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Helga Esselborn-Krumbiegel: Tipps und Tricks bei Schreibblockaden

Rezensiert von Lukas Ballweg, 27.04.2022

Cover Helga Esselborn-Krumbiegel: Tipps und Tricks bei Schreibblockaden ISBN 978-3-8252-5569-5

Helga Esselborn-Krumbiegel: Tipps und Tricks bei Schreibblockaden. UTB (Stuttgart) 2021. 2. aktual. Auflage. 187 Seiten. ISBN 978-3-8252-5569-5. D: 12,99 EUR, A: 13,40 EUR, CH: 16,90 sFr.
Reihe: Stark fürs Studium
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Thema

Der Titel des vorliegenden Werkes „Tipps und Tricks bei Schreibblockaden“ gibt den Lesenden bereits weitestgehend Aufschluss darüber, was sie inhaltlich bei der Lektüre erwarten wird. Die Tipps und Tricks orientieren sich am jeweiligen Prozessschritt des Schreibens. Es finden sich konkrete Übungen und Hinweise, welche die Lesenden von ihrem ersten Schritt – Ideenfindung – bis zum letzten Schritt – der Überarbeitung – bei der Erstellung ihres wissenschaftlichen Textes begleiten. Das Werk richtet sich vor allem an Personen, die selbst über keine oder wenig Strategien für das Schreiben von wissenschaftlichen Texten verfügen und gibt dabei einen Einblick in die Strategien von Schritsteller:innen und Wissenschaftler:innen. Darüber hinaus finden sich viele einfach umzusetzende Übungen, die zum Schreiben von unterschiedlichen Texten anregen.

Autorin

Helga Esselborn-Krumbiegel promovierte nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Komparatistik im Bereich der Germanistik und veröffentlichte mehrere Werke zur Didaktik wissenschaftlichen Schreibens.

Inhalt

Die Publikation gliedert sich in 3 Themenbereiche:

  1. Die Vorbereitung des Schreibens (Kapitel 1–4)
  2. Das Schreiben selbst (Kapitel 5–6)
  3. Die Korrektur des Geschriebenen (Kapitel 7–8)

Unter der Überschrift „Schreiblust statt Schreibfrust“ gibt die Autorin in Kapitel 1 eine knappe Einleitung in die Thematik und formuliert das Ziel ihrer Veröffentlichung: Den Lesenden Strategien und Übungen an die Hand zu geben, mit welchen sie beim Schreiben in den Zustand des „Flows“ zu kommen. Als Flow beschreibt die Autorin „das Hochgefühl engagierten, freudigen und störungsfreien Handelns, ein kreativer Zustand, der die Menschen völlig in ihrer jeweiligen Aktivität aufgehen lässt.“ (S. 11)

In Kapitel 2 richtet sich der Blick auf die Ideenfindung für ein anstehendes Projekt. Es werden unterschiedliche Methoden vorgestellt, mit denen sich die Ideenvielfalt steigern und sich neue Gedanken erschließen lassen, auch wenn diese gerade blockiert scheinen. Unter dem Stichwort „Ideen Locken“ empfiehlt die Autorin beispielsweise sich bewusst anderen Tätigkeiten zu widmen, wenn gerade kein Vorankommen zu verzeichnen ist oder sich schreibend dem Problem zu nähern, indem die bestehenden Schwierigkeiten, Fragen oder Vermutungen formuliert werden. Darüber hinaus werden natürlich u.a. auch systematischere Übungen vorgeschlagen, welche bewusst Perspektiven wechseln, nach Analogien suchen oder das Anlegen eines Arbeitsjournals vorsehen.

Mit welchen Schritten sich aus den entwickelten Ideen nachfolgend ein Projektplan erstellen lässt, wird in Kapitel 3 beschrieben. Ausgehende von einem allgemeinen Phasenmodell wissenschaftlicher Textproduktion, werden unterschiedliche Vorgehensweise geschildert, wie eine Texterstellung vorbereitet werden kann und es finden sich Hinweise zur Themeneingrenzung, der Erstellung von Projektskizzen und dem Finden von Strukturen in der eigenen Argumentation. Zum Ende des Kapitels wird die Verwendung von Überschriften und Textskeletten erklärt und Tipps für den Entwurf eines eigenen Schreibplans gegeben.

Bevor sich die Autorin dem Schreiben selbst widmet, können sich die Lesenden in Kapitel 4 Wissen über Motviations- und Konzentrationsfördernde Faktoren aneignen. Dabei wird zunächst kurz auf die intrinsische Motivationslage eingegangen, im Schwerpunkt beschäftigt sich das Kapitel dann aber mit einem dem Schreibfluss förderlichen Rahmen und der Aneignung und Entwicklung von Schreibroutinen.

Wer auch nur einen kleinen Teil der vorgeschlagenen Übungen aus den bisherigen Kapiteln absolviert hat, wird bereits ins Schreiben gekommen sein, auch wenn sich die Autorin dem Thema erst in Kapitel 5 zuwendet und 13 unterschiedliche Methoden präsentiert, die den Einstieg in die ersten Textzeilen erleichtern können. Allen gemeinsam ist das Ziel viel Text zu produzieren, der möglicherweise noch überarbeitet werden muss, anstatt keinen oder wenig Text zu Papier zu bringen, der perfekt ausformuliert wäre. Ob dabei bewusst die Schreibgeschwindigkeit erhöht wird, der zu schreibende Text zunächst auf Tonband gesprochen und transkribiert wird oder Bewegung genutzt wird, um das Schreiben zu fördern, bleibt den Vorlieben der Leser:innen überlassen. Auch zum Schreibwerkzeug, der Textform und möglichen Medien gibt die Autorin Anregungen. Das Kapitel endet mit dem Aufruf „Mut zum Müll“ und empfiehlt dem Lesenden zu Beginn ohne übermäßige Kontrolle zu Schreiben und das Material dann zu einem späteren Zeitpunkt auf seine Brauchbarkeit zu prüfen.

