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Egon Freitag: Kreativitäts­techniken

Cover Egon Freitag: Kreativitätstechniken. So finden Sie das richtige Werkzeug für Ihr Problem. UTB (Stuttgart) 2020. 432 Seiten. ISBN 978-3-8252-5553-4. D: 29,90 EUR, A: 30,80 EUR, CH: 37,50 sFr.
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Thema und Zielsetzung

Kreativität wird spätestens in der Dienstleistungsentwicklung und der agilen Organisation zu einem zentralen Thema. Somit ist das Buch für Praktiker, Lehrende und Studierende ein interessanter Arbeitsbegleiter. Dieses Buch bietet wissenschaftlich fundiert eine breite Übersicht über bekannte und weniger bekannte Kreativitätsmethoden und -techniken. Dies wird durch Informationen zu den theoretischen Hintergründen, literarische Quellen und Entwicklungslinien sichtbar. Einführend ist ein Kapitel zur Geschichte der Kreativitätstechniken recht informativ, gefolgt von einem Kapitel über die Anwendungsbereiche von Kreativitätstechniken gefolgt vom Hauptteil der alphabetisch geordneten Kreativitätsmethoden.

Autor

Egon Freitag ist wissenschaftlicher Autor und befasst sich mit Kreativitätsforschung und literarischer Kreativität. Er hat auch ein Lexikon der Kreativität verfasst.

Inhaltlicher Überblick

Im ersten Kapitel wird ein kurzer historischer Überblick geboten, woher die Kreativitätstechniken bzw. -methoden stammen. Es endet mit der Einteilung der Methoden in intuitive und diskursive Methoden sowie eine Kombination daraus. Das zweite Kapitel zeigt komprimiert mögliche Einteilungen der Kreativitätsmethoden auf und geht dann zum dritten Kapitel das die Methoden des Buches alphabetisch vorstellt. Diese Darstellung kann mit den Anwendungsbereichen der Methoden kombiniert werden. Eine Mehrfachzuordnung der Methoden ist wird dabei sichtbar und entspricht so auch der gängigen Praxis. Damit können die LeserInnen hinsichtlich ihrer Methodenauswahl gut unterstützt werden:

  • Zum Ideen finden und Erkennen von Problemen
  • Zum Ideen finden und Produktentwicklung im Dienstleistungs- und Marketingbereich
  • Zur Produktentwicklung und Verbessern von Produkten/Dienstleistungen
  • Zur Ideenbewertung und -auswahl
  • Zur Umsetzung von Ideen
  • Für die Suche nach Produktnamen, Logos, Werbung, Verkaufsförderung
  • Zur Planung und Entwicklung auch für komplexe Problemlösungen
  • Für Erfindungen, Innovationen, Produktentwicklungen
  • Für Prozess-, Qualitäts- und Produktverbesserungen
  • Für die Ideenfindung im Change-Management
  • Zur Organisation von Veranstaltungen
  • Zur Vorhersage von Entwicklungen und Innovationen, künftiger Kundenbedürfnisse und neuer Geschäftsfelder
  • Für die individuelle Durchführung
  • Für die Teamarbeit
  • Für Gruppen und Großgruppen
  • Für Einzel- und Teamarbeit

Bei der Auflistung der Methoden ist das Brainstorming genauso vertreten wie ausgefallenere Methoden (morphologischer Kasten, TRIZ, etc.) oder Open Space oder das Ishikawa-Diagramm u.v.m.

Jede Methode ist kurz beschrieben, wobei zur besseren Orientierung auch andere gebräuchliche Namen angeführt werden. Einige Zeilen zur Herkunft und zur theoretischen Einordnung ergänzen die Ausführungen bevor es zur Durchführung geht, gefolgt mit den Vor- und Nachteilen. Anschließend folgen Aussagen zu den Einsatzmöglichkeiten der jeweiligen Kreativitätstechnik sowie die Literaturverweise.

Diskussion

Lexikonartig sind die Kreativitätsmethoden gelistet und werden durch einführend in die Anwendungsbereiche gegliedert und zugeordnet. Zu jeder Methode wird auch weiterführende Literatur angeführt, leider aber prosaisch fortlaufend angeordnet, was die Lesbarkeit etwas beeinträchtigt. Hilfreiche Verweise auf Abwandlungen und andere Methoden unterstützen die LeserInnen. Sie werden so in die Lage versetzt, sich einen guten Überblick über die Kreativitätstechniken zu verschaffen. In Corona-Zeiten helfen vermehrt begleitende Internetrecherchen, insbesondere wenn es um die Visualisierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Moderationskonzeptes geht. Aus eigener Erfahrung mit Kreativitätstechniken ist das Ausprobieren, Anpassen und ein Dialog mit anderen AnwenderInnen ebenso eine hilfreiche, aufbauende Erweiterung der Lektüre. Es lässt sich bei der Auswahl der richtigen Methode auch relativ leicht herausfinden, welche Methoden in welcher Phase des Innovationsprozesses anwendbar sind.

Fazit

Ausgehend vom Einführungskapitel zur Entwicklung der Kreativitätsmethoden und nach der Lektüre der Anwendungsbereiche mit den methodischen Zuordnungen können die LeserInnen wie in einem Lexikon alphabetisch geordnet nachschlagen und sich über verschiedene Methoden zu ihrem jeweiligen Einsatzbereich informieren. Daher ist es unbedingt notwendig, das Kapitel zu den Einsatzbereichen einführend zielorientiert zu lesen. Was dann bleibt ist das Anpassen und Ausprobieren der Kreativitätstechniken an die jeweilige Situation. Mit gesammelter Weisheit und gut aufbereitet gilt es die eigene Stärke der jeweiligen AnwenderInnen zu entfalten.


Rezension von
Prof. Dr. Paul Brandl
war Professor für Organisationsentwicklung und Prozessmanagement, Berater für die Optimierung von Prozessen bei sozialen Dienstleistungen und Neugestaltung von sozialen Dienstleistungen insbesondere aus Sicht der KlientInnen und der Digitalisierung sowie dem prozessbasierten Qualitätsmanagement (pQMS extended®)
Homepage www.fh-ooe.at
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Zitiervorschlag
Paul Brandl. Rezension vom 10.02.2021 zu: Egon Freitag: Kreativitätstechniken. So finden Sie das richtige Werkzeug für Ihr Problem. UTB (Stuttgart) 2020. ISBN 978-3-8252-5553-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27892.php, Datum des Zugriffs 17.10.2021.


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