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Reinhard J. Wabnitz: Lernkarten Familienrecht für die Soziale Arbeit

Cover Reinhard J. Wabnitz: Lernkarten Familienrecht für die Soziale Arbeit. UTB (Stuttgart) 2020. 154 Seiten. ISBN 978-3-8252-5497-1. D: 16,00 EUR, A: 16,50 EUR, CH: 21,50 sFr.
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Thema

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Familienrecht.

Autor

Prof. Dr. jur. Dr. phil. Reinhard J. Wabnitz, Fachbereich Sozialwesen, Hochschule RheinMain, Wiesbaden

Entstehungshintergrund

Das Familienrecht ist für die Ausbildung und Praxis der Sozialen Arbeit von großer Bedeutung und spielt so auch in den Prüfungen eine Rolle. Für die Prüfungen speziell im Familienrecht hat der Autor auf der Basis seines „Grundkurses Familienrecht“ die Lernkarten entwickelt, um eine weitere Hilfestellung zum Erlernen der wichtigsten Fragen und Antworten des Familienrechts zu geben.

Aufbau und Inhalt

Nach einer Karte zur Einführung und einer zum Gebrauch der Lernkarten kommen insgesamt 75 Karten auf denen jeweils auf der Vorderseite eine Frage gestellt wird und auf der Rückseite die Antwort zu finden ist. Dabei wird dann jeweils auf die entsprechenden Abschnitte in dem „Grundkurs Familienrecht“ verwiesen.

  • Die Fragen von 1 bis 6 sind allgemein gehalten. Z.B. was versteht man unter Familienrecht; was für Regelungen in welchen Gesetzen gibt es zum Familienrecht; wie ist das Verhältnis zum Grundgesetz oder dem SGB VIII?
  • Die Frage 7 fragt nach dem Verlöbnis und seinen rechtlichen Folgen. Die Fragen 8 bis 13 beschäftigen sich mit der Ehe, ihren Voraussetzungen und ihren Wirkungen besonders für die Erwerbstätigkeit, Unterhaltsverpflichtungen und dem ehelichen Güterrecht.
  • Die Fragen 14 und 15 beschäftigen sich mit dem Getrenntleben von Eheleuten und dessen rechtliche Konsequenzen. Danach kommt mit den Fragen 16 bis 18 die Ehescheidung: rechtliche Voraussetzungen, rechtliche Konsequenzen und Ansprüche auf nachehelichen Unterhalt.
  • Die Frage 19: welche Arten von Verwandtschaften gibt es nach dem BGB? Und Frage 20: Was wird unter Abstammung, Mutterschaft und Vaterschaft verstanden? In den Fragen 21, 22 und 23 geht es dann um einzelne Probleme der Vaterschaft.
  • In den Fragen 24 bis 32 geht es um den Verwandtenunterhalt – z.B. Voraussetzungen, Bedürftigkeit und Leistungsfähigkeit oder die Rangfolgen.
  • Der umfangreichste Frageteil – Frage 33 bis 56 – beschäftigt sich mit der elterlichen Sorge. In der Frage 33 geht es um Vor- und Nachnamen des Kindes. In den Fragen 34 bis 39 ist der Begriff elterliche Sorge zu klären, wer sie ausübt, welche Maßstäbe der Gesetzgeber gesetzt hat, wie die gemeinsame Sorge der Eltern auszusehen hat und welche Aufgaben im Teilbereich der Personensorge bestehen. Frage 39 handelt dann vom Züchtigungsrecht. Die Fragen 40 bis 42 fragen nach dem Umgangsrecht der Eltern und dem anderer Personen mit den Kindern und die Aufgaben des Familiengerichts in diesem Punkt. Die Frage 43 zielt auf den zweiten Teilbereich der elterlichen Sorge – die Vermögenssorge.
  • Die Fragen 44 bis 47 setzen sich mit der Vertretung der Kinder auseinander: Wie haben Eltern die gesetzliche Vertretung wahrzunehmen, gibt es Ausnahmen und Grenzen?
  • Die Fragen 48 und 49 befassen sich mit dem Ruhen und dem Ende der elterlichen Sorge. Daran schließen sich die Fragen 50 bis 52 an: Wie ist nach Trennung oder Scheidung mit dem gemeinsamen – oder u.U. alleinigen – Sorgerecht zu verfahren?
  • Den Abschluss dieses Abschnittes bilden die Fragen 53 bis 56, die das Wächteramt des Staates, den Begriff Kindeswohlgefährdung und das familiengerichtliche Verfahren betreffen.
  • Die Fragen 57 bis 61 behandeln die Annahme als Kind (Adoption). Gefragt wird nach den gesetzlichen Regelungen und deren Voraussetzungen – besonders die Einwilligungen aller von der Adoption betroffenen Personen. Und zum Schluss welche rechtlichen Wirkungen die Adoption auf alle Beteiligten hat.
  • Frage 62 dreht sich um die Bedeutung und Voraussetzungen einer Vormundschaft; Frage 63 wer wird Vormund und Frage 64 was sind die Aufgaben. Ergänzend zur Vormundschaft kommt mit Frage 65 die Pflegschaft und mit Frage 66 die Beistandschaft.
  • Die Frage 67 bis 71 widmen sich dem Problemkreis der Rechtliche Betreuung: Was sie bedeutet, welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, wer kann Rechtlicher Betreuer oder Betreuerin werden und was sind die Aufgaben. Zuletzt die Regelungen, wenn eine Patientenverfügung vorliegt.
  • Den Abschluss des Fragenkatalogs bilden die Fragen 72 bis 75 zu den gesetzlichen Regelungen für nichteheliche Lebensgemeinschaften: so zu den Rechtswirkungen und der heutigen Bedeutung dieses Rechtsinstituts.