Ist der Einstieg in den eigenen Text geschafft, so lassen sich im etwas kürzer gehaltenen Kapitel 6 Inspirationen finden, die den Wiedereinstieg ins Schreiben nach durchaus empfohlenen Schreibpausen erleichtern sollen und es werden Tipps gegeben, wie der Schreibfluss sich aufrechterhalten lässt.

In Kapitel 7 erörtert die Autorin dann wie aus einem positiven Umgang mit dem inneren Kritiker eine hilfreiche kritische Haltung zum eigenen Text entstehen kann. Dabei kann es notwendig sein dem inneren Kritiker (Zeit-)Grenzen zu setzen, dem Kritiker im Dialog zu begegnen, sich auf seine eigenen positiven Schreiberfahrungen zu besinnen oder den inneren Kritiker als wertvollen Hinweisgeber für bestehende Schwächen des Textes zu nutzen.

Die Publikation schließt inhaltlich mit Kapitel 8 und die Autorin gibt Hinweise, wie die im Verlauf des Buches häufig benannten Rohfassung nun Stück für Stück zum fertigen Text weiterverarbeitet werden kann. Es wird dargelegt, wie man sich vom eigenen Text zur besseren Korrektur distanzieren kann, Verfremdungen nutzen kann und wie sich von Dritten systematisches Feedback einholen lässt.

Das letzte Kapitel 9 steht nicht im direkten inhaltlichen Zusammenhang zu den übrigen Kapiteln, sondern enthält eine Sammlung an Schreibübungen, die unabhängig vom aktuellen Schreibprozess den Spaß am Schreiben fördern sollen.

Diskussion

Tipps und Tricks bei Schreibblockaden lautet der Titel des vorliegenden Werkes und wird damit seinem Inhalt gerecht. Anhand eines klar gegliederten Aufbaus, der sich am Schreibprozess orientiert, führt die Autorin die Leserschaft an einer Vielzahl möglicher Methoden vorbei. Ein übersichtliches Layout und eine gut verständliche Sprache fördern einen angenehmen Lesefluss. Die präsentierten Methoden können unterschiedlichen Vorlieben der Leser:innen gerecht werden. Das Lesen motiviert dabei zur Erprobung des Geschriebenen. Einerseits, weil an vielen Stellen einfach umzusetzende Übungen und Tipps der Autorin zum Einsatz kommen, andererseits, weil die an vielen Stellen angeführten Zitate und Berichte von Schriftsteller:innen, einen guten und lebehaften Einblick in die bewährten Strategien von professionell Schreibenden geben. Allen Tipps und Strategien gemeinsam ist, dass sich der Lösung meist durch das Schreiben selbst genähert wird. Wer seine Schreibblockaden lösen möchte, ohne eine Schreibwerkzeug seiner Wahl zur Hand zu nehmen, wird wenig von den Ausführungen mitnehmen können. Vor allem Personen, die sich noch keine Schreibstrategie angeeignet haben und denen die wissenschaftliche Textproduktion schwerfällt, dürften sich von dem Buch angesprochen fühlen. Besonders positiv ist die Haltung der Autorin zum Schreiben selbst hervorzuheben. Es wird deutlich vermittelt, dass wissenschaftliches Schreiben ein Handwerk ist, welches von Jedem gelernt werden kann. Das Buch „Tipps und Tricks bei Schreibblockaden“ bietet hierzu einen sehr empfehlenswerten Einstieg in dieses Handwerk.

Fazit

Das vorliegende Werk ist Teil der Buchreihe „Stark fürs Studium“. Damit richtet es sich vorwiegend an Studierende und führt diese an die Thematik des wissenschaftlichen Schreibens heran. Es werden Strategien und Methoden für den Umgang mit Schreibblockaden vermittelt. Einerseits diese Blockaden zu lösen, wenn sie bereits aufgetreten sind, andererseits den Arbeitsrahmen präventiv so zu verändern, dass es gar nicht zu größeren Blockaden kommt. Mit einer Vielzahl von Methoden und dem steten Blick auf die Erfahrungen von Schriftsteller:innen und wissenschaftlichen Autor:innen, lädt das Buch dazu ein unterschiedliche Strategien auszuprobieren und damit positive Schreiberlebnisse zu sammeln.

Rezension von
Lukas Ballweg
Master of Arts – Beratung und Casemanagement, Sozialpädagoge
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Es gibt 3 Rezensionen von Lukas Ballweg.

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Zitiervorschlag
Lukas Ballweg. Rezension vom 27.04.2022 zu: Helga Esselborn-Krumbiegel: Tipps und Tricks bei Schreibblockaden. UTB (Stuttgart) 2021. 2. aktual. Auflage. ISBN 978-3-8252-5569-5. Reihe: Stark fürs Studium. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27898.php, Datum des Zugriffs 24.05.2022.


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