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Karin Fischer, Christian Reiner u.a.: Globale Warenketten und ungleiche Entwicklung

Cover Karin Fischer, Christian Reiner, Cornelia Staritz: Globale Warenketten und ungleiche Entwicklung. Arbeit, Kapital, Konsum, Natur. Mandelbaum (Wien) 2021. 400 Seiten. ISBN 978-3-85476-957-6. D: 25,00 EUR, A: 25,00 EUR.
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Thema

Die Folgen des globalen Pandemie-bedingten Lockdowns, die tagelange Blockade des Suez-Kanals durch ein Containerschiff sowie die Debatte um das „Lieferkettengesetz“ in Deutschland führten dazu, dass eine ansonsten kaum von einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis genommene Thematik plötzlich in den Medien präsent war: die der globalen Warenketten und deren Konsequenzen, wie eine grundsätzliche Interdependenz und damit Verletzbarkeit der weltweit vernetzen Ökonomien.

Während sich die Diskussionen häufig mit den Folgen globaler Abhängigkeiten für „unsere“ Wirtschaft beschäftigen, rücken durch die kontroverse Debatte um das Lieferkettengesetz Fragen über die sozialen und ökologischen Bedingungen und Kosten – vor allem für Menschen und Staaten des Globalen Südens – in den Fokus: Inwiefern beruht die von multinationalen Unternehmen implementierte weltweite Produktion auf der Ausbeutung von Mensch und Natur? Lassen sich die Produktionsbedingungen durch eine Haftung der Unternehmen für die gesamte Lieferkette verbessern? Und ist eine solche von der deutschen Regierung überhaupt erwünscht?

Die angesprochenen Punkte werden implizit in dem vorliegenden Band „Globale Warenketten und ungleiche Entwicklung. Arbeit, Kapital, Konsum. Natur“ aufgegriffen, insofern der Fokus auf den angesprochenen Konsequenzen für Gesellschaften und Umwelt in Ländern des Globalen Südens liegt. Dabei versteht es sich als Teil der „(k)ritischen Forschung“. Diese „richtet ihren Blick auf ungleiche Machtverhältnisse zwischen den beteiligten Akteuren und fragt danach, wer sich wieviel Wert entlang der Warenkette aneignet“ (S. 9).

Autor:innen

Karin Fischer leitet den Arbeitsbereich „Globale Soziologie und Entwicklungsforschung“ am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz.

Christian Reiner ist Professor für Statistik und Ökonomie an der Lauder Business School in Wien.

Cornelia Staritz ist Tenure Treck Professorin für Entwicklungsökonomie am Institut für internationale Entwicklung der Universität Wien.

Entstehungshintergrund

Der vorliegende Band stellt die Aktualisierung und Neuaufbereitung des 2010 erschienenen Werkes „Globale Güterketten. Weltweite Arbeitsteilung und ungleiche Entwicklung“ dar. Das im deutschsprachigen Raum wichtige Grundlagenwerk sollte den Herausgeber:innen zufolge aufgrund der „(k)onzeptuelle() Weiterentwicklungen, neue(n) Forschungsergebnisse und die skizzierten Trends und Krisen“ (S. 28) in aktualisierter Fassung publiziert werden. 

Aufbau und Inhalt

Das Werk gliedert sich in sieben Teile, die sich jeweils aus Fachartikeln und Exkursen zusammensetzen. Letztere stellen hierbei in Form von Fallbeispielen einzelne Aspekte vertiefend dar.

Teil 1 Grundlegung

Nach einer ausführlichen Einleitung, in der die Herausgeber:innen Karin Fischer, Christian Reiner und Cornelia Staritz Begriffsklärungen vornehmen und die historische Entwicklung von globalen Warenketten darlegen, erörtern dieselben im ersten Artikel theoretische Konzepte, deren Kritik und Fortentwicklungen in den letzten Jahren. Besonders hervorgehoben wird dabei die „Herausforderung, die Analyse von Warenketten in breitere politische, ökonomische, soziale und kulturelle Kontexte einzubetten, die ökologische Dimension von globaler Produktion einzubeziehen sowie Mechanismen von ungleicher Entwicklung, auch in Hinblick auf Wertschaffung und Wertaneignung, auf den Grund zu gehen“ (S. 47). Unter anderem wird deswegen die Nicht-Existenz eines einheitlichen, klar definierten Konzepts von Wert in der Forschung kritisiert.

