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Karim Fereidooni, Nina Simon (Hrsg.): Rassismuskritische Fachdidaktiken

Rezensiert von Daniel Schumann, 05.01.2022

Cover Karim Fereidooni, Nina Simon (Hrsg.): Rassismuskritische Fachdidaktiken ISBN 978-3-658-26344-7

Karim Fereidooni, Nina Simon (Hrsg.): Rassismuskritische Fachdidaktiken : Theoretische Reflexionen und fachdidaktische Entwürfe rassismuskritischer Unterrichtsplanung. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2020. ISBN 978-3-658-26344-7.
Reihe: Pädagogische Professionalität und Migrationsdiskurse
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Thema und Entstehungshintergrund

Wenn es im deutschen Bildungskontext um die Beschäftigung mit Rassismus geht, hat Astrid Messerschmidt (2010) vier Distanzierungsmuster im pädagogischen Umgang mit Rassismus identifiziert: Mal werde Rassismus skandalisiert und zur Ausnahmeerscheinung erklärt, mal lediglich als Handlung von Rechtsextremist*innen verstanden; mal werden Phänomene auf vermeintliche kulturelle Unterschiede zurückgeführt – also kulturalisiert –, wodurch rassistische Diskriminierungen oftmals legitimiert werden; andere Male werde Rassismus als überwundenes Phänomen der Vergangenheit, insbesondere des Nationalsozialismus, verstanden, um ein vermeintlich aufgeklärtes Selbstbild aufrecht erhalten zu können.

Im Gegensatz zu diesen, von Messerschmidt als verknappend kritisierten Rassismusverständnissen lese ich den Sammelband „Rassismuskritische Fachdidaktiken“ als einen Versuch, Rassismus als umfassende Strukturkategorie sichtbar zu machen, die sich im Kontext verschiedener Schulfächer und Fachdidaktiken unterschiedlich manifestiert und jeweils auf spezifische Weise bearbeitet werden kann. Ich lese ihn zugleich als eine Antwort auf das gestiegene Interesse daran, fächerübergreifende Bezüge herzustellen und Rassismus einerseits als Querschnittsthema, Rassismuskritik andererseits als gemeinsame Aufgabe unterschiedlicher Fachdidaktiken sichtbar zu machen. Dazu bringt der Sammelband Beiträge aus unterschiedlichen Fachkontexten in einen Zusammenhang.

Herausgeber*innen und Autor*innen

Herausgeber*innen des Sammelbands sind Karim Fereidooni, Juniorprofessor für Didaktik der sozialwissenschaftlichen Bildung an der Ruhr-Universität Bochum, und Nina Simon, Juniorprofessorin für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache mit dem Schwerpunkt Kulturstudien am Herder-Institut der Universität Leipzig. Über das Herausgeber*innenteam hinaus haben 32 weitere Autor*innen zum Sammelband beigetragen.

Die Beitragenden zeichnen sich sowohl durch ihre unterschiedlichen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Hintergründe als auch durch ihre diversen Arbeitskontexte aus – beteiligt sind sowohl Autor*innen aus dem universitären Bereich (von Lehrstuhlinhaber*innen bis hin zu Masterstudierenden) wie auch aus dem schulischen Kontext (Referendar*innen, Lehrer*innen und Studiendirektor*innen).

Aufbau

Der über 550 Seiten starke Sammelband wird durch eine Einleitung der Herausgeber*innen eröffnet, in der der übergeordnete Zusammenhang von Rassismuskritik und Fachdidaktiken erörtert wird und gewissermaßen die Leitplanken von rassismuskritischen Fachdidaktiken skizziert werden. Dieser Einleitung schließen sich in alphabetischer Reihenfolge der Namen der Erstautor*innen 18 Beiträge an, in denen jeweils auf ca. 30 Seiten in theoretischer und unterrichtspraktischer Hinsicht auf Rassismuskritik im Kontext eines spezifischen Schulfachs eingegangen wird. Unübersehbar ist dabei die sehr begrüßenswerte Intention der Herausgeber*innen, mit dem Sammelband Rassismus als ein Querschnittsthema in der Breite des schulischen Fächerkanons sichtbar zu machen. So nehmen die Beiträge sowohl gesellschaftswissenschaftliche Fächer (Politik/​Sozialkunde, Geschichte, Geografie, Philosophie), den Sprachenunterricht (Deutsch, DaZ, Englisch, Französisch, Spanisch), das Fach ev. Religion, künstlerisch-ästhetische Fächer (Kunst, Musik) wie auch mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer (Biologie, Mathematik, Physik) in den Blick. Wenige der Beiträge lassen sich nicht ausschließlich einem Unterrichtsfach zuordnen, sondern machen auf querliegende Fragen wie etwa die Ungleichmachung von Sprachen (vgl. den Beitrag von Magdalena Knappik und Aslı Can Ayten) aufmerksam.

