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Oliver Decker, Elmar Brähler (Hrsg.): Autoritäre Dynamiken

Cover Oliver Decker, Elmar Brähler (Hrsg.): Autoritäre Dynamiken. Alte Ressentiments – neue Radikalität. Psychosozial-Verlag (Gießen) 2020. 385 Seiten. ISBN 978-3-8379-3000-9. D: 24,90 EUR, A: 25,60 EUR.
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Thema

Erich Fromm versuchte bekanntlich mit dem „Gesellschafts-Charakter“ einen begrifflichen Zugriff auf die individuellen und kollektiven Effekte der nationalsozialistischen, faschistischen Ideologien und Herrschaftsstrukturen zu finden (Fromm, „Die Furcht vor der Freiheit“, 1941; Fromm, 1999, GA, I, S. 379; wenn nicht anders vermerkt, stützt sich der Rezensent auf die hervorragende und empfehlenswerte Erich-Fromm-Gesamtausgabe [zitiert als: Fromm, 1999, GA und Angabe des jeweiligen Bandes] in zwölf Bänden, die von Rainer Funk herausgegeben wird). In einem Vortrag, den Fromm 1943 an der New School for Social Research in New York hielt, wendet er den Begriff, hier mit dem Wort „Charaktermatrix“, auf die Deutschen an: „Während die nationalsozialistischen Funktionäre unverbesserlich sind und sicher von den Deutschen selbst verurteilt werden, sobald Hitlers Macht zusammenbricht, sind die Vorbedingungen für eine positive Entwicklung der Deutschen insgesamt genau die gleichen wie für jedes andere Volk und Individuum: es sind gesellschaftliche Bedingungen, die der Freiheit, der Solidarität und dem Wachstum förderlich sind. Unter solchen Bedingungen wird die Mehrheit der Deutschen ihre besonderen nationalen Charaktereigenschaften nicht verlieren, aber die positive Seite dieser Charaktermerkmale wird sich verstärken “ (Fromm, 1999, GA, V, S. 7).

Erich Fromm war ein großer Optimist. Hinsichtlich der Deutschen muss er sich wohl getäuscht haben.

Im Vorwort zum vorliegenden Buch stellen die beteiligten Stiftungen (die Heinrich-Böll-Stiftung und die Otto Brenner Stiftung) fest: „Die aktuelle Studie zeigt: Autoritäre, extremistische Einstellungen bleiben eine beständige Bedrohung für die offene, demokratische Gesellschaft. Auch wenn sich die Verbreitung rechtsextremer Einstellungen insgesamt zwar reduziert hat, haben sich aber gerade bei rechtsextrem eingestellten Personen neonazistische Ideologien verfestigt, wie sie etwa in der Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur oder von Antisemitismus zum Ausdruck kommen“ (S. 9).

Die Theorien des autoritären Charakters sind wohl die wirkungsmächtigsten, nachhaltigsten und umstrittensten Ansätze, mit denen Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler den Faschismus sowie die gegenwärtigen rechtsextremen, rechtspopulistischen und antisemitischen Entwicklungen zu erklären versuchen. Insofern sind nicht nur die Befunde der seit 2002 alle zwei Jahre durchgeführten Leipziger Autoritarismus Studie (LAS) von besonderem Interesse, sondern auch die von ihren Protagonist*innen eingeführten theoretischen und methodischen Innovationen müssen gewürdigt werden.

Herausgeber und Autor*innen

Herausgeber sind:

  • Prof. Dr. Elmar Brähler war bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2013 Leiter der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universität Leipzig und ist gegenwärtig Gastwissenschaftler an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Mainz. Dort leitet er das BMBF-Projekt „DDR-Vergangenheit und psychische Gesundheit…“.
  • Prof. Dr. Oliver Decker ist Professor für Sozialpsychologie und interkulturelle Praxis an der Sigmund Freud Universität Berlin und Direktor des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung (KRD) sowie des Else-Frenkel-Brunswik- Instituts an der Universität Leipzig.

Autor*innen sind:

