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Dörte Heger, Boris Augurzky u.a.: Pflegeheim Rating Report 2022

Rezensiert von Prof. Dr. habil. Gisela Thiele, 16.08.2022

Cover Dörte Heger, Boris Augurzky u.a.: Pflegeheim Rating Report 2022 ISBN 978-3-86216-835-4

Dörte Heger, Boris Augurzky, Ingo Kolodziej, Johannes Hollenbach, Christiane Wuckel: Pflegeheim Rating Report 2022. Der Pflegemarkt unter Druck ? Zeit für Veränderung. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2021. 177 Seiten. ISBN 978-3-86216-835-4. D: 349,00 EUR, A: 358,80 EUR.
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Thema und Autoren

Die Nachfrage nach Pflegeleistungen wächst und wächst. Dazu trägt insbesondere der demografische Wandel bei, aber auch die Ausweitung des Kreises der Leistungsempfänger durch die Aufnahme geistiger und kognitiver Einschränkungen in den Pflegebedürftigkeitsbegriff. Gleichzeitig stellen der Fachkräftemangel und die Finanzierung von Pflegeleistungen große Herausforderungen für die Pflegebranche und die Gesellschaft dar.

Welche Konsequenzen ergeben sich durch diese Herausforderungen und wie kann darauf reagiert werden? Diesen und anderen Fragen geht der Pflegereport nach.

Die Herausgeber sind, Dr. Dörte Heger, Stellvertretende Leiterin des Kompetenzbereiches Gesundheit am RWI – Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung, Prof. Dr. Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereiches Gesundheit am RWI, Dr. Inrgo Kolodzeij, Wissenschaftler am gleichen Institut, Christiane Wuckel und Johannes Hollenbach, beide ebenfalls Wissenschaftler am RWI.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist nach einem Vorwort und einer Einleitung und einem Glossar am Ende in sechs weitere Kapitel mit Unterkapiteln in unterschiedlicher Länge gegliedert,

Im „Vorwort“ wird betont, dass es sich um den achten Report handele, der die Verbesserung der Transparenz im deutschen Pflegemarkt im Fokus habe. Die Gesamtstudie umfasse 2 113 Pflegeheime sowie Daten des Statistischen Bundesamtes aller rund 15 400 Pflegeheime und 14 700 ambulante Dienste.

In der „Einleitung“ wird herausgearbeitet, dass in den vergangenen Jahren die Anzahl pflegebedürftiger Menschen und die Ausgaben für Pflegeleistungen überproportional gestiegen seien.

Das zweite Kapitel „Der Pflegemarkt“ beschäftigt sich mit der Datengrundlage, welche Merkmalsausprägungen in die Untersuchung eingegangen sind. Es geht des Weiteren um die Umstellung der Pflegestufen auf Pflegegrade, die Verteilung der Gesundheitsausgaben, die Verteilung der Zahl der Pflegebedürftigen nach der Art der Pflege und weiterer statistischer Merkmale. Im Basisszenario steige die Zahl der stationär Pflegebedürftigen bis 2040 um 45 %. Im Falle sinkender Pflegequoten betrage der Anteil nur 38 %. Eine Verschiebung von stationär auf ambulant würde den Anstieg auf 28 % bremsen.

Das folgende Kapitel ist mit dem Titel „Das Rating der Pflegeheime“ überschrieben. Einige wesentliche Ergebnisse sollen kurz genannt werden: 74 % der Pflegeheime wiesen 2019 einen Jahresüberschuss auf und rund 27 % schrieben Verluste. Ostdeutsche Pflegeheime schnitten im Rating und der Ertragslage deutlich besser ab als westdeutsche. Wichtig wäre eine Zuführung von Pflegekräften und der Abbau von bürokratischen Anforderungen.

Kapitel vier widmet sich der „Sonderanalyse“. Hier geht es um die Ertragsfähigkeit und das unternehmerische Risiko der Pflegeunternehmen, um die unternehmerischen Prognosen der kommenden Jahre und um die wachsenden Potenziale des betreuten Wohnens. So habe sich das Selbstverständnis vom Leben im Alter deutlich gewandelt. Die „neuen“ Senioren suchten bewusst einen individuellen Lebensstil, der ihnen eine Fortführung des bisherigen Lebens erlaube.

Das letzte und damit fünfte Kapitel nimmt den „Ausblick“ zum Thema. Unter der Annahme konstanter Pflegequoten werde die Nachfrage nach Pflegeleistungen ungebrochen weiter steigen. Bis 2030 ist mit 4,9 Mio. Pflegebedürftigen zu rechnen. Der nächste Schritt müsse die Dynamisierung des Renteneintrittsalter sein: Wenn die Lebenserwartung weiter steige, sollten die zusätzlich gewonnenen Jahre in einem ausgewogenen Verhältnis auf Erwerbsleben und Rente aufgeteilt werden.

Diskussion

Die vorliegende Publikation ist ein üblicher Report, ein ausführlicher Hintergrundbericht mit dem ein komplexer Wirkungszusammenhang erklärt wird bzw. handelt es sich um eine Nachrichtensammlung, bei der ein Problem eingeschätzt und Lösungswege aufgezeigt werden. In diesem Fall ist es der Pflegeheim Rating Report des Jahres 2022. Er gibt einen Überblick über die Situation der Pflegeheime, über die Anzahl der Betten und anderer statistischer Bezugsdaten. Ein wissenschaftlicher Tiefgang ist nicht zu erwarten, sondern ein akribisch aufgearbeitetes Problem rund um den Pflegemarkt.

Fazit

Für statistische Informationen und erläuternde Probleme ist dieser Report wichtig und interessant, gibt er uns doch Ratschläge in die Hand, mit denen wir die uns allen zu erwartenden Probleme und Schwierigkeiten meistern können.

Rezension von
Prof. Dr. habil. Gisela Thiele
Hochschule Zittau/Görlitz (FH)
Berufungsgebiete Soziologie, Empirische Sozialforschung und Gerontologie
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Es gibt 185 Rezensionen von Gisela Thiele.

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Zitiervorschlag
Gisela Thiele. Rezension vom 16.08.2022 zu: Dörte Heger, Boris Augurzky, Ingo Kolodziej, Johannes Hollenbach, Christiane Wuckel: Pflegeheim Rating Report 2022. Der Pflegemarkt unter Druck ? Zeit für Veränderung. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2021. ISBN 978-3-86216-835-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/29027.php, Datum des Zugriffs 28.09.2022.


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