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Oliver Dimbath: Einführung in die Soziologie

Cover Oliver Dimbath: Einführung in die Soziologie. UTB (Stuttgart) 2020. 4. aktualisierte Auflage. 340 Seiten. ISBN 978-3-8252-5380-6. D: 20,00 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 26,90 sFr.

Reihe: UTB - UTB-Band-Nr.: 3463. Soziologie.
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Thema

„Soziologie ist eine Wissenschaft, die sich mit den Beziehungen zwischen Menschen befasst. Deshalb ist jeder Mensch, sobald er über sich und die anderen nachdenkt, Soziologe“. Eine einfache Angelegenheit, möchte man meinen, wenn man dem Buchrücken der „Einführung in die Soziologie“ von Oliver Dimbath Glauben schenkt. Ganz so einfach verhält es sich dann aber doch nicht. Denn verlassen wir die vertraute Welt unseres laienhaften Alltagswissens zum Thema Mensch und Gesellschaft und tauchen in die Theorienlandschaft der Soziologie als wissenschaftliche Disziplin ein, dann wird es schnell komplizierter und verworrener.

Der Autor möchte mit diesem Lehrbuch eine erste Orientierungshilfe für all jene geben, die vorhaben, den skizzierten Weg zu bestreiten. Dieses Anliegen stellt eine echte Herausforderung dar. Der Versuch, die vielen verschiedenen theoretischen Perspektiven der Soziologie binnen weniger Seiten möglichst umfassend zu systematisieren, gleicht dem sprichwörtlichen Versuch, den Pudding an die Wand zu nageln. Wie der Autor in der Einleitung treffend feststellt, gibt es unzählige Publikationen, die den Anspruch teilen, theoretische Starthilfe zu geben (13). Mit der vierten Auflage seiner Einführung unternimmt Dimbath einen weiteren – ich möchte hinzufügen, sehr gelungenen – Versuch.

Autor

Oliver Dimbath (geb. 1968) ist Professor für Allgemeine Soziologie an der Universität Koblenz-Landau. Monografien des Autors: „Soziologische Zeitdiagnostik“ (2016), „Gedächtnissoziologie“ (2015, mit M. Heinlein), „Oblivionismus. Vergessen und Vergesslichkeit in der modernen Wissenschaft“ (2014), „Handlungstheorie“ (2013, mit W. Bonß, A. Maurer, L. Nieder, H. Pelizäus-Hoffmeister & M. Schmid) und „Entscheidungen in der individualisierten Gesellschaft“ (2003).

Aufbau

Das Werk besteht aus einem Vorwort, 13 Hauptkapiteln, dem Literaturverzeichnis sowie einem Sach- und einem Personenregister.

Entlang einer „zweifachen Systematik“ (269) führt Dimbath in zentrale Begrifflichkeiten und Theorieansätze der Soziologie ein. Zum Ersten verschiebt sich der perspektivische Blick, ausgehend von kleinen Einheiten des Sozialen (Mikroebene) über mittlere (Mesoebene) bis zu großen Einheiten (Makroebene). Zum Zweiten ändert sich das Akteursbild. Setzen die zu Beginn vorgestellten TheoretikerInnen vergleichsweise autonome Individuen voraus, rücken im Fortgang zunehmend soziale Strukturen in den Vordergrund, die das Handeln der Menschen bestimmen (269). Dimbath schließt seine Einführung mit sozialkonstruktivistischen sowie praxistheoretischen Theorieansätzen ab, die sich nicht in die Systematik einordnen lassen und eine Zwischenposition einnehmen.

Die zwischen 20 und 30 Seiten langen Kapitel folgen jeweils ebenso einem spezifischen Muster. Nach einer kurzen Rekapitulation des vorangegangenen Kapitels, leitet Dimbath zu zentralen AutorInnen und ihren Begriffsapparaten sowie Theoriegebäuden über. Die Kapitel schließen mit einer Zusammenfassung, inklusive der Frage, welchen Nutzen die Lektüre dem Leser/der Leserin bietet, ab.

Inhalt

Im Folgenden werden einzelne Kapitel vorgestellt. Neben der Zusammenfassung einiger Kerngedanken, soll die hier getroffene Auswahl den potentiellen LeserInnen helfen, den Aufbau des Werkes nachzuvollziehen. Über das Inhaltsverzeichnis (siehe oben) sind alle behandelten Themenkomplexe einzusehen.

