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Stephan Straßmaier: Versuch über die Weisheit

Cover Stephan Straßmaier: Versuch über die Weisheit. Machiavelli versus Epikur, Konfuzius, Lao-tse, Sokrates, Jesus, Kant. Logos Verlag (Berlin) 2020. 372 Seiten. ISBN 978-3-8325-5066-0. D: 48,00 EUR, A: 49,30 EUR.
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Autor

Dr. phil. Stephan Straßmaier ist Diplom-Psychologe und Fachbuchautor.

Entstehungshintergrund und Thema

Das im Titel angekündigte Leitthema des Buchs vermag sofort großes Interesse und Neugier zu wecken. Der Autor kokettiert zwar in den ersten Zeilen mit dessen vermeintlicher Obsoleszenz, weiß jedoch um den Wert seines Anliegens. Weisheit mag einen etymologischen Beiklang von betagtem Gelehrtentum enthalten, ist aber für unser aller Lebenspraxis von grundsätzlicher Bedeutung. Sie ist zugleich ein beschworenes Mittel zum Zweck und ein anstrebenswerter Zweck an sich: ein weiser Mensch wüsste zum einen vermutlich genau, wie man sowoh ‚gut‘ als auch ‚richtig‘ leben sollte, wäre dadurch zum andern per se schon ein ‚besserer‘ Mensch. Gerade in der heutigen, von „planetar verwüstenden und sozial fragwürdigen hyperegoistisch-kurzfristigen Vorteilssuche“ gekennzeichneten Zeit sei eine in Weisheit begründete, „praktisch orientierte Lebensphilosophie“ sinnvoll – so Straßmaier (S. 13); und, so könnte ergänzt werden, auch vonnöten.

Aufbau

Das Buch ist in zehn Kapitel untergliedert. Auf die Einleitung (Kap. 1) und eine Zusammenfassung der modernen psychologischen Weisheitsforschung (Kap. 2) folgt eine Diskussion der einzelnen philosophischen Grundpositionen, die mit den Namen der von ihm gewählten Gelehrten – von Niccolò Machiavelli über Epikur, Konfuzius, Lao-tse, Sokrates und Jesus bis Kant – zusammenhängen. Abgeschlossen wird das Buch mit dem „Versuch einer begrifflichen Rekonstruktion und semantischen Heuristik [von der Weisheit]“ (Kap. 10).

Inhalt

Das Thema der Weisheit wird gleich zu Beginn als „etwas kolossal Überzeitliches, Überweltliches“ präsentiert: ein „gewissermaßen immerwährendes ontisches Mysterium, dem man vor allem religiös oder lyrisch musikalisch nahezutreten vermag“ (S. 14). Straßmaiers ambitioniertes Unterfangen besteht dennoch darin, unter Berufung auf Erkenntnisse und Positionen der modernen psychologischen Weisheitsforschung einerseits und in detaillierter Auseinandersetzung mit den Lehren der von ihm gewählten bedeutenden Philosophen andererseits das Thema in interdisziplinärer Perspektive wissenschaftlich zu erschließen; ferner auch, einen Konsens darüber, wie man Weisheit theoretisch zu verstehen und praktisch zu leben vermöchte, herzustellen.

Bereits in Kapitel 2 gewinnt man einen Einblick in die psychologischen Diskussionen über die Weisheitsproblematik, erfährt darüber hinaus auch gleich mehr über die fachliche Verortung des Autors selbst. Ein tragendes Konzept des Text ist das sog. MORE-Life-Experience-Model von Glück und Bluck, das Weisheit als die Fähigkeit zur 1) Meisterung lebensgeschichtlicher Herausforderungen, 2) Offenheit gegenüber anderen und neuen Perspektiven, 3) Reflektiertheit bei der Auswertung und Interpretation von Erfahrungen und Geschehnissen, die sich auch in der Ambiguitätstoleranz abzeichne, sowie 4) Empathie und Emotionsregulierung konzeptualisiert. Der Autor merkt allerdings an, dass Weisheit „fernerhin generell über die logische, soziale oder emotionale Intelligenz“ hinausgehe und „auch nicht mit Kreativität identisch“ sei (S. 33). Dieses theoretische Modell wird sodann in Anlehnung an Monika Ardelt um zwei weitere wesentliche Aspekte ergänzt, und zwar das Verlangen nach Wahrheit einerseits, die Fähigkeit zu Selbsttranszendenz (und mitleidvoller Liebe) andererseits (S. 37 ff.). Des Weiteren spricht Straßmaier noch eine Dimension der Weisheit an: Eudaimonie, die sich als eine gelungene und von Ausgeglichenheit gekennzeichnete Lebensführung verstehen lässt und oft als Glückseligkeit umschrieben wird.

