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Gerhard Friedrich, Sandra Jestand: Ich wäre der Verkäufer und du …

Rezensiert von Dr. Richard Hammer, 29.12.2021

Cover Gerhard Friedrich, Sandra Jestand: Ich wäre der Verkäufer und du … ISBN 978-3-7799-6753-8

Gerhard Friedrich, Sandra Jestand: Ich wäre der Verkäufer und du …. Frühe mathematische Bildung in Rollenspielen. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2021. 112 Seiten. ISBN 978-3-7799-6753-8. D: 14,95 EUR, A: 15,40 EUR.
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Thema

Um später in der Schule gut mitzukommen, werden Kinder im Kindergarten in mathematischen Basiskompetenzen »geschult«. In der Praxis sieht das dann oft so aus, dass konkrete Lerninhalte in Regelspiele umgesetzt und aus der Mathematikdidaktik generiert sind.

Dieses Buch verfolgt ein anderes Konzept – eines, das anknüpft an das, was auch den Kleinkindern ohne unmittelbare Affinität zum mathematischen Ausprobieren Freude bereitet: das in diesem Alter vorherrschende Rollenspiel.

Autor*innen

Dr. paed. habil. Gerhard Friedrich ist Diplom-Pädagoge und unterrichtete als Lehrer die Fächer Technik, Mathematik, Pädagogik und Psychologie. Er ist Privatdozent für Allgemeine Didaktik an der Universität Bielefeld sowie Buch- und Spielautor.

Sandra Jestand ist Erzieherin, Heilpädagogin, Krippenfachkraft und Fachwirtin für Organisation und Führung im Sozialwesen. Sie ist seit vielen Jahren Leiterin einer Kindertagesstätte und auch als Dozentin in der Erwachsenenbildung für pädagogische Fachkräfte und Tagesmütter tätig.

Entstehungshintergrund

Das Buch entstand in einer Kooperation zwischen einem renommierten Fachdidaktiker für Mathematik und der Leiterin einer Kindertagesstätte, die in einem gemeinsamen Projekt erproben wollten, wie Kinder im Rollenspiel an Grundkenntnisse der Mathematik herangeführt werden können.

 

Aufbau und Inhalt

Nach einer kurzen Einführung gehen die Autor*innen auf die Frage ein „Was ist Bildung“ um dann zu zeigen, dass frühe mathematische Bildung wichtig und nützlich ist für den Alltag von Kindern, für ihr Leben. Sie werden mit Zahlen konfrontiert, wenn sie Fußballergebnisse verfolgen, wenn sie mit ihren Freund*innen teilen wollen, wenn sie mit ihren Eltern einkaufen gehen.

Das heißt: „Frühe mathematische Bildung umfasst das für Kinder verständliche Wissen grundlegender mathematischer Erkenntnisse und zielt auf die Fähigkeiten eines Kindes, deren Rolle, deren Bedeutung, deren Nützlichkeit zu erkennen, zu verstehen, zu verinnerlichen, die diese Mathematik in seiner gegenwärtigen Welt (und zukünftigen) spielt bzw. spielen kann“ (S. 19).

Ziel der frühkindlichen Bildung muss es deshalb sein, „dass die Kinder eine altersgemäße Mathematik mit ihrem jetzigen Leben verbinden können“ (S. 20).

Und dafür bieten sich Fantasie- und Rollenspiele an, da Kinder im Vorschulalter in einer Welt des Spieles leben. An dem in diesem Alter noch zu beobachtenden Anthropomorphismus kann gut angeknüpft werden, wenn es gelingt, in der Lebenswelt des Kindes mathematische Grundkenntnisse aufzuspüren und zu vermitteln.

Im Hauptteil des Buches werden Beispiele zur praktischen Umsetzung innerhalb von Fantasie- und Rollenspielaktivitäten dargestellt, rund um die Themen: Einkaufsladen, Eisenbahn- oder Zugfahren, Post, Wir spielen Schule und Zahlenland

In jedem Kapitel zeigen die Autor*innen wie sie die Kinder auf das Thema einstimmen, verweisen auf die notwendigen Materialien und stellen schließlich dar, wie die Erwachsenen die Kinder begleiten können.

Abschließend werden noch weitere Spielanregungen gegeben, auf die nicht mehr in der Ausführlichkeit eingegangen wird.

Diskussion

Das Buch legt anschaulich dar, wie es gelingen kann, Kinder auf ihren bereits sehr vertrauten, alltäglichen Wegen erfolgreich an die verschiedenen Themenfelder der Mathematik heranzuführen.

Ohne den zentralen Nachahmungscharakter der Rollenspiele zu verfälschen, wird anhand authentischer Praxisbeispiele berichtet, welchen Beitrag wir Erwachsene und Pädagogen dazu leisten können, mathematisch bildende Momente im Rahmen der bei den Kindern so beliebten Spielform des Rollenspiels zu finden.

Bedeutsam ist, dass in diesem Buch nicht das Spiel der Kinder „genutzt“ wird um mathematische Kennnisse zu vermitteln, sondern dass im Spiel der Kinder das mathematische Potenzial gesucht und gefunden wird.

Fazit

Ein sehr anregendes Buch für die pädagogische Praxis in Kindertagesstätten.

Rezension von
Dr. Richard Hammer
Dipl. Motologe
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Es gibt 17 Rezensionen von Richard Hammer.

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Zitiervorschlag
Richard Hammer. Rezension vom 29.12.2021 zu: Gerhard Friedrich, Sandra Jestand: Ich wäre der Verkäufer und du …. Frühe mathematische Bildung in Rollenspielen. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2021. ISBN 978-3-7799-6753-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/28975.php, Datum des Zugriffs 16.08.2022.


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