  • Kazim Celik ist Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Berlin Monitor“.
  • Chana Dischereit ist Referentin beim Landesverband Sinti und Roma in Baden-Württemberg.
  • Barbara Handke ist Lektorin für geistes- und sozialwissenschaftliche Texte und Dozentin für wissenschaftliches Schreiben.
  • Ayline Heller studierte Psychologie und Linguistik in Frankfurt a.M. und ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie.
  • Nele Hellweg studierte Psychologie in Chemnitz und Leipzig und arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft am KRD in Leipzig.
  • Charlotte Höcker ist Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Medizinische Psychologie und medizinische Soziologie an der Universität Leipzig sowie am KRD.
  • Dr. Johannes Kiess arbeitet derzeit als PostDoc am Lehrstuhl für vergleichende Kultursoziologie und politische Soziologie an der Universität Siegen. In Leipzig ist er stellvertretender Direktor des Else-Frenkel-Brunswik- Instituts.
  • Juliane Lang hat einen Master in Gender Studies und Erziehungswissenschaft und ist als Wissenschaftsjournalistin in der politischen Bildungsarbeit tätig.
  • Lydia Lierke ist Politikwissenschaftlerin an der Akademie für politische Bildung bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
  • Dr. Massimo Perinelli ist Historiker und Referent in der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
  • Prof. Dr. Gert Pickel ist Professor für Religions- und Kirchensoziologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig.
  • Prof. Dr. Susanne Pickel arbeitet als Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen.
  • Prof. Dr. Katrin Reimer-Gordinskaya ist Psychologin und Professorin für kindliche Entwicklung, Bildung und Sozialisation an der Hochschule Magdeburg-Stendal.
  • Clara Schliessler arbeitet als Psychologin in der Abteilung für Medizinische Psychologie und medizinische Soziologie an der Universität Leipzig.
  • Andre Schmidt ist Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Konfliktraum Hamburg“ an der Universität Leipzig.
  • Julia Schuler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt an der Universität Leipzig.
  • Dr. Alexander Yendell ist Soziologe und forscht am Leipziger Institut Gesellschaftlicher Zusammenhalt u.a. zu den Themen religiöse Pluralität, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus und Rechtsextremismus.

Aufbau

Seit 2002 beobachten Oliver Decker und Elmar Brähler mit ihren Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen die rechtsextremen und autoritären Entwicklungen in Deutschland. Alle zwei Jahre wurden bisher die Ergebnisse der repräsentativen Befragungen publiziert. Bis 2016 erschienen sie unter dem Label „Leipziger Mitte-Studien“ und wurden von der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) gefördert. Im Jahre 2016 vergab die FES die „Mitte-Studien“ an das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Bielefeld. Das Leipziger Projekt heißt seit 2018 Leipziger Autoritarismus-Studie (LAS) und wird von der Otto-Brenner-Stiftung und der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt. Die Namensänderung des Leipziger Projekts erfolgte nicht nur aus Marketing-Gründen, sondern ist Programm.

Der vorliegende Band enthält neben den Vorworten der beteiligten Stiftungen und der Herausgeber dreizehn Beiträge, in denen die theoretischen Grundlagen der Leipziger Mitte-Studie, das methodische Vorgehen, die empirischen Befunde und zeitdiagnostischen Analysen zum Stand der Zivilgesellschaft vorgestellt werden.

Im ersten Beitrag (Autoritäre Dynamiken) verweisen Oliver Decker und Elmar Brähler noch einmal auf den Mitte-Begriff, mit dem sie bereits 2006 deutlich machen wollten, „dass rechtsextreme Einstellungen schon lange in der Mitte der Gesellschaft angekommen waren“ (S. 15). Die „Hygiene-Demonstrationen“ in der gegenwärtigen Corona-Pandemie verdeutlichen überdies, wie die „Mitte“ der Gesellschaft von Rechtspopulist*innen und Rechtsextremist*innen instrumentalisiert werden kann. Wie lassen sich diese – und durch die AfD beförderten – Radikalisierungen erklären? Um die – wie die Autoren schreiben – „autoritäre Dynamik“ verstehen zu können, „muss man die Repräsentation (z.B. der autoritären oder antisemitischen Ansichten; d. Rezensent) genau wie die Nicht-Repräsentation als einen immanent psychischen Vorgang begreifen“ (S. 21). Es kommen also psychologische, respektive: psychoanalytische Erklärungskonzepte ins Spiel. Die Autoren greifen die von anderen Autor*innen geprägte Formulierung der „Wiederkehr des Verdrängten“ auf, machen aber deutlich, dass das Verdrängte nicht in seiner ursprünglichen Gestalt wiederkehre, sondern Rassismus, Ethnozentrismus, Neo-NS-Ideologie oder Antisemitismus sich aus einer „autoritären Dynamik in der Mitte der Gesellschaft“ (S. 22) speise. Damit ist zwar noch nicht viel erklärt. Die Neugier des Rezensenten war aber geweckt.

