhardt Verlag.

Walberg, H. J. (1984). Improving the Productivity of America’s Schools. In: Educational Leadership. 41. Jg. (8). S. 19–27

Wehr, S. (2007). Aufbruch in der Hochschullehre Kompetenzen und Lernende im Zentrum Beiträge aus der hochschuldidaktischen Praxis. Bern: Haupt.

Wildt, J. (2013). Entwicklung und Potenziale der Hochschuldidaktik. In: Heiner, M./Wild, J. (Hg.). Professionalisierung der Lehre: Perspektiven formeller und informeller Entwicklung von Lehrkompetenz im Kontext der Hochschulbildung. Bielefeld: Bertelsmann. S. 27–57.

Internetquellen

https://hochschulforumdigitalisierung.de

https://www.e-teaching.org

https://www.oecd.org/general/​thecasefor21st-centurylearning.htm


Rezension von
Dr. rer. soc. Wolfgang Widulle
Homepage www.widulle.ch
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Zitiervorschlag
Wolfgang Widulle. Rezension vom 13.11.2020 zu: Stefanie Debiel, Fabian Lamp, Kristin Escher, Claudia Spindler (Hrsg.): Fachdidaktik Soziale Arbeit. Fachwissenschaftliche und lehrpraktische Zugänge. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. ISBN 978-3-8474-2402-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27491.php, Datum des Zugriffs 29.11.2020.


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ISSN 2190-9245

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