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Ursula Becker: Altenpflege heute

Cover Ursula Becker: Altenpflege heute. Lernbereiche I bis IV. Urban & Fischer in Elsevier (München, Jena) 2021. 4. Auflage. ISBN 978-3-437-28591-2. D: 75,00 EUR, A: 77,10 EUR.
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Thema

Keine Frage, wie in anderen Berufen bedarf es auch in der Pflege zur Bewältigung der beruflichen Anforderungen umfassender Handlungskompetenz. Von daher werden für die Ausbildung, Lehre und Praxis umfassende Lehrbücher gebraucht, die den aktuellen Wissensstand vermitteln. Zu den entsprechenden Werken gehört seit etlichen Jahren auch „Altenpflege heute“, das nun in der vierten Auflage erschien.

Herausgeberin und Autor*innen

Für die Herausgabe der vierten Auflage von „Altenpflege heute“ zeichnet sich Ursula M. Borgiel verantwortlich, die das Themenfeld Pflege aus sehr unterschiedlichen Perspektiven und Arbeitsfeldern kennt. Nach ihrer Tätigkeit als examinierte Krankenschwester und Zusatzqualifikationen im Pflegemanagement war sie lange Jahre als Stationsleitung und Pflegedienstleitung beruflich aktiv. Zudem verfügt die Herausgeberin, die auch als freiberufliche Dozentin an Krankenpflege- und Altenpflegeschulen sowie als Fachprüferin tätig war, durch ihre umfangreiche Tätigkeit als Gutachterin beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) über eine umfassende pflegefachliche Expertise in allen Fragen der Pflegeplanung. Seit 2019 arbeitet Ursula M. Borgiel als Integrationsbeauftragte in einer bayerischen Klinik und Fachbuchautorin für Pflege. Sie veröffentlichte die Fachbücher „Maßnahmenplanung und Dokumentation in der Pflege. Richtig mit dem Strukturmodell und SIS® arbeiten“ (München 2020) sowie „Begutachtungsinstrument und Pflegegradermittlung. Module und Themenfelder in Einklang bringen“ (München 2020); ebenso war sie an dem von Veronika Schraut und Jens Trögner herausgegebenen Buch „PflegeHeute – Geriatrische Pflege“ (München 2020) beteiligt.

An der vorliegenden Ausgabe von „Altenpflege heute“ haben neben der Herausgeberin rund 30 Autor*innen sowie zwei Gutachter*innen mitgewirkt, die sich jeweils auf langjährige Erfahrungen im Gesundheitswesen stützen können. Die meisten von ihnen arbeiten als Expert*innen in Einrichtungen der Pflege beziehungsweise in verwandten Bereichen oder in der Pflegewissenschaft. Darüber hinaus steuerten zu dem Werk aber auch erfahrene Mediziner*innen ihr Fachwissen bei.

Entstehungshintergrund

Wie allein schon die Auflagenhöhe von „Altenpflege Heute“ zeigt, bietet das Gesundheitswesen und insbesondere der Pflegesektor auf dem heiß umkämpften Buchmarkt durchaus attraktive Möglichkeiten, die genutzt werden. Das Management der Elsevier GmbH, zu deren Angeboten etwa auch das auflagenstarke Lehrbuch „Pflege Heute“ (vgl. https://www.socialnet.de/rezensionen/​25979.php und die Besprechung des Rezensenten https://www.socialnet.de/rezensionen/​16916.php) gehört, hat dabei ein gutes Gespür für lukrative Geschäfte. Denn ohne Aussicht auf eine ansehnliche Rendite hätte eine Veröffentlichung, unabhängig von der Qualität ihres Inhaltes, keine Chance gehabt.

Das Lehrbuch „Altenpflege Heute“ erschien erstmals 2010 mit einem Umfang von 1374 Seiten (vgl. die Besprechung des Rezensenten https://www.socialnet.de/rezensionen/9951.php). Der 2. Auflage von 2014 mit einem Umfang von 1344 Seiten (vgl. die Besprechung des Rezensenten https://www.socialnet.de/rezensionen/​16917.php) folgte 2017 die 3. Auflage mit einem Umfang von 1372 Seiten, während die jetzt vorliegende 4. Auflage von 2021 einen Umfang von 1463 Seiten hat.