Roman Stöllinger legt zahlreiche empirische Ergebnisse der globalen Wertschöpfungsketten-Forschung dar. Zusammenfassend stellt er heraus, dass Zugewinne im industriellen Sektor im wachsenden Maß den Unternehmen und nicht den Beschäftigten in Form von Lohn zugefallen sind; Stöllinger zufolge räumt auch der Internationale Währungsfonds (IWF) ein, dass diese Entwicklung bei Mitteleinkommensländern primär in deren Einbindung in globale Wertschöpfungsketten begründet liegt (S. 84).

Im ersten Exkurs beschäftigt sich Patrick Neveling mit Sonderwirtschaftszonen und zeigt unter anderem auf, wie Unternehmen nach einer kurzen Wachstumsphase – wie zum Beispiel in Puerto Rico bis in die 1950er Jahre – in andere Länder abwanderten, die ihnen noch bessere Bedingungen boten. Boy Lüthje beleuchtet im zweiten Exkurs die Rolle Chinas als „Werkstatt der Welt und Drehscheibe transnationaler Produktionsnetze“ (S. 93).

Teil 2 Geschichte

Andrea Komlosy beschreibt in ihrem Beitrag historische Etappen der textilen Güterketten und Ernst Langthaler stellt die globalen Warenketten des Sojahandels dar. Ihm zufolge lassen sich an diesem Produkt „die Dynamiken der Globalisierung von Landwirtschaft und Ernährung im 20. Jahrhundert (…) erhellen“ (S. 124).

Klemens Kaps erläutert in seinem historischen Exkurs wie Polen-Litauen seit dem 15. Jahrhundert für einige europäische Staaten zu einem zentralen Lieferanten von Rohstoffen – allen voran Weizen und Materialien für den Schiffsbau – wurde. Das ermöglichte unter anderem den Niederlanden, England, Frankreich und Spanien ihren Aufstieg als Seemächte, während die Rohstofflieferanten auf diesen inferioren Status im Weltmarkt über lange Zeit festgelegt wurden.

Franziska Ollendorfs Exkurs beschäftigt sich mit der Kakao- und Schokoladen-Wertschöpfungskette in Ghana. Sie stellt die hohe Konzentration hinsichtlich der weiterverarbeitenden Unternehmen und die extreme Ungleichverteilung von Einkommen heraus (S. 143 f.). So erhalten Kakaobäuer:innen nur 6,6 Prozent des Preises des Endprodukts, während zum Beispiel 44,2 Prozent an den Einzelhandel gehen (ebd.). Ein weiteres Problem besteht in der hohen Volatilität der Weltmarktpreise. Die jüngste Etablierung eines Zertifizierungsprogramms für Ankaufsunternehmen lässt Ollendorf zufolge keine Verbesserungen für die lokalen Produzent:innen erwarten.

Teil 3 Arbeit

Führt eine Aufwertung der Produktionsstätten und Standorte in globalen Warenketten zu höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen? Jörg Flecker hinterfragt in seinem Beitrag diese weit verbreitete Annahme und zeigt am Beispiel der Bekleidungsindustrie sowie der Software-Branche, dass ein Upgrade innerhalb der Warenkette keineswegs mit einer sozialen Verbesserung der Arbeitsbedingungen einhergehen muss. Umgekehrt kann eine Aufwertung auf Kosten der Beschäftigungsverhältnisse erfolgen, sodass sogar gegenteilige Effekte eintreten. Flecker stellt heraus, dass eine auch soziale Aufwertung im Sinne der Beschäftigten keinen Automatismus darstellt, sondern nur dann gelingt, wenn Gewerkschaften sie erkämpfen (S. 162).