Im zweiten Beitrag (Die Leipziger Autoritarismus-Studie 2020: Methode, Ergebnisse und Langzeitverlauf) stellen Oliver Decker, Johannes Kiess, Julia Schuler, Barbara Handke, Gert Pickel und Elmar Brähler die methodischen Instrumente sowie die Ergebnisse über die Verbreitung und Ausprägung rechtsextremer Einstellungen in Deutschland vor. In der Leipziger Autoritarismus-Studie 2020 wurden 2.503 erwachsene Personen im Mai und Juni 2020 befragt. Die Datenerhebung erfolgte also in der Corona-Pandemie, was die Befunde noch einmal besonders interessant macht. Rechtsextreme Einstellungen werden in der Leipziger Autoritarismus-Studie, wie auch in den früheren Leipziger Studien seit 2002, durch sechs Dimensionen erfasst: Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur, Antisemitismus, Sozialdarwinismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Chauvinismus und Ausländerfeindlichkeit. Faktoranalytische Auswertungen zeigen, dass diese sechs Dimensionen auf zwei relativ unabhängigen Faktoren laden: die ersten vier Dimensionen auf einem Faktor, den die Autor*innen „Elemente einer Neo-NS-Ideologie“ nennen; den zweiten Faktor mit den zwei anderen Dimensionen bezeichnen sie als „Elemente des Ethnozentrismus“ (S. 34). Der dafür eingesetzte Fragebogen wurde durch zusätzliche Skalen ergänzt, auf die noch zurückzukommen ist.

So ganz zufrieden sind die Autor*innen indes mit dem Rechtsextremismus-Begriff nicht. Das ist verständlich. Die Diskussionen um den Rechtsextremismus-Begriff prägen seit Jahrzehnten die wissenschaftlichen Debatten. Neben politikwissenschaftlichen Definitionen wurden seit den 1990er Jahren zahlreiche soziologisch-psychologische Definitionsvorschläge vorgelegt (z.B. Frindte & Neumann, 2002; Heitmeyer et al., 1992; Virchow, Langebach & Häußler 2016) und auch generelle Kritik am Rechtsextremismus-Begriff geübt (z.B. Butterwegge, 2010; Quent, 2019). Natürlich kennen die Autor*innen diese Debatten, waren sie doch selbst daran beteiligt. Weil er nun einmal recht präzise die gemeinten antidemokratischen Phänomene zu bezeichnen vermag und sicher auch, um in der Wissenschaftlergemeinschaft nicht missverstanden zu werden, behalten die Autor*innen den Begriff bei, verweisen aber noch einmal darauf, dass rechtsextreme Einstellungen so wie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeiten und Verschwörungsmentalitäten Ausdruck oder Indikatoren eines autoritären Syndroms sind.

Bevor der Rezensent einige der hochinteressanten Befunde zitiert, muss er auf eine schon früher geäußerte Kritik zurückkommen (Frindte, 2018): Die Befragten beantworten die jeweiligen Aussagen, mit denen die Facetten rechtsextremer Einstellungen erfasst werden, auf einer fünfstufigen Skala. Die Autor*innen interpretieren die Zustimmungen auf den Skalenwerten 4 (stimme überwiegend zu) und 5 (stimme voll und ganz zu) als manifeste Zustimmung; die Zustimmung auf dem Skalenwert 3 (stimme teils zu, teils nicht zu) werden als latente Zustimmung gewertet. Diese Interpretationen lesen sich zwar nachvollziehbar, sind aber inhaltlich betrachtet nicht unproblematisch. Am Beispiel sei das verdeutlicht: All jene, die Aussagen zur „Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur“ auf den Skalenwerte 4 und 5 beantworten, werden von den Autor*innen als manifeste Befürworter eingestuft. Die Befragten, die mit „stimme teils zu, teils nicht zu“) (Skalenwert 3) antworten, werden als latente Befürworter bezeichnet. Wegen der damit verbundenen Skalen-, Antwort- und Interpretationsproblematik bezieht sich der Rezensent im Folgenden nur auf die manifesten Antworten. Diese und andere kritischen Einwände rücken allerdings in den Hintergrund, wenn man bereit ist, die Längsschnittartigkeit der Leipziger Studie zu würdigen. Hier liegen nämlich die eigentlichen Vorteile. Derartige Studien gehören zu den zentralen Instrumenten der empirischen Sozialforschung. Wichtige Voraussetzungen für solche Studien sind eben die Methodenkonstanz in der Erhebung und Auswertung von Daten über die Zeit. Beides wird in den Leipziger Studien seit 2002 garantiert.