Anhand dieser Ausführungen wird auch klarer, was die Wahl der zu diskutierenden Philosophen genau geleitet hat. Bei der Besprechung ihrer Lehren fokussiert der Autor nämlich diejenigen Dimensionen und Aspekte, die seinem erweiterten Weisheitskonzept entsprechen: die selbsttranszendierende Nächstenliebe Jesu beispielsweise, oder die von Schmerzen weitgehend befreite glückselige Lebenskunst Epikurs. Die Selektion scheint zunächst einigermaßen plausibel, wenn auch nicht ganz unangreifbar. Einen möglichen Einwand spricht der Autor im Übrigen selbst an: man möge sich fragen, warum nicht auch Siddhartha Gautama und die buddhistischen Sätze berücksichtigt worden seien. Diese Entscheidung begründet er damit, dass „[w]ir […], wie es den Anschein macht, einfach keine ‚ontischen Sträflinge‘ [sind], die auf diesem Planeten gewissermaßen ihre Zeit ‚absitzen‘ und im besten Fall nur hoffen können, niemals wieder zu leben“ (S. 17). Aus demselben Grund heraus verzichte Straßmaier, wie er sagt, auch auf die Berücksichtigung der Stoa.

Eine Voraussetzung für ein,weises‘, psychisch gesundes und bewusst lustvolles, genauer: lustvolles und daher gesundes Leben sieht der Autor in der „Lösung von pathologischen Panzerungen“ (S. 39). Dabei bezieht er sich zentral auf Wilhelm Reich und dessen Orgon-Lehre. Obwohl Straßmaier in der Fußnote 157 selbst einräumt, dass die Annahme einer physikalisch realen Orgonenergie „leider etwas esoterisch“ klinge (S. 43), sind Reichs Theorien ein grundsätzlicher Eckpfeiler des dargestellten Weisheitskonzepts: „in einer Erweiterung der Denkansätze [müsste] das sehr grundlegende Konzept von Reich zur orgastischen Potenz besser in den Fokus gerückt werden. ‚Weise zu sein‘ kann deshalb wahrscheinlich nicht nur heißen, sich selbst in einem ‚stillen Ich‘ bewusst zurückzunehmen und als Lebensexperte klüger zu werden, sondern implizierte nach unserer Ansicht ferner und zentral die wahrhaftige funktionale Änderung der Person“ (S. 47). Mit anderen Worten sei Weisheit keine rein kognitiv-emotionale,Kompetenz‘, sondern eine umfassende psychophysiologische Kondition.

In den darauffolgenden Kapiteln 3 bis 9 geht Straßmaier auf die Lehren der im Untertitel des Buchs angekündigten Philosophen ein, die er unter Bezugnahme auf die Originalschriften und zahlreiche Sekundärquellen differenziert und detailreich diskutiert und sowohl miteinander vergleicht als auch vor dem Hintergrund des von ihm skizzierten erweiterten Weisheitskonzept in Perspektive setzt.

