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Corine Pelluchon: Das Zeitalter des Lebendigen

Rezensiert von Marvin Luh, 13.06.2022

Cover Corine Pelluchon: Das Zeitalter des Lebendigen ISBN 978-3-534-27360-7

Corine Pelluchon: Das Zeitalter des Lebendigen. Eine neue Philosophie der Aufklärung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft (Darmstadt) 2021. 320 Seiten. ISBN 978-3-534-27360-7. D: 50,00 EUR, A: 51,40 EUR.
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Thema

Corine Pelluchon entwickelt in dieser Monografie eine neue Philosophie der Aufklärung, die insbesondere auf die ökologischen Krisen unserer Zeit eine adäquate Antwort bieten soll. Kritisch setzt sie sich dabei mit der klassischen Aufklärung auseinander, die im Zeichen des Herrschaftsschemas zu verheerenden Ausbeutungen von Menschen und der Natur sowie zu kultureller und ökologischer Zerstörung geführt habe. Im Gegensatz zu gegenaufklärerischen Tendenzen will Pelluchon aber die Werte der Aufklärung, wie Autonomie, Vernunft und kritisches Denken, verteidigen. Dazu knüpft sie an das Wertschätzungsschema an, d.h. an ein Selbst- und Weltverhältnis, das auf der eigenen und mit anderen Lebewesen geteilten Verwundbarkeit, Körperlichkeit und auf der Anerkennung von Alterität aufbaut. Im Kern steht dabei die Verbindung von aufklärerischem Denken mit der Ökologie.

Autorin

Corine Pelluchon lehrt Philosophie an der Université Gustave Eiffelin Paris-Est Marne-la-Vallée. Bereits früher erschienen sind von ihr u.a. „Ethik der Wertschätzung: Tugenden für eine ungewisse Welt“ (2019) sowie „Wovon wir leben: Eine Philosophie der Ernährung und der Umwelt“ (2020). Im Jahr 2020 wurde sie mit dem „Günther Anders-Preis für kritisches Denken“ ausgezeichnet.

Aufbau

Pelluchon gliedert ihre Arbeit in insgesamt sechs Kapitel. Im ersten Kapitel „Vernunft und Herrschaft“ analysiert sie im Anschluss an die Kritische Theorie, wie die Vernunft im Dienst der Herrschaft zunehmend ausschließlich auf ihre instrumentelle Natur reduziert wurde und damit den Weg für den Faschismus im 20. Jahrhundert bereitet hat.

Das zweite Kapitel „Die Aufklärung und das Lebendige“ wendet den Blick dagegen auf eine neue Konzeption der Aufklärung, die von einer relationalen Verantwortung für andere Menschen, Tiere und den Planeten insgesamt gekennzeichnet ist. Dementsprechend wird im dritten Kapitel „Die wiedergewonnene Autonomie“ eine Vorstellung von Autonomie entwickelt, die um die Sorge um und den Respekt vor anderen Lebewesen und dem Planeten geprägt ist. Damit will Pelluchon aufzeigen, dass Autonomie nur innerhalb eines Wertschätzungsschemas und d.h. in der Sorge um Andere und die geteilten Lebensgrundlagen möglich sein kann.

Im vierten Kapitel „Das Projekt einer demokratischen und ökologischen Gesellschaft“ münden die vorhergehenden Überlegungen in Erläuterungen zur ökologischen Transformation der Gesellschaft, wobei diese für Pelluchon nur über eine gewaltfreie Änderung von Subjektivität im Sinne relationaler Verantwortung, gemeinsamer Sorge und Anerkennung von Alterität möglich ist.

Im fünften Kapitel „Technik und gemeinsame Welt“ legt Pelluchon dann eine phänomenologisch orientierte Analyse der Technik vor, mittels derer sie zeigen will, dass technische Errungenschaften nur auf dem Fundament der Lebenswelt ein förderliches statt eines zerstörerischen Potenzials entfalten können.

Das sechste Kapitel reflektiert schließlich die Rolle Europas für die Aufklärung und fordert Europa dazu auf, im Sinne seines philosophischen Erbes eine Ethik der Gastfreundschaft zu verkörpern.