Aufbau und Inhalte

Orientiert an der neuen – im Jahr 2020 gestarteten – generalistischen Pflegeausbildung, in der die bisherigen Berufsausbildungen der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu Ausbildung mit dem Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ beziehungsweise „Pflegefachmann“ zusammengeführt werden, umfasst „Altenpflege Heute“ die fünf Kompetenzbereiche der neuen Pflegeberufegesetze (PflBG), die sich in insgesamt 45 Kapitel aufteilen.

Der Kompetenzbereich I („Pflege und Betreuungsprozess“) umfasst die folgenden 19 Kapitel:

  • 1. Spezielle Aspekte des Alterns (S. 1-22)
  • 2. Konzepte, Modelle und Theorien in der Pflege (S. 23-47)
  • 3. Pflegeprozess, Assessmentinstrumente, Pflegediagnosen (S. 49-77)
  • 4. Pflegeprozesse und Pflegeplanung in der stationären Langzeitpflege, in der akut- und teilstationären und in der ambulanten Pflege (S. 79-109)
  • 5. Kinder und Jugendlich: Entwicklung und Besonderheiten in der Pflege (S. 111-130)
  • 6. Gesundheitsförderung, Prävention und Prophylaxen (S. 131-177)
  • 7. Macht und Machtmissbrauch (S. 179-184)
  • 8. Grundlagen der Anatomie, Physiologie, Chemie und der biologischen Alterung (S. 185-216)
  • 9. Kognition und Kommunikation (S. 217-374)
  • 10. Mobilität und Beweglichkeit (S. 375-433)
  • 11. Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen (S. 435-678)
  • 12. Selbstversorgung (S. 679-849)
  • 13. Leben in sozialen Beziehungen (S. 851-938)
  • 14. Wohnen und Haushaltsführung (S. 939-965)
  • 15. Pflege alter Menschen mit Schmerzen (S. 967-982)
  • 16. Palliative Versorgung (S. 983-997)
  • 17. Notfall-, Krisen- und Katastrophensituationen (S. 999-1020)
  • 18. Pflege alter Menschen mit Behinderung (S. 1021-1029)
  • 19. Rehabilitation (S. 1032-1040)

Der Kompetenzbereich II (Kommunikation und Beratung) umfasst die folgenden 4 Kapitel:

  • 20. Grundlagen der Psychologie (S. 1043-1046)
  • 21. Ethik (S. 1047-1063)
  • 22. Kommunikation und Interaktion, Gesprächsführung und Haltung (S. 1065-1071)
  • 23. Beratung und Anleitung von Angehörigen und Bezugspersonen (S. 1073-1078)

Der Kompetenzbereich III (Intra- und interprofessionelles Handeln) umfasst die folgenden 9 Kapitel:

  • 24. Teamzusammensetzung und Teamarbeit (S. 1082-1090)
  • 25. Supervision und kollegiale Beratung (S. 1091-1096)
  • 26. Vernetzung, Koordination und Kooperation (S. 1097-1104)
  • 27. Praxisanleitung (S. 1105-1110)
  • 28. Hygiene (S. 1111-1146)
  • 29. Grundlagen der Arzneimittelkunde (S. 1147-1163)
  • 30. Grundlagen der medizinischen Diagnostik und Behandlung (S. 1165-1191)
  • 31. Durchführen ärztlicher Verordnungen (S. 1193-1249)
  • 32. Case-Management, Schnittstellenmanagement und Pflegeüberleitung (S. 1251-1263)

Der Kompetenzbereich IV (Gesetze, Verordnungen, ethische Leitlinien) umfasst die folgenden 7 Kapitel:

