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Petra-Angela Ahrens, Georg Lämmlin u.a. (Hrsg.): Geflüchtete willkommen?

Rezensiert von Karsten Lauber, 09.06.2022

Cover Petra-Angela Ahrens, Georg Lämmlin u.a. (Hrsg.): Geflüchtete willkommen? ISBN 978-3-8487-8189-8

Petra-Angela Ahrens, Georg Lämmlin, Maria Sinnemann (Hrsg.): Geflüchtete willkommen? Einstellungen und Engagement in der Zivilgesellschaft. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2021. 129 Seiten. ISBN 978-3-8487-8189-8. 29,00 EUR.
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Thema

Ausgangspunkt des Tagungsbandes ist die Wiederaufnahme der Asyldiskussion nach den Ereignissen des Jahres 2015. Im Speziellen befasst sich der empirische Teil mit damit zusammenhängenden unterschiedlichen, d.h. positiven und negativen, Engagementformen.

HerausgeberInnen

Der Sammelband beinhaltet neun Beiträge von sieben verschiedenen Autorinnen bzw. Autoren. Ein Autorenverzeichnis ist nicht beinhaltet, doch lässt sich der Einleitung immerhin die institutionelle Zugehörigkeit der Verfasser/​-innen entnehmen. Bei den Herausgeber/​-innen handelt es sich um Prof. Dr. Georg Lämmlin, Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ebenfalls am Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland tätig sind Petra-Angela Ahrens, Wissenschaftliche Referentin für Kirchensoziologie, und Maria Sinnemann, Soziologin.

Entstehungshintergrund

Das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland veranstaltete am 14./15. September 2020 die Online-Tagung „Flüchtlingsaufnahme kontrovers: Was treibt die Engagierten?“ Dort wurden die ersten Ergebnisse eines im Jahr 2018 begonnenen Forschungsprojekts präsentiert, das – im Nachgang zu dem „langen Sommer der Migration“ (Georgi 2016: 183) – das damit zusammenhängende zivilgesellschaftliche Engagement untersuchte. Die Ergebnisdarstellung in dem hier vorliegenden Tagungsband beschränkt sich auf den quantitativen Teil der Untersuchung. Bezüglich der Ergebnisse aus der qualitativen Teilstudie ist auf eine bereits veröffentlichte Monografie von Kumbruck et al. (2020) hinzuweisen, die bereits auf socialnet rezensiert wurde. Der Tagungsband erscheint in der Reihe SI-Diskurse/​Gesellschaft – Kirche – Religion, herausgegeben vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Aufbau

Der Tagungsband beginnt mit der Einleitung von Georg Lämmlin, an den zwei Beiträge von Maria Sinnemann und Petra-Angela Ahrens mit den Studienergebnissen anschließen. Drei folgende Kommentare von Julia Simonson, Yasemin El-Menouar und Roland Roth reflektieren die Forschungsergebnisse in methodologischer, theoretischer und inhaltlicher Hinsicht. Im daran anschließenden Kapitel gehen Maria Sinnemann und Petra-Angela Ahrens in einem gemeinsamen Beitrag auf diese Kommentare ein. Die Keynote von Matthias Quent beendet den Tagungsteil. Den Abschluss bildet der zweite Beitrag von Georg Lämmlin mit Überlegungen zum Thema Gerechtigkeit.

Inhalt

Die Einleitung von Georg Lämmlin rekurriert kurz auf das polarisierende Jahr 2015, dessen Folgewirkungen den gesellschaftlichen Diskurs und die politische Landschaft bis heute prägen. Daran knüpft das Forschungsinteresse des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland an, das sich – neben jährlichen Befragungen – im Speziellen in einem Forschungsprojekt aus dem Jahr 2018 ausdrückt. Nach der Beschreibung der Hintergründe der Tagung erläutert der Autor die Inhalte der Online-Tagung und des vorliegenden Tagungsbandes.