Inhalt

Um die Ideale der Aufklärung, allen voran die Autonomie der Vernunft und die Selbstständigkeit des Individuums, zu verteidigen, brauche es eine Revision ihrer Grundlagen. Mit dieser Überlegung leitet Pelluchon in ihre Monografie ein. Denn, so ihre Analyse, die berechtigten Kritiken am Anthropozentrismus oder Eurozentrismus der Aufklärung dürften nicht in Gegenaufklärung münden, das heißt in eine Ablehnung von Freiheit, Menschenwürde und Vernunft.

In Anknüpfung an die Kritische Theorie insbesondere Theodor W. Adornos und Max Horkheimers zeichnet sie daher in einem ersten Schritt kritisch nach, wie sich die Ideale der Aufklärung in ihr Gegenteil verkehren konnten: nämlich in die gewaltsamen und faschistischen Gesellschaftsordnungen im 20. Jahrhundert. Für Pelluchon hängt dies mit dem Herrschaftsschema zusammen. Unter einem Schema versteht sie „die Gesamtheit der Repräsentationen sowie die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und technologischen Entscheidungen, die die Matrix einer Gesellschaft bilden“ und die etwa Produktionsverhältnisse organisieren und die Subjektivität strukturieren (S. 99). Die Umkehrung der Ideale der Aufklärung in umfassende ökologische und kulturelle Zerstörung und eine „Kultur des Todes“ (S. 63), wie Pelluchon es nennt, seien auf das Herrschaftsschema zurückzuführen, das unsere Selbst- und Weltverhältnisse prägt. Das Herrschaftsschema meine die dreifache Herrschaft über die Natur, die Gesellschaft und das Seelenleben, die sich etwa in ökologischer Ausbeutung, Totalitarismus und der Ablehnung von Affektivität und Sensibilität zeige.

Demgegenüber müsse eine neue Aufklärung „mit dem Eingeständnis [einhergehen], dass wir verletzliche, gezeugte, sterbliche Wesen und zudem abhängig von anderen, von der Natur und den Elementen sind.“ (S. 54). Die neue Aufklärung, die sie in einem zweiten Schritt entwickelt, geht also mit einer Anerkennung von Alterität, Diversität, Verwundbarkeit und der geteilten Welt aus. Pelluchon bedient sich hier vornehmlich phänomenologischen Analysen, etwa von Emmanuel Levinas und Maurice Merleau-Ponty, die in ihren Werken maßgeblich von der Verwundbarkeit und Sensibilität in ihrer Begründung von gegenseitiger Verantwortung beziehungsweise von der Zwischenleiblichkeit ausgingen. Pelluchon möchte aufbauend auf diesen Analysen zeigen, dass ein anderes Schema möglich ist, nämlich ein Schema, das von der Wertschätzung gegenüber anderen Menschen, anderen Lebewesen und dem Planeten überhaupt als geteilter Lebensgrundlage möglich ist. Sie geht sogar noch weiter und möchte dieses Wertschätzungsschema als Bedingung für Autonomie herausstellen – und das heißt als Bedingung der Verwirklichung der aufklärerischen Ideale selbst. Ein wahrhaft autonomes Individuum, das Versprechen der Aufklärung, müsse seine Verwundbarkeit und Endlichkeit akzeptieren und sich damit als Bestandteil einer größeren „Schicksalsgemeinschaft“ aller Menschen und aller Lebewesen ansehen. Diese neue Subjektivität ermögliche wiederum verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Handeln, denn „[d]as Subjekt, das seine Zugehörigkeit zur gemeinsamen Welt und das, was es mit anderen Lebewesen verbindet, körperlich erlebt, verspürt von selbst den Wunsch, einen bewohnbaren Planeten weiterzugeben und Institutionen zu fördern, die jedem seine Entfaltung ermöglichen, auch ohne dass es sich einschränkenden Regeln unterwerfen müsste“ (S. 144).