  • 33. Qualitätsmanagement (S. 1267-1275)
  • 34. Dokumentation und Qualitätskontrolle (S. 1277-1281)
  • 35. Rechtliche Bedingungen altenpflegerischer Arbeit (S. 1283-1302)
  • 36. Rechtliche Bedingungen kinderkrankenpflegerischer Arbeit (S. 1303-1319)
  • 37. Gesundheits- und Sozialwesen (S. 1321-1328)
  • 38. Demografischer Wandel und interkulturelle Aspekte (S. 1329-1336)
  • 39. Ökonomische und ökologische Bedingungen (S. 1337-1342)

Der Kompetenzbereich V (Wissenschaftliche Erkenntnisse und berufsethische Werthaltungen) umfasst die folgenden 6 Kapitel:

  • 40. Pflegewissenschaft und Pflegeforschung (S. 1346-1356)
  • 41. Vorbehaltsaufgaben, Professionalisierung und Karriere (S. 1357-1361)
  • 42. Wissensmanagement und lebenslanges Lernen (S. 1363-1380)
  • 43. Berufstypische Belastungen und Strategien zur Kompensation (S. 1381-1406)
  • 44. Geschichte der Pflegeberufe (S. 1407-1414)
  • 45. Berufspolitische Entwicklung, Berufsverbände, Berufsorganisation. (S. 1415-1417)

Ergänzt wird die Darstellung durch ein Abbildungsverzeichnis (S. 1418-1423) und ein ausführliches Register (S. 1424-1463).

Mit dem Slogan „Generalistisch und doch die Pflege des alten Menschen im Fokus“ beziehungsweise „Altenpflege Heute – gut gerüstet für drei Jahre Ausbildung“ wirbt der Verlag für die Neuauflage des Buches, zu dessen Entstehung, Bedeutung und Intention es im Vorwort unter anderem heißt: „ALTENPFLEGE HEUTE ist zum vierten Mal neu aufgelegt worden. Sie haben uns Ihr Vertrauen geschenkt, denn der Erfolg des Werks hat sich ungebrochen fortgesetzt. Deswegen haben wir uns entschlossen, auch unter neuen Ausbildungsbedingungen das Werk wieder herauszugeben. […] ALTENPFLEGE HEUTE vermittelt Ihnen die Basis für eine verantwortungsbewusste Anwendung des in der Ausbildung erworbenen Wissens – unabhängig davon, für welches Konzept sich der jeweilige Arbeitgeber entschieden hat. In diesem Lehrbuch geht es vor allem darum, Ihnen die Fähigkeit zu vermitteln, zielgerichtet tätig zu werden und die Konsequenzen Ihres Handelns realistisch einschätzen zu können.“

Trotz der gemeinsamen grundständigen Ausbildung (in den ersten beiden der insgesamt drei Ausbildungsjahren) sei es wichtig, das spezielle Wissen in der Altenpflege aktuell und verfügbar zu halten. Das zeigten auch die neu geschaffenen Pflegestudiengänge, die sich dem Bereich „Pflege im Alter“ oder generell gerontologischen Schwerpunkten widmen. Die Autor*innen sowie das Verlagsteam wollten durch die Neuauflage von „Altenpflege heute“ hierzu einen Beitrag leisten. Dabei werde die 4. Auflage auch dem in vielen Ausbildungsverordnungen geforderten Anspruch, sich an den neuesten Erkenntnissen aus der Pflegewissenschaft zu orientieren, gerecht: „Sie wurde von den Autorinnen und Autoren nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, nach den aktuellen Expertenstandards und Pflegediagnosen sowie angelehnt an die Prinzipien des Strukturmodells der Bundesregierung überarbeitet. Das Buch möchte Sie anregen, Ihr Wissen aktuell zu halten und den wissenschaftlichen Stand Ihrer Kenntnisse immer wieder zu überprüfen.“

