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Hans-Ulrich Wehler: Nationalismus

Cover Hans-Ulrich Wehler: Nationalismus. Geschichte, Formen, Folgen. Verlag C.H. Beck (München) 2019. 5. Auflage. 128 Seiten. ISBN 978-3-406-73648-3. 9,95 EUR.

Reihe: C.H. Beck Wissen - 2169.
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Thema

Aus aktuellem Anlass gibt Wehler einen Überblick über die Geschichte des Nationalismus in Europa und Nordamerika, und in der außereuropäischen Welt. Die Entwicklungsbedingungen, Grundideen, sozialen Trägerschichten werden vorgestellt und ein Überblick über die moderne Nationalismusforschung gegeben.

Autor

Hans-Ulrich Wehler war Professor für Allgemeine Geschichte an der Universität Bielefeld.

Aufbau

Nach einem Vorwort über ‚Probleme mit dem Nationalismus‘ folgen 10 Kapitel, in denen die Entstehung und Entwicklung, der Ideenfundus (bis hin zur Steigerung ‚politische Religion), neue Zielutopien, soziale Trägerschichten, Typologien, Verlaufsgeschichten (Beispiel Amerika, Deutschland, Transfernationalismus) und Erfolge (‚unverdienter Ruhm‘) vorgestellt werden.

Am Schluss beschäftigt sich Wehler mit dem ‚Ende des Nationalismus‘.

Inhalt

Vorwort (7 Seiten)

Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Nationalismusforschung und wurde verstärkt nach dem ersten Weltkrieg, als zahlreiche neue Nationalstaaten entstanden, mit einem Wendepunkt in den 1980er. Nation galt als eine quasi-natürliche Einheit vergleichbar einem Schöpfungsakt. Eine Nation besitze ein Recht auf einen eigenen Staat, argumentierten deutsche Historiker vor und nach 1871. Sie schafft Ideen- und Wertsysteme (Nationalbewusstsein, Patriotismus, Nationalgefühl) auf der Grundlage einer politischen und sprachlichen Basis, die im Nachhinein ihre Existenz rechtfertigen.

Diese Grundannahmen wurden in den 1980er Jahren infrage gestellt. Nationen sind danach Konstrukte, fußend auf einem Erbe von Sprache und Ideen, eine ‚imaginierte‘ Nationsgemeinschaft, die zunehmend soziopolitisch verankert wurde: ‚Der Nationalismus schafft seine Nationen‘ (Ernest Gellner). Die alte Forschung gründete auf einer Analyse der fördernden und restriktiven Bedingungen, die neuere beruht auf einer Kosten-Nutzen-Abwägung und betont den Konstruktcharakter.

Nationalismus umfasst nach Max Weber ein ‚Weltbild‘, das plastisch und veränderbar ist, aber stabile Langzeitelemente enthält. Dabei geht es um Loyalitätsbestände, eine ‚legitime Ordnung’ des Gemeinwesens bis hin zu einer Legitimitätsfiktion. Nach Max Weber ist Nation weder ‚eine empirisch gewonnene Qualität‘, noch ein Staatsvolk oder eine Sprachgemeinschaft, trotz Anknüpfung an Massenkulturgüter (Sprache, Konfession, Mythen von Erinnerungsgemeinschaft und Solidarität).

Wehler bezieht sich zunächst auf den Nationalismus in Europa und Amerika, dann auch auf die außereuropäische Welt und gibt am Ende präzise Definitionen, wie er Nationalismus (verkürzt: Ideensystem, Doktrin) und Nation (verkürzt: gedachte Ordnung unter Rückgriff auf Tradition) versteht.

I. Der Nationalismus des Okzidents (1 Seite)

Nationalismus ist nur in westlichen Kulturkreisen entstanden, wurde allerdings dann zu einem attraktiven Exportartikel.