Elke Schüßlers Artikel hat das Ziel, unterschiedliche Arten der Regulierung von Arbeit in globalen Warenketten am Beispiel der Bekleidungsindustrie und von Plattformmärkten darzulegen. In Bezug auf erstere resümiert sie eine partiell realisierte komplexe Form der Regulierung, die zwar teilweise zu Verbesserungen der Arbeitsbedingungen führt, zugleich jedoch das „auf globalen Ungleichheiten aufbauende(…) Geschäfts- und Organisationsmodell weiter (…) stützt“ (S. 183).

In den Exkursen beschäftigt sich Florian Butollo mit der digitalen Transformation in den Industrie- und Dienstleistungsunternehmen und Sabrina Apicella mit den internationalen Arbeitskämpfen beim Onlineversandhändler amazon. Deutlich wird an diesem Beispiel, dass eine nationale Grenzen überschreitende Vernetzung und Koordinierung von Arbeitskämpfen nötig wäre, um Forderungen der Arbeitenden durchzusetzen.

Teil 4 Kapital

„Transnationale Konzerne und globale Güterketten sind inhärent miteinander verbunden, denn die Entwicklung globaler Güterketten ist zugleich Voraussetzung und Folge der Internationalisierung von Firmen“ (S. 195). Diese Feststellung bildet den Ausgangspunkt des Beitrags von Jakob Kapeller und Claudius Gräbner, in dem die Konzernmacht aus theoretischer und empirischer Perspektive diskutiert wird.

Cornelia Staritz und Bernhard Tröster untersuchen am Beispiel der globalen Baumwollkette den Einfluss von Finanzialisierungsprozessen im Rohstoffmarkt auf die Preissetzung und die Preisrisiken.

Im Exkursbeschreibt Karin Fischer die globalen Reichtumsketten von Apple und Glencore, die mit für die jeweiligen Nationalstaaten problematischen Versuche der Steuervermeidung einhergehen. Auf Basis dessen fordert sie von Forschung und Politik, die Wirkung von neuen internationalen Regulierungen zu untersuchen und zu implementieren (S. 218).

Jan Grumiller schildert aus historischer Perspektive die Entwicklungen auf dem äthiopischen Ledersektor. Ausgehend vom Versuch der Tigray-Regierung 1991 einen Entwicklungsstaat mit import-ersetzender und exportorientierter Industriepolitik aufbauen, schildert er die Schwierigkeiten des Upgradings in Warenketten. Auch heute noch zeitigt das Exportmodell unter anderem Folgen der Exklusion von äthiopischen Exporteur:innen aufgrund von hohen Anforderungen sowie unterdurchschnittliche Bezahlung der zumeist weiblichen Beschäftigten (S. 241 f.).

Teil 5 Natur

Welche Folgen hat die Ressourcenextraktion für die Produktion in globalen Warenketten auf die Umwelt? Isabella M. Radhuber geht in ihrem Beitrag dieser Frage am Beispiel des Lithiumabbaus in Bolivien sowie der Erdölförderung in Ecuador nach.

Julian Stenmanns und Stefan Ouma beschäftigen sich mit maritimer Logistik und zeigen unter anderem auf, dass Konzepte von imperialer Lebensweise und der Externalisierungsgesellschaft – also der Ausbeutung des Globalen Südens durch den Globalen Norden – „eine logistische Entsprechung“ (S. 278) haben.

Johannes Knierzinger und Kathrin Hartmann beschäftigen sich in ihrem Exkurs mit Menschenrechtsverletzungen beim Bauxitabbau in Guinea. Stefan Laser und Nicolas Schlitz beschäftigen sich mit Müll in und jenseits von globalen Warenketten. Sie weisen unter anderem darauf hin, dass – entgegen der großen Rolle, die die individuelle Verantwortung von Konsument:innen in der Öffentlichkeit einnimmt – Haushaltsabfälle nur einen kleinen Teil des Abfallaufkommens ausmachen; den Autoren zufolge stammen stattdessen 93 bis 99 Prozent aus der Industrie (S. 286).