Siegfried Huhn, Fachkrankenpfleger für Geriatrische Rehabilitation und Gerontopsychiatrie sowie Gesundheitswissenschaftler und -pädagoge hat zu dem Lehrbuch ein Geleitwort beigesteuert, in dem er zunächst – vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in unserer Gesellschaft – auf die Altenpflege als krisensicheren Beruf verweist und sodann die Bedeutung einer guten Berufsausbildung betont: „Wissen macht kompetent. Kompetenz macht interessant und Pflegepersonen zu gern gesehenen Gesprächspartnern. Pflegeberufe brauchen eine Kompetenzdiskussion nach innen und nach außen. Nur so erfahren wir die gebotene Aufmerksamkeit und nur mit Kompetenz lassen sich die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen meistern.“ Über die aktuelle Auflage des Lehrbuchs hält er sodann fest: „Altenpflege Heute ist in der Neuauflage vollkommen neu strukturiert und nach Kompetenzbereichen gegliedert. Damit entspricht es der neuen generalistischen Ausbildung. Es trägt zur Kompetenz bei und kann sowohl für die Ausbildung in der Pflege als auch später als Wissensquelle verwendet werden.“

Diskussion

Während die Altenpflege versucht, sich angesichts der veränderten Ausbildungsbedingungen durch das seit 2020 gültige Pflegeberufegesetz (PflBG) neu zu situieren, treten die Auswirkungen des demografischen Wandels mit einer wachsenden Zahl hochbetagter Menschen, die professionelle Pflege benötigen, immer stärker zu Tage. Derzeit arbeiten etwa 800.000 Menschen in der Altenpflege, von denen etwa ein Viertel examinierte Altenpfleger*innen. Viele von ihnen haben ganz bewusst diesen Beruf gewählt, weil Sie älteren Menschen helfen wollen, ihren Lebensabend in Würde und Eigenverantwortung zu gestalten. Die realistische Arbeitssituation, geprägt durch eine überbordende Bürokratie, Personalmangel und Überbelastung, sieht unterdessen vielfach anders aus. Schichtdienst, unplanbare Freizeit und eine ungerechte Entlohnung belasten die Altenpfleger*innen und ihre Familien. Angesichts dieser Situation gilt es heute dringender denn je dafür zu sorgen, dass engagierte Menschen in die Altenpflege gehen und dort auch bleiben!

Einen wesentlichen Beitrag dazu möchte das PflBG leisten, nach dem seit Anfang 2020 Pflegende in Deutschland „generalistisch“ ausgebildet werden. In der neuen Ausbildung, mit deren Einführung unter anderem die Arbeit in der Pflege attraktiver gemacht und so dem Fachkräftemangel in der Pflege begegnet werden soll, werden die bis dahin getrennte Ausbildungen in den Berufen Gesundheits- und Krankenpfleger*in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*in sowie Altenpfleger*in zum Berufsbild Pflegefachfrau und Pflegefachmann zusammengeführt. Damit wird der Wechsel zwischen Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege erleichtert und den Pflegefachkräften ein breiteres Tätigkeitsfeld eröffnet. Nach jüngsten Angaben des Statistische Bundesamtes (Destatis) haben zum Jahresende 2020 insgesamt 53.610 Menschen ihre Ausbildung eine entsprechende Berufsausbildung begonnen.

Das von Ursula M. Borgiel herausgegebene Lehrbuch „Altenpflege heute“ entspricht im Aufbau der neuen bundeseinheitlichen Ausbildungs- und Prüfungsordnung und deckt alle Kompetenzbereiche der generalistischen Pflegeausbildung ab. Als Kernstück pflegerischer Arbeit zieht sich der Pflegeprozess durch alle Kapitel und versorgt Pflegende mit der Basiskompetenz, die sie für die Pflege von Menschen unterschiedlichsten Alters benötigen. Ebenso vermittelt das didaktisch mit zahlreichen Abbildungen, Tabellen und Textkästen (unter anderem mit Lern-Tipps, Internet- und Lese-Tipps) äußerst ansprechend gestaltete Werk zahlreiche Pflegediagnosen, die bei der Pflege älterer Menschen von Bedeutung sind. Für die 4. Auflage wurden alle Pflegeinhalte nach Expertenstandards und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen überarbeitet. Wenngleich viele Inhalte sich grundsätzlich auf die Pflege aller Altersgruppen beziehen, bleibt die Darstellung konkreter Pflegesituationen größtenteils auf die Altenpflege bezogen. Hinsichtlich der pädiatrischen Pflege wurden Spezialkapitel eingefügt, die zusätzlich in diesem Bereich Grundwissen vermitteln. Insofern ist das Lehrbuch ideal für Auszubildende geeignet, die ihre Ausbildung in einer Altenpflegeeinrichtung beginnen und beenden möchten.