II. Entstehung und erste Entwicklung des Nationalismus (10 Seiten)

Es gab immer schon Loyalitätsbindungen, die aber nichts mit Nationalismus zu tun hatten. Dieser entstand als Antwort auf eine strukturelle Krise der westlichen Gesellschaften. Überkommene Hierarchien wurden infrage gestellt, eine neue Legitimationsbasis basierend auf den Willen einer souveränen Nation war erforderlich (Hinweis auf den Unabhängigkeitskampf der Niederlande, die Englische und die Amerikanische Revolution). Befreiung von der monarchischen Obrigkeit, Antikatholizismus, puritanischer Veränderungswille und Auserwähltheitsglaube förderten einen englischen Nationalismus unter Rückgriff auf Traditionen und unterstützt durch die isolierte Insellage. In Amerika waren Intellektuelle mit der europäischen Aufklärung vertraut; Volkssouveränität (Freiheitsrechte gegen Londoner Despotie und Sendungsbewusstsein) wurde in einer Republik verwirklicht, die 1783 völkerrechtlich anerkannt wurde. In Kontinentaleuropa war die Französische Revolution 1789 ein Vorbild für Nationalismus. Vorangegangen war eine Legitimationskrise des Ancien Régime. Eine Einheit der Nation gegen innere und äußere Gegner wurde beschworen. England, Amerika und Frankreich strahlten auch auf andere Länder aus (Nachahmungssog). Volkssouveränität ging eine Verbindung mit Nationalismus ein. Seine Massenmobilisierung war allerdings auch eine Gefahr für die gesellschaftliche und politische Stabilität. Das Ziel nationaler Homogenität und Identität (‚nation-building‘, englisch-amerikanisch gleichgesetzt mit ‚state-building‘) war angesichts 450 ehemals selbstständiger Herrschaftseinheiten in Europa, auch wenn bis 1914 nur zwei Dutzend übrigblieben, nicht zu erreichen. Es gab aber schon ein stabiles Gerüst von akzeptierten Institutionen. Der neuzeitliche Staat war eine genuin europäische Erfindung.

III. Der Ideenfundus des Nationalismus – Die Steigerung zur »Politischen Religion« (8 Seiten)

Aus welchem Fundus an Ideen konnte der Nationalismus selektiv eine Legitimationsbasis anzubieten? Es gab im Westen die jüdisch-christliche Tradition mit Rückgriff auf das alttestamentarische ‚gelobte Land‘ (ein Volk auf einem geheiligten Territorium) und Hoffnung auf einen ‚Messias‘, verknüpft mit einer Berufung auf das Naturrecht und einen legendären Abstammungsmythos (Vaterland, heilige Muttererde). Die Brüderlichkeit (Paulus) wurde zur brüderlich-egalitären Nationalgenossenschaft, die allerdings an der konkreten Sozialhierarchie scheiterte.

Zu den Erlösungslehren gehören:

  • Eine umfassende Sinndeutung
  • Unfehlbare Weltdeutung
  • Kompromissloses Deutungsmonopol
  • Ein Weltbild mit Normen und Verhaltensimperativen
  • Elastizität gegenüber Neuerungen
  • Stabilisierung von ‚in-group‘ gegenüber ‚out-group‘
  • Rituale
  • Kompensation für irdische Nachteile (Utopie, Sakraltransfer)
  • Ein verbindlicher Generationenvertrag
  • Transzendenz, z.B. durch den Opfertod für die Nation

Hinzukam eine Berufung auf Urzeiten und heroische Taten (Nibelungen- und Dietrich-Sage als genuin deutsch).

Schriftsteller haben den religionsgleichen Charakter von Nationalismus erkannt. Das Alte Testament, der Neu-Humanismus und eine Souveränität lutherischer Prägung waren Leitideen.

IV. Die neue Zielutopie: Die »Erfindung der Nation« und die historischen Traditionen der Ethnien (5 Seiten)

Nationalismus ist ein modernes Phänomen und erhebt die Nation zur obersten ‚Rechtfertigungs- und Sinngebungsinstanz‘ (historische Mission), obgleich sie ein Produkt der Moderne ist, ein erfundenes Narrativ, zusammengesetzt aus historischen Traditionen: es gab ethnisch und sozio-kulturell unterschiedliche Populationen, deren Elemente als Konstruktionsmaterial benutzt wurden. Obgleich durchaus neuartig war Nationalismus für die Protagonisten ‚uralt‘.