In einem dritten Schritt wendet Pelluchon ihre grundlegenden Analysen zur Aufklärung und zu einer neuen Subjektivität politisch um und entwirft das Projekt einer demokratischen und ökologischen Gesellschaft. Im Kern geht es ihr dabei um die gesellschaftliche Transformation vom Herrschafts- zum Wertschätzungsschema, was über eine Konfrontation mit der Ökologie geschehen müsse, denn: „Die Ökologie verändert den Sinn der Politik vollständig. Statt die Ökologie zu politisieren, wird die Politik ökologisiert.“ (S. 176).

Da für Pelluchon Ökologie die „umsichtige Art, unsere Erde zu bewohnen“, meint (S. 52), müsse diese gesellschaftliche Transformation so umfassend wie gewaltfrei erfolgen. Denn sie betrifft die grundlegende Weise, wie die politischen Subjekte sich und die Welt verstehen. Sie betrifft zudem die grundlegenden Strukturen unserer Verantwortlichkeit – denn, wie Pelluchon in Auseinandersetzung mit der Technologie aufzeigt, politische Subjekte müssten eine neue Form der Sensibilität entwickeln, die sie Betroffenheit und Schuld für all jene Menschen empfinden lässt, an deren Leiden sie mittelbar durch ihre Lebensweise verantwortlich sind. Sie müssten sogar lernen sich „für Vorgänge, für die [sie] keine Schuld trifft, verantwortlich zu fühlen“ (S. 233), denn die Reichweite des technologischen, wirtschaftlichen und politischen Handelns seien so umfassend, dass dem nur mit einer Ausweitung der „moralischen Vorstellungskraft“ begegnen werden könne. Insgesamt hätten wir, wie Pelluchon überspitzt formuliert, die Wahl zwischen „Verantwortlichkeit oder Zynismus“ und das heißt zwischen Entsetzen, Respekt und Mitleid oder einem Verharren in der „Unzulänglichkeit unseres Fühlens“, die den Weg für das Monströse ebne. (S. 234 f.) In dieser Rekonstruktion zeigt sich, dass politischer Wandel für Pelluchon den Wandel eines Schemas und damit der Strukturen von Subjektivität braucht. Anstatt dabei auf Revolutionen zu setzen, die immer die Gefahr einer Eskalation der Gewalt bergen, setzt sie auf die Möglichkeiten einer ökologischen Transformation ohne Gewalt, etwa durch die Stärkung dezentraler, lokaler Aktivist*innen-Gruppen, die experimentell nach neuen Lebensweisen suchen. Im Zentrum ihrer politischen Überlegungen stehen Bäuerinnen*Bauern, die in verantwortungsvollen Landwirtschaftsmodellen die Ziele der Aufklärung kultivieren, wie etwa den Respekt gegenüber der Erde und die Sorge um Tiere und Landschaften. Sie würden damit „zu Pionieren der Aufklärung im Zeitalter des Lebendigen“ (S. 151).

Pelluchon fasst zusammen, dass es zur Bewältigung der Krisen unserer Zeit eines Schemawechsels bedarf, das heißt eines tiefgreifenden Wandels unserer Repräsentationen und Lebensweisen. Dieser Schemawechsel beruhe nicht auf Gewalt, sondern „auf dem Wechsel von einem Ethos zu einem anderen sowie auf der Veränderung des Imaginären und wurzelt in einer Transformation der Subjekte, die deren Repräsentationen, Einschätzungen und Emotionen sowie die unbewussten und archaischen Schichten ihrer Psyche betrifft“ (S. 294).

Diskussion

Pelluchons Monografie ist ein groß angelegter Versuch, die Aufklärung in einer Zeit zu verteidigen, in der sie sich vehementer Kritik aus verschiedensten Richtungen ausgesetzt sieht. Gegen die gegenaufklärerischen Kritiken, die die Prinzipien der Aufklärung verneinen, hält sie deren Ideale, wie Vernunft, Menschenwürde und Autonomie hoch. Aber auch gegen feministische und postkoloniale Kritiken, deren Gültigkeit und Recht sie unterstreicht, möchte sie zeigen, dass nur die Prinzipien der Aufklärung die Grundlage zur Bewältigung der drängendsten Krisen unserer Zeit bieten – aber eben eine Aufklärung, die sich nicht unter das Herrschaftsschema ordnet, sondern deren Grundlagen revidiert werden müssen.