Inhalt

Im Folgenden werde ich zunächst die zentralen, in der Einleitung von Karim Fereidooni und Nina Simon skizzierten Thesen zu Zielen und Modi einer rassismuskritischen Bildung zusammenfassen und daraufhin exemplarisch beleuchten, wie diese Überlegungen in einigen der fachbezogenen Beiträge konkret umgesetzt werden. Ausgangspunkt von Fereidoonis und Simons Überlegungen ist die Prämisse, dass „(nur) eine Dekonstruktion rassismusrelevanter Sachverhalte innerhalb der Fachdidaktiken dazu führen [könne, DS], Rassismen nicht (unhinterfragt) zu (re)produzieren“ (S. 1). Dementsprechend zielt eine rassismuskritische Bildung darauf, Schüler*innen zu einer Dekonstruktion rassismusrelevanter Wissensbestände zu befähigen, eine Reflexion über die Funktionen und Konsequenzen von Differenzkonstruktionen anzustoßen und schließlich anzuregen, sich gegen die Reproduktion von Rassismus einzusetzen (vgl. S. 3 f.). Gelingen könne dies nur, wenn Lehr*innen und Fachdidaktiken gleichermaßen ihre Involviertheit in rassistische (Wissens-)ordnungen anerkennen und reflektieren. Einen solchen Reflexionsraum schaffen die Autor*innen, insofern sie in Anlehnung an migrationspädagogische Ansätze vorschlagen, „Fachdidaktik als Kulturwissenschaft“ (S. 5) zu verstehen. Aus einer solchen Perspektive geraten sowohl Unterricht als auch die Lehrer*innenbildung selbst als eine kulturelle und in Machtstrukturen eingebettete Praxis in den Blick und werden somit im Hinblick auf ihren Beitrag an der Reproduktion bzw. Unterbrechung von Rassismus reflektierbar und veränderbar. Der einleitende Beitrag liefert diesbezüglich eine produktive, an die Rassimusforscherin Philomena Essed anschließende Konzeptualisierung von Rassismus als „Struktur, Ideologie und Prozess“ (S. 2) und insofern als ein umfassendes Strukturierungsmerkmal der Gesellschaft, das individuelles Verhalten bei weitem übersteigt.

Die Beiträge im weiteren Verlauf nehmen nun, mal im direkteren und mal im loseren Bezug auf die in der Einleitung formulierten Prinzipien, erstens ein für ihr spezifisches Unterrichtsfach rassismusrelevantes Thema analytisch in den Blick und schlagen zweitens – mal programmatischer, mal konkreter – Handlungsentwürfe für den Unterricht vor. Die Analysen und Vorschläge reichen von einer Auseinandersetzung mit Racial Profiling im Politikunterricht (Darlene Buxinski et al.) über eine Reflexion von statistischen Klassifizierungen im Fach Mathematik (Hauke Morisse) bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit der Rezeption der „primitivistischen Werke“ Emil Noldes und Max Pechsteins und Möglichkeiten ihres Gegenlesens (Maike Füllenkemper und Marlene Hoffheinz). Entsprechend unmöglich ist es mir, im Rahmen dieser Rezension auf alle Beiträge des Sammelbands einzugehen. Stattdessen werde ich am Beispiel dreier Beiträge exemplarisch einen Aspekt vertieft nachzeichnen, der sich – zumindest in meinen Augen – wie ein roter Faden durch den Sammelband zieht: die Auseinandersetzung mit Differenzkonstruktionen in Schulbüchern und den Umgang mit ihnen.