Teil 6 Konsum

Christian Reiner zufolge hat in der Geschichte die Industrie lange Zeit den Handel beherrscht, was sich inzwischen jedoch umgedreht hat: Handelskonzerne wie Walmart, amazon und andere dominieren die Fertigungsunternehmen (S. 290). Deren Macht und ihre Konsequenzen werden in dem Beitrag genauer dargelegt.

Kann der sogenannte „faire Handel“ einen Beitrag dazu leisten, die menschenrechtsverletzenden und umweltzerstörerischen Konsequenzen des „normalen“ marktwirtschaftlichen Handels einzudämmen? Miriam Wenner untersucht in ihrem Beitrag diese Frage und zeigt unter anderem die Gefahren der „Kommodifizierung von sozialer Gerechtigkeit“ (S. 330) auf.

Martin Franz beschäftigt sich im Exkurs mit transnationalen Handelskonzernen im indischen Lebensmittelhandel, da sich Franz zufolge an diesem Beispiel Herausforderungen für Einzelhandelskonzerne bei der Entwicklung von Lebensmittellieferketten im Globalen Süden allgemein herausarbeiten lassen.

Michael Jonas beschäftigt sich aus kritischer Perspektive mit der Moralisierung des Konsums, die häufig einseitig auf die Verantwortung der Endverbraucher*innen fokussieren. Notwendig wären stattdessen „Praktiken der geteilten Verantwortungszuweisung und -übernahme, die sich an den Kriterien einer Juridifizierung von Verantwortung orientieren“ (S. 341).

Teil 7 Entwicklung

Karin Fischer untersucht mit Schwerpunkt auf Chile die Machtverhältnisse in der globalisierten Fischproduktion. Cornelia Staritz, Christian Reiner, Leonhard Plank beschäftigen sich mit dem Thema Industriepolitik und fordern ihre Einbettung in „breitere Entwicklungsstrategien“ (S. 384) und ihre Verbindung „mit Infrastruktur-, Arbeitsmarkt-, Sozial-, Umwelt- und Regionalpolitik“ (ebd.).

„Privatwirtschaftliches Profitstreben ist das Definitionszentrum globaler Wertschöpfungsketten“ (S. 392), so Bernhard Ungericht in seinem, einer wirtschaftsethischen Betrachtung gewidmeten Beitrag. Aufgrund dieser begrifflichen Annahme ist seines Erachtens das Wort „Profitschöpfungsketten“ adäquater zur Erfassung des Gegenstandes denn das der „Wertschöpfungskette“ das die meisten anderen Wissenschaftler*innen – manche sprechen sogar von „Güterketten“, also der Seite des Gebrauchswert der Waren – wählen. Ausgehend von dieser Grundannahme untersucht er die ideologischen Narrative, die die Implementierung der globalen Profitschöpfungsketten legitimieren sollen, ihre tatsächlichen Auswirkungen sowie die gesellschaftlichen und ökologischen Folgen. Aus seiner Analyse folgert er unter anderem, dass aufgrund der Wachstumsorientierung nicht davon auszugehen ist, dass Regierungen der reichen Staaten eine Transformation der Ökonomie im Sinne von Mensch und Natur vorantreiben werden; vielmehr müsse das System von unten her verändert und Druck auf die politischen Entscheidungsträger aufgebaut werden (S. 407).

Welchen Einfluss haben Kritiker:innen des land grabbing auf Bestrebungen vor Ort? Tijo Salverda geht im Exkurs dieser Frage am Beispiel Sambia nach. Christian Bellak zeigt die Auswirkungen der Handelspolitik auf globale Warenketten auf, die seiner Argumentation zufolge häufig negative Folgen für Niedrigeinkommensländer zeitigen. Dies ist zum Beispiel durch die sogenannte „Zolleskalation“ der Fall, was das Phänomen der Zunahme von Zöllen bei gestiegener Verarbeitungsstufe bezeichnet (S. 389). Julia Eder untersucht die Industriepolitik des MERCOSUR.