Die Zentralität Reichscher Theorien für Straßmaiers Abhandlung über die Weisheit zieht dennoch auch spezifische methodologische Folgen nach sich. Den interdisziplinären Spagat zwischen (klinischer) Psychologie und Philosophie (ferner auch Politologie), mit dem das Buch beworben wird, versucht der Autor durch psychoanalytisch-psychiatrische Auslegung sowohl der zitierten Lehren als auch deren Urheber zu bewerkstelligen. So „offenbart uns Kant, wie wir mit Reich konstatieren, seine neurotische Verkrampftheit“, denn er sei in seiner Pflichtethik dem lustvollen Leben gegenüber skeptisch gesinnt (S. 318). Sokrates wird angesichts seiner „ständigen Hinterfragungen“ (den Wesenskern der sog. sokratischen Methode) ein „Wiederholungszwang“ diagnostiziert, was hier keineswegs metaphorisch, sondern als Äußerung „einer tödlich-unvorteilhaften tiefenpsychologischen Dynamik“ (S. 231) klinisch zu verstehen wäre. Auch Konfuzius wird für die starke Regelorientierung seiner Lehren einer „Tendenz zum Zwangscharakter“ bezichtigt (S. 155). In Bezug auf Lao-Tses Tao Te King, wo „[ü]ber hedonistische Belange […] kein Wort verloren [wird] – Geschlechtsverkehr, Lebenslust und Freude wurden nicht direkt angesprochen und damit weithin ausgespart“ –, attestiert der Autor „[g]anz abstrakt und ohne Bezug auf irgendein Individuum […] dem Text […] eine Tendenz zu einer schizoiden Weltsicht“ (S. 196). Dennoch erfährt Lao-Tse insgesamt eine vergleichsweise positive Bewertung. Das für seine Lehren bedeutsame Konzept des Qi „wäre, wenn es sie gibt, wohl am wahrscheinlichsten die Lebensenergie Reichs“ (S. 192). In taoistischen Praktiken sieht der Autor daher auch ein Versprechen der Überwindung von „sekundär-rigiden Ich-Funktionen“ – d.h. Egoismus – und „die Lösung des Panzers unter Freiwerdung pulsativer Empfindungen“ (S. 193). Ferner werden auch Epikurs Ideale der gesunden Glückseligkeit im Privaten tendenziell befürwortet. Doch „[e]ine Garantie für das geradezu überirdische Glück auf Erden auszusprechen, scheint wahrhaft zu viel des Guten“ (S. 101); womöglich sei Epikurs „Philosophie u.U. auch ein Produkt psychischer Störungen [gewesen]“ (S. 100 f.). Vermutet wird in dem Fall ein „autoritär-narzisstische[r] [Größenwahn] des alternden,Gurus‘“ (S. 101). Bei den Lehren Jesu werden die Reichschen Ansätze besonders aktiv bemüht. Nach diesen werde „die ‚Liebe Gottes‘ als tief befriedigende, liebend-sexuelle Verschmelzung […] zum eigentlichen Quell der insbesondere christlich religiösen Vorstellungen“ (S. 261). Um jene „empirisch bislang (noch) nicht hochevident genug nachgewiesen[e]“ Annahme aufrechterhalten zu können, schlägt der Autor vor, „die Lehren des neutestamentarisch überlieferten Jesus nicht eins-zu-eins (wie sie in der Bibel stehen) zu interpretieren“ (S. 261), denn diese seien (v.a. hinsichtlich des Auferstehungsmythos) sehr wohl durch psychologische Reaktionen der Nahestehenden auf den Tod Jesu verzerrt (S. 262). Aus klinischer Sicht problematisch seien laut Straßmaier zwar v.a. die Apostel, die die gesunden Lehren der Gründerfigur in gewisser Weise nachhaltig wirksam pervertierten. Auf eine fachliche Spekulation über die psychischen Eigenschaften des Nazareners selbst (obwohl diese, wie er schreibt, zugestandenermaßen müßig sei) verzichtet der Autor aber auch hier nicht gänzlich und gibt zu bedenken, dass im Hinblick auf Jesus die Mutmaßung „einer latenten (psychisch für Außenstehende unsichtbaren) märtyrermäßigen Suizidalität“ aufkommen könnte (S. 267). Wissen, Vernunft, Einsicht, praktische Klugheit, moralisch-ethische Aufrichtigkeit, Nächstenliebe reichten also noch nicht aus, um Weisheit auszumachen. Die vom Autor stets betonte hedonistische Glückseligkeit als deren sine qua non könnte sich aber auch als prekärer Selbstbetrug erweisen, wenn sie nicht „körperlich wahr“, also „befreit von pathologischen Panzerungen“ ist (S. 121).