Wehler stellt vier Thesen zu Nationalismus und Ethnien auf:

  1. Ethnien verschafften, wenn bereits organisiert, eine belastbare Basis
  2. Traditionsreiche Sozialverbände konnten durch die wenn auch unterbrochene Fiktion einer glorreichen Vergangenheit Kontinuität erzeugen
  3. Ohne ethnische Traditionen blieb der Nationalstaat labil
  4. Es gibt Unterschiede zwischen Nation und Ethnie. Nation überhöht das historische Territorium, weckt eine sendungsbewusste Erinnerungsgemeinschaft, verkörpert den souveränen Willen der Mitglieder (nationalisiert tendenziell aller Lebensbereiche), vertritt eine ‚Binnen- und Außenmoral‘ und erhebt Anspruch auf absolute Priorität und Säkularisierung.

V. Soziale Trägerschichten des Nationalismus (4 Seiten)

Nationalismus überspringt alles sozialen, konfessionellen und regionalen Grenzen. In einer ersten Phase befassten sich Intellektuelle mit nationaler Kunst, Vergangenheit, Sprache. Daraus entwickelte sich ein Elitennationalismus (adeliger und bürgerlicher Herkunft), der allmählich zu einer Massenbewegung wurde unter Führung der Intellektuellen (Vereinswesen). Durch einen Gründungskrieg in Italien und Deutschland etabliert, entwickelte sich ein engstirniger Nationalegoismus. Indem Bildung und Militär nationalen Imperativen unterworfen wurden, umfasste er allmählich alle Klassen, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität.

Größere Breitenwirkung hatte der Nationalismus in Ländern ‚nationaler Unterdrückung‘ (Polen, Irland). In den USA erwiesen sich Auserwähltheitsglaube und wirtschaftsnationale Interessen in jedem Sozialmilieu als durchsetzungsfähig.

VI. Wie und warum gelang die Ausbreitung des Nationalismus? (6 Seiten)

Wie gelingt die Transformation von Gedanken in die Realität? Einmal durch Netzwerke der Kommunikation, dann durch eine gemeinsame Sprache (in Deutschland verbreitet durch die Erfindung von Gutenberg und eine zunehmende Alphabetisierung). Allerdings gab es auch 1871 im Deutschen Reich noch kein verbindliches Hochdeutsch als Schriftsprache. Die Überzeugungskraft musste durch Denkmäler, Umzüge, Feste und Hymnen gestärkt, die Opferbereitschaft geweckt, eine Nationalisierung vorangetrieben (‚Nationalcharakter‘ in der Kunst, Literatur, Sozialwesen, Schul- und Wehrpflicht) und gleichzeitig die Differenz zwischen ‚uns‘ und den ‚anderen verstärkt werden.

Insgesamt erwies sich in der politischen Praxis trotz mancher ideologischer Starrheiten der Nationalismus als flexibel. Erst im 20. Jahrhundert übersprang er alle Grenzen und konnte ‚jedermanns Knecht und Herr‘ sein.

VII. Typologien des Nationalismus (4 Seiten)

Wehler unterscheidet vier Typen:

  1. Ein integrierender Nationalismus (England, Nordamerika, Frankreich),
  2. ein unifizierender Einigungs- oder Risorgimento-Nationalismus mit diversen Einheiten (Deutschland, Italien),
  3. ein sezessionistischer Nationalismus nach dem Zerfall der multinationalen Reiche (Ost- und Südeuropa),
  4. ein Transfernationalismus, der das europäisch-amerikanische Modell auf andere Ethnien überträgt.

Die Voraussetzungen für einen neuzeitliche Nationalismus sind hinlänglich konsolidierte Staaten und traditionsgefestigte Ethnien unter Rückgriff auf Volkssouveränität und Selbstbestimmungsrecht, einen Fundus von Leitvorstellungen (z.B. jüdisch-christlich), Sozialstrukturen (z.B. Vereinsbildung, geschulte Intelligenz) und Spielräume für Toleranz, Liberalität und Konflikte.