  • Diese Befunde zeigen nun, um nur eine Auswahl zu referieren, u.a., dass die Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur im Osten Deutschlands signifikant ausgeprägter ist (zwischen und 11,0 und 28,90 Prozent, je nach Item) als in Westdeutschland (3,3 bis 14,1 Prozent).
  • Mit 8,8 Prozent befürworten 2020 fast ebenso viele ostdeutsche Befragte wie 2002 (8,9 %) eine rechtsautoritäre Diktatur und damit signifikant mehr, als dies unter Westdeutschen der Fall ist (mit 1,8 % im Jahr 2020).
  • Das Ausmaß antisemitischer Einstellungen unterscheidet sich im Ost-West-Vergleich ebenfalls statistisch signifikant (zwischen 8,7 und 12,3 Prozent im Osten sowie 5,6 und 9,7 Prozent im Westen – im Vergleich zu früheren Jahren relativ niedrige Werte).
  • Auch die Zustimmung zu Aussagen, mit denen die „Verharmlosung des Nationalsozialismus“ gemessen werden, ist im Osten mit 8,7 bzw. 9,5 Prozent signifikant höher als im Westen (zwischen 4,6 und 7,8 Prozent).
  • Am stärksten ausgeprägt sind die Zustimmungen zu ausländerfeindlichen Aussagen (im Osten zwischen 26,8 und 43,9 Prozent, im Westen zwischen 17,3 und 24,5 Prozent).
  • Zustimmungen zu antisemitischen und sozialdarwinistischen Aussagen sowie zur Verharmlosung des Nationalsozialismus sind über die Jahre betrachtet (von 2002 bis 2020) leicht rückläufig.
  • Männer stimmen antisemitischen und ausländerfeindlichen Aussagen signifikant häufiger zu als Frauen.
  • Ältere Ostdeutschen (ab 61 Jahre) sind weniger rechtsextrem eingestellt als die Generation der 31- bis 60-Jährigen in Ost wie West. Im Westen stimmen die älteren Jahrgänge antisemitischen und chauvinistischen Aussagen stärker zu als die Jüngeren (S. 54).
  • AfD-Wähler*innen weisen im Vergleich mit Wähler*innen der anderen im Bundestag vertretenen Parteien die höchsten Werte auf den o.g. sechs Dimensionen auf, mit denen rechtsextreme Einstellungen gemessen werden.

Und eine Fülle weiterer interessanter, aber auch erschreckender Befunde finden Leserinnen und Leser in diesem zweiten Beitrag. So sind die Muslimfeindschaft, der Antiziganismus, die Homophobie und die Gewaltbereitschaft im Osten wie im Westen gleich stark ausgeprägt.

Ein positives Ergebnis sei noch vermeldet: Die große Mehrheit der Befragten steht hinter der Demokratie als Idee. Insgesamt stimmen im Osten wie im Westen mehr als 90 Prozent dieser Idee zu. Allerdings ist die Zufriedenheit mit der Demokratie, wie sie in der Verfassung festgehalten ist und funktioniert, im Osten signifikant niedriger als im Westen (S. 81).

Gert Pickel, Susanne Pickel und Alexander Yendell widmen sich im dritten Beitrag den „Zersetzungspotenzialen einer demokratischen politischen Kultur“ und fragen, inwieweit Verschwörungstheorien den gesellschaftlichen Zusammenhalt zerstören. Das Fazit der Autor*innen: In der Leipziger Autoritarismus Studie 2020 (LAS) lassen sich Einstellungsmuster finden, „…die auf Unzufriedenheit mit der aktuellen Demokratie hinweisen, aber auch solche, die grundsätzlich mit der Legitimität der Demokratie und der Vorstellung von einer liberalen und pluralistischen Demokratie in Konflikt geraten. Die zentralen Faktoren sind erstens der Glaube an Verschwörungen (Verschwörungsmentalität), zweitens die Ablehnung des – der liberalen Demokratie eigenen – Pluralismus und drittens eine geringe Toleranzbereitschaft“ (S. 113)

Im vierten Beitrag untersuchen Johannes Kiess und Andre Schmidt die Zusammenhänge zwischen Beteiligung, Solidarität und Anerkennung. Tragendes Theoriekonzept ist der Ansatz des industrial citizenship (IC), der industriellen Bürgerrechte. Es geht dabei auch um die Frage, ob die Arbeitswelt ein Ort der demokratischen Sozialisation sein kann und welche Rolle die Gewerkschaften dabei spielen bzw. spielen können. Die Autoren machen u.a. darauf aufmerksam, dass zwischen positiven Beteiligungserfahrungen in der Arbeitswelt und rechtsextremen Einstellungen ein aussagekräftiger negativer Zusammenhang besteht (S. 135). Je positiver diese Beteiligungserfahrung im Sinne von IC ausgeprägt ist, um so ausgeprägter scheint auch die Akzeptanz von Demokratie im Allgemeinen zu sein. Autoritäre Überzeugungen weisen offenbar keine signifikanten Zusammenhänge zum industrial citizenship auf, sind allerdings signifikant negative Prädiktoren für Demokratieakzeptanz (S. 138 f.). Da sich Oliver Decker, Elmar Brähler und Kolleg*innen für die Erforschung des autoritären Syndroms stark machen, fiel dem Rezensenten an dieser Stelle der Lektüre Erich Fromms Studie „Arbeiter und Angestellte am Vorabend des Dritten Reiches“ aus dem Jahre 1929 ein (Fromm, 1999, GA, III, S. 1ff; Fromm & Bonß, 1980.). In der späteren Auswertung dieser Studie zeigte sich u.a.: Neun Prozent derjenigen Arbeiter und Angestellten, die sich damals zur Sozialdemokratie bekannten, schienen eindeutig autoritär orientiert zu sein; bei den Kommunisten waren das nur ein Prozent, bei den Bürgerlichen 28 Prozent und unter den Nationalsozialisten fanden sich 47 Prozent mit eindeutig autoritären Orientierungen.