Am wenigsten wird Weisheit dem Staatsphilosophen Machiavelli bescheinigt. Der Autor geht mit dem Gelehrten in jenem eigens gewidmeten Kapitel 3 zwar ebenfalls differenziert und behutsam um, ja spielt geradezu einen advocatus diaboli, räumt ein, dass „für seine Zeit und seine historische Kenntnis […] das Menschenbild des Florentiners nicht als erwiesen grob unzutreffend beurteilt werden“ müsse (S. 63), zitiert auch Machiavellis persönliche Ansichten über die Unversöhnlichkeit einer menschenfreundlichen Lebensführung als Privatbürger mit den Belangen einer politischen Machtposition: „Diese Mittel [u.a. der Zerstörung und Vertreibung nach der Machtergreifung eines neuen Fürsten] sind grausam und lebensfeindlich. Nicht nur als Christ, sondern auch aus Menschlichkeit soll jeder sie meiden und lieber als unbekannter Bürger leben denn als König zum Verderben so vieler Menschen [Hervorhebung v. Verf.]“ (S. 80). Dennoch geht der derartig gerächte „gottlose Jesus“ Machiavelli (S. 84) in den nachfolgenden Kapiteln in einer Gestalt auf, die gefühllos-manipulative Charakterzüge besäße und gerade deshalb auch machiavellistische Philosophie vertriebe.

Im abschließenden Kapitel 10 zieht Straßmaier sodann das Fazit, wie Weisheit nicht nur philosophisch-abstrakt zu verstehen sondern auch alltäglich-praktisch zu leben wäre: als „innerhalb des besten verfügbaren rationalen Wissens die ‚vor der Ewigkeit‘ am sinnvollsten, besten, klügsten scheinende Existenzform“ (S. 352). Weise sei, ein ‚gutes‘ – also lustvoll[es] und prosozial gerechtes, vernünftiges und „i.S. des psychologisch sowie physiologisch optimalen (d.h. auch orgastisch potenten) Funktionierens“ gesundes – Leben anzustreben (ebd.).

Diskussion

Trotz des an sich hochinformativen Charakters der Abhandlung und ihres Detailreichtums ruft das methodologische Vorgehen Straßmaiers zunächst einige Fragen hervor. Zum einen erscheint mir als studierte Literaturwissenschaftlerin die Gleichsetzung der anhand ihrer Schriften besprochenen Autoren mit ihnen als Personen, die sodann auch stellenweise in deren klinischen Diagnosen mündet, ein unzulässiges Unterfangen. Ferner stellt sich (zumindest aus der kulturpsychologischen Perspektive) auch die Frage der Kommensurabilität der zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen soziokulturellen und historischen Kontexten entstandenen Weisheitslehren einerseits, der Aussagekraft ihrer Bewertung im Lichte Reichscher Orgon-Theorie andererseits. Zwar räumt Straßmaier immer wieder ein, dass ein universelles, in allen Lebenssphären und Problemlagen vorbehaltlos anwendbares Weisheitskonzept weder möglich noch sinnvoll sei. Dennoch zielt die zum Schluss erneut vorgenommene Öffnung des Weisheitskonzepts höchstens auf individuelle Voraussetzungen ab: „‚Weise‘ wäre ja allererst, was einem Einzelmenschen in der ganz persönlichen Individualsicht als das langfristig beste (für sich und für alle) […] erschiene. Auch daher sollte ein starrer Forderungskatalog mit Lehrsätzen, über die keinesfalls diskutiert werden dürfte, die man nicht anpassen und verbessern können soll, fragwürdig sein“ (S. 338). Trotz der vom Autor mitunter unternommenen biographisch-historischen Ausführungen zu jedem der diskutierten Philosophen scheinen kontext- und epochenspezifische Rahmenbedingungen in seinen Schlussfolgerungen dagegen weitgehend unberücksichtigt zu bleiben. Im Endeffekt sei Weisheit ein biologistisches universelles Vermögen: „Das, was wir Weisheit nennen würden, referierte […] u.E. […] auf die ungebremste organismische Pulsation des Lebendigen, wäre indes konkret-emotionell nicht festgelegt – aber sehr der Lust als Selbst- und Lebensliebe im weiteren Sinne zugeneigt“ (S. 334).