In Anbetracht des dekonstruktivistischen Ansatzes des Sammelbands überrascht es nicht, dass Schulbuchinhalte, anhand derer sich ‚Rasse‘-Konstruktionen nachvollziehen und problematisieren lassen, den Gegenstand mehrerer Beiträge darstellen. So analysiert Jule Bönkost aus diskurstheoretischer Perspektive den ‚Rasse‘-Diskurs in Englisch-Schulbüchern und kommt zu dem Ergebnis, dass die Schulbücher den Rassebegriff und die damit konstruierte Differenz nicht problematisieren und zudem marginalisierte Stimmen weitestgehend ausblenden. Durch die Schulbuchdarstellungen werde ein „entpolitisiertes rassifizierendes Differenzdenken“ (S. 40) anerkannt und nicht problematisiert. Stattdessen plädiert sie für eine „rassismuskritische Schulbuchdidaktik“ (S. 40), die eine „Förderung der Sensibilisierung der Schüler*innen für die mit jeder Differenzsetzung einhergehende Festschreibung mit ihren Konsequenzen für bestehende Macht- und Ungleichheitsverhältnisse“ (S. 41) zum Ziel hat. Dazu schlägt Bönkost drei Wege vor: ‚Rasse‘ und Rassismus explizit zum Thema zu machen, hegemonialen Stimmen ‚rassekritische‘ und marginalisierte Stimmen gegenüberstellen sowie ein sprachlich-sensibler Umgang mit (verletzenden) Begrifflichkeiten.

Janina Vernal Schmidt setzt sich in ihrem Beitrag mit Schulbüchern für den Spanischunterricht auseinander. Sie befragt eine exemplarische Lehrwerkslektion zur gewaltsamen Eroberung Mexikos durch Spanien auf koloniale und rassistische Repräsentationen. Mit ihrer Analyse kann sie zeigen, dass die Lektion eine „Erobererperspektive“ (S. 452) reproduziert, multiperspektivische Darstellungen verhindert und insofern eurozentrisches und koloniales Wissen stabilisiert (vgl. S. 453). Auf der Basis dieser Analyse entwickelt sie einen dreiteiligen Unterrichtsentwurf für den Spanischunterricht in der Sekundarstufe 2. Vernal Schmidt schlägt erstens vor, koloniale und rassistische Begriffe und Redewendungen zu reflektieren, wozu sie konkretes Material und Leitfragen vorschlägt. Zweitens entwickelt sie methodische Leitfragen für eine Analyse unterschiedlicher visueller Darstellung von Kolumbus‘ ‚Landung‘ in Amerika, sodass die monoperspektivische Darstellung des Schulbuchs im Unterricht um eine Reflexion der „rassistischen Imaginationen und Projektionen der Europäer von Amerika und seinen Bewohner*innen“ (S. 461 f.) erweitert werden kann. Drittens schlägt sie vor, binäre Denkstrukturen zu überwinden, indem Transkulturalisierungs- und Hybridisierungsprozesse zum Unterrichtsthema gemacht werden. Mit diesen drei Strategien wird ein Versuch aufgezeigt, koloniale Deutungsmuster in Schulbüchern reflexiv im Sprachenunterricht aufzufangen und zu brechen.