Der erste Ergebnisbericht aus dem Projekt „Zivilgesellschaftliches Engagement. Was bewegt Menschen in Deutschland dazu, sich im Rahmen der Flüchtlingsthematik zu engagieren“ stammt von der Soziologin Maria Sinnemann. Die Daten, die Sinnemann präsentiert basieren auf univariaten Analysen, d.h. die Rezipienten erhalten einen Überblick über die Verteilung der erhobenen Merkmale. Präsentiert werden die soziostrukturellen Merkmale, eine Beschreibung des Engagements (Anlässe, Gruppen, Tätigkeiten), Motive für das Engagement, Wertorientierungen sowie politische Einstellungen. Wichtig für alle weiteren Beiträge sind die Erläuterungen zu dem Merkmal „Engagement“ und dessen Operationalisierung (S. 17 ff.). Neben der freiwilligen, unentgeltlichen und öffentlichen Tätigkeit fallen auch politische Tätigkeiten darunter, u.a. die Teilnahme an Demonstrationen oder die Verbreitung von politischen Inhalten im Internet (S. 17). Im Ergebnis wurden, je nach Haltung zur Flüchtlingsaufnahme und -politik, die zwei Gruppen Begrenzung/​Verschärfung und Unterstützung/​Hilfe gebildet. Eine dritte Gruppe mit 241 Personen, die sich sowohl für Begrenzung/​Verschärfung als auch für Unterstützung/​Hilfe engagierte, wies keine „relevante[n] Unterschiede zur Gruppe ‚Unterstützung/​Hilfe‘“ (S. 20) auf, sodass sich die Analysen auf die ersten zwei Gruppen beschränken.

Der zweite Ergebnisbericht stammt von Petra-Angela Ahrens. Ihrem Beitrag lassen sich ergänzende methodische Hinweise entnehmen, insbesondere darauf, dass die Datenanalyse Teil eines Längsschnittuntersuchung ist (hier: 7. Befragungswelle) und die Daten erstmals aus einer Online-Erhebung stammen (bislang: telefonische Befragung). Die Autorin berichtet in ihrem Beitrag erstens über Vergleiche zwischen den sieben Befragungswellen (insb. Stimmungslage der Bevölkerung, soziostrukturelle Unterschiede in der Stimmungslage, der Wahrnehmung und den Kontakten mit Flüchtlingen sowie Bewertungen in Bezug auf die Aufnahme von geflüchteten Menschen) und zweitens in Bezug auf die aktuelle Erhebung über eigene Kontakte und Wahrnehmungen, die Einschätzung zur Aufnahme geflüchteter Menschen und die Bedeutung verschiedener Aspekte wie die Sorge vor steigender Kriminalität oder die Chance, Neues zu entdecken. Mit Ausnahme einer multiplen Regressionsanalyse und einer logistischen Regression werden im Schwerpunkt univariate Analysen präsentiert.

Der Aufsatz von Julia Simonson eröffnet die Kommentare zum quantitativen Teil der Untersuchung. Die Autorin konzentriert sich auf vier Punkte, die sowohl methodische als auch inhaltliche Aspekte betreffen: den in der Untersuchung festgestellten hohen Anteil an Engagierten mit Bezug zum Flüchtlingsthema, die Gewichtung der Daten, die Gruppe mit den 241 Personen, die sich sowohl für Begrenzung/​Verschärfung als auch für Unterstützung/​Hilfe engagierte, sowie den Zusammenhang zwischen Engagement und persönlichen Erfahrungen mit Geflüchteten. Im Fokus des Kommentars von Yasemin El-Menouar steht die Religionszugehörigkeit, die als Forschungslücke beschrieben wird. Breiter angelegt ist dann wieder die Kommentierung von Roland Roth, der seine Methodenkritik facettenreich und fundiert vorträgt. An die drei Kommentare schließt eine Replik der Forscherinnen Ahrens und Sinnemann an, die auf ausgewählte Kritikpunkte eingehen.