Hinführung

Der Einführung in grundlegende Begriffe und Theorien der Soziologie sind zwei Kapitel vorangestellt. Zuerst gilt es zu klären, was Soziologie ist (Kapitel Zwei). Über (notwendige) Umwege (Was ist Wissenschaft und Sozialwissenschaft?) wird die Antwort durch Definitionsversuche der Gründungsväter Weber, Simmel sowie Durkheim gegeben. So wird der Bandbreite begrifflicher Spielräume Rechnung getragen und der Leser/die Leserin bereits für unterschiedliche Blickwinkel auf Gesellschaft als Gegenstandsbereich sensibilisiert.

Kapitel Drei ist als historischer Exkurs zur (Vor-)Geschichte der Soziologie zu verstehen. Als zentrale Schauplätze betrachtet Dimbath England, Frankreich und Deutschland, deren unterschiedliche Ideengeschichte auch das Denken der Frühsoziologen maßgeblich prägte. In Reihenfolge der drei Länder: Hebert Spencers Evolutionslehre und Differenzierungstheorie ist im Kontext der Entstehung des Liberalismus und des evolutionären Verständnisses von gesellschaftlichem Wandel zu betrachten. Die aus der Revolutionserfahrung resultierten Strömungen des Rationalismus und Positivismus schlagen sich in August Comtes Schriften nieder. Die Antwort auf den deutschen Idealismus findet sich in Form des historischen Materialismus bei Karl Marx. 

Mikroebene

„Alles muss klein beginnen“ (71), heißt die Teilüberschrift des vierten Kapitels, in welchem Dimbath sich ganz Max Weber widmet. Schritt für Schritt arbeitet sich der Autor an der gleichermaßen bekannten wie voraussetzungsvollen Begriffsbestimmung der Soziologie von Weber (zitiert in Dimbath 2020: 71) ab, wonach wir es mit einer wissenschaftlichen Disziplin zu tun haben, „welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will“. So wird zuerst der Begriff des sozialen Handelns als (kleinster) Ausgangspunkt soziologischer Analysen dargestellt. Aus der Prämisse des deutschen Gründungsvaters der Soziologie, dass Subjekte, mit ihrem Handeln einen subjektiven Sinn verbinden, resultiert das Problem, wie ebenjener Sinn verstanden werden kann. Die Vorstellung der Konstruktion von Idealtypen als methodischer Lösungsansatz des klassischen Soziologen übernimmt Dimbath ebenso. Das Kapitel schließt mit dem Rekurs auf Webers Begriff der sozialen Beziehung ab, womit die Wechselwirkungen zwischen AkteurInnen in das Blickfeld kommen.

Mesoebene

Im siebten Kapitel werden gruppen- sowie rollentheoretische Ansätze der Soziologie diskutiert. Die systematische Einordnung begründet Dimbath damit, dass aus der Mesoebenen-Perspektive „Gruppen- und Rollenbegriff als zwei Seiten einer Medaille [zu betrachten sind, die] sowohl das soziale Handeln als auch die abstrakte Struktur der Beziehungen aufgeprägt sind“ (148). Folglich werden die beiden Begriffe auch zusammengedacht. Aus Gruppenkonstellationen werden Verhaltensmuster herausgebildet und ein bestimmtes Regelsystem etabliert. Für die beteiligten AkteurInnen entstehen Rollen und damit einhergehende Erwartungen. Dem im fünften Kapitel vorgestellten homo economicus steht nun mit Ralf Dahrendorfs homo sociologicus ein Menschenbild entgegen, was einen „Einzelnen [beschreibt], der vielfältigsten gesellschaftlichen Zwängen ausgesetzt ist und sich mit jedem Schritt, den er unternimmt, in weitere Zwänge begibt“ (169).