Birte Schröder und Inken Carstensen-Egwuom nehmen in ihrem Beitrag Schulbücher der 5. Klasse für den Geografieunterricht in den Blick, die als ‚Einstieg‘ in das Fach eine besondere Relevanz haben. Vor dem Hintergrund konstruktivistischer Raumtheorien und mit dem Anspruch einer „reflexiven Geographiedidaktik“ (S. 351) sehen sie gerade in der Analyse von Schulbuchinhalten das Potenzial für Schüler*innen, „den Blick auf die Welt und die Herstellung von Bildern über die Welt zu reflektieren“ (S. 351 f.). In ihrer exemplarischen Analyse zweier Schulbuchdoppelseiten zeigen die Autorinnen die Verwobenheit von ‚Rasse‘- und Raumkonstruktionen und damit einhergehende Normalitätsvorstellungen über die Schüler*innenschaft auf. Im Anschluss an die Analyse entwickeln sie Leitlinien, mit denen die Schulbuchdarstellungen selbst zum Gegenstand kritischer Reflexion der Schüler*innen werden können: Erstens gelte es, ein Bewusstsein für den Konstruktionscharakter der (Schulbuch-)Texte und Bilder und damit verbundener Raumkonzepte zu fördern. Zweitens sollten nicht nur Vorstellungen von ‚Anders-Sein‘, sondern vielmehr auch in Schulbüchern normalisierte Wir-Konstruktionen analysiert werden. Drittens können etwa durch die Umgestaltung einer Schulbuchseite im Unterricht homogene Vorstellungen des ‚Eigenen‘ und ‚Fremden‘ heterogenisiert werden. Viertens schlagen die Autorinnen vor, dass die Schüler*innen „Gegenbilder“ zu den einseitigen Schulbuchdarstellungen suchen könnten. Und fünftens ließen sich Verbindungen und Verwobenheiten der Ortszugehörigkeiten der Schüler*innen stärker fokussieren, statt die Trennung in ‚Eigenes‘ und ‚Fremdes‘ weiter zu reproduzieren.

Diskussion

Dem Sammelband gelingt es, – ausgehend von einer programmatischen Einführung – Rassismus als ein wichtiges Querschnittsthema verschiedener Fächer sichtbar zu machen und Optionen seiner analytischen und unterrichtspraktischen Bearbeitung vorzuschlagen. Die kulturwissenschaftliche und rassismustheoretische Fundierung des vorgeschlagenen Ansatzes mündet zum einen in einer gesteigerten professionellen (Selbst-)Reflexivität bezüglich der eigenen Involviertheit in Differenzordnungen; zum anderen macht diese das Prinzip der Dekonstruktion stark, mit dem Rassismus als (auch) symbolische Ordnung in verschiedenen Unterrichtsfächern reflektiert werden kann. Beides sind äußerst wichtige Perspektivierungen. Die an exemplarischen Themen ansetzenden Beiträge aus unterschiedlichen fachlichen Hintergründen ermöglichen es den Leser*innen, selbst fächerübergreifende Querverbindungen zu sehen – auch zu Fächern wie Physik oder Mathematik, die bislang wenig mit Rassismus in Verbindung gebracht werden. Aufgrund der alphabetischen Anordnung der Beiträge anstelle einer kriteriengeleiteten Gruppierung bleibt es jedoch den Leser*innen weitestgehend selbst überlassen, für sie relevante Querverbindungen zwischen den Texten zu finden. Das in dieser Rezension verfolgte Beispiel, die Reflexion von rassistischen Wissensbeständen in Schulbüchern fächerübergreifend in den Blick zu nehmen, zeigt aber die Produktivität solcher individuellen Lesewege und die vielfältigen Anschlüsse, die der Sammelband für eigene Fragen bietet.

Angesichts des hohen Anspruchs des Sammelbands möchte ich abschließend auf drei Limitationen eingehen, welche aber die Wichtigkeit des Werks nicht schmälern. Erstens liegen die Beiträge sowohl analytisch als auch unterrichtspraktisch auf unterschiedlichen Ebenen und Reflexionsniveaus, nicht in allen Beiträgen ist etwa das methodische Vorgehen in den Beispielanalysen zur Gänze nachvollziehbar oder der reflexive Anspruch eingelöst. Zweitens wäre es wünschenswert gewesen, dass jeder Beitrag mit einer kommentierten Literaturliste endet, sodass fachfremde Leser*innen einen weiterführenden Zugang zum jeweiligen fachlichen/​fachdidaktischen Stand der Diskussion bekommen könnten. Dadurch hätten auch andere rassismuskritische, post- und dekoloniale Diskurse aufgegriffen werden können, die in den exemplarischen Beiträgen nicht abgebildet wurden.