„Rechtsextremismus für die breite Gesellschaft? Der Wandel der AfD-Wählerschaft von 2014 bis 2020“, so lautet der fünfte Beitrag. Kazim Celik, Oliver Decker und Elmar Brähler fragen nach den Motiven der AfD-Wähler*innen und schlussfolgern auf der Basis der empirischen Befunde u.a.:

  • AfD-Wählerinnen und -Wählern sind eher männlich und mittleren Alters, angestellt oder höher qualifiziert und haben oft ein hohes monatliches Haushaltseinkommen zur Verfügung. Zur Arbeiterschaft gehören sie vorrangig nicht (S. 169 f.).
  • „Ein konstant bleibendes Kennzeichen der AfD-Wählerschaft ist das Gefühl der Benachteiligung und die Angst vor Verlust. Einerseits fühlen sie sich in Hinblick auf ihre politische Wirksamkeit depriviert, andererseits sind sie mit den wirtschaftlichen Verhältnissen unzufrieden“ (S. 170).
  • „Während 2016 71,7 % angaben, sich im politischen Spektrum rechts zu verorten, waren es 2018 nur 66,3 %, aber 2020 84,3 %. Ein Anteil von 38,2 % sieht sich sogar weit rechts“ (S. 171).
  • Ethnozentrismus und Neo-NS-Ideologie gehören zum Kern der Weltanschauungen von AFD-Wählerinnen und -Wählern (S. 172).

Der sechste Beitrag von Oliver Decker, Julia Schuler, Alexander Yendell, Clara Schließler und Elmar Brähler enthält eine wirkliche Innovation für die zukünftige Autoritarismusforschung. In der Tradition von Erich Fromm, „The Authoritarian Personality“ (Adorno, Frenkel-Brunswick, Levinson & Sanford, 1950) und Robert Altemeyer (1981, 1996) stellen die Autor*innen einen theoretischen Ansatz vor, um die Dimensionen des autoritären Syndroms spezifischer beschreiben und operationalisieren zu können. Die mittels Strukturgleichungsmodellen geprüften Daten legen eine Struktur nahe, nach der sich das autoritäre Syndrom aus zwei Hauptdimensionen zusammensetzt, zum einen aus dem Sadomasochismus (dazu gehören autoritäre Aggression, autoritäre Unterwürfigkeit und Konventionalismus) und zum anderen aus der Projektivität mit den Subdimensionen Verschwörungsmentalität und Aberglaube (S. 195). Die erste Hauptdimension wurde bekanntlich von Robert Altemeyer aus den Ursprungsdimensionen der „autoritären Persönlichkeit“ herausfiltriert. Die zweite Dimension taucht zwar ebenfalls in „The Authoritarian Personality“ auf, wurde in der jüngeren sozialpsychologischen Forschung aber meist vernachlässigt. Das kann sich nun ändern und passt auch ganz gut zu den psychologischen Herausforderungen angesichts der Verschwörungserzählungen in Corona-Zeiten. „2020 muss 38,4 % aller Befragten im gesamten Land eine manifeste Verschwörungsmentalität attestiert werden“ (S. 201); im Osten weisen 51,4 Prozent und im Westen 35,2 Prozent manifeste Verschwörungsmentalitäten.

Zwei Anmerkungen kann sich der Rezensent allerdings nicht verkneifen. Erstens: Es lässt sich nachweisen, dass Erich Fromm auf Einsichten Georg Simmels über autoritäre Herrschaft zurückgegriffen hat. Bereits in einer frühen Arbeit „Über Methode und Aufgabe einer Analytischen Sozialpsychologie“ aus dem Jahre 1932 und dann 1936 in dem von ihm verfassten sozialpsychologischen Teil zu den „Studien über Autorität und Familie“ beruft er sich auf Georg Simmel (1908); vor allem auf dessen Auffassung, dass die Unterordnung unter eine autoritäre Instanz nicht nur auf Zwang beruhe, sondern auch durch die Freiwilligkeit des Unterworfenen zustande komme (GA, I, S. 143; Original: 1936). Das Buch von Georg Simmel erschien übrigens 1908 nicht im Suhrkamp Verlag, den gab es damals noch nicht, sondern bei Duncker & Humblot in Leipzig. Zweitens: Die Vorarbeiten Erich Fromms zum „Autoritären Charakter“ und seine Rolle bei der theoretischen Konzeptualisierung werden in „The Authoritarian Personality“ nicht oder nur ansatzweise gewürdigt. Weder die Arbeiter- und Angestellten-Erhebung von Fromm und Kolleg*innen aus dem Jahre 1929 oder die 1936 mit Horkheimer und Marcuse erfolgte Publikation zu den „Studien über Autorität und Familie“ noch das grundlegende Werk „Escape from Freedom“ von 1941 werden in der „Authoritarian Personality“ erwähnt (Fahrenberg & Steiner, 2004, S. 128 ff.). Leider kommt die Rolle Erich Fromms in diesem innovativen, sechsten Beitrag auch etwas zu kurz.