Makroebene

Ins Zentrum Dimbaths Ausführungen rückt im neunten Kapitel eine der Grundfragen der Soziologie. Nämlich: Wie ist soziale Ordnung möglich? Auch wenn der Autor immer wieder transparent macht, dass die Grenzen zwischen den Kapiteln fließend sind, wird damit der Übergang zur Makroebene der Gesellschaft vollzogen. Folglich führt der Autor den Leser/die Leserin in Émile Durkheims Denken ein, der, in Bezug auf den systematischen Aufbau des Werkes, auch als Max Webers Theorie-Antagonisten verstanden werden kann (vgl. Kapitel Vier). Demnach bilden nicht mehr „die Einzelnen in der Summe ihrer Handlungen … Gesellschaften, sondern das Ganze, das mehr ist, als die Summe seiner Teile, formt die Einzelnen“ (201). Das Ganze lässt sich dabei mit Durkheims Begriff des Kollektivbewusstseins, als „Denken, welches allen Gruppenmitgliedern gemeinsam ist“ (291) fassen. Im Fortlauf macht Dimbath auf die Bedeutung von Werten, Normen und Institutionen als ordnungsstiftende Elemente von Gesellschaften aufmerksam. Erneut mit Verweis auf Durkheim (zitiert in Dimbath 2020: 217), stellen sie allesamt soziologische Tatbestände, definiert als „jede mehr oder minder festgelegte Art des Handelns, die die Fähigkeit besitzt, auf den einzelnen einen äußeren Zwang auszuüben“, dar. Diese gilt es aus der Makroperspektive heraus zu analysieren.

Sozialkonstruktivismus und Praxistheorien

Zum Abschluss der „Einführung in die Soziologie“ stellt Dimbath zwei Theorietraditionen vor, die weder verstärkt die Mikro- oder Makroebene noch Subjekte oder Strukturen in den Blickwinkel nehmen. Oder wie der Autor es knapp zum Ausdruck bringt. „Die Frage, wer wen eher beeinflusst, der Einzelne die Gesellschaft oder die Gesellschaft den Einzelnen, wird hier … mit einem entschiedenen 'Sowohl-als-auch' beantwortet“ (270).

In Kapitel Zwölf werden, nach einem Umweg über Alfred Schütz, Grundzüge aus Peter Bergers und Thomas Luckmanns Klassiker „Die gesellschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit“ skizziert. Den Autoren gelingt die Synthese von Weber und Durkheims Perspektive und damit schließt sich auch der Theorie-Kreis der hier vorgestellten Kapitel. Gesellschaft entsteht auf der Grundlage sinnhaften Handelns (Weber), doch wird dann in Strukturen überführt, die wie soziale Tatsachen erscheinen (Durkheim). Anschließend stellt Dimbath zentrale Begrifflichkeiten des sozialkonstruktivistischen Ansatzes (Institutionalisierung & Legitimierung) vor.

In einer Einführung in die Soziologie dürfen sowohl Pierre Bourdieu als auch Michel Foucault nicht fehlen. Die Vorstellung zentraler Konzepte der beiden französischen Denker ist Dimbaths Anliegen im dreizehnten und letzten Kapitel. Auch Praxistheorien entziehen sich der systematischen Einordnung, da sie sowohl die Herstellung der gesellschaftlichen Wirklichkeit aus individuellen Handlungen als auch die Determinierung des Handelns durch institutionelle Makrostrukturen in Frage stellen. Dem Namen unschwer zu entnehmen, rücken Praktiken ins Zentrum der Analyse, die durch Automatismen und Routinen bestimmt sind:

  • Zu Bourdieu: Ausgangspunkt der Analyse sind in sozialen Feldern zu beobachtende Kämpfe um Kapitalien. Darauf aufbauend beginnt Dimbath mit der Erläuterung von Bourdieus Kapitalarten, leitet zum Habitus als „strukturierte und strukturierende Struktur“ (318) über und schließt die definitorischen Bestimmungen mit dem Begriff des sozialen Raums als „Gesamt der gesellschaftlichen Formen in Feldern den mit ihnen verbundenen Konflikten und dem Habitus“ (318) ab.
  • Etwas kürzer verweilt Dimbath bei Foucault. Ihm zufolge sind Praktiken Bestandteile von Diskursen und mit dessen Analyse können Entstehungskontexte sozialer Phänomene begriffen werden. Historische Veränderungen des Diskurses, also Änderungen in der Art wie über soziale Sachverhalte kommuniziert wird, gilt es zu rekonstruieren. Um den diskursiven Wandel festzustellen, richtet Foucault den Fokus auf das Wechselspiel von Macht und Wahrheit.