Vordergründig werfen die meisten Standpunkte des Autors erst dann kritische Fragen auf, wenn man sich auf die Weltsicht Wilhelm Reichs nicht vorbehaltlos einlässt. Dies scheint allerdings auch das übergreifende hintergründige Problem der Abhandlung zu sein. Wie einigen Stellen zu entnehmen ist, räumt Straßmaier selbst ein, dass Reichs Theorien „noch nicht“ empirisch bewiesen seien. Bestenfalls stellen sie also zunächst Vermutungswissen dar. Sollen diese Ansätze widerlegt werden, zerfiele sodann das Theorieüberbau um die Weisheit ohne diese zentrale Tragsäule an seiner dogmatischen Last. Wenn sie wiederum objektiv wahrhaft sein sollten, stellte sich aber die Frage der Sinnhaftigkeit der im Buch unternommenen langwierigen Diskussion und wechselseitigen Gegenüberstellungen unterschiedlicher philosophischer Lehren. In gewisser Weise entpuppt sich der beworbene Disput um die Weisheit zwischen Machiavelli einerseits, Epikur, Konfuzius, Lao-tse, Sokrates, Jesus und Kant andererseits als müßig; am Ende werden sie und ihre Lehren an denen von Reich bewertet. Derselbe Umstand versperrt leider auch die Möglichkeit eines kritischen Dialogs, was angesichts der sowohl theoretischen als auch lebenspraktischen Relevanz des Themas an sich wirklich bedauerlich ist. Mit dem Los der hier vorgestellten ‚sieben Weisen‘ vor Augen hätte ein Skeptiker aber jeden Grund, eine persönliche Pathologisierung zu befürchten, gar den Pauschalverdacht, ‚Panzerungen‘ mit sich herumzutragen. Entweder lässt man sich daraufhin bekehren – und bestreitet den vorgeschlagenen Weg zur ‚wahren‘ Weisheit, deren Erlangen sich darin manifestieren würde, ebendiese eine Version der Weisheit nicht kritisch zu hinterfragen. Oder man distanziert sich gänzlich von der Sache wegen der Ausweglosigkeit des Zirkelschlusses, auf dem sie fußt.

Fazit

Straßmaiers Abhandlung über die Weisheit strebt einen Dialog zwischen Philosophie und (z.T. naturwissenschaftlich aufgefasster) Psychologie an. An sich ist das Werk sehr informativ und zeugt vor breitem Wissen des Autors. Die Diskussion der gewählten sieben Philosophen und deren jeweiligen Auffassungen von der ‚weisen‘ Lebensführung baut auf das vom Autor entwickelte erweiterte Weisheitskonzept, das in Anlehnung an Wilhelm Reichs Orgon-Theorie emotional-kognitive Aspekte der Weisheit mit psychophysiologischen Komponenten zu verbinden sucht. Zwar mag eine derartige holistische Ambition per se wichtig und zeitgemäß sein; die Eckpfeiler-Funktion von Reichs Lehren, die höchstens den Status hypothetischen Wissens besitzen, für die Argumentation und die Theoriebildung unterminiert dennoch die Aussagekraft der getroffenen Schlüsse.


Rezension von
Jun.-Prof. Dr. Gala Rebane
Juniorprofessorin für Interkulturelle Kompetenz, TU Chemnitz
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Zitiervorschlag
Gala Rebane. Rezension vom 14.12.2020 zu: Stephan Straßmaier: Versuch über die Weisheit. Machiavelli versus Epikur, Konfuzius, Lao-tse, Sokrates, Jesus, Kant. Logos Verlag (Berlin) 2020. ISBN 978-3-8325-5066-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27678.php, Datum des Zugriffs 22.04.2021.


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