Diskussion

Der Sammelband beleuchtet durch die sieben Teile und den Exkursen zahlreiche Aspekte der Thematik „globale Warenketten“ und ermöglicht den Leser:innen einen informativen, einführenden Einblick. Die formal klare Struktur und die inhaltlich schlüssige Gliederung ermöglichen den Leser:innen, sich schnell in dem umfangreichen Kompendium zu orientieren. Vor allem auf phänomenologischer Ebene können die Texte durch die zahlreichen Beispiele aus sämtlichen Wirtschaftsbereichen und Ländern überzeugen.

Teilweise verschwimmt jedoch der Unterschied zwischen den Hauptbeiträgen und den Exkursen, wenn auch erstere sich deskriptiv mit Fallbeispielen beschäftigen. Überhaupt nehmen die – durchaus instruktiven Schilderungen – von Beispielen breiten Raum ein, was einerseits gerade für die akademische Lehre zahlreiches Anschauungsmaterial liefert.

Andererseits ist eine analytische Perspektive partiell unterrepräsentiert und es scheint zwischen den Beitragsschreibenden kein einheitliches theoretisches Konzept zu geben. Natürlich wäre dessen Realisierung bei einem solch umfangreichen Projekt und angesichts der pluralen Sichtweisen auf die Thematik – s. die überaus lesenswerte, begrifflich hervorragend komprimierte Einleitung – im Allgemeinen auch schwierig bis unmöglich. Tatsächlich konnte man sich jedoch offensichtlich nicht auf einheitliche Bezeichnungen einigen, da diese eben jeweils als Begriff dahinterstehende Theorien verkörpern („Güterkette“, „Wertschöpfungskette“, „Profitschöpfungskette“).

Insofern ist es folgerichtig, dass in manchen Beiträgen Missstände beklagt werden, deren Auftreten andere Analysen – wie die überaus lesenswerten von Elke Schüßler und Bernhard Ungericht - nicht als Abweichung, sondern als systemimmanent notwendige Konsequenz der Zwecke der Implementierung sowie der Machtverhältnisse zwischen den Akteuren der globalen Lieferketten benennen. Wie zum Beispiel Schüßler schreibt, ist das Unterlaufen von Minimalarbeitsstandards und die Existenz von Zwangsarbeit kaum frappierend, „wenn man bedenkt, dass globale Güterketten unter anderem deshalb geschaffen werden, um Regulierungen wie Tarifverträge zu umgehen und Flexibilität im Personaleinsatz sowie eine Reduktion von Personalkosten zu erzielen“ (S. 172).

Analog dazu stellt sich die Frage, wer für existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen für einen entwicklungspolitischen Beitrag der globalen Warenketten sorgen soll (S. 383), wenn offensichtlich sowohl weltweit agierende Unternehmen als auch mächtige Staaten kein oder sogar gegenteilige Interessen mit den Profitschöpfungsketten verbinden. Die Subjekte einer solchen Veränderung scheinen nicht existent, solange eine solche nicht von unten (s. Ungerichts Beitrag) machtvoll eingefordert wird.

Fazit

Für den deutschsprachigen Raum stellt auch diese grundlegend überarbeitete Fassung des Bandes ein neues Grundlagenwerk zur Thematik der globalen Warenketten dar. Er bietet eine sehr gute Einführung, zumal die zahlreichen Beiträge auf phänomenologischer Ebene den Leser:innen ein anschauliches Bild vermitteln. Als ergänzende Lektüre, die in eine tiefere theoretische Analyse der globalen ökonomischen – und damit immer auch politökonomischen – Machtverhältnisse einführt, können zum Beispiel Kwame Nkrumahs, Mark Langans und Issa G. Ihivjis Erläuterungen herangezogen werden.


Rezension von
Prof. Dr. Ina Schildbach
Professorin für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Sozialpolitik an der OTH Regensburg
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Zitiervorschlag
Ina Schildbach. Rezension vom 30.07.2021 zu: Karin Fischer, Christian Reiner, Cornelia Staritz: Globale Warenketten und ungleiche Entwicklung. Arbeit, Kapital, Konsum, Natur. Mandelbaum (Wien) 2021. ISBN 978-3-85476-957-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/28369.php, Datum des Zugriffs 22.09.2021.


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