Diskussion

Über das Buch

Ein Autor/eine Autorin, der/die sich das Ziel setzt, Neulinge mit den Grundzügen soziologischen Denkens vertraut zu machen, sollte neben der soliden Vermittlung theoretischen Basiswissens ebenso mit didaktischer Raffinesse glänzen. Und an dieser Stelle zeigt sich die große Stärke Dimbaths „Einführung in die Soziologie“.

Zuallererst ist die LeserInnenführung positiv hervorzuheben. Der Autor macht immer wieder transparent, warum welches Thema an welcher Stelle von Relevanz ist. Die einzelnen Kapitel sind in hohem Maße stringent aufgebaut. So folgt jeder Absatz logisch auf den vorherigen. Durch eine Reihe an (teils sehr ausführlichen, vgl. Kapitel Fünf) Beispielen werden die komplexen Begrifflichkeiten und Theorien von Weber über Luhmann zu Bourdieu auch überaus anschaulich präsentiert. Darüber hinaus sind die verschiedenen Ansätze durch Zusammenfassungen und Überleitungen nachvollziehbar miteinander verbunden.

Gleichermaßen setzt Dimbath jedoch auch seine, in der Einleitung angekündigte, Bleiwüstenkonzeption um. Der Ansatz, Texte zu schreiben, „deren Inhalte sich aus dem Fließtext und nicht … über Lesehilfen wie Hervorhebungen und Bilder erschließen soll“ (17), ermöglicht dem soziologischen Novizen sich an die oft sperrigen und komplizierten Texte der wissenschaftlichen Disziplin zu gewöhnen. Es ist genau diese Kombination aus Einladung und Einübung in soziologisches Denken, die Dimbaths Einführung ausmacht.

Kurz zu den vorgestellten Inhalten: Es gibt weitaus mehr soziologische Perspektiven als der Umfang eines Buches hergeben kann. Dementsprechend unterbreitet Dimbath, wie er auch besonders betont, den LeserInnen ein erstes Angebot, ohne den Anspruch zu erheben, die gesamte Bandbreite der theoretischen Zugänge innerhalb der Soziologie abzudecken. So findet der Leser/die Leserin mehr Weber und Durkheim als Simmel und Marx, ein Kapitel zur System- und keines zur Kritischen Theorie sowie viel zu Sozialisations- und Identitätstheorien und wenig zu Sozialstruktur- und Milieumodellen. Schlussendlich, und darauf kommt es an, erreicht Dimbath sein Minimalziel, Neugierde für mindestens ein paar wenige Perspektiven zu wecken.

Über das Buch hinaus: Wie gelingt eine Einführung in die Soziologie?

Im Vorwort und in der Einleitung stellt Dimbath alternative Möglichkeiten einer Einführung in soziologisches Denken in Aussicht. Ihn beschleicht die Ahnung, dass der „Einstieg in eine Wissenschaft über die Einführungsliteratur … vielleicht gar nicht der beste Weg für diejenigen, die sich einen Eindruck verschaffen wollen“ (11), ist. Stattdessen rät Dimbath den Studierenden, SoziologInnen in ihrem Forschungsalltag zu begleiten oder alltagsnahe, gut verständliche Studien zu lesen. Er betont die Relevanz der Praxis, wenngleich es eines theoretischen Handwerkszeugs bedarf, um praktische Erfahrungen in geordnete Bahnen zu lenken (11, 15).

Als Rezensent, der sich selbst noch im Studium der Sozialwissenschaften befindet, möchte ich mich, anhand meiner Erfahrungen, für die Notwendigkeit des Zusammendenkens von Theorie und Praxis aussprechen. Gerade in den ersten Semestern des Studiums, in denen i.d.R. der Stundenplan voll von theorievermittelnden Vorlesungen und Lektürekursen ist, wird das soziologische Einüben unterbetont. Dabei wäre die Umsetzung vielleicht gar nicht so kompliziert.