In seiner Keynote reflektiert Matthias Quent die „dunklen Seiten freiwilligen Engagements“ aus der Betrachtungsweise einer „politischen Soziologie“ (S. 93) und stellt dabei aktuelle Bezüge zur Corona-Pandemie her. Sich mit den dunklen Seiten des Engagements zu befassen bedeutet, verschiedene Engagement-Formen, Gefahren und nicht-intendierte Folgen zu reflektieren. Als eine dunkle Folge beschreibt Quent die Politisierung des Engagements, aus der sich ein kritisches Verhältnis zwischen Engagierten und Staat ableiten lässt, sodass am Ende einer Flüchtlingskrise ebenso eine Verwaltungskrise oder gar Staatsversagen skandalisiert wird. In Anlehnung an die stille Revolution von Inglehart spricht Quent von einer „stille[n] Konterrevolution der unzivilen Gruppen“ (S. 100 f.). Der losgelöst vom Thema Migration lesenswerte Artikel führt zu der These, wonach es Ziel von bestimmten existenziellen und systemrelevanten Engagementformen sein sollte, dieses Engagement in (inter-)nationaler Perspektive politisch (!) überflüssig zu machen, zumal die damit zusammenhängenden Fragen weder nationalstaatlich noch eigenverantwortlich zu lösen sind.

Unabhängig von der Tagung beinhaltet der letzte Beitrag des Sammelbandes von Lämmlin grundsätzliche Überlegungen dazu, in welcher Weise christliche Perspektiven einen Beitrag zum Gerechtigkeitsdiskurs leisten können.

Diskussion

Wichtig für das Verständnis des Beitrags von Maria Sinnemann ist, dass es sich um deskriptive Ergebnisse handelt, die keine kausalen Interpretationen zu lassen. Angesichts der vorliegenden Kontroll- bzw. Drittvariablen wie Alter, Bildung und Geschlecht sowie der Wohnregion (Ost/West) hätten sich weitergehende bi- und multivariate Analysen angeboten. Vor diesem Hintergrund bietet der einleitende Beitrag – vor allem dank der Tabellen und Grafiken – einen guten Überblick über den erhobenen Datensatz. Das Manko einer nur eingeschränkten Datenanalyse gleicht der darauffolgende Beitrag von Petra-Angela Ahrens bedingt auf, der multiple und logistische Regressionen einbezieht. Dieser Beitrag zeichnet sich ebenso durch etliche Abbildungen und Tabellen aus und zeigt sich ebenfalls in einer gut lesbaren Form. Die logistischen Regressionen dienen der Beantwortung der Frage, inwieweit die in der Untersuchung behandelten Aspekte dazu beitragen, dass Menschen im Rahmen der Flüchtlingshilfe engagiert sind (S. 55). Die multiple Regression analysiert die Beziehung der abhängigen Variable („Wird Deutschland Ihrer Ansicht nach die Herausforderungen durch die Aufnahme der Flüchtlinge bewältigen?“) zu verschiedenen unabhängigen Variablen, einschließlich der soziodemografische Merkmale, und berücksichtigt dabei fünf Erhebungswellen zwischen 2015 und 2019. In ihrer Datenanalyse stößt die Autorin auf eine bemerkenswerte Veränderung bei der Bewertung zur Aufnahme von Flüchtlingen ab dem Jahr 2018. Allerdings gelingt es mit dem vorliegenden Datensatz nicht, diese Veränderungen solide zu erklären. Dies führt bereits zum Kern der Kritik: Bei beiden empirischen Beiträgen ist zu bedauern, dass das Analysepotenzial der vorliegenden Daten zu wenig ausgeschöpft wurde. Zumindest bei den hier vorgestellten Ergebnissen fehlt jeweils eine Hypothese und spätestens seit dem Hinweis auf eine Längsschnittuntersuchung mit sieben Befragungswellen hätte man sich einige Modellprüfungen erhofft. Bei der plausiblen Frage zur Wahrnehmung von Flüchtlingen im eigenen Wohngebiet wäre bei künftigen Erhebungen wichtig, mehr über den Kontext zu erfahren. Befindet sich eine Gemeinschaftsunterkunft oder eine Erstaufnahmeeinrichtung im Wohngebiet, liegt die Wohnung in der Innenstadt etc.? Zurecht weist Roth in seinem Kommentar zudem darauf hin, dass Menschen mit einer negativen Einstellung zu Migration dazu neigen, den Anteil der Zugewanderten nach oben hin zu verzerren (S. 78).