Gerade die Konfrontation der Aufklärung mit der Ökologie führe zu dem Wertschätzungsschema, das von der Anerkennung von Alterität, dem Eingeständnis eigener Verwundbarkeit und der Sensibilität und Verantwortungsbereitschaft gegenüber anderen Menschen, anderen Lebewesen und den geteilten Lebensgrundlagen geprägt ist. Pelluchon entwickelt aufbauend auf den Analysen der Kritischen Theorie und den Ausführungen von Phänomenolog*innen wie Emmanuel Levinas eine neue Subjektivität, die konstituiert ist durch „Passivität, Empfänglichkeit, Abhängigkeit von anderen Lebewesen und von Ökosystemen“. (S. 53) Nur im Ausgang von diesen gewandelten Selbst- und Weltverhältnissen sei ein konstruktiver Umgang mit den ökologischen Krisen, sei ein dauerhafter Frieden zwischen den Menschen möglich und, so das Versprechen ihrer Analysen: Erst dieser Ausgang von der Alterität, der Verwundbarkeit und der Verantwortung löse das Versprechen der Aufklärung selbst ein, nämlich das eines wahrhaft autonomen Subjekts, das sich dazu eben seiner Verbundenheit mit anderen bewusst sein müsse.

Die Reichweite der Analysen verbürgt für die Empfehlung, sich mit diesem Werk auseinanderzusetzen: Denn Pelluchon zeigt, dass die ökologischen Krisen wie der Klimawandel oder das Artensterben, nur durch einen grundlegenden Schemawechsel möglich sind, das heißt durch eine grundsätzliche Transformation unseres Selbst- und Weltverhältnisses. Grundzüge dieser neuen Subjektivität und des Wertschätzungsschemas, das den Fluchtpunkt unserer politischen Handlungen sein solle, zeigt Pelluchon auf klare und eindrückliche Weise in ihrem Werk auf. Das Werk besticht dabei auch durch seine unbedingte Hoffnung, „dass der Mensch und die menschlichen Gesellschaften fähig sind, sich zum Guten weiterzuentwickeln.“ (S. 179) Erste Anzeichen für die Möglichkeit zu einem gewaltfreien und umfassenden Schemawechsel sieht Pelluchon in lokalen Experimenten aktiver Minderheiten, wie etwa von Tierschutzbewegungen, die durch ihre Proteste und durch ihr Handeln aufzeigten, dass andere Lebensweisen, dass eine Ökologisierung der Politik möglich seien. Hier werden mitunter überraschende Parallelen zu den Analysen Eva von Redeckers in ihrem jüngsten Werk „Revolution für das Leben: Philosophie der neuen Protestformen“ deutlich (vgl. https://www.socialnet.de/rezensionen/27718.php). Beide gehen in ihren Analysen von der zerstörerischen Herrschaft eines Selbst- und Weltverhältnisses aus, das sich in lebensverneinenden Politiken manifestiere, zeigen aber auch, dass sich in gesellschaftlichen Zwischenräumen, wie Protestgruppen oder aktiven Minderheiten, andere Lebensformen erkennen lassen, die auf Sorge und Verantwortung gegenüber anderen Lebewesen und den Respekt und die Bewahrung der Lebensgrundlagen gerichtet sind.