Der siebte Beitrag (Johannes Kiess, Oliver Decker, Ayline Heller und Elmar Brähler) fokussiert auf die Verbreitung und Ursachen antisemitischer Ressentiments. Die Autor*innen präsentieren ein empirisch gestütztes, dreidimensionales Modell antisemitischer Weltbilder. Neben dem, wie sie ihn nennen, „erweiterten traditionellen Antisemitismus“ werden ein „Schuldabwehrantisemitismus“ und ein „Israelbezogener Antisemitismus“ unterschieden und operationalisiert. Beim Schuldabwehrantisemitismus handelt es sich um jene antisemitischen Einstellungen, die Peter Schönbach bereits 1961, damals Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung in Frankfurt a. Main, beobachtet und als sekundären Antisemitismus bezeichnet (Schönbach, 1961). Dieser Antisemitismus erfährt seine Dynamik aus dem Umgang mit der Nazi-Vergangenheit, dem Holocaust, der Schuldabwehr und der Täter-Opfer-Umkehr (Beispielitem: „Es macht mich wütend, dass die Vertreibung der Deutschen und die Bombardierung deutscher Städte immer als kleinere Verbrechen angesehen werden“). Im Israelbezogenen Antisemitismus wird eine vermeintliche Kritik an Israel bzw. an der Politik Israels auf alle Jüdinnen und Juden projiziert bzw. werden Vergleiche zwischen Israel und Nazi-Deutschland bemüht (Beispielitem: „Durch die israelische Politik werden mir die Juden immer unsympathischer“). Das dreidimensionale Antisemitismus-Modell der Autor*innen ist nicht neu. Theoretische und empirische Bemühungen, die antisemitischen Einstellungen den gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen und in dieser Weise zu spezifizieren, gibt es schon länger (z.B. Frindte, Wettig & Wammetsberger, 2005; Kempf, 2019). Und doch ist das Modell nützlich. Bekanntlich eignet sich die „Israelkritik“ mittels Umwegkommunikation „hervorragend“, um in diesem Lande latente antisemitische Stereotype und Vorurteile transportieren zu können. Das ist zwar skandalös, aber nicht sonderlich neu. Allein schon das Wort „Israelkritik“ ist ein absonderliches. Zwar hörte der Rezensent vor einigen Jahren im Kontext der Griechenland-Krise auch schon einmal die Rede von einer „Deutschlandkritik“, aber wenn das jüdische Volk und Israel in eins gesetzt werden, um eine „Israelkritik“ zu legitimieren, dann hört der Spaß auf und die Grenze zum Antisemitismus wird überschritten. Das zeigen auch die Befunde im vorliegenden Buch. Zwar sind die jeweiligen Teilstichproben in der LAS relativ klein, deutlich wird aber z.B.: Es sind vor allem jüngere Menschen (zwischen 14 und 30 Jahren), solche mit Abitur, Leute aus dem Osten, Personen mit starker AfD-Affinität oder mit islamischem Hintergrund, die Aussagen zum Schuldabwehrantisemitismus oder zum israelbezogenen Antisemitismus zustimmen.

Wie meinte Sigmund Freud in einem Brief an Arnold Zweig vom 2. Dezember 1927: „In der Frage des Antisemitismus habe ich wenig Lust, Erklärungen zu suchen, verspüre eine starke Neigung, mich meinen Affekten zu überlassen, und fühle mich in der ganz unwissenschaftlichen Einstellung bestärkt, dass die Menschen so durchschnittlich und im großen Ganzen doch elendes Gesindel sind“ (Freud, 1969, S. 11).

Der achte Beitrag (von Charlotte Höcker, Gert Pickel und Oliver Decker) trägt den Titel „Antifeminismus – das Geschlecht im Autoritarismus? Die Messung von Antifeminismus und Sexismus in Deutschland auf der Einstellungsebene“. Ein nicht neuer, aber wichtiger Befund: Es scheint zwar nicht den einen Antifeminismus zu geben, sondern viele unterschiedliche Facetten, z.B. einen neoliberaler, einen konservativen, einen männerbündischen, einen rechtsnationalen und einen verschwörungstheoretischen Antifeminismus (S. 255f). Und sieht man sich diese verschiedenen Facetten genauer an, was die Autor*innen sehr gründlich getan haben, so erkennt man zum einen, Menschen mit antifeministischen Einstellungen bilden in Deutschland zwar eine Minderheit. Zum anderen findet man diese Menschen in nahezu allen gesellschaftlichen Schichten. „Gerade wegen seiner breiten Anschlussfähigkeit muss der Antifeminismus als eine fundamentale Bedrohung demokratischer und moderner Entwicklungen im Sinne der Emanzipation und Freiheit von Lebensentwürfen begriffen werden“ (S. 278).