Nach der Präsentation der Untersuchungsergebnisse schließen verschiedene Kommentierungen an; dies erweist sich als eine recht ansprechende Methode. Simonson und besonders Roth gelingt es gut, inhaltliche und methodische Kritik vorzutragen und zu begründen. Simonson hebt insbesondere den in der Untersuchung geringen Stellenwert bezüglich der Gruppe von Personen hervor, die angaben, sich sowohl für Geflüchtete, als auch für die Begrenzung der Aufnahme von Geflüchteten zu engagieren (S. 63 f.). Spätestens an dieser Stelle hätten sich Kausalanalysen aus den Daten der Längsschnittuntersuchungen förmlich aufgedrängt. Roth, dessen Beitrag als Leseempfehlung dienen kann, kritisiert vor allem die wenig überzeugenden Antworten, die sich aus dem Vergleich zwischen den verschiedenen Befragungswellen ergeben, insbesondere in Bezug auf den Stimmungswechsel ab 2018. Ein weiterer kluger Hinweis von Roth bezieht sich auf die Differenzierung der zwei Engagement-Gruppe in Unterstützung/​Hilfe und Begrenzung/​Verschärfung, die sich als Kritik an der Validität interpretieren lässt. So setzt beispielsweise die aktuelle Koalitionsregierung in ihrem Koalitionsvertrag die Linie der bisherigen Bundesregierungen fort, die Abschiebung von Straftätern konsequenter (d.h. konsequenter als unter den vorangegangenen konservativen Innenministern) umsetzen (vgl. SPD et al. 2021: 140). Der Kommentar von Yasemin El-Menouar folgt einem anderen Konzept. Weshalb der Zugang zu dem Untersuchungsthema methodisch und konzeptionell als „[b]esonders bemerkenswert“ beschrieben wird, lässt sich jedoch nicht nachvollziehen. Besonderheiten lassen sich zumindest in methodischer Hinsicht bei dem hier vorliegenden quantitativen Teil der Untersuchung nicht erkennen. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt dieses Kommentars in der Beschreibung der „Forschungslücke Religion“ und in der Tat lässt sich den Ergebnisdarstellungen von Sinnemann und Ahrens nicht entnehmen, dass die erhobene Religionszugehörigkeit (evangelisch, katholisch, keine, andere) tiefergehend analysiert wurde. Dies zum Anlass zu entnehmen, ca. die Hälfte der etwa 6-seitigen Kommentierung in Anspruch zu nehmen, um die Bedeutung der Religionszugehörigkeit anhand des Religionsmonitors der Bertelsmann-Stiftung zu erklären, ist deshalb problematisch, da die Autorin Angehörige dieser Stiftung ist. Im Vordergrund des Kommentars sollte die Untersuchung der zwei Forscherinnen stehen und nicht die eigene Arbeit.

Als gutes Stilmittel erweist sich die Vorgehensweise, den beiden Forscherinnen Gelegenheit zu geben, auf die Kommentare mit einer Replik einzugehen. Recht deutlich wird allerdings auch in dieser Erwiderung nicht, weshalb der Datensatz nicht kausalanalytischer untersucht wurde. Diese Vorgehensweise kann allerdings auch in der Konzeptionierung der Tagung begründet sein, sodass diese Kritik mit Vorbehalt zu äußern ist.

Aus Sicht der Tagung zählt die abschließende Keynote von Matthias Quent neben dem bereits erwähnten Kommentar von Roland Roth zu dem stärksten Beitrag dieses Buches. Quent greift im Kern den Diskurs um den aktivierenden Staat auf. Tragende Säulen des aktivierenden Staates sind einerseits die Verantwortungsteilung mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und andererseits eine kooperative Verwaltung. Diese Idee basiert auf der Überlegung, wonach der Staat allein nicht zur Lösung gesellschaftlicher Probleme zuständig ist und deshalb die Problemlösungskompetenzen der Zivilgesellschaft aktiviert werden müssen. Wie Quent aufzeigt, müssen bei der Bewertung des Engagements zwei Aspekte Berücksichtigung finden. Erstens ist freiwilliges Engagement nicht grundlegend als gut zu bewerten. Zweitens eröffnen wahrgenommene oder tatsächliche Schwächen des Staates bzw. der Verwaltung Raum für „Vigilantismus und Rassismus der unzivilen Gesellschaft“ (S. 109). Vor diesem Hintergrund beinhaltet die abschließende These die Forderung nach einem Staat, der Verantwortung übernimmt, ursachenorientiert agiert und interveniert.