VIII. Verlaufsgeschichten des Nationalismus (43 Seiten)

Ausführlich wird die Entwicklung des amerikanischen, deutschen und Transfer-Nationalismus referiert. Leitmotive des amerikanischen Nationalismus war der vom göttlichen Schicksal erteilte Missionsauftrag puritanischer Herkunft (Sendungsbewusstsein für eine neue Weltordnung unter amerikanischer Hegemonie).

Auch in Deutschland gab es eine säkularisierte politische Theologie (Schiller, Schlegel). Jahns Vision von ‚Großdeutschland‘ umfasste auch die Schweiz, Holland und Dänemark. Napoleon zog einen leidenschaftlichen Hass auf sich (und die Franzosen). Die junge deutsche Nationalbewegung von 1795 – 1815 instrumentierte eine nationale Vergangenheit (Hermann der Cherusker, Karl der Große, Martin Luther,Friedrich der Groß), blieb aber eine relativ kleine Gemeinde. Der deutsche Bund blockierte 1819 eher einen nationalen Bundesstaat, der aber junge Intellektuelle faszinierte; 1948 gab es bereits ein Reservoir von Aktivisten und Sympathisanten. In der Folgezeit wurde Institutionen geschaffen (Reichstag, Militär, Universitäten, Vereine, Feste), die eine politische Sozialisation i.S. einer liberalen Reformbewegung vorantrieben. Das Ziel war 1871 erreicht, doch hatten statt Verfassung und Parlament der Monarch und die Armee einen hohen Stellenwert. Die ökonomische Entwicklung und rassistische Ideologien förderten eine Superioritätsdoktrin. Träger waren nicht die Konservativen, sondern die Bildungs- und Besitzbürger. Ihr Nationalismus war eine ambivalente Mixtur aus Modernitätsfeindlichkeit und modernen Zukunftsvisionen. Der völkisch-rassistische Aberglaube radikalisierte sich im ersten Weltkrieg (Kriegsnationalismus) und wurde nach der traumatischen Niederlage gedemütigt durch Reparationen, Inflation, Demilitarisierung und die Weltwirtschaftskrise. Nach der Machtübergabe an Hitler unterstützten ‚nationale Erfolge‘ (Arbeitsbeschaffung, Remilitarisierung usw.) die Legitimation des Regimes: ein entfesselter Nationalismus hielt bis Stalingrad an. Eine Desillusionierung bedeutete die totale Niederlage 1945. In Westdeutschland verblasste das Leitbild einer gesamtdeutschen Nation (Visionen einer postnationalen Gesellschaft). Die Fusion mit der DDR 1989 brachte hingegen einen ‚Überhang an deutschtümelndem Provinzialismus und zählebigen Relikten des Nationalismus‘.

Dem Transfernationalismus in der nichtwestlichen Welt, z.B. Südamerika, fehlte ein ethnischer Unterbau. Modernisierungsversprechen beförderten eine japanischen Nationalismus. Antikolonialistische Reformbewegungen in Indien und Indonesien strebten nach Unabhängigkeit. Es gab strukturelle Gemeinsamkeiten:

  1. Eine nationale Ordnungsidee durch Schulwesen und ausgebildete Führungskräfte,
  2. In den 1940/50er Jahren Führungspersönlichkeiten (Nehru, Sukarno, N’Krumah, Nasser, Ho-Tschi-Minh),
  3. Die Machteliten waren über das Studium in Europa mit einem orthodoxen oder aufgeklärten Marxismus in bekannt geworden.

Es musste jedoch eine Mischform zwischen Marktrationalität und staatlicher Steuerung gefunden werden. Mit der Auflösung der Sowjetunion hatte der Marxismus seine Anziehung verloren. Fraglich ist, wie multiethnische und polyzentrische Neustaaten zu Nationen werden können.