Clara Schließler, Nele Hellweg und Oliver Decker konzentrieren sich im neunten Beitrag auf ein modernes Phänomen mit langer Geschichte: Verschwörungserzählungen und Verschwörungsmentalitäten in Corona-Zeiten. Trotz der mehr oder minder wissenschaftlich erwiesenen Befunde zu Ursachen, Wirkungen und möglichen Schutzmaßnahmen kämpfen bekanntlich „Hygiene-Demonstrant*innen“, „Querdenker*innen“, gescheiterte Rundfunk- und Fernsehmoderator*innen, vegane Köche (sorry, der Rezensent meint nur einen), Sänger, die nicht singen können mit ihren „gefühlten Wahrheiten“ gegen den „tiefen Staat“, gegen „Meinungsfaschisten“, „Impfterrorismus“ oder gegen Bill Gates und Christian Drosten. Aus Sicht der „Wahrheitsfühler*innen“ haben Politiker*innen, Virolog*innen oder Bill Gates von langer Hand Lügen verbreitet, Statistiken gefälscht und Viren gezüchtet, um die Weltherrschaft zu übernehmen oder zumindest Bürger und Bürgerinnen in „Todesangst“ zu versetzen. Es ist eine Mischung von Reichsbürgern, Rechtsextremen, Verschwörungsmystikern, Impfgegnern und „Querdenkern“, die sich versammeln, um gegen Corona-Schutzmaßnahmen, gegen die „Merkel-Diktatur“ und eine „zionistische Weltverschwörung“ zu demonstrieren. Um den psychologischen Hintergründen auf die Spur zu kommen, nutzen die Autor*innen ihren neuen theoretischen Ansatz zum autoritären Syndrom und vor allem die Hauptdimension Projektion mit den zwei Facetten „Verschwörungsmentalität“ und „Aberglaube“ (siehe den sechsten Beitrag). Die Befunde belegen die große Bedeutung von Verschwörungsmentalität und Aberglauben für das Zustandekommen der rechtsextremen Einstellung (S. 297) und so schlussfolgern die Autor*innen, dass die Rebellion gegen COVID-19-Maßnahmen keine demokratische, widerständige oder antiautoritäre, sondern wohl eher eine pseudoantiautoritäre Rebellion sein dürfte (S. 305). Ein sehr lesenswerter Beitrag! Der Rezensent ergänzt: Gegen verschwörungstheoretisches Querdenken und „Widerstand 2020“ hilft nur der Mut des aufrechten Ganges der Demokratinnen und Demokraten. Diesen Mut müssen die Demokratinnen und Demokraten selbst aufbringen und auch in den sozialen Medien sowie auf der Straße zeigen.

Die Autor*innen der vier letzten Beiträge blicken auf den Stand der Zivilgesellschaft:

  • Im zehnten Beitrag betont Katrin Reimer-Gordinskaya (Kinder und Kindertagesstätten: Die Gestaltung demokratischer Alltagskultur in der »Vielfachkrise«) u.a., dass Vorurteile und Diskriminierung bei Kindern sowie Strukturen in Kindertagesstätten auch die gesellschaftlichen Klassen- und Schichtverhältnisse reflektieren und rekonstruieren. Die Argumentation erinnert den Rezensenten an die leider fast vergessene Kritische Psychologie und den großen Klaus Holzkamp. „Eine demokratische Alltagskultur kann […] in dem Maße gelingen, wie Kinder und Fachkräfte Formen restriktiver zugunsten von Formen verallgemeinerter Handlungsfähigkeit überwinden“ (S. 319).
  • Lydia Lierke und Massimo Perinelli plädieren im elften Beitrag dreißig Jahre nach dem Mauerfall für einen Perspektivenwechsel in der Erinnerungskultur. Mit dem Projekt „Erinnern stören“ machen sie darauf aufmerksam, dass auch die migrantischen und jüdischen Perspektiven, Erfahrungen und Leiden stärker in den Fokus der demokratischen Öffentlichkeit gerückt werden müssen.
  • Im zwölften Beitrag mit dem Titel „Zwischen Tradition und Moderne: Frauen in neuen rechten Gruppierungen“ von Juliane Lang geht es um die Rolle und Funktion von Frauen in der AfD und in rechtsextremen Organisationen. „Rechte Kapitalismuskritik und rechter Antifeminismus sind Teile einer geschlechterpolitischen Agenda, die sich an der Seite von Frauen, Männern und der traditionellen Familien inszeniert“ (S. 349). Es handelt sich also zweifellos um ein wichtiges, aber leider oft vernachlässigtes Thema, das allerdings auch eine lange Geschichte hat. Schon vor 25 Jahren hat zum Beispiel Beate Niebergall auf diese Problematik aufmerksam gemacht (Niebergall, 1995).
  • Der dreizehnte Beitrag, von Chana Dischereit, trägt den Titel „Antiziganismus im Ländle: Ein Bericht aus dem laufenden Prozess am Landgericht Ulm“. Der Rezensent legt den Leserinnen und Lesern auch diesen Beitrag ans Herz, zeigt er doch, wie stark Vorurteile gegenüber Menschen mit Romani-Hintergrund nicht nur in der rechten Szene, sondern auch und besonders in der Mitte, unserer Mitte, der Gesellschaft verankert sind (S. 362).