Nach dem Kommentar von El-Menouar beinhalten auch die abschließenden Überlegungen von Lämmlin eine religiösen (christlichen) Bezug. Der Beitrag, der nicht Teil der Tagung war, sondern andernorts vorgetragen wurde (S. 13) steht etwas abseits zu dem inhaltlich-methodischen Diskurs der vorangegangenen Aufsätze. In der Tat fremdelt dieser Aufsatz im ansonsten recht homogen erscheinenden Sammelband.

Wie von der Nomos Verlagsgesellschaft bekannt, liegt der Tagungsband in einer ansprechenden Aufmachung und Qualität vor. Ein Manko ist allerdings zu nennen. Etliche der verwendeten Grafiken, wurden offenbar direkt aus den Tagungspräsentationen entnommen, sodass die Schriftart wiederkehrend differiert und etliche Leser/​-innen Leseschwierigkeiten aufgrund der mitunter geringen Schriftgröße und des Farbkontrasts haben dürften. Wer stattliche 29 EUR für 129 Seiten bezahlt, darf an dieser Stelle eine adäquate Ausstattung erwarten, zumal die Autorinnen erfreulicherweise recht offensiv Abbildungen und Grafiken verwendeten.

Fazit

Der Tagungsband folgt einem empfehlenswerten Konzept: Nach der Präsentation der Untersuchungsergebnisse folgen Kommentierungen in Bezug auf Inhalte und Methoden, ehe eine Replik der Forscherinnen den Diskurs beendet. Dies erweist sich als gut lesbare Idee und erzeugt ein hohes Maß an Reflexionstiefe, aus der sich ein Mehrwert für die Leser/​-innen ergibt. Aus den empirischen Beiträgen ergeben sich vielfältige Informationen über Einstellungen und Engagement in der Zivilgesellschaft in Bezug auf den Umgang mit Geflüchteten, ohne das analytische Potenzial des zur Verfügung stehenden Datensatzes auszuschöpfen. Insofern verbleibt die Hoffnung auf eine Fortführung der Analysen. Die Keynote von Matthias Quent stellt das zentrale Engagement-Thema in den Kontext der zurückgegangenen Debatte um den aktivierenden Staat und beleuchtet problematische nichtintendierte Effekte und damit die dunklen Seiten freiwilligen Engagements. Dieser Beitrag wird aufgrund seiner allgemeinen Relevanz dringend zur Lektüre empfohlen, wie die von dem Autor hergestellten Bezüge zur aktuellen Corona-Pandemie veranschaulichen.

Literatur

Georgi, F. (2016): Widersprüche im langen Sommer der Migration. Ansätze einer materialistischen Grenzregimeanalyse, in: PROKLA, Nr. 2/2016, S. 183–203.

Kumbruck, C.; Dulle, M.; Vogt, M. (2020): Flüchtlingsaufnahme kontrovers. Einblicke in die Denkwelten und Tätigkeiten von Engagierten. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Freie Demokraten (FDP) (Hrsg.) (2021): Mehr Fortschritt wagen. Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Koalitionsvertrag zwischen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP.

Rezension von
Karsten Lauber
M.A. (Kriminologie, Kriminalistik, Polizeiwissenschaft), M.A. (Public Administration)
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Es gibt 14 Rezensionen von Karsten Lauber.

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Zitiervorschlag
Karsten Lauber. Rezension vom 09.06.2022 zu: Petra-Angela Ahrens, Georg Lämmlin, Maria Sinnemann (Hrsg.): Geflüchtete willkommen? Einstellungen und Engagement in der Zivilgesellschaft. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2021. ISBN 978-3-8487-8189-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/28656.php, Datum des Zugriffs 04.07.2022.


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