Prominente Vorbilder gibt es zur Genüge. Karl Mannheim beispielsweise, beauftrage seine SeminarteilnehmerInnen auf die Fleet-Street zu gehen, um Gesellschaft zu beobachten und anschließend im Seminar die gesammelten Erfahrungen mitzuteilen (Dahrendorf, zitiert in Goffman 2009: 7). In seinen Krisenexperimenten gab Harald Garfinkel seinen Studierenden den Auftrag sich an der Supermarktkasse vorzudrängeln, um etwas über selbstverständlich hingenommene Praxisroutinen zu erfahren (Köhler 2011: 1). Ein letztes Beispiel: Pierre Bourdieu lauschte den Gesprächen der Menschen in der Pariser Metro, vermutete aus welchen Stadtteilen sie kommen und folgte ihnen (in Einzelfällen), um seine Vermutungen zu überprüfen (Bogusz 2021: 74). Soweit muss es natürlich im Rahmen eines Studiums nicht gehen, die Idee aber sollte klar werden.

In Zukunft kann es gerne häufiger Experimente dieser Art geben, um AnfängerInnen zu helfen, einen soziologischen Habitus zu entwickeln. Einige SoziologInnen erkennen in ihrem Lehralltag bereits den potenziellen Mehrwert. Durch Beobachtungen wird eingeübt, die eigene Standardeinstellung infrage zu stellen (Hauffe 2021: 66). Auch die Konzeption von Laborseminaren, in denen Studierende den Gang an außergewöhnliche Orte, wie Rotlichtbars, Jobcenter oder Jagdvereine wagen, scheint vielversprechend (Bogusz 2021: 72 f.). Die Möglichkeiten, theoretisches Basiswissen durch eigene erste soziologische Gehversuche zu ergänzen, sind vielfältig. Dass die Beobachtungen, besonders in den ersten Semestern, noch gar keine richtigen, im Sinne von theoretisch gehaltvollen sind, kann hier m.E. getrost in Kauf genommen werden.

„Gedanken ohne Inhalte sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind“ heißt eines der geläufigsten Zitate von Immanuel Kant (1998: 114). Das alte Kredo, scheint mir, wenn auch aus dem Kontext gelöst und zugegebenermaßen (etwas) sinnentstellt, den richtigen Weg anzuzeigen. Die Kombination aus theoretischen Grundlagen, in die etwa Dimbath in seinem Lehrbuch überzeugend einführt, und der praktischen Einübung kann sich als das Schlüsselelement einer guten (weil umfassenden) Einführung in die Soziologie herausstellen.

Fazit

Kurzum: Dimbath liefert genau das, was der Titel des Lehrbuchs verspricht: Eine Einführung in die Soziologie. Grundlegende Begrifflichkeiten und Theorieansätze werden durch ein Zusammenspiel aus Systematik, Stringenz und Transparenz auf der einen, sowie Alltagsnähe und Anschaulichkeit auf der anderen Seite, auf gelungene Art und Weise vorgestellt. Die Lektüre ist für all jene empfehlenswert, die mit der Soziologie auf theoretisches Neuland treffen und auf der Suche nach einer ersten Navigationshilfe sind.

Literatur

Bogusz, Tanja (2021): Produktive Irritationen. Über den erkenntnisreichen Gang an außergewöhnliche Orte. In: Lahm, Swantje & Hoebel, Thomas (Hrsg.): Kleine Soziologie des Studierens. Opladen & Toronto: Barbara Budrich Verlag.

Dahrendorf, Ralf (2009): Vorwort. In: Goffman, Erving: Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag. München: Piper Verlag.

Hauffe, Tobias (2021): Der soziologische Blick. Über die Schwierigkeit, unsere Standardeinstellung in Frage zu stellen. In: Lahm, Swantje & Hoebel, Thomas (Hrsg.): Kleine Soziologie des Studierens. Opladen & Toronto: Barbara Budrich Verlag.

Kant, Immanuel (1998): Kritik der reinen Vernunft. In: Mohr, Georg & Willaschek, Marcus (Hrsg.) Berlin: Akademie Verlag.

Köhler, Benjamin (2011): Zum Tod von Harold Garfinkel: „Experiment Alltag“. Soziologieblog.hypotheses.org. <https://soziologieblog.hypotheses.org/864>


Rezension von
Daniel Ewert
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Zitiervorschlag
Daniel Ewert. Rezension vom 18.06.2021 zu: Oliver Dimbath: Einführung in die Soziologie. UTB (Stuttgart) 2020. 4. aktualisierte Auflage. ISBN 978-3-8252-5380-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27807.php, Datum des Zugriffs 24.10.2021.


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