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Sven Trabandt, Hans-Jochen Wagner: Pädagogisches Grundwissen für Soziale Arbeit

Cover Sven Trabandt, Hans-Jochen Wagner: Pädagogisches Grundwissen für das Studium der Sozialen Arbeit. Ein Kompendium. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. 219 Seiten. ISBN 978-3-8252-5358-5. D: 19,99 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 26,90 sFr.
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Thema

Das Kompendium bietet Studierenden der Sozialen Arbeit einen fundierten Überblick zu pädagogischen Grundbegriffen.

Autoren

Sven Trabandt ist u.a. Lehrbeauftragter am Studiengang Soziale Arbeit an der Fachschule für Sozialpädagogik Göppingen.

Hans-Jochen Wagner ist Diplomsozialpädagoge und lehrt als Professor Sozialpädagogik an der Hochschule Esslingen.

Aufbau

  1. Anthropologische Grundlagen
  2. Sozialisation
  3. Erziehung
  4. Bildung
  5. Lerntheoretische Grundlagen
  6. Pädagogische Grundhaltungen
  7. Grundformen pädagogischen Handelns
  8. Erziehungsstile
  9. Reformpädagogik

Inhalt

Nachdem die Autoren die anthropologischen Grundlagen, in welchen das Wesen des Menschen systematisch in den Blick genommen wird, diskutiert haben, werden in den folgenden Kapiteln die wesentlichen Begriffe Sozialisation, Erziehung und Bildung unter die Lupe genommen.

Unter Sozialisation wird der Prozess verstanden, in welchem sich die Persönlichkeit des Individuums entwickelt. Mit Verweis auf Grundmann fördert Sozialisation auf individueller Ebene die Selbstbestimmung über die Stärkung der Handlungsautonomie. Auf diese Weise werden Einzelne zur Teilhabe am Leben befähigt.

Für die Erziehung sind die Momente des Einwirkens und des Zurückhaltens bedeutsam für die Beschreibung des Begriffs. Erziehung ist so das zielgerichtete Handeln Erziehender und ein gegenseitiger Interaktionsprozess. „Erziehung nimmt Einfluss auf Sozialisationsprozesse Einzelner und erfüllt eine gesellschaftliche Funktion der Integration“ (S. 46).

Die Bildung nimmt Bezug auf die Sozialisation und die Erziehung. In Anlehnung an die Sozialisation, handelt es sich bei der Bildung um einen Prozess der Formung und der Kultivierung des sozialen Handelns. Da sich seit den 2000-er Jahren die Früh- und Elementarpädagogik mit der Bildung befasst, bekommt die Bildung eine Bedeutung für die Soziale Arbeit. So wirken Interventionsmaßnahmen im frühen Lebensverlauf sozialen Ungleichheiten entgegen.

Prozesse der Sozialisation, Erziehung und Bildung sind Prozesse des Lernens. Lernen ist ein zentraler Begriff der Pädagogik.

Pädagogische Beziehungen gründen auf pädagogischen Grundhaltungen „Pädagogische Grundhaltungen hängen von Einstellungen, vertretenen Menschenbildern, Zielsetzungen und pädagogischen Handlungsfeldern etc. ab“ (S. 119).

Hinsichtlich der Grundformen pädagogischen Handelns geht es darum, den Zu-Erziehenden auf dem Weg zu Autonomie und Sozialität, konkret auf dem Weg zur Mündigkeit, beizustehen. Grundformen pädagogischen Handelns sind Unterrichten, Informieren, Beraten, Arrangieren und Animieren.

Die Erziehungsstile sind Gruppen von beobachtbaren Verhaltensweisen der Erziehenden. „Sie basieren auf Einstellungen und Überzeugungen und haben Auswirkungen auf die Entwicklung von Zu-Erziehenden“ (S. 175).

Die Reformpädagogik will gegenwärtige Strukturen und Handlungsweisen in der institutionalisierten Pädagogik verändern. Angeregt werden sollen selbstbestimmte, offene und lebensrelevante Lernprozesse. Lehrende sind hier mehr Lernbegleitende.

Diskussion

Für die Zeit der Corona-Pandemie ist die Aufführung der Distanzzonen nach Hall auf Seite 141 lehrreich. Hier werden die Intimzone mit bis zu ca. 60 cm, die persönliche Zone mit ca. 60 bis 150 cm und die soziale Zone mit ca. 150 bis 400 cm benannt. Die soziale Zone „schließt aus, dass man sich berührt. In dieser Distanz […] werden unpersönliche Angelegenheiten erledigt […]. Diese Distanz hat eine Schutzfunktion“ (ebd.). Und diese Schutzfunktion soll die soziale Distanz gegenwärtig auch leisten, obwohl die Dauer der politisch angeordneten sozialen Distanz das Soziale aufhebt.

Fazit

Für Studierende der Sozialen Arbeit bietet das besprochene Kompendium eine sinnvolle Grundlage für das Fach. Die Autoren erklären die verschiedenen Begriffe ausführlich, führen am Ende eines jeden Kapitels ein Literaturverzeichnis an und geben den Lesenden und Lernenden zur Überprüfung des Gelesenen Aufgaben an die Hand.


Rezension von
Dr. Carsten Rensinghoff
EUTB beim Malteser Hilfsdienst e.V.
Homepage www.teilhabeberatung.de/beratung/malteser-hilfsdien ...
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Zitiervorschlag
Carsten Rensinghoff. Rezension vom 15.03.2021 zu: Sven Trabandt, Hans-Jochen Wagner: Pädagogisches Grundwissen für das Studium der Sozialen Arbeit. Ein Kompendium. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. ISBN 978-3-8252-5358-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/28135.php, Datum des Zugriffs 27.10.2021.


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