Diskussion

Die Lernkarten werden in drei Ausgaben angeboten:

  1. Einmal als Print-Lernkarten auf festem Karton für 16.-€. Der Autor selbst verweist darauf, dass Voraussetzung der „Grundkurs Familienrecht“ ist und die Lernkarten zur Aneignung und Festigung des Lernstoffes gedacht sind. Auf den meisten Lernkarten ist meistens noch ein wenig Platz, um auch weitere Notizen machen zu können.
  2. Zum anderen kann man die Lernkarten auch in digitaler Form zusammen mit einer kostemlosen Lernsoftware erwerben.
  3. Und zum dritten werden die digitalen Lernkarten auch mit integriertem E-Book „Grundkurs Familienrecht für die Soziale Arbeit“ zusammen mit der kostenlosen Lernsoftware angeboten.

Die Entscheidung für eins der drei Angebote oder für eine weitere Möglichkeit – sich nämlich den „Grundkurs Familienrecht“ zu kaufen und dann die wichtigsten Punkte selbst auf eigene Karteikarten zusammenzutragen – ist abhängig vom Lerntyp der jeweiligen Studierenden. Alle Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile, wobei sich wohl die digitalen Angebote mit ihrer überall handlichen Verfügbarkeit bei vielen durchsetzen werden.

Wer sich nur die Lernkarten kauft und die gut lernt, kann vielleicht auch eine Prüfung im Familienrecht bestehen, ob dann aber ein Verständnis für die Hintergründe und Probleme des Familienrechts entsteht ist fraglich und es fehlen dann doch wichtige Punkte, wie z.B. die Aufsichtspflicht, die im Grundkurs, wenn auch knapp, beschrieben wird. Und das Auffinden der verschiedenen Rechtsinstitute ist in Verbindung mit dem Grundkurs über das Inhaltsverzeichnis und das Sachregister möglich, beides fehlt, wenn nur die Lernkarten benutzt werden.

Fazit

Die 75 Lernfragen zum Familienrecht, die so oder in ähnlicher Form bei Prüfungen im Recht der Sozialen Arbeit gestellt werden können, umfassen die wichtigsten Rechtsinstitute des Familienrechts und sind gut geeignet in Verbindung mit dem „Grundkurs Familienrecht“ des Autors als weitere Möglichkeit sich den Lernstoff allein oder in Lerngruppen zu erarbeiten.


Rezension von
Prof. Nils Volkersen
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Zitiervorschlag
Nils Volkersen. Rezension vom 07.01.2021 zu: Reinhard J. Wabnitz: Lernkarten Familienrecht für die Soziale Arbeit. UTB (Stuttgart) 2020. ISBN 978-3-8252-5497-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27714.php, Datum des Zugriffs 26.01.2021.


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