IX. Erfolge des Nationalismus – Unverdienter Ruhm des Nationalstaats (5 Seiten)

Nationalsprachen, -literatur und -kultur stimulieren unkomplizierte Verständigung. Hinzukommen Rechtstraditionen und politisch die Volkssouveränität, die Kehrseite des Nationalismus ist die Exklusionspraxis, Antisemitismus und Diskriminierung von Minderheiten. Verbunden mit dem Nationalstaat war in den okzidentalen Staaten die industrielle Revolution, die Konstituierung eines Verfassungs-, Rechts- und Sozialstaates; Sozialkonflikte konnte Schritt für Schritt institutionalisiert werden. Wirtschaftswachstum, Wohlstand, Verfassungsstaatlichkeit, Rechtssicherheit, Daseinsvorsorge, Konflikteinhegung machten den Nationalismus attraktiv.

X. Das Ende des Nationalismus (12 Seiten)

Es existiert eine Pluralismus von Identitäten unterschiedlicher Prägungen (nach Klasse, Geschlecht usw.), deshalb bestehen Zweifel am Totalitätsanspruch des Nationalismus. Historische Phänomene haben keinen Ewigkeitswert. In der Aufstiegsphase versprach der Nationalismus Beseitigung von Privilegien und Hierarchien mit dem utopischen Versprechen einer friedlicheren Welt. Es gelang sowohl innergesellschaftlich als auch außenpolitisch Probleme friedlich zu lösen. Die Utopie des allgemeinen Selbstbestimmungsrechts hätte zu zahlreichen Zwergstaaten führen können, aber Grundrechte und regionale und kulturelle Autonomie waren wichtiger. Die Gefahr eines Radikalnationalismus mit extremen Zielen ist nicht gebannt (‚auserwähltes Volk‘ und tödliche Feinde). Die Idee vom homogenen Nationalstaat war die Mutter vieler radikalnationalistischer Probleme (Vertreibungen, ethnischen Flurbereinigungen).

Alternativen sind ein Maximum an Autonomie bei unterschiedlichen kulturellen Prägungen, eine föderales System der Dezentralisierung von Herrschaft (Staatenbund), der Vorrang einer rechtlich-institutionellen Organisation und dessen Funktionsfähigkeit (Rechtssicherheit, Sozialstaat, Wohlstand).

Kommentierte Bibliographie (5 Seiten, kleingedruckt)

Ergänzende Bibliographie zur Geschichte des Nationalismus (ab 2002) (7 Seiten, kleingedruckt)

Personenregister (2 Seiten)

Diskussion

Diese Buch bietet in kompakter und sehr systematisch angelegter Form (einer Vorlesungsreihe?) einen Überblick über die Nationalismusforschung anhand ausgesuchter Forschungsfelder (USA, Deutschland z.B.) und ist überdies leserfreundlich geschrieben. Es vermittelt nicht nur einen historischen Rückblick und eine Bestandsaufnahme, sondern vor allem auch Überlegungen zur Überwindung eines destruktiven Nationalismus, der auf unhaltbaren Vorurteilen (ethnische Homogenität z.B.) beruht und den inneren und äußeren Frieden gefährdet.

Fazit

Ein kompaktes und sehr informatives Buch zu einem aktuellen Thema.

Der Literaturanhang ist allerdings in seiner sehr kompakten Form nur für wissenschaftlich Interessierte geeignet, bietet aber weitere Hinweise.

Das Buch ist zu empfehlen für alle, die mit Jugendlichen und Heranwachsenden arbeiten. Angesichts von rechtsnationalistischen Utopien werden sie fundiert informiert sowohl über die historischen Vorzüge eines nationalen Selbstbewusstseins als auch über seine Grenzen.


Rezension von
Prof. Dr. Gertrud Hardtmann
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Zitiervorschlag
Gertrud Hardtmann. Rezension vom 08.11.2021 zu: Hans-Ulrich Wehler: Nationalismus. Geschichte, Formen, Folgen. Verlag C.H. Beck (München) 2019. 5. Auflage. ISBN 978-3-406-73648-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/28437.php, Datum des Zugriffs 28.11.2021.


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