Leider führt die Reichweite der Analysen Pelluchons auch dazu, dass das Werk an einigen Stellen zu abstrakt bleibt. So hat sie sicherlich recht damit, dass es eine neue Struktur unserer Verantwortlichkeit braucht, die sich in umfassenderem Maße vom Leiden auf der Welt berühren und zur Handlung motivieren lässt – ob wir aber tatsächlich lernen müssen, „uns für Vorgänge, für die uns keine Schuld trifft, verantwortlich zu fühlen“, bleibt bei ihr ein in seiner Radikalität eher oberflächlicher Gedanke. Da sich Pelluchon zudem einem phänomenologischen Denken verpflichtet, und schon in früheren Werken insbesondere dem Denken Emmanuel Levinas‘, wäre hier auch weiter zu fragen, worin denn die Quelle dieser umfassenden Verantwortlichkeit liegen könnte. Levinas’ Denken ist bekanntermaßen wesentlich von der Begegnung mit einem Anderen, ganz konkret mit dem „Gesicht“ des Anderen geprägt, das uns zur Verantwortung anruft. In diesem umfassenden Sinne jedoch, wie Pelluchon es fordert – nämlich „weit über unsere gewöhnliche Wahrnehmung [hinaus]“ (S. 233) – bräuchte es eine völlig neue Begründung von Verantwortung, deren phänomenologische Einlösbarkeit leider ungeklärt bleibt.

Auch konkrete Vorschläge, wie der besagte Schemawechsel möglich sein kann, liefert Pelluchon nur vereinzelt, doch diese einzelnen Vorschläge zeigen immerhin die Richtung auf, in die ihr politisches Denken geht. So schlägt Pelluchon ein „bedingtes Grundeinkommen“ vor, das heißt die finanzielle und logistische Hilfe für Menschen, die Projekte mit gesellschaftlichem und ökologischem Wert anstreben. (S. 158) Auch die Reformulierung der Menschenrechte in „Menschheitsrechte“, auf die Pelluchon verweist und die sie argumentativ unterfüttert, ist einer Lektüre wert: Sie versucht zu zeigen, dass der Ausgangspunkt der Menschheitsrechte ein relational konzipiertes Subjekt sein müsse sowie die Verknüpfung von Rechten und Pflichten – auch hier steht im Hintergrund die Idee „dass man die Natur und das Lebendige schützen kann, wenn man vom Menschen und von einem neuen Verständnis des Menschen, also von einem anderen Humanismus, ausgeht.“ (S. 117) Es wäre interessant gewesen, hier weiter zu fragen, wie eine relational konzipierte Subjektivität Ausgangspunkt für Rechte und Pflichten sein kann und wie diese wiederum legitimiert werden können – im Ausgang der Verwundbarkeit als geteilter Erfahrung, deren normativer Gehalt in diesem Werk jedoch ebenfalls unterbestimmt bleibt.

Insgesamt sind Pelluchons Analysen für Philosoph*innen wie Sozialwissenschaftler*innen aber auch für all jene geeignet, die sich auf ein innovatives Denken einlassen möchten, das ganz grundlegend über die Bedingungen unserer Selbst- und Weltverhältnisse reflektiert und andere Formen der Subjektivität und des Zusammenlebens aufzeigt.

Fazit

In ihrer neuesten Publikation erarbeitet die Philosophin Corine Pelluchon auf innovative Weise die Grundlagen einer neuen Aufklärung, die deren klassische Ideale (wie Menschenwürde und kritisches Denken) bewahrt, sie jedoch in Konfrontation mit der Ökologie auf einem neuen Menschenbild aufbaut. Diese neue Aufklärung geht von einer Subjektivität aus, die sich ihrer Verwundbarkeit und der Abhängigkeit von Anderen bewusst ist und die anderen Lebewesen und der Welt mit Wertschätzung und Verantwortung begegnet. Pelluchons Werk wird für all jene erhellend sein, die sich tiefergehend mit aktuell drängenden technologischen und politischen Problemen, wie auch mit den Bedingungen befassen wollen, auf Basis derer konstruktive und friedliche Lösungen auf diese Probleme möglich sein können.

Rezension von
Marvin Luh
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Zitiervorschlag
Marvin Luh. Rezension vom 13.06.2022 zu: Corine Pelluchon: Das Zeitalter des Lebendigen. Eine neue Philosophie der Aufklärung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft (Darmstadt) 2021. ISBN 978-3-534-27360-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/28977.php, Datum des Zugriffs 04.07.2022.


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