Bei dem Versuch, das gesamte relevante Wissen eines Fachgebietes in einem Lehrbuch zu vereinen, bleiben mitunter wichtige Informationen auf der Strecke, was an ein paar Beispielen gezeigt sei. Während man sich in Kapitel 40 („Pflegeforschung“) einen deutlichen Hinweis auf die – zur Entwicklung des beruflichen Selbstverständnisses notwendige – historische Pflegeforschung gewünscht hätte, fällt in Kapitel 44 („Geschichte der Pflegeberufe“) der mit gerade mal acht Seiten äußerst dürftige Umfang aus. Als bedeutende Berufsvertreter*innen werden dabei namentlich lediglich Florence Nightingale, Agnes Karll, Adelheid Testa und Hilde Steppe genannt, während inzwischen das von Horst-Peter Wolff (Bände 1-3) und Hubert Kolling (Bände 4-9) herausgegebene „Biographische Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in nursing history“ (vgl. https://www.socialnet.de/rezensionen/​19819.php; https://www.socialnet.de/rezensionen/​14183.php; https://www.socialnet.de/rezensionen/​11459.php) mehr als 1.400 Personen enthält. Ein Hinweis auf dieses Grundlagenwerk fehlt ebenso wie Hinweise auf jüngere Forschungsarbeiten. Die 12 hier gemachten Quellenangaben stammen überwiegend aus dem Internet, wobei lediglich nur ein Buchhinweis relevant ist, nämlich die Veröffentlichung von Hilde Steppe „Krankenpflege im Nationalsozialismus“ (Frankfurt am Main 2013).

Ebenso fällt Kapitel 45 („Berufspolitische Entwicklung, Berufsverbände, Berufsorganisationen“) mit eben mal drei Seiten extrem kurz aus, vergleicht man es etwa mit dem sich anschließende Abbildungsverzeichnis, das immerhin doppelt so viele Seiten umfasst. Auch hier hätte man sich eine ausführlichere Darstellung gewünscht, zumindest jedoch ein paar Informationen über den (immerhin erwähnten) 1974 gegründeten einzigen „Deutschen Berufsverband für Altenpflege“ (DBVA). Stattdessen wird hier vergleichsweise ausführlich die allgemeine Geschichte der Gewerkschaften referiert. Politisch wichtig aber fürs Altenpflegepersonal eher unbedeutend zu wissen, dass „1865 der Deutsche Zigarettenarbeiter-Verband und 1866 der Deutsche Buchdrucker-Verband“ gegründet wurden.

Ein ganz anderes Thema sind unterdessen die 3,3 Kilogramm, die „Altenpflege Heute“ auf die Waage bringt, wodurch sich das 1463 Seiten starke Buch trotz solider Aufmachung mit Festeinband und Fadenbindung nur schwer händeln lässt. Der stolze Preis von 75 Euro ist unterdessen gerechtfertigt, zumal man mit „Altenpflege Heute“, wie es in der Verlagswerbung treffend heißt, „für drei Jahre Ausbildung gut gerüstet“ ist.

Fazit

Bei der Neuauflage von „Altenpflege Heute“ handelt es sich um ein aktuelles Lehrbuch, das alle Kompetenzbereiche der generalistischen Pflegeausbildung abdeckt. Da sich viele Inhalte wie die Darstellung konkreter Pflegesituationen auf die Altenpflege beziehen, ist es ideal für Auszubildende und Studierende geeignet, die später in diesem Bereich arbeiten möchten.


Rezension von
Dr. Hubert Kolling
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Zitiervorschlag
Hubert Kolling. Rezension vom 02.09.2021 zu: Ursula Becker: Altenpflege heute. Lernbereiche I bis IV. Urban & Fischer in Elsevier (München, Jena) 2021. 4. Auflage. ISBN 978-3-437-28591-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/28574.php, Datum des Zugriffs 17.09.2021.


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