Drittens wird die im Sammelband vorgenommene weitestgehende Ausklammerung einer intersektionalen Perspektive (vgl. S. 8 f.), die noch stärker nach der Überschneidung und gegenseitigen Vermittlung verschiedener Diskriminierungsverhältnisse wie Rassismus, Sexismus, Klassismus oder Adultismus fragen würde, zwar begründet; hier wird vor allem auf die Gefahr eingegangen, dass durch eine intersektionale Perspektive einer Auseinandersetzung mit Rassismus und damit verbundenen Privilegierungen aus dem Weg gegangen werden könnte. Damit wird jedoch eine partikulare Adressat*innengruppe als Maßstab der didaktischen Überlegungen vorausgesetzt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass in der Einleitung erwähnt wird, dass „Intersektionalität auch im Rahmen rassismuskritischer fachdidaktischer Überlegungen berücksichtigt werden muss, wenngleich stets neu darüber nachzudenken ist, wann und wie dies geschieht“ (S. 9). Für dieses Nachdenken wäre es gut, bestehende Literatur aufzugreifen, in der diese Fragen bereits diskutiert werden. So wäre etwa ein Dialog mit dem Social Justice-Ansatz (vgl. Czollek et al. 2019) weiterführend, der von einer radikalen Vielfalt ausgeht und mit dem eine Beschäftigung mit einzelnen Diskriminierungsformen stattfinden kann, aber gleichzeitig Intersektionalitäten sichtbar gemacht werden können, ohne Erfahrungen zu hierarchisieren.

Fazit

Mit dem Sammelband haben Karim Fereidooni und Nina Simon ein wichtiges und dringend notwendiges Werk herausgegeben, das wertvolle Anregungen für einen rassismuskritischen und diversitätsorientierteren Unterricht bietet. Es macht Rassismus als gesellschaftliches Strukturprinzip sichtbar, das sich in verschiedenen Unterrichtsfächern manifestiert und zeigt mögliche Ansätze zu seiner Schwächung auf. Es ist sowohl für (angehende) Lehrkräfte als auch für Akteur*innen der Lehrer*innenbildung eine empfehlenswerte Lektüre und eine Einladung zur Reflexion der eigenen Praxis. Zudem ist der Sammelband auch für die Bildungsmedienforschung interessant, da mehrere Beiträge rassismusbezogene Inhalte in Schulbüchern und weiteren Unterrichtsmaterialien nicht nur analytisch in den Blick nehmen, sondern auch Hinweise zu ihrer kritischen Rezeption in Lehrer*innenbildung und Unterricht geben. Diese auch in anderen Kontexten zunehmenden Hinweise zum sensibleren Umgang mit stereotypen Schulbuchdarstellungen in Unterricht und Lehre könnten im Sinne einer diskursanalytischen Rezeptionsforschung selbst zum Gegenstand einer Meta-Analyse gemacht werden, um Ähnlichkeiten und Unterschiede herauszustellen, Vorschläge zu bündeln und sie wiederum kritisch zu reflektieren.

Zitierte Literatur

Czollek, Leah Carola/​Perko, Gudrun/​Czollek, Max/Kaszner, Corinne (2019): Praxishandbuch Social Justice und Diversity. Theorien, Training, Methoden, Übungen. 2. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Beltz Juventa (Weinheim).

Messerschmidt, Astrid (2010): „Distanzierungsmuster. Vier Praktiken im Umgang mit Rassismus“, in: Paul Mecheril und Anne Broden (Hrsg.): Rassismus bildet. Bildungswissenschaftliche Beiträge zu Normalisierung und Subjektivierung in der Migrationsgesellschaft. Transcript (Bielefeld), S. 41-58.

Rezension von
Daniel Schumann
M.A. Soziologie, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Schlözer Programm Lehrerbildung, Handlungsbereich „Diversität gerecht werden“, Institut für Diversitätsforschung und Institut für Politikwissenschaft, Georg-August-Universität Göttingen.
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Zitiervorschlag
Daniel Schumann. Rezension vom 05.01.2022 zu: Karim Fereidooni, Nina Simon (Hrsg.): Rassismuskritische Fachdidaktiken : Theoretische Reflexionen und fachdidaktische Entwürfe rassismuskritischer Unterrichtsplanung. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2020. ISBN 978-3-658-26344-7. Reihe: Pädagogische Professionalität und Migrationsdiskurse. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/27928.php, Datum des Zugriffs 24.09.2022.


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