socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Ulrike Glöckner: Kita-Konzeption

Cover Ulrike Glöckner: Kita-Konzeption. Schritt für Schritt gemeinsam entwickeln. Auf den Punkt gebracht. Herder (Freiburg, Basel, Wien) 2021. 112 Seiten. ISBN 978-3-451-38657-2. D: 18,00 EUR, A: 18,60 EUR, CH: 25,90 sFr.

Reihe: In Beziehung stehende Ressource: ISBN: 9783451386671. In Beziehung stehende Ressource: ISBN: 9783451380815. In Beziehung stehende Ressource: ISBN: 9783451384110. In Beziehung stehende Ressource: ISBN: 9783451382628.
Inhaltsverzeichnis bei der DNB
Recherche bei DNB KVK GVK

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Thema

Der Qualitätsanspruch an Kindertageseinrichtungen wächst aufgrund der herrschenden Bildungsdiskussion stetig. Die Konzeption der Einrichtung unterstützt dabei, die pädagogische Arbeit fachlich zu begründen und transparent für Mitarbeitende und Eltern zu gestalten. Sie bildet eine Arbeitsgrundlage für die Mitarbeitenden und dient dabei sowohl der Qualitätsentwicklung als auch der Qualitätssicherung von Tageseinrichtungen für Kinder. Das Buch „Kita Konzeption. Schritt für Schritt gemeinsam entwickelt“ unterstützt bei der Erstellung der Konzeption für die Einrichtung und behandelt die wesentlichen Kategorien einer Konzeption.

AutorIn oder HerausgeberIn

Ulrike Glöckner ist Diplom-Sozialpädagogin und Inhaberin von „Impulse“ (Beratung und Seminare für Non-Profit-Organisationen). Innerhalb ihrer Beratungstätigkeit unterstützt sie Einrichtungen ebenfalls bei der konzeptionellen Weiterentwicklung und begleitet Prozessentwicklungen.

Aufbau

Das Buch besteht nach der Einleitung aus 7 Kapiteln auf 109 Seiten.

  1. Auf einen Blick: Grundlagen der Konzeptionsentwicklung
  2. Konzeptionsbaustein I: Die Rahmenbedingungen
  3. Konzeptionsbaustein II: Pädagogische Grundannahmen
  4. Konzeptionsbaustein III: Methodische und didaktische Umsetzung.
  5. Konzeptionsbaustein IV: Kooperation mit verschiedenen Partnern
  6. Konzeptionsbaustein V: Qualitätsmanagement
  7. Evaluation und Weiterentwicklung der Konzeption.

Es können sowohl einzelne Kapitel separat erfasst und für die Arbeit genutzt werden als auch das gesamte Buch als Leitfaden dienen. Jedes Kapitel enthält einen fachlichen Input in den jeweiligen Themenbereich sowie mögliche Vorgehen, dies zu erarbeiten.

Inhalt

Im ersten Kapitel „Auf einen Blick: Grundlagen der Konzeptionsentwicklung“ (Seite 9–26) werden die Kernpunkte der Konzeptionsentwicklung dargestellt. Zunächst werden eine Definition, die rechtlichen Grundsätze sowie die wichtigsten Aspekte der Bedeutsamkeit einer Konzeption vorgestellt. Die Konzeption ist notwendig für die Betriebserlaubnis einer Kindertageseinrichtung. Durch die im SGB VIII verankerte Anforderung zur Qualitätssicherstellung und -weiterentwicklung wird die Wichtigkeit einer Kita-Konzeption verstärkt. Des Weiteren dient die Konzeption als Basis für die pädagogische Arbeit der Fachkräfte, begründet fachlich die Handlungsweisen der pädagogischen Fachkräfte, stellt die Schwerpunkte und Arbeitsweisen der Einrichtung auch gegenüber Eltern und der Öffentlichkeit dar und dient gleichzeitig als Wegweiser zur Einarbeitung von Mitarbeitenden und neuen Eltern.