Fazit

Die Leipziger Autoritarismus-Studie gehört zu den professionellen sozialwissenschaftlichen Instrumenten, mit denen unsere Gesellschaft sich selbst beobachtet. Nicht immer sind die Beobachtungsergebnisse angenehm, in den meisten Fällen tun sie richtig weh. Das muss auch so sein. Es handelt sich ja nicht um irgendwelche Phantomschmerzen, sondern um notwendige Diagnosen, mit denen die Angriffe auf die demokratische Verfasstheit unserer Gesellschaft erkannt und hoffentlich gebahnt werden können.

Deshalb ist auch der neuen Studie eine breite Leserschaft zu wünschen. Den Herausgebern und Autor*innen drückt der Rezensent auch diesmal die Daumen, damit sie in den nächsten Jahren genügend Förderung zu erhalten, um die Leipziger Autoritarismus-Studie auf Dauer zu stellen. Dem Psychosozial-Verlag dankt der Rezensent für die bewährte professionelle Gestaltung des Buches. Es ist eben Verlass auf diesen Verlag, der im kommenden Jahr zwanzig Jahre jung wird. Gratulationen folgen später.

Zitierte Literatur

Adorno, Theodor W.; Frenkel-Brunswick, Else; Levinson, Daniel J. & Sanford, R. Nevitt (2019). The Authoritarian Personality. London, New York: Verso Books.

Adorno, W. T., Frenkel-Brunswick, E., Levinson, J. D. & Sanford, R. N. (1950). The authoritarian personality. New York: Harper & Row.

Altemeyer, Robert (1981). Right-wing authoritarianism. Winnipeg: University of Manitoba Press.

Altemeyer, Robert (1996). The Authoritarian Specter. Cambridge, MA: Harvard University Press.

Butterwegge, Christoph (2010). Die Entsorgung des Rechtsextremismus. Blätter für deutsche und internationale Politik, Heft 1/2010, S. 12–15.

Fahrenberg, Jochen & Steiner, John M. (2004). Adorno und die autoritäre Persönlichkeit. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 56, S. 127–152.

Freud, Sigmund (1969). Brief an Arnold Zweig 1927. In Ernst L. Freud (Hrsg.), Sigmund Freud – Arnold Zweig Briefwechsel, Frankfurt a. M.: S. Fischer Verlag.

Frindte, Wolfgang & Neumann, Jörg (Hrsg.). (2002). Fremdenfeindliche Gewalttäter: Biografien und Tatverläufe. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Frindte, Wolfgang; Wammetsberger, Dorit & Wettig, Susan (2005). Old and new anti-Semitic attitudes in the context of Authoritarianism and Social Dominance Orientation – Two studies in Germany. Peace and Conflict: Journal of Peace Psychology, 11(3), 239–266.

Frindte, Wolfgang (2018). Rezension zu: Elmar Brähler, Oliver Decker: Flucht ins Autoritäre. Rechtsextreme Dynamiken in der Mitte der Gesellschaft. Quelle: https://www.socialnet.de/rezensionen/​25136.php; aufgerufen: 8.02.2021.

Fromm, E. (1999). Erich-Fromm-Gesamtausgabe in 12 Bänden, herausgegeben von Rainer Funk. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt.

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Fromm, Erich; Horkheimer, Max & Marcuse, Herbert (Hrsg.) (1936). Studien über Autorität und Familie. Forschungsberichte aus dem Institut für Sozialforschung, Band V. Paris: Félix Alcan.

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Rezension von
Prof. Dr. Wolfgang Frindte
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Kommunikationswissenschaft - Abteilung Kommunikationspsychologie
Homepage www.ifkw.uni-jena.de
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Zitiervorschlag
Wolfgang Frindte. Rezension vom 24.02.2021 zu: Oliver Decker, Elmar Brähler (Hrsg.): Autoritäre Dynamiken. Alte Ressentiments – neue Radikalität. Psychosozial-Verlag (Gießen) 2020. ISBN 978-3-8379-3000-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27720.php, Datum des Zugriffs 12.04.2021.


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