Anschließend wird eine Übersicht über die Inhalte bzw. Gliederung der Konzeption abgebildet und auf die folgenden Kapitel des Buches (Konzeptionsbaustein 1 bis 5) verwiesen. Neben dem Vorwort (auch Leitbild), werden die Rahmenbedingungen, pädagogische Grundhaltungen, die Umsetzung der pädagogischen Arbeit, die Zusammenarbeit (im Team und mit Eltern), die Öffentlichkeitsarbeit, die Qualitätsentwicklung und letztlich das Schlusswort benannt. Die mögliche Vorgehensweise zur Erstellung einer Konzeption wird sehr praxisnah und kleinschrittig mit Beispielen und Ideen beschrieben. Dabei wird die Phase vor der Konzeptionserstellung betont sowie die Vorbereitungen z.B. durch Lesen des entsprechenden Bildungsplanes oder die Erstellung einer Mindmap zur Ideensammlung. Anschließend folgen Tipps zur Texterstellung und zum Layout durch anregende Fragen. Die Zeitplanung und die Verteilung der Arbeit können durch einen vorgefertigten Maßnahmenkatalog dokumentiert werden, der zur Strukturierung der Erarbeitung dient. Dabei ist die Rolle der Leitung wesentlich, da sie verantwortlich ist für die Zeitplanung, Strukturierung, Motivation der Mitarbeitenden sowie zur Überprüfung der Ergebnisse.

Anschließend werden unterschiedliche Methoden vorgestellt wie z.B. Biografiearbeit, (Klein-) Gruppenarbeit, Paararbeit/Lern-Tandems, Erwartungsabfragen, Kartenabfrage, Fischbowl, Ressourcenrad, Placemat-Methode, die als Ideenbörse dienen, wie die Konzeption gemeinsam mit dem Team erarbeitet werden kann.

Das zweite Kapitel „Konzeptionsbaustein I: Die Rahmenbedingungen“ (S. 27–35) stellt den ersten wesentlichen Bestandteil der Kita-Konzeption vor. Hinter den Rahmenbedingungen verbergen sich der Träger, Öffnungszeiten, Personal, Betreuungsformen, Sozialraum, Räume und gesetzliche Grundlagen. Dies wird auch als Strukturqualität benannt. Hierbei wird auf das „Eiserne Dreieck“ verwiesen, welches sich aus der Fachkräfte-Kind-Relation, der Gruppengröße und der Qualifikation des Personals zusammensetzt. Je günstiger diese drei Aspekte ausfallen, desto höher sind die pädagogische Prozessqualität und die Entwicklung der Kinder. Eine Darstellung dieser Aspekte in der Konzeption als Grundlage erscheint daher sinnvoll.

Für den Bereich Räume wird als Beispiel ein Grundriss als Übersicht über den Aufbau der Kindertageseinrichtung benannt. Ferner werden die gesetzlichen Vorgaben (GG und SGB VIII) in Form einer Tabelle ausführlich darstellt und bieten eine detaillierte Grundlage.

Im dritten Kapitel Konzeptionsbaustein II: Pädagogische Grundannahmen (S. 37–68) werden praxisnahe pädagogische Themen wie das Bild vom Kind, die professionelle Haltung, der Bildungs- und Erziehungsbegriff, der pädagogischen Ansatz, die Erziehungsziele, Partizipation, Eingewöhnung, Beobachtung und Dokumentation, Inklusion, Schutz des Kindes vor Gefährdung und Resilienz als Teil der Kita-Konzeption aufgegriffen.

Das Kapitel III bildet das längste Kapitel dieser Literatur. Zu jedem Themenblock wird ein fachlicher Input gegeben, der die Kernelemente und Voraussetzungen darlegt. Anschließend wird ein Praxisbeispiel aus einer bestehenden Konzeption vorgestellt und folglich Methoden zur Erarbeitung der Themenbereiche beschrieben. In einigen Methoden werden konkrete Impulsfragen benannt, die praxisnah genutzt werden können und wesentliche Stichworte für die Erarbeitung geboten.

Das vierte Kapitel Konzeptionsbaustein III: Methodische und didaktische Umsetzung (S. 69–87) beschreibt die tatsächliche Ausführung auf Basis der pädagogischen Grundannahmen. In diesem Kapitel werden die Möglichkeiten der Umsetzung in folgenden Bereichen vorgestellt: das Freispiel, die Räume, die alltagsintegrierte Sprachbildung, der Tagesablauf, die Angebote und Projekte, die Kinderkonferenz, das Beschwerdemanagement und das Portfolio.

Auch hier wird zu jedem Themenbereich ein formaler Input bereitgestellt. In dieser Theorie werden die wichtigsten inhaltlichen Kernelemente genannt und anschließend werden darauf aufbauend Praxisbeispiele und Methoden zur Erarbeitung (inklusive Impulsfragen) angeführt.

Im fünften Kapitel Konzeptionsbaustein IV: Kooperation mit verschiedenen Partnern (S. 88–99) werden die bedeutenden Kooperationspartner innerhalb der Kita-Landschaft aufgeführt. Glöckner benennt für die Kooperationen: Zusammenarbeit im Team, die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern, die Kooperation mit anderen Institutionen (wie z.B. Schule), die Kooperation mit dem Träger und schließlich die Öffentlichkeitsarbeit. Auch in diesem Kapitel werden theoretische Inputs und Methoden zur Erarbeitung dargelegt, sowie einige Praxisbeispiele vorgestellt.

Das sechste Kapitel Konzeptionsbaustein V: Qualitätsmanagement (S. 100–103) widmet sich dem Qualitätsanspruch der pädagogischen Arbeit. In diesem Kapitel wird die Bedeutsamkeit der Konzeption für die verschiedenen Dimensionen der Qualität (Orientierungsqualität, Strukturqualität, Prozessqualität) dargelegt.

Im siebten Kapitel Evaluation und Weiterentwicklung der Konzeption (S. 104–109) wird die Notwendigkeit einer stetigen Überarbeitung und Weiterentwicklung der Konzeption verdeutlicht und Instrumente zur Evaluation dargestellt.

Diskussion

Das Buch richtet sich an Kita-Leitungen, Träger, Fachberatungen sowie pädagogische Fachkräfte. Der Aufbau in die Grundlagen der Konzeptionsentwicklung und folglich die Konzeptionsbausteine ist klar strukturiert. Die Kapitel beginnen mit verständlichen fachlichen Inputs, die in das Thema einführen. Anschließend werden zahlreiche Methoden und konkrete Beispiele zu den einzelnen Konzeptionsbausteinen vorgestellt, die viele praxisnahe Ideen umfassen und somit hilfreich für die Entwicklung der Konzeption sind. Eine Kita-Konzeption beinhaltet ein großes Spektrum unterschiedlicher Bereiche, welche man bei der Bearbeitung beachten muss. Die im Buch dargestellten anregenden Impulsfragen helfen dem/der Leser*in diese Bereiche zu durchdenken und zu erfassen.

Die Konzeptionsentwicklung bildet den Rahmen für die tägliche pädagogische Praxis, da die Konzeption der Einrichtung handlungsleitend für pädagogische Fachkräfte ist. Das Ziel dieses Buchs ist es, bei der Konzeptionsentwicklung zu unterstützen und die wesentlichen Aspekte zu berücksichtigen. Die übersichtliche und strukturierte Gliederung hilft, einen gesamten Überblick über das Spektrum der Konzeptionsentwicklung zu gelangen. Teilweise bleibt das Buch eher unspezifisch und nicht detailliert. Daher ist es für die Vielfalt der unterschiedlichen Tageseinrichtungen für Kinder gut geeignet und als Basisliteratur und Anregung für die Konzeptionsentwicklung zu verstehen. Des Weiteren ist die Sprache sehr verständlich und praxisnah. Das Buch enthält einige visuelle Darstellungen bzw. Bilder, wesentliche Worte sind fett geschrieben und Beispiele sind mit Aufzählungszeichen aufgeführt. Das Lesen ist durch die visuelle Darstellung sehr angenehm und ansprechend und erleichtert das Arbeiten mit dem Werk.

Das Buch stellt für Träger, Kita-Leitung, Fachberatungen und pädagogische Fachkräfte eine hilfreiche Unterstützung und ein gutes Hilfsmittel zur Entwicklung einer Konzeption dar.

Fazit

Das Buch „Kita Konzeption. Schritt für Schritt gemeinsam entwickeln“ von Ulrike Glöckner stellt eine gute Basislektüre zur Erarbeitung einer Konzeption dar. Die logisch strukturierten Kapitel unterstützen darin, einzelne Konzeptionsbausteine zu nutzen oder die gesamten Schritte aufeinanderfolgend zu erfassen. Das Buch enthält die wesentlichen Elemente zur Erstellung einer Konzeption. Es liefert dem Träger bzw. Leitungen zahlreiche Methoden, viele anregende Fragen und ebenfalls konkrete Formulierungsbeispiele zur Erarbeitung der Konzeption mit dem Team und ist dabei sehr praxisnah und leserfreundlich geschrieben.


Rezension von
Jana Lüllau
Jana Christin Lüllau, B.A. Erziehung und Bildung, Sozialpädagogin, Kita-Leitung. Studentin im Masterstudiengangs ‚Kindheits- und Sozialwissenschaften‘ der Hochschule Koblenz
E-Mail Mailformular


Alle 1 Rezensionen von Jana Lüllau anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Jana Lüllau. Rezension vom 01.10.2021 zu: Ulrike Glöckner: Kita-Konzeption. Schritt für Schritt gemeinsam entwickeln. Auf den Punkt gebracht. Herder (Freiburg, Basel, Wien) 2021. ISBN 978-3-451-38657-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/28415.php, Datum des Zugriffs